have sex – hate sexism

Wie kann ein positiver, antisexistischer Sexualitätsbegriff aussehen? Wie können wir unsere Sexualität so gestalten, dass es danach nicht heißen muss: „Oh, das tut mir leid, das habe ich nicht gewusst/gemerkt/gespürt/gehört/gesehen!“?
Ich schlage vor: Um Erlaubnis fragen, statt um Vergebung zu bitten1: Konsens & Zustimmungen meinen das freiwillige und ausdrückliche Einverständnis aller Beteiligten an einem spezifischen sexuellen Akt, ungeachtet dessen mit wem eine Person Sex hat, noch auf welche Art, welche Hilfsmittel dazu verwendet werden, wieviele Personen und Geschlechter bzw. gender expressions involviert sind.

Worst Case
Die Definitionsmacht betroffener Personen über erfahrene sexualisierte Gewalt ist seit langem ein Thema des Feminismus und wird seit einiger Zeit wieder verstärkt diskutiert und neu aufgelegt. Die Debatten um Definitionsmacht haben nicht nur dazu geführt, dass Betroffene sexualisierter Gewalt möglicherweise neuen Mut schöpfen sich selbst in Worte zu fassen um sich parteilichen Menschen anzuvertrauen, sondern auf der Kehrseite auch dazu, dass viele Menschen sich und ihre eigene Sexualität reflektieren und verunsichert darüber nachdenken, ob sie einmal Täter_in waren oder sein werden. Das Konzept Definitionsmacht setzt jedoch erst an einem Punkt ein, an dem ein „Nein“ bereits übergangen wurde, an dem eine Verletzung geschehen ist, Vertrauen gebrochen wurde. Wie kann ein „davor“ aussehen?
Ein Konzept zustimmender Sexualität versteht nach wie vor „Nein heißt Nein“ als eindeutige Botschaft, die es zu respektieren gilt und auf welche keinerlei Erklärungen folgen müssen (natürlich können sie darauf folgen, keine Frage).2 Dazu kommt nun „Ja heißt Ja“: dieses nach Zustimmung suchende Prinzip verlegt im Sinne der Definitionsmacht die Verantwortung nach einem Übergriff zum_zur Täter_in. So muss nicht die betroffene Person gefragt werden: „Warum hast du nichts gesagt?!“, sondern die Frage wird an den_die Täter_in gestellt und lautet nun: „Hast du aktive Zustimmung bekommen, bevor du irgendwas getan hast?!“

Have sex – but talk about it!
Zwar ist die Thematisierung sexualisierter Gewalt nach wie vor oberstes Gebot und dringende Notwendigkeit – sie ändert jedoch nichts daran, dass Menschen sexuelle Wesen sind, Sex haben, Sex anbieten, Sex wollen. Feminismus bzw. Antisexismus muss jedoch nicht an der Bettkante Halt machen und solche Inhalte mit in die Kiste zu nehmen heißt noch lange nicht, dort keinen Spaß mehr zu haben. Darum: Fordert, vertretet und bietet eine „Ja heißt Ja“ Politik und Praxis! Das heißt: alle Beteiligten sexueller Handlungen müssen beieinander Zustimmung und Erlaubnis suchen und erhalten, bevor es zu sexuellem Kontakt bzw. der Erweiterung eines solchen kommt. Ja genau, das heißt: Ihr müsst fragen! Und auch: eine zustimmende Antwort erhalten, bevor ihr weiter macht.
„Ja heißt Ja“ bedeutet miteinander zu reden, statt stillschweigend anzunehmen, dass die_der Partner_in(nen)3 die gleichen Bedürfnisse haben wie eine_r selbst. Stellt euch eine grüne und eine rote Ampel vor: Go and Stop. Was passiert wenn sie auf Gelb ist, das heißt die Situation unklar ist? Oder wenn die Ampel ausfällt? Heißt „nicht rot“ dann „einfach über die Kreuzung drüber rasen? Oder die Situation abchecken und sicher gehen?
Natürlich sollte theoretisch jede_r selbstsicher genug sein, an- und auszusprechen, wenn sich etwas gut oder mies anfühlt. Und genau darum sollten Stopp und Nein auch Stopp und Nein bedeuten. Manchmal oder auch häufig ist es einfach nicht der Fall, dass eine_r sich in der Lage fühlt klare Grenzen zu setzen, Gründe können verschiedenste sein: Eine_r ist zu betrunken/breit, zu schüchtern, zu unsicher mit dem_der Partner_in, eingeschüchtert, fühlt sich bedroht usw.

