Linkspam zum Equal Pay Day

Alle Jahre wieder, alle Jahre noch notwendig, bis die Ziele erfüllt sind: Equal Pay Day, heuer wieder am 21. März.

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Und, tadaaa, Deutschland belegt einen der „vorderen Plätze“: im Schnitt verdienen Frauen hier 22% weniger als Männer.

Liebevolle Link/Info-Zusammenstellung zum Beispiel bei der Mädchenmannschaft über Feminismus und Finanzen.

Frauenspezifische (Alters-) Armut, Bezahlung und zu welchen Bedingungen – gerade auch in der Prostitution ein Thema. Davon zum Beispiel erzählt „Maria“.

Am besten informiert/ausgestattet wird man natürlich bei equalpayday.de; lohnt sich generell, auf der Seite rumzuklicken!

Wie man die Gehaltswelt gerechter werden lassen könnte, versucht auch Sabine Hockling zu beantworten , mit schön übersichtlichen „To Do-Vorschlägen“.

In Österreich war der Equal Pay Day etwas früher, aber auch hier ist die Situation nicht schön; bei einer Parlamentsveranstaltung ist man sich immerhin auch einig, daß es an der sogenannten Teilzeitfalle alleine liegen kann.

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Wer noch mehr interessante Texte/Links entdeckt hat, kann sie ja gerne in die Kommentare posten.

rote tasche

Frauenbild in Indien

Der Standard interviewt die Ärztin P. Chandra über die wandelnden Lebensumstände, denen Frauen in Indien begegnen und knüpft dabei absolut interessante Verbindungen, zwischen Wirtschaft, Gesetz und Geschichte – viele Dinge, die Durchschnittseurpoäer_innen wohl gar nicht so klar sind.

Chandra: Es gibt keine Gefahr mehr zu verhungern. Die Frauen müssen nicht mehr auf dem Feld arbeiten. Das Einkommen ist gestiegen, und mit dem wirtschaftlichen Vorteil der Männer sind auch ihre Forderungen gestiegen. In einer Beziehung hat in Indien immer der Mann die letzte Entscheidung. Auch bei einer Abtreibung.

Es gibt aber nun eine neue Regelung, dass sich eine Frau nach zwei Kindern ohne die Unterschrift des Mannes sterilisieren lassen kann. Das ist bereits ein Fortschritt, denn normalerweise müssen Frauen sogar bei der Verwaltung ihres eigenen Einkommens den Mann fragen. Das hat insofern Auswirkungen auf das Familienbudget, als in armen Gebieten viele Männer ein Alkoholproblem haben. Vor allem seit dem Ende der Prohibition in Tamil Nadu im Jahr 1977 greifen viele Männer zur Flasche. Da bleibt oft nur sehr wenig Geld für Nahrungsmittel.

derStandard.at: Woher kommt dann der Eindruck, dass Frauen weniger wert sind?

Chandra: Eine alte indische Volksgruppe, die Draviden, hatten bereits gleiche Rechte für Frauen. Vielleicht spielt der Einfluss der Muslime aus dem Norden des Landes eine Rolle. Denn selbst wenn es im Hinduismus heißt, dass die Frau ihrem Mann zu folgen hat, steht nirgendwo etwas von Versklavung.

Lesen!

Die besten Wünsche zum 8. März vom Mädchenblog!

Flower Power?

Blumen sind superwundervoll und lebensbejahend und das alles, klar. Wer mag Blumen nicht (Allergiker*innen vermutlich)?
Warum sollte also nicht zu Geburtstagen, Jahrestagen, Valentinstagen, Muttertagen und Wasweißichnichtallestagen Blumen rumverschenkt werden? Blumen sagen: „Schön, dass es dich gibt“, „Du hast heute einen besonderen Tag“, „Ich will dir etwas schönes geben“. Zudem hat es sich durchgesetzt, dass Blumen vornehmlich als etwas gelten, dass man(n) Frauen schenkt.

Heute ist der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. Was bei vielen Menschen (Quelle: Freundeskreis, Facebook, Fernsehen) so viel heißt wie: Die Frau ™ und ihre Weiblichkeit ™ wird gefeiert. Und was bedeutet offenbar Frau- und Weiblichsein? Richtig: Schön (lies: normschön) sein, sich mit schönen Dingen umgeben und NOCH schöner werden und von NOCH schönerem umgeben sein.

