der unterstrich (_)

vielleicht habt ihr euch schon gefragt, warum in diesem und manchen anderen blogs so eine merkwürdige schreibweise verwendet wird, wenn zum beispiel die leser_innen angesprochen werden. was soll bloß dieser komische unterstrich (_)? bekannter ist die schreibweise mit dem großen I, was auch binnen-I genannt wird. wenn man zum beispiel freundInnen schreibt, meint man damit die männlichen freunde und die weiblichen freundinnen zusammen. was ist aber mit personen, die sich weder als männlich noch als weiblich einordnen lassen oder wollen? die können von der sprache nicht so gut benannt werden. das sieht man auch daran, dass für die bezeichnung von personen nur „er“ oder „sie“ zur auswahl stehen, außer dem „es“, was aber allenfalls für babys und kinder steht.
vielleicht denkt ihr jetzt, „es gibt doch nun mal nur männer und frauen, warum muss man da so ein drama drum machen?“ man kann aber auch sagen: weil es nur die kategorien männer/jungs und frauen/mädchen gibt, werden die menschen in diese beiden kategorien aufgeteilt. wenn zum beispiel ein baby geboren wird, dass ein geschlechtsteil hat, dass zu groß ist, um eine klitoris zu sein, aber zu klein ist, um als penis zu gelten (man spricht in diesen fällen von intersexualität, bekannter ist der begriff „zwitter“), dann wird von den ärzt_innen und den eltern entschieden, welches geschlecht das kind haben soll. meistens wird in solchen fällen mit operationen und hormonbehandlungen nachgeholfen, dass das kind den anforderungen an das ihm zugeteilte geschlecht erfüllt. die von solchen behandlungen betroffenen beschreiben das im nachhinein oft als folter.
auch gibt es menschen, die als jugendliche oder erwachsene merken, dass sie sich in der geschlechtskategorie, in der sie aufgewachsen sind, nicht wohl fühlen. sicherlich habt ihr schon mal von transsexuellen gehört, die eine geschlechtsumwandlung/-angleichung machen und so von einem mann zu einer frau oder von einer frau zu einem mann werden. es gibt aber auch menschen, die sich in ihrem geburts-geschlecht nicht wohl fühlen, aber keine lust haben, ihren körper durch eine operation zu verändern. dafür gibt es den begriff transgender. einige menschen möchten nämlich gar nicht von dem einen erlaubten in das andere erlaubte geschlecht wechseln, sondern einfach so sein, wie sie sind, ohne sich in eine der beiden kategorien einzuordnen. so ein leben ist aber gar nicht so einfach, überlegt mal, wie oft ihr irgendwo ankreuzen müsst, ob ihr männlich oder weiblich seid. schon allein der gang zu einer öffentlichen toilette erfordert die entscheidung für ein geschlecht.
da die menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich einordnen, meistens auch von der sprache nicht berücksichtig werden, muss man auch die sprache verändern, wenn man diese einteilung in nur zwei geschlechter verändern will. ein vorschlag dazu ist die verwendung des unterstrichs, der praktisch eine leerstelle in der sprache anzeigt. dazu gibt es einen (teilweise etwas kompliziert geschriebenen) text, der genauer erklärt, was damit gemeint ist.
wenn nun die aufteilung in genau zwei geschlechter etwas durcheinander gebracht wird, ist das nicht nur besser für diejenigen, die sich keiner der kategorien mann und frau zuordnen wollen. auch diejenigen, die trotzdem gerne mann oder frau sein wollen, könnten so größere spielräume innerhalb ihrer geschlechtskategorie haben. zum beispiel wenn ein junge einfach gerne mal einen rock anziehen möchte, oder ein mädchen ene krawatte. deshalb empfehlen wir die verwendung des _.


