„10 Dinge, die du jetzt tun kannst, um deinen Körper zu lieben“

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(Bild von der University of North Dakota)

„10 Dinge, die du jetzt tun kannst, um deinen Körper zu lieben“: So wirbt Feministings Courtney Martin für ihr Buch Perfect girls, starving daughters auf der Feministing-Seite (die Kommentare sind übrigens auch lesenswert!).
Praktischerweise übersetz ich das Ganze mal (wenn vllt. auch ein bisschen freier):

1. Triff die radikale Entscheidung, dich der Heilung von deiner Beziehung zu deinem Körper zu widmen.

2. Mach keine Diät. Niemals. Es ist eine Milliardenindustrie, die in 95% nichts taugt. Das ist einfach dämlich.

3. Nimm wieder Verbindung zu deinem echten Hunger auf. Wann bist du hungrig? Wann bist du voll? Auf was hast du Hunger?

4. Verschaff dir Bewegung auf eine Art, die dich glücklich macht (afrikanischer Tanz, Yoga, Laufen, Sex,…) statt an einem strengen Fitnessprogramm festzuhalten.

5. Füge den Stimmen in deinem Kopf eine verständnisvolle hinzu.

6. Gib kein Geld aus für Produkte von Firmen, die dich dazu bringen, dass du dich unzulänglich fühlst.

7. Hör auf, mit Leuten rumzuhängen, die dich runterziehen und die dich dazu bringen, dass du dir schlecht vorkommst.

8. Wechsle bei Unterhaltungen über das Gewicht zum Thema Wohlfühlen über.

9. Nominiere jemanden für The REAL Hot 100

10. Definiere deine Auffassung von Erfolg neu, um dein eigenes Wohlbefinden miteinzuschließen – inklusive Freude, Erfüllung, Widerstandsfähigkeit und Selbstliebe.

Ich stimme Courtney voll und ganz zu – unter dem Vorbehalt, dass man von einem gesunden Menschen spricht (siehe Punkt 2, evtl. 4) – denn wenn jemand wirklich übergewichtig ist und gesundheitliche Probleme hat, ist ein strenges Fitnessprogramm und eine Diät nicht unbedingt ein schlechter Gedanke (wobei ich allerdings denke, dass sie dabei nicht Diäten/Fitnessprogramme auf ärztliche Anweisung gemeint hat, sondern eher die typischen Brigitte-Ratgeber à la „Wie krieg ich in 2 Wochen eine Bikinifigur für den Sommerurlaub“).
Zweitens sehe ich diese Liste weniger als „einzuhaltende Regeln“ als für sinnvolle Vorschläge, über die es sich nachzudenken lohnt.
Daß gerade Mädels und Frauen sehr anfällig dafür sind, mit ihrem Körper überaus kritisch umzugehen oder ihn bisweilen sogar hassen (und die Grauzone dazwischen ist groß!), ist kein Geheimnis. Und dass das erschreckend ist, wo die Welt doch so voll von schönen Menschen ist, auch nicht.
Auf jeden Fall finde ich Courtneys Vorschläge inspirierender (und wahrscheinlich auch effektiver) als das typische „So, jetzt stell dich mal nackt vorn Spiegel und zähl alles auf, was du an dir magst“.
Ich fänd’s im Übrigen cool, wenn man die Liste in den Kommentaren hier erweitern würde. ☺


19 Antworten auf “„10 Dinge, die du jetzt tun kannst, um deinen Körper zu lieben“”


  1. 1 illith 20. Oktober 2007 um 23:49 Uhr

    das bild ist schön :)
    (obwohl ichs etwas unapssend find, dass es sich um einen scheinbar idealentsprechenden bauch handelt *mäkel* aber troztzdem schön)

    die lsite ist auch gut.
    zu deinem einwand, dodo: es ist dabei zumindest zu bedenken, dass viele (ernstlich) übergewichtige dies erst sind, WEIL sie dauenrd diäten mach(t)en. und das was als „übergewichtig“ (und damit zu „therapieren“) gilt, ist teilweise eh ein witz! *verächtlich ausspuck*
    das wollte ich nur fürs protokoll anmerken^^
    (natürlich gibt es auch andere krankheiten, die eine spezielle diät erfordern, wie allergien oder diabetes; aber wie dodo ja schon anmerkte, ging es um sowas vermtulich nicht)