Hier geht’s los…
Stell dir vor, du bist auf einer Party und flirtest. Liegt ein Knistern in der Luft? oder interpretierst du es nur in die Situation hinein? und selbst wenn: was schließt du daraus? Es gibt nur eine Möglichkeit das rauszufinden: Drüber reden. Vielleicht endet nämlich das Knistern für die eine Person nach dem Flirten, für eine andere beim Küssen, für dich vielleicht nach dem Ablegen des ersten Kleidungsstückes… Jede_r wird andere Erwartungen an die Situation haben. Klar ist es möglich, dass eure deckungsgleich sind, es wäre dann erst Recht tragisch, wenn es zu ungewollten Grenzüberschreitungen käme, nur weil ihr nicht geredet hättet…

Der klassische Einwand an dieser Stelle: „Reden macht doch die Situation total kaputt! Man sieht doch an der Körpersprache, was eine Person will!“ Ach ja? Eine verängstigte Person kann: schwitzen, schneller und schwerer atmen, blinzeln, Herzklopfen haben…. Eine erregte Person kann : schwitzen, schneller und schwerer atmen, blinzeln, Herzklopfen haben….
Oder stell dir das folgende Szenario vor: Du bist dabei, jemanden klar zu machen. Ihr seid beide betrunken, findet ein abgeschiedenes Zimmer auf der Party, seid allein im Raum, knutscht, fangt an, euch auszuziehen. Sieht so aus, als hättet ihr beide Lust auf Sex, doch eigentlich kennt ihr Grenzen und Wünsche der anderen Person nicht.
Es ist mitunter schwierig, den Punkt auszumachen, an dem das Begehren unterschiedliche Wege geht, wann eine Grenze überschritten ist. Eine nonverbal empfangene Botschaft kann anders verstanden werden, als die gesendete gemeint war.
Nonverbale Kommunikation ist mehrdeutig. Direkt nachfragen, zuhören und die Antwort respektieren ist der sicherste Weg, zusammen einen guten Abend zu habe

So geht’s weiter… Schweigen und Zwang sind keine Zustimmung!
“Ja heißt Ja” ins alltägliche Handeln zu integrieren bedeutet, für jede weitere Stufe sexueller Aktivität um Erlaubnis zu fragen und diese zu erhalten, bevor irgendeine sexuelle Aktivität mit einer/mehreren Person/en stattfindet bzw. Weiter geht.
Damit schützt du dich und deine Partner_innen. Wenn Leute annehmen, dass kein Nein zu hören heißt, voll durchstarten zu können, kann das fatal enden.
1. Schweigen, Passivität und Fügsamkeit sind keine geeigneten Ausdrucksweise zuzustimmen, sie haben oft den faden Beigeschmack, jemandem einen Gefallen zu tun. Zustimmung bedeutet: aktive, vollständige Übereinstimmung und Teilnahme an einer Entscheidung. Menschen handeln willfährig aufgrund sozialer Erwartungen und sozialen Drucks, aufgrund Hierarchien und Rangordnungen von Menschen und Erwartungen. Passive Fügsamkeit kann aber auch von Angst hervorgebracht werden. Völlig egal, was hinter Schweigen steht: es ist keine Zustimmung!
2. Zwang bzw. Nötigung meinen, dass eine Person eine andere zwingt, ihr ihren Willen zu erfüllen. Das widerspricht der Logik des Konsens‘, denn in dieser wollen 2 Menschen aktiv dasselbe. Wenn jemand stundenlang auf weinerliche oder drohende Weise zum Sex überredet wird, ist es nichts anderes, als jemandem den eigenen Willen aufzunötigen. Das kannst du in deinem Job als Autohändler_in machen, im Bett ist das doch der reinste Stimmungskiller! Konsens ist keine Überredungskunst!
Sex ist keine Einbahnstraße – hör zu, sei aufmerksam. Nein heißt immer: Stop! Kein Ja heißt immer: Stop! Es geht nicht darum dir die Antwort zu erarbeiten, die du hören willst. Zwang ist kein Konsens!

Remember: Jeder Schritt benötigt jederzeit Zustimmung
Wenn du die Zustimmung zu einer bestimmten Aktivität hast bzw. einer bestimmten Aktivität zugestimmt hast, heißt dass nicht, dass die Nächste auch ok ist. Es ist wichtig, Zustimmung zu jedem neuen Schritt, zu jeder weiteren Stufe sexueller Aktivität zu erhalten und zu geben.
Im Klartext: Nur weil ich mit dir wild rumknutsche heißt das nicht, dass du mir ungefragt unter’s T-Shirt darfst! Aber keine Sorge: Frag einfach nach, ich hab heut noch so einiges vor… Du willst mir das Shirt ausziehen? Frag mich! Mach da kein großes Ding draus, pack deine Sexstimme aus, bitte um Zustimmung. Nur weil wir gestern ne wilde Nacht hatten, heißt das nicht, dass du dich heute auf mich stürzen kannst. Gestern stand ich auf dirty talk, aber bitte halt die Klappe damit heute…
Es gibt nur einen Weg rauszufinden, ob zwei oder mehr heute Nacht das Gleiche im Sinn haben: Fragt, fragt sexy, fragt nach Zustimmung!

Ein paar Worte zum Thema Alkohol…
Die meistgenutzte Vergewaltigungsdroge ist Alkohol. In ca. 90% der Fälle sexualisierter Gewalt ist Alkohol im Spiel- bei Täter_in und/oder der betroffenen Person oder beiden. Das verwundert kaum: Über 80% aller sexuellen Übergriffe passieren zwischen einander gut bis sehr gut bekannten Menschen. Aber: Egal was zwischen wem genau passiert: Betroffene tragen niemals Schuld! Ein_e betrunkene_r Betroffene_r ist zwar selber Schuld, dass er_sie betrunken war, niemals aber für den Übergriff! Es ist niemals ok, etwas gegen den Willen einer Person zu machen! Alkohol ist keine Ausrede! Denkt an die Verantwortung aller Beteiligten, Zustimmung zu sexuