Archiv für Februar 2007

Die perfekte Bedienungsanleitung

Auf der Suche nach dem ultimativen Kassenschlager kommen „Fun“-Bettwäschedesigner auf skurrile Ideen:

bettwaesche

Da kann im Bett ja nichts mehr schiefgehen!

„frauen“boxhandschuhe

auf dem weg durch zahlreiche kampfsport-online-shops führte kein weg an folgendem artikel vorbei. mir stellt sich gerade die frage, ob a) tatsächlich erwartet wird, dass leute sowas anziehen und b) das tatsächlich ernstgemeint ist. anscheinend ja schon, aber jedenfalls ich habe noch niemals irgendwo irgendwen mit rosafarbenen boxhandschuhen gesehen. wie kommt das überhaupt, dieser ständige zusammenhang zwischen „frauen“ und „rosa“? und warum ist es zusätzlich so ein außerordentlich hässliches rosa? und liegt es an meiner wahrnehmung, oder stehen da tasächlich auffassungen dahinter, die thai-/kick-/ oder sonstwie boxende frauen eher in die zu belächelnde ringecke stellen?

ahja, und das darf ja auch nicht fehlen, frauenhände sind ja so empfindlich.

Hochwertiges Leder, mit besonders weicher Polsterung und Klettverschluss. Speziell an Frauenhände angepasst. Softpink.

fehlt eigentlich nur noch plüsch-innen-futter, ein fellbesatz am verschluss oder eine lasche für einen von diesen komischen handyanhängern.

Mädchenblog im Radio

Das Mädchen-Blog war heute im Radio. Und zwar vertreten durch mich. Sind schon so ein paar Klopse drin, „Block, also jetzt mit ceekaa“ und aus dem „Nähkästchen plaudern“, aber das Gespräch mit Johnny Haeusler (Spreeblick) und der Spreepiratin und Wortschnittchen war sehr anregend und nett.

Die Sendung ist insgesamt empfehlenswert, Mädchenblog ca. ab 00:36.

Trackback, 24.2., bei Radio Fritz

Shoes for trendy girls

Ein Posting, um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen:

Shoes for trendy girls

Dass Schuhläden, genau wie andere Klamottenläden auch, sehr zur typisch „weiblichen“ Sozialisation beitragen, wusste ich schon. Trotzdem schockt mich der Drill aufs Trendy- und „Weiblich“-Sein jedes Mal wieder aufs Neue.
Da meine Füße nicht in die 0815-Damenschuhe hineinpassen, versuche ich, wenn möglich, Herrenschuhe zu kaufen. Oft fangen Herrengrößen allerdings erst bei Schuhgröße 41 an, Damenschuhe hören dafür bei 39 auf. (Achtung, Ironie!)

Schade, dass es keine Unisex-Schuhläden gibt, oder jedenfalls nur für Randnischen, in denen Androgynität akzeptierter ist als in der breiten Masse. ‚Nough said!

Tschüs Haare!

Offensichtlich hat sie immer weniger Bock auf das „Brav-Mädchen“-Image: Britney Spears trägt jetzt Glatze – und hat sich die auch noch selbst rasiert – wenn da nicht mal gerade jemand dabei ist mit deutlich ausgestrecktem Mittelfinger richtung puritanischen Teil der Popkultur seine eigene Revolution anzuzetteln!
Es ist schon irgendwie erstaunlich… da wurde das Mädel in letzter Zeit öffentlich für das Nichttragen von Unterhosen gerügt, ihr „exzessives feiern“ machte sie zum Lieblingsbeispiel eines gefallenen Mädchens und jetzt rasiert sie sich auch noch eine Körperstelle, an der das nicht gewünscht ist.

