AS.ISM_2

„AS.ISM_2″ ist eine Broschüre vom „Berliner Bündnis gegen Sexismus“. „2″ weil sie der 2. Teil ist (der 1. war nur ein kleiner Flyer).
Ich persönlich finde die sie sehr gut, da sie Diskussionsanstöße bietet und eine große Bandbreite hat. Sie besteht aus aus Texten von ver. Gruppen, die sich auch mit Themen wie Gender, Heterosexualität, Lookism und nicht nur mit sexualisierter Gewalt und dummen Mackersprüchen (welches Thema leider fast ausschließlich behandelt wird wenn es es um Sexismus geht, anstatt das Problem an den Wurzeln zu packen und die von der Gesellschaft konstruierten Geschlechterrollen anzugreifen und ein Umfeld zu schaffen in dem sowas gar nicht mehr Thema sein muss) auseinandersetzt. Denn Sexismus ist viel mehr als man im ersten Moment denkt. Mensch wird durch die Reflektion seines Verhaltens und dem seiner Umwelt sich eigentlich erst Bewusst wie tief er in der Gesellschaft und in einem selber verwurzelt ist. Aber wenn man das erkannt hat und sich mit diesen Erkenntnissen bewusst auseinandersetzt kann man diesem eigentlich erst wirklich entgegen wirken. Also bevor mensch andere anmacht wegen ihrem Verhalten sollte mensch sich selber erst einmal im klaren sein wie unüberlegt man selber oft so handelt (d.h. natürlich nicht, dass mensch nicht den Mund aufmachen soll wenn so etwas passiert. Mensch sollte sich nur bewusst sein, dass er auch an sich arbeiten muss was dieses Thema betrifft.).
Die Broschüre bezieht sich stark auf die Antifa Szene, da sie auch von Leuten aus dieser Subkultur geschrieben worden ist und es auch in dieser angeblich doch so emanzipierten Szene sehr wichtig ist sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Über dieses Thema kann man auch Bücher schreiben und eigentlich wollte ich nur etwas Werbung für die Broschüre machen, also hör ich jetzt auf meine Meinung kund zu tun (ich bin keine Dogmatin und offen für Leute die anders denken ;) )

Das schöne an dieser Broschüre ist, dass sie nicht mit hochkomplizierten Fachwörtern um sich schmeißt, gut zu lesen ist und durch die einfache Sprache auch leicht verständlich ist.

Ich habe sie hier mal verlinkt(aufs Bild klicken), ist nen Blick wert! Falls euch das zu doof ist sie vom PC abzulesen könnt ihr sie auch bestellen oder im Infoladen eurer Wahl holen :)


73 Antworten auf “AS.ISM_2”


  1. 1 Raven 05. August 2007 um 21:55 Uhr

    Link kaputt, http:// fehlt! :)

    edit: link repariert [admin]

  2. 2 Tapete 05. August 2007 um 23:11 Uhr

    Ein paar kleine Anmerkungen:

    -es heißt „Antisexismusbündnis Berlin [ASBB]“
    -die Seite findet sich hier: http://www.puk.de/antifah/anti/antihaupt.html
    -und die ASism Nr.1 war eine eben so umfangreiche Broschüre wie die Nr.2

    Viel Spaß beim Lesen.

  3. 3 Dezent 06. August 2007 um 1:37 Uhr

    „…“? Was ist denn damit gemeint?

  4. 4 mensch im mohn 06. August 2007 um 1:46 Uhr

    [quote comment=“8648″]“…“? Was ist denn damit gemeint?[/quote]
    Ich schätze mal, damit sind andere Statements gemeint, die nein bedeuten, denn die Sätze dort sind ja nur Beispiele.

  5. 5 Dezent 06. August 2007 um 1:53 Uhr

    Okay, und ein Vergewaltiger ist jetzt jemand, der danach weiter baggert oder der unmittelbar zum Geschlechtsverkehr übergeht?

  6. 6 barbara 06. August 2007 um 4:15 Uhr

    Ueber diese Aufkleber gab es in meinen Zusammenhaengen einige Diskussionen. Den Aufkleber gibt es in zwei Versionen die sich im letzten Satz unterscheiden. Diese Version des Aufklebers wurde von uns abgelehnt. Den Satz „Wer ein Nein nicht respektiert ist ein Vergewaltiger“ haben wir als Schlussfolgerung verstanden. Die Schlussfolgerung steht im Kontext der Aussagen, die alle auf „Nein heisst Nein“ heruntergebrochen werden. Die Aussagen versuchen wohl den Vergewaltigungs – Kontext fuer die darauffolgende Schlussfolgerung zu liefern. Wir fanden die Formulierung mit „respektiert“ zusammen mit dem Kontext viel zu unpraezise und schwammig. Der Raum fuer Falschinterpretationen war uns zu gross.

    Den Aufkleber gibt es noch in der Variante mit dem Spruch:

    „Wer ein Nein uebergeht ist ein Vergewaltiger“

    In dieser Formulierung wurde wenigstens annaehernd das benannt, was wir fuer richtig hielten, dennoch hatten wir auch damit Bauchschmerzen. Da wir die „Nein heisst nein Sprueche“ an sich aber schon super fanden, haben wir uns ueberlegt ob nicht auch folgendes ginge: „Vergewaltigen heisst, ein Nein uebergehen“ Den Satz fanden wir auf alle Faelle besser, er bleibt immernoch provokativ genug ohne abzumildern und benennt dennoch die Sache.

    Letzten Endes fanden wir, dass der letzte Spruch im Grunde komplett weggelassen werden koennte :D. Uns ging es darum Grenzen und natuerlich Grenzueberschreitung herauszustellen, egal ob im Kontext einer Vergewaltigung oder „nur“ bei einer bloeden Anmache oder bei was auch immer, im Grunde steht die Aussage ja schon fuer sich, naemlich „Nein heisst nein“.

  7. 7 Dezent 06. August 2007 um 11:58 Uhr

    Wenn das die Frage beantworten sollte, heißt es also, dass jede Person, die nach einem Nein weiter baggert, ein Vergewaltiger ist? Oder was unterscheidet eine blöde von einer nichtblöden Anmache?

  8. 8 laylah 06. August 2007 um 15:56 Uhr

    dezent, dumme frage? lies doch was da steht? ich formulier das mal für dich um, ganz einfach: es gibt offenbar verschiedene positionen, diejenige, die barbara gerade wiedergab, besagt: nein, heisst es nicht. bei der anderen ist das unklar, ich gehe jedoch auch nicht davon aus. aber weisst du was? lies doch einfach mal die broschüre.

  9. 9 Dezent 06. August 2007 um 20:55 Uhr

    Ich wollte wissen, wie ihr das selbst seht – mir sind beide Positionen schon begegnet. Kein Grund, pampig zu werden.

  10. 10 Dezent 06. August 2007 um 22:17 Uhr

    Könnt ihr mir nicht einfach antworten?

  11. 11 grrrl 06. August 2007 um 22:41 Uhr

    @laylah: ich finde das etwas gemein wie du auf den kommentar von dezent reagierst. nicht jeder ist sich vll schon so im klaren wie er mit dem thema umgehen soll und hatte bisher vll auch keinen bewussten umgang mit dem thema? klar, finde ich auch, dezent sollte die broschüre lesen. aber sollte man nicht (und wollte dieser blog das nicht vll auch bewirken) menschen die sich in solchen themen nicht so auskennen helfen einen einstieg zu finden und sich mit diesen themen auseinandersetzen?

    und die frage wo jetzt sexismus anfängt, ab wann es diskriminierung ist
    ist auch schwer zu klären und jeder hat da seinen eigenen standpunkt zu… was eine „blöde anmache“ und „eine nichtblöde anmache“ ist, sollte letztenendes jeder für sich selber wissen.

  12. 12 Dezent 06. August 2007 um 23:22 Uhr

    Die andere Frage könntet ihr aber trotzdem beantworten. Ich will wissen, wie ihr das seht. Ist das so schlimm?

  13. 13 trevor 07. August 2007 um 1:58 Uhr

    eag, desperados, subcutan, graffiti hates germany: wieso sind eigentlich so viele von den antideutschen spinnern bei dem antisexismus-kram wie dem ASBB am start? Ist das Zufall?
    Und wo sind die beiden Kommentare von vorher hin?

  14. 14 guppie 07. August 2007 um 2:15 Uhr

    Bei http://kritikderpraxis.blogsport.de/links/ gibt es eine kommentierte Linkliste zu einem grossen Teil der Texte, die die Szene in den letzten Jahren zu dem Thema verfasst hat. Ist ganz brauchbar.

  15. 15 admin 07. August 2007 um 14:32 Uhr

    [quote post=“114″]
    Und wo sind die beiden Kommentare von vorher hin?
    [/quote]

    da hat mal wieder das manchmal etwas unverständliche spam karma zugegriffen und glatt sechs kommentare, die teilweise schon erschienen waren, wieder verschluckt.

  16. 16 difficultiseasy 07. August 2007 um 16:02 Uhr

    @trevor:
    wenn du probleme mit den inhalten des readers hast, kannste ja was dazu sagen, aber einfach nur deine vorurteile gegen vermeintliche antideutsche rauszulassen ist hier fehl am platz.

  17. 17 Dezent 07. August 2007 um 17:06 Uhr

    Hallo! Ist jede Person, die nach einem Nein weiter baggert, ein Vergewaltiger – oder nicht?

  18. 18 grrrl 07. August 2007 um 17:33 Uhr

    wie man zu antideutschen steht hat hier nichts zu suchen und egal ob antideutsch oder nicht, wenn sie gute texte schreiben ist das doch egal ob sie sonst polen muss nach frankreich reichen skandieren.

    zu dezent: wieso sollen wir dir das vorgeben? du musst doch für dich selber wissen was du als scheiß spruch und was als nettes kompliment empfindest, das können wir dir doch nicht vorgeben. ich will wirklich nicht pampig klingen, aber es wird dir bestimmt helfen dich mit dieser broschüre auseinanderzusetzen.

