Was ist Pornografie?

Ich hatte diese Emma völlig vergessen, bis ich gerade über den Mädchenblog auf deren Seite geraten bin und so kam ich auf eine Kampagne, die mir bekannt vorkam- NoPorno!

„Nach der Definition von EMMA und ihren Mitstreiterinnen ist Pornografie ‚die Verknüpfung von sexueller Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt. Darum also geht es. Nicht um Nacktheit. Auch nicht um Frivolität. Sondern um Erniedrigung und Gewalt, verknüpft mit Lust. Und um die Prägung ganzer Frauen- und Männergenerationen, die diesen Film – Sex gleich Erniedrigung und Gewalt – lebenslang nicht mehr loswerden. Auch Männern wird damit geschadet“.

Während Emma Porno per se mit Gewalt und Erniedrigung zusammenhängt, sehen in den USA und Kanada das einige Leute schon seit längerer Zeit anders und auch in Berlin gab es gerade eine Pornofilmfestival. Die Macher_innen beanspruchen für sich

„Unterhaltsam, horizonterweiternd, lustig, schamlos, verblüffend und sexy – das kann Porno sein. Das Berliner Pornfilmfestival zeigt, wie es geht, denn die Zeiten von unappetitlichen Vorführungen unmotivierten Geschlechtsverkehrs sind vorbei. Beim Pornfilmfestival kann man in entspannter Atmosphäre Erotik und Sex in künstlerisch-filmischer Umsetzung ganz schamfrei genießen. Öffentlich und entspannt, gemeinsam mit einem kommunikativen und modernen Publikum. Was Public Viewing und Fanmeile für den Sport, das ist das 2. Internationale Pornfilmfestival Berlin für den Sexfilm“.

Einiges davon ist lustig: so bastelten zum Beispiel schon 2004 in „Rasperry Reich“ eine Handvoll links-anarchistischer Terroristen in Berlin am gesellschaftlichen Umsturz. Ihr Programm: Eine Revolution ist eine sexuelle Revolution ist eine homosexuelle Revolution. Deshalb wird die homosexuelle Intifada ausgerufen und die dominante Anführerin Gudrun zB überredet ihre Hetero-Mitstreiter zu schwulem Sex – was diesen, man staunt, ganz gut gefällt. Um Geld zu erpressen wird der Sohn eines schwerreichen Industriellen entführt. Dumm nur, dass der Entführte eben sein Coming Out hatte, mit der Gruppe sowieso sympathisiert und von seinem Vater enterbt wurde. Was nun?

Deutsche Terrorismus der 1970er wird queer, die minimalistischen Bilder dazu liefern Radical Chic, Retro-Avantgarde und Porno. Die Provokation funktioniert, für Diskussionsstoff ist gesorgt.

„Sex gleich Erniedrigung und Gewalt – lebenslang nicht mehr loswerden. Auch Männern wird damit geschadet“. Mit dieser Gleichung haben die Emmas mal wieder viel zu kurz gegriffen…


38 Antworten auf “Was ist Pornografie?”


  1. 1 Henry 07. November 2007 um 1:06 Uhr

    Irgendwie angsteinflößend, wenn Pornografie so aufgefasst wird. Ich bin der Überzeugung, dass die Menschen von der Emma anscheinend die Extreme der Pornografie kennen gelernt haben und sich nun wohlwollend und erzieherisch aufspielen, damit sich niemand anderes, besonders nicht die junge Generation, jemals mit diesen Extremen befassen muss. Das gleicht insgesamt dann wohl eher einer Gehirnwäsche oder dem Aufruf zur Prüderie und Zurückhaltung, obwohl doch gerade in den letzten Jahren eine Öffnung dieser ganzen Normen positiv zu verzeichnen war. Schade.

  2. 2 Christin 07. November 2007 um 17:41 Uhr

    Reichlich kurz gegriffen finde ich eher die Recherche zu dem Artikel.
    Vielleicht könntest du ja mal zum Spaß die Emma lesen bevor du sie als
    so plumpe Überleitung zu ganz anderen Themen benutzt.
    Denn das Pornofilmfestival ist ziemlich weit weg von dem was Emma mit
    „PorNO“ zu bekämpfen versucht. Guck doch mal auf www.pornotube.com oder
    www.youporn.com rein, oder du hättest ma bei der „Venus“-Messe vorbeischauen
    können, die war ja auch in Berlin, wa? Oder du machst nen Ausflug ins Pascha
    guckst dir mal an was der heutige Freier unter einer „Gang-Bang-Party“ versteht.
    Oder du sperrst die Augen auf und siehst dir all die Werbeplakate an (zb. die
    neuen von Saturn zum Beispiel: eine Frau in hautengem Latex war noch nicht nackt
    genug… die parallelen zu Elektrogeräten: offensichtlich).
    Und dann noch so uninformierte und sträflich dumme Kommentare wie: „Das gleicht
    insgesamt dann wohl eher einer Gehirnwäsche oder dem Aufruf zur Prüderie und
    Zurückhaltung […]“.

    Kotzbrech.
    christin.

  3. 3 dodo 07. November 2007 um 17:49 Uhr

    Wäre die Emma-Definition gültig (also Porno=sexuelle Erniedrigung), dann bin ich auch gegen Pornos.
    Jetzt ist aber die offizielle definition von pornografie soweit ich weiß lediglich das darstellen des menschlichen sexualaktes zum zwecke der erregung der zuschauer. und nach dieser definition (die nunmal die gültige ist) ist gegen porno per se erstmal nix einzuwenden.
    ich frage mich, warum sie das umdefiniert haben, das ist eigentlich schade und hilft der sache nicht unbedingt weiter.
    würde bei der aktion nicht „PorNo“ rausgeschrien, sondern klargestellt, daß die aktion sich gegen gewaltverherrlichende/erniedrigende Pornografie richtet, wäre das klarer uund es würden auch mehr leute mitmachen.
    Daß Pornografie nicht unbedingt was schlechtes sein muß, dem stimme ich zu. aber dieses „raspberry reich“ als beispiel anzuführen scheint mir mehr als zweifelhaft.
    da werden leute zum sex gezwungen? das ist vergewaltigung. nicht gerade top… außerdem „was diesen, man staunt, ganz gut gefällt.“
    sorry, abber das klingt mir viel zu sehr nach diesen pornos, in denen frauen vergewaltigt werden und die dann das auch noch gut finden. dieses „eigentlich finden sie’s doch geil“. daher: doof.

