Paris on my mind


Paris Hilton. Es gibt fast keine Person ohne irgendeine Meinung zu ihr. Man liebt sie für ihren Stil, beneidet sie um ihre Lebensführung. Oder man hasst sie, feiert sie geradezu als Schreckensbild des wahlweise Feminismus, Modegeschmacks, Schauspieltalents oder was auch immer.
Die eigentlich interessante Frage ist: warum?
Denn mal ehrlich: was gibt es da zu lieben, was gibt es da zu hassen? Die Frau tut schließlich im Grunde… nichts. Ich will damit nicht sagen, sie tut nichts für ihre Popularität oder ihr Geld, die Dame ist höchstwahrscheinlich rund um die Uhr beschäftigt. Aber was wirklich Böses hat sie getan, um gehasst zu werden? Was Gutes hat sie getan, um bewundert zu werden? Eigentlich… nun ja, nichts. Und trotzdem scheint Miss Hilton rund um den Globus tiefe Sympathie bzw. Abneigung auszulösen.
Sie ist ein Beispiel dafür, wie weit unsere Mediengesellschaft schon fortgeschritten ist. Sie ist in eigentlich allen unseren Köpfen, bei einen mehr, bei andern weniger, aber man kommt nicht umhin, sich zumindest kurz mit ihr zu beschäftigen. Wieso eigentlich?
Was hat diese Frau, dass wir uns überhaupt auch nur ansatzweise für sie interessieren?
Eine Modelkarriere? Professionelles Model ist sie nicht und die ganze Chose hat wahrscheinlich jede zweite der superreichen Amerikanerinnen mal gemacht, ohne dass es größer ins Gewicht fallen würde.
Das berühmt-berüchtigte Sextape “One night in Paris“? Gut, netter Skandal, das gebe ich zu. Rechtfertigt aber noch lange nicht eine solch langanhaltende Medienpräsenz. Oder kennt wer die Bauchtänzerin Dina? Kräht noch irgendein Hahn großartig nach Pamela Anderson? Auch ohne Unterhose rumzulaufen scheint in Hollywood oder anderen celebrityschwangeren Gegenden ja große Mode zu sein, nach einer kurzen Skandalmeldung flaut das dann aber in der Regel auch wieder ab.
Oder kann man “The Simple Life“ für ihren „Ruhm“ verantwortlich machen? Nettes Konzept, das muß ich ja zugeben, aber im Vergleich mit Paris kann ihre Serienpartnerin Nicole Ritchie nicht halb so viel Aufmerksamkeit verbuchen. Die Serie war in Deutschland jetzt auch nicht soooo der Renner und ist inzwischen eh komplett abgesetzt. Auch ihre anderen schauspielerischen Bemühungen sind gelinde gesagt eher mäßig. Wer eine nicht gerade vor Anspruch triefende Rolle wie die ihre in dem sowieso schon miesen Streifen “House of Wax“ so schlecht spielt, dem ist wirklich nicht unbedingt schauspielerisches Talent zuzuschreiben.
Was zum Geier ist es dann? Ihre eher bemühte Gesangskarriere? Ihre Schmuck-und Modelinien? Ach bitte…
Ich komme zu dem (zugegebenermaßen nicht gerade überraschenden) Ergebnis: da ist nichts.
Bis auf geniale Vermarktung.
Paris Hilton hat sich in unseren Köpfen so festgefressen, weil wir von vorne bis hinten mit nichtssagenden und oberflächlichen Nachrichten über sie, die eigentlich normalerweise kein Schwein interessieren würden, bombadiert werden, dass wir an das Phänomen „Paris Hilton“ glauben.
Auf der einen Seite sind die, welche sich (auf mir nicht ganz begreifliche Weise muß ich zugeben) von der Süßlichkeit und dem trotz aller Skandale unschuldig wirkenden Sex-Appeal des Paris Hilton-Universums verzaubern lassen und sie als Stilikone und Schönheit feiern. Wobei – seien wir ehrlich – ihre Kleidung nichts sonderlich außergewöhnliches zu bieten hat, nichts, was man nicht schon vorher zigmal auf der Straße gesehen hätte (mit dem kleinen Unterschied, dass ihre Garderobe einfach nur von superteuren Designern statt vom H&M stammt) und Schönheit (die sowieso weltweit im Auge des Betrachters liegt) ist nicht ihr allein gegeben.