  19. 19 laylah 07. August 2007 um 18:01 Uhr

    dezent: du hast dich halt zunächst klar auf die broschüre bezogen. woher soll man da wissen, dass du plötzlich die leute hier meinst. antwort: nein, dann isser einfach ein respektloses standard-arschloch.

  20. 20 pia 07. August 2007 um 18:05 Uhr

    @Dezent: du wiederholst dich. mir scheint, dir geht es mehr darum, zu provozieren, als dich ernsthaft mit der frage, was es heißt, ein nein nicht zu akzeptieren, auseinanderzusetzen. wie schon laylah und grrrl kann ich dir auch nur raten, die broschüre erstmal zu lesen.
    und abgesehen davon kann ich laylahs reaktion nur zu gut verstehen und finde das im gegensatz zu grrrl gar nicht gemein.
    und auch wenn es bei dem aufkleber um diese frage nicht geht, hier meine meinung dazu: wer nach einem nein „weiterbaggert“, ist zwar erstmal noch kein vergewaltiger, aber meistens trotzdem ein nerviges arschloch. wenn das „baggern“ dann allerdings körperlich – oder auch verbal grenzwertig – wird, ist die frage nochmal eine ganz andere.
    warum ist dir das bloß so wichtig? ist es für dich normal, auch nach einer eindeutigen ablehnung „weiterzubaggern“ und hast du angst, dass dein verhalten hier „kriminalisiert“ wird?

  21. 21 Dezent 07. August 2007 um 18:55 Uhr

    „@Dezent: du wiederholst dich.“

    Sehr komisch. Wenn ich eine Frage nicht beantwortet bekomme und deshalb noch mal nachfrage, hat das doch nichts mit Provokation zu tun. Zwischendurch waren die Fragen ja sogar verschwunden (s.o.)

    Ich bin kein Kerl und wundere mich meist darüber, wie diese Diskussionen zum Thema geführt werden. Wie wollt ihr denn jemanden kriminalisieren? Ihr könnt halt nur euren jeweiligen Einfluß auf bestimmte Szenen und Zusammenhänge ausüben.

    Und dort wird es dann entweder netter, weil die Grenzen klar und nachvollziehbar gezogen werden. Oder eben übel, weil wahlweise zu viel Scheiße zugelassen wird oder antisexistisches Eierlaufen angesagt ist.

    Hab ich alles schon gesehen und will deshalb wissen, mit wem ich es zu tun habe. Und insofern finde ich es merkwürdig, dass ihr euch zur Beantwortung einfacher Fragen gleich dermaßen hinter einer Broschüre versteckt.

  22. 22 pia 07. August 2007 um 19:40 Uhr

    @Dezent: provokation, weil deine frage einfach so gestellt war, dass jedeR sie durch ein bisschen überlegen doch für sich selbst beantworten kann. und die verschwundenen fragen sind ja auch wieder aufgetaucht.

    es hat niemand gesagt, dass du ein kerl wärst, und das tut ja auch überhaupt nichts zur sache. und ich glaube du bist auch nicht die einzige person, die von sexismus-diskussionen auch mal genervt ist bzw. sich wundert – ich kenne niemanden, dem diese spaß machen.

    zum „kriminalisieren“: das stand in meinem vorherigen kommentar nicht ohne grund in anführungstrichen und meinte eben eine erweiterte bedeutung jenseits von strafrechtlichen fragen. inwiefern das mädchenblog einfluss auf irgendwen hat, ist außerdem völlig unklar.

    und jetzt mal eine frage an dich: was soll denn bitte „antisexistisches eierlaufen“ sein? ist es schon „übel“, wenn sexismus mehr als in der mainstream-gesellschaft kritisiert und ggf. sanktioniert wird?

    du willst wissen, mit wem du es zu tun hast. nun, das mädchenblog gibt immerhin einiges mehr von sich preis als du, denn immerhin kannst du dir hier eine über-seite durchlesen und diverse artikel, hingegen gibt es von dir nur fragen. wobei du als einzelperson es doch wesentlich leichter hättest, eine position zu formulieren, als ein blog, das von verschiedenen personen geschrieben wird, die sich größtenteils überhaupt nicht kennen.

    zum schluss: wer versteckt sich denn hier? wenn ich richtig lese, geben die letzten drei kommentare jeweils eine unabhängig von der broschüre formulierte antwort zu einer deiner fragen. worüber beschwerst du dich also?

  23. 23 laylah 07. August 2007 um 23:09 Uhr

    dezent: du kannst dir offenbar nicht vorstellen, dass jemand ganz einfach keinen bock auf deine frage hat, wa? das mit dem eierlaufen würd mich auch interessieren, ich kenne eigentlich nur das mit dem scheisse zulassen. achja, wer ist „ihr“? also, wer versteckt sich?

  24. 24 Dezent 08. August 2007 um 2:28 Uhr

    Langweilig.

  25. 25 pia 08. August 2007 um 14:13 Uhr

    @Dezent: unglaublich. da bemüht man sich, auf jeden deiner sätze einzugehen, beantwortet deine fragen, und kaum kriegst du eine frage gestellt, fällt dir nichts dazu ein außer:
    [quote post=“114″]Langweilig.[/quote]
    tut mir leid, das finde ich echt arm.

  26. 26 naja 08. August 2007 um 16:18 Uhr

    Ich wunder mich schon über diese total positive bewertung der broschüre, ich hab mir einzelne texte mal genauer durchgelesen und die argumentationsweise ist zum teil schon etwas krude und wenig geeignet auf verhältnisse auch außerhalb einer linken Parallelgesellschaft einzuwirken. Aber vielleicht will sie das ja auch gar nicht?
    Außerdem finde ich es problematisch, verschiedenste Sätze, wie: „Ich bin mir nicht sicher“ als NEIN zu definieren.
    Wenn ich meine ich bin mir nicht sicher, möchte ich vielleicht darüber reden warum nicht oder ich möchte vielleicht auch noch ein bisschen mehr vorspiel, bevor ich Ja sage, aber Ich bin mir nicht sicher, heißt genau das was ich sage, genau wie nein auch nein heißt! Wie sollen den Männer das lernen und verstehen, was was kodiert heißt, wenn was anderes gesagt als gemeint wird?

  27. 27 wekal 08. August 2007 um 16:33 Uhr

    ich hab ja das Gefühl, das ist nicht nur zufall mit den antideutschen in sexismus-diskussionen. Ich rede jetzt mal in punkto Antisexismus nur von so Gruppen wie – in Berlin – das ASBB oder GAP und nicht von Initiativen wie http://sexism-sells.so36.net/ , die gesellschaftliche Diskurse analysieren und gegebenenfalls angreifen. ASBB und Co haben ähnlich wie die meisten antideutschen Gruppen als Adressaten immer die Linke. D.h. mit einem entsprechenden Vorwurf (Atisemitismus/Sexismus) ist man bei Linken wahnsinnig schnell bei der Hand, während der Rest der Gesellschaft geflissentlich ignoriert wird.

  28. 28 difficultiseasy 08. August 2007 um 19:06 Uhr

    @naja:
    wenn es kein klares einverständnis vom partner gibt, gibts einfach keinen sex. wenn irgendwelche „uneindeutige“ äußerungen fallen: es sein lassen und nachfragen, wie du schon sagtest. das sollte irgendwie zu realisieren sein. wenn man sich schon sex mit der anderen person zutraut, dann geht das bisl absprechen doch auch.

  29. 29 difficultiseasy 08. August 2007 um 19:52 Uhr

    @wekal:
    hier wurde doch schon von seiten der administration darauf hingewiesen, dass es nicht um antideutsche geht. wenn du meinst es is überflüssig, sexismus in der linken zu thematisieren, dann solltest du mal genau darlegen warum. im übnrigen, glaube (ich weiss es nicht, da ich mich nicht mit diesen gruppen beschäftigt) ich, dass die genannten gruppen sich nicht nur auf den linken sexismus stürzen und ihnen die gesellschaft egal ist (was du dann ja auch noch allen antideutschen unterstellst, aber um die geht es ja nicht).

  30. 30 naja 09. August 2007 um 1:03 Uhr

    @difficultiseasy
    ja gut, das sehen wir ja ähnlich, steht aber doch der aussage der nein heisst nein kampagne etwas entgegen hinsichtlich der idee verschiedenste aussagen zu einem nein zu deklarieren. Das irritierte mich ja und der zuspruch bei der diskussion hier im blog hinsichtlich des readers, weil ich diesem wenig taugliches entnehmen konnte.

  31. 31 Mirko 09. August 2007 um 1:14 Uhr

    Ich habe jetzt die Broschüre gelesen.

    Und ich musste erkennen, dass ich zwangsheterosexualisiert wurde.

    Dass ich Frauen sexuell begehre, ist nicht normal sondern wurde mir aufgezwungen, ohne dass man mich gefragt hätte.

    Wenn man mir die Entscheidung überlassen hätte, hätte ich mich vielleicht anders entschieden, oder noch besser:

    EINE ENTSCHEIDUNG WÄRE NICHT NOTWENDIG GEWESEN!

    liebe Grüße

    Mirko.

