Misslungener Erklärungsversuch der sexistischen Zustände in der Hip-Hop-Szene

Ein Glanzstück für mangelnden Durchblick heute auf tagesschau.de:

„Hip Hop ist schon lange in der Kritik für frauenverachtende Texte und Beschimpfungen. Dabei verteidigen einige Schwarze, dass beispielsweise das Wort Nigger inzwischen eine neue Bedeutung habe. Schwarze haben es für sich erobert und nennen sich gegenseitig so. Andere gehen gegen die Beleidigungen auf die Barrikaden. Russell Simmons hofft nun auf so etwas wie eine freiwillige Selbstkontrolle in der Musikindustrie. Den Künstlern könne man nicht den Mund verbieten. ‚Leute werden sich immer von Dichtern beleidigt fühlen. Aber wir leben in einer sexistischen, rassistischen und gewalttätigen Welt‘, erkennt Simmons an. Wenn Künstler diese Wahrheit aussprächen, müssten wir uns damit auseinandersetzen. Wenn uns ihre Sprache beleidige, müssten die Worte raus – besonders im Radio, fordert er. ‚Aber ich halte nichts von Zensur‘, erklärt Simmons nachdrücklich.“

(„USA: Freiwillige Zensur der Hip-Hop-Szene“ auf tagesschau.de)

Wieso werden hier sexistische Zustände mit dem Hinweis auf die Neubelegung von ehemals rassistischen Schimpfwörtern erklärt? Sexismus und Rassismus sind zwar beides Grundprobleme der heutigen Gesellschaft, aber sie in einen Topf zu werfen für einen Erklärungsversuch halte ich für unmöglich.
Überhaupt, was soll mir diese Textpassage sagen? Soll mir das sagen, dass die Frauen, die in 50Cents Videos mit makellosen Körperformen, aalglatter Haut und wenig Kleidung mit ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen wackeln, nur eine Ode an die Weiblichkeit darstellen (und wenn ja, an welche „Weiblichkeit“ überhaupt)? Dass der Sexismus, der eine_n förmlich aus diversen Hip-Hop-Musikvideos anschreit, eigentlich nur eine Neubelegung von sexistischen Verhaltensmustern bedeuten soll? Sorry, mir wird grad schlecht.

Apropos Übelkeit… Klar leben wir in einer sexistischen, rassistischen und gewalttätigen Welt. Aber Rapper wie 50Cent halten uns keinen Spiegel vor, wenn sie Textpassagen wie „I‘ll take you to the candy shop / I‘ll let you lick the lollipop / Go ‚head girl, don‘t you stop / Keep going ’til you hit the spot (woah)“ singen. Sexistische Inhalte zu verbreiten und Stories über Sexismus zu erzählen sind echt zwei Paar Schuhe.

Da wird den Dichtern 50Cent, Ludacris und co. wohl in Zukunft nichts anderes übrigbleiben, als ein paar Pieptöne über gewisse Schimpfwörter zu legen, wenn sie nicht das Opfer von fehlender Selbstzensur sein wollen ([ironie]und nein, natürlich ist fehlende Selbstzensur keine aktive Zensur [/ironie]). Schade, dass die Musikindustrie denkt, dass mit Entfernung der Schimpfwörter die Lieder entschärft werden, da doch die untragbaren Inhalte bleiben.


75 Antworten auf “Misslungener Erklärungsversuch der sexistischen Zustände in der Hip-Hop-Szene”


  1. 1 dodo 26. April 2007 um 12:53 Uhr

    Gaaaah diese „Argumentation“ wieder!!! Da wird Person XY vorgeworfen, etwas gesagt/gesungen/… zu haben, das scheiße ist. Typische Antwort drauf : „Man kann XY doch das Maul nicht verbieten… blah… zensur ist kacke…blah“. Wie oft muß man das denn noch hören oder lesen? Es geht gar nicht um Zensur. Klar kann einer über bitches, niggers und wasweißichwas rappen, das wird ihm keiner verbieten, der darf das meiner Meinung auch weiterhin tun (auch wenns mir lieber wäre, er würds lassen…). Die Frage ist nicht, ob er das darf, sondern ob es notwendig, angemessen oder richtig ist, wenn er das tut! Und die Frage sollte sich die betreffende kritisierte Person nicht nur gefallen lassen, die Diskussion darüber ist wichtig. Und wird jeeeedesmal mit diesem Zensur“argument“ abgewürgt. Und zwar nicht nur vom Kritisierten, sondern auch viel zu oft vom Kritiker, der auf denselben Zug aufspringt.
    pffff was will man da machen? Den sexistischen Kackscheiß nicht mehr mit Geld unterstützen (es lebt sich auch ohne 50 cent CDs ganz gut) und stattdessen andere Künstler unterstützen. Ist ja nicht so, als gäbe es keine nicht-sexistischen HipHop-Interpreten…

  2. 2 rock.a.bella 26. April 2007 um 16:32 Uhr

    klar, zensur ist überhaupt keine lösung. der einzige vorteil das es solche rapper gibt ist das sie diese misstännde so offen zeigen (leider durch das positive darstellen statt durch das kritisieren). der mist dabei ist ja nur das die diskussion nicht über solche foren oder andere kreise die sich mit dem thema auseinandersetzen hinaus geht. da bleibt dann die frage: wie damit umgehen? wie andere darauf aufmerksam machen, mit ihnen drüber reden? damit will ich nicht sagen die arbeit die bisher zu diesem thema gemacht wurde sei schlecht oder bringe nichts, sie ist absolut notwendig. aber wie erreicht man die leute die das hören, publizieren, mögen, unterstützen? die wollen meistens ja nichts davon wissen.

  3. 3 illith 29. April 2007 um 20:32 Uhr

    @autorIn:
    was bitte ist denn an „Candyshop“ sexistisch? das ist einer der wenigen unsexistischen sex-raptracks überhaupt. klar, 50 ist ein sexistischer trottel (im körper einer verdammt, verdammt geilen sau), aber dieses stück NICHT.
    allgemein befürworte ich zensur, wenn es um diskriminierende inhalte geht.

  4. 4 .-. 01. Mai 2007 um 12:10 Uhr

    oralsex ist per se sexistisch, wenn dann das ganze auch noch
    als lolli verkauft wird, au backe :)

  5. 5 classless 01. Mai 2007 um 14:34 Uhr

    Und was ist dann mit Mikas „Lollipop“?

  6. 6 difficultiseasy 01. Mai 2007 um 15:23 Uhr

    ich hoffe ich gerate jetzt nich in irgendeine große diskussion, aber was ist den „per se“ sexistisch an oralverkehr?

  7. 7 plastikbrennt 01. Mai 2007 um 23:03 Uhr

    die degradierung der frau zur befriedigerin des männlichen geschlechtstriebes, während sie unbefriedigt bleibt. ich habe den text vielleicht nicht gut genug gelesen, aber in „candy shop“ geht es eher um angebliche manneskraft als um geschlechtsverkehr zwischen zwei gleichwertigen individuen.

