„Hot Topic“ / Buchvorstellung

Seit einigen Tagen schon ist das Buch „Hot Topic – Popfeminismus heute“, welches von Sonja Eismann im Ventil-Verlag herausgegeben wurde, im Laden erhaeltlich! Das Buch ist vielmehr eine Anthologie(Textsammlung) vieler toller Autor_innen, welche ueber ihre persoehnlichen Erfahrungen und Erlebnisse zu Themen wie Schoenheits-Terror, Comming-out, Drag-Kings, FanZines, Abtreibung, Gender-trouble und beispielsweise HipHop schreiben!

„Hot Topic“ („brennende Themen“ – auch Titel eines gleichnahmigen hottopic ventil verlag coverSongs von Le Tigre) moechte erstens auf den (natuerlich) immer noch vorHERRschenden „Malestream“ hinweisen und weiter, queer-feministische Ansaetze & Theorien diskutieren und den Versuch starten diesen (auch) in unserer „Popkultur“ ein Forum zu geben.

Ist das F-Wort im deutschem Mainstream und gesellschaftlichen Bewusstsein immer noch eher negativ belegt und wird Feminismus mit Namen wie Alice Schwarzer und in der neuen Genaration hoechstens mit Charlotte Roche in Verbindung gebracht, gilt es eben diesem Terminus im Mainstream neue Inhalte bzw. wie schon geschrieben eine neue Plattform und Alternative zu geben.
Einen Raum in welchem Mensch sich oberflaechlich nicht nur zwischen „pornokompatiblem Pseudo-Empowerment der Pussycat Dolls und dem lahmen Gleichstellungsfeminismus buergerlicher Medien und Institutionen“ entscheiden kann, sondern auch etwas ueber die leider vielzusehr im verborgenen stattfindenen / herausgegebenen Ladyfeste, Riot-Grrrl-Zines, feministischen Zeitschriften, Drag-King Shows und feministischen Workshops erfaehrt.

Thematisch ist das Buch in Kategorien wie „Sexualitaet / Identitaet“, „Koerper“, „Medien & Arbeit“, „Aktivismus“, „Feminismus / Alltag“ und „Musik“ gegliedert; Autor_innen sind unter anderen Sarah Diehl, Pauline Boudry(„Rhythm King and her friends“) und Krawallmaedchen („Raeuberhoehle“).

Links:
-“Hot Topic“ auf der Seite Platickmaedchen.net von Sonja Eismann
-“Hot Topic“ bei Amazon.de (ISBN-13: 978-3931555757)


14 Antworten auf “„Hot Topic“ / Buchvorstellung”


  1. 1 mafalda 04. November 2007 um 13:52 Uhr

    ich hatte mich so auf das buch gefreut, allerdings fand ich es dann ganz genauso wie Female Hiphip eher ein enttäuschung! ziemlich seicht, ganz nett für die U-bahn aber nichts neues. schön zum hinstellen zum lesen eher langweilig…ein wenig zu sehr „bravo“ für feministinnen.

  2. 2 Henry 04. November 2007 um 14:19 Uhr

    Ich frage mich immer wieder, warum solche Bücher immer die gleichen Themen behandeln ohne wirklich neue Ansätze zu schaffen. Es ist doch klar, dass je monotoner die Vielfalt, desto desinteressierter die Mehrheit derjenigen, die solche Bücher lesen sollen. Schließlich sollten ja gerade Feminismusbücher nicht nur an Frauen gerichtet sein.

  3. 3 fromgöttingen 04. November 2007 um 22:39 Uhr

    Sonja Eismann ist zur Zeit auf Lesetour.

    31.10., A-Innsbruck, Taxipalais (u.a. mit Ina Freudenschuß)
    01.11., Wiesbaden, Cafe Klatsch (mit Christiane Rösinger)
    02.11., Mainz, Pengland (mit Christiane Rösinger)
    22.11., Köln, Kulturbunker (mit Rhythm King)
    23.11., Düsseldorf, Linkes Zentrum (mit Rhythm King)
    24.11., Remscheid, Kraftstation (mit Rhythm King)

    Es fehlt Göttingen – ich glaube am 21.11.

  4. 4 illith 04. November 2007 um 22:50 Uhr

    VERDAMMT! :((
    könnt ihr nicht ien bisschen rücksicht auf hilflose buchkauf-junkies nehmen??

    @mafalda:
    was is mit femaleHipHop?^^
    und könntest du deine kritik am buch etwas vertiefen….? was hier im artikel steht, klingt für mich eigentlich sehr gut.