Wie das? Na, mit Parfüm, Schokolade und Blumen!

In meiner Facebook-Timeline strotzt es nur so von Bildern mit Rosen, Tulpen und irgendwelchen anderen Blumen (ich habe ein sehr beschränktes Blumen-Wissen). Darüber so Sprüche wie „Glückwunsch an alle Frauen zum Frauentag“, „Wünsche allen Frauen einen schönen Frauentag“, „Habe heute von meinem Schatz zum Ehrentag meines Geschlechts Blumen bekommen“. Joa. Fein. Und nun? Können wir die Blumen jetzt (so Tuxedo Mask- mäßig) als Waffen gegen patriarchalische Verhältnisse einsetzen? Sind Lohnunterschiede besser zu ertragen, wenn wir dabei besser riechen?

Der heutige Tag soll verdeutlichen wie weit der Weg zur gleichberechtigten Gesellschaft noch ist und wie nötig es ist, dass sich deshalb Frauen* empowern und alle mit ihnen kämpfen. Doch was wird stattdessen getan? Wir feiern diesen Tag indem wir sie darauf reduzieren, was doch eigentlich hinterfragt werden soll. Indem wir den Sexismus reproduzieren, der doch überwunden werden soll. Indem wir ein Bild von Frausein als das scheinbar einzige „feiern“, obwohl es doch nur eine Möglichkeit von unzähligen ist. Indem wir eine Weiblichkeit feiern, ohne uns im Klaren darüber zu sein, dass diese überhaupt keinen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat. Und indem wir mittels der an die Frauen gerichteten Glückwünsche den Tag „den Frauen“ überlassen, obwohl es doch für alle Ziel sein sollte für Gleichberechtigung zu kämpfen.

Meine Empfindung, als ich all die Blumenposts auf Facebook sah, war: Hey, Frau, hier Blumen, halt die Klappe! Es hat etwas von einem Versuch der Besänftigung. Das ganze Jahr über werden sexistische Witze gerissen, schiefe Verhältnisse relativiert und dazu beigetragen, dass ich mich unwohl fühle und Kämpfen anschließen muss. Aber einmal im Jahr wird entweder so getan, als würden sich alle für den Kampf um Gleichberechtigung interessieren ODER der Versuch unternommen mit „Gesten“ Respekt zu zeigen, obwohl das Reduzieren dieses Tages auf jene „Gesten“ doch genau das Gegenteil impliziert.

Natürlich liegt das Problem nicht hauptsächlich im Umgang mit diesem Datum. Wie bei jedem symbolischen Tag, ist auch hier wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass es an jedem darum geht, etwas zu verbessern. Wenn aber „Tag für die Rechte der Frau“ gerufen wird und die Antwort „Parfüm, Schokolade und Blumen!“ lautet, dann ist das mindestens bittere Ironie, wenn nicht sogar eine sich selbsterfüllende Prophezeiung.

Frauenkampftag 2014

Veranstaltungen und Demonstrationen zum Internationalen Frauenkampftag 20141:

Berlin
13:00 Uhr am Gesundbrunnen: Demonstration “Still loving Feminism!”
18:30 Uhr im SBZ Krähenfuß: Scree­ning und Dis­kus­si­on: „WON­DER WOMEN!

Graz
10:30 Uhr am KünstlerInnenhaus: Demonstration „Frauenauflauf

Hamburg
13:30 Uhr am Hachmannplatz: 8.März-Demo | 8-Mart Dünya Emekci Kadinlar Günü Yürüyüsü

Linz
11:00–00:00 Uhr, verschiedene Orte: Feminismus & Krawall – Protest · Performances · Interventionen · Konzerte

Nürnberg
13:00 Uhr am Weißen Turm: Infostände und Aktionen
15:30 Uhr am Weißen Turm: Demonstration

Salzburg
13:30 um am Alten Markt & Platzl: Kundgebung: “Frauenrechte sind nicht käuflich”. Weitere Termine.