56 Antworten auf “der unterstrich (_)”


  1. 1 vera 22. Juni 2006 um 16:12 Uhr

    ehrlich gesagt finde ich die unterstrich-schreibweise genauso wenig ueberzuegend wie das I. Es liest sich in meinem verstaendnis geauso.. dabei gibt es haufig viel bessere moeglichkeiten, die zweigeschlechtlichkeit der deutschen sprache zu umgehen: der ausdruck studierende ist z.B. weit verbreitet und bezeichnet weit mehr handelnde personen als es der begriff student studendtin, studentIn oder student_ın je tun koennte, der doch immer einen status ausdrueckt. mensch kann auch von personen mit denen mensch befreundet ist, sprechen oder dabei ganz nebenbei die beziehung weit praeziser formulieren. sprache „gendern“ ist halt nicht mit einfachem ersetzen von begriffen ueberzeugend zu machen.

  2. 2 soe - sick of everything 22. Juni 2006 um 18:29 Uhr

    interessanter weise gibt es zu „unterstrich“ oder „großes-I“ umgedreht die gleiche interpretation mit der gleichen arguentation wie oben, d.h. der unterstrich betont erst die different zwischen „weiblich“ und „männlich“, während das große „I“ den raum für das dazwischen ließe. anyway. meine präferenz ist ja */frau/man in sich stets abwechselnden reihenfolgen.
    was bei der unterstrich variante noch zu kritisieren ist, ist dass sie zwangsläufig zuerst das „männliche“, dann dass dazwischen und zum schluss erst das „weibliche“ benennt. als gegenstrategie wird deswegen in feministischen zeitungen und blogs entweder in einer rein „weiblichen“ form oder aber zumindest in einer das „weibliche“ zu erstnennenden form geschrieben. was ich auch eine option finde.
    @ vera das problem mit der bezeichnung wie beispielsweise „studierende“ ist, dass es im unterschied zu studentinnen/*/studenten eine tätigkeit und keinen status beschreibt, denn mal ganz ehrlich: bei wie vielen – und dies ist nun überhaupt nicht bewertend und verurteilend gemeint, ganz im gegenteil – ist es nicht viel eher ein status als „nur“ eine tätigkeit?

  3. 3 bigmouth 22. Juni 2006 um 20:58 Uhr

    max goldt dazu:

    Menschen, die an einer Universität einem Studium nachgehen, heißen Studenten. Möglicherweise gibt es noch ganz vereinzelte Studiengänge, die als klassische Männerfächer gelten, z.B. an den Bergbau-Universitäten in Freiberg (Sachsen) und Clausthal-Zellerfeld. Wenn man in diesen Ausnahmefällen darauf hinweisen möchte, daß auch Frauen dort studieren, muß man Studenten und Studentinnen sagen. Wie lächerlich der Begriff Studierende ist, wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsenz verbindet. Man kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben und studieren.

  4. 4 admin 22. Juni 2006 um 21:56 Uhr

    @vera: klar sind formen wie studierende bei bestimmten ausdrücken vorzuziehen, aber das geht halt nicht bei allen wörtern, da sich ja nicht alle personenbeschreibungen aus verben bilden, wie eben zum beispiel „freund_innen“. daraus etwa ein „befreundete“ zu machen, fände ich nicht schön, und dein vorschlag, „personen mit denen mensch befreundet ist“, ist mir wirklich zu kompliziert (abgesehen davon, dass ich mich mit diesem mensch statt man nicht wirklich anfreunden kann). soll ein_e lehrer_in dann zum beispiel von ihren „menschen, die sie unterrichtet“ statt von ihren schüler_innen sprechen?
    ein praktischer vorteil des unterstrichs gegenüber dem binnen-I ist außerdem, worin du mir vielleicht recht geben magst, dass er in der konsequenten kleinschreibung einfach besser anzuwenden ist.

    @soe: die argumentation verstehe ich nicht so ganz. wo lässt dass binnen-I denn raum für das dazwischen? der unterstrich betont ja gerade die leerstelle, macht sichtbar, dass es da eine lücke in der sprache gibt. das weibliche zuerst nennen hingegen finde ich einerseits ungünstig, weil dann immer doppelnennungen erfolgen müssen, und andererseits bleibt es bei zwei nennungen in der dichotomie männlich-weiblich, ja verstärkt diese womöglich.

