Wie girlie darf mann sein?

Wie „girlie“ ist dein Freund?
Ist es an der Zeit, dass du dein Make-up vor deinem Süßen versteckst? Kreuz an!

- Er überdeckt seine Pickel mit Make-up.
- Er braucht länger im Bad, um sich für die Party zu stylen, als du.
- Er macht sich Gedanken darüber, was er zu einer Party anzieht.
- Du darfst NIEMALS seine Frisur durcheinander bringen.
- Er benutzt deine Gesichtsreme – und deinen Selbstbräuner!
- Er hat „süß“ geseufzt, als ihr „Ice Age 2″ gesehen habt.
- Die Spinnen im Bad musst du raus werfen
- Er kennt den Text von Kelly Clarksons „Because of you“.
- Er tanzt, auch wenn seine Kumpels zusehen.
- Dein Freund ist die Hauptquelle für Gerüchte aller Art.
- Er schmollt, wenn du vergessen hast, wieviele Tore er letzten Samstag geschossen hat.
- Er hat geweint, als er hörte, dass Deisler nicht mit zur WM fährt.
- Er hasst Bier, aber für einen Cocktail ist er immer zu haben.
- Muskeltraining an Geräten? Dein Freund macht lieber Pilates.
- Ihr hattet Stress, wer diese Ausgabe MÄDCHEN zuerst lesen darf

TESTAUFLÖSUNG:

0-5 Kästchen: EIN ECHTER KERL
Dein Freund ist männlich, keine Frage. Aber pass auf, dass er nicht zu sehr den King raushängen lässt! Sonst bekommst du deinen Süßen nur zu sehen, wenn er auf dem Fußballplatz steht und du auf der Tribüne sitzt.

6-10 Kästchen: DER KLEINE SOFTIE
Dein Süßer ist etwas „Beckham“. Bei ihm musst du keine Angst haben, dass er deinen Kajal als Bleistift missbraucht. Ein Tanzmuffel ist er auch nicht. Dennoch hat er die gewisse Portion Männlichkeit, die ihn so sexy macht.

11-15 Kästchen: ER IST SO „GIRLIE“
Dein Schnucki könnte deine beste Freundin sein, so gut versteht ihr euch. Doch stehst du wirklich darauf, dass er beim Anblick von Fischstäbchen in Tränen ausbricht, weil ihn das an „Nemo“ erinnert? Nicht wirklich, oder?

(gefunden in MÄDCHEN 15/2006)

Ok, es ist mittlerweile so weit, dass mann mit einem Touch von Metrosexualität punkten kann und der richtige Macho nicht mehr so hoch im Kurs steht. Dennoch ist es „die gewisse Portion Männlichkeit, die ihn so sexy macht“. Wer die nicht hat, bricht „beim Anblick von Fischstäbchen in Tränen aus“, und darauf kann die MÄDCHEN-Leser_in doch „nicht wirklich“ stehen. Wie die Test-Autor_Innen auf die Fischstäbchen-Nummer kommen, ist zwar aus dem Test nicht wirklich ersichtlich, aber die Message ist klar: Zu „girlie“ sein geht einfach nicht für einen Typen. Falls so einer trotz allem eine Freundin gefunden hat, soll sie ihn nach diesem Test am besten verabschieden, denn das kann sie ja gar nicht wollen.

Die Test-Auflösung für die 11-15 Kästchen hätte vielleicht auch so formuliert werden können:

Glückwunsch! Dein Freund gehört zu den Ausnahme-Männern, die nicht den klassischen Geschlechterrollen entsprechen wollen. So einen zu erwischen, der nicht schwul ist, ist wie ein Sechser im Lotto.

Aber anscheinend spricht irgendetwas dagegen. Und es sind sicherlich nicht dieselben Befürchtungen, die in diesem Phase2-Artikel reflektiert werden.


16 Antworten auf “Wie girlie darf mann sein?”


  1. 1 jojo 08. August 2006 um 12:18 Uhr

    Zu dem Phase2-Text gibt es übrigens noch eine ziemlich uncoole monatelange Vorgeschichte, bei der eine der beiden Autorinnen für einen Entwurf des Textes in ihrem lokalen Umfeld ziemlich gedisst wurde.

  2. 2 pia 08. August 2006 um 13:17 Uhr

    kenne die geschichte …

  3. 3 Tapete 09. August 2006 um 10:49 Uhr

    [7 Kästchen]

    Finde die Umfrage an manchen Stellen leider etwas irreführend.

    1) Ich hab nicht wegen Deisler geweint. Nicht weil ich nicht öffentlich weine, sondern weil mich Fußball nicht interessiert. (Nach der „Mädchen“-zweiteilung wäre das doch eher eine „weibliche Eigenschaft“)
    2) Ich kenn natürlich das Lied von Kelly Clarkson. Aber nicht, weil hier suggeriert wird, dass das „Mädchenmusik“ ist, sondern weil ich ein Pop-Klugscheisser bin („männliche Eigenschaft“?)
    3)Mir darf niemand in meinen Haaren rumwurschteln. Das liegt aber weniger an meiner ausdefinierten Frisur sondern daran, dass ich die paar Zotteln die da noch sind gerne noch eine Weile behalten würde.

    Liebe Grüße von der Tapete

  4. 4 vera2 09. August 2006 um 14:22 Uhr

    ehrlich gesgagt finde ich den alternativvorschlag fuer die 11-15 Punkte etwas platt. was bitte ist nun der zusammenhang zwischen dem ausleben femininer zuege und dem schwulsein. ich jedenfalls bin eher genervt davon, dass ja mehr ich mich „feminin“ zeige, leute meinen, ueber meine praeferenzen bei der wahl meines sexualpartners spekulieren zu muessen und ich mich einem ungeheuren druck ausgesetzt sehe, mich als schwul oder hetero zu definieren. so manch eineR sieht wohl dadurch eine moeglichkeit, die dinge wieder in ordnung zu ruecken.