  8. 8 schäuble 02. Mai 2007 um 0:16 Uhr

    ich wil ja auch nich sagen, dass oralsex, genauso wie jeder andere verkehr, keine sexistische praktik sein kann. mir gings nur um das „per se“. aber es ist auch absolut egal. ist in diesem thread echt zu off-topic.

  9. 9 difficultiseasy 02. Mai 2007 um 0:20 Uhr

    ups. ich kommentiere hier ja wieder als schäuble, das war mal ein witz hier. natürlich bin ich es, der difficultiseasy.

  10. 10 illith 02. Mai 2007 um 2:17 Uhr

    [quote comment=“7052″]die degradierung der frau zur befriedigerin des männlichen geschlechtstriebes, während sie unbefriedigt bleibt.[/quote]
    das ist doch hoffentlich nciht ernst gemeint! *haarerauf*

    [quote]ich habe den text vielleicht nicht gut genug gelesen, aber in „candy shop“ geht es eher um angebliche manneskraft als um geschlechtsverkehr zwischen zwei gleichwertigen individuen.[/quote]
    sicher ist Candy Shop kein revolutionär antisexistischer sex-track, aber er ist weit von den standardmäßigen nutteblasichfickdeinarsch-tracks. 50 gibt sich dabei sogar ungewöhnlich gentleman-like mit „you can have it your way“ usw.
    ich bleibe dabei: nicht sexistisch.

    wer nachlesen will:
    http://www.azlyrics.com/lyrics/50cent/candyshop.html
    hammertrack auf hammerbeat.

  11. 11 bigmouth 03. Mai 2007 um 0:25 Uhr

    illith hat recht. so.

    sv, warum hältst du das f sexistisch?

  12. 12 sv 03. Mai 2007 um 10:55 Uhr

    Davon mal abgesehen, dass ich den Text persönlich schon sexistisch, und wenn nicht sexistisch, dann sehr mackermäßig finde (ja, meine Ansprüche an unsexistische Lyrics sind sehr hoch, das weiss ich), finde ich außerdem, dass es einen widerwärtigen pädophilen Beigeschmack hinterlässt. Wegen Süßigkeitenladen und so.

  13. 13 .-. 03. Mai 2007 um 13:21 Uhr

    sv:

    Die Frage die hier offensteht ist:
    „sv, warum hältst du das f sexistisch?“.

    Du antwortest darauf nicht; dass du es verpasst hast es im Artikel
    darzulegen ist ja schon schlimm genug. Es drängt sich
    der Verdacht auf, du hättest darüber gar nicht so genau
    nachgedacht; immerhin präsentierst du die Textpassage als
    Paradebeispiel sexistischer Rap Lyrics.

    Und jetzt versucht du allen Ernstes ein Fass darüber aufzumachen,
    dass Suessigkeitenladen + Oralsex = pädophiler Beigeschmack?
    Sorry, aber _das_ ist widerwärtig und reine Denunziation.

  14. 14 sv 03. Mai 2007 um 13:33 Uhr

    Also, bevor ich diese Frage beantworte, wüsste ich doch gerne mal, was an Oralsex per se sexistisch ist.

    Unterstellen will ich 50Cent sowas auf keinen Fall! Ich find nur die Metapher echt deplatziert.

  15. 15 .-. 03. Mai 2007 um 13:37 Uhr

    Meine Güte! Ironie! So schwer? Sogar mit Smiley versehn.
    *sigh*

  16. 16 sv 03. Mai 2007 um 13:52 Uhr

    Nope, kam nicht rüber. Da würde ich nochmal an meiner Ausdrucksweise feilen an Deiner Stelle… ---> < @)))o><

  17. 17 stop 03. Mai 2007 um 14:26 Uhr

    Ich find nicht, dass das einen „widerwärtigen pädophilen Beigeschmack“ hinterlässt. Das ist stinknormaler Sexismus. Infantilisierung von Frauen ist ja nun nichts spezifisch „pädophiles“, geschweige denn etwas was in dieser Gesellschaft pathologisiert wird. Zumindest würde ich nicht sagen das die gängige Definition von Pädophilie ist, Sex mit infantilisierten Erwachsenen haben zu wollen. Natürlich kann man den Vorwurf bringen, um normalo-Sexisten-Arschlöcher auf die eigene Seite zu ziehen und zu skandalisieren. Ich find’s aber nicht richtig.

  18. 18 Alltags-T 03. Mai 2007 um 17:05 Uhr

    50Cent singt über Sex. Oralverkehr kommt auch drin vor. War klar, dass da jemand eine „degradierung der frau zur befriedigerin des männlichen geschlechtstriebes, während sie unbefriedigt bleibt“ sehen muss. Oralverkehr kriegen also nur Männer und das ist dann eben eine Degradierung der Frau. Feministische Beißreflexe halt.

    Zugegeben, Oralverkehr dient in der Pornographie, und nicht nur da, als eine der offensichtlichsten Formen der Demütigung von Frauen. Daraus abzuleiten, dass das Problem der Oralverkehr wäre und nicht die Verhältnisse (gesellschaftliche wie zwischenmenschliche) in denen er stattfindet, ist schon stark. Und genau da sind wir auch an dem Punkt wo es um die Lyrics von 50Cent geht. Der Text ist eben erstmal nicht sexistisch, beschreibt er doch sexuelle Handlungen, die durchaus auch in emanzipierten Schlafzimmern (im Candyshop wohl eher selten) vorkommen. Problematisch ist da m.E. eher, dass man bei 50Cent wohl kaum von einem netten aufgeklärten Typen ausgehen kann. Sexistisch ist die Alltäglichkeit in der Frauen mit sexuellen oder sexualisierten Inhalten (Werbung, TV, Radio) konfrontiert werden. Da muss man keine Lustfeindin sein um ab einem bestimmten Punkt einfach die Schnauze voll zu haben.
    Da dann aber der Beschreibung eines heterosexuellen Geschlechtsaktes zu unterstellen sexistisch zu sein geht schwer daneben. Noch weit mehr daneben ist aber der Versuch den eigenen Mangel an Argumenten durch reißerische Unterstellungen zu kaschieren. Wer hier von einem „widerwärtigen pädophilen Beigeschmack“ redet, hat die Definition des oder der Pädophilen als „Kinderficker“ der, wie es die NPD fordert, an die Wand gestellt gehört, schon längst zu eigen gemacht. „Der ist pädophil“, sprich ein Kinderficker, ist das wohl sicherste Mittel der Denunziation was man aufbieten kann und hat mit der Kritik an alltäglichen Sexismen, normierter Sexualität etc. nichts zu tun.