  5. 5 kwallekowski 23. Juni 2006 um 10:29 Uhr

    http://qualle.blogsport.de/2006/06/23/alles-gendern-oder-was/trackback/

    die leute von sinistra haben das in einer ausgabe ganz gut gemacht und immer die weibliche form genommen (jüdinnen). nette idee, bringt eine.n aber auch nicht weiter.

  6. 6 soe - sick of everything 23. Juni 2006 um 13:19 Uhr

    @ admin meine ausführungen besagten nicht, dass ich diese interpretation teile, sondern nur dass es sie gibt. ich find beide schreibweisen schwierig, eben aufgrund der unterschiedlichen interpretationsmöglichkeiten, die nun einmal von jeder/*/jedem anders gemacht werden. deswegen präferiere ich, wie ich ja schrieb, auch eine andere.
    @ kwallekowski warum bringt eine/*/n die idee konsequent nur oder hauptsächlich die „weibliche“ schreibform zu verwenden nicht weiter? dient sie doch in einer „männlich“ dominierten society und somit auch sprache der sichtbarmachung von „weiblichkeit“.* wobei dies nicht bedeuten soll, dass dies die einizge ist.

    * um den potentiellen vorwurf gleich auszuräumen: nein, ich bin keine differenzfeministin.

  7. 7 kwallekowski 24. Juni 2006 um 15:06 Uhr

    nur die weibliche form zu benutzen mag vielleicht ein lustiger seitenhieb auf die männliche dominanz sein, aber auf dem weg richtung befreiter gesellschaft und wirklicher gleichberechtigung bringt sie einen nicht voran.

  8. 8 bigmouth 25. Juni 2006 um 0:17 Uhr

    tut das denn der unterstrich? oder solche sprachspiele überhaupt? überschätzt das nicht eh die bedeutung davon?

  9. 9 weiches gehrin! 25. Juni 2006 um 20:13 Uhr

    ich sehe mich manchmal als UFO. Ehrlich!
    Könntet ihr das bitte auch berücksichtigen? :)

  10. 10 schnabeltasse 26. Juni 2006 um 22:57 Uhr

    bayer_innen sind bär_innenmörder_innen

  11. 11 schnabeltasse 26. Juni 2006 um 23:07 Uhr

    Eigentlich wollte ich nur einbringen, dass ein Unterstrich (underline !) denkbar ungeeignet ist, die bestehenden sexuellen Herrschaftsformen zu kritisieren. Der Unterstrich steht vielmehr symbolhaft für die Darstellung des Phallus. Ich denke, Ihr solltet das berücksichtigen. Schönes Blog, weiter so! :-)

  12. 12 admin 27. Juni 2006 um 0:17 Uhr

    schnabeltasse, mal ganz assoziativ – was ist phallischer: _ oder I ?

  13. 13 schnabeltasse 27. Juni 2006 um 19:27 Uhr

    Das kommt zum einen auf das Auge des Betrachters, zum anderen sicherlich auf den Zustand des Phallus an. In der Mythologie wird häufig ein horizontoler Strich als Pallussymbol und ein Kreis als Symbol für eine Scheide verwendet. Daraus entspringt auch beispielsweise die Tradition der sog. Maibäume, welche die Penetration der Königin verkörpern soll.
    Der Unterstrich ist also ein denkbar ungeeignetes Zeichen für sexuelle Gleichstellung.

  14. 14 noergel 30. Juni 2006 um 0:49 Uhr

    @soe: der unterstrich setzt nicht immer zuerst die männliche form voraus. wie zB bei keine_r, oder auch wenn du einfach von ihr_ihm sprichst, oder wenn mensch selbst überlegen kann, was sie_er nach vorne stellt ;)

  15. 15 schnabeltasse 30. Juni 2006 um 20:42 Uhr

    „mensch“ ist übrigens auch männlich. Konsequenterweise sollte von „Menschinnen“ gesprochen und geschrieben werden. Auf gar keinen Fall geht die Verwendung des Phallusstrich Mensch_innen !

