Polyradikal: Gita Tost über die Probleme bürgerlicher Zweisamkeit und deren Überwindung

Im polyradicals.org/blog schreibt Gita Tost über Probleme bürgerlicher Zweisamkeit und deren Überwindung und kommt zu folgendem Fazit:

Ja, es ist wahr, was Louise Aston schon vor über einem Jahrhundert schrieb: Wahre Liebe, eine Liebe in Würde, braucht Freiheit. Aber Liebe in Freiheit setzt einiges voraus: Vertrauen statt Besitz und Kontrolle. Selbstvertrauen statt Eifersucht. Solidarität statt Konkurrenz.

Jedoch, was haben wir gelernt? Wir Kinder einer Warengesellschaft, in der mit allem gehandelt wird, einschließlich menschlicher Gefühle. Wir Töchter eines Patriarchats, das unsere Selbstachtung untergräbt. Was haben wir gelernt?

Menschenhandel statt Zuneigung. Besitz statt Vertrauen. Ellenbogenkampf und Konkurrenz, jede für sich und alle gegen mich. So vergiftet der Kapitalismus unsere Liebe. Läßt du dir das gefallen?

Der Beitrag enthält viel Wahres finde ich. Wie nehmt Ihr das wahr? Seht Ihr das genauso? Über konstruktive Kommentare würde ich mich freuen. :)


6 Antworten auf “Polyradikal: Gita Tost über die Probleme bürgerlicher Zweisamkeit und deren Überwindung”


  1. 1 aftershow 31. Oktober 2006 um 14:14 Uhr

    Gita Tost schreibt nichts mehr – sie ist tot.
    http://www.lespress.de/042000/texte042000/tost042000.html
    Der abgegruckte Text ist im Januar 2000 in der Grasswurzelrevolution erschienen. http://www.graswurzel.net/245/wortlos.shtml

  2. 2 Kenneth Star 31. Oktober 2006 um 17:12 Uhr

    Wahre Liebe, eine Liebe in Würde, braucht Freiheit. Aber Liebe in Freiheit setzt einiges voraus: Vertrauen statt Besitz und Kontrolle. Selbstvertrauen statt Eifersucht. Solidarität statt Konkurrenz.

    Ich find es etwas problematisch dem Liebesbegriff der sich über die letzten 2 Jahrhunderte durchgesetzt hat, eben mit dem Argument er sei der einzig wahre, jetzt entgegenzuhalten er sei der eigentlich falsche. Wahre Liebe kann es logischer Weise nur in Abgrenzung geben zu „falscher Liebe“ – und damit wird schon ein Prüfstand eigerichtet, durch den jedes Gefühl, jede emotionale Regung usw. gehen muss – am Ende resultiert das ganze in einer beständigen peinlichen Selbstbefragung danach, ob denn die Gefühle tatsächlich authentisch sind, oder ob uns nicht einfach nur etwas anderes zu anderen Menschen treibt usw.. Statt der Befreiung der „wahren Liebe“ braucht es wohl eher eine Befreiung der Liebe von der Wahrheit.

  3. 3 rocco 31. Oktober 2006 um 20:02 Uhr

    Es ist eh schon problematisch von „wahrer“ und „falscher“ Liebe zu sprechen. Das bewegt sich doch alles im Bereich des Ideals der romantischen Liebe, dieser totalen Überhöhung und Idealisierung der Liebe, die mehr Leute unglücklich macht als froh.

  4. 4 rosi 04. November 2006 um 4:02 Uhr

    @ Kenneth Star:
    …oder einer befreiung der menschen von der liebe… ;-)

  5. 5 queen 04. November 2006 um 15:27 Uhr

    liebe sollte vor allen dingen bedingungslos sein. egal ob romantische zweierbeziehung, zwangsheterosexuell oder die liebe zu meiner besten freundin und zu mir selbst.

  6. 6 Paula 14. Dezember 2008 um 1:53 Uhr

    liebe sollte vor allen dingen bedingungslos sein. egal ob romantische zweierbeziehung, zwangsheterosexuell oder die liebe zu meiner besten freundin und zu mir selbst.

    Hm. Wir alle haben unsere Grenzen, über die nicht gelatscht werden sollte. Alles andere wäre Selbstverletzung. Eigenverantwortung und -kritik ist mindestens genauso wichtig, wie klare Aus- und Absprachen und Verständnis für andere je nach Situation. Wir haben alle Ansprüche und Erwartungen und sollten sie nicht unter den Tisch kehren, weil sie sich sonst in aller Härte gegen uns wenden. Es ist natürlich immer wichtig, sich selbstkritisch auseinanderzusetzen, Stillstand wäre mit Sicherheit nicht nur für die Beziehung tödlich, sondern auch für uns selbst. Hier einen Mittelweg finden ist mehr als schwierig und da können wir nur uns selbst vertrauen.

    Ich unterstütze Gita Tost in dem, was sie sagt. Ich denke, – und das ist meine ganz eigene Ansicht – dass es ein lebenslanger Kampf ist, zu diesem Ziel zu kommen. Wir wachsen alle im Patriarchat auf und tragen dadurch – vor allem wir Frauen – unsere körperlichen und seelischen Verletzungen unser Leben lang mit uns mit, gleichgültig wie sehr wir uns damit auseinander setzen oder wie wir verdrängen. Der Gedanke der persönlichen Freiheit sowie der Wunsch, zumindest allen in unserem engeren geliebten Umkreis dasselbe zuzugestehen, ist ein unbeschriebenes Blatt Papier, das wir alle für uns selber beschreiben und ständig wieder korrigieren müssen. Ein ewiger Kampf, Erlerntes abzulegen und Kopf und Herz in Einklang zu bringen.

    Ich fühle mich ihr sehr nahe und hoffe für uns alle, dass wir nicht aufgeben. Für sie wars der einzig mögliche Weg und ich kann das respektieren und nachvollziehen. Schade, dass ich sie nicht selber kennen lernen konnte. Das Buch „Freischwimmerin“ kann ich nur empfehlen.

    Achja, ich bin mir drüber im klaren, dass das hier ein älterer Blog ist. Trotzdem hat er nicht an Aktualität verloren, wie ich finde.

    Paula

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× eins = acht