  32. 32 difficultiseasy 09. August 2007 um 1:25 Uhr

    @naja:
    es geht darum dass oft solche „unklaren“ vehältnisse von vergewaltigern als entschuldigung für ihr tun genutzt werden: „die hat ja nich nein gesagt“
    deshalb auch „…heisst nein!“, denn schweigen ist auf jeden fall keine zustimmung zu sexuellen handlungen.
    es geht den macher_innen des aufklebers, darum
    1. den betroffenen mut zu machen, sich zu äußern
    2. dritten klar zu machen, wie es sich verhält
    um
    3. tätern diese möglichkeit des herausredens unmöglich zu machen

  33. 33 naja 09. August 2007 um 2:15 Uhr

    @ difficult iseasy ,
    ja aber das ist doch total skuril, es werden sich alle möglichen sätze ausgedacht , die nein heißen sollen, um es vergewaltigern unmöglich zu machen sich auf unklare verhältnisse zu berufen, wie du das nennst.
    Aber es geht in dem reader, ja nicht vor allem um vergewaltiger, sondern um alle Männer, die grenzen überschreiten, womit die frau nicht einverstanden ist. Aber ich gehe immer noch davon aus, dass männer manchmal fehlliegen mit ihrer einschätzung davon, was gerade gewünscht oder schön ist, sowohl sexuell als auch in momenten der annäherung. Wie sollen aber diese das einschätzen lernen und auf die individuellen do`s und do nots der frauen eingehen können, wenn so nen mischmasch an aussagen als ein nein definiert wird. Ich find es soooooo wichtig, dass männer lernen ein nein ernst zu nehmen, da häng ich doch nicht son gedöns dran. Und dann darf ja auch nicht vergessen werden, dass männer insoweit von der patriarchalen gesellschaft geprägt sind, dass es für sie nicht so einfach ist zu verstehen, dass kein überreden usw. erwünscht ist oder von ihnen gefordert wird.

    Und ist es nicht viel sinnvoller betroffenen mut zu machen, ein nein zu artikulieren, da dass doch wenigstens eindeutig ist.
    Und männer darin zu sensibilisieren neins auch unausgesprochen zu erkennen, durch sensibilität mit dem verhalten der frau und nicht durch so komische phrasen??
    Und trotz alledem kommt es im bett leider immer wieder zu missverständnissen, aber ob die durch ungenügende reflektion oder sensibilität oder absicht verursacht werden, macht für mich einen großen unterschied! (Nur um unterstellungen vorzubeugen: Vergewaltigung ist für mich kein missverständnis!!!

  34. 34 difficultiseasy 09. August 2007 um 4:17 Uhr

    ich hab es doch schon geschrieben: bei unklarheit: nachfragen. das is so einfach, das sollte man doch sofort verstehen. ich glaube, das kann jeder lernen. ich hab ja schon gesagt, dass die einschätzung da keine rolle spielt, sondern es um absprache geht, um deutlichkeit.
    wenns ums anbaggern geht, hab ich eigentlich das gefühl, dass das thema ein bisl verkompliziert wird von dir. meistens könnten die kerle die unangenehm baggern, sehr schnell merken, dass sie sich grade scheisse verhalten, wenn sie nich irgendwo anders gelernt hätten, dass es irgendwie cool is mädels unter druck zu setzen, weil die dann manchmal einknicken, weil ein mißerfolg natürlich „voll peinlich“ ist oder weil die freunde es lustig finden sich sowas anzusehen, was weiß ich. aber das ist dann nicht das problem vom mädchen dass angemacht wird. wenn so ein typ dann mal ne aggressivere abfuhr bekommt, pech für den kerl, sollte er sich gedanken darüber machen.
    und warum soll man sich an die opfer sexueller gewalt wenden? was haben die damit zu tun? ich finde kein mädchen (um die geht es ja in fast allen fällen) MUSS lernen so oder so auf die existierende sexuelle gewalt zu reagieren oder präventiv sich bestimmte verhaltensweisen/skills anzueignen. es gab hier schonmal einen artikel in dem es darum ging, dass diese sichtweise am ende wieder den betroffenen die schuld zuschiebt. am ende konnte der kerl ja nich wissen dass…weil das patriarchat ja voll den druck ausgeübt hat oder so. das is doch bullshit.

  35. 35 naja 09. August 2007 um 13:20 Uhr

    @dificultiseasy

    wir reden irgendwie aneinander vorbei. Ich fühl mich auch nicht dafür verantwortlich, wenn mich ein typ blöd anmacht oder angrabscht und ich weiss auch, dass es menschen gibt, den nichts besseres einfällt als den frauen/mädchen eine mitschuld oder so was zuzuschreiben, aber das meine ich nicht. du sagst doch selbst es geht um deutlichkeit. und ich finde, dass die praxis der broschüre bzw. die kampagnensprüche nicht geeignet sind das zu leisten. denn um zu vermeiden, dass sich mädchen mitschuldig fühlen, macht es für mich keinen sinn, alles was schief laufen kann dem typen anzulasten, damit der schuld ist. also, wie schon gesagt, zwischen absicht und ungeschicklichkeit finde ich immer noch einen unterschied und dass sollte sich auch im umgang mit den typen zeigen. die dann alle in „wer nicht gemerkt hat, dass die frau etwas nicht wollte, das leider nicht sagen oder zeigen konnte, dass aber nicht verstanden hat“ -ist ein vergewaltiger – logik kann ich einfach nicht als gelungene antwort auf dieses problem empfinden. Und es geht für mich eben nicht in erster linie um schuld, sondern um prävention, stärkung und artikulation. Ich will nur sagen, dass ich glaube, es muss mit den typen geredet werden, zumindest mit denen, die auf dem level von dumm anmachen und arm umlegen agieren, und zwar derart, dass sie kritik an ihrem verhalten auch annehmen können. die einfach nur platt machen oder kloppe androhen erscheint mir echt keine lösung!

  36. 36 pia 09. August 2007 um 16:25 Uhr

    [quote post=“114″]Ich will nur sagen, dass ich glaube, es muss mit den typen geredet werden, zumindest mit denen, die auf dem level von dumm anmachen und arm umlegen agieren, und zwar derart, dass sie kritik an ihrem verhalten auch annehmen können.[/quote]
    aber naja: wie stellst du dir das vor? wenn mich jemand dumm anmacht und dann vielleicht auch noch versucht, mir seinen arm umzulegen, habe ich bestimmt keine lust, mit dem menschen noch verständnisvoll zu reden.

  37. 37 laylah 09. August 2007 um 19:39 Uhr

    mh, absolut nicht. also, „dumm anmachen“ ist halt super allgemein, was solln das heissen? den arm um mich legen ist ja ne berührung -> kommt überhaupt nicht in frage. so wen muss man also mindestens wegschubsen. if anybody puts a hand on you, you gotta make sure he never puts a hand on nobody again.

  38. 38 naja 09. August 2007 um 20:11 Uhr

    @pia also, dass du in der situation keine lust auf erklären hast, verstehe ich ja total, aber ich finds voll gut, wenn nach dem wegschubsen usw. nochmal jemand mit dem typen redet, um ihm zu erklären, warum so ein verhalten nicht ok ist. Ich hab männlichen Freunden und auch weiblichen, schon erklärt, wie anders als sie sich das denken, sprüche oder anmachen auf mich/mädchen/frauen… wirken. Und dass ist meistens auch angekommen. Meine Erfahrung ist halt echt, dass sich viele typen nicht so klar darüber sind, dass komplimente, anmachen, kontaktaufnahme sprüche etc. nicht nur nicht von ihnen erwartet werden, sondern „sogar“ voll daneben sind! Und gerade bei sehr jungen typen, die hauptsächlich mainstream-sozialisiert sind und die erfahrung gemacht haben, dass es auch frauen…gibt die das von ihnen erwarten oder sie das zumindest denken (und jetzt sagt bitte nicht, dass ihr keine menschen/frauen kennt die davon ausgehen das der mann ankommen und rumbalzen muss), erklär ich lieber seinen fehler, als ihm aufs maul zu hauen!
    Dass die betroffene Person kein bock hat, verstehe ich wie gesagt, aber als gemeinschaft fände ich so einen umgang besser.

  39. 39 naja 09. August 2007 um 20:25 Uhr

    Hab auf dem kritik an antisex-praxis blog, gestern einen tollen text zum thema gefunden, zur intimate violence, daraus:
    „we believe in revolution and community and people`s capacity for change“, den text find ich echt besser als einige reader beiträge.

  40. 40 Antidemokratische Aktion 09. August 2007 um 22:09 Uhr

    Linker Lynchmob live in action:

    if anybody puts a hand on you, you gotta make sure he never puts a hand on nobody again.

    Genau, am Besten gleich die Hand abhacken. Dass jemand den verkehrten Gedanken, aus dem heraus er solche Handlungen vollzieht, dass die Frauen ihm zum Beweis dessen, was für ein toller Hecht er doch ist, zur Vefügung zu stehen hätten, bleiben lässt, kann ja nicht sein. :-“

  41. 41 hek 10. August 2007 um 2:54 Uhr

    Das bei so ’nem Kommentar die Assoziation mit arabischem Namen sofort bei „Hand abhacken“ landet war ja klar…
    :-“

  42. 42 Antidemokratische Aktion 10. August 2007 um 8:42 Uhr

    Von Arabern steht nix in meinem Kommentar und was an „Hand abhacken“ nun spezifisch arabisch sein soll, weiß ich auch nicht. Gab es schließlich auch in Europa und wird in deutschen maedchenblogs zum gewünschten Mittel der Wahl. Mein Punkt war ein anderer, den ich offensichtlich für Leute wie Dich noch einmal expliziter ausführen muss. Also: laylah sagt zuerst, dass man unerwünschte körperliche Zugriffe nur körperlich unterbinden kann („wegschubsen“). Dagegen lässt sich auch nix sagen, nur bleibt laylah gar nicht dabei, sondern ihr ist das Wegschubsen (auch) die Rechtfertigung für etwas ganz anderes, nämlich „if anybody puts a hand on you, you gotta make sure he never puts a hand on nobody again.“.