  2. 2 dodo 21. Oktober 2007 um 2:31 Uhr

    jou da hamwir die gleiche meinung. bis auf das bild. ich finde, es spielt keine rolle, wie der bauch aussieht (obwohl meiner wahrscheinlich das doppelte davon ist:d ), gerade WEIL es scheißegal ist, wie ein bauch „auszusehen hat“. hah. wichtig ist das herzchen davor :)

  3. 3 Wolfskatze 21. Oktober 2007 um 13:28 Uhr

    Punkt 9 ist nicht unbedingt für alle umsetzbar, denn ich kenne einige Leute, die nichts mit Internet zu tun haben, wie soll man also jemanden für etwas nominieren (ich gestehe, ich habe mir den Link jetzt faulerweise nicht angesehen). Außerdem möchte man die Liste ohne weiteres mal weitergeben, da ist der Satz, dass man jemanden für etwas nominieren sollen nicht unbedingt hilfreich.

    Also für Punkt 9 sollte was anderes her.

    Und übrigens, wenn man sich mit dem eigenen Hunger auseinandersetzt, braucht man keine Radikaldiäten mehr, denn man isst dann automatisch nur noch das, was man braucht und hält ein gesundes Gewicht und nimmt ab.

  4. 4 Voll-Nuß 21. Oktober 2007 um 17:05 Uhr

    Vorschlag für Punkt 9: Raus an die frische Luft, die Nase in den Wind, die Sonne, den Regen halten. Und nicht so viel Zeit vor dem Spiegel verbringen.
    Wer kennt das nicht: Nach drei/vier Tagen Urlaub auf dem Zeltplatz, auf einer Hütte, sind einem die Stoppeln an den Beinen egal, man freut sich über seine Sommersprossen und fühlt sich viel besser als sonst, – obwohl ? nein – weil der Spiegel „viel zu klein und viel zu trüb“ war, die Wimperntusche und der Rasierer gar nicht mitgekommen sind.

  5. 5 dodo 21. Oktober 2007 um 17:34 Uhr

    Ich find punkt 9 gar nicht so schlecht vom prinzip her. jemand anderen zu nominieren (sei es auch nur im geiste) heißt, sich selbst und seine umwelt für die wirklich wichtigen dinge anzunehmen.
    aber voll-nuß‘ vorschlag find ich trotzdem cool :x

  6. 6 illith 21. Oktober 2007 um 21:52 Uhr

    Und übrigens, wenn man sich mit dem eigenen Hunger auseinandersetzt, braucht man keine Radikaldiäten mehr, denn man isst dann automatisch nur noch das, was man braucht und hält ein gesundes Gewicht und nimmt ab.

    das würde ich so nicht unterschreiben. bzw das letzte „und“ irritiert mich ;)

    und das problem ist ja auch, dass für viele ein „gesundes gewicht“ nicht das ist, was sie wollen.

  7. 7 mensch im mohn 22. Oktober 2007 um 1:46 Uhr

    Und übrigens, wenn man sich mit dem eigenen Hunger auseinandersetzt, braucht man keine Radikaldiäten mehr, denn man isst dann automatisch nur noch das, was man braucht und hält ein gesundes Gewicht und nimmt ab.

    Ich würde da schon ab dem „denn“ nicht mehr mitgehen. Nur weil sich jemand mit etwas auseinandersetzt, heißt das nicht, dass er_sie das automatisch anders macht oder machen kann. Wenn Dinge wirklich tief in uns „verwurzelt“ sind, dann fällt es nicht so leicht, sie abzulegen.
    Bei einer ausgewachsenen Phobie beispielsweise wäre es auch unpassend zu sagen „Hey, beschäftige dich mal ein bisschen mit deiner Angst und dann hast du automatisch keine Angstzustände mehr“.
    Zumal es auch bei Leuten mit einem „gesunden Gewicht“ ziemlich gebräuchlich ist, nicht nur bei Hunger zu essen, sondern z.B. auch bei Frust.