  4. 4 J.ulia 07. November 2007 um 18:02 Uhr

    Was ist denn das Problem mit youporn?
    Das es da Menschen gibt die gerne ihre privaten Sexfilmchen ins Internet stellen um andere daran teilhaben zu lassen?
    Solange alle Beteiligten damit einverstanden sind who cares?

  5. 5 Christin 07. November 2007 um 19:31 Uhr

    @dodo: Ich denk da ähnlich: der Titel „PorNO“ ist einfach zu missverständlich. „Prüderie-Verdacht“ eben… und da das heutzutage schlimmer als Gewaltsex mit Minderjährigen zu sein scheint, bekommt man/frau da ziemlich viel Gegenwind, ohne die Gelegenheit sich mit Inhalten auseinander zu setzen.

    @J.ulia:
    Ich hab kein Problem mit dem Konzept von youporn/pornotube. Aber wenn man genauer rein guckt stellt man/frau erstens fest, dass die meisten Clips keine privaten Videos sind, sondern Kopien von Pornowebsites mit der dringenden Bitte doch dort vielleicht die kostenpflichtige Vollversion zu konsumieren und zweitens dass kaum Sex zwischen zwei Menschen gezeigt wird (2 agierende Partner), sondern meistens: Mann fickt Frau. Überall rein. Und dannach wichst er ihr ins Gesicht (fast immer). Besonders beliebt ist auch: Mann steht und Frau, auf den Knien, „hat mit ihm Oralverkehr“ und er filmt sie aus seiner Perspektive. Oder betrunkene Frauen werden „gefickt“ während sie kotzen, Frau auf Knien – um sie rum 6 Männer, nur bis zum Bauchnabel zu sehen…
    Will mich nicht über bestimmte Vorlieben aufregen, aber die Symbolik find ich bedenklich. Vorallem weil das ganze nur in eine Richtung driftet (Frau=untertan) und Gewalt/Unterwerfung inzwischen in fast allen Pornos eine Rolle spielt. Aber selbst die Darstellung find ich nicht mal sooo schrecklich, absolut ALLES wird irgendwie von irgendjemandem irgendwann mal gefilmt. ABER: diese Art der Sexdarstellung ist Mainstream (jedenfalls für Männer)! Was passiert mit dem (vielleicht 12jährigen??) Zuschauer…?? Die Kopplung von Gewalt und Erregung…..??? Brr…

  6. 6 dodo 07. November 2007 um 21:20 Uhr

    das ist nicht, was mich daran so stört.
    vielmehr, daß (ich nehme mal an, das dingens funktioniert prinzipiell genau wie youtube?) bei youporn einfach nicht so genau kontrolliert werden kann, ob die darstellerIn in dem clip jetzt 15 oder 20 jahre alt ist, zum beispiel. oder wie freiwillig sie da mitspielt. oder ob ihr überhaupt bewußt ist, daß sie gefilmt wurde. usw.
    es ist bei youtube ja schon ein problem, was alles eingestellt werden kann (nazipropaganda,…) und gerade bei einem medium wie youporn find ich das schon bedenklich.

  7. 7 Henry 07. November 2007 um 21:24 Uhr

    @Christin: Deine Reaktion zeigt doch, dass Pornografie für dich auch schon nichts mehr anderes darstellt, als das, was die Emma in ihrer Kampagne anprangert. Für mich ist das pure Gehirnwäsche. Pornografie ist, wie Dodo richtig erkannt hat, die Darstellung des sexuellen Aktes oder Teilen davon zur Erregung anderer Menschen. Mehr nicht. Die Definition beinhaltet keine Gewalt, die Definition beinhaltet keine Unterdrückung und die Definition enthält keine Diskriminierung, was die Emma jedoch versucht, ist die Neudefinierung des Begriffes in eine Art Kampfbegriff, um somit sich der Radikalität entgegen zu stellen. Das wäre in etwa so, als ob ich das Internet jetzt „Gewalt-Radikalismus-und-Unterdrückungs-Netz“ nennen würde. Wie würdest du dich fühlen, wenn man dich fragen würde, warum du zu so einem Netzwerk etwas beitragen willst?

  8. 8 Crash 07. November 2007 um 21:29 Uhr

    Christin: Ich stimmte deiner Kritik des „Mainstream“ Porns zu, sozusagen aus erster Hand. Ich bin männliche Jungfrau und nach „gängiger Meinung“ (und wohl auch nach meiner eigenen) zu alt um noch Jungfrau zu sein. Ich habe Pornographie prinzipiell ab dem Zeitpunkt kennen gelernt als ich ohne Aufsicht das Internet benutzen durfte (mit 13). Das heißt, dass sozusagen meine einzige Erfahrung mit Sexualität über Pornographie zustandegekommen ist und dies hat einen großen Einfluss auf mich gehabt. Nun, viele Jahre später, bin ich sozusagen angeekelt von meiner eigenen Sexualität, da sich, trotz meiner eigentlich wohl u.a. auch als feministisch bezeichenbaren Einstellung, sobald ich masturbiere bzw. erregt bin, eben dieses Bild von Sex bzw. Frauen in meinem Kopf manifestiert und ich dann auch meist wieder Pornographie in die Richtung konsumiere, wie es oben angesprochen wurde („(Frau = Untertan) und Gewalt/Unterwerfung“). Die Frage, wie ich diese beiden Dinge unter einen Hut bringen, bzw. meine Sexualität meiner politischen Einstellung anpassen soll oder nochmal mit anderen Worten, wie ich lernen soll, Sex als „einen Akt der Liebe“ in meinen Kopf zu kriegen, konnte ich mir bis jetzt nicht beantworten.