    Sich(!) dem unerwünschten körperlichen Zugriff körperlich zu entziehen, wogegen man nix sagen kann, setzt sie gleich damit, es demjenigen, der sie unerwünscht berührt hat, es zu verunmöglichen, jemand zukünftig noch unerwünscht berühren zu können. Dann geht es also nicht mehr darum, sich(!) dem unerwünschten Zugriff zu entziehen, sondern darum, den übergriffigen Typen(!) zu schädigen. Laylah setzt dies schummelnd gleich, eben zwecks Rechtfertigung der Schädigung des übergriffigen Typens. Weil die das Gleiche sein soll, wie sich einer ungewollten Umarmung durch Wegschubsen zu entziehen, soll man gegen Handabhacken, oder was immer laylah als adäquates Mittel für „make sure he never puts a hand on nobody again“ versteht, genauso nix sagen können, wie gegen das Wegschubsen.

    Und was dem zu Grunde liegt, hatte ich im ersten comment im Grunde ja schon gesagt, nämlich ein rassistischer Übergang. „Übergriffig werden“ wird zum Wesen des Typens erklärt, an dem man ihm vorsorglich hindern müsse

  43. 43 pia 10. August 2007 um 14:38 Uhr

    [quote post=“114″]“Hand abhacken” (…) wird in deutschen maedchenblogs zum gewünschten Mittel der Wahl. [/quote]
    die einzige person, die von diesem mittel hier spricht, bist offensichtlich du. und aus deinen beiträgen spricht schon ganz schön viel wut auf menschen, die für richtig halten, nicht nur sich selbst einem übergriff zu entziehen (was du großzügigerweise zugestehst), sondern sich auch noch anmaßen, der übegriffigen person verdeutlichen zu wollen, das so ein verhalten generell nicht klar geht.
    würdest du hier ernsthaft diskutieren wollen, hättest du etwa schreiben können „so etwas darf aber nicht in handabhacken münden“ oder was auch immer. denn über die mittel wurde ja noch gar nix gesagt. aber nein, gleich in angriffststellung gehen, aus einem zitat einer (!) person gleich einen „linken lynchmob“ konstruieren, indem du das so weiterdenkst, wie du es dir anscheinend nur vorstellen kannst, und deine eigenen gedanken dann anderen unterstellst. daraus dann gleich noch einen „rassistischen übergang“ abzuleiten macht deine argumentation übrigens so was von absurd, auch da hier niemand etwas zum „wesen“ von wem auch immer erklärt hat.

  44. 44 Antidemokratische Aktion 10. August 2007 um 17:30 Uhr

    Würdest du hier ernsthaft diskutieren wollen“, pia, würdest Du mal auf meine Argumente eingehen. Und in denen geht es nicht darum, ob laylah nun Handabhacken, „Wegsperren und zwar lebenslänglich“, Todesstrafe als Mittel bevorzugt, “[to] make sure he never puts a hand on nobody again”. Schrieb ich ja auch:

    Weil die das Gleiche sein soll, wie sich einer ungewollten Umarmung durch Wegschubsen zu entziehen, soll man gegen Handabhacken, oder was immer laylah als adäquates Mittel für “make sure he never puts a hand on nobody again” versteht, genauso nix sagen können, wie gegen das Wegschubsen.

    Und daher geht es mir auch nicht nur darum, dass mir geschmäcklerisch Handabhacken dann doch ein wenig zu weit gehen würden, sondern um laylahs Schummelei (auf deren Nachweis Du mit keinem Wort eingehst), sowie um ihren rassistischen Übergang, welcher dieser zugrunde liegt. Da sagst Du nun, dass es diesen gar nicht gäbe, auch hier wieder ohne meine Begründung zu widerlegen. Vom „Wesen“ muss man ja auch nicht daherplappern, um in dieser Kategorie zu denken, von daher ist Dein Einwand schlicht keiner. Man kommt schlicht und einfach nicht darauf, den übergriffigen Typen so schädigen zu wollen, dass er nie wieder übergriffig werden kann (egal mit welchem Mittel), wenn man nicht unterstellt, dass er immer wieder übergriffig werden wird. Wenn man dies aber unterstellt, so unterstellt man ihm „übergriffig werden“ als unveränderlichen Teil seines Wesens, sonst könnte man das ja nicht wissen. Falls Du das wieder nicht zur Kenntnis nehmen willst, weil es Deiner feministischen Solidarität widerspricht, oder warum auch immer: „This is your problem“ (Slobodan Milosovic).

    Und noch was, pia:

    […] sondern sich auch noch anmaßen, der übegriffigen person verdeutlichen zu wollen, das so ein verhalten generell nicht klar geht.

    Ihr (oder meinetwegen auch nur laylah, aber Du verteidigst sie ja), seid doch diejenigen, die ihm das nicht „verdeutlichen […] wollen“, sondern die darauf aus sind, ihn so zu schädigen, dass er zukünftig gar nicht mehr in der Lage dazu ist. Ganz im Gegensatz dazu habe ich (zugegeben nicht wirklich ausgeführt und begründet, aber ist ja auch nicht das Thema hier), den Fehler, welcher dieser Handlung zu Grunde liegt benannt und gesagt, dass es darauf ankäme, dem Typen diesen Fehler zu verklickern, damit er ihn bleiben lässt:

    Dass jemand den verkehrten Gedanken, aus dem heraus er solche Handlungen vollzieht, dass die Frauen ihm zum Beweis dessen, was für ein toller Hecht er doch ist, zur Vefügung zu stehen hätten, bleiben lässt, kann ja nicht sein.

    Mal schauen, wie oft ich meine Argumente noch wiederholen muss, damit Ihr sie endlich mal entweder mit Gegenargumenten widerlegt, oder sie Euch einleuchten lasst.

  45. 45 pia 10. August 2007 um 19:11 Uhr

    so, lieber argumentfetischist, ich hab zwar eigentlich keine lust darauf, aber werde es trotzdem mal versuchen, weil für dich anscheinend nur ein argument ist, was sich wort für wort an etwas abarbeitet.
    1.[quote post=“114″]Laylah setzt dies schummelnd gleich, eben zwecks Rechtfertigung der Schädigung des übergriffigen Typens. Weil die das Gleiche sein soll, wie sich einer ungewollten Umarmung durch Wegschubsen zu entziehen, soll man gegen Handabhacken, oder was immer laylah als adäquates Mittel für “make sure he never puts a hand on nobody again” versteht, genauso nix sagen können, wie gegen das Wegschubsen.[/quote]
    laylah setzt hier überhaupt nichts gleicht, sondern ergänzt lediglich ihre aussage[quote post=“114″]so wen muss man also mindestens wegschubsen[/quote] um das statement[quote post=“114″]if anybody puts a hand on you, you gotta make sure he never puts a hand on nobody again.[/quote]
    wenn du deutlich hinguckst, siehst du, dass sie nicht mal ein „also“ dazwischen setzt geschweige denn davon schreibt, dass es das gleiche wär. sie geht mit der zweiten aussage lediglich einen schritt weiter. eine weitere interpretation wäre, dass sie das wegschubsen bereits für ein mittel hält, dafür zu sorgen, dass der fiktive armumleger dies in zukunft unterlässt.

    2.[quote post=“114″]Und was dem zu Grunde liegt, hatte ich im ersten comment im Grunde ja schon gesagt, nämlich ein rassistischer Übergang. [/quote]
    in dem schachtelsatz deines ersten postings lese ich das nicht.
    [quote post=“114″]Da sagst Du nun, dass es diesen gar nicht gäbe, auch hier wieder ohne meine Begründung zu widerlegen.[/quote]
    tut mir leid, deine begründung für den „rassistischen Übergang“ habe ich immer noch nicht entdecken können, wie soll ich sie also widerlegen?
    nehmen wir mal an, das folgende soll eine begründung dafür sein:
    [quote post=“114″]Man kommt schlicht und einfach nicht darauf, den übergriffigen Typen so schädigen zu wollen, dass er nie wieder übergriffig werden kann (egal mit welchem Mittel), wenn man nicht unterstellt, dass er immer wieder übergriffig werden wird. Wenn man dies aber unterstellt, so unterstellt man ihm “übergriffig werden” als unveränderlichen Teil seines Wesens, sonst könnte man das ja nicht wissen. [/quote]
    dazu sticht doch ins auge: begriffe man „übergriffig werden“ als „unveränderlichen Teil seines Wesens“, so bräuchte man doch gar nicht intervenieren, weil ja eh nicht zu verändern sei. hingegen: begreift man dies als veränderlich, macht es durchaus sinn, hier auf eine veränderung des verhaltens hinzuarbeiten, mit welchen mitteln auch immer man glaubt, dies erreichen zu können.

    3.[quote post=“114″]Ihr (oder meinetwegen auch nur laylah, aber Du verteidigst sie ja), seid doch diejenigen, die ihm das nicht “verdeutlichen […] wollen“, sondern die darauf aus sind, ihn so zu schädigen, dass er zukünftig gar nicht mehr in der Lage dazu ist.[/quote]
    da ich nicht weiß, was laylah genau im hinterkopf hatte, als sie diesen satz schrieb, kann ich nur von dem geschrieben ausgehen. dort steht nichts von „schädigung“, sondern nur davon, dafür zu sorgen, dass er seine hand nicht mehr auf jemanden lege. ich unterstelle laylah jetzt mal wohlwollend, dass sie damit das nicht-konsensuelle handauflegen meint und die person nicht lebenslänglich von jeglichem körperkontakt ausschließen möchte. wenn das ziel erreicht wird, ist also keineswegs von einer schädigung des handauflegers zu sprechen, sondern eher von einer art „weiterbildung“.

    4.[quote post=“114″]Ganz im Gegensatz dazu habe ich (…) gesagt, dass es darauf ankäme, dem Typen diesen Fehler zu verklickern, damit er ihn bleiben lässt:[/quote]
    da sind wir uns doch im prinzip einig. nur scheinst du davon auszugehen, dass dieses verklickern praktisch von alleine geschieht, dass er diesen gedanken also „einfach sein lässt“. die erfahrung zeigt allerdings des öfteren, dass da manchmal eben doch ein bisschen nachhilfe nötig ist.

