Street Harassment


So, da meinereiner für ne ganze Weile in Italien war und mit oben genanntem Thema desöfteren (hah!) in Berührung gekommen ist, hab ich mir gedacht, das wär vielleicht für den Mädchenblog interessant.
Street Harassment also. Gibt’s dafür eigentlich auch ein deutsches Wort? „Belästigung auf der Straße“ klingt irgendwie sperrig.
„Straßenbelästigung“? Hm nö. Wieso gibt es da bei uns kein Wort dafür? Schließlich passiert das ständig, immer wieder und ich bezweifle, dass es eine Frau gibt, die das nicht schon erlebt hat. (Disclaimer: Jaaaa ich weiß, dass das nicht nur Frauen passiert. Trotzdem ist hier der Fokus auf weiblichen Opfern, bevor wieder jemand schreit und sich irgendein Mann diskriminiert fühlt…)
Jetzt muß ich sagen, dass mich dämliche Anmachen auf der Straße zwar überaus nerven, sie bei mir aber in der Regel nicht zu Verzweiflung oder Wutausbrüchen führen, da ich die Leuts normalerweise immer recht schnell wieder los werde und dann halt grummelnd weitergehen kann.
Aber man lernt ja nie aus. In den letzten Wochen war das regelrecht ein Spießrutenlauf und meine Reaktion lässt sich schrittweise verfolgen.
Zu Anfang war ich halt üblich genervt. Italienische Kleinstadt, die Jungs sind halt etwas überbegeistert von einem neuen Gesicht auf der Straße. Na mei. Oder man denkst sich halt: gut, kulturelle Unterschiede. Ist in Italien ja weitaus verbreiteter, den Mädels hinterherzupfeifen, sie anzusprechen, etc. Nicht toll, aber deswegen will man sich ja die Laune nicht verderben lassen. Außerdem: vielleicht überbewerte ich das ja? Das klassische „Ciao bella!“ ist ja schließlich nicht nur ein Anmachspruch, sondern wird auch sonst oft als Begrüßung/Verabschiedung verwendet, auch unter Frauen. Also was soll’s.
Allmählich hat’s mir dann aber doch gelangt. Beispiel: es ist ca. 11 Uhr abends, ich kann nicht einschlafen; also zieh ich mir halt noch mal ne Jeans übern Schlafanzug und lauf noch ne Runde draußen rum von wegen frische Luft und so. Ich bin vielleicht ne viertel Stunde um den Block gelaufen (und es ist jetzt nicht so, dass ich in einer allzu „schlechten Gegend“ gewohnt hätte) und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass mich in der Zeit 7-8 Typen angebaggert/belästigt haben!!! Das war von denen bestimmt auch nicht bös gemeint, da war nichts wirklich „gefährlich“. Aber nachdem das dritte Auto mit Karacho gebremst hat bzw. sogar auf der Straße umgedreht hat, um dann neben mir zu halten und der jeweilige Fahrer mich zugequatscht hat (und da war alles dabei: von gaaaanz unauffällig nach der Uhrzeit fragen über aufgezwungenen Smalltalk bis hin zu ganz klaren Ansagen, ob ich vielleicht ficken will) hat der Spaziergang irgendwie keinen Spaß mehr gemacht… einer ist sogar die ganze Straße neben mir hergefahren und hat erst aufgegeben, als ich in nen Innenhof eingebogen bin. Zum Schluß war ich soweit, dass ich jedem eine in die Fresse gehauen hätte, der mich noch mal angesprochen hätte.
Jetzt ist mein Italienisch doch gut genug, um jemandem klar zu machen, dass ich keinen Bock auf Kommunikation jedweder Art habe und dass er sich doch bitte so schnell wie möglich verpissen soll. Bringt aber nix. Bringt gar nix. Ich hätte genauso gut schweigen können, da alles, was man nicht hören wollte, schlichtweg ignoriert wurde.
In der letzten Woche hatte ich mich schon daran gewöhnt (na ja… bis zu einem gewissen Maße). Ein Walkman hilft dabei ganz gut. Meine Nichtbeachtung hat sich ins Unendliche gesteigert. Das war auch die einzige Möglichkeit, sich nicht die gute Zeit versauen zu lassen. Das war nämlich weder witzig noch schmeichelhaft oder sonst was sondern einfach nur übelst nervig und beschissen.
Jetzt ist street harassment ja ganz bestimmt nicht nur ein italienisches Problem (da wäre in Deutschland beispielsweise auch Oktoberfestzeit ein gutes Stichwort…); nur ich hab halt nach Italien fahren müssen, um mir diesem Thema und seiner Relevanz mal wieder ernsthaft bewusst zu werden.
Erstmal ist mir klar, dass es Mädels gibt, die weitaus weniger selbstbewusst sind als ich. Wenn mir jemand hinterherlatscht und ich ihn erst nach 5 Minuten überzeugen kann, dass seine, na ja, nennen wir’s mal „Flirtversuche“ nicht gerade auf fruchtbaren Boden fallen, dann hab ich keine Angst, sondern bin bloß tierisch genervt. Trotzdem kann ich sehr gut verstehen, wenn nicht jede das so locker nehmen kann!