  16. 16 Peter 06. Juli 2006 um 2:48 Uhr

    alter schwede, wo man nich überall n pimmel sehen kann. erstaunlich.
    ist dann nach dieser logik der smiley hier immer weiblich? :O
    da sag ich mal :O !

    gut nacht!

  17. 17 ch 21. Juli 2006 um 21:12 Uhr

    am besten assen wr gech ae buchstaben, de aussehen we pensse, ganz weg. dann wrd das auge ncht mehr beästgt von wederchen geschechtsteen, de ohnehn nemand sehen w. doroborhonoos soton wor oo vokoo dorch schöno os orsotzon, om doo woobochkoot zo botonon.
    gonz nobonboo: och fondo, doss oon o ooch oon bosschen oossooht woo oon hodon.

  18. 18 toopro 03. Juni 2007 um 1:18 Uhr

    wenngleich die diskussion hier längst eingeschlafen ist, die letzten kommentare schienen etwas arg polemisch, aber es sollte sich darüber gedanken gemacht werden, ob die sprache wirklich herrschaftsformen aufrecht erhalten kann. indem wir sie komplizierter und unbequemer und auch unschöner machen, verstümmeln wir auch ihre poetischen und humoristischen, als auch die in der spontaneität liegenden potenziale.
    ich bin seit einiger zeit mit queer theory vertraut und auch in queerpolitischen zusammenhängen unterwegs, aber von dieser sprachverstümmelung konnte mensch mich nur in ansätzen überzeugen — indem ich eben zb das wort „mensch“ verwende.

  19. 19 anh 03. Juli 2007 um 15:00 Uhr

    Ich setz auch noch mal drunter:

    bigmouth
    tut das denn der unterstrich? oder solche sprachspiele überhaupt? überschätzt das nicht eh die bedeutung davon?

    nein, die Bedeutung wird, glaube ich, eher unterschätzt.
    Mich nervt die umständliche Schreibweise auch eher (und besonders nervt es mich, wenn „man“ [und nicht „Mann“] durch „mensch“ ersetzt wird), ABER es gibt mindestens eine Studie, die entsprechende Denkmuster untersucht hat.
    Man hat Probanden nach bekannten Schauspielern gefragt. Und siehe da, fast alle Genannten waren männlich. Erst wenn man gezielt nach Schauspielerinnen fragte, wurden auch solche genannt.
    Man mag da über die Intrumentalisierung streiten, weil gerade bei Schauspielern ja schon in Poesie-Alben nach Geschlecht unterschieden wurde und ich weiß auch nicht, ob die Untersuchung im deutschen oder englischen Sprachraum durchgeführt wurde. Ich muss sie unbedingt noch mal suchen.

    Aber das nur mal so als Denkanstoß.

    Peter
    :o
    Ich glaube, phallophil kann man vollkommen unabhängig vom Geschlecht sein ;)

  20. 20 Jay 18. November 2007 um 14:43 Uhr

    Mal abseits aller Unterstriche und Is:
    Willst du nicht das „Geschlechtsumwandlung“ in „Geschlchtsangleichung ändern?
    Eine Umwandlung setzt voraus, dass mann/frau jemals was anderes war und das stimmt ja eben nicht, frau/mann passt ja nur seinen Körper den seelischen Gegebenheiten an.
    Wobei es da wichtig zu betonen ist, dass es auch beispielsweise Transmänner gibt, die ihren (noch) scheinbar weiblichen Körper als männlich ansehen, der noch einiger Modifikationen bedarf.
    Und auch da passt Angleichung wesentlich besser als Umwandlung.

  21. 21 Tim 14. März 2008 um 13:36 Uhr

    Eure krankhafte Fixierung auf die Geschlechter von Wörtern ist eine Kompensation eines nicht vorhandenen Liebeslebens oder eine Folge von traumatischen Ereignissen.

  22. 22 illith 14. März 2008 um 15:05 Uhr

    ah, gut dass du uns aufgeklärt hast.