    (Entschuldigt die verschachtelten Sätze aber es fällt mir schwer das in Worte zu fassen)

  9. 9 sammelsurium 08. November 2007 um 9:43 Uhr

    Ich kenne die PorNo-Kampagne der Emma von früher, hab auch die von Alice Schwarzer immer wieder angeführten Bücher mal durchgehabt. Die Argumentation von denen richtet sich gegen Mainstream-Hetero-Hardcore-Porn, das was wir ziemlich eindeutig unter Pornographie fassen. Die Kampagne unterschied damals deshalb kaum von anderen Genreformen, weil die so gut wie gar nicht zugänglich waren. Heute gibt es trotz – oder gerade wegen – des Internets immer noch eine sehr große Dominanz des phantasie-, reflektions- und geschichtslosen „Lochfickens“ und immer gleich anspruchslosen Verfügbarkeit der abgebildeten Frauen, wenn ich mich an der Stelle mal diesen Wortes bedienen darf. Die Kampagne lebt von der Zuspitzung.

    Ehrlich gesagt habe ich selten mal Zugang zu etwas gehabt, dass nicht nach diesem immer gleichen Strickmuster abläuft. Es ist aber auch nicht so, dass ich dem unglaublich hinterherrenne, weil ich auf dem Weg zum tollen Porno eben unglaublich viel beleidigenden, ätzenden oder bestenfalls langweiligen Heten-Schund angucken müsste. Die Befreiung findet auch nicht durch Youporn statt, denn dort ist tatsächlich nicht immer klar, ob die Darstellerinnen bis oben völlig zu sind mit Drogen, und warum sie dann ausgerechnet mit zehn Männern schlafen wollen sollten. Also, äh, mit Selbstbestimmung hat das in vielen Fällen nichts zu tun. (Schon wieder so eine Gehirnwäscherin!)

    Nun ja, und anders als manche Leute glauben, die Ansgt haben, dass man ihnen ihre Erektion schlechtreden will oder – ojeoje! Auch noch ihren Porno wegnehmen, lässt sich das nicht durch Konsument_innenmacht erledigen. Die Stereotype sind anscheinend viel zu eingefahren, und außerdem haben Boykotte noch nie was gebracht.

    Im Übrigen bewegen wir uns vermutlich in anderen Kontexten, als die meisten anderen Menschen. Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir die Kampagne aburteilen und so tun, als wenn sie nichts mit uns zu tun hätte. Für die Mehrheit der Menschen gibts nur Erwachsenenvideotheken und Youporn, nur eine informiertere und reflektiertere Minderheit kann sich ihre Bilder auf langer Suche selbst suchen und anders besetzen. Die meisten anderen Menschen sind nicht so groß im Dekonstruieren von Gender und haben auch eventuell noch nichts von BDSM als eventuell emanzipatorischer Praxis gehört. Das muss eine queere Porno-Kritik – und PorNO-Kritik – mitdenken, sonst macht sie sich selbst irrelevant.

  10. 10 Mari*us 08. November 2007 um 16:01 Uhr

    @Henry
    Die Frage an dich ist, ob du den Artikel in der Emma gelesen hast? Das ist nämlich die Voraussetzung dafür, der Kampagne eine „Gehirnwäsche“ anzuhängen.
    Eine Kampagne lebt immer von Zuspitzungen. Das Pornogeschäft tut das eben aber auch. Im Artikel wird versucht deutlich zu machen in welche Richtung sich das Pornobusiness entwickelt. In welche Richtung es sich zuspitzt. Es wird deutlich, dass es eine immer deutlichere Kopplung von Gewalt und Sexualität zu ungunsten eines Geschlechtes gibt. Und ich finde das sehr bedenklich. Bei Konsument_innen von Mainstreampornografie gibt es über kurz oder lang eine Kopplung zur eigenen Sexualität. (In welche Richtung die ausfällt sei mal dahin gestellt.)
    Ich finde es außerdem schwierig einen Pornografiebegriff zu verwenden, der sich scheinbar so einfach vom Geschäft abkoppelt. Ich denke, dass der Markt viel zu mächtig und zu präsent ist um sich eine Definition jenseits der Mainstreampornografie zu denken.

  11. 11 illith 08. November 2007 um 17:55 Uhr

    die die vorletzte EMMA-ausgabe mit ihrer PorNO!-kampagne hat mich kurz davor gebracht, wutschnaubend mein langjähriges abo zu kündigen :-w

    es gibt sicher einiges, was an der „sex-branche“ oder der sexualisierung der mainstream-medien zu kritiseren wäre — aber wem ist damit geholfen, das in einer derart BILDzeitungsstyle-reißerischen, verzerrenden, moralisierenden und regressiven art und weise zu tun???

    wenn ich dazu komm, wollt ich da nochmal einen ausführlichen artikel für meinen blog zu schreiben.

    da sind ein paar sprüche drin — das ist echt nicht zu glauben. mein favourite:

    Sie [“Frauenpornos“] sind auch ein Widerspruch in sich. Denn die rein genitale Sexualität ist traditionell eher Männersache, Frauen funktionieren erotisch komplexer.

    AAAAAAAAAAAAAAAAAAARGH!!! SPINNEN DENN DIE???

    oder hier noch ein kracher:

    Die Masturbation ist dabei die einsamste und einfachste Art, wie man Sex haben kann: mit sich selbst, auf nichts als sich und die eigene Lust bezogen. Es ist aber vielleicht auch die traurigste Art.

    na das sollen die mal Betty Dodson erzählen. >:/

    das hauptproblem an der kampagne (wie hier ja auch schon angedeutet wurde) ist die durcheinandermischung der begriffsdefinitionen:
    auf der einen seite wird gesagt, „porno“ beschreibt ausschließlich sex in verbindung mit gewalt und nicht die darstellung von sexualität an sich (wobei mir da schon nicht ganz klar ist, was mit „gewalt“ gemeint ist — manch einE feminstIn hält ja auch einvernehmlichen felatio schon für ernidriegund und analverkehr als gewaltsamen akt).
    auf der anderen seite wird sich in einem artikel über die expliziten sex-beschreibungen in „normalen“ romanen (krimis und so) brüskiert, die angelbich immer mehr standard würden — und das wird eben als pornografisierung des alltags bzw. der mainstream-medien benannt. das ist ja ein widerspruch.

    naja, durch Alices „PorNO“-buch bin ich ja erst zu dem ganzen feminismus-chapter gekommen — das ganze hatte also wohl doch auch sein gutes.^^

  12. 12 mafalda 08. November 2007 um 20:31 Uhr

    @illith: : Du bist so cool, deine Text sagst viel besser als meiner.