Aber diese Art von Verständnis ist teilweise rar. Gerade wenn man mit Männern über dieses Thema diskutiert, trifft man oft früher oder später auf Sätze wie „Ja das kommt halt vor“, „der hat halt keinen Stil und weiß nicht, wie er sonst Frauen kennenlernen soll“, „ist doch nicht schlimm, nur etwas nervig“ oder „ist doch nichts passiert“.
Nichts passiert? Oho, sehr wohl! Bei street harassment passiert nämlich folgendes: es wird eine Atmosphäre kreiert, in der sich Frauen unwohl oder sogar bedroht fühlen. Und das soll nichts sein? Sich in dieser Atmosphäre zu bewegen ist alles andere als spaßig, vor allem, wenn man nicht darauf zählen kann, dass man mit seiner Wut darauf ernstgenommen wird. Dabei ist diese Wut durchaus berechtigt!
Denn es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit: für die Typen ist es nur ein kurzer Versuch, jemanden aufzugabeln, es gehört nicht viel dazu, jemanden auf der Straße blöd anzuquatschen. Wenn’s nicht funktioniert (und ich frage mich ernsthaft, ob es je funktionert?) fährt/läuft er einfach weiter, labert vielleicht noch die nächste an. Aber für das Mädel ist der emotionale und nervliche Aufwand viel größer: erstmal sich mit jemandem auseinanderzusetzten, den man nicht darum gebeten hat. Zur Kommunikation (auch wenn sich selbige auf der einen Seite nur auf wiederholtes „Mach dich gefälligst vom Acker“ beschränkt) gezwungen zu werden. Mit jemandem, der einem nicht unbedingt sympathisch ist. Sich schlagartig nicht mehr als vollwertig anerkannte Person zu fühlen, sondern nur noch als Objekt der sexuellen Begierde eines anderen. In die Verteidigungsposition oder sogar Opferrolle gedrängt zu werden. Vielleicht sogar das Gefühl von Hilflosigkeit. Die gute Laune ist auf jeden Fall erstmal versaut.
Dieses Ungleichgewicht wird meiner Meinung nach immer noch zu selten anerkannt, schließlich ist ja kein körperlicher Schaden entstanden. Aber deswegen sollte das nicht unter den Teppich gekehrt werden! Genau genommen zeigt das street harassment nur allzudeutlich die frauenverachtende Grundstruktur auf, die in unserer Gesellschaft immer noch präsent ist und ist zudem etwas, das jede Frau schon einmal erlebt hat. Und genau deswegen finde ich das Thema so wichtig.
Und was kann man dagegen tun? Als Mann ist das einfach: wenn ihr eine Frau ansprecht und sie euch signalisiert, dass sie kein Bock auf Unterhaltung/Begleitung hat, dann geht. Das alte „Nein heißt Nein“, das noch viel zu wenige kapiert haben. Und wie kann Frau sich dagegen wehren? Na, erstmal gar nicht. Ein Nonnenkostüm vielleicht. Super.
Aber kleine Schritte bringen einen ja auch weiter. So zum Beispiel sich nicht auf Diskussionen einlassen. Man muß niemandem erklären, weswegen man nicht mit ihm sprechen will! Es gibt kein Recht auf Kommunikation mit euch. Ein nein ist ein nein und das muß nicht erklärt werden. Indem man darlegt, wieso man jetzt keine Begleitung/Unterhaltung wünscht, hat man schon verloren und IST bereits inmitten einer Unterhaltung. Ihr seid niemandem eine Erklärung schuldig.
Was ich auch wichtig finde, ist, sich mit Männern darüber zu unterhalten, warum street harassment so kacke ist und ihnen zu erklären, dass es keinen Grund gibt, das Problem herunterzuspielen. Natürlich nicht den Männern, die einen auf der Straße belästigen – da hat das selbstverständlich keinen wert! Aber vielleicht findet man im Freundeskreis ein offenes Ohr. Für Männer ist die Problematik schwerer nachzuvollziehen, sie werden nicht durch Erfahrung draufgestoßen, während Frauen unfreiwillig ständig damit konfrontiert werden. Was man nicht selbst erlebt, wird oft auch nicht erörtert. Und wenn man intelligenten Männern diesbezüglich die Augen öffnet bzw. ihre Gedanken in diese Richtung schubst, um darüber nachzudenken, kann das nur hilfreich sein. Und zwar für beide. Und wenn’s „nur“ etwas Erkenntnisgewinn ist.
Hier bin ich aber auch schon mit meinem Latein am Ende. Für weitere Vorschläge bin ich dankbar und wer sich selber über eigene Erfahrungen mit street harassment hier auskotzen will – bitte.