Auf der anderen Seite sind die, die sie verachten. Wofür? Das ist genauso die Frage. Wofür eigentlich? Als Antwort auf diese Frage kommt meistens so was wie „Die Frau hat doch null Persönlichkeit“. Aaaah ja. Wie gesagt: man glaubt an das Konstrukt „Paris Hilton“. Ihre mediale Omnipräsenz lässt uns glauben, wir kennen sie. Lässt einen glauben, wir kennen ihre Persönlichkeit. Beziehungsweise den Mangel daran. Von welchem anderen Celebrity wird das sonst so hartnäckig geglaubt? Die Frage wäre: woran ist dieser angebliche Mangel an Persönlichkeit zu erkennen? Sie gibt nicht wirklich Einblicke in ihr echtes Leben und wer „Confessions of a Heiress“ als ihr persönliches Tagebuch statt als von Marketingberatern konstruierten Fanartikel liest, ist jenseits von naiv. Da ist nichts. Trotzdem wird geglaubt, ihren Charkter einschätzen zu können. Warum Persönlichkeitsmangel? Weil keine ihrer „Errungenschaften“ auch nur den Hauch von Charakter zeigen? Aber ist dann nicht eher die Rede von ihrem „Werk“, von dem „Abziehbild“ Paris Hilton als von ihrer Person, von ihr als Mensch?
Auch ihre vielzitierte Dummheit ist so eine Sache. Die Tatsache allein, dass sie nichts besonders Intelligentes von sich gibt heißt ja noch lange nicht, dass sie wirklich nichts in der Birne hat. Selbst wenn man eine Intelligenzbestie ist, muß man ja nicht automatisch die Welt mit Wissen und Erkenntnis beglücken. Und wenn, wäre man für die Klatschspalten wahrscheinlich nicht halbso interessant wie wenn man seine Unterhose zu Hause vergisst und dann breitbeinig aus dem Auto steigt. Tatsächlich erinnere ich mich an ein Interview mit ihr (schon etwas älter – man verzeihe mir an dieser Stelle den fehlenden Link; sollte ich ihn noch finden, wird er definitiv nachgereicht), in dem sie gar nicht so dämlich rüberkommt. Auch nicht superintellektuell, das muß ich zugeben. Aber auch nicht dumm. Wie ein normal denkender Mensch eben. Aber wen interessieren schon normal denkende Menschen? Langweilig. Kein Rainbowpress-Material. Es stellt sich erneut die Frage: was genau ist hier der hirnlose Zombie? Paris Hilton der Mensch oder das Phänomen Paris? Oder etwas dazwischen? Wer kann es wissen? Und warum wird sie trotzdem ständig als sexuell aufgeladener Teletubbie empfunden? Schließlich gibt es viele Leute, die weitaus schwachsinnigere Sätze von sich geben als die Hilton-Erbin, und das mit regelmäßiger Sicherheit. Von wem genau reden wir dann eigentlich, wenn wir über Paris Hilton sprechen? Von welcher Paris Hilton?
Das ganze scheint in der öffentlichen Einschätzung nicht nur zu verschwimmen, sondern geradezu zu verschmelzen. Eine erstaunliche Macht, welche die Medien da ausüben. Denn sie sind die einzige Quelle, die uns zur Verfügung steht. Und man glaubt ihnen offensichtlich. Auch wenn nicht wirklich was nennenswertes zu erfahren ist. Denn dass Alkohol am Steuer ne Scheißidee ist wusste man auch schon vorher und hat uns sonst auch nicht zu moralischen Höhenflügen inspiriert.