  8. 8 nina 22. Oktober 2007 um 14:29 Uhr

    diese „illustrierten bmi’s“ finde ich sehr gut, um sich mal klar zu machen, das die maßstaebe, die vielfach angelegt werden, totaler humbug sind.
    http://flickr.com/photos/77367764@N00/sets/72157602199008819/

    „morbidly obese“, klingt so nach fast schon tot.

  9. 9 nina 22. Oktober 2007 um 16:06 Uhr

    achso, wg gesund:
    was heisst schon gesund?
    sind duenne menschen automatisch gesund, dicke automatisch krank?
    auch eine vom arzt verordnete diaet kann dich ungluecklich machen und was aerzte im allgemeinen als guten sport fuer uebergewichtige empfehlen wuerde ich zb nicht mit der zange anfassen (walking, schwimmen, uahhhhh).
    wenn organe und gelenke durch extremes uebergewicht und falsche ernaehrung geschaedigt sind, muss die sache eh anders angegangen werden.
    ich habe zb bmi 30, esse viel aber gut und mache einen sport, der zwar nicht gelenkfreundlich ist, aber dafuer spass macht und dafuer sorgt, das das viele essen auch umgesetzt wird.
    muesste ich auf aerztliche anordnung weniger essen und walken gehen, wuerde mein schweinehund mich mit bonschen und schnitzel aufs sofa setzen.
    mein arzt weiss das zum glueck und geht mir nicht auf den zeiger mit bmi und anderem. also bin ich bis auf ein paar altersbedingte verschleisserscheinungen soweit gesund und froh. was will ich denn mehr?

  10. 10 nina 22. Oktober 2007 um 19:57 Uhr
  11. 11 women 24. Oktober 2007 um 16:34 Uhr

    :)>- Also Bewegung verschaffen die mir Spaß macht ist klar ein guter Tipp. Aber Sex als Fitness-Studio Ersatz? Wo bin ich hier, schon mal was davon gehört, dass Sex keine Turnübungen sind ? Welches Mädchen tut denn das und bleibt dabei seelisch gesund ? Gefällt mir gar nicht dieser Tipp: :-w
    Tschüüüs

  12. 12 edie 24. Oktober 2007 um 16:46 Uhr

    warum darf man nicht über sein gewicht reden? vielleicht, weil man sich schämen könnte? hallo scheinheiligkeit!
    und überhaupt, seit wann braucht es eine eingeschränkte redefreiheit um sich „wohl zu fühlen“?
    und wenn ich spaß am straffen fitnessprogramm habe, muss ich dann trotzdem sex haben?
    welche radikale entscheidung soll ich denn treffen und warum muss sie radikal sein?
    bin ich sexistin, weil ich dünn sein möchte und dünn schön finde?

  13. 13 dodo 24. Oktober 2007 um 18:15 Uhr

    @ women – ich hab mal gelesen, daß man bei „ganz normalem standardsex“ die kalorien von nem schnitzel verbraucht. was immer das auch heißen mag – körperliche bewegung isses auf jeden fall!
    @edie: wie gesagt, ich glaube nicht, daß die liste als regeln gedacht sind, sondern als vorschläge – es geht also nicht drum, was du „mußt“ oder „darfst“ bzw. „nicht darfst“. das hat nichts mit eingeschränkter redefreiheit zu tun. tatsache ist, daß viele mädels ständig über ihr gewicht reden, geradezu besessen davon sind. und wenn es bei gesprächen meist das hauptthema ist (3 jahre wohnheim-mädelsstockwerk haben mich gelehrt, daß das bei vielen mädels wirklich der fall ist!), wird dem gewicht meiner meinung nach viel zu viel, naja, gewicht beigemessen. wie wenn es das wichtigste thema überhaupt wäre. und in dem fall ist ein umschlag auuf ein anderes thema bzw. eine verschiebung richtung „wohlfühlen“ keine schlechte idee.