31 Antworten auf “Street Harassment”


  1. 1 schokolade 12. September 2007 um 0:10 Uhr

    du hast das männer-argument vergessen: „ach, ich würde mich freuen, wenn frauen mir hinterherpfeifen würden. du bist so unhöflich!“

    hat mich in italien auch furchtbar furchtbar genervt. und in toulouse bei nacht ist es auch nicht anders :( und es gibt nichts was man machen kann. völlige hilflosigkeit. da kriegt man schon waffengebrauch-enthaltende fantasien.

  2. 2 mensch im mohn 12. September 2007 um 0:58 Uhr

    [quote post=“119″]Indem man darlegt, wieso man jetzt keine Begleitung/Unterhaltung wünscht, hat man schon verloren und IST bereits inmitten einer Unterhaltung.[/quote]
    Allerdings. Ich habe mal von einem Fall gehört, wo der „Anmacher“ etwas sagte wie: „Schon allein, dass du dich mit mir unterhältst, zeigt mir, dass du vieleicht doch Interesse hast.“ In dem Fall half umdrehen und weggehen ganz gut. Nichtsdestotrotz hatte die betroffene Person einen unrelaxten Heimweg mit öfters umdrehen, ob der Typ nicht doch noch hinterher kommt.

    Als Hintergrund für solche Street Harassment-Geschichten würde ich das Bild der Frau als Sexobjekt sehen. Also der Gedanke „Oh, da ist eine Frau. Ich könnte mit ihr schlafen.“ Möglicherweise geht es nicht immer um Sex, aber der Kern ist, dass nicht die einzelne Person gesehen wird, sondern ein verallgemeinertes Bild von diesem als Frau kategorisierten Menschen. Vieleicht sollte dort angesetzt werden, aber mir fällt grad nicht ein, wie…

  3. 3 mei 12. September 2007 um 1:48 Uhr

    Was ich ja auch ganz furchtbar finde ist, dass bei solchen „Unterhaltungen“ irgendwann (in den ersten 2 Minuten) die Frage nach dem Freund gestellt wird. Die Karte kann frau ausspielen, weil sie oft das einzige Mittel ist, was wirklich hilft. Ruhe ist im Karton. Aber leider wird damit auch nur gesagt, dass das alles ok ist, nur ich leider schon „besetzt“ bin.