Leider tappen auch viele der sonst so medienkritischen FeministInnen in diese Falle. Wie oft wurde sie schon als fast schon offizieller Antichrist des Feminismus portraitiert, als krasses Negativbeispiel? Ich hab aufgehört zu zählen. Und die Unbeliebtheit von Paris Hilton bei FeministInnen ist fast schon sprichwörtlich. Läßt sich ja auch gut instrumentalisieren, eine Person, in die man fast alles reininterpretieren kann.
Warum eigentlich? Gut, eine Ikone der Emanzipation ist sie bei weitem nicht, aber rein theoretisch wäre es doch auch möglich, sie als Unternehmerin anzuerkennen. Sie ist eine selbstständige Frau, die einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens selbst verdient hat. Sie arbeitet hart (Tonstudio, Gesangsunterricht, Schmuck/Modedesign, Schauspielern,… auch wenn die Qualität meiner Meinung nach zu wünschen übrig lässt muß es doch verdammt anstrengend sein! Ich persönlich würde den Stress wahrscheinlich nicht aushalten), hat publicitytechnisch geradezu geniale Einfälle und die „Marke Paris Hilton“ ist ein Erfolgsmodell.
Natürlich ist an ihrer Präsentation von feministischer Seite einiges auszusetzen. Darauf muß ich jetzt wohl nicht näher eingehen. Und hätte ich eine Tochter, würde ich mir auch nicht gerade wünschen, dass sie sich Frollein Hilton als Rolemodel aussucht, um das mal ganz vorsichtig auszudrücken.
Aber es gibt so, so viele andere Stars und Sternchen, deren Verhalten aus feministischer Sicht meilenweit kritikwürdiger ist, die wirklich große Scheiße labern und viel verabscheuungswürdigere und gefährlichere Dinge von sich geben und sich in der Emanzipationsskala noch viel weiter unten befinden. Trotzdem ist es stets Paris Hilton, die herhalten muß. Wo sie doch eigentlich absolut nichts sonderlich bedeutsames tut. Weder in positiver noch negativer Weise. Da ist nichts. Wenn das Negativbeispiel Eva Herman mal gerade nicht reinpasst, wird immer wieder auf Hilton als Negativbeispiel verweisen. Wo man doch eigentlich nicht viel Kreativität aufbringen müsste, um ein weitaus aussagekräftigeres Beispiel für feminismusschädigendes Verhalten zu finden.
Die Medien haben es geschafft: „Paris Hilton“, ein recht leeres und nichtssagendes Konstrukt, ein Homunkulus der Glamourwelt, ist in unseren Köpfen festgebissen. Auch wenn man eigentlich keinen feuchten Furz auf diese Frau gibt und es einen nicht die Bohne interessiert, was sie so gerade treibt – man weiß es. Man beurteilt es. Man nähert sich an oder distanziert sich. Was das angeht, ist sie die Queen. Es gibt noch Leute, die keinen blassen Schimmer haben, wer zum Geier eigentlich Lindsay Lohan ist – aber auch der oder die Unwissendste im Bereich Stars und Sternchen kennt Paris Hilton und weiß zumindest ansatzweise was sie so produziert. Und bewertet dies, lautstark oder auch nur in einem kurzen Gedanken, der Abneigung oder Sympathie ausdrückt. Doch für wen genau eigentlich?
Letztendlich interessiert es doch keinen, ob diese Frau in Wirklichkeit denselben IQ hat wie eine Hello Kitty Nachttischlampe oder nachts im Bett Gloria Steinem liest. Es ist irrelevant. Schließlich lässt sich was immer man auch hassen oder lieben möchte viel besser auf das sorgsam von Marketingstrategen stilisierte mediale Abbild projizieren. Die Medienmaschinerie hat uns diesen Kuchen vorgesetzt und wir haben ihn brav gefressen.
Während immer noch keine Sau wirklich weiß, wer Paris Hilton ist.
Aber schön, eine Meinung über sie zu haben. Wenn man auch nicht wirklich weiß, über was – da ist ja eigentlich nichts.