  46. 46 Antidemokratische Aktion 10. August 2007 um 20:20 Uhr

    Also noch einmal, worauf ich hinaus wollte: laylah führt eine Gewaltanwendung als Mittel an, sich einem unerwünschten körperlichen Zugriff zu entziehen (wie gesagt: dagegen gar kein Widerspruch). Von da aus macht sie nahtlos den Übergang zur Parole “if anybody puts a hand on you, you gotta make sure he never puts a hand on nobody again.“. Und damit impliziert sie selbstverständlich, dass auch da Gewalt das Mittel der Wahl ist. Mit diesem Übergang rechtfertigt sie auch diese Gewaltanwendung, so nach dem Motto: wenn sie zur Selbstverteidigung das adäquate Mittel ist, dann auch dafür. Dabei schummelt sie aber weg, dass da ein ganz anderer Zweck unterwegs ist, für den das Mittel Gewalt angewendet werden soll. Nicht mehr, um sich dem unerwünschten körperlichen Zugriff zu entziehen, sondern um dafür zu sorgen, dass der übergriffig Gewordene dies nie wieder tut. Weil Gewalt jedoch kein Argument ist, kann es Ihr, anders als von Dir behauptet, nicht darum gehen, ihn zu überzeugen, sondern ihn zu schädigen, sei es reell so, dass er nie wieder übergriffig werden kann (darauf spielte ich mit dem polemischen „Hand abhacken“ an), oder als drohende Schädigung, dass er sich das nie wieder traut. Dem Wiederrum liegt der rassistische Übergang zu Grunde, dass man den nur durch verübte oder drohende Schädigung davon abhalten könne, wieder übergriffig zu werden. Also erklärt man dies, und das ist der rassistische Übergang, zu seinem Wesen. Und darum bin ich mir mindestens mit laylah auch nicht „im Prinzip einig“.

    da sind wir uns doch im prinzip einig. nur scheinst du davon auszugehen, dass dieses verklickern praktisch von alleine geschieht, dass er diesen gedanken also “einfach sein lässt”. die erfahrung zeigt allerdings des öfteren, dass da manchmal eben doch ein bisschen nachhilfe nötig ist.

    Nein, ich habe entgegen dem rassistischen Übergang zunächst einmal nur hochgehalten, dass übergriffig werden auf einen Fehler beruht, den man bleiben lassen kann. Dass der von alleine bleiben gelassen wird, war hingegen nicht meine Aussage – den Fehler wird man dem schon verklickern müssen (hatte ich jetzt ja auch geschrieben). Und selbst dann gibt es selbstverständlich keine Garantie, dass er ihn auch einsieht, also bleiben lässt. Sieht man ja auch hier … :P

  47. 47 pia 10. August 2007 um 21:15 Uhr

    du gehst auf meine argumente auch nicht ein, z.b. dieses: [quote post=“114″]begriffe man “übergriffig werden” als “unveränderlichen Teil seines Wesens”, so bräuchte man doch gar nicht intervenieren, weil ja eh nicht zu verändern sei. hingegen: begreift man dies als veränderlich, macht es durchaus sinn, hier auf eine veränderung des verhaltens hinzuarbeiten, mit welchen mitteln auch immer man glaubt, dies erreichen zu können.[/quote]
    dazu sagst du nur:
    [quote post=“114″]Also erklärt man dies, und das ist der rassistische Übergang, zu seinem Wesen. [/quote]
    interessant wäre übrigens, was genau der begriff des „rassistischen übergang“ eigentlich bezeichnet. nach erster google-recherche scheint dieser eine erfindung gsp-naher blogger zu sein?

  48. 48 tee 10. August 2007 um 22:59 Uhr

    =)) mensch kann halt doch mit denen spass haben. und wenn’s dazu einen rassistischen übergang, google und ’ne clevere pia braucht. aber es geht …

  49. 49 naja 11. August 2007 um 0:19 Uhr

    ??? @tee : bitte erklären!

  50. 50 tee 11. August 2007 um 14:02 Uhr

    ich amüsierte mich nur (wirklich köstlich) über pias letzten satz.
    naja, humor ist aber auch etwas arg subjektives …

  51. 51 punk 11. August 2007 um 16:34 Uhr

    @naja
    „Außerdem finde ich es problematisch, verschiedenste Sätze, wie: “Ich bin mir nicht sicher” als NEIN zu definieren.“

    dito. darüber hab ich mich damals schon etwas aufgeregt. alle andere Formulierungen sind eindeutige Ablehnungen oder sowenig Reaktion, daß ich keine Probleme hätte, sie als „nein“ zu definieren. ich war mir aber auch schon oft genug nicht sicher und hab mich von dem Gegenüber überzeugen lassen (und überzeugen heißt ja nicht: überwältigen).

  52. 52 tee 11. August 2007 um 18:00 Uhr

    *gähn* das nein ist doch nicht als endgültiges (ewig gültiges) nein zu verstehen, sondern bezieht sich immer nur auf den moment. weshalb es ja auch bedeuten kann: nein, jetzt nicht, überzeug mich erstmal.

    deswegen bedeutet „ich bin mir nicht sicher“ erstmal „nein“. klar?

  53. 53 laylah 12. August 2007 um 2:15 Uhr

    antidemokratische aktion: aus meinem statement (never…again) auf eine ausgeführte oder auch nur angedrohte dauerhafte physische schädigung oder ähnliches zu schliessen, ist reine (böswillige) interpretation. ich ignorier grad mal deinen schlechten stil und versuche, das greifbarer zu machen. möglicherweise wirst du mir für folgenden vergleich insgeheim die hand abhacken wollen, aber das von mir.. angedeutete konzept weist durchaus parallelen mit einer form des antifaschistischen kampfes auf. diese magst du ebenfalls ablehnen – egal, hier gehts ums verständnis. also, analog zu einem ja: gewaltsamen zurückdrängen von faschos will ich dem übergriffigen macker klarmachen, dass er auch mal mit reaktionen zu rechnen hat. er soll also keinen schaden davontragen, sondern es sich beim nächsten mal einfach nur zweimal überlegen, ob er für ein grapschen eine schelle riskieren will. wenn dein widerspruch weiter besteht, lass es mich wissen. dann aber bitte auch bezugnahme auf diesen comment hier und vor allem auf den unterstellten rassistischen übergang.
    noch zu meiner „schummelei“: sone zwei drei dahingeschissenen sätze formal zerpflücken zu wollen, ist ja schon ein bisschen unfair? das war eine spontane aneinanderreihung, keine manipulative strategie – komm klar. also: nein, ich will die beiden dinge nicht gleichsetzen. ich vertrete sie. gleichzeitig. andere positionen sind zwar in meinen augen falsch, doch erlaubt. okay?

  54. 54 bikepunk 089 15. August 2007 um 14:45 Uhr

    @greschka – 2 wesentliche Argumente will ich mal dazusteuern, auf die Gefahr hin alles noch komplizierter zu machen. In diesem comment staht das alles sehr holzschnittartig, das vielleicht beim lesen mitdenken.

    von wegen Wesenshafter Täter – wenn du (was du wahrscheinlich nicht tust) davon ausgehst, dass grenzüberchreitendes Verhalten von Männern gegenüber Frauen nicht eine rein individuelle Laune der jew. Männer ist, sondern Ausdruck eines Gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnisses, bei dem alle mehr oder weniger mitmachen, dann ist die Unterstellung, das einer der einmal nervig baggert, das öfters tut gar nicht so weit hergeholt. Ausser er ist vom Mond, oder sonstwo auserhalb dieser Gesellschaft sozialisiert. Und dann geht es u.U. auch nicht nur darum, diesen einen Typen zu bändigen, sondern sich gegen dieses besagte Unterdrückungsverhältniss zu wehren, an einem konkreten Punkt. Sach ich mal so.

    von wegen verklickern – Zu den gesellschaftlichen Machtverhältnissen gehört auch die Frage wer wen ernst nimmt, z.B. wer trainiert ist Signale des Inhalts „Geh du mir fort“ ggf. zu ignorieren.
    Ob der fragliche Typ weiss, dass grenzüberschreitendes Verhalten nicht geht, ist egal wenn er trainiert ist Grenzziehungen nicht zu bemerken. Da werden klarere Signale – amoi foit da Watschbaum um! – vielleicht als Aha-Effekt verarbeitet. Muss nicht so funktionieren, kann aber.

  55. 55 Antidemokratische Aktion 16. August 2007 um 0:08 Uhr

    @ pia:

    Ich gehe sehr wohl auf Dein Argument ein, Du lässt in Deinem Zitat aus meinem comment nur genau das Argument weg, welches vor der von Dir zitierten Stelle steht und auf welches sich das „also“ bezieht. Und was der Inhalt von „rassistischer Übergang“ ist, hatte ich ja hingeschrieben und Du hast es auch kapiert, wo ist da bitte das Problem?

    @ laylah:

    „Erlaubt“ ist doch lächerlich, als könnte ich Dir was verbieten. Zumal verbieten ohnehin immer den Haken hat (womit wir wieder beim Thema wären), dass es der Betätigung des Willens nur die Kalkulation aufmacht, diese lieber bleiben zu lassen, weil sonst als Rache für das Übertreten des Verbotes eine Schädigung erfolgt. An den Gedanken, der dem Willen zu Grunde liegt, ist man so gerade nicht dran. Und genau ist auch der Fehler an Deinem Argument. Deshalb komme ich ja darauf, bei Dir einen rassistischen Übergang auszumachen: Macker bleibt immer Macker, Nazi bleibt immer Nazi – das blendet halt den Grund, warum die Macker/ Nazis sind, also die je falschen Gedanken, welche die sich machen, aus. Womit man ihnen ihre verkehrte Handlungen als ihr Wesen unterstellt, welches man nur mit Einschüchterung an seiner Betätigung hindern könne. Und sorry, dass ich angenommen habe, Deine Beiträge würden eine innere Logik enthalten, statt nur eine Aneinanderreihung von Parolen zu sein.