  4. 4 dodo 12. September 2007 um 2:43 Uhr

    [quote comment=“9438″]Was ich ja auch ganz furchtbar finde ist, dass bei solchen „Unterhaltungen“ irgendwann (in den ersten 2 Minuten) die Frage nach dem Freund gestellt wird. Die Karte kann frau ausspielen, weil sie oft das einzige Mittel ist, was wirklich hilft. Ruhe ist im Karton. Aber leider wird damit auch nur gesagt, dass das alles ok ist, nur ich leider schon „besetzt“ bin.[/quote]
    darauf antworte ich in der regel, daß ihn das nichts angeht. ist ja auch so. ist schließlich ne recht persönliche frage.
    und zudem ist es nicht weiter von belang.
    aber du hast recht. die frage kommt fast immer.

  5. 5 Agrippina 12. September 2007 um 12:04 Uhr

    Oh, solche Typen findet man auch gern in Paris, wo sie dann neben einer herlaufen und eine zuquatschen. Wahlweise auch mit 0815-Komplimente, die man ja nicht persönlich nehmen sollte – so sind sie nämlich nicht gemeint. Ich empfinde das ebenfalls als extrem lästig und manchmal richtig nervenberaubend („harassment“ trifft es ganz gut). Wenn ich einen richtig schlechten Tag habe, dann bringen mich diese Vorfälle fast zum Heulen, weil ich es dann nicht ertragen kann, dass man mich einfach so übergeht. An allen anderen Tagen reagiere ich nicht und guck die auch nicht an – dann suchen sich die Typen schneller jemand andern.

  6. 6 bigmouth 12. September 2007 um 15:42 Uhr

    Als Hintergrund für solche Street Harassment-Geschichten würde ich das Bild der Frau als Sexobjekt sehen. Also der Gedanke “Oh, da ist eine Frau. Ich könnte mit ihr schlafen.”

    das ist nun erst mal kein problem. ist halt eine der vielen sortierungen, die ich so mache, wenn ich durch die welt laufe – die frage ist halt, was ich draus mache. wildfremde frauen ansprechen jedenfalls nicht. oder sie anstarren oder so. aber dass es falsch sein soll, einem unbekannte leute sexuell wahr zu nehmen, leuchtet mir nicht ein.

  7. 7 mensch im mohn 12. September 2007 um 17:48 Uhr

    [quote post=“119″]dass es falsch sein soll, einem unbekannte leute sexuell wahr zu nehmen, leuchtet mir nicht ein.[/quote]
    Ich meinte auch nicht, dass du nicht spontan Bock auf bestimmte Leute bekommen kannst, aber ich habe den Eindruck, dass es bei vielen dieser Leute ziemlich beliebig ist, dass irgendwie Kriterien wie Brüste und breite Hüften ausreichen, um das Ansprechen auszulösen.

    Und das finde ich schon kritikwürdig, weil es ziemlich deutlich zeigt, wie sehr die angesprochene Person auf ihren Körper reduziert wird. Das kann ein ziemlich unangenehmes Gefühl sein. Mir wäre es lieber, wenn Leute ihre spontane Begeisterung zurückhalten können.

    Ich seh auch öfters Menschen auf der Straße, wo ich denke „derdie ist schön/bestimmt nett/sonstwas“, aber ich bin mir bewusst, dass das nichts heißen muss. (Okay, dass das bei mir so ist, ist eigentlich kein Argument.)

    Mir ist mal der Gedanke gekommen, dass bei einigen vieleicht noch eine Rolle spielt, dass sie ihr Bleiberecht über eine Heirat sichern wollen und deshalb schnell eine Frau „brauchen“. Eine Bleiberechtshochzeit kann aber auch ohne Fickgelegenheit stattfinden.

