Abtreibung

Gestern war der Tag für die Straffreiheit von Abtreibung in Lateinamerika und der Karibik, mit Demonstrationen wurde das Recht auf legale, sichere und kostenblose Abtreibung gefordert. Nicht zuletzt bedingt durch den großen Einfluss der katholischen Kirche sind Schwangerschaftsabbrüche in den meisten Ländern Lateinamerikas (wie auch weltweit) verboten, werden folglich illegal durchgeführt und führen zu vielen Todesfällen von Frauen. aborto clandestino Durch die restriktiven Gesetzgebungen entstehen vielfach Menschenrechts- verletzungen, wie Human Right Watch an den Beispielen von Mexiko und Argentinien berichtet, zumal, wenn der Zugang zu Verhütungsmittel auch erschwert wird.
Gender-Aktivist_Innen und Frauenrechtler_Innen in Lateinamerika haben mit einer starken katholisch- fundamentalistischen Gegenbewegung zu kämpfen, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionen selbst Gesetze außer Kraft setzen kann, die in eng begrenzten Fällen einen straflosen Abbruch vorsehen.
Auch wenn in Deutschland nach einem langen Kampf von Femist_Innen die Abtreibung mittlerweile zwar noch rechtswidrig, aber nach Beratung straffrei ist, gibt es auch hier eine Gegenbewegung, vereint in dem Bundesverband Lebensrecht. Ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit fand erst am letzten Samstag in Berlin eine Demonstration gegen Abtreibung statt, von der in dem Blog „frischgestrichen.net“ berichtet wird, dass ich jetzt hier nicht verlinken möchte.


1 Antwort auf “Abtreibung”


  1. 1 mensch im mohn 30. September 2006 um 22:20 Uhr

    Das Plakat ist aber ziemlich plakativ. Schauen die Leute in Amerika nur auf Pro-Abtreibungswerbung, wenn da einE „HinguckerIn“ in Form eines nackten Körpers drauf ist?

    Ansonsten bin ich auch für die Straffreiheit von Abtreibenden, weil heimliche Schwangerschaftsabbrüche oft unprofessionell gemacht werden und damit zusätzlich die Mutter gefährden. Allerdings möchte ich ein Kind von mir ungern abtreiben lassen, dann doch lieber zur Adoption freigeben… glaube ich zumindest. Was im konkreten Fall passiert, hängt schließlich nicht nur von meinem Gefühl dazu ab, sondern auch von entsprechenden Personen und der materiellen Situation.

    Gedanke am Rande: Viele Menschen, die das Töten fremden Embryos verurteilen, haben keine Probleme damit, Tiere für sich töten zu lassen.

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