Archiv für Juni 2007

Löffel für Löffel Unverfrorenheit

Frage: Wie gefällt euch das Bild oben? So ganz spontan mal… Findet ihr’s eklig? Denkt ihr „Iiiih also so möcht ich nicht aussehen!“?
Nein? Dann kann irgendwas mit euch nicht stimmen. Dafür ist das Dingens nämlich gedacht. Hah.
Eine Werbefirma aus Sao Paulo fand es offensichtlich ganz schlau, Berühmtheiten mit Photoshop etwas zu „verdicken“ (wer bei der Suche „Fit Light Dairy“ eingibt, findet auch noch Marilyn Monroe und Sharon Stone), um damit für einen Joghurt zu werben. Damit und der Werbezeile:

Forget about it. Men’s preference will never change. Fit Light Yogurt.

Wie nett!!
Mal abgesehen davon, dass ich das Bildchen eigentlich echt süß finde und alles andere als abschreckend – muß so was echt noch sein?
Die wollen also einen Light-Joghurt verkaufen. Ihre Schlussfolgerung: die Werbung muß auf Frauen ausgerichtet sein (schließlich ist männliches Gewicht ja kein Thema…).
Und was ist allen Frauen gemein? Jaaa, richtig: erstmal stehen alle auf Celebrity-Klatsch. Sieht man ja schon daran, was die für Zeitschriften lesen. Also her mit den Stars und Sternchen. Und weil alle Frauen wie eine Berühmtheit aussehen wollen packt man dieses urweibliche Grundbedürfnis am Schlafittchen, haut den Stars ein paar Kilo drauf und warnt das kluge Weibchen: Hey, wenn du nicht abnimmst finden dich Männer scheiße. Männer ändern sich nie und wollen keine dicken Frauen, nie und nimmer (auch wieder mal ein Punkt, bei dem Männer gleich mitdiskriminiert werden): also, liebe Frau – wenn du einen Mann abkriegen willst (und ist das nicht unser ganzer Lebenssinn? *schmacht *) bzw. den jetzigen behalten möchtest, dann friss unsern Joghurt und bleib schlank – sonst finden alle Männer dich doof und dein Leben ist ruiniert (Heteronormativität ahoi!).
Ich hab ehrlich keine Ahnung, was ich dazu sagen soll. Wie offensichtlich sexistisch das ist. Und dass diese Werbung wahrscheinlich doch bei vielen zieht. Und dass die meisten Werbungen auf subtilere Art so einen Dreck abziehen. Ohne dass jemand hinschaut. Aber was bringt es, das alles aufzuzählen?
Keine Ahnung. Mal wieder ein bisschen was zum Aufregen. Oder Nachdenken. Warum diese Welt so ist, dass Werbefuzzis so was für eine gute Strategie halten, warum von mir erwartet wird, um Gottes willen nicht so aussehen zu wollen wie die retuschierten Frauen auf den Bildern. Und zu glauben, das Problem mit einem Joghurt ändern zu können. Ich frage mich, warum sie einen für so dämlich halten. Oder, da Strategien dieser Art ja offensichtlich auch funktionieren, warum diese Unsicherheit, den (männlichen) Ansprüchen nicht zu genügen so tief verankert zu sein scheint, dass man ein eigentlich sehr schönes Foto wie das obige als abschreckend empfindet.

Via The F-Word

in einem jahr mädchenblog …

… wurden hier 96 Beiträge und 1238 Kommentare geschrieben.
… haben sich 33 autor_innen registrieren lassen, von denen 20 bereits mindestens einen beitrag geschrieben haben.
… haben über 50.000 besucher_innen (seit 19. juli 2006) den weg zum mädchenblog gefunden, der tagesdurchschnitt liegt laut blogcounter seit monaten bei über 200 besucher_innen.
… wurde das mädchenblog laut technorati 888 mal verlinkt.