  8. 8 mei 12. September 2007 um 18:49 Uhr

    mhm, also vor allem nachts auf dem weg von der sbahn nach hause ist es ja mitlerweile eher meine strategie, mich für die 5 minuten auf gespräche einzulassen und zu versuchen, dabei die oberhand zu gewinnen (also den typen sachen fragen, mich nicht löchern lassen). dann komm ich mir wenigstens nicht verfolgt vor. und ich fühle mich irgendwie nicht so ängstlich, sondern souveräner.

    aber ich glaub die perfekte strategie gibts da auch nicht.

  9. 9 dodo 12. September 2007 um 21:11 Uhr

    [quote comment=“9447″] Wahlweise auch mit 0815-Komplimente, die man ja nicht persönlich nehmen sollte – so sind sie nämlich nicht gemeint. [/quote]
    hah das stimmt. ich finde es ja immer eigenartig, wenn man erst mords die „komplimente“ bekommt, sobald dann aber klar ist, daß nix läuft, wird man desöfteren als fett, häßlich und schlampe beschimpft.
    was (zumindest theoretisch) lustig ist, denn a) ja wenn ich so fett und häßlich bin, wieso sprichst du mich dann an??? und b) wenn ich eine schlampe wäre, wär ich dann nicht mitgegangen?
    fragen über fragen…. auf deren antwort eh kein wert zu legen ist.

  10. 10 chica 13. September 2007 um 0:00 Uhr

    nicht revolutionär aber pragmatisch: mp3-player rein und auf volle lautstärke aufdrehen. wenn man dann doch angelabert wird, bekommt man den inalt wenigstens nicht mit. sonnenbrille schützt vor blickkontakten, die als kontaktaufnahme missbraucht werden könnten, wirkt dazu natürlich cool. soft-variante ist: ohrstöpsel rein, ohne sound. wirkt bei manchen als abschreckung, wenns nicht funktioniert, bekommt man die kommentare zwar mit, kann aber so tum, als ob man die überhört hätte.
    disktutieren mit typen auf die man eh keinen bock hat, halte ich für verschwendete zeit und vor allem verschwendete energie. wenn ich einem typen freundlich mitteile, dass er sich verpissen soll, fasst er das so auf, dass er noch landen kann. letztendlich ärgere ich mich dann über mich selbst, dass ich demjenigen keine reingehauen habe und stattdessen freundlich geblieben bin. Mir ist es übrigens auch schon in berlin-fhain passiert, dass mir wochentags mittags geld für sexuelle dienstleistungen offeriert wurde, um es mal nett zu formulieren ( das war bevor ich den mp3-player hatte)…..:-“ gute nacht!

  11. 11 bigmouth 13. September 2007 um 2:36 Uhr

    aber ich habe den Eindruck, dass es bei vielen dieser Leute ziemlich beliebig ist, dass irgendwie Kriterien wie Brüste und breite Hüften ausreichen, um das Ansprechen auszulösen.

    Und das finde ich schon kritikwürdig, weil es ziemlich deutlich zeigt, wie sehr die angesprochene Person auf ihren Körper reduziert

    so viel mehr kann man leuten ja auch nicht ansehen. ausser leute tragen aussergewöhnliche klamotten. oder shirts mit botschaft oder buttons. (wobei letztere in großer zahl auch zu komischen verwirrungen führen können, wenn man die bandlogos erkennen möchte, und dabei aussieht, als würde man frauen 20 sekunden lang auf die titten starren)

    ähm, worauf wollte ich hinaus… ach is schon spät. ich glaube, dran erinnern, dass f fremde leute ansprechen es eh nur komische oberflächliche aufhänger geben kann. wie plump das dann läuft, is ne andere frage. man kann leuten ja auch ansehen, ob se nich gerade in ruhe gelassen werden wollen

  12. 12 pia 13. September 2007 um 11:51 Uhr

    @bigmouth:

    so viel mehr kann man leuten ja auch nicht ansehen. ausser leute tragen aussergewöhnliche klamotten. oder shirts mit botschaft oder buttons.

    wie wär’s vielleicht mit dem gesicht?