Hätte jemand wie meinetwegen Pink oder so sich mal nen Abend besoffen oder sich von ihrem Haupthaar getrennt – auch ne Meldung wert, aber längst nicht so „schockierend“; warum eigentlich? Schließlich ist es ja doch schon ne ganze Weile her, dass sie versucht hat, sich als keusch-niedliches Mägdelein zu präsentieren! Aber anscheinend interessiert es einfach nicht, dass auch hinter einem Star ein Mensch steht, der eine Entwicklung durchmacht. Womöglich sogar eine Entwicklung, deren Ausgang nicht ins Schema der ausgetüftelten Mainstream-Rollenzuweisung passt.
Und noch was: hätte ein Kerl, sagen wir mal ihr Ex Federline, mal hin und wieder bei einer Party über den Durst getrunken oder sich den Schädel rasiert – wäre so was überhaupt eine Meldung wert gewesen? Und (okay, sehr konstruiert, aber egal) nehmen wir mal an, K-Fed hätte beim Aussteigen aus dem Auto sein bestes Stück aus nem Schottenrock rauskucken lassen – wäre die Moralpolizei genauso entrüstet gewesen??
Oder man stelle sich vor, die Friseuse hätte sich genauso rührend um Federlines Frisur gesorgt wie um Britneys:

„I tried to talk her out of it. I said, ‚Are you sure you‘re not having a bad day and tomorrow you‘ll feel differently about it? Why don‘t we wait a little bit?‘,“ salon owner Esther Tognozzi told the network.

Eigenartig, oder?
Irgendwie macht mir sie das sympathisch… na ja, vielleicht ist das eine kindisch-naive Hoffnung von mir und das ganze war ein Publicity-Schachzug oder wasweißich… aber es ist trotzdem schon verdammt mutig, sich in ihrer Position so derart offensiv gegen die gängigen Schönheitsideale zu stellen.
Jahrelang durch eine Vermarktungsmaschinerie gezogen, das Jungfrauen-Image durchziehen müssen, kritisiert werden, weil man es als schwangere Frau wagt, „fett“ zu werden, Scheiß-Ehe hinter sich,… ich jedenfalls wünsche Britney aus vollem Herzen viel Spaß beim Feiern und sich austoben!
Und wer weiß… vielleicht findet sie ihren eigenen Weg und macht womöglich irgendwann auch Musik, mit der ich was anfangen kann?
Und nochmal zu der Haaraktion: ich find, das sieht gar nicht schlecht aus!

erfrischend feministisch

Zum internationalen Frauenkampftag gibt es in diesem Jahr eine Demonstration in Göttingen:

demo 8. märz göttingen

Folgende Ankündigung wurde dem Mädchenblog mit der Bitte um Veröffentlichung zugesandt :

Hi Grrrlz und Femo-Hools, Femmes und Butches, Ladiez und Boyz, Transen und Tunten, sehr geehrte Damen und Herren,

ak gender proudly presents endlich mal wieder ’ne Demo zum 8. März! Wir sind es leid, das patriarchale Allerlei! Wir haben keine Lust auf alltägliche Sexismen, häusliche Gewalt und heterosexistische Zuschreibungen! Und wir haben schon lange keinen Bock mehr auf Macker-Szene! Wir wollen endlich mal wieder eigene Akzente setzen. Und das zum Frauenkampftag, aus historischem und gegebenen Anlass zur feministischen Intervention.

Demo am Samstag 10.3.2007, 13h Göttingen, Gänseliesel (Marktplatz)
Refresh the F-Word: Feminism

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Herthafreundin.de – Zielgruppe Frau

HERTHA BSC geht mit innovativem Internetangebot online: Unter www.herthafreundin.de beschreitet der Hauptstadtklub wieder einen neuen Weg. Als erster Verein der Liga bietet HERTHA BSC eine exklusive Internetseite für weibliche Fußballfans an.