  14. 14 edie 24. Oktober 2007 um 18:25 Uhr

    ich rede gern über mein gewicht, auch oder gerade weil ich laut bmi übergewichtig bin und dazu stehe und mich wohl damit fühle. find ich auch irgendwie besser, als dann total verkrampft schnell das thema zu wechseln.

  15. 15 illith 24. Oktober 2007 um 23:01 Uhr

    diese “illustrierten bmi’s” finde ich sehr gut, um sich mal klar zu machen, das die maßstaebe, die vielfach angelegt werden, totaler humbug sind.
    http://flickr.com/photos/77367764@N00/sets/72157602199008819/

    “morbidly obese”, klingt so nach fast schon tot.

    danke für den link :)
    eine sehr coole maßnahme.
    ich hab in den letzten ~2 jahren auch ziemlich zugenommen und bin laut BMI jetzt „präadipös“ bzw. übergewichtig. das bestärkt mich in meiner auch vorher schon vorhandenen ansicht, was für ein schwachsinn dieser BMI ist. weil ich ganz sicher NICHT „übergewichtig“ bin. (auch wenn ich mich leider nicht freisprechen kann, temporär ziemliche ‚body image issues‘ zu haben)

    interessant ist für mich gerade auch die erkenntnis, dass ich mich, wenn ich in den spiegel schaue, fast genauso „dick“ oder „schlank“ sehe (und fühle), als wo ich /- um die 15kg weniger gewogen hab. wär die waage nicht und meine nicht mehr passenden klamotten wär mir meine zunahme kaum aufgefallen.
    da sieht man, wie sehr das alles im kopf sitzt…

  16. 16 dodo 25. Oktober 2007 um 1:22 Uhr

    der BMI ist eine annähernde richtlinie, die aber ohne fachliche untersuchung gaaar nix aussagt. nichts über das gewicht der knochen beispielsweise. es beachtet auch nicht, daß muskelmasse sehr schwer ist (viele sportlerInnen wären nach BMI übergewichtig).
    oder WO das fett sitzt. ne freundin von mir ist sehr klein und zierlich, hat aber nen mordsbusen. laut BMI ist sie übergewichtig. zieht man das gewicht ihrer brüste ab, ist sie idealgewicht.
    *hust*
    soviel dazu.
    menschen sind nunmal individuell und haben individuelle körper, da ist es halt schwer, sie glaubwürdig alle in ein schema zu zwängen;)

  17. 17 caro 25. Oktober 2007 um 11:59 Uhr

    Super Bild!;) Sollte einmal in ganz Deutschland plakatiert werden.

  18. 18 dodo 25. Oktober 2007 um 12:16 Uhr

    Super Bild!;) Sollte einmal in ganz Deutschland plakatiert werden.

    äääh bis jetzt hab ich nur die erlaubnis, es auf dem blog zu verwenden ;)

  19. 19 illith 25. Oktober 2007 um 22:03 Uhr

    hab heut mittag Oliver Geissen gekuckt — was ich da für nen hals geschoben hab! :-w
    thema war irgendwie „mein/dein kind ist übergewictig“ oder so.
    und im trailer zu einem gast hieß es so „die beiden kinder von renate sind schwer übergewichtig […]“. und dann haben die die gezeigt und das mädel hat bei 1.75m 78kg gewogen so um den dreh. und die war halt stabil aber voll nicht fett!!
    ich wär fast abegdreht ey. das macht mich SO wütend! und dann noch die selbstgerechte ernährungsberaterin da in der show (obwohl die für ihren berufsstand noch GING) und die beschissenen mütter, die ihre kinder terrorisieren wegen ihrem gewicht und das ganze restliche programm.
    ARRRGH

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