  13. 13 miss taken identity 13. September 2007 um 13:14 Uhr

    ey, pia, ich find leute nach ihrem gesicht beurteilen lookistisch!

  14. 14 bigmouth 13. September 2007 um 14:02 Uhr

    gesichter sagen zwar auch schon was aus, aber auch nicht so viel inhaltliches. dass scheint mir eines der weit verbreitesten und weitgeteiltesten und gesellschaftlich am wenigsten sanktionierten vorurteile zu sein, dass mensch am gesicht von leuten so richtig viel über sie rauslesen kann, und nach dem kriterium leute zu sortieren sei voll ok. ich bin da eher skeptisch.

  15. 15 pia 13. September 2007 um 14:22 Uhr

    ich meine ja nicht, dass man am gesicht von leuten etwas über sie rauslesen kann – aber für mich persönlich ist das gesicht einfach eher als andere körperteile dasjenige, an dem ich mich zunächst orientiere, ob ich jemanden attraktiv finde oder nicht – wenn wir jetzt schon von äußerlichkeiten als kriterien sprechen (@miss taken identity: klar ist das lookistisch, aber auch nicht mehr oder weniger als die beurteilung nach anderen körperteilen oder kleidung).
    und was aber der entscheidendere vorteil ist: im gesicht finde ich auch am ehesten ein feedback, sei es ein lächeln oder ein angewiderter blick, an dem ich mich fürs weitere vorgehen orientieren kann.

  16. 16 bikepunk 089 13. September 2007 um 15:07 Uhr

    So ne These … es gehört für manche zum Selbstbild und zur Selbstdarstellung als Mann & Macho bei jeder scheinbaren Gelegenheit rumzubaggern. Weil man ist ja sonst voll der Schluffi, oder Anbaggern wird als der normale Umgang zwischen Mänern und ihnen unbekannten Frauen gesehen. Die Anmachen sind dann auch null „persönlich“ gemeint.
    Ich hab zum Teil schon den eindruck dassdas der Film ist den Leute fahren, auch wenn ich nicht weiss ob das bei so street harrasment Geschichten dominant ist.
    Kommentare dazu?

  17. 17 bigmouth 13. September 2007 um 16:57 Uhr

    bkpnk: jo, das trifft was.

    @pia: ich schrieb ja auch „man kann leuten ja auch ansehen, ob se nich gerade in ruhe gelassen werden wollen“. und klar sind gesichter auch attraktiv, und wohl das körperteil, mit dem man im normalfall am meisten zu tun hat bei anderen leuten

  18. 18 Lukas 13. September 2007 um 19:44 Uhr

    Ohh man ja. Das kenne ich aus meiner „Mädchenzeit“ auch nur zu gut. Absolut ätzend sowas.
    Ich bin wirklich froh, dass ich so ne Scheiße nicht mehr über mich ergehen lassen muss.

    Jemanden als sexuelle atraktiv wahrzunehmen mag ja okay sein, aber darum gehts doch oftmals gar nicht.
    In der Gegend in der ich damals gewohnt habe wahr es jedenfalls ziemlich egal ob man atraktiv aussah.Auch wenn man in Jogginghose, mit fettigen Haaren und Augenringen von der letzten durchzechten Nacht auf die Strasse gegangen ist wurde man blöd angelabert. Die bloße Tatsche, dass man einen weiblichen Körper hat, hat absolut ausgereicht um angemacht zu werden. Das hat nichts mit attraktiv finden zu tun.