  13. 13 Henry 08. November 2007 um 20:53 Uhr

    @Mari*us: Es ist zwar Ignoranz etwas zu kritisieren, was man selbst nicht einsehen konnte, aber ich bin der Auffassung, dass durch die Quellenbelege von „illith“ und den Aussagen auf der Website sich durchaus das abzeichnet, was ich auch kritisieren wollte: der Beschützerinstinkt einer anderen Generation von Feministen und Feministinnen. Vielleicht ist der Begriff „Gehirnwäsche“ auch viel zu negativ besetzt, als dass ich ihn hätte verwenden sollen, schließlich versucht ja jedes Medium auf seine Art eine Überzeugung (Gehirnwäsche) heraufzubeschwören. Allerdings sind mir die konservativen Argumente immer noch die unsympathischsten und deshalb habe ich mich auch für das Wort entschieden.

  14. 14 darkymaus 08. November 2007 um 21:23 Uhr

    siehste Illith, wir haben etwas gemeinsam. Wir lesen die Emma.
    Feminismus rules! Nur ein Matriarachat bringt uns noch weiter.
    Männer möchten Frauen demütigen. Wir lassen das aber nicht mehr zu.

  15. 15 dodo 08. November 2007 um 22:07 Uhr

    @illith: GENAU das sind auch die stellen, bei denen ich mir bei der emma-lektüre den kopf an die wand knallen wollte.
    masturbation ist für einsame loser? da ist ja noch die bravo progressiver…

  16. 16 illith 09. November 2007 um 1:14 Uhr

    @darky:
    ich hab so etwas das gefühl, die emma-lektüre ist unsere einzige gemeinsamkeit… :-“

    @mafalda:
    vielen dank :“>

  17. 17 dodo 09. November 2007 um 1:28 Uhr

    sammelsurium: „Die Kampagne lebt von der Zuspitzung.“
    aber daran stirbt sie gleichzeitig auch.

  18. 18 sammelsurium 09. November 2007 um 10:03 Uhr

    @dodo:
    Ja, das denke ich auch. Ich hab mir gestern nochmal die im Internet bei emma.de verfügbaren Texte angesehen. Schon vor ein paar Jahren, als ich für eine Hausarbeit mal die Positionen konservativ-christlicher Porno-Kritiker und die der Emma verglichen habe, sind mir gerade in der Zuspitzung die Ähnlichkeiten aufgefallen. Was irgendwie kein Wunder ist, da ja gerade die Emma die feministische Zeitschrift ist, die aus dem bürgerlichen Flügel der „Neuen Frauenbewegung“ kam und auch die einzige ist, die aus dieser Zeit überlebt hat. In der darauf folgenden Zeit hat Schwarzer diesen Eindruck durch das gemeinsame einvernehmliche Auftreten mit Konservativen in irgendwelchen Talkshows mehrfach bestätigt. Die Kritik der Emma am heterosexistischen Mehrheits-Porno greift eben deutlich zu kurz. Aber das bedeutet eben nicht, IMHO, dass es da nicht eine Menge zu kritisieren gäbe. Und dass selbst den hedonistischeren unter den Porno-Kritikerinnen regelmäßig Verklemmtheit, Weltfremdheit und Unkenntnis der Materie unterstellt wird, gibt mir genügend Anlass, dass bei der Emma nicht zu tun. Das ist irgendwie zu einfach.

    @illith:
    Es mag sein, dass es vereinzelt Menschen gibt, die die von Dir genannten Praktiken für erniedriegend halten. Allerdings muss mensch hier eben auch fragen warum. Und was zuerst da war: Das Bild, indem das als erniedrigend oder als eine schlichte, kontextlose und keine Zustimmung bedürfende Körperfunktion der Frau dargestellt wird, oder die Scham/ Aburteilung? Und hier kommen wir zum schwierigsten Teil der Porno-Kritik (und der PorNO-Kritik): Das Auseinanderhalten von (wie die Emma es ausdrückt) der Verknüpfung von kontextlosen Bildern und Triebabfuhr auf der einen Seite, und Reaktion des oder der Einzelnen und den gesellschaftlichen Folgen auf der anderen Seite.

    Es ist im Übrigen recht schwierig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich muss sagen, dass mich das während des Schreibens der Hausarbeit sehr sngegriffen hat. Das ging schon über das Leere-Blatt-Syndrom weit hinaus. Insofern sehe ich auch das, was in der Emma geschrieben wird, als teilweise davon beeinflusst an. Es ist für die meisten Menschen schwierig, sich mit diesem Thema ernsthaft und in der Breite zu befassen, ohne dass irgendwie mit sich selbst und den eigenen Gefühlen und so zu vermischen. Die Pro-Porno-Leute oder Halb-Pro-Porno-Leute denken immer, man will ihnen ihre Lust kriminalisieren und die andere Seite fühlt sich von den Bildern bedroht und herabgesetzt. Andererseits ist es aber – wie in den meisten Bereichen- schwierig, die eigenen Emotionen und Beweggründe offenzulegen. Damit wird eine offene Diskussion aber fast unmöglich.

    Das ist meiner Meinung nach das zweite, woran diese Kampagne krankt. Nicht zuletzt hat sie auch das Problem, dass sich mit Pornographie niemand mehr auseinandersetzen will, dass also die Schlagfläche irgendwie fehlt.

    Ich glaube aber, dass diese Diskussion wichtig ist. Und dass, nur weil die Emma sie wieder anfängt, wir sie ihr nicht alleine überlassen müssen. Schreibt doch eigene Artikel zum Thema, dafür ist das Mädchenblog ja da.