16 Antworten auf “Paris on my mind”


  1. 1 Thomasffff 09. Dezember 2007 um 17:00 Uhr

    Lindsay Lohan hat wirklich gute filme gemacht, wenn auch unfreiwillig.

  2. 2 Crash 09. Dezember 2007 um 17:22 Uhr

    Wer hat sie denn gezwungen?

  3. 3 st_eve 09. Dezember 2007 um 17:37 Uhr

    paris is punkrock ;)

  4. 4 Jakob 09. Dezember 2007 um 17:46 Uhr

    Also bitte, dodo, bist du da nicht ein bisschen in die selbst gestellte Falle getappt? Dein Beitrag klingt ja gerade so, als käme es darauf zu wissen, wie Paris Hilton „wirklich“ ist. Dagegen sagt mir doch schon das kleine 1×1 der Diskurstheorie, dass ich das „Phänomen Hilton“ genauso behandeln kann wie jedes andere beliebige Medienereignis: wenn ich mich überhaupt dafür interessiere, dann für das, was sie im öffentlichen Bewusstsein repräsentiert. Und dann kann ich an ihrer Medien-Person genausogut meine Kritik an bestimmten Weiblichkeitsvorstellungwen festmachen wie an jedem anderen Diskurs auch. Muss ich aber glücklicherweise auch nicht.

    Auf jeden Fall empfinde ich das „soweit ist es mit unserer Mediengesellschaft schon gekommen“ als etwas kulturpessimistisch-schwafelig. Für mich unterscheidet sich Paris Hilton dahingehend jedenfalls nicht groß von Brad Pitt&Angelina Jolie, dem Papst und Johanna von Orleans. Allesamt mit den jeweils zeitgenössischen Medien aufbereitete und multiplizierte Projektionsflächen für bestimmte Identitätskonzepte. Alles Figuren, anhand derer mensch wunderbar sinnieren und diskutieren kann. Dass Hilton „nichts besonderes gemacht“ hat, ist da doch völlig zweitrangig – du zeigst ja selbst, wie mensch ihr trotzdem allerlei anheften kann. Das ist kein Spezifikum von Paris Hilton und wohl nur bedingt eines einer modernen Mediengesellschaft sondern schlicht die Art und Weise, wie öffentliche Figuren überhaupt zu Bedeutung kommen.

    Ich persönlich muss zugeben, dass ich da Eva Herrman interessanter Finde, nicht wegen dem, was sie gesagt oder geschrieben hat (so dumm und kritikwürdig das sein mag), sondern deshalb, weil sich an der Diskussion um sie ganz wunderbar zeigt, dass es bei der Auseinandersetzung mit dem nationalsozialismus in deutschland nach wie vor um inhaltsleere Abgrenzugsrituale geht und nicht um die Kritik tatsächlich manifester nationalsozialistischer Ideologie. Dafür ist es auch nicht so wichtig, was Eva Hermann sich nun „wirklich“ denkt und ob sie nun „hart gearbeitet hat“ an ihrem Buch oder es hingeschlurt oder ghoswriten lassen hat. Und genau so würde ich es auch mit Paris Hilton halten, wenn der Medienblub um mich sie denn interessieren würde …

    P.S.: Ich bin für Brad/Jennifer und gegen Brad/Angelina, aber damit gehöre ich wohl inzwischen zum Alteisen …

  5. 5 dodo 09. Dezember 2007 um 18:31 Uhr

    das ist ja genau mein punkt. daß die meisten nicht zwischen ihr als mensch und ihr als phänomen unterscheiden und sie als person kritisieren, das phänomen mit dem menschen gleichsetzen.
    der glaube daran, daß sie und ihre mediengestalt eins ist.
    klar kann ich das konstrukt losgelöst behandeln und kritisieren. ist aber in den meisten fällen eben nicht so gehalten, darauf wollt ich ja raus.

  6. 6 Jakob 09. Dezember 2007 um 18:42 Uhr

    Ach so, na schön … aber das ist doch nun wirklich mit allen Celebritys so, dass die Leute sich einbilden, ein Urteil über die Person selbst fällen zu können. Dafür musste wirklich nicht erst PH kommen.
    Na, egal. Ich finde das jedenfalls etwas überzogen, PH als das Phänomen darszustellen, das die totale Mediengesteuertheit unserer Wahrnehmung beweisen soll.

  7. 7 dodo 09. Dezember 2007 um 19:24 Uhr

    ich weiß nicht… bei brad pitt und sonstwem besteht nicht dieser fast schon uneingeschränkte „ich kenne ihr echtes leben jenseits der filme/…“-anspruch.