  19. 19 sarah 14. September 2007 um 11:36 Uhr

    @ bikepunk:
    ich denke auch, dass es das in vielen fällen ganz gut trifft.
    ich glaube sogar, dass ein großteil dieser macker schnellstens das weite suchen würde, wenn frau sich ihm zuwenden und sagen würde „ich will dich ficken und zwar gleich! laß uns zu dir gehen!“, weil sie wahrscheinlich schiß/performance-angst/keinen bock auf streß mit frau/freundin… hätten und diese reaktion einfach nicht zum spiel gehört.
    ausprobiert hab ich es allerdings noch nicht und scheint mir auch etwas riskant…

  20. 20 Obermacker 14. September 2007 um 12:24 Uhr

    ausprobiert hab ich es allerdings noch nicht und scheint mir auch etwas riskant…

    Ja, ist es. Ich würde nämlich ja sagen.

  21. 21 jette 14. September 2007 um 16:28 Uhr

    gut, dass du das ansprichst, ich bin auch betroffen und habe mir mittlerweile in solchen situationen eine ignorieren-strategie und einen schnellen schritt angeeignet. dass ich mich trotzdem unwohl und belästigt fühle, dagegen hilft das jedoch nicht.
    auch in gesprächen mit einer freundin, der das ähnlich geht, komme ich zu keiner lösung, nachhaltig dagegen anzugehen.
    jedenfalls ist das klima, das so geschaffen wird (wut/hass auf alle männer die auch nur von weitem so aussehen, als würden sie einen anbaggern wollen), auch nicht gerade gesund.
    ich hätte vor kurzem einen typen, der mich einfach nur nach dem weg gefragt hat, beinahe komplett ignoriert, aus angst, er wolle mich dumm anquatschen. als ich ihm dann den weg erklärt hatte und weiterlief, tat es mir leid, dass ich ihn so vorschnell als anquatscher verurteilt hatte…

  22. 22 mandy 17. September 2007 um 19:59 Uhr

    „Jemanden als sexuelle atraktiv wahrzunehmen mag ja okay sein, aber darum gehts doch oftmals gar nicht.“

    ja!!! ich vermute es geht um machtausübung..so habe ich es einmal inna u-bahn erlebt, dass ich – an bestimmten körperstellen – angestarrt wurde, worauf ich zurückstarrte. ich kann es nicht leiden, durch einen blilck derart objektiviert zu werden. ich will, dass sich derjenige ertappt fühlt und ebenfalls einem blick ausgesetzt wird. die folge war in diesem fall der spruch: „guck auf‘n boden!“ ich sagte, dass er mich nicht anzustarren habe, worauf er mich als schlampe etc. beschimpfte. der junge hat sich in seiner männlichkeit gekränkt gefühlt, weil er mich nicht objektivieren „durfte“. es verhällt sich ja bei vergewaltigern (ich weiß, der vergleich hingt, aber funktioniert hinsichtlich der objektivierung von personen und dem „vergessen“, dass es sich bei den „opfern“ um denkende und fühlende menschen handelt, die mensch belästigt/nötigt/vergewaltigt) auch oft um reine machtausübung und nicht um „ich find dich schön/nett“ oder um „sexuelles verlangen“ oder was weiß ich.

    was meine strategie angeht: ich werde meistens laut. aber nicht, weil ich das für die richtige strategie halte, sondern weil es mich so wütend macht und ich es gut finde, wenn sich die halbe straße den typen anguckt..

  23. 23 isegal 18. September 2007 um 0:46 Uhr

    „Trotzdem ist hier der Fokus auf weiblichen Opfern.“
    Kann sich denn nicht auf Betroffene geeinigt werden. Ich finds zwar nervig blöd angelabert zu werden, noch nerviger finde ich allerdings ständig Opfer zu sein…

  24. 24 Sarah 18. September 2007 um 2:17 Uhr

    @Mandy: Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast, als du „objektiviert“ wurdest, aber ehrlich gesagt, geht mir das den ganzen Tag so. Auf der Arbeit bin ich nur Angestellte, also objektiviert auf Grund meiner Arbeitskraft, in der Schule war ich zu entwickelndes Humankapital für den Standort Deutschland und für Männer bin ich ein Sexobjekt, über das sie verfügen zu können meinen. Werdet aktiv und lasst euch nicht in die Opferrolle drängen und bestimmt selbst, was ihr wollt.