  19. 19 dodo 09. November 2007 um 12:32 Uhr

    @sammelsurium: ich weiß schon, was du meinst. ich glaube nicht, daß die emma-kampagne (oder wer dahinter steckt) automatisch weltfremd und verklemmt ist (na gut, ein paar Leute scheinen doch eine eigenartige Auffassung zu haben meiner Meinung nach… gerade die Autorin des Artikels, aus dem Illlith oben zitiert hat) – aber das ist ja gerade das, was daran ist.
    die zuspitzung (die sie wohl sehr bewußt machen), schafft publicity, schon klar. ist meiner meinung nach aber der sache nicht dienlich. ich hätte die emma-leuts für schlauer gehalten, das ist es ja, was mich daran so enttäuscht.
    würde die kampagne ganz klar aussagen, sie ist gegen vergewaltigungspornos u. äh., hey, dann wär ich sofort dabei! und viele leute außer mir wahrscheinlich auch.
    aber ich kleb mir keinen sticker ans auto, auf dem porno an sich verurteilt wird, weil mir das zu kurz greift und ich diese meinung nicht teile. und die tatsache, daß in diesem diskurs so sachen herangezogen werden, wie daß die heutigen mädels alle bauchfrei tragen und man sie zum teil mit nutten verwechselt, stinkt mir gewaltig. da möcht ich mich nicht mit identifizieren.

  20. 20 dodo 09. November 2007 um 12:34 Uhr

    „aber das ist ja gerade das, was daran schade ist.“ sollte das heißen…

  21. 21 Christin 09. November 2007 um 16:06 Uhr

    @sammelsurium: Kannst du „[…] BDSM als eventuell emanzipatorische Praxis […]“ genauer erklären? Bin unwissend.

    Zänks, Christin

  22. 22 Jakob 09. November 2007 um 19:39 Uhr

    Nur mal so am Rande: Warum hält der unsäglich dumme „Raspberry Reich“ eigentlich als vermeintlich subversives Positivbeispiel her? Nicht, dass es ein schlechter Porno wäre, doch der „radical chic“ dieses Films besteht vor allem darin, alles, was mit dem Etikett „Terrorismus“ versehen ist, in einen Topf zu schmeißen und in Bildform übers Zelluloid zu verschmieren. Ist es besonders lustig oder gar „radikal“, Bin Laden und Ulrike Meinhoff direkt nebeneinander als Wandgemälde zu zeigen, offenbar in der Absicht, „Gesichter des Widerstands“ zu präsentieren? Bei aller Kritik an der RAF möchte ich die Stadtguerilla doch nicht so gerne mit einem erklärt reaktionären Fundamentalisten in einen Topf geworfen sehen. Dazu dann noch die Intifada (hier zu Unrecht geadelt durch das Attribut „homosexuell“), weil sich kaum verhohlener Antisemtismus immer gut an die Bauchlinke verkaufen lässt.
    Diese Form der „Provokation“ ist tatsächlich nichts weiter als der noch hirnlose Reflex auf einen ohnehin schon hirnlosen öffentlichen Terrorismusdiskurs. Politisch unbesehen werden beliebige nichtstaatliche Akteure, die mit gewaltsamen Mitteln vorgehen als „radikal“ oder „subversiv“ hingenommen, ohne die Ideologien hinter dem jeweiligen Handeln auch nur ansatzweise zu reflektieren.

    Bei einem Gespräch mit Produktionsdesigner und einer Schauspielerin an der Universität der Künste in Berlin ließ ersterer dann auch, angesprochen auf einige der wenigen Szenen des Films, denen eine gewisse selbstironie unterstellt werden kann (nämlich die, in der die Entführer sich trotz allem Gewetter über die „Multis“ noch schnell einen Burger beim bösen McD reinziehen), prompt verlauten: „Ja, das ist halt die Kritik daran, dass die Leute immer so hehre Ideale haben, die dann aber doch nicht einhalten und dann eben doch wieder bei McDonalds essen.“ Eindeutiger kann die antihedonistische und einer subversiven Porno-Politik zuwiderlaufende Botschaft kaum ausfallen: Politik ist also, woe gehabt, Entsagung an die „Fleisches-“Freuden. Also ab in den Ökoladen, dann wird die Revolution doch noch wahr? Besser lässt sich linksgrünes Spießertum wahrhaftig nicht auf den Punkt bringen …

    Das subversivste an „Raspberry Reich“ dürften tatsächlich die hübsch durcheinander gepaarten Pornoszenen sein. Die kann man aber auch im „herkömmlichen“ Porno kriegen. Der Rest ist romantisch-reaktionärer Wohlfül-Antikapitalismus der idealistischsten (d.h. übelsten) Sorte, frei von jedem Geschichtsbewusstsein und ohne auch nur den Ansatz politischer Urteilsfähigkeit. Radical chic eben. Setzen, sechs.

  23. 23 st_eve 10. November 2007 um 15:39 Uhr

    @christin:
    bdsm als sexuelle praxis bietet verschiedenste möglichkeiten emanzipatorischer praxis, zb:
    - gender play – spielen, inszenieren von geschlechterrollen, widersprüchen, möglichkeiten körper jenseits gängiger klutureller codes wahrzunehmen, scheinbare widersprüche zuzulassen, verschiedenste identitätskonzepte ausprobieren…
    - inszenierung von macht generell: diskursive regeln brechen oder herstellen, umkehren und außer kraft setzen
    - erlebte sexuelisierte gewalt aufarbeiten
    - usw.
    empfehle dir den artikel dazu von robin bauer „When Gender Becomes Safe, Sane and Consensual. Gender Play as a Queer BDSM Practice“ in „quer durch die geisteswissenschaften“, RB hat auch noch mehr aufsätze zum thema veröffentlicht

  24. 24 mafalda 12. November 2007 um 21:25 Uhr

    @jakob. ich denke bin laden und meinhoff haben def. was gemeinsam. die sind beide antisemiten und (äh) antisemitinnen.
    klar können sie auf diese ironische art und weise zusammen gezeigt werden, wie es in rr der fall ist.

    ich finde es auch ok mit diesem raf mythos zu brechen und das scheinbar widerständische aufzulösen, weil die meisten aktionen einfach politisch völlig daneben sind- da gibts auch nichts zu romantisieren.

    auch wenn ich nix gegen ökoläden habe, halte ich es nicht für ne subversive strategie, allerdings habe ich auch das gespäch mit den macher_innen auch anders verstanden als du.
    .

