Aneignung statt Zensur?

„When you go to the club and you‘re an AG, your mission that entire night is to find the baddest femme in the club and make her your girl,“ says another woman, who calls herself Don Vito Corleone. „Just like every rapper wants the baddest video chick on his arm, so do AGs.“

Den schon ein paar Monate alten Artikel über lesbische HipHop-Kultur in Brooklyn verlinke ich hier mal kommentarlos als etwas abseitigen Beitrag zu den aktuellen Debatten um homophoben und sexistischen Rap.


14 Antworten auf “Aneignung statt Zensur?”


  1. 1 tee 24. Juli 2007 um 18:38 Uhr

    abseitig? och naja …
    ich hatte ja in dem zusammenhang auch schon mal auf die homorevolution mit ihrem star johnny dangerous hingewiesen.

  2. 2 illith 24. Juli 2007 um 21:46 Uhr

    was ist einE AG? *kopfkratz*

    und was hat das hier mit zensur zu tun?

  3. 3 tee 24. Juli 2007 um 23:17 Uhr

    hehe, lustich. auf anhieb gefunden:
    http://www.odps.org/glossword/index.php?a=list&d=8&t=dict&w1=A&w2=AG&w3=A+G

    was mit zensur gemeint sein soll, weiss ich aber auch nicht genau …

  4. 4 pia 24. Juli 2007 um 23:33 Uhr

    @tee: freut mich umso mehr, wenn du das nicht als abseitig empfindest, ich hatte deinen beitrag dazu vorher nicht gelesen. interessant fand ich an dem villagevoice-artikel allerdings vor allem den punkt, dass es hier nicht nur um ein paar artists geht, sondern dass sich da schon eine recht große female-only-subkultur entwickelt hat, in der sich szene-eigene umgangsformen gebildet haben, die sich irgendwie aus dem alltäglich in den massenmedien und auf der straße erlebten ableiten.

    @illith: so wie ich den artikel gelesen habe, steht AG für agressives:

    At the weekly 18-and-over females-only hip-hop party going on, about half of the black and Hispanic crowd is femme, the other half „AGs,“ or „aggressives,“

    anscheinend sind die AGs also so etwas wie die hiphop-version der butches, aber ich habe den ausdruck hier auch zum ersten mal gelesen.
    und zum thema zensur: das war jetzt überspitzt, aber es gibt da durchaus stimmen, die in so eine richtung argumentieren, stichwort jugendschutz, wie zum beispiel unlängst monika griefahn. und mir ging es darum einmal anzudenken, welche strategien des umgangs mit diesem homophoben und sexistischen kack es denn außer der forderung nach verboten noch geben kann.

  5. 5 noergel 25. Juli 2007 um 1:20 Uhr

    also warum du den artikel der taz verlinkt hast, ist mir wirklich schleierhaft. der teil über schwule jugendliche mag ja noch okay sein, aber alles was der autor über rap schreibt, ist wirklich krass von vorurteilen geprägt und was er über das bürgertum und die „sogenannte ‚Unterschicht‘“ schreibt, finde ich ziemlich reaktionär.

  6. 6 tee 25. Juli 2007 um 1:22 Uhr

    ich muss gestehen den artikel gar nicht gelesen zu haben (bin echt zu faul für englisch) … hab ihn jetzt aber mal überflogen, war ja noch viel länger als befürchtet #:-s

    das AG hab ich dann wohl fehlrecherchiert, wenn’s nicht für a-gay steht. ich denke auch, ’s sind halt butches, nur hat die bewusste übernahme der rollenklischees im oft so übermässig patriarchalen und sexistischen hiphop eine besondere qualität. sei’s drum … bzw. ist das vielleicht auch mit der punkt: die herausbildung einer eigenen subkultur u.a. mit eigener sprache, aber eben auch eigener identität. die sicherlich erst einmal kraft gibt. die aber auch negative seiten hat. und da gerade die übernahme von üblen verhaltensweisen aus der „heterokultur“.
    da sollten kritische stimmen immer schön laut durch die boxen schallen …

    ps: der taz-kommentar von griefahn ist doch das beispiel für zensur, sozusagen die negativschablone. da verwundert mich auch der üble rest nicht …