    @henry:
    lasest du das buch oder is das ne allgemeine kritik?^^

  5. 5 illith 04. November 2007 um 22:52 Uhr

    @female hiphop:
    ah grad seh ichs, dieses buch ist gemeint. hatt ich schon ganz vergessen, las vor längerem in nem forum darüber.
    isses nicht gut? :

  6. 6 Mafalda 04. November 2007 um 23:08 Uhr

    @illith

    female hiphip ist einige monate vorher auch im ventil verlag erschienen. in dem sammelband kommen aktivistinnen aus der hiphop szene zu wort.

    wie ich finde ein sehr wichtiges buch, weil frauen im hiphop völlig unter repräsentiert sind und das buch einen ganz guten überblick gibt und gerade junge aktivistinnen motiviert und eventuell auch mut macht!

    Allerdings bleibt das buch oberflächlich und übt auch nur am rande kritik an den sexistischen strukturen in der szene. Dazu kommt, dass die Texte sich nur sehr holprig lesen. Teilweise hatte ich das gefühl hier wurden schnell ein paar hausarbeiten reloaded, was doch etwas schade ist! Ich hatte aber noch ein anderes problem. ich habe keine ahnung von hiphop, kannst oft die künstlerinnen nicht oder die songs. ..wenn dich aber das thema interessiert…

    http://www.femalehiphop.net/tool/index.php
    http://www.anattitude.net/mainpage.html (ein sehr gutes Heft, allerdings etwas schwer zu finden!)

  7. 7 Henry 04. November 2007 um 23:17 Uhr

    Es ist eher eine allgemeine Kritik, weil ich mich jetzt schon etwas länger mit Feminismus auseinandersetze und fast jedes Buch immer die gleichen Grundstrukturen wie „Unwissenheit über Feminismus im männlichen Bereich“, „Vorreiter des Feminismus“ und „Aktivismus und Verbreitung des Feminismus“ aufweist und sehr selten davon abweicht. Natürlich gibt es dann auch zusätzliche Themen wie hier „Musik“, „Körper“ und „Alltag“, aber mir fehlt im Großen und Ganzen einfach ein Buch, was sowohl für Männer und Frauen geschrieben ist und den Feminismus nicht allein glorifiziert, sondern ihn auch ab und an kritisch betrachtet.

  8. 8 dodo 04. November 2007 um 23:34 Uhr

    @Henry: in Jessica Valentis Full Frontal Feminism (das sich allerdings wohl hauptsächlich an Mädels/Frauen wendet) findet sich auch kritisches.

  9. 9 st_eve 04. November 2007 um 23:45 Uhr

    @henry: ja stimmt schon, dass es in bezug auf männlichkeiten da einiges aufzuholen ist, auch wenn es meines wissens durchaus feministische männlichkeitsforschung und feministische männergruppen gibt.
    blödsinnig finde ich ein unproduktives zurücklehnen und die forderung der aufarbeitung dieses rückstandes durch „die feminist_innen“.

  10. 10 Henry 05. November 2007 um 12:03 Uhr

    @dodo: Vielen Dank für den Hinweis. Allgemein will ich aber nicht sagen, dass es solche Kritiken nicht auch aus den eigenen Reihen gäbe, sondern ich will sagen, dass diese Kritik meist nicht wirklich ernst genommen wird und in vielen anderen Werken unterschlagen wird. Auch muss man unterscheiden zwischen der Kritik am radikalen Feminismus, sowie der Kritik am allgemeinen liberaleren Feminismus, welcher so gut wie nie angezweifelt und in seine Grundstrukturen auseinander genommen wird.

    @st_eve: Ich lehne mich nicht unproduktiv zurück, ich kritisiere das, was mir aufgefallen ist und wende mich an diejenigen, die sich damit am besten auskennen. Ich habe mich ja auch nicht wirklich darüber beschwert, dass ein solches Buch nicht existiert, ich wollte einfach nur einen Wunsch äußern, da in vielen Fällen es hilfreich wäre nicht so einseitig zu dokumentieren. Dabei will ich ja gar nicht mal abstreiten, dass es bei einigen Gruppen thematisiert wird, aber ich finde, wenn Feminismus schon Gleichbehandlung fordert, dann sollte diese Gleichbehandlung auch rückwirkend sein und ebenso auch für den Feminismus gelten.

  11. 11 st_eve 01. Dezember 2007 um 15:11 Uhr

    @henry: war ja auch gar nicht konkret auf dich bezogen, keine Sorge! ich bin nicht davon ausgegangen, dass du „als Mann“ schreibst, sondern habe mich auf stereotype Argumentationen bezogen, die SO hier jetzt nicht zu finden sind. ;)

  1. 1 Dates, Dates + wieder Dates // riot propaganda Pingback am 05. November 2007 um 1:02 Uhr
  2. 2 k-bine :: club for queer people & friends » Blog Archive » Hot Topic. Popfeminismus heute. Buchpräsendation am 5.12.2007 in Stichwort Pingback am 24. November 2007 um 21:19 Uhr
  3. 3 Mein Ladyfest | bikepunk 089 Pingback am 04. Februar 2008 um 17:34 Uhr

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