  23. 23 Fräulein Klaus 20. Juni 2008 um 17:49 Uhr

    was ist aber mit personen, die sich weder als männlich noch als weiblich einordnen lassen […]

    Also da fallen mir doch sofort Goofy und Bibo ein. Oder die Doozers (die Bauarbeiter, die mit den Fraggles in einer Höhle leben) und natürlich E.T. Etwas schwieriger wird es bei Bernd „das“ Brot, welches ja immerhin einen phallischen Vornamen trägt.

    dass für die bezeichnung von personen nur “er” oder “sie” zur auswahl stehen, außer dem “es”, was aber allenfalls für babys und kinder steht.

    Ausser der Kind hat einen Phallus und ist allein, denn dann ist es der Junge. Das Mädchen fällt da natürlich nicht so sexistisch auf.

    kleinschreibung, binnen-i und unterstrich, aLS_wAer3 Di3_komMunik@ti0n NiCHt 5o sch0n_schweR GEnu6

  24. 24 ?!? 21. Juli 2008 um 2:58 Uhr

    Ich habe kürzlich einen Kommentar gepostet. Wird man hier etwa zensiert?!?

  25. 25 admin 21. Juli 2008 um 10:21 Uhr

    @?!?: Spamfilter vielleicht?

  26. 26 Julini 18. November 2008 um 0:36 Uhr

    Wieso verwendet ihr nicht einfach das generische Maskulinum, das schon seit Jahrtausenden für beide Geschlechter steht?
    Hier haben alle Menschen Platz: Frauen, Männer, und Menschen, die sich dazwischen sehen oder ganz anders definieren.
    Ein „Leser“ bspw. ist ein Mensch, der liest, vollkommen unabhängig davon, welches Geschlecht er hat oder nicht hat. Es ist eindeutig und klar, dass es einem hierbei nicht um das Geschlecht der Person geht, dass man nicht vehement zwischen Männern, Frauen oder sich anders definierenden Menschen unterscheidet.
    Meiner Meinung nach sind solche Schreibweisen wie das Binnen-I oder euer Unterstrich nur dann notwendig, wenn man extra betonen möchte, dass alle Geschlechter individuell gemeint sind.

    Und solche Studien mit Schauspielern überzeugen mich nicht, zumal hier gar nicht beschrieben wird, wie diese Studie denn genau ablief, und Statistiken auf den ersten Blick etwas ganz anderes vermitteln können, als sie eigentlich sagen.

    (Mal vollkommen abgesehen davon, dass es die Lesbarkeit ungemein stört – jedes Sonderzeichen behindert nunmal den Lesefluss.)

  27. 27 ameise 19. November 2008 um 20:33 Uhr

    Ich denke dass es in der deutschen (und anderen sicherlich auch) Sprache viele Möglichkeiten gibt sie in einem emanzipatorischen Sinne weiterzuentwickeln. Zum Beispiel vermeide ich Sätze in denen das Wort „man“ vorkommt, da es eigentlich immer eine ungerechtfertigte Verallegmeinerung beinhalten. „Man“ bezeichnet meistens nicht eine völlig unkonkrete Masse, sondern eine bestimmte Gruppe. Worte wie „wir“, „ich“ „andere“ „alle“ beschreiben oft deutlicher wer gemeint ist.
    Statt Leser_Innen kann konkret Lesende verwendet werden, da es sich ja an diejenigen richtet, die gerade im Begriff sind zu Lesen. Formulierungen wie trinkende Studierende find ich gar nicht abwegig, da „trinkende“ die momentane und „studierende“ die permanente Tätigkeit beschreibt.

  28. 28 illith 20. November 2008 um 23:55 Uhr

    das mit den studierenden funzt aber leider auch nur im plural ;)

  29. 29 notwendig 09. Dezember 2008 um 14:31 Uhr

    Den Begriff „ärzt“ hab ich grad zum ersten Mal gelesen…

  30. 30 marvin 12. September 2009 um 9:36 Uhr

    Eltern? wtf! Das impliziert auch nur Mutter und Vater und schließt somit alles andere aus!