  19. 19 Schalkerine 03. Mai 2007 um 19:45 Uhr

    Missy Elliot ist übrigens auch teilweise ganz schön „sexistisch“:

    I used to date a guy named Chris
    Sloppy with his kiss
    But he was good with his tongue
    I called him Mr. Young One
    Mr. Young One had a big ding-dong
    Balls the size of ping-pong
    I had him souped like won-ton…

    Auszug aus „let me fix my weave“

  20. 20 Alltags-T 03. Mai 2007 um 22:23 Uhr

    Ergänzung: Beim nochmal drüber lesen ist mir aufgefallen, dass meine Kritik an SV doch etwas scharf ausgefallen ist. Das tut mir Leid. Die Argumente bleiben aber trotzdem die selben. Bin mir auch ziemlich sicher, dass du da etwas über das Ziel hinaus geschossen bist. War wohl etwas perplex sowas von dir zu lesen. Nichts für ungut, wollte dich nicht persönlich angreifen, sondern nen Fehler aufzeigen. :)

  21. 21 sv 04. Mai 2007 um 0:10 Uhr

    Was soll ich sagen. Ich kann mich jetzt nicht bei 50Cent entschuldigen und meinen Kommentar zu löschen find ich auch scheisse. Ich wollte 50Cent nichts unterstellen und das sollte eigentlich auch keine Erklärung dafür sein, wieso ich die Lyrics sexistisch mackermässig finde, eher eine Randbemerkung.

    Dass die daneben war, weiss ich jetzt, und lass so Randbemerkungen demnächst sein.

  22. 22 tenpounds 04. Mai 2007 um 1:37 Uhr

    Ich glaube nicht, daß es Alltags-T in erster Linie darum ging, daß du 50Cent Pädophilie unterstellt haben könntest, sondern um die Interpretation derer von Seiten der Rechten als „widerwärtige“ Abart, die er/sie in deinem Kommentar wiedererkannt hat.

  23. 23 Alltags-T 04. Mai 2007 um 20:26 Uhr

    Richtig, um die Unterstellung 50Cent gegenüber ging es mir hier in erster Linie kaum. Entschuldigen braucht sv sich bei dem auch nicht, nur weil das eine Lied eben mal nicht offensichtlich sexistisch ist. Da findet sich bei dem doch sicherlich genug so Schrott. Das Video dürfte vermutlich voll davon sein.
    Mir ging es um den „widerwärtigen pädophilen Beigeschmack“ den sv da entdeckt haben will. Da geht es eben auch nicht darum, dass sv den 50Cent hier fälschlicherweise unterstellt. Vielmehr ist dieses Vokabular an sich mehr als bedenklich. Widerwärtige Pädophile sind eben das Thema wo sich NPD und Volksmob nicht näher stehen könnten. Da braucht es auch nicht das „Argument“ das eben Nazis das auch scheiße finden und man das eben deshalb nicht anführen dürfe. Es geht hier um ein Konstrukt des Pädophilen als Kinderficker, das sv wohl ebenfalls verinnerlicht hat. Pädophilie ist aber nicht gleichzusetzen mit sexuellem Mißbrauch von Kindern. So sind nur ein geringer Anteil der Menschen, die Kinder sexuell Mißbrauchen Pädophil:

    „Der Anteil pädophiler Täter am sexuellen Missbrauch von Kindern wird auf 2 bis 10 Prozent eingeschätzt (Kinsey-Report, Lautmann, Brongersma, Groth). Der restliche Teil sind Täter, die sexuell primär auf Erwachsene ausgerichtet sind.“
    (Quelle: http://www.kidsschutz.de/index.php?option=com_content&task=view&id=32&Itemid=36 )

    Es handelt sich hier auf jeden Fall um ein schwieriges Thema. Genau aus diesem Grund sollte man mit der Wortwahl vorsichtig sein.

  24. 24 illith 05. Mai 2007 um 3:57 Uhr

    danke für die info A-T, das war mir so zb nicht klar

  25. 25 sv 05. Mai 2007 um 13:44 Uhr

    Ok, eigentlich weiss ich, dass das nicht gleichzusetzen ist (hab da mal nen guten Artikel drüber gelesen), aber ich hab das Vokabular wohl echt noch nicht verinnerlicht.

    So Themen werden gesellschaftlich auch noch nicht so breit diskutiert, wie z.B. Sexismus und Homophobie. Ein anderes Thema für ein nicht so breit diskutiertes Thema wäre auch noch BDSM. Da bestehen auch noch viele Unklarheiten und Vorurteile in der Gesellschaft.

    Und, wer möchte mal über diese Unklarheiten bloggen?

  26. 26 jojo 06. Mai 2007 um 13:36 Uhr

    Ich kann sv’s Argumentation schon nachvollziehen. Und obwohl ich finde, dass Sex oder Oralsex nicht gleich sexistisch ist, dominieren (ob jetzt 50Cent oder jemand anderes) insgesamt schon die Macker, Typen, Pimps, die sich damit brüsten, sich mit vielen genormt aussehenden Frauen zu umgeben und sich von ihnen bedienen zu lassen.

    Vielleicht kenne ich auch zu wenige Hiphop-Texte im Detail. Aber mir ist irgendwie noch keiner untergekommen, in dem mal ein Typ singt, er würd grad ne Frau richtig bedienen, und dass er richtig froh darüber sein kann, dass er das mal darf, weil besagte Frau sich nämlich ihre Typen aussuchen kann. Also das Madonnen-Huren-Ding ist da doch imho ziemlich verbreitet.

    Ich kann im Übrigen auch verstehen, dass mensch auf das Wort pädophil anspringt, weil es unter gewissen Leuten und in der aktuellen Diskussion für vieles missbraucht wird.

    Aber auch für mich ist bei der Metapher „candy shop – lollipop“ der Sprung zum „Sugar Daddy“ nicht weit. Und die Sexualisierung von irgendwas, das junge Mädchen tun, weil die ja so eine große Faszination ausüben und bla, Infantilisierung von Frauen und so weiter. Das als Diskussion zu zertrampeln, weil zunächst ein schwieriger Begriff dafür gewählt wurde, ist doch irgendwie zu schade. Oder?

  27. 27 illith 06. Mai 2007 um 22:08 Uhr

    diese pädo-unterstellung wie candyshop/lollypop find ich dermaßen an den haaren herbeigezogen, dass ich dazu gar nichts sagen will. außer vielleicht: Olivia, die sängerin hat auch eine candyshop-line. die ist sicher auch pädo 8-|

  28. 28 jojo 07. Mai 2007 um 9:09 Uhr

    Ich hab mir die Lyrics nochmal durchgelesen, und mir scheints auch, dass zumindest in der Gesangsbeziehung zwischen Olivia und 50Cent das so nicht gemeint ist. Jetzt habe ich das Lied aber schon ein paarmal gehört, und hatte vorher immer dieselbe Assoziation?

    Ich frage mich, das da als Maßstab gilt, natve speakers? Oder mein Hörverstehen? Keine Ahnung.