  25. 25 Jakob 15. November 2007 um 14:34 Uhr

    Na schön, es gibt vielleicht nicht allzu viele Gründe, die RAF in Schutz zu nehmen. Trotzdem lässt sich der unbestrittene Antisemitismus der RAF nicht in einem Topf mit dem von Al Qaida werfen: Die RAF hat ihre Anschläge auf der Grundlage der falschen Vorstellung durchgeführt, es ginge darum, einzelne Funktionäre auszuschalten. Das politische Programm eines Bin Laden ist dagegen wohl eher die konkrete Umsetzung einer antisemitischen Vernichtungsphantasie. Selbst, wenn mensch das nur als graduellen Unterschied sehen will, ist es nicht ganz nebensächlich …

    Abgesehen davon: Die Ironie in RR ist mir offenbar shclicht udn einfach entgangen. Ich kann in dem Film tatsächlich nicht mehr sehen als eine plumpe Verkehrung von Vorzeichen, die etwa folgender Unsinnslogik folgt: „Was subversiv ist, wird als Terrorismus diffamiert – also ist alles, was Terrorismus genannt wird, subversiv“.

    Klar, mensch kann gutwillig sein und an dem Film heruminterpretieren, bis er schlauer wird/wirkt. Aber ehrlich gesagt tritt RR auf dem Niveau von AgitProp an seine ZuschauerInnen heran, und ich bin da doch eger geneigt, dem Film auf genau dieser Ebene zu begegnen. Und da macht er eigentlich nichts, als reaktionären Antiimperialismus reflektionsfrei radical aufzuchicken.

  26. 26 Caroline-NL 24. Dezember 2007 um 19:02 Uhr

    Ich will mal wieder zum Thema zurück.
    Ich habe auch eine Zeitlang im EMMA Forum mitdiskutiert, letztendlich aber resigniert aufgegeben. Sicher, viele Tendenzen in der Pornographie sind bedenklich, das Internet hat zu einer unglaublichen Verflachung und auch Verrohung geführt. ( Und ich meine hier jetzt noch nicht einmal den Bereich der strafbaren Pornographie ). Andererseits gab und gibt es immer auch Gegenbewegungen. Pornographie im idealsten Sinne bedeutet für mich, die sexuelle Befreiung von Mädchen und Frauen, ohne überholte konservative Restriktionen, die ihnen Fesseln anlegen. Pornographie als erotische Selbstverwirklichung sozusagen. Daß nur ein kleiner Teil der Pornographie diesem Anspruch gerecht wird, der bei weniger als unter 1% des Gesamtmarktes liegt, ist für mich aber kein Argument gegen Pornographie per se zu sein, sondern gegen schlechte Pornographie. z.B. ist ja auch ein nicht unerheblicher Teil der Schlüsseldienste unseriös, starte ich deshalb eine Kampagne gegen Schlüsseldienste oder fordere ein Verbot aller Schlüsseldienste ? Nein, ich habe irgendwann einen seriösen gefunden und bleibe ihm treu. Und genauso ist es auch bei der Pornographie. Emmas „PorNO“ Kampagne greift eben auch emanzipierte Frauen an, wie die Australierin Abby Winters, die erfolgreich ANDERE Pornographie vermarkten. Und der ständige Vorwurf, damit würde man Geld verdienen, der ist nun auch lächerlich, denn im Kapitalismus wird nun mal mit allem Geld verdient. Auch der EMMA Vlg. will Profit erwirtschaften. Außerdem spendet Abby Winters regelmäßig an Frauenprojekte. Mir scheint, man hat das Verhältnis verloren. Übrigens auf beiden Seiten. Die Pornobranche verteidigt jeden frauenverachtenden Dreck als „Meinungsfreiheit“, solange die Kasse klingelt. Auch da gab es – vor den Zeiten des Internets – auch mal interne Kritik, zumindest hier in den Niederlanden.

  27. 27 Crash 26. Dezember 2007 um 15:10 Uhr

    @Caroline: Abby Winters ist fiktiv. Die Firma die hinter abbywinters.com steckt, wird von zwei Männern betrieben, die sich die Person Abby Winters wohl ausgedacht haben, damit die Website „feministisch“ daherkommt. Was natürlich prinzipiell nichts daran ändert, dass die Frauen bei den Dreharbeiten und Fotoshootings unter sich sind, sich wohlfühlen und nur das machen, wozu sie Lust haben.

  28. 28 Caroline-NL 26. Dezember 2007 um 20:21 Uhr

    @crash: Es stimmt, daß mittlerweile 2 Männer die Firma leiten, allerdings ist sie von Abby Winters gegründet worden ( mag daß auch ein Kunstname sein, wie in der Pornoszene üblich ), vor einigen Monaten war aber ein TV Interview mit ihr im holländischem Fernsehen. Dafür daß sie fiktiv war, sah sie ziemlich real aus. In NL und Skand. sind Frauen an der Spitze von Pornofirmen nichts ungewöhnliches, die größte wird von Sandy Wenderhold geleitet, aber auch viele andere, z.B. Video/DVD Versandhändler. Also bei uns ist daß nichts ungewöhnliches, während ja Beate Uhse in Deutschland eher die Ausnahme war.

  29. 29 illith 26. Dezember 2007 um 21:35 Uhr

    na auf jeden fall danke für den link-tipp^^ kannt ich noch nicht und scheint mir zumindest mal ne alternative.