  31. 31 Aurisa 13. September 2009 um 16:44 Uhr

    Also ich möchte bitte bei aller Ent-Geschlechtifizierung ;) auch weiter Frau bleiben dürfen ;)

    (Wer das mag soll aber gerne ‚3.Geschlecht‘, Transe, Transgender, androgyn, Zwitter und was es der Möglichkeiten mehr gibt ;) sein können dürfen, wenn er/sie/es das will ;)…).

  32. 32 illith 13. September 2009 um 17:02 Uhr

    nein, das geht leider nicht. :-b

  33. 33 Aurisa 13. September 2009 um 18:26 Uhr

    Och mennooooooo :((… äh frauoooo mein ich natürlich ;)

  34. 34 Anonymous 19. September 2009 um 6:33 Uhr

    Wie wär’s denn mit (|)?

  35. 35 G3RO 19. September 2009 um 15:08 Uhr

    Echt unglaublich!

    Da wird hier meterlang über die politisch korrekteste Schreibweise diskutiert, aber der ganze Blog hat keinen einzigen Treffer zu Begriffen wie „Importbräute“ oder „Koran“…

    Ihr kämpft echt total an der verkehrten Front! Habt ihr Schiss oder denkt ihr, dass muslimische Frauen und Mädchen nicht exakt die SELBEN Rechte haben sollten wie ihr? Da sind doch die Probleme unvergleichlich größer! Oder denkt ihr, „die“ sollten das unter sich ausmachen, in andere Kulturen mischen wir uns nicht ein, auch wenns um die direkten Nachbarn geht?
    „Frauenrechte nur für eingeborene deutsche Frauen!“, oder wie?

    Als muslimisches Mädchen wäre ich bitter enttäuscht von euch!

  36. 36 sag doch mal 19. September 2009 um 16:00 Uhr

    natürlich wird all das auch thematisiert, jedoch nicht nur und auch nicht auf rassistische art und weise – ja, das hier ist nicht PI. sorry.

    Als muslimisches Mädchen wäre ich bitter enttäuscht von euch!

    guckst du:

    Starte einen eigenen Blog

    http://blogsport.de/

    aber agb beachten!

  37. 37 n.n. 19. September 2009 um 16:04 Uhr

    Ich kam noch nie auf die Idee, nach dem Wort „Importbräute“ zu suchen. Zum Thema Frauenrechte in z.B. Afghanistan oder dem IRan gibt es hier allerdings Beiträge. Deine Vorwürfe finde ich daher haltlos.

  38. 38 Rara 19. September 2009 um 17:52 Uhr

    Irgendwie entlarvend, dass man bei G3RO auf Anhieb gar nicht weiss, ob der Comment jetzt aus der PI- oder Emma-Ecke kommt.

  39. 39 Rara 19. September 2009 um 18:45 Uhr

    Ok, es ist die PI-Ecke: hxxp://g3ro.wordpress.com

  40. 40 anmerkung 19. September 2009 um 18:50 Uhr

    nein, es ist die antideutsche-liberale ecke (siehe blogroll rechts oben dort). ja, der unterschied ist so groß nicht. da kann man noch so lange PI unter „problematisches“ verlinken.

  41. 41 Rara 19. September 2009 um 18:56 Uhr

    Oha, ich hab nur auf die Inhalte geschaut, deshalb bin ich von PI ausgegangen. In den Themen, „Argumenten“ und sogar der Wortwahl absolut identisch mit den Anti-Islam-Faschos. Da ist wirklich keine Zeile, die das Label „antideutsch“ oder „liberal“ (die Worte mal ernst genommen) verdienen würde.

  42. 42 G3RO 20. September 2009 um 14:10 Uhr

    Irgendwie entlarvend, wie schnell man hier zum Nazi gestempelt wird!