    Ich denke aber, dass das bei mir deshalb auf Resonanz getroffen ist, weil es eben eine gewisse Tendenz der Entsubjektivierung von Frauen und auch der Infantilisierung gibt. Im Hiphop. Das spricht natürlich niemanden davon frei, erstmal nachzulesen, um was es in einem Text geht. Aber vermutlich ist auch sv genau wegen dieser Erfahrungen mit vielen Hiphop-Texten drauf angesprungen.

    Im Übrigen mag ich Hiphop sogar, ich hab bloß keinen Bock, Texte zu hören, die Scheiße sind. Und der große Sprung war dieser jetzt auch nicht.

  29. 29 illith 08. Mai 2007 um 23:59 Uhr

    hm, was meint ihr denn mit infantilisierung von frauen im hiphop? objektisierung (gibts das wort?^^) auf jeden fall, ganz klar. aber zu infantilisierung fallen mir grad keine beispiele ein…

  30. 30 laylah 19. Juni 2007 um 22:23 Uhr

    es heisst objektivierung, süsse (das <- ist infantilisierung, und baby und sowas alles.)

    zwecks candyshop und nicht-sexistisch: du unterschlägst ja hier erfolgreich unser vieldiskutiertes lieblingszitat ;) der gute sagt nämlich auch:

    „I melt in your mouth girl, not in your hands (ha ha)“

    gemeint ist natürlich das hypersexistische in-den-mund-spritzen.

  31. 31 illith 20. Juni 2007 um 3:06 Uhr

    ahja, objektivierung^^ klingt für mich aber irgendwie stange, mehr so im sinne von „etwas objektiv sehen“ oder so, ne?
    na jedenfalls:
    objektivierung und infantilisierung ist aber doch nicht zwangsläufig das selbe? infantilisierung würd ich mehr drunter verstehen, jemanden nicht so ernst zu nehmen, weil er/sie halt ein bisschen dumm oder unreif ist oder aber dieser klein-mädchen-trend bei frauen (war grad ein artikel in EMMA drüber, warum hello kitty böse ist :( ^^)

    zu dem zitat: ich bin ganz sicher, 50 lacht nur über sein lustiges m&m-wortspiel [-(
    und davon ab ist in den mund spritzen natürlich nicht notwendigerweise sexistisch, auch wenns natürlich oft so praktiziert wird.

  32. 32 kalina 20. Juni 2007 um 15:04 Uhr

    „und davon ab ist in den mund spritzen natürlich nicht notwendigerweise sexistisch, auch wenns natürlich oft so praktiziert wird.“

    wann ist es denn sexistisch und wann nicht?

  33. 33 laylah 20. Juni 2007 um 22:43 Uhr

    wenn ein offenes verhältnis gepflegt wird und ein bewusster umgang besteht und die frau es aktiv befürwortet und stets die möglichkeit hat, dies zu widerrufen, ist es völlig in ordnung. wenn es einfach nur passiert – nicht.

  34. 34 illith 21. Juni 2007 um 3:07 Uhr

    dem ist zuzustimmen.
    obwohl es im einzelfall auch irgendwie doof sein kann, stell ich mir vor, das so explizit abzusprechen irgendwie. manchmal kann vielleicht aus der situation heraus auch ohne worte übereinstimmung erkennbar sein (wenn „sie“ zb mit einer deutlichen zielstrebigkeit zu werke geht *g*).
    muss „sie“ eigentlich auch nachfragen, ob „ihm“ das recht ist, geschluckt zu werden?^^

  35. 35 lol 26. Juni 2007 um 15:26 Uhr

    :x:x

  36. 36 grün 28. Juni 2007 um 19:37 Uhr

    was mich (und ich schreib ja scheinbar immer nur von mir hier:( ) wirklich stört ist es das bei mir der eindruck entsteht, dass ich meist qua frau durch die bescheuertsten raster besehen werde und diese hiphopfrauenärsche steuern ganz sicher dazu bei. da lassen sich frauen (im rahmen des videos) völlig auf ihren körper reduzieren und von mir wird erwartet, mir dasselbe ebenfalls gefallen zu lassen? Also klar, es wird nicht von mir erwartet, meinen arsch inner glotze wackeln zu lassen, aber wie männer über frauen reden, was und wie es abgeurteilt wird wird über die (re-)präsentation von frauen u.a. in medien doch geschürt und unterstützt, oder nicht?

  37. 37 laylah 06. Juli 2007 um 12:04 Uhr

    ja, aber das ist hier ja eh unumstritten..?

  38. 38 Enzo 10. Juli 2007 um 1:58 Uhr

    Ein besonders krasses Beispiel zur Thematik, läst sich zur Zeit auf youtube.com finden (nach *G-Hot Keine Toleranz* suchen). Mit dem Stück Keine Toleranz war G-Hot sogar zu aggro Berlin zu aggro und wird vom Label nicht mehr unterstützt. Eine Rapperin aus Berlin hat auch bereits Anzeige wegen dieses homophoben Pamphlets gestellt.

  39. 39 illith 10. Juli 2007 um 14:27 Uhr

    na zum glück gibt es dazu ja diesen gelungenen antwort-track

  40. 40 Antidemokratische Aktion 15. Juli 2007 um 9:34 Uhr

    grün:

    Also klar, es wird nicht von mir erwartet, meinen arsch inner glotze wackeln zu lassen, aber wie männer über frauen reden, was und wie es abgeurteilt wird wird über die (re-)präsentation von frauen u.a. in medien doch geschürt und unterstützt, oder nicht?

    laylah:

    ja, aber das ist hier ja eh unumstritten..?

    Also ich würde das sehr wohl bestreiten, aber ich gehöre ja auch nicht zum „hier“. Ihr macht die Sache doch genau verkehrt herum auf. Wenn Frauen in einem Video so präsentiert werden, dafür da zu sein, dass der tolle Hecht von Rapper mit deren Verfügbarkeit für ihn beweist, dass er ein toller Hecht ist, folgt daraus doch nie und nimmer automatisch, dass man diesen Gedanken auch übernimmt (selbst Ihr seid da schon das Gegenbeispiel dafür, auch wenn Eure Kritik daran nicht die Bohne taugt). Da muss man halt schon die Gedanken fassen, 1.) auf Anerkennung scharf zu sein, also beweisen zu wollen, wie toll man ist und 2.) den rassistischen Übergang zu machen, dass in diesem Fall halt die „Bitches“ genau dafür da sind.

  41. 41 laylah 19. Juli 2007 um 12:37 Uhr

    natürlich braucht man diesen gedanken nicht übernehmen. da steht doch aber auch einfach nur, er würde medial „geschürt und unterstützt“. ansonsten sag mal bitte an, wer „wir“ sind und wie „unsere“ kritik aussehen soll.

  42. 42 Justus 31. Juli 2007 um 23:39 Uhr

    Ich als Mann finde widerlich, wie Frauen durch die sog. Gangsta-Rap Szene diskriminiert werden durch frauenverachtende Texte. Die Rapper sollen sich nicht damit herausreden, dass die Gewalt ja schon bestehe. Durch solche Texte in den Medien wird die Gewalt gegen Frauen vielmehr noch geschürt. So was ist kriminell. Es gab mal einen sehr guten Beitrag in der September Oktoberausgabe der Zeitung Emma von 2005, der über http://www.emma.de/431.html abgerufen werden kann.