    @ bikepunk:

    Nein, von „gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis“, „bei dem alle mehr oder weniger mitmachen“ habe ich nicht geredet. Sondern davon, dass der übergriffige Typ, seinen Anspruch an die Frau, ihm als Beweis zu dienen, was für ein toller Hecht er doch ist, als eine Art eingebildeten Rechtsanspruch darauf, gegen diese durchsetzt. Ja, das beruht auf der Verdoppelung der kapitalistischen Konkurrenz in private Angeberei, also auf einem „gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis“, „bei dem alle mehr oder weniger mitmachen“. Nein, schon diesen Übergang muss man nicht machen. Man kommt zwar nicht darum herum, sich um Jobs zu balgen, weil man das Geld braucht, um den durch die Eigentumsordnung staatlich durchgeherrschten Ausschluss von allem zu überwinden, aber sich die Erfolge und Misserfolge darin zum Ausdruck der höchsteigenen Persönlichkeit umzudeuten, für die einem Anerkennung zukommen müsse und um diese (sei es als Bestätigung, sei es als Kompensation) dann auch im Privatleben zu konkurrieren, das sind alles verkehrte Reflektionen auf die kapitalistischen Verhältnisse, die man selbstverständlich bleiben lassen kann, wenn man sie als verkehrt eingesehen hat. Ich will das jetzt nicht ewig auswalzen, daher zur Verdeutlichung nur mal kurz den Fehler am Kompensationsbeispiel aufgezeigt: da scheitert also einer in der kapitalistischen Konkurrenz und hat daher kaum Geld, also auch kaum Zugriff auf die Warenwelt. Diese Schädigung erklärt der sich nicht nur nicht, sondern die nimmt er schon gar nicht mehr als die wirkliche Schädigung wahr. Diese soll vielmehr darin bestehen, dass man ihm mit der Konkurrenzniederlage die (ihm als tolle Persönlichkeit selbstverständlich zustehende) Anerkennung verweigert habe – schon das ist ein verkehrter Übergang. Diesen Schaden will er dadurch beheben, dass er sich auf einem anderen Gebiet, im Privatleben, die Anerkennung holen will (Frauen aufreißen, Szenezugehörigkeit, …), womit er seinen verkehrten Übergang konsequent fortsetzt.

    Und ja: solange jemand lauter solche verkehrten Übergänge macht, wird er auch immer wieder darauf basierende Handlungen durchführen. Darum soll man ihm ja verklickern, warum die verkehrt sind. Und genau das macht man wie gesagt durch Einschüchterung nicht, sondern da hält man ihn höchstens davon ab, die aus seinen verkehrten Gedanken folgenden Handlungen zu vollziehen. Womit man sich gegen ein ominöses „Unterdrückungsverhältnis“ freilich nicht die Bohne „gewehrt“ hat, geschweige denn, es gescheit kritisiert.

    Ähnlich auch für das zweite Argument: die Ohrfeige signalisiert dem doch bloß, dass es sich diese Frau nicht gefallen lässt, dass der seinen eingebildeten Rechtsanspruch gegen sie durchsetzt. Tja, dann ist er halt beleidigt, weil ihm das nicht gelungen ist („prüde Zicke“ oder sowas), aber warum sollte ihn ausgerechnet das dazu bringen, von seinen verkehrten Übergängen Abstand zu nehmen?

  56. 56 difficultiseasy 16. August 2007 um 1:59 Uhr

    „Ähnlich auch für das zweite Argument: die Ohrfeige signalisiert dem doch bloß, dass es sich diese Frau nicht gefallen lässt, dass der seinen eingebildeten Rechtsanspruch gegen sie durchsetzt. Tja, dann ist er halt beleidigt, weil ihm das nicht gelungen ist (”prüde Zicke” oder sowas), aber warum sollte ihn ausgerechnet das dazu bringen, von seinen verkehrten Übergängen Abstand zu nehmen?“

    dann wird so ein mensch eben zu dir geschickt und du wirst ihm ein licht aufgehen lassen. und sollte das mal nicht klappen (bei deinen guten argumenten natürlich beinahe ausgeschlossen), wurde er so wenigstens ordentlich bestraft.

  57. 57 inkognitee 16. August 2007 um 2:32 Uhr

    […] wurde er so wenigstens ordentlich bestraft.

    =)) lustig, aber wahr …

  58. 58 Antidemokratische Aktion 16. August 2007 um 8:01 Uhr

    Haha, wie lustig, vor allem aber ein blöder Zweck, die Schädigung noch in eine am Schädigende verübte verdoppeln zu wollen.

  59. 59 Antidemokratische Aktion 16. August 2007 um 8:42 Uhr

    Weil es hier ja um eine „Antisexismusbroschüre“ geht, es also einigermaßen zum Thema passt, dann doch noch ein paar Worte zu bikepunks “gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis“, bei dem alle mehr oder weniger mitmachen”, welches „Sexismus“ darstellen soll.

    1.) „Sexismus“ ist objektiv betrachtet lediglich die Einsortierung verschiedener Gegenstände in eine gemeinsame Oberkategorie, an Hand eines gemeinsamen Merkmals. Dieses gemeinsame Merkmal ist, dass Frauen als Opfer betroffen sind.

    2.) Eine Kritik des jeweiligen Gegenstandes ist das gerade nicht, vielmehr verabschiedet man sich so gerade von der Befassung mit deren jeweiligen Inhalten. Wenn man daran, dass Frauen im alten Griechenland keine vollwertigen Bürger waren, daran, dass sie hier keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten, daran, dass sie im Iran einen Schleier tragen müssen und daran, dass Vergewaltigungen und sonstige sexuelle Übergriffe stattfinden, immer nur festhalten will, dass da Frauen betroffen sind, weiß man eben gar nicht, warum das jeweils so war/ ist.

    3.) Es geht dabei ja aber auch gar nicht um Kritik, sondern um Skandalisierung. Diese erfolgt durch die Blamage an einem durchgesetzten Ideal als moralischen Titel, nämlich dem von Freiheit und Gleichheit, also daran, dass alle unter den gleichen vom bürgerlichen Staat durchgesetzten Rahmenbedingungen ihre Willkür gegeneinander betätigen dürfen. Dabei wird dann auch gerne die gleiche und freie Teilnahme an dieser Konkurrenz um die Durchsetzung des eigenen, bürgerlichen, Interesses, damit verwechselt, dass dann auch ein gleiches Resultat („gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, 50% Frauen in den Jobs der Elite etc. pp.) herauszukommen habe.

    4.) Bei Linken und sonstwelchen Feministen soll diese Einsortierung dennoch eine Erklärung darstellen. Weil sie aber getrennt von jedem Grund immer nur Unterdrückung von Frauen feststellen, ist der Widerpart dazu genauso inhaltslos, nämlich Herrschaft pur. Da soll Herrschaft gar keinen Zweck mehr haben, der gegen die Beherrschten durchgesetzt wird, sondern sie soll nur auf Unterdrückung aus sein. Und der Widerpart zu den unterdrückten Frauen sind dann die unterdrückenden Männer, so dass noch der Bahnhofspenner Angela Merkel beherrschen soll. Und so kommt es dann, dass die nichtssagende Rede von einem “gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis, bei dem alle mehr oder weniger mitmachen”, glatt als tolle linke Kritik durchgeht.

  60. 60 pia 16. August 2007 um 10:43 Uhr

    @antidemokratische aktion:[quote post=“114″]Ich gehe sehr wohl auf Dein Argument ein, Du lässt in Deinem Zitat aus meinem comment nur genau das Argument weg, welches vor der von Dir zitierten Stelle steht und auf welches sich das “also” bezieht. [/quote]
    eben nicht. ich kann mir das immer wieder durchlesen, aber erkenne nicht, wo du bezug auf die von mir gemachte aussage [quote post=“114″]begriffe man “übergriffig werden” als “unveränderlichen Teil seines Wesens”, so bräuchte man doch gar nicht intervenieren, weil ja eh nicht zu verändern sei. [/quote] nimmst, sondern du wiederholst einfach deine argumentation, die meinen einwand überhaupt nicht zur kenntnis nimmt.[quote post=“114″]Und was der Inhalt von “rassistischer Übergang” ist, hatte ich ja hingeschrieben und Du hast es auch kapiert, wo ist da bitte das Problem?[/quote] du hast geschrieben, was der „rassistische übergang“ an diesem beispiel sein soll, eine definition des begriffs (gerne mit quellenangabe) bist du uns immer noch schuldig, ohne eine solche ist es witzlos, darüber weiter zu sprechen.

    was hingegen deine deine auf bikepunks worte bezogene sexismus-abhandlung betrifft, zeugt von einer unkenntnis femistischer theorie und antisexistischer praxis, da ist diesmal ja selbst der wikipedia-artikel informierter. und da hab ich jetzt wirklich was besseres zu tun als dir punkt für punkt zu widerlegen, du kannst ja erstmal die broschüre lesen, um die es in dieser diskussion ursprünglich mal ging. vielleicht hast du danach ja auch selbst eine idee, wie mit sexuellen belästigungen umgegangen werden kann oder sollte, bisher hast du dich ja nur dazu geäußert, wie es nicht getan werden soll. oder muss der kampf gegen sexismus deiner ansicht nach so lange zurückgestellt werden, bis der staat abgeschafft wurde?

  61. 61 Das geprüfte Argument 16. August 2007 um 11:41 Uhr

    du hast geschrieben, was der “rassistische übergang” an diesem beispiel sein soll, eine definition des begriffs (gerne mit quellenangabe) bist du uns immer noch schuldig, ohne eine solche ist es witzlos, darüber weiter zu sprechen.