  8. 8 hopo@hthc 12. Januar 2008 um 20:53 Uhr

    Sie trägt Pelze…ich denke so etwas müssen menschen in dieser Gesellschaft nicht mehr tun…deshalb mag ich diesen menschen nicht…sie propagiert so eine Art Mode…das tut mir im herzen weh…

  9. 9 m.m. 05. Februar 2008 um 22:56 Uhr

    Paris hat, wie viele andere Personen der Öffentlichkeit, unser Bild des Normalgewichts ein Stück in Richtung Untergewicht verschoben. Sie verkörpert ein Stück weit all jene Faktoren die zur Verzerrung des weiblichen Körperideals geführt haben und deswegen ist sie mir ein Dorn im Auge.

  10. 10 st_eve 06. Februar 2008 um 13:54 Uhr

    und offenbar kann man an ihrer person wunderbar heteronormativität /-sexismus ausprobieren, indem aus jedem knutschen mit einer frau (b. spears, e. cuthbert) ein vorwurf wird sie sei „lesbisch“ was sie darauf hin „dementieren“ muss. niemand wirft pariy vor „hetero“ zu sein, wenn sie mit nem typen knutscht und rechtfertigen muss sie dann vielmehr, keine „schlampe“ zu sein.
    gleichzeitig wird eben „hetero“ sein „normal“ und „mal mit einer frau knutschen“ ein erlebnis, das nicht in den bereich von „sexualität“ gehört, sondern eine partylaune, ein gag, eine unterhaltungsmasche wird. zugeben spaß zu haben und erregt gewesen zu sein ist nicht drin.

  11. 11 dodo 06. Februar 2008 um 15:53 Uhr

    sie muß ja nicht lesbisch sein um spaß am knutschen mit ner frau zu haben…

  12. 12 st_eve 06. Februar 2008 um 16:22 Uhr

    ja, meinte ich mit dem zweiten absatz. frage ist auch: was ist ‚lesbisch‘? ist das ne praktik oder ne identität?

  13. 13 dodo 06. Februar 2008 um 19:00 Uhr

    keine ahnung. rumknutschen mit ner frau ist spaßig, aber ich könnt mich nie in eine frau verlieben. ich denke, das ist der knackpunkt

  14. 14 nonogender 08. Februar 2008 um 10:10 Uhr

    @dodo:
    soweit ich das verstanden habe, ging es st_eve doch gar nicht darum,dass paris hilton lesbisch sei (wenn schon, dann wäre sie wohl eher bi).
    wenn zwei frauen miteinander knutschen,hat das für mich schon was von lesbischer praxis. deine these, ‚lesbisch sein‘ beginne erst mit ’sich in frauen verlieben‘(das sei der „knackpunkt“) ist meiner meinung nach bisschen simplifiziert. da müsste erstmal geklärt werden, was ’sich verlieben‘ überhaupt bedeutet,außerdem ist sexuelle anziehung ja nicht zwangsläufig an verliebtsein gekoppelt.
    und mit dem satz „rumknutschen mit ner frau ist spaßig, aber ich könnt mich nie in eine frau verlieben“ reproduzierst du letztendlich das,was st_eve beschrieben hat. klar kann es für dich nur ein ’spaßiger partygag‘ sein,aber ich glaube schon, dass diese argumentation(bzw. oft ist es ja eine form von rechtfertigung) in einen diskurs eingebunden ist.
    kommt bei mir bisschen so an, als ob du deine hetero-identiät verteidigen willst, dabei ist die in dieser gesellschaft wirklich nicht in gefahr..

  15. 15 dodo 11. Februar 2008 um 22:52 Uhr

    ich verteidige gar nichts, ich war nur ehrlich.
    und von „partygag“ hab ich nun wirklich nix gesagt!

  16. 16 nonogender 12. Februar 2008 um 2:18 Uhr

    ah ich glaube ich hab meinen gedanken eh nicht wirklich auf den punkt bringen können, war auch nicht als angriff gemeint.. hab deinen einwurf nur nicht ganz verstanden, weil es meinem verständnis nach allein darum ging, dass alles,was nicht ins mann-frau-heteromuster passt, gerechtfertigen werden muss (sowohl ‚lesbisch‘ als sexuelle identität als auch zb. als eine form von sexueller praxis; außerdem glaub ich schon dass die grenzen da oft fließend sind)

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