  7. 7 pia 25. Juli 2007 um 11:32 Uhr

    @noergel: den taz-artikel habe ich verlinkt, weil ich ihn zufällig zu dem thema gelesen hatte und ich irgendeinen debattenbeitrag zu dem thema als beispiel nehmen wollte, falls jemand gar nicht weiß, welche debatten damit gemeint sind. ich habe ja auch nicht geschrieben,dass ich ihn gut finde oder mich positiv darauf bezogen, hinter dem link hätte auch jeder andere artikel zum thema stehen können. diskussionen darüber finde ich gut, gerne auch konkreter, und wenn jemand andere, bessere artikel kennt, könnt ihr sie ja hier auch gerne verlinken.

    @tee: erstmal zu deinem ps, da hast du wohl wieder nicht so genau gelesen, denn ich glaube, dass noergel sich auf den oben verlinkten taz-artikel bezieht und nicht auf den kommentar von frau griefahn …

    die andere sache ist etwas komplexer, denn das butches und femmes patriarchale rollenklischees übernehmen und damit die „heterokultur“ reproduzieren, wurde diesen seit beginn der frauenbewegung vorgeworfen. in den so genannten sex wars war das dann alles nicht mehr so klar, und seit butlers lobpreisung der geschlechterparodie galten butches ja sogar als besonders subversiv. nun könnte man annehmen, dass die AGs sich vielleicht selbst nicht unbedingt als politisch korrekte genderverwirrende wahrnehmen, aber müssen sie das überhaupt? ist es nicht gerade cool, wenn sie sich einfach das aneignen, mit dem sie möglicherweise seit ihrer kindheit konfrontiert wurden?
    das soll natürlich nicht heißen, dass kritische töne nicht auch sinnvoll sein können, aber man sollte eben frühere auseinandersetzungen nicht ganz vergessen.

  8. 8 cjn 25. Juli 2007 um 16:45 Uhr

    Ist das nicht ein bisschen doppelmoralisch, sich so stark für freie Entfaltung und Meinungsäusserung einzusetzen und dann bei jedem Bisschen, das einem nicht passt und noch dazu ziemlich egal sein könnte, eine Zensur zu fordern? Nur mal so. So hab ich das zumindest verstanden.

  9. 9 pia 25. Juli 2007 um 17:15 Uhr

    @cjn: an wen richtet sich jetzt dein doppelmoral-vorwurf? hier hat doch keiner eine zensur gefordert, sondern es geht doch genau dagegen, wie ich gestern schon zu erklären versucht habe. oder meinst du damit frau griefahn?

  10. 10 mutant 25. Juli 2007 um 19:03 Uhr

    dummes verhalten wird nicht besser, wenn frauen/lesben es tun.

  11. 11 tee 25. Juli 2007 um 23:18 Uhr

    bin dann erstmal im leselernkurs …

  12. 12 pia 26. Juli 2007 um 12:50 Uhr

    @mutant: es geht hier doch nicht um die kategorien gut oder schlecht. leider schreibst du gar nicht, um welches „dumme verhalten“ es dir konkret geht, sodass ich da ansonsten auch nichts zu sagen kann, da ich auch keine lust habe, hier spekulativ herumzuargumentieren.

    @tee: hoffe du hast meinen hinweis nicht als beleidigung empfunden, war nämlich überhaupt nicht so gemeint, ich wollte nur ein anscheinendes missverständnis aufklären. bin ansonsten an deiner meinung zu meiner weiteren entgegnung durchaus interessiert!

  13. 13 tee 26. Juli 2007 um 18:26 Uhr

    nein nein, ich schäme mich doch nur.
    (und weiss grad auch nix beizutragen)

  1. 1 | urbanology | Trackback am 25. Juli 2007 um 16:19 Uhr

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