    Hat ADA doch gemacht:

    Und was dem zu Grunde liegt, hatte ich im ersten comment im Grunde ja schon gesagt, nämlich ein rassistischer Übergang. “Übergriffig werden” wird zum Wesen des Typens erklärt, an dem man ihm vorsorglich hindern müsse

    […]

    Nicht mehr, um sich dem unerwünschten körperlichen Zugriff zu entziehen, sondern um dafür zu sorgen, dass der übergriffig Gewordene dies nie wieder tut. Weil Gewalt jedoch kein Argument ist, kann es Ihr, anders als von Dir behauptet, nicht darum gehen, ihn zu überzeugen, sondern ihn zu schädigen, sei es reell so, dass er nie wieder übergriffig werden kann (darauf spielte ich mit dem polemischen “Hand abhacken” an), oder als drohende Schädigung, dass er sich das nie wieder traut. Dem Wiederrum liegt der rassistische Übergang zu Grunde, dass man den nur durch verübte oder drohende Schädigung davon abhalten könne, wieder übergriffig zu werden. Also erklärt man dies, und das ist der rassistische Übergang, zu seinem Wesen.

    Da kommt schon heraus, was ein rassistischer Übergang im allgemeinen ist: Die Behauptung einer notwendigen Kausalität zwischen dem Willensinhalt, (eine Frau gegen ihren Willen anzufassen), und dem Wesen desjenigen, der das tut. Im Prinzip wird da der Willensinhalt nur in die Person hineinverdoppelt, aber nichts an dem genannten Willensinhalt kritisiert.

    Pia, Deine Tour, ADA eine mangelnde wissenschaftliche Tätigkeit dadurch vorzuwerfen, dass er ja „nur“ eine „Erfindung“ meinerseits bemüht, statt irgendeinen x-beliebigen Doktorpenner als Quelle anzugeben, zeugt von einem Desinteresse an der Sache – was jedoch für den bürgerlichen Wissenschaftsbetrieb recht typisch ist. Was sagt es denn über die Richtigkeit eines Begriffes aus, dass ein „GSP-naher“ Blogger diesen benützt oder gebildet hat? Anders herum: Was sagt es über die Richtigkeit eines Begriffs aus, dass ein Doktorpenner ihn aufgeschrieben hat? Jeweils nämlich erst einmal gar nichts, weil’s ja lediglich um die Autorenschaft geht! Da muss man sich schon einmal bemühen, den jeweiligen Begriff zu prüfen…

  62. 62 inkognitee 16. August 2007 um 12:32 Uhr

    wo ihr aber das „Wesen desjenigen, der das tut“ eigentlich hernehmt, habe ich nicht verstanden. wie kommt ihr auf diese wesenszuschreibung? weil aus einem fall geschlussfolgert wird, dass dieser sich wiederholen KÖNNTE? für mich wäre es höchstens ein sog. „rassistischer übergang“ wenn die kausalität unterstellt werden würde. wird aber nicht. nur die möglichkeit wird stärker in betracht gezogen als bei menschen die in diesem sinne noch nicht affällig geworden sind.

    also wenn das schon ein rassistischer übergang sein soll, ach …

    es wäre einer, wenn von der person weg eine wesensbeschreibung gegeben werden würde, denn hier wird nur für eine bestimmte person tatsächlich aufgrund eines bestimmten ereignisses eine wesensbeschreibung gegeben. sowas ist einfache beurteilung (des verhaltens) eines individuums.
    wenn mir einer die zeitung klaut, dann kann es doch durchaus bestandteil seines wesens sein, zumindest ist die chance dazu ungleich höher als bei nichtvorbelasteten. eben begründet.

    eine wesenszuschreibung an sich ist überhaupt nicht rassistisch, sondern erst einmal nur ein (vor)urteil, von dem aus weiter gehandelt wird.

    wenn jedenfalls die wesenszuschreibung der rassistische übergang sein soll, ist es tatsächlich unwissenschaftlich. nicht nur im bürgerlichen sinne.

  63. 63 pia 16. August 2007 um 13:13 Uhr

    @geprüftes argument: „desinteresse an der sache“ ist echt ein lächerlicher vorwurf. warum habe ich wohl nach diesem begriff gegoogelt? weil er mich nicht interessiert oder weil ich mir vielleicht aufklärung darüber versprochen habe, woher dieser begriff kommt und was er bedeutet? ob jemand einen doktortitel hat oder nicht ist mir dabei ziemlich wurscht, mich hätte einfach eine definition interessiert, die ich leider nicht gefunden habe.
    was daran jetzt „rassistisch“ sein soll, wenn man von der möglichkeit ausgeht, dass eine übergiffig gewordene person dies erneut tun könnte, ist mir übrigens nach deiner erklärung immer noch nicht klar. was für eine definition von „rassismus“ steckt denn da überhaupt dahinter?
    und schließlich: „mangelnde wissenschaftliche tätigkeit“ habe ich auch niemandem vorgeworfen, der wissenschaftbegriff wurde gerade erst von dir in diese diskussion eingebracht.

  64. 64 Das geprüfte Argument 16. August 2007 um 13:56 Uhr

    “desinteresse an der sache” ist echt ein lächerlicher vorwurf. warum habe ich wohl nach diesem begriff gegoogelt? weil er mich nicht interessiert oder weil ich mir vielleicht aufklärung darüber versprochen habe, woher dieser begriff kommt und was er bedeutet? ob jemand einen doktortitel hat oder nicht ist mir dabei ziemlich wurscht, mich hätte einfach eine definition interessiert, die ich leider nicht gefunden habe.

    Du hast mich nicht verstanden: Mit Desinteresse an der Sache meinte ich dies bezüglich dem von ADA eingeführten Begriff. Den hat der ja – und darauf gehst Du ganz offensichtlich immer noch nicht ein, trotz meines Zitats (!) – schon ausgeführt. Stattdessen konterst Du mit:

    interessant wäre übrigens, was genau der begriff des “rassistischen übergang” eigentlich bezeichnet. nach erster google-recherche scheint dieser eine erfindung gsp-naher blogger zu sein?

    und

    du hast geschrieben, was der “rassistische übergang” an diesem beispiel sein soll, eine definition des begriffs (gerne mit quellenangabe) bist du uns immer noch schuldig, ohne eine solche ist es witzlos, darüber weiter zu sprechen.

    „Quellenangabe“ fehlt und „GSP-nahe Blogger erfinden“ – so geht das natürlich nicht! Einfach mal einen Begriff – den ich Dir übrigens auch noch explizit serviert habe (!) – hinschreiben ohne Hinweis auf eine anerkannte Autorenschaft (GSP zählt nicht, die sind dogmatische Betonköppe, klar – und schon gar nicht die Blogger, die erfinden nur) – wo käme man da hin? Eins ist klar: Nicht zur Klärung dessen, was Inhalt des Willens des Anfassens gg. den Willen einer Frau ist, sondern nur zum Ausweichen auf Nebenschauplätze der bürgerlich-wissenschaftlichen Korrektheit. Insofern hast Du doch:

    “mangelnde wissenschaftliche tätigkeit” nämlich im Sinne des bürgerlich-wissenschaftlichen Anstandes kritisiert, statt den vorgetragenen Inhalt.

    was daran jetzt “rassistisch” sein soll, wenn man von der möglichkeit ausgeht, dass eine übergiffig gewordene person dies erneut tun könnte, ist mir übrigens nach deiner erklärung immer noch nicht klar.

    Das brauchst Du gar nicht zu betonen, das ist offensichtlich. Bevor ich das beantworte, dreh Dir doch einfach mal die Frage um, dann merkst Du schon, dass da eine gewisse logische Absurdität und Unterstellung drinnen steckt: Wieso sollte eine „übergriffig gewordene Person“ dies erneut tun? Allein, weil sie dies mal getan hat, folgt nämlich logisch gar nicht, dass sie es wieder tut. Vielleicht zieht sie den Schluss, dass sie das nächste Mal die ganze Anbaggertour mit Esseneinladen, Cocktailstrinken, Tür aufhalten und der ganze Scheißdreck macht, damit die Frau keinen entgegenstehenden Willen mehr beim Knutschen äußert? Gibt gar keine Notwendigkeit für einen erneuten Übergriff. Nicht so für Dich: Wer da einmal „übergriffig wurde“, der hat schon den Makel weg, zumindest die Vermutung, eben so ein „Übergreifer“ als Person zu sein, als Wesensbestimmung dieser Leute – das ist ein Gedankengang, der üblicherweise Rassismus letztlich ausmacht, daher rassistischer Übergang. Wer so tickt, der greift auch konsequent erst einmal nicht zur Diskussion mit so jemand, der haut drauf…denn wer so ein Typ ist, der ändert sich auch nicht – insofern ist das Gewaltmittel auch die Konsequenz aus dem falschen rassistischen Übergang zuvor.

  65. 65 Das geprüfte Argument 16. August 2007 um 13:57 Uhr

    Huch, naja, nun hab ich ja doch geantwortet.. :D

  66. 66 Das geprüfte Argument 16. August 2007 um 14:02 Uhr

    wenn mir einer die zeitung klaut, dann kann es doch durchaus bestandteil seines wesens sein, zumindest ist die chance dazu ungleich höher als bei nichtvorbelasteten. eben begründet.

    Das ist tautologisch wie es im buche steht:

    Einer, der klaut, klaut (eher) wieder. Einer, der nicht klaut, fängt (eher) nicht damit an. Keine Auskunft über den Inhalt von Klauen und schon gar kein Argument für diese behauptete Vermutung…das könnte aus einem Kriminologiebuch sein unter dem Kapitel „Struktur und Wesen von Erst- und Wiederholungstätern“…

  67. 67 laylah 16. August 2007 um 14:29 Uhr

    antidemokratische aktion: wieso machst du auf respektloses arschloch, nachdem ich bewusst so dermassen korrekt geblieben bin? zu dem hier hast du nunma noch nix gesagt – wenn doch, machs dir einfach und antworte halt mit nem zitat..