Aha. Die Seite selbst dann noch viel schlechter als befürchtet. Der erste Gedankengang „Warum dürfen Frauen nicht normale Fussballfans sein?“ geht in dem Inferno an veralteten Frauenbildern unter. Wo mit der Kritik anfangen möchte ich mich fragen und sitze Haare raufend vor dem Rechner. Mehr Geschlechtszuschreibung, mehr Vorurteil, mehr Sexismus wäre wirklich kaum noch gegangen…
Es beginnt bei dem Logo (Oldschool-Pinup, blond im kurzen Rock) und geht über das, was laut den Machern für Herthafreundinnen interessant ist: Beauty-Tipps, Kochrezepte, halbnackte Spieler die Gewichte stemmen und Vera Int-Veen, die in der „Regel des Monats“ erklärt, was Abseits denn sei:

„Du befindest Dich in einem Schuhladen und stehst an der Kasse. Vor Dir in der Schlange steht nur noch eine einzige Dame, eine nette, sympathische Erscheinung. Sie scheint die Kassiererin zu kennen, gehören wohl irgendwie zusammen. Auf einmal entdeckst Du auf dem Regal hinter der Kassiererin ein Paar Schuhe, in das Du Dich sofort verliebst. Du hast zwar schon genügend Schuhe, aber dieses Paar ist einzigartig, Du musst es einfach haben, dieses Paar ist nur geschaffen worden, um Dir zu gehören, Du musst es besitzen, damit Dein Leben glücklich weitergeführt werden kann, es geht nicht mehr ohne dieses Paar …! Plötzlich bemerkst Du, wie die Dame vor Dir in der Schlange, mit dem selben Paar liebäugelt … die blöde Kuh! Per Blickkontakt signalisiert sie, dass das Paar nicht in Deine Hände gelangen soll. Außerdem habt ihr beide nicht genügend Geld dabei, um das Paar zu bezahlen. Und vordrängeln macht keinen Sinn ohne bezahlen zu können. Die Verkäuferin schaut Euch geduldig an und wartet. Deine Freundin, die gerade im Laden andere Schuhe anprobiert, erkennt Deine missliche Lage und reagiert, wie es natürlich eine solidarisch-loyale Freundin, wie man sie in einer Extremsituation wie dieser brauch, tut. Sie plant, Dir ihr Portemonnaie zuzuwerfen, damit Du das hinterhältige, fiese Biest vor Dir, geschickt umrunden und die Schuhe kaufen kannst. Sie wird Dir den Geldbeutel über sie hinweg nach vorne werfen, und während dieser sich in der Luft befindet, umrundest Du das Miststück, fängst das Geld und kaufst blitzschnell die Schuhe. Aber! So lange Deine Freundin den Akt des Zuwerfens nicht abgeschlossen hat, d.h. das Geld sich noch in ihrer Hand und nicht in der Luft befindet, darfst Du Dich beim Überholen zwar auf gleicher Höhe, aber nicht schon vor der anderen Kundin befinden…. sonst stehst du im Abseits!“

Noch Fragen? Ansonsten gibt’s noch ein bescheuertes Gewinnspiel, bei dem „LadyTrikots“ vercheckt werden (wie die geschnitten sind, könnt ihr euch ja denken) und Productplacement, wo es nur geht. Dazu natürlich die Umfrage, welcher Herthaspieler der attraktivste ist und letztlich darf Claudia Pechstein sich noch als Fan outen, und Frau sich noch erklären lassen, welches Kommerz-Maskottchen zu welchem Verein gehört, damit die Begeisterung für den Fussball – achja, darum geht es eigentlich – endgültig geweckt wird.
Total krass, die Vorstellung dass es tatsächlich Menschen geben sollte, die sich dadurch angesprochen fühlen oder die Seite guten Gewissens betreuen könnten ist abstrus und erschreckend zugleich, mensch stelle sich vor, diese Seite würde tatsächlich angenommen und der tolle Fanclub (bisher bestehend aus den Frauen, die für den Verein arbeiten und bei denen Fanartikel passenderweise laut Gruppenfoto auch nicht gerade beliebt sind) würde sogar wachsen. Zu Hilf!