Wien
15:00 Uhr, U6-Station Josefstädterstraße: Demonstration

Zürich
13:30 Uhr am Hechtplatz: Demonstration “Care-Arbeit kollektivieren. Kapitalismus entsorgen”

  1. wird laufend ergänzt [zurück]

Schweizer Volksabstimmung: 70% weiterhin für reproduktive Rechte

Im Ergebnis wesentlich erfreulichere Volksabstimmung in der Schweiz: Anders als in Deutschland werden Abtreibungen auch weiterhin von der Krankenkasse finanziert, deutliche 70% der Schweizer_innen stimmen diese Regelung zu. Die fundichristlich-konservative Initiative dagegen ist also ganz, ganz übel gescheitert – nur wurde diese schweizer Volksabstimmung in den deutschen Medien so gar nicht jenseits einer Randnotiz erwähnt – während die Abstimmung um die Freizügigkeit Topthema war und gerade die christlich-konservativen Fanatiker_innen sich gar nicht genug über die ach so viel demokratischere Schweiz und „Volkeswillen“ begeistern konnten…
Interessant auch in diesem Zusammenhang, daß der Kanton, in dem auch die EU-Freizügigkeit am schärfsten abgelehnt wurde, als einziger auch mehrheitlich gegen die Kostenübernahme durch die Krankenkassen bei Abtreibungen stimmte:

Einzig die Stimmenden im Kanton Appenzell Innerrhoden unterstützten die Initiative, und das mit einem Ja-Anteil von 50,9 Prozent.

Aus Liebe zur Freiheit!

Was ich an Antje Schrupp so mag, ist ihre Treffsicherheit, gerade beim Thema homophobe Petitionen ist das fast schon erleuchtend.. Scharfsinnig erklärt sie uns, die wir uns immer fragten „Wovor haben diese Petitionsfuzzis denn Angst? Daß ihre Kinder jetzt reihenweise zu Nichtheteros mutieren?“, worin die eigentliche Angst dieser Leute wohl besteht:

Natürlich werden Kinder nicht reihenweise homosexuell, nur weil das Thema im Unterricht behandelt wird. Aber ebenso natürlich werden diejenigen Jugendlichen, die anders begehren, als es die heterosexistische Norm vorgibt, durch eine größere gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität dazu ermutigt, diesen Neigungen nachzugehen, sich entsprechend auszuprobieren, ihr Begehren auszuleben. Und das ist doch schließlich auch der Sinn des Ganzen!
(…)
Auch die Liebe zur Freiheit ist nämlich ansteckend, wie Luisa Muraro einmal sagte. Und dass sich die Liebe zur Freiheit in all ihren Erscheinungsformen wie ein Virus unter uns ausbreiten könnte, das ist doch eine wunderbare Vorstellung!

Schwanger/Nichtschwanger als Körperform?

Schöner Kommentar zur Normierung weiblicher Körper von Margarete Stokowski:

Am Freitag war ich beim Kiosk um mir die Süddeutsche Zeitung zu holen, weil da im Magazin ein Text von Lara Fritzsche drin war, über Essstörungen in der Schwangerschaft. Sehr guter Text. Über Magersüchtige, die schwanger werden und über Frauen, die einander gegenseitig loben, wenn sie möglichst unschwanger aussehen.

Am gleichen Kiosk lag die neue Inside, ein Frauenmagazin, Titelthema: „Baby oder Wampe? Stars, die eine ziemlich dicke Kugel schieben …“ Der Artikel dazu hieß „Und ICH dachte, du wärst schwanger …“ und zeigte Bilder von neun berühmten Frauen, bei denen der Bauch millimeterweit vorsteht, mit den Kommentaren „Satin-Schocker“, „Bikini-Blamage“, „Glitzer-Graus“, „Prosecco-Plauze“.

Es ist gar nicht so, dass ich es besonders verrückt oder doof finde, wenn ein Kiosk Zeitungen mit verschiedenen Botschaften verkauft. Und es ist auch gar nicht unbedingt so, dass die Inside das intellektuelle Bollwerk wäre, an dem ich regelmäßig meine Meinung schärfe.

Es ist eher so, dass ich gerne mal in der Redaktion der Inside eine gigantische Himbeersahnetorte essen würde. Nackt.

Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt in der Tierrechtsbewegung

Inhaltswarnung: Thematisierung sexualisierter Gewalt. Ausschreibung des Wortes V*rg*w*lt*g*ng.

Hier geht es um die in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung häufig gebrauchten „Kinderschänder“- und V*rg*w*lt*g*ngsvergleiche, so wie den fast schon inflationären, sexualisierte Gewalt aufgreifenden Sprachgebrauch. Von der Zwangsbesamung von Kühen und Schweinen bis zum Reiten auf Pferden, es fällt ganz schnell der Begriff V*rg*w*lt*g*ng.