    Hier kommt der Artikel:

    „Hass-Rapper
    >>
    >> Sie leben in Berlin und spielen Harlem. Sie finden Nutten und Fotzen
    >> zum Kotzen und Arschficks geil. Und ihre Fans finden das klasse, die
    >> Groupies inbegriffen. Das Phänomen wird zum Problem.
    >>
    >> Ein Kollege hat ihn einmal als Kartoffel bezeichnet, und ein bisschen
    >> sieht er tatsächlich so aus: Fler, ein Rapper aus Berlin, Anfang
    >> zwanzig, der seit ein paar Wochen große Erfolge mit seinem Debüt-Album
    >> ‚Neue Deutsche Welle 2005‘ feiert. Die Kartoffel gilt als explosiv.
    >> Nicht etwa, weil Flers Texte, wie im deutschen HipHop neuerdings
    >> üblich, von Frauenverachtung und Worten wie „Nutte“, „Fotze“ oder
    >> „Bitch“ nur so strotzen, oder weil er in seinen Songs Drogen und
    >> Gewalt anpreist. Nein, der Grund für die Aufregung ist das Cover
    >> seiner Platte ‚Neue Deutsche Welle‘, das Frakturschrift und ein
    >> verfremdeter Reichsadler ziert. Und die dazu passenden Zeilen: „Das
    >> ist schwarz-rot-gold, hart und stolz. Man sieht’s mir nicht an, aber
    >> meine Mama ist deutsch“.“

    [rest des zitierten artikels gelöscht, da dieser weiterhin im netz verfügbar ist und wir keinen bock auf copyright-stress haben. die admin]

  43. 43 Stun 01. August 2007 um 15:43 Uhr

    Erklär‘ mir mal, so als Mann, was an diesem Beitrag „sehr gut“ ist.

  44. 44 Fiona 02. Juli 2008 um 16:25 Uhr

    Also erstmal Respekt. Ich hab selten so nen guten Blogg gesehen!!! Und ich kann euch schon jetzt sagen, dass ich auch nîcht so geschliffen rede wie ihr…aber wie kann man, bzw. könnt ihr, oder zumindest einige von euch behaupten Candy Shop sei NICHT sexistisch?..klar nicht offensichtlich, aber lest euch mal ne Mögliche Übersetzung an:

    Refrain
    [50cent]
    Ich nehm dich mit in den Süßwarenladen
    Ich werde dich am Lolli lecken lassen
    Mach weiter, Mädchen, hör nicht auf
    Mach so lange weiter bis du den richtigen Punkt triffst (woah)
    [Olivia]
    Ich werde dich in den Süßwarenladen mitnehmen
    Junge, eine Kostprobe von dem, was ich habe
    Ich werde dich dazu bringen, alles auszugeben, was du besitzt
    Mach so lange weiter bis du den richtigen Punkt triffst (woah)

    Strophe 1 [50 Cent]
    Du kannst es auf deine Art haben, wie willst du es?
    Du wirst die Sache zurückschieben oder soll ich darauf drängen?
    Die Temperatur steigt, okay lass uns das nächste Level angehen
    Die Tanzfläche ist rappevoll, so heiß wie ein Teekessel
    Ich schlüssls für dich auf Baby, es ist einfach
    wenn du ein Nymphomanin bist, bin ich auch ein Nymphoman
    Im Hotel oder auf dem Rücksitz des Mietwagens
    Am Strand oder im Park, worauf auch immer du abfährst
    Ich hab den Zauberstab, ich bin der Liebesdoktor
    Deine Freunde machen sich darüber lustig, wie sehr ich dich abgeführt hab
    Du willst mir zeigen, wie du abgehst Kleine, kein Problem
    Steig oben drauf und hüpf auf und ab wie ein Low Rider
    Ich bin fit wie ein Turnschuh, wenn’s zur Sache geht
    Wenn du ins Schwitzen geraten bist, kannst du mit dem Zauberstab spielen
    Ich versuche, es so gut es geht zu erklären Baby
    Ich schmelze in deinem Mund Mädchen, nicht in deinen Händen (ha, ha)

    [Refrain]

    Bridge [50 Cent Feat Olivia]
    Mädchen, was wir machen (was wir machen)
    Und wo wir es machen (und wo wir es machen)
    Die Sachen, die wir machen (Sachen, die wir machen)
    Gehen nur dich und mich was an (oh yeah)

    Strophe 2 [50 Cent]
    Gib’s mir Baby, schön und langsam
    Steig oben drauf ,reite, als wärst du beim Rodeo
    So ein Sound hast du vorher noch nie gehört
    Denn so würde ich es nie erledigen
    Sobald ich durch die Tür komme, zieht sie an meinem Reißverschluss
    Es ist, als wäre es ein Wettrennen, wer sich schneller ausziehen kann
    Ist es nicht Ironie, wie erotisch es ist, sie in Tangas zu beobachten
    Brachte mich dazu, über diesen Hintern nachzudenken, nachdem es vorbei war
    Ich berühre den richtigen Punkt zur richtigen Zeit
    Lichter an oder Lichter aus, sie mag es von hinten
    So verführerisch, du solltest es sehen, wie sehr sie sich windet
    Ihre Hüften in Zeitlupe am Boden, wenn wir uns aneinander reiben
    Solange sie nicht aufhört, höre ich auch nicht auf Kumpel
    Triefe vor Schweiß, Mann, so sehr geht’s ab und knallt
    …“

    Und noch was, manchmal frage ich mich wirklich, was sich die Frauen, die da mitmachen, oder ich nenns jetzt mal gleichziehen, dabei denken (Missy Elliot, Olivia..)!!!??

    Würd mich über Antworten freuen, vor allem weil ich selber ne Arbeit schreibe(Rollenbilder der Frauen im Hip-Hop, aufgezeigt an Candy Shop).

    Lg

  45. 45 laylah 03. Juli 2008 um 18:17 Uhr

    nicht so richtig konstruktiv, uns jetzt hier die übersetzung hinzuknallen, als wären wir zu blöd für englisch. du musst deine kritik schon äußern, sonst überzeugst du keine_n.

    die frauen denken wahrscheinlich, dass es spaß und vor allem sie reich macht. was aber jetzt missy elliot damit zu tun haben soll, kann ich nicht erkennen. sie ist weder auf dem track noch hält sie die normen ein.