insgesamt eine durchaus erfolgreiche bilanz! doch gehen wir noch etwas mehr ins detail. die verlinkung, die die meisten besucher_innen (647) an einem tag brachte, kam vom spreeblick . der dort zitierte artikel „23C3: sv’s Senf zu Frauen und Technik“ von sv ist gleichzeitig derjenige mit den meisten kommentaren, nämlich derzeit 136. am zweitmeisten kommentare (88) erhielt der beitrag „niemand ist sicher“ von sie, gefolgt von dem artikel „Nicht vergewaltigen und nicht vergewaltigt werden“ von dodo mit 57 antworten.
auffällig ist, dass es in den drei meistdiskutierten beiträgen jeweils um verschiedene formen von sexismus geht – aber auf der anderen seite ist es auch naheliegend, denn dass es an den unterschiedlichsten orten – und eben auch im internet – weiterhin sexismus gibt, ist einer der gründe, weshalb wir dieses blog betreiben. der richtige umgang mit sexistischem verhalten bis hin zur vergewaltigung ist leider alles andere als einfach, was viele sicher aus eigener erfahrung kennen. darüber zu diskutieren ist oftmals nervenaufreibend, gerade im internet, wo in anderen zusammenhängen bereits erreichte diskussionsergebnisse oft nicht gelten (was nicht heißen soll, dass sich offline an solche ergebnisse immer gehalten würde). trotzdem können diese diskussionen sinnvoll sein, denn so können gerade die menschen, die nicht in großstädtische szene-zusammenhänge (wie z.b. das antisexismusbündnis in berlin) eingebunden sind, solche debatten verfolgen und sich an ihnen beteiligen, und vielleicht sogar zur reflektion angeregt werden. und andererseits konfrontieren sie diejenigen, die sich im alltag vorwiedegend in sich als antisexistisch verstehenden kreisen bewegen, immer wieder mit meinungen, die in der gesamtgesellschaft leider oft noch vorherrschend sind, und fordern dazu heraus, die eigene position argumentativ zu belegen.

und wie bewertet ihr das mädchenblog in seinem ersten jahr?

Spirale

Heutzutage gibt es viele Verhütungsmittel, um die sich aber oft die Frau kümmern muss. Wer Hormone nicht verträgt und dem Kondome allein zu unsicher sind hat nicht viel Auswahl was Verhütungsmittel angeht, die einfach zu gebrauchen und nicht kurz vor dem Sex (z.B. Diaphragma) einzusetzen sind. Von einer Freundin weiß ich, dass sie auch nicht sehr sicher sind.
Das was einem dann natürlich am praktischsten erscheint ist die Spirale. Einmal eingesetzt, wird sie beim regelmäßigen Frauenarztbesuch kontrolliert und muss erst nach 3-5 Jahren wieder entfernt/ersetzt werden. Und falls man sich doch dazu entscheidet ein Kind zu bekommen, lässt man sie einfach rausnehmen und ist uneingeschränkt fruchtbar.
Klingt ja alles schön und gut, soweit. Aber nicht umsonst wird die Spirale nur Frauen empfohlen die schon min. ein Kind bekommen haben. Der Grund ist einfach: der Muttermund ist weiter gedehnt als bei Frauen die noch keine Kinder bekommen haben.
Ich persönlich habe Erfahrungen mit der Spirale gemacht, die ich mit anderen teilen möchte, damit sie sich besser zwischen den hormon-freien Verhütungsmethoden entscheiden können.
Wie bei vielen anderenFrauen verträgt mein Körper Hormone nur ganz schlecht. Ich habe verschiedene Pillen ausprobiert, alle ohne Besserung. Meine Mutter aber war der Ansicht, dass ein Kondom allein zur Verhütung nicht reiche und drängte mich dazu mir die Spirale einsetzen zu lassen. Sie habe sie ja auch (nach 3 Kindern) und es sei auch gar nicht schlimm, nur am Anfang wäre es etwas unangenehm.
Am Anfang war es sehr unangenehm. Mit speziellen Stiften wird der Muttermund geöffnet und die Spirale hineingeschoben, meistens am 5. Tag der Periode, weil der Muttermund dann leicht geöffnet ist. Ich bin fast bewusstlos vor Schmerzen geworden und konnte danach weder stehen, noch sitzen, noch liegen. Es waren unvorstellbare Schmerzen, die nicht nach 5 min vorbei waren.
Nach etwa 2 Tagen konnte ich mich wieder normal bewegen. Trotzdem fühlte ich mich unwohl und spürte die Spirale öfter, besonders während meiner Regel.
Aber nicht nur ich litt unter der Spirale, sondern auch mein Freund, der sich an dem Nylonfaden der an der Spirale ist um sie herausziehen zu können, gestoßen hat und arg blutete.
Nach etwa einem halben bis 3/4 Jahr bekam ich aber auch Probleme während und vor meiner Regel. Es war ein starkes ziehen im Unterleib, das so schlimm war das ich mich nicht mehr bewegen und nur wollte das es aufhört. Es hat auch nichts geholfen, was normalerweise empfohlen wird bei Regelbeschwerden zu tun.
Ich habe sie mir vor kurzer Zeit rausnehmen lassen, ohne das Wissen meiner Mutter. Es geht mir viel besser mit dieser Entscheidung und ich hoffe mein Artikel hilft anderen bei der Wahl der Verhütungsmethoden.
Natürlich reagiert jede Frau anders auf solche EInflüße und meine Erlebnisse müssen nicht gleich jedem passieren der auch die Spirale hat/sich einsetzen lassen möchte.
Ich persönlich rate Frauen die noch kein Kind geboren haben davon ab.
Trotzdem muss natürlich jeder für sich selber entscheiden.