Ich spreche ausschließlich von „Tätern“. Mir ist bewusst, dass auch Frauen sexualisierte Gewalt ausüben und dies weit häufiger als angenommen. Der prozentuale Anteil ist allerdings so gering, so dass die Realität verzerrt würde, spräche ich von Täter_innen. Mir ist die damit einhergehende Problematik bewusst, dass sich einige, die Gewalt durch Frauen erlebt haben, unsichtbar fühlen können. Ich bin mit der jetzigen Lösung auch nicht wirklich zufrieden, sie erschien mir aber als das kleinere Übel.

Eine gekürzte Version dieses Textes ist im Dezember in der Zeitschrift Tierbefreiung (Nr. 81) erschienen.

Sexualisierte Gewalt ist keine gesellschaftliche Randerscheinung. Sexualisierte Gewalt ist allgegenwärtig. Je nach dem, wie eng oder weit die Definition des Begriffes gefasst ist, ist jede 4. bis 5. Frau und jeder 7. bis 9. Mann von sexualisierter Gewalt in der Kindheit betroffen[1] und jede 7. Frau erlebt sexualisierte Gewalt ab dem 16. Lebensjahr[2]. Viele sind auch mehrfach betroffen. Es geht um Verbrechen, die jeden Tag in der Mitte unserer Gesellschaft stattfinden und zwar in sehr vielen Fällen folgen- und straflos für die Täter.

Ich habe ab meinem 7. oder 8. Lebensjahr über mehrere Jahre sexualisierte Gewalt durch meinen Stiefvater erlebt. Ich schreibe also nicht stellvertretend für Betroffene, sondern als persönlich Betroffene. Das erste Mal wurde ich im Frühjahr 2007 mit einem dieser Vergleiche, zwischen Tierausbeutung und sexualisierter Gewalt, konfrontiert und es hat fünfeinhalb Jahre gedauert, bis ich es erstmals schaffte, das Thema anzusprechen. Das war im September 2012.

Ich gehe davon aus, dass den meisten, die Vergewaltigungsvergleiche verwenden, weder bewusst ist, wie tief verletzend diese Vergleiche sind (es geht hierbei nicht um Kritik am Mensch-Tier-Vergleich), noch was diese Vergleiche auslösen können oder wie groß die Dimension sexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft ist. Ich hoffe, mit diesem Artikel für das Thema sensibilisieren zu können. Mir geht es nicht darum anzuprangern, sondern um die Bewusst- und Sichtbarmachung von Leid und erneuter Traumatisierung, die damit unbeabsichtigt ausgelöst werden.

Sexualisierte Gewalt als gesellschaftliches Phänomen

Besonders kennzeichnend im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt an Kindern ist die euphemistische Sprache, sowohl im alltäglichen Sprachgebrauch, als auch in den Medien. Es ist von MISSbrauch die Rede, so als gebe es auch einen nicht missbräuchlichen GEbrauch von Kindern. Auch wenn dieser Wortlaut sich so im Strafgesetzbuch findet, ist er stark bagatellisierend, relativierend und vertuschend, da die zugrunde liegenden Verbrechen nicht beim Namen genannt werden. Die gleichen Verbrechen an Erwachsenen heißen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Dies ist vergleichbar mit den beschönigenden Bezeichnungen für das Ermorden von Tieren:
Schlachten, Keulen, Schächten etc., im Höchstfall Töten. Häufig wird die Bezeichnung „Kinderschänder“ gebraucht. Schänden kommt von Schande über jemanden bringen und wird umgangssprachlich synonym verwendet für entehren, entweihen, beschmutzen, besudeln. Sexuelle Nötigung und VerGEWALTigung sind Gewaltverbrechen und sollten beim Namen genannt werden.

Ich kann zwar nur für mich sprechen, weiß aber aus Erfahrung (Therapien, Selbsthilfegruppen), dass „wir Betroffenen“, so unterschiedlich wir sind, in vielem sehr ähnliche Empfindungen haben, wenn es um die Banalisierung und Relativierung sexualisierter Gewalt geht.

Hier geht es weiter Einige Beispiele aus der Tierrechtsbewegung



Referer der letzten 24 Stunden:
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