[Rest weggeschnitten, da hier nicht relevant, Artikel von mir für ein Fussballfanzine]

Kondomautomaten in Schulen

Brasilien plant, in Schulen Kondomautomaten aufstellen zu lassen.
Was mir einleuchtet; je zugänglicher Kondome sind, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch benutzt werden:

The study found that 45 per cent of students aged 13 to 19 already had an active sex life and that 60 to 70 per cent had used condoms to protect against unwanted pregnancy or sexually transmitted diseases like Aids.

About 10 per cent said they had sex without using a condom because they could not afford one, while 42 per cent said they simply did not have one handy.

Ich wäre dafür, dass man das hierzulande auch einführt.

Jugend gegen Abtreibung?

Leider bin ich etwas spät dran (hab den FM4-Link erst grad gefunden), aber egal, ich find das Thema wichtig.
Obwohl ich aus einer erzkatholischen Gegend stamme bin ich stets mit dem Eindruck aufgewachsen, dass Abtreibung zwar keine lustige Alltagsbeschäftigung ist, aber doch eine… na ja, „normale Sache“ und dass es richtig und wichtig ist, dass frau diese Möglichkeit offen steht. Natürlich gab es immer ein paar Leute, die der Meinung waren, Abtreibung sei „schlecht“ oder äquivalent zu „Babys töten“, das war aber die Minderheit und der war auch nicht mordsmäßig dran gelegen, alle zu ihrer Meinung zu bekehren.
Genaugenommen hat man uns in der neunten Klasse im (katholischen) Religionsunterricht auf dem Gymnasium detailliert erklärt, wie das genau abläuft, wenn man eine Abtreibung in Erwägung zieht (also Beratungsstelle aufsuchen undundund…) und in der elften Klasse wurde auch der moralische Aspekt auf sehr faire Weise diskutiert und zwar als regulärer Unterrichtsstoff (ob das auch offiziell auf dem Lehrplan stand, weiß ich nicht). Deswegen war mir damals auch nicht klar, weswegen sich Religion und Abtreibung automatisch ausschließen sollten (ist es mir übrigens immer noch nicht).
Das kam mir eigentlich nicht sonderlich revolutionär vor, weil es ja einleuchtend war, darüber aufgeklärt zu werden – wär ja ziemlich bescheuert, wenn man im Notfall nicht weiß, wohin man sich wenden kann! Natürlich hatte ich von radikalen “Pro-Life“-Aktivisten aus den USA gehört, von denen einige wohl ganz klar psychiatrische Hilfe benötigen – aber das war ja alles ganz weit weg.
Nur in letzter Zeit höre/lese ich auch im deutschsprachigen Raum immer wieder gehäuft von Demonstrationen von Abtreibungsgegnern o. äh. – was soll das denn??
Auf der FM 4-Homepage zum Beispiel wird davon berichtet: in Österreich hat Venusmed, ein Zentrum für Sexualmedizin, in einem Gebäude, in dem sich auch ein Einkaufszentrum befindet, eröffnet. Aus gutem Grund:

Dadurch soll die Hemmschwelle möglichst niedrig gehalten werden, so Brigitte Mooshammer-Peter, Geschäftsführerin von „Venus-Med“: „Wir haben ein Ort gesucht, wo Mann und Frau niederschwellig aus dem Alltag heraus mit sensiblen Problemen auf uns zukommen können.“

Fand aber nicht jeder toll. Der Verein Jugend für das Leben zum Beispiel. Der hat fleißig demonstriert mit ach so intelligenten Parolen wie „Kindertod im Angebot“. Ich glaub ich muß dazu jetzt nichts sagen.
Immerhin gab’s eine Gegendemonstration – allerdings nur von 30 Leuten…
Diese Welt ist schon sehr eigenartig.

Nur ganz kurz: Der Spiegel macht sich! Ein Artikel, den man am liebsten umarmen möchte! (nicht vergessen, auf den als Text verkleideten roten Link unten zu klicken – es geht auf der nächsten Seite weiter!)

Um was es geht?

Dirigiert die Steinzeitbiologie heute noch den Mann auf den Mars und die Frau auf die Venus? Neuroforscher suchen nach dem großen Unterschied – und können ihn nicht finden.

Tja…