nicht super informativ aber mit ekel-faktor:
hab grade erst das mit eva hermans neuem buch mitbekommen und bin etwas geschockt. die aussage einer tv-moderatorin (eines oeffentlich-rechtlichen senders), dass die frau die klappe halten und dem mann ein „gemuetliches zuhause“ schaffen sollte ist ja schon schlimm genug, aber jetzt noch das loben der ns-familien-politik.. bin dann auf eine diskussion im spiegel-form gestossen, unglaublich was da die leute so von sich geben..
Diskussion: Aus fuer Eva Herman – zurecht?
Disussion: Eva Hermans neues Buch: Rette sich, wer kann!
in letzterer findet man so schoene zitate wie:
Die zunehmende Verwahrlosung und Verblödung der Kiddies ist zu einem Großteil der Emanzipation und selbstsüchtigen Müttern geschuldet, die sich Ihrer angestammten biologischen Rolle in Familie und Gesellschaft entziehen.
und aus der ersteren:
Dabei ergibt sich der Zustand „Kind und Familie“ von ganz alleine – wenn man kein großes „Gedöns“ drüber verliert. Dass uns Adolf mit seinem Familien-Kult etwas andres verfolgte muss aber auch klar sein. Jedenfalls hat er die Tugend Familie genau beschrieben und gefördert – wie sie auch von Natur aus eingerichtet ist. Und das haben die Leute damals auch verstanden.
wunderschoen.. klar ist diese diskussion nicht repraesentativ aber wenn man den anteil der antifeministischen aussagen mal so auf den rest der bevoelkerung hochrechnen wuerde.. irgendwie kein wunder dass eine gleichberechtigung noch lange nicht existiert..
[quote post=“118″]nicht super informativ aber mit ekel-faktor[/quote]
das scheint das nicht mehr allzu neue schema des mädchenblogs zu werden.
wenn man glück hat erwischt man zitate und links auf andere, bessere texte, der dezidiert für dieses blog geschriebene content wird aber leider immer schlechter.
dabei bietet sich doch beispielsweise die aktuelle eva-herman-debatte ganz hervorragend an, mal was inhaltliches abzusondern und sich z.b. gedanken über die o.g. kräfteverhältnisse angesichts der art, wie die debatte momentan läuft, zu machen.
zwei links zu irgendwelchen threads in irgendeinem forum und [quote post=“118″]klar ist diese diskussion nicht repraesentativ aber wenn man den anteil der antifeministischen aussagen mal so auf den rest der bevoelkerung hochrechnen wuerde.. irgendwie kein wunder dass eine gleichberechtigung noch lange nicht existiert..[/quote]
reicht da irgendwie nicht.
und ein antisexistisches, ein feministisches blog kann mehr sein als eine linksammlung mehr oder minder extremen virtuellen ausdrucks von patriarchat. dagegen nehmen sich selbst so sachen wie ein pro-und-contra-spirale-thread noch wohltuend ab.
sorry, mag etwas überzeichnet sein, aber das mädchenblog nervt mich in letzter zeit.
da is leider einiges dran.
ob mangelnde gleichberechtigung in erster linie an solchen krassen relikten liegt , beweifle ich. das ist ein kurzschluß, das sind eher midnerheitenpositionen. viel interessanter: was denkt die mehrheit so? bleiben frauen da eher aus pragmatischen gründen (weniger kohle, was an sexistischen gesamtzusammenhängen liegen mag, aber über die indivuelle stellung dazu noch nix aussagt) zu hause? oder weil sie aus sozialisation tatsächlich mehr interesse an den blagen haben? fühlen sich männer unwohl als hausmann?
Ja, fan. Du hast recht, aber warum dann nicht selber schreiben? Es fehlt auf deutsch tatsächlich ein diskutierendes feministisches Blog. Die Frage ist ob dieses Gemeinschaftswerk dazu werden muss, oder kann. Bei der Vielfalt an AutorInnen sicher schwierig. Aber du kannst dich ja mal bei mir melden, wenn du den Misstand beheben willst.
gruß Paula.
Ne klar,
jede Mutter in der Geschichte der Menschheit konnte es sich erlauben, mit Kind daheim auf Papi zu warten, damit er was zu Essen heimbringt. Und Kinder haben früher quer durch alle soziale Schichte ein wohlbehütetes Leben geführt und haben den ganzen lieben Tag gelernt und gespielt.
Wie dumm kann man eigentlich sein?
Die sollten mal eine Zeitreise 100 Jahre zurück machen – am besten zu einer Bauernfamilie, wo jeder mitanpacken musste, um über die Runden zu kommen. Da wurde das Kleinkind halt umgeschnallt, und zum Arbeiten mitgenommen. Mein Großvater erzählt, wie er als kleiner Bub die Ziegen hüten musste/durfte.