  30. 30 Caroline-NL 27. Dezember 2007 um 14:12 Uhr

    Ich habe gestern noch mal bei ADT („Adult Video Talk“) nachgefragt, die beste Kontakte zur Pornoindustrie haben, aber kein kritikloses Sprachrohr sind. ( wie z.B. AVN ). Die haben vor einigen Wochen ein Interview mit Abby Winters geführt.
    ( Wegen der porngr. Bilder darf ich hier keinen Direktlink setzen )
    Es stimmt schon, daß es bei einigen ( gerade US Firmen ) weibliche Kunstfiguren gibt, die so nicht existieren, z.B. „Lotta Love“, „Eva Paradise“ usw., sondern den Männern die Illusion geben sollen, daß hier eine Frau am Ruder ist. (Angeblich bestellen sie dann mehr). Aber es gab und gibt ja viele „real existierende“ Frauen, selbst in D, z.B. Uhse, Orlowski, Buster etc. Es ist schon etwas komisch, daß dies immer gerade in D angezweifelt wird. Auch kann man in D kaum glauben, daß Frauen sich für gute Pornographie begeistern können. Die sind dann immer ganz erstaunt, wenn sie sehen, daß es in NL/Skand. auch viele weibliche Sexshop Besitzerinnen gibt.

  31. 31 illith 27. Dezember 2007 um 21:36 Uhr

    Auch kann man in D kaum glauben, daß Frauen sich für gute Pornographie begeistern können.

    ich glaub, das kann man pauschal nicht mehr so sagen…

    zum thema alternative/progressive porno-produzentinnen: ich glaub, diese Petra Joy (in GB lebende deutsche oder umgekehrt) ist ziemlich klasse! hab leider noch keinen film von ihr sehen können, aber hab schön öfter reportagen im TV über sie geguckt. das sah gut aus^^

  32. 32 Caroline-NL 27. Dezember 2007 um 22:43 Uhr

    @illith: Habe von Petra Joy ( schöner Künstlername ) nur den Film
    „Strawberry ….“ gesehen. ( Selbst den kompletten Titel habe ich schon vergessen ) Fand ich sehr langweilig, übermäßig auf „Kunst“ getrimmt und deshalb unnatürlich. DarstellerInnen fand ich auch nicht so toll. Fürchterliche Musikuntermalung. Ist aber alles Geschmackssache. Ich stehe mehr auf Natürlichkeit und echten Spaß am Sex. Ob Abby Winters oder Video Art Holland. Oder richtig gut gemachte Spielfilme, die können dann auch ruhig mal etwas künstlicher und künstlerischer sein, wenn sie eine gute Story haben.
    WICKED (USA) hat einige gute Filme. Wäre ja schön, wenn sich auch in D mehr Frauen für gute Pornographie interessieren würden. Ich kann auch diese Standardkritik nicht mehr hören : „Frauen werden dort zum Objekt degradiert.“ (EMMA) Bei schlechter Pornographie werden auch Männer zum Objekt degradiert – und mindestens 95% aller Pornographie ist schlecht. Bei guten Produktionen, wo die Darstellerinnen von A-Z alles selbst bestimmen können, trifft doch dieses Argument nicht zu. Auch daß diese Frauen schon – wie auch mir oft vorgeworfen wird – die Unterdrückungsmuster einer Männergesellschaft übernommen haben, und diese dann sogar als ihre eigenen sexuellen Wünsche ausgeben, nur um den Männern zu gefallen, ist arroganter Blödsinn. Na ja, der ewige Streit zwischen konservativen und liberalen Feministinnen eben. Meine Mutter ist seit der ersten Ausgabe EMMA Leserin.
    Da gab es ständig Zoff.

  33. 33 bigmouth 29. Dezember 2007 um 23:34 Uhr
  34. 34 Caroline-NL 01. Januar 2008 um 19:00 Uhr

    Leider sind viele Fakten betr. Abby Winters, Video Art Holland, Filmlab A/S DK auf der deutschen US Wikipedia Seite falsch. Trotz
    Quellenangaben sind meine Änderungen immer wieder rückgängig gemacht worden. Irgendjemand scheint Interesse daran zu haben, hier Falschangaben zu verbreiten. Ich habe aber keine Lust zum xten Mal alles zu ändern, und VAH ist der deutsche und engl. Eintrag scheinbar nicht so wichtig, solange der niederländische korrekt ist. Abby Winters ist bei ADT persönlich interviewt worden, hat mir der Administrator der Seite selbst bestätigt. Ob dies jetzt ein Künstlername ist oder nicht, weiß ich nicht, 98% der Pornodarstellerinnen/Produzentinnen verwenden, schon aus Sicherheitsgründen, Künstlernamen.

  35. 35 Kerstin 09. Juni 2008 um 23:20 Uhr

    @Crash: WAS? Sex deiner „politischen Einstellung anpassen“? :d:(( Pardon, aber wo kommst du denn her? Sex ist Sex, und hat m.E. nur sehr stark eingeschränkt mit der persönlichen Beziehung zwischen zwei Menschen, aber doch auf keinen Fall mit irgendwelchen politischen Einstellungen zu tun LOL *sich vor Lachen nicht mehr einkriegt* *es einfach nicht fassen kann*
    Wie alt bist du eigentlich entzwischen? Immer noch 13 oder schon 14 geworden *rolleyes*?
    Es gibt genug Männer und Frauen, die die abstrusesten, merkwürdigsten Sexfantasien haben ohne jegliche Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit. Wer sich gerne unterwerfen lässt, ist kein Weichei, wer gerne andere dominiert, ist nicht aggressiv, und wer sich gerne als Tier verkleidet frisst nicht wirklich Tierfutter XD

    Ansonsten: EMMA sucht für ihre Kampagnen häufig Porno-Beispiele aus, die NICHT immer Mainstream sein müssen. Auf den größeren Pornoseiten ist aber (zu ziemlich gleichen Anteilen) alles vertreten, ob nun weibliche Dominanz, männliche Dominanz, als Tier verkleidete Menschen, Oralsex, Analsex, Ferkeleien mit Kot.