  46. 46 unkultur 04. Juli 2008 um 11:52 Uhr

    50 Cent singt diese Sachen, das wurde inzwischen in 45 Kommentaren geklärt. Schön. Die Frage ist nur: wo liegt das Problem? Selbst wenn in Texten selbiges vorkommt, heisst das noch lange nicht, dass das Publikum die Inhalte für bare Münze nimmt. Insofern zielen die Vorwürfe hier an 50Cent ins Leere – was sollen denn die Auswirkungen davon sein, dass er diese Texte? Dann müsste man auch Pornos verbieten. Es gibt sicherlich eine Wirkung, nur ist diese nicht so einfach zu ermitteln und folgt sicher nicht einem simplen Reiz-Reaktions-Schema. Genauso forderte man nach 1774 das Verbot von Goethes Werther-Roman ein, da das Buch Jugendliche in den Selbstmord treiben würde. So einfach ist es dann doch nicht mit der Medienkritik.

    Wenn hier über den sexistischen Gehalt von Sexualpraktiken diskutiert wird, so hat das vielleicht etwas mit persönlichen Einstelllungen zur Sexualmoral zu tun, wenig aber mit einer Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Da wird dann das eigene Erleben im Bett als Maßstab gesetzt, was man – ganz subjektiv begründet – für „ok“ oder „nicht ok“ hält. Statt die befreite Sexualität einzufordern, landet man dann doch nur bei der Affirmation kleinbürgerlicher Vorstellungen.

    Tja, aber warum füllt 50 Cent ganze Hallen mit diesen Inhalten? Wo kommt es her, das Bedürfnis nach diesen Inhalten? Davon will man nichts wissen. Lieber setzt man wie EMMA und andere Reaktionäre auf die Verteufelung von bösen Rappern (in den 80ern war es noch Heavy Metal).

    Das Klügste, das bisher zu Bushido und anderen Arschfick-Rappern gesagt wurde, stammt von Günther Jacob: http://jungle-world.com/artikel/2006/03/16751.html

  47. 47 Psychopapst 04. Juli 2008 um 16:34 Uhr

    Ich lehne diejenigen Zensurmaßnahmen die es bislang gegen Sexismus gibt, rundweg ab. Wenn sich barbusige Frauen zu Füßen eines Rappers räkeln, der sexistisches Zeug rappt, dann wird die Zensur dafür sorgen, dass sich die räkelnden Frauen obenrum etwas anziehen und diejenigen Worten die etwas mit Sex zu tun haben, weggepiept werden.

    Damit wird aber nicht Sexismus, sondern Sexualität zensiert. Warum werden harmlose Fickelfilmchen die Leute beim gemeinsamen Spaßhaben in die gleiche Kategorie wie widerwärtige Unterdrückungspornos gepackt, während Unterdrückungsdarstellungen ohne Sex jugendfrei sind? Dies macht keinen Sinn.

    Wenn man eine wirkungsvolle staatliche Maßnahme möchte, dann muss das propagieren von sexueller Diskriminierung unter Strafe gestellt werden. Ob ich dies möchte, weiß ich nicht, aber es wäre gegenüber dem rein auf Prüderie basierenden Jugendschutz zumindest ein Fortschritt

  48. 48 illith 06. Juli 2008 um 1:23 Uhr

    @fiona:
    du hättest die stellen, auf die du dich konkret beziehst mal irgendwie hervorheben sollen :-?
    ich halte dieses stück für dein vorhaben für ungünstig gewählt. da hätte material wie „mit dir (freundeskreis ft. joy denalane) oder „no panties“ (trina ft. tweet), „big pimpin“ (jay-z) & co deutlich mehr hergegeben. (also wenns dir halt um sexistische frauen-rollen im hiphop geht)

    @psychopapst:
    hmm guter beitrag

  49. 49 laylah 07. Juli 2008 um 1:21 Uhr

    nee, überhaupt kein guter beitrag. gut wär der gewesen, wenn hier tatsächlich leute zensur gefordert hätten. haben sie aber nicht. so werden halt mit dem „emma“-geplärre offene türen eingerannt – so überzeugt man niemanden.
    unkultur: kritik an sexismus ist moralistisch? was für ein statement.. und du weißt ja auch nicht unbedingt, was in meinem „bett“ passiert, wa? auch du könntest mal mit den hier postenden leuten reden statt mit „der linken“, das wär doch mal was. mit der kritik am „reiz-reaktions-schema“ hast du trotzdem recht, das wurde hier eher platt diskutiert. den günther jacob-text hab ich jetzt nur überflogen, ist ganz interessant, denk ich, aber auch hier: glaubst du ernsthaft, dass seine kritik an der bushido-kritik irgendwas mit der diskussion hier zu tun hat?

  50. 50 scheckkartenpunk 07. Juli 2008 um 11:27 Uhr

    wer oralverkehr per se zur sexistischen praxis erklärt zeichnet sehr wohl mehr ein bild von „seinem bett“ als eine analyse des textes auf seinen sexistischen gehalt. das spiegelt in der absolutheit der aussage nichts weiter als die sexualmoral des aussagenden wieder. diese sexualmoral ist aber weder eine kritik an wirklicher sexistischer praxis noch überhaupt ein argument.

    wer der praxis des hip hop lyrik mit metaphern zu schaffen dann auch noch gleich den pädo-stempel aufdrücken will, nur weil 50 cent eben umschreibt anstatt direkt beim namen zu nennen – was im hip hop traditionell nun mal einen gewissen stellenwert bei den skills hat – hat einfach keine ahnung von hip hop. wenn man keine ahnung vom gegenstand hat, dann wäre es gut sich den erstmal genauer zu betrachten.

    der text 50 cents läßt immer wieder durchscheinen, daß die besungene frau eben nicht pures subjekt ist (sein kann):

    „You can have it your way, how do you want it“

    „On the beach or in the park, it’s whatever you into“

    an dem text kann einiges kritisiert werden, aber so einfach ist das ganze dann doch nicht.

  51. 51 laylah 07. Juli 2008 um 11:46 Uhr

    mein gott, das hat aber niemand gemacht! lies doch einfach, was da steht! was für eine dumme scheiße hier schon wieder.

  52. 52 scheckkartenpunk 07. Juli 2008 um 13:35 Uhr

    „ich hoffe ich gerate jetzt nich in irgendeine große diskussion, aber was ist den “per se” sexistisch an oralverkehr?“

    „die degradierung der frau zur befriedigerin des männlichen geschlechtstriebes, während sie unbefriedigt bleibt.“

    „“I melt in your mouth girl, not in your hands (ha ha)”

    gemeint ist natürlich das hypersexistische in-den-mund-spritzen. “

    ach ja – das wird ja gleich wieder relativiert, weil klar wird, daß die eigene projektion übers ziel hinausschießt.