Ich meine ehrlich: Die Mehrheit der Frauen in der Vergangenheit waren arbeitende Mütter. Selbst als der Mensch noch als Nomade von Ort zu Ort zog, haben die Frauen im Stamm immer ihren Beitrag geleistet. Man muss nur so genannte Eingeborenstämme studieren. Das kleinbürgerliche Ideal von der Frau am Herd hab ich da noch nie vertreten gesehen. Irgendjemand muss ja die Häute gerben, das Fleisch trocknen, Früchte und Knollen sammeln etc. pp. Das war und ist ein Vollzeitjob. Viel Platz und Zeit für den Nachwuchs oder gar sowas wie Kindheit gab es da kaum. Soviel zur vielbeschworenen Mutter Natur.
Was einige Leute da propagieren ist eine Ideal, wie es so kaum existierte. Da machen die sich einfach was vor.
Und uns Adolf wollte einfach Menschenmaterial haben – aber das richtige!, da „arische“.
Außerdem halte ich die Behauptung, dass alle unsere Kids verdorben sind, für schlicht falsch. Sicherlich gibt es da einige krasse Fälle – aber die gab es früher auch. Wir wollen mal nicht so tun, als ob die Kinder früher alles uUnschuldsengel waren.
@fan: vor allem könntest du dich auch selbst beim mädchenblog registrieren und hier schreiben, um den von dir diagnostizierten missständen abhilfe zu leisten. du würdest hier den raum bekommen, dir [quote post=“118″]z.b. gedanken über die o.g. kräfteverhältnisse angesichts der art, wie die debatte momentan läuft, zu machen.[/quote]
ich persönlich finde es besser, wenn leute hier ein paar gedanken aufschreiben, auch wenn sie „unfertig“ sind, als wenn die ansprüche so hoch gesetzt werden, dass sich keine_r mehr traut, überhaupt etwas zu schreiben. weitere reflektion kann sich ja auch in den kommentaren entwickeln, aber da hast du jetzt auch nicht wirklich viel zu beigetragen. dich mag das mädchenblog nerven, aber mich nervt diese konsumorientierte mecker-haltung, noch dazu, wenn du diverse beiträge verlinkst, die du anscheinend kritisieren willst, aber überhaupt nicht klar machst, was dein problem damit ist.
an den verlinkten beiträgen stört mich, dass sie, wie dieser hier auch, keinen input für femistische/antisexistische/however-diskussion bieten sondern – wie gesagt – dem schema „nicht super informativ aber mit ekel-faktor“ folgen und mir der nutzen solcher postings nicht klar ist.
[quote post=“118″]ich persönlich finde es besser, wenn leute hier ein paar gedanken aufschreiben, auch wenn sie “unfertig” sind, als wenn die ansprüche so hoch gesetzt werden, dass sich keine_r mehr traut[/quote]
das finde ich auch. und mir sind „boa wie krass“– oder „igitt scheißgesellschaft“-verlinkungen immernoch lieber als gar nichts, zumal die daran anschließenden diskussionen oft flachen postings zu ein bisschen mehr tiefgang verhelfen. ich will das mädchenblog auch nicht insgesamt runtermachen. dass mir aber bei kritik am mädchenblog als einer möglichen antwort auf „wie kann ein femistisches online-kollektiv-projekt funktionieren“ unbesehen [quote post=“118″]konsumorientierte mecker-haltung[/quote] unterstellt wird ist symptomatisch für eine tendenz(!), auf dem mädchenblog, selbstbestätigend links hin und her zu schieben und bei 3 wieder auf undiskutiertem konsens zu landen anstatt zu diskutieren.
btt:
Das ist einfach mal sachlich falsch und das gleich doppelt. Zum einen gibt es Gleichberechtigung schon einige Jahrzehnte, nämlich seit es keine Sondergesetze mehr für Frauen gibt. Seitdem sind sie genau den gleichen rechtlichen Maßstäben unterworfen, wie die Männer auch. Da stünde vielmehr mal die Frage an, ob man denn diesen Maßstäben unterworfen sein will. Ohne das jetzt groß ausführen zu wollen, lässt sich an der Unterworfenheit unter den gleichen abstrakten Maßstab nämlich allemal ablesen, dass es da nicht um die Erfüllung individueller Bedürfnisse geht. Ist ja auch klar, wenn der bürgerliche Staat einen mit seinem Gewaltmonopol unter diesen Maßstab unterwirft, kann man dem ja auch unschwer entnehmen, dass der da seine Zwecke gegen einen durchsetzt.