    Eigentlich ist die einzige Zielsetzung, die mich politisch interessiert, die Durchsetzung von Menschenrechten. Dass diese möglichst allen zugute kommen. D.h., dass dort, wo Menschenrechte verletzt werden, man eingreifen muss. Vollkommen gleichgültig, ob jemand aus Saudi-Arabien oder jemand aus Schleswig-Holstein sie verletzt.
    Das betrifft genauso Weltanschauungen, Ideologien, Religionen, Kulturen. Dort, wo die Differenzen zu den Menschenrechten am größten sind, muss man sich am stärksten für Menschenrechte einsetzen und am lautesten kritisieren. Und schon kommt man um eine Fokussierung auf den Islam kaum noch drum rum! Gerade wenn man sich besonders für Frauenrechte interessiert!

    Ich denke, das ist letztlich ein konsequent antirassistischer Ansatz. Weils mich nicht interessiert, ob das Problem blond oder schwarzhaarig ist.
    Rassistisch wird es hingegen, wenn ich entweder gleich alles schwarzhaarige ablehne, oder: wenn ich Menschenrechtsverletzungen toleriere, weil sie aus der Türkei kommen!

  43. 43 n.n. 20. September 2009 um 16:15 Uhr

    Sehr erhellend. Und jetzt sag uns noch, wie du deine Vorwürfe begründest eingedenk meiner Hinweise.

  44. 44 anmerkung 20. September 2009 um 16:40 Uhr

    G3RO will „fokussieren“, also dass hier mindestens jeder 2. beitrag diesem thema gewidmet wird. eigentlich: jeder. denn wenn man sexismus kritisiert, der nichts mit dem islam=islamismus zu tun hat, ist das eine krasse verharmlosung des islamischen (weil man sich eben nicht mit diesem auseinandersetzte). die argumentation kann man in bahamas und co nachlesen.

  45. 45 res 24. April 2010 um 12:11 Uhr

    Ich bin der Meinung, dass in die Geschlechter-Diskussion alle Menschen jeglicher Herkunft, Alters, Religion usw (wenn die Kategorien überhaupt benutzt werden sollten)einbezogen sind und dass die Kategorisierung in zwei sauber getrennte Geschlchter ein weltweites Problem darstellt.
    Ich würd von daher keine saubere Trennung zwischen „muslimischen“ und „deutschen“ (find ich sowieso nicht passend: sind wir nicht alle Menschen? O.O) in dem Punkt Geschlchtersprache befürworten.
    Ausserdem frag ich mich, ob die *deutsche* Sprache vom Aufbau, Grammatik usw sich nicht sowieso von der *türkischen* unterscheidet?

    Ich glaube dass sich überall für die Rechte und Gleichstellung aller Menschen eingesetzt werden sollte!

  46. 46 L. 12. Juli 2010 um 16:53 Uhr

    Mal ne Frage – schreibt mensch dann eig. auch „Islamist_innen“? „Faschist_innen“? „Homophobist_innen“?

    Bezweifle, dass es Transgender-Islamisten gibt :D

  47. 47 illith 13. Juli 2010 um 10:21 Uhr

    das weiß ich nicht, ob es die gibt, aber wenn man den unterstrich benutzt, macht es wohl sinn, das überall zu tun.
    der bedeutet ja nicht
    1. cis-männer
    2. cis-frauen
    3. transgender
    sondern schließt einfach alle geschlechter ein. so interpretier ich das zumindest.

    und „homphobist_in“ gibt es mW nicht, das müsste doch eher „homophobe_r“ heißen.

  48. 48 Delsee 08. August 2011 um 16:16 Uhr

    Ich habe nicht sätmliche Kommentare durchgelesen, aber irgendwie kommt mir dieses Thema überdiskutiert vor. Wenn die Analyse der Sprache bishin zur Interpretation von Zeichen als Symbole reicht, sollte man sich doch einmal überlegen, ob das Problem nicht in der Sprache selbst, sondern in ihrer gesellschaftlichen Prägung liegt. So werden allgemein als weiblich geltende Attribute oft abwertend verwendet (Heulsuse, Tunte, etc).

