Erster Kongress schwarzer Europäerinnen

Während es in Amerika in feministischen Bereichen längst gang und gäbe ist, sich auch mit dem Zusammenhang Rassismus – Frauenhaß auseinanderzusetzen, geht das in Europa (auch hier in Deutschland) zuweilen ziemlich unter.
Um dem Abhilfe zu schaffen, fand vom 27. – bis 29. September in Wien der erste Kongress schwarzer Europäerinnen statt. Warum?

Schwarze Europäerinnen seien Frauen in einer prinzipiell belastenden Lebenssituation, schildert Kongressinitiatorin Beatrice Achaleke vom Wiener Verein AFRA

Als Frau hat man es in einer patriarchalischen Gesellschaft sowieso schon nicht immer einfach. Aber wenn man zusätzlich noch dunkle Haut hat, wird man zusätzlich als „fremd“ wahrgenommen, als jemand, der kein Mitspracherecht in „unserem Land“ (welches auch immer das sein mag) hat. Und somit auch kein Recht, sich zu beschweren.
Ganz zu schweigen vom alltäglich erlittenen Rassismus:

Beim Verein AFRA häuften sich Berichte von Übergriffen auf schwarze Frauen auf offener Straße und in U-Bahnen, „doch die meisten trauen der Polizei nicht“.

Also höchste Zeit, dass man sich zusammensetzt und Strategien austüftelt, wie man zur Gleichstellung schwarzer Frauen in Europa gelangen könnte oder überhaupt mal zusammenzufinden und das Thema aus Sicht der betroffenen Frauen selbst zu besprechen.
Entstanden ist dabei die „Wiener Deklaration“, die man sich hier anschauen/runterladen kann.
Lest sie euch vielleicht einfach mal durch.


7 Antworten auf “Erster Kongress schwarzer Europäerinnen”


  1. 1 Lea 16. Oktober 2007 um 16:40 Uhr

    Ohja!
    Gleichstellungen von Frauen und Männern. Wie emanzipativ.
    Gleichstellungen schwarzer Frauen mit den Mitgliedern der rassistischen Mehrheitsgesellschaft. Fast schon revolutionär.

    dodo, sachmal merkst du noch was?

    btw: Hat sich das Konzept des Mädchenblogs von einem Kollektivblog zu einem grützetriefenden ich-poste-was-mir-in-den-sinn-kommt-und-das-darf-ich-und-das-ist-kreativ-und-ich-mag-das-also-ist-das-okay-Blog gewandelt?

    Nehmt das als Abschiedspost.
    Achja, dodo: Wir kriegen euch alle!

    just 2 cents from
    Lea and friends.

  2. 2 dodo 16. Oktober 2007 um 17:05 Uhr

    :-
    häh?
    ich weiß, ich tappe jetzt wieder in die falle, mich für meine posts zu rechtfertigen. aber ich fand das ein interessantes projekt, das es wert ist, daß man sich es zumindest mal anguckt.
    wo ist das problem?

  3. 3 pia 16. Oktober 2007 um 17:13 Uhr

    @Lea: geht’s noch? was versprichts du dir oder versprecht ihr euch von solchen drohungen („Wir kriegen euch alle!“), aufgemacht an einer kritik, die nicht einmal verständlich macht, was jetzt kritisiert wird?

  4. 4 mafalda 18. Oktober 2007 um 22:30 Uhr

    @Lea, denkst du dodo pisst euer dein weibliches WIR an?

    Ich finde es wird zeit für einen solchen konkress und das schon lange.

    Allerding solltest du dodo eher von Schwarzen Europäerinnen schreiben…
    gruss

  5. 5 Wolfskatze 28. Oktober 2007 um 18:36 Uhr

    Es ist ja in der Tat so, dass schwarze (was ist eigentlich mit den asiatischen Frauen?) Frauen die doppelte A-Karte gezogen haben. Zum einen werden sie sexistisch behandelt von Männern (teilweise auch von Frauen, das wollen wir nicht unterschlagen) und dann eben auch rassistisch von Männern UND Frauen (ist leider auch so).

    Daher finde ich es wichtig, dass sie sich zusammenraufen und entsprechend auf sich aufmerksam machen. Und darüber darf und soll man ruhig berichten.

  6. 6 st_eve 06. November 2007 um 12:06 Uhr

    die aktuelle an.schläge war dabei und berichtet im online zugänglichen artikel „Nicht Opfer, sondern Überlebende“ von guten und schlechten momenten des kongresses, von der unsichtbarkeit schwarzer menschen in alltag und im kollektiven gedächtnis, von forderungen, die eigentlich selbstverständlichkeiten thematisieren (also zB die antidiskriminierunsgdirektiven der eu nicht ein bloßes blatt papier sein lassen und abwarten, dass was „von oben“ vorgegeben wird, sondern aktiv antirassismus in beruf und alltag integrieren), von traumata und dem traum, dass ein solcher kongress mehr frauen zur verfügung steht, denn aus finanziellen gründen oder aufgrund der befürchteten sprachbarriere (konferenzsprache: englisch) sowie der begrenzten teilnehmer_innenzahl konnten viele nicht anreisen.

    gibt’s eigentlich resonanz aus den klassisch-bürgerlichen medien? ich recherchier bei gelegenheit mal…

  7. 7 st_eve 06. November 2007 um 12:18 Uhr

    …hm, im kurier stand was, jedoch weniger ein kommentar als offensichtlich eine nacherzählung einer pressemitteilung und ein hype der stadt wien, die ja ach-so-progressiv sei (was die an.schläge als fehlschluss kritisiert)…

    allerdings, worauf ich noch hinweisen möchte ist die vom kongress verfasste, mit klick auf den link als *.pdf herunterzuladende,Wiener Deklaration (gibtz auch in englisch, portugiesisch, schwedisch und französisch auf bewnet.eu), die oben erwähnte forderungen rund um das „Empowerment Schwarzer
    europäischer Frauen als politisches Kernthema“ konkretisiert und ausschreibt.

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