Diese Klarstellung führt auch zum nächsten sachlichen Fehler hin. Es ist für die Gleichberechtigung völlig schnurz, wie viele Leute im Staatsvolk die Auffassung vertreten, dass Frauen zum Kinder bekommen und großziehen da sind. Selbst wenn es also Sondergesetze für Frauen geben sollte, und selbst wenn man es (weshalb auch immer) für erstrebenswert hielte, den gleichen Gesetzen wie der männliche Teil der staatlichen Manövriermasse unterworfen zu sein, wären diese Leute dafür die falsche Beschwerdeinstanz.
vielleicht haben wir auch ne andere definition von blog – fuer mich ist das keine online-zeitung mit kompletten super geschriebenen und recherchierten artikeln sondern ein blog dient fuer mich auch mal zu solchen postings.. internet-fundstuecke, kurze rants.. wie gesagt, schreib doch selber wenn dus besser/anders weisst..
die post-rate ist hier auch grottig, ich wollte dass hier einfach mal wieder was neues steht.. ein blog auf dem nur einmal was im monat steht ist doch voellig uninteressant.
ein wenig bedauerlich ist es schon. aber dagegen hilft heute eine runde „demeusel“ spielen bei mir: http://carolinewerner.blogspot.com/2007/09/der-tanz-um-den-russ.html
inzwischen wachsen graue gehirnzellen wieder nach und der debattierklub kann in eine frische runde gehen.
für mich dient ein blog „auch mal zu solchen postings“. aber ich habe den eindruck, dass da am anfang des mädchenblogs noch mehr bei rumkam. macht aber nichts – wie schon gesagt wurde: ich schreibe ja auch nichts. keine zeit. muss ich aber auch nicht, um mal eine kritische randnotiz loswerden zu dürfen.
ansonsten gilt: weitermachen
„Jedenfalls hat er die Tugend Familie genau beschrieben und gefördert – wie sie auch von Natur aus eingerichtet ist. “
Boahhhh ich fass es nicht, daß es tatsächlich immer noch Leute gibt, die das wirklich glauben!!! Sollte es sich nicht so langsam echt schon rumgesprochen haben, daß das von uns heute als „klassisch“ gesehene Familienmodell erst im 19. JH entstanden ist????
hi,
hatte ehrlich gesagt das gleiche problem mit dem herman-zitat: ich war selbst von der reaktionären intensität geschockt, wusste aber auch nicht wie ich das jetzt in worte fassen (oder bloggen) sollte. auch wenn’s scheinbar „auf der hand“ liegt: die frau hat selbst karriere als moderatorin gemacht, ist zum fünften mal verheiratet und stilisiert dennoch die „naturgegebene“ wonne des mutterdaseins. völlig unverständlich, warum diesem menschen so viel aufmerksamkeit geschenkt wird. es passt so gar nicht in diese welt/dieses europa/diese zeit/ihre eigene biografie! das hat aus meiner perspektive noch gar nichts mit dem thema „feminismus- fluch oder segen?“ zu tun, sondern mit einer starken verzerrung in der realitätswahrnehmung.
@fan: wahrscheinlich war deine kritik solidarischer gemeint, als sie bei mir zunächst angekommen ist, und ich habe mich etwas zu sehr darüber aufgeregt, aber dein tonfall war ja auch nicht gerade zimperlich, sondern klang nach: „ich in nicht mehr zufrieden, mit dem was mir hier geboten wird“, und das fand ich eben eher ziemlich konsumorientiert. aber es freut mich, dass du das jetzt nochmal anders gewendet hast.
ansonsten möcht ich möchte mich schokolade anschließen, dass das mädchenblog eben [quote post=“118″] keine online-zeitung mit kompletten super geschriebenen und recherchierten artikeln[/quote] ist. vielleicht mag am anfang des mädchenblogs noch „mehr bei rumgekommen“ sein, aber vielleicht war auch einfach grade ein sommerloch. und wie du, fan, haben eben auch diejenigen, die hier schreiben, nicht endlos zeit, um hier super „content“ abzuliefern. und wie gesagt, wenn du mal eine idee hast, worüber du hier gerne schreiben und diskutieren möchtest, bist du dazu herzlich eingeladen, denn in der zeit, in der du hier deine kritik äußerst, hättest du ja auch einen artikel schreiben können. das heißt jetzt natürlich nicht, dass hier keine kritik erwünscht ist, aber es wäre schön, wenn sie nicht so generalsierend abwertend formuliert ist, sondern lieber konkret und konstruktiv.
hehe, das ist wie die wikipedia-diskussion in umgekehrt.
als biologischer und sozialer mann: isses überhaupt so gedacht, dass ich hier auch schreibe?
[quote post=“118″]als biologischer und sozialer mann: isses überhaupt so gedacht, dass ich hier auch schreibe?[/quote]
klar! hier geht es darum, was geschrieben wird, nicht wer was schreibt!