  5. 5 even flow 09. August 2006 um 14:46 Uhr

    8 Kästchen.

    @Tapete: Wegen der Deisler-Sache: DASS du dich als Mann für Fußball interessierst, wird da stillschweigend vorausgesetzt. Die Frage ist eben nur noch, ob dieser dich zum Weinen bringt.

    Weiß nicht. Fand Pias Artikel ausnahmsweise mal recht schlüssig geschrieben, konnte keine wild reininterpretierten Sachen entdecken und geh mit ihren Gedanken soweit konform. Dass der Test aber total Panne ist, macht ihn aber auch zu einem leichten Ziel. Aber: Ich denke nicht, dass es der „Mädchen“ darum ging, einen wirklich ernsthaft gemeinten „Gott, ist mein Freund nicht etwa doch ’ne verkappte Schwuchtel?!“-Test zu stellen, vielmehr ist das ganze wohl mit ner Prise Humor (und zwar des „Mädchen“-Redaktions-Humors und daraus abgeleitet der vermutete Humor der Leserschaft) zu betrachten, wobei es auch gar nicht mal wirklich um den eigenen Freund geht – sondern eher so á la: „Guck mal, der Typ, der dich nie beachtet, der ist gar nicht so cool, wie er immer tut – stell dir einfach vor, er heult bei ‚Ice Age 2′.“
    Diesen sog. humoristischen Punkt mal vorausgesetzt, wird immerhin der Leserschaft (die Zielgruppe dürften weibliche Teenies zwischen 12 und 16 sein) mehr Abstraktionsvermögen und die Fähigkeit, nicht alles auf die Goldwaage zu legen, von der“Mädchen“-Redaktion zugetraut als Pia es hier tut.
    Ob man das für richtig hält, ist natürlich die nächste Frage.

  6. 6 pia 09. August 2006 um 19:52 Uhr

    @vera2: Klar gibt es da keinen zwangsläufigen Zusammenhang. Ich habe das mehr aus persönlichen Erfahrungen heraus formuliert. Und nicht schwul heißt ja auch nicht gleich hetero, sondern besagt nur, dass die Person Frauen nicht kategorisch aus ihrer sexuellen Zielgruppe ausschließt. Und wenn frau auf jemanden steht, möchte sie ja schon irgendwie wissen, ob sie da generell landen könnte – ohne den Typ gleich in eine Schublade stecken zu wollen.

  7. 7 bigmouth 10. August 2006 um 1:28 Uhr

    was bitte ist nun der zusammenhang zwischen dem ausleben femininer zuege und dem schwulsein.

    statistisch ist da eine recht starke korrelation bestimmt vorhanden. ein selbstreproduzierendes klischee halt

  8. 8 maul zu 10. August 2006 um 1:48 Uhr

    statistisch ist da eine recht starke korrelation bestimmt vorhanden.

    Woher willst Du denn das wissen? Also wieder nur Wiederkäuen von homophoben Stereotypen…

  9. 9 bigmouth 10. August 2006 um 2:31 Uhr

    nein, die homophoben stereotypen sorgen dafür. da man mit femininem verhalten als schwul gilt, ist es logsich, dass das eher leute machen werden, die weniger ein problem damit haben, deshalb als schwul zu gelten – also eher schwule. quite simple. selffullfilling prophecy

  10. 10 vera2 10. August 2006 um 10:11 Uhr

    come on bigmouse, du eierst rum. klar maennlichkeitsgehabe hat damit zu tun, beweisen zu muessen, nicht schwul zu sein. kennen wir doch alle aus der 6. /7. klasse, nicht? aber es gibt ja gluecklicher weise mehr möglichkeiten als dann ne richtig schwule oder richtig maennlich/heterosexuelle identitaet vor sich her zu tragen.

  11. 11 bigmouth 10. August 2006 um 12:59 Uhr

    das habe ich aber mit keinem wort abgestritten. genauer lesen! es geht hier um die häufigkeit/wahrscheinlichkeit, und mir scheint, dass Pia da recht hat. das ist zwar kacke, aber trotzdem wahr.

  12. 12 just 17. August 2006 um 23:58 Uhr

    jaja in der bravo gabs doch auch mal eine anleitung zum kuessen(hoff das steht hier nicht schon irgendwo..) -aber diese genderscheisze ist echt mies. sind die hefte denn damit nicht eh voll, auch wenn sie sich nicht durch so einen test aeuszern? der name machts ja schon deutlich.. eben alles strukturell.
    lg

    :d

  13. 13 salty 20. August 2006 um 11:41 Uhr

    alter hut, metrosexualitaet ist schon wieder out.

  14. 14 just 21. August 2006 um 1:09 Uhr

    nochmal was in den raum geworfen.. ein text von sonja eismann: http://www.plastikmaedchen.net/stories/19/

  15. 15 kay tee 01. September 2006 um 13:33 Uhr

    Hi, der phase 2 link funktioniert bei mir nicht. könnte jemand Autor_in und Titel posten, so dass ich ihn selber finden kann. Danke, k t.

  16. 16 pia 01. September 2006 um 20:02 Uhr

    Es handelt sich um den Artikel: Sarah Dellmann/Katharina Voß:
    Die Szene braucht die Queers, muss aber auch fragen, »wer« sie sind – Zum Verhältnis von Feminismus, Männlichkeit und Queer in der Praxis, in: Phase 2.20 – Sommer 2006.

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