    [quote comment=“8755″]
    dazu sticht doch ins auge: begriffe man „übergriffig werden“ als „unveränderlichen Teil seines Wesens“, so bräuchte man doch gar nicht intervenieren, weil ja eh nicht zu verändern sei. hingegen: begreift man dies als veränderlich, macht es durchaus sinn, hier auf eine veränderung des verhaltens hinzuarbeiten, mit welchen mitteln auch immer man glaubt, dies erreichen zu können.[/quote]

  68. 68 Antidemokratische Aktion 16. August 2007 um 19:12 Uhr

    @ laylah:

    antidemokratische aktion: wieso machst du auf respektloses arschloch, nachdem ich bewusst so dermassen korrekt geblieben bin?

    Weil es mir um richtige Kritik geht. Daher bringe ich gegenüber geäußerten Meinungen nicht getrennt von deren Inhalt „Respekt“ auf, sondern prüfe, ob die stimmen. Und wenn nicht, dann sage ich die Argumente dagegen. Wenn ich deswegen einen auf „Arschloch“ mache – bitte.

    Wo meine Antwort auf das Zitat steht, hatte ich ja pia schon gesagt, aber die sagt ja genauso wenig, warum sie das Argument nicht überzeugt, sondern leugnet lieber, das es dasteht. Aber okay, dann sage ich es eben noch einmal ein wenig anders: Wer sagt, dass man eine Handlung unterbinden müsse, der gibt damit zu Protokoll, dass er dem Handelnden unterstellt, diese Handlung nicht als verkehrt einsehen zu können. Von daher ist das „mit welchen mitteln auch immer“ geschummelt, weil die Verhinderung des Übergangs vom Interesse an dessen Betätigung nicht ein anderes Mittel, sondern ein anderer Zweck ist, als das verkehrte Interesse durch Kritik zu beseitigen. Indem Ihr (pia und Du) so tut, als wäre das aber bloß ein anderes Mittel für den gleichen Zweck, den falschen Gedanken zu beseitigen, dementiert Ihr heuchlerisch Euren rassistischen Übergang, behaltet ihn aber objektiv bei. Jetzt klar genug?

    @ pia:

    vielleicht hast du danach ja auch selbst eine idee, wie mit sexuellen belästigungen umgegangen werden kann oder sollte, bisher hast du dich ja nur dazu geäußert, wie es nicht getan werden soll.

    Um aufzuzeigen, warum Euer Umgang damit verkehrt ist, ist es auch gar nicht nötig, aufzuzeigen, wie es denn richtig gemacht werden würde. Es stimmt aber auch sachlich nicht, dass ich dazu nix geschrieben hätte. Mein Vorschlag war: Übergriffe in der Situation erst einmal verhindern (das ganz untheoretisch, einfach als pragmatische Notwendigkeit) und ansonsten versuchen, den Typen ihre falschen gedanklichen Übergänge durch deren Kritik auszutreiben. Aber selbst wenn man diese als untauglich verwirft, nimmt das von meiner Kritik an den Euren keinen Jota zurück.

    oder muss der kampf gegen sexismus deiner ansicht nach so lange zurückgestellt werden, bis der staat abgeschafft wurde?

    Da ich Sexismus für eine analytisch untaugliche Sortierung halte (s.o.) habe ich gar nicht vor, einen „Kampf gegen Sexismus“ zu führen. Und zum Thema sexuelle Übergriffe speziell habe ich jetzt doch schon x-fach gesagt, dass die verkehrten Gedanken, welche diesen zu Grunde liegen, zwar verkehrt auf die kap. Gesellschaft reflektieren, aber diese Fehler gerade nicht notwendig sind. (Sonst wären es ja weder Fehler, noch könnte man sie als solche erkennen.) Von daher war meine Aussage auch nicht, dass man erst den Staat abschaffen müsste, um gegen diese zu agitieren. Können wir jetzt wieder zu den Inhalten zurückkommen, anstatt dass Du durch Unterstellungen und Themenwechsel versuchst, diese zu blamieren, statt zu widerlegen oder sie mal einzusehen?

    Ach ja, der Wikipedia-Artikel, da bestätigt doch schon dessen erster Satz meine Kritik. Wikipedia:

    Unter Sexismus versteht man die Diskriminierung oder Unterdrückung von Menschen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit.

    Ich:

    1.) “Sexismus” ist objektiv betrachtet lediglich die Einsortierung verschiedener Gegenstände in eine gemeinsame Oberkategorie, an Hand eines gemeinsamen Merkmals. Dieses gemeinsame Merkmal ist, dass Frauen als Opfer betroffen sind.

    Der Rest sind bloße Spielarten, wie mit dieser „Diskriminierung“ Schluss zu machen sei.

  69. 69 pia 17. August 2007 um 13:28 Uhr

    [quote post=“114″]Können wir jetzt wieder zu den Inhalten zurückkommen, anstatt dass Du durch Unterstellungen und Themenwechsel versuchst, diese zu blamieren, statt zu widerlegen oder sie mal einzusehen?[/quote]
    tut mir leid, mit menschen, die [quote post=“114″]Sexismus für eine analytisch untaugliche Sortierung[/quote] halten, und somit dessen existenz bestreiten, sehe ich hier keine gemeinsame diskussionsgrundlage mehr und da fehlt mir dann auch wirklich die lust, mich an einzelnen punkte abzuarbeiten. denn sexismus und der umgang damit ist schlicht und einfach der inhalt, um den es hier geht.

  70. 70 Antidemokratische Aktion 17. August 2007 um 20:01 Uhr

    Wenn ich sage was Sexismus IST, dann „leugne“ ich ihn logischer Weise nicht. Also: ich bestreite weder die einzelnen Phänomene, die unter Sexismus einsortiert werden, noch deren Gemeinsamkeit, nach der sie in die Oberkategorie Sexismus sortiert werden: dass da immer Frauen die „Diskriminierten“ sind. Eine „analytisch untaugliche Kategorie“ ist das aber dennoch, weil man dadurch eben gar nichts über den jeweiligen Grund der „Diskriminierung“ weiß (und auch nicht wissen will).

  71. 71 mensch im mohn 24. August 2007 um 2:24 Uhr

    Hey.
    Ich möche noch was zu dem „Nein heißt Nein“-Sticker/Poster sagen:
    Mich hat die ganze Zeit irgendwie die Verwendung des Wortes Vergewaltiger gestört und nach einigem Überlegen kann ich erklären warum.

    Zum Einen wird auf dem Plakat/Sticker der Rahmen dessen, was eine Vergewaltigung ist, sehr weit gesteckt. Aber von meiner Gewohnheit (und der Gewohnheit der Mehrheit der Gesellschaft, behaupte ich) würde ich das Wort eher auf Spezialfälle anwenden. Es ist ein sehr krasses Wort. Wird dieses Wort aber nun für alle möglichen Grenzüberschreitungen benutzt, dann verliert es in meinen Augen seine Bedeutung. Wahrscheinlich ist es andersherum gewollt oder gedacht gewesen, nämlich dass jegliche Grenzüberschreitungen sehr kritisch betrachtet werden sollen, aber wenn jede ungewollte Berührung* -eine in manchen Kreisen (leider) fast alltägliche Situation- als Vergewaltigung bezeichnet wird, dann verschwimmt die Grenze zu traumatiserenden Erfahrungen, die eine Person stark treffen und Jahre oder Jahrzehnte beschäftigen/fertig machen können. Ich fände es doof, wenn es dafür kein Extra-Wort mehr gäbe, auch wenn ich die Grenzüberschreitungen der alltäglichen Sorte auch nicht ohne finde, denn wenn ein Mensch ständig erlebt, dass andere es nicht kümmert, ob er das was passiert auch möchte, dann kann es passieren, dass er es über kurz oder lang aufgibt, seine Grenzen aufrecht zu erhalten, und er dann Überschreitungen dieser hinnimmt.

    Ich denke außerdem, dass die Verwedung des Wortes „Vergewaltiger“ als bedeutungsschweres Wort einen Droh-Effekt hat, der m.E. bewusst genutzt wird. Das Schema „jemand ist ein Vergewaltiger also wird er ausgeschlossen“ ist weit verbreitet. Durch dieses Plakat wird sich eine Person, die dieses Schema kennt, unterschwellig vom Ausschluss bedroht fühlen (so ging es mir jedenfalls). Klar ist dieser gedankliche Schritt nur hineininterpretiert, denn auf dem Zettel steht nichts von Verbannung/Ausschluss, aber durch die grobe Verwendung des Wortes Vergewaltiger entsteht eine Assoziation. Damit entsteht für mich der Eindruck, dass das Plakat/der Sticker nicht (nur) mit Argumenten überzeugen will (die Erklärung „Verpiss dich! heißt Nein“ geht in die Richtung Argument), sondern Leute sollen durch die Drohung mit der Brandmarkung als Vergewaltiger von grenzverletzendem Verhalten abgehalten werden. Das sehe ich kritisch, denn ich möchte, dass Menschen nicht aus Angst (sei es die Angst vor sozialer Isolation durch Ausschluss oder durch beispielsweise Knast/Gefägnis) nicht grenzverletzend handeln, sondern ihr Verhalten überdenken.

    * Eigentlich finde ich die Trennung in „ungewollte Berührung = nicht okay“ und „ungewollte Worte = noch okay“ auch doof, denn anzügliche Bemerkungen und verbale Gewalt können genauso superscheiße sein, Menschen verunsichern, verletzen und lange tief prägen.

  72. 72 naja 26. August 2007 um 22:51 Uhr

    @ mensch im mohn
    Danke so`n schöner differenzierter Kommentar.
    (*)
    Ich hätte dieses leicht ungute Gefühl was ich bei den Plakaten kriege nicht so gut beschreiben können.

  1. 1 MPunkt Trackback am 30. August 2007 um 11:48 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× sechs = achtundvierzig