    „wenn ein offenes verhältnis gepflegt wird und ein bewusster umgang besteht und die frau es aktiv befürwortet und stets die möglichkeit hat, dies zu widerrufen, ist es völlig in ordnung. wenn es einfach nur passiert – nicht.“

    aha – also ich geh mal davon aus, daß oralverkehr grundsätzlich NUR in gegenseitigem einverständnis stattfinden sollte. dabei passiert es halt auch tatsächlich, daß der mann beim orgasmus einen samenerguß hat. genauer betrachtet ist ja ein zweck des oralverkehrs genau dieses. so ein samenerguß kündigt sich ja auch an – also ist die kontrolle darüber, wo sich der samen ergießt per se bei der frau – solange da kein zwang im spiel ist. und wieso genau ist es dann per se nicht in ordnung, wenn es einfach so passiert?

    ich sehe nirgends eine analyse des textes von 50 cent, die sexismus nachweist. gerade die hier aufgeführten stellen sind doch dafür überhaupt keine argumente – es sei denn man erklärt oralsex per se zur sexistischen praxis. wo steht eigentlich, daß er die frau vorher nicht fragt?

  53. 53 illith 07. Juli 2008 um 17:14 Uhr

    genauer betrachtet ist ja ein zweck des oralverkehrs genau dieses.

    sagt wer? :-

  54. 54 scheckkartenpunk 07. Juli 2008 um 18:04 Uhr

    stimmt EIN zweck von sex ist auf keinen fall das erleben eines orgasmus.

  55. 55 laylah 07. Juli 2008 um 18:52 Uhr

    illith meint wahrscheinlich, dass man auch woanders hinspritzen kann.
    ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich mir bei der aussage gedacht habe. entweder hielt ich es für unglaublich lustig, oder ich war total besoffen. either way, die präzisierung („relativierung“) hast du ja selbst entdeckt. die scheiße mit der projektion ist ein bisschen illegitim – ich habe gehört, man dürfe seinen therapeuten gar nicht kennen.
    das mit der ankündigung des orgasmus und der daraus abgeleiteten kontrolle ist krasser unsinn. ich könnte jetzt mutmaßen, dass du dann immer voll stöhnst und „ich komme!“ schreist, aber ich lass es mal (haha). jedenfalls hab ich das öfter erst im letzten moment mitgekriegt, so dass ich fast nicht hinterhergekommen bin. fast. ob das jetzt für oder gegen meine lutsch-skills spricht, wirst du mir ja sicherlich auch gleich noch mitteilen.
    können wir uns vielleicht darauf einigen, dass es sexistisch ist, wenn das sperma nicht schmeckt?
    ich würd sagen, die line ist sexistisch, weil er ja schon ne ansage macht – ich „werde“. und die dreckige lache hinterher ist auch strange.

  56. 56 scheckkartenpunk 07. Juli 2008 um 19:26 Uhr

    mir wurde vermittelt, daß das schon zu merken wäre. insofern verlasse ich mich da drauf – die andere möglichkeit der validierung wäre natürlich selbstversuch. ob sperma schmeckt oder nicht ist – haha – denk ich geschmackssache. daran würde ich jetzt noch nichts festmachen. zumal es dabei auch auf die erhährungsgewohnheiten ankommt. es ist doch das machtverhältnis, um was es gehen sollte, um sexismus auszumachen.

    daß sein wortspiel sexistisch ist könnte sein – je nachdem ob “You can have it your way, how do you want it” ein paar zeilen vorher mit einbezogen wird. gerade zu seiner eindeutig sexistischen bildsprache im video ist 50 cent bei dem stück rein textlich das gegenteil. inwiefern da dieses wortspiel ein eindeutiger beweis sein soll weiß ich nicht.

    immerhin ist nirgends darin eine wirklich eindeutige bemächtigung und objektivierung der frau zu erkennen. diese wird immer wieder mal angesprochen, einbezogen – es ist ein spiel – „In the hotel or in the back of the rental / On the beach or in the park, it’s whatever you into“. ein spiel bei dem davon ausgegangen werden sollte, daß es in beiderseitigem einvernehmen stattfindet, er fragt ja auch am anfang – schließlich gibt es nachfragen wünsche etc. daß er dabei kokettiert ne bombe im bett zu sein ist rumgeprolle – aber wer will denn nicht gut im bett sein?

    „Lights on or lights off, she like it from behind
    So seductive, you should see the way she wind
    Her hips in slow-mo on the floor when we grind
    As Long as she ain‘t stopping, homie I ain‘t stopping
    Dripping wet with sweat man its on and popping“

    genau hier ist es doch auch so, daß es ihm eben nicht darum geht selbst befriedigt die frau danach unbefriedigt zurück zu lassen. immer wieder bezieht er sich auf die frau, ihre wünsche, ihre bedürfnisse. das ganze lied ist dialog, wenn auch von ihm allein vorgetragen. ich sehe da mal wirklich keinen sexismus. oder ich übersehe was.

  57. 57 laylah 07. Juli 2008 um 19:57 Uhr

    ey, so wichtig ist mir das jetzt auch nicht. das ding ist: wenn du den kompletten text miteinbezogen haben willst und deshalb kritik an einer zeile nicht zulässt, liesse sich der text ja in der gleichen weise durch das gesamtwerk von 50 aufheben (oder noch einfacher: durch das video). die line „ein paar zeilen vorher“ ist übrigens die erste, das zitat die letzte line der ersten strophe. ist aber auch nicht weiter wichtig.
    wegen sperma und so: was muss ich denn noch tun, damit du deine schablone mal beiseite legst und mich nicht komplett missverstehst? dir höchstselbst einen blasen? „können wir uns vielleicht darauf einigen, dass…“ war ganz eindeutig ein witz, und dann auch noch ein guter.
    deine aussage über „geschmackssache“ ist auch wieder unsinn (und bezieht sich null auf die meine – die war doch gerade, dass es manchmal scheiße ist und manchmal lecker). mit deiner logik könnte ich ja auch irgendwelchen becks-trinker_innen unterstellen, ihnen würde bier nicht schmecken, weil sie kein sterni mögen.
    kontrolle: selbstversuch ist natürlich eine sehr gute idee. alternativ könntest du mir auch einfach glauben.

  58. 58 scheckkartenpunk 07. Juli 2008 um 20:48 Uhr

    naja, ich bin halt nicht so gut in humoristischen antworten.

    ich glaub dir schon. bisher habe ich ich halt auf anderweitige aussagen verlassen, die ich ja nur durch selbstversuch hätte validieren können (nicht mit mir, das macht keinen sinn, ich merke ja schon wenn’s so weit ist).

    einigen wir uns darauf, daß das ganze vorher angesprochen werden sollte.

    hip hop ist story telling. da sollten schon alle zeilen in beziehung zueinander gesetzt werden. es würde nicht funktionieren, wenn er hinter jede zeile „wenn du es auch willst“ setzen würde.

    gerade im hip hop gibt es da doch ganz andere lieder die zu kritisieren wären. n.w.a.’s „she swallowed it“ z.b. – das ist sexistische kackscheiße.

  59. 59 laylah 08. Juli 2008 um 12:30 Uhr

    ja na klar, oder 15′000 andere tracks. der blogeintrag ist halt auch einigermaßen misslungen.