    Außerdem finde ich das schlichte Fehlen von Geschlechtern in der englischen Sprache am unproblematischsten. So muss sich niemand unberücksichtigt oder nicht-einordbar fühlen.

    Demnach wird es in der deutschen Sprache ständig diese Probleme mit den Geschlechtern geben, denn durch die Unterteilung in weiblich, männlich und neutral ergibt sich zwangsläufig die Einordnung in diese Kategorien und damit entweder die lästigen genauen Differenzierung oder die als diskriminierend empfundenen Unterschlagungen eines der Kategorien.

    Das Einfachste wäre, sich darauf zu einigen, dass das grammtische Geschlecht nicht dem biologischen entsprechen muss.

  49. 49 yogitee 10. Februar 2012 um 19:28 Uhr

    @admin
    die idee, dass in der sprache mehr platz als für 2 geschlechter sein sollte, finde ich durchaus gut. allerdings heißt das nicht, dass die umsetzung, in form der schreibweise mit dem unterstrich, gut gelungen ist.
    die dichotomie mann/frau wird gegenüber der schreibweise mit dem binnen-I sogar noch verstärkt. beispiel: schüler_innen. ich lese schüler, ich lese innen und einen _. so jetzt soll „schüler“ die männliche form meinen, „innen“ die weibliche und für die transgender bleibt ein „_“. wahrscheinlich würde ich es nicht so toll finden, wäre ich transgender, mich in einem „_“ wieder zu finden. ich fühle mich aber den „innen“ zugehörig und das ist auch nicht so wahnsinnig prickelnd. irgendwie ist die schreibweise mit dem unterstrich dann doch das alte muster: männliche form und alles andere wird davon abgeleitet bzw. drangebastelt. binnen-I halte ich auch für problematisch, eben wegen oben genannter dichotomie.
    luise f. pusch löst diese problematik sehr schön, indem sie die aktivierung des neutrums und abschaffung von -in vorschlägt.
    das sieht dann so aus: der, die, das schüler. das neutrum wird dann aktiviert, wenn das geschlecht keine rolle spielen soll, also: „gesucht wird ein schüler, das die aufgabe lösen kann.“ das neutrum könnte dann auch die funktion des unterstrichs übernehmen. ist anfangs etwas ungewohnt, funktioniert aber ganz gut und wär dann ähnlich dem englischen.
    (artikel von pusch zum nachlesen: http://www.fembio.org/biographie.php/frau/blog/brauchen-wir-den-unterstrich-feministische-linguistik-und-queer-theory-teil/)

    ich finde diese lösung ganz gut, was haltet ihr davon?

  50. 50 leave 21. Februar 2013 um 11:27 Uhr

    Es fehlt ein weiterer Strich!

    Nicht: Schüler_innen
    Sondern: Schüle-r_innen

    So hat keine der Formen einen herausgehobenen Bezug zum sinngebenden wortteil.

  51. 51 was 22. Februar 2013 um 14:30 Uhr

    ist eine schüle? Man schreibt es Schule. Und die Menschen in ihrer Funktion „Schüler“ zu nennen leistet doch alles was man sagen will: Alle die diese Schule in Konkurrenz um gute Noten betreten werden genannt. Nicht nur alle Männer/Jungen, sondern eben alle, die hineingehen und die schül, äh Schulbank drücken.
    Da kannst du so viele Strich reinschreiben wie du willst, mehr als alle kann man nicht meinen!

  52. 52 mimimi 25. Juni 2014 um 18:52 Uhr

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie durch den _ eine größere Gleichberechtigung erreicht wird. Außerdem sind auch in dieser form geschlechtslose, transgender- und sonstige menschen, für die die deutsche Sprache keine regeln vorsieht, nicht mit einbezogen
    Meiner Meinung nach ist diese maßnahme nur ein interessantes mittel, um optisch aufmerksamkeit zu erreichen.
    Liebe feministinnen, bemüht euch lieber um echte Problemlösungen als um kleinliche grammatikalische Korrekturen!

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