  25. 25 Thomas.S 21. September 2007 um 1:42 Uhr

    Tja, vielleicht sollten einfach mehr Frauen in solchen Fällen auf alle Höflichkeit verzichten. Also laut werden, wegschubsen etc. Meist sind die Reaktionen doch gar deutlich ablehnend genug. Stellt Euch mal die Situation vor, dass ein Mann von einem anderen Mann angelabert wird. Wie würde das wohl ausgehen? Jetzt wisst ihr was Männer als deutliche Ablehnung anerkennen.

  26. 26 lefam 22. September 2007 um 23:35 Uhr

    Ich bin heilfroh, dass das Thema der Belästigung mal angesprochen wird. Ich hab da nämlich ein riesiges Problem und weiß nich so richtig wie ich damit fertig werden soll.
    Folgendes:
    In meiner Stadt gibts sonen alten Typen, der sich in der Straßenbahn immer an Mädchen ranmacht. Ranmachen heißt in gut gefüllter Straßenbahn deren Nähe suchen un dann immer dichter ran. Richtig penetrant.
    Ich war Opfer und ich habs schon mehrfach beobachtet. Einmal hab ich ihn angesprochen, er solls lassen. Aber er gucke mich nur unschuldig an, ich hab so ne Wut gekriegt. Musste dann raus, hab mir später Vorwürfe gemacht weil ich nich drin geblieben bin.
    Ich hab schon überlegt wie ich das Schwein drankriege, aber so richtig wie weiß ich nich.
    Wenn jemand ne gute Idee hat, das wär toll.

  27. 27 dodo 23. September 2007 um 3:54 Uhr

    laut rufen: „hey, nur weils hier voll ist heißt das noch lang nicht, daß du dich auf mich schmeißen kannst, perversling!“ – und zwar so, dasses auch möglichst alle mitkriegen und er schön blamiert ist:-“

  28. 28 Wolfskatze 23. September 2007 um 20:00 Uhr

    @ lefam
    ich habe mal in einem buch gelesen, dass in new york eine frau am allerwertesten betatscht wurde (fast genauso wie in deinem fall) und sie riss einfach die hand hoch und rief laut, wem gehört die hand (gilt inzwischen wohl sogar als kleine legende). was glaubst du wohl, wie der typ (laut buch) gerannt ist.

    ich wurde auch sehr oft angebaggert (obwohl ich nicht dem standardaussehen entspreche) und mich nervt das auch. ich habe keine lust mich mit männer auseinanderzusetzen, wenn ich keine lust habe. wenn sie höflich sind, warum nicht, hei, nicht alle männer sind (zum glück) solche primitivlinge. aber ich finde, dass ein wenig mehr respekt eben die beziehung zwischen den geschlechtern bessert und außerdem, wenn ich nicht dauernd den frauen auf die nerven gehe, werde ich mich wohl eher binden, als wenn ich allen auf die nerven gehe.

  29. 29 Voll-Nuß 13. Oktober 2007 um 23:58 Uhr

    Am schlimmsten finde ich es, wenn mich irgendwelche Typen blöd anbaggern, wenn ich iregndwo alleine warten muss, nachts am Bahnhof…
    Da finde ich die Frage nach dem Freund doch ganz praktisch!
    Richtig cool bleibe ich in solchen Situationen, aber leider nicht immer. Zum Teil bekomme ich da richtig Angst, auch, wenn jemand mich anbaggert und den gleichen Weg geht, wie ich. Am besten ist es da, wenn man seinen Mitbewohner, Bruder oder so anrufen kann und der einem dann entgegen kommt. Ist auch sch…, weil man ein riesen Stück Selbstständigkeit einbüßt, aber den Typen ist man los.
    Bei Glotzern hat ein „Such dir ein anderes Kino!“ bisher immer geholfen.

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