  60. 60 illith 11. Juli 2008 um 0:01 Uhr

    illith meint wahrscheinlich, dass man auch woanders hinspritzen kann.

    nee, ich meinte, dass OV nicht zwangsläufig in nem O resultieren muss. (geht ja auch als zwischensequenz oder sonstwas)

  61. 61 scheckkartenpunk 11. Juli 2008 um 1:02 Uhr

    aha – und weil es auch als sogenannte zwischensequenz gehen kann (das kann auch erst hinterher gesagt werden btw.) oder sonstwas (was immer das sein soll) willst du ausschließen, daß ein zweck von OV der orgasmus ist?

    daß OV zwangsläufig in einem orgasmus resultieren soll ist ausschließlich deine behauptung, auch wenn du dich negativ darauf beziehst. das steht nämlich nirgends und das behauptet auch niemand.

    wofür wolltest du das als argument nehmen?

  62. 62 chica 11. Juli 2008 um 10:57 Uhr

    Ist andere Musik nicht genauso sexistisch, indem sie patriarchale Geschlechterverhältnisse repräsentiert und affirmiert, nur mit dem Unterschied, dass Sexualität nicht so explizit dargestellt wird?
    Ist es nicht vielmehr so, dass eben die explizite Beschreibung als besonders anstößig wahrgenommen wird?

  63. 63 illith 11. Juli 2008 um 16:37 Uhr

    aha – und weil es auch als sogenannte zwischensequenz gehen kann (das kann auch erst hinterher gesagt werden btw.) oder sonstwas (was immer das sein soll) willst du ausschließen, daß ein zweck von OV der orgasmus ist?

    sagte ich? sagte ich nicht.

    daß OV zwangsläufig in einem orgasmus resultieren soll ist ausschließlich deine behauptung, auch wenn du dich negativ darauf beziehst. das steht nämlich nirgends und das behauptet auch niemand.

    worauf bezieh ich mich denn negativ?
    und ich hatte deine aussage:

    genauer betrachtet ist ja ein zweck des oralverkehrs genau dieses.

    halt dahingehen interpretiert, dass OV nur zielführend zum zwecke des O eingesetzt wird. vlt meintest du das ja aber auch gar nicht.

    wofür wolltest du das als argument nehmen?

    hm? eigentlich nirgendwofür.

  64. 64 scheckkartenpunk 11. Juli 2008 um 17:29 Uhr

    „und ich hatte deine aussage:

    halt dahingehen interpretiert, dass OV nur zielführend zum zwecke des O eingesetzt wird. vlt meintest du das ja aber auch gar nicht.“

    ein mißverständnis. nein ich meinte nicht, daß OV zielführend zum zwecke des orgasmus eingesetzt wird, aber daß ein zweck von oralverkehr auch der orgasmus ist, bzw. oralverkehr ein mittel dafür. also damit zu rechnen ist, daß dieser eintritt. wie schnell das geschieht ist ja unterschiedlich, wodurch OV als zwischensequenz erst im nachhinein so benannt werden kann. wer OV macht sollte sich nicht wundern, wenn es so gefällt, daß es zum orgasmus kommt.

  65. 65 laylah 11. Juli 2008 um 18:03 Uhr

    komischer schlusssatz. klingt dann wieder nach „selber schuld“. aber haben wir ja diskutiert.
    chica: jetzt mal unabhängig vom text – im mainstream-diskurs sicherlich. ich hab mir das jetzt nicht groß überlegt, aber ich würd sagen, sexismus ist in der sexualität ist etwas besonderes, weil die folgen wahrscheinlich prekärer sind. ein möglicher vergleich: von irgendwem als „schlampe“ bezeichnet werden vs. beim sex so behandelt werden (natürlich beides ungewollt).

  66. 66 illith 13. Juli 2008 um 0:46 Uhr

    also damit zu rechnen ist, daß dieser eintritt. wie schnell das geschieht ist ja unterschiedlich, wodurch OV als zwischensequenz erst im nachhinein so benannt werden kann.

    hmmmm, also würd ich jetzt so eigentlich nicht bestätigen. ein O kommt ja für gewöhnlich nicht einfach so urplötzlich aus heiterem himmel (auch bei irgendwelchen verkehrsformen) *gg*
    würd schon sagen, dass man das mitkriegt, wenn sich da was anbahnt?! aber ist ja jetzt auch nciht SO wichtig^^

  67. 67 scheckkartenpunk 17. Juli 2008 um 18:42 Uhr

    daß das mitzukriegen wäre, dieser meinung war ich auch, aber laylah hatte da einspruch erhoben.

  68. 68 laylah 17. Juli 2008 um 20:19 Uhr

    darüber kann man keine „meinung“ haben, damit kann man erfahrung haben oder eben nicht. damn.

  69. 69 bigmouth 17. Juli 2008 um 22:19 Uhr

    wie viele schwänze hast du denn so gelutscht bisher, scheckkartenpunk?

  70. 70 scheckkartenpunk 17. Juli 2008 um 22:29 Uhr

    haha – laylah wieso ich „meinung“ schreibe steht oben. bigmouth, deine frage ist oben ebenfalls beantwortet. ich weiß gar nicht, warum da jetzt zu dem punkt zurück gekehrt werden muß, das war doch weiter oben schon geklärt?

  71. 71 miss taken identity 17. Juli 2008 um 22:36 Uhr

    meine fresse, bigmouth, geht’s noch ein stück dümmer?

  72. 72 guter rap ist rar 09. Juni 2011 um 8:22 Uhr

    …aber es gibt ihn! Zahllose Gegenbeispiele. Guter Rap von Tua, Curse, Fage MC, Inflabluntahz, Maeckes, Donato…
    Wahre Musik muss unterstützt werden!

  73. 73 Männlich 09. Juni 2011 um 23:11 Uhr

    @plastikbrennt – 01. Mai 2007 um 23:03 Uhr

    die degradierung der frau zur befriedigerin des männlichen geschlechtstriebes, während sie unbefriedigt bleibt.

    ich hab zuerst auch so gedacht. aber das ist doch auch so, wenn ein Mann einer Frau einen „leckt“, oder?

  74. 74 onyx 11. Juni 2011 um 18:30 Uhr

    ich hab zuerst auch so gedacht. aber das ist doch auch so, wenn ein Mann einer Frau einen „leckt“, oder?

    Wäre es vielleicht, wenn es dabei bliebe. Tut es aber im Allgemeinen selten. Eher wird die orale Befriedigung der Frau als Vorspiel genutzt. Ich habe selten davon gehört, dass sich die Frau befriedigt umdreht und den Mann unbefriedigt zurücklässt. Der umgekehrte Fall ist da schon häufiger.

  75. 75 Männlich 13. Juni 2011 um 19:30 Uhr

    @ onyx 11. Juni 2011 um 18:30 Uhr
    kann schon sein, dass das in unserer sexistischen und patriarchalen gesellsch. so ist. Heißt aber eben nicht, dass Oralsex (an sich)* sexistisch ist.

    * das könnte man hier auch weglassen

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