    Zu den von EMMA erwähnten „Pornos für Frauen“. Die haben keinen Erfolg, weil sie häufig keine Pornos sondern dumme Erotikschnulzen, auf denen man in von fragwürdiger Story zusammengehaltenen Sexszenen bei genauem Hinsehen ab und zu sogar mal ein verschwommenes Geschlechtsteil von hinten zu sehen bekommt- wenn man Glück hat, sind.
    Ein bisschen mehr Kuscheln, ein bisschen mehr Vorspiel, ein bisschen mehr Erotik, ein bisschen mehr Erkunden und Tasten und Schmecken und Fühlen und Ausprobieren und Herumalbern, das wäre schon schön. Aber doch nicht diese ganzen blöden Spielfilme, bei denen es nicht mal Sinn macht bis zu den saublöden, langweiligen Sexszenchen vorzuspulen.
    Ja, es stimmt, es gibt zu wenig gute Pornos. Aber alle sind intellektuell fordernder, spannender und anspruchsvoller als „Pornos für Frauen“.

    zu Pornos in denen Frauen (oder Männer) sexuell erniedrigt werden: Kann ich absolut nichts abgewinnen und kann ich nicht verstehen, aber gerade im sexuellen Bereich gibt es sehr viele Dinge, denen ich nichts abgewinnen kann, und es wäre ja auch komisch wenn nicht. Ich kenne jedoch auch mehrere Frauen, die gerne (rein sexuell) erniedrigt werden (und auch einige, die eher dominant sind), und keine von denen ist im Alltag sonderlich willensschwach oder lässt sich im Alltag oder Beruf sexistisch behandeln. Genauso wie auch die meisten Männer, die sich gerne sexuell erniedrigen lassen, nicht willensschwach sind oder so.

    Meine Meinung zu einem solchen Tenor wo er gefunden werden kann: alle frauenfeindlichen Tendenzen der Mainstreamfilme sind Resultate, nicht Ursachen, der Gesellschaft.
    Warum beschwert sich EMMA über Porno Filme? Ich finde das Bild, das Schneewittche, Dornröschen und Aschenputtel kleinen Mädchen und Jungen geben, TAUSENDMAL bedenklicher. Ich finde die kleine Schwester aus Ducktales, die große Schwester bei Typisch Andy, und all diese reinen, unschuldigen kleinen und großen Mädchen kein gutes Vorbild. Aber das ist ja auch nur meine Meinung.

  36. 36 3. PornfilmfestivalBerlin 22.-26.10.2008 06. Oktober 2008 um 18:32 Uhr

    Hallo,

    wir sind in diesem Jahr wieder da :x

    Das 3. PornfilmfestivalBerlin vom 22.-26.10.2008 in den Kinos Moviemento, Eiszeit und Xenon. Das Gesamt-Programm findet Ihr auf unserer Website http://www.pornfilmfestivalberlin.de.

    Und Ihr könnt uns auch hier besuchen und Kommentare hinterlassen:
    http://pornfilmfestivalberlin.wordpress.com/

    Herzliche Grüße

    Wiebke

  37. 37 sonofapreacherman 23. März 2009 um 0:14 Uhr

    ad Kerstin:

    Es ist sehr mutig von Crash gewesen über seinen Zwiespalt zu schreiben und zeigt auch seinen Willen, diesen widersprüchlichen Bruch in seinem Leben zu kitten. (Ich wünsche ihm dabei aus tiefstem Herzen viel Erfolg!)

    Wie kommst Du darauf ihn auszulachen? Das finde ich nicht sehr taktvoll.

    Politik ist ein integraler Bestandteil des menschlichen Selbstausdrucks und des menschlichen Selbstverhältnisses. Wir alle sind von Natur aus ebenso politische Wesen, wie wir sexuelle Wesen sind. Wenn aber beide Persönlichkeitsbestandteile so im Konflikt stehen wie bei unserem Kollegen Crash, dann ist die Stunde gekommen sich zu entscheiden: Entweder weiter daran leiden, dass einem das Begehren von schlechten Pornographen verseucht wurde, oder den Willen zur Besserung hochhalten! Ersteres ist bequemer und man kann sich sogar einreden, dass man diese Phantasien ja irgendwo selbst mag und ausleben kann, ohne dass die Seuche auf das restliche Leben übergreift. (Das ist natürlich eine Illusion – wie nicht nur Nietzsche uns lehrt.)

    Zweiteres erfordert viel Mut und richtig verstandene Selbstliebe, denn er wird sehr oft wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen bis er den Sieg davon trägt. Wer sich so selbst besiegt, hat dadurch auch seine Sexualität befreit, um mit ihr erwachsen umzugehen und froh zu sein.

    Die Politik ist neben dem unmittelbaren sozialen Leben der Liebe und Freundschaft das Feld in dem wir uns selbst kennen lernen, indem andere Menschen uns spiegeln, und sie eröffnet auch den Raum in dem wir unsere Phantasie spielen lassen und uns vorstellen, in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben wollen. Insofern kann man über sich selbst nichts wissen, ohne Politik oder Familien und Freunde. Es ist also nicht auch nur annähernd so merkwürdig, dass Crash Politik und Sex zusammen bedenkt, wie Du offenbar meinst.

    Peace out!

  38. 38 r. 27. März 2010 um 0:41 Uhr

    i think, sexuelle geschichten werden mit neurosen beladen u.a. dann, wenn ein klima des verbotenen mit reinspielt, sei es wenn eltern ihre macht über ihre kinder beweisen indem sie doktorspielende mit schlechtem gewissen beladen, sei es weil irgendeine szene moralische maßstäbe setzt, was zur folge hat, dass abweicchendes verhalten in heimliche bahnen gelenkt wird. zu zweitem punkt, seht euch nurmal an: http://www.anarchie.de/main-8405.html zu erstem ist zu sagen, dass in den usa sexuelle kontakte unter kindern strafbewährt sind (stichwort raoul, bzw. artikel „gefährliche doktorspiele“ (googeln)) und in EUropa ist grad das gesetz bezüglich pornographie u. sexuellen kontakten allgemein dahingehend geändert worden, dass unter 18-jährige quasi als kinder gelten. siehe http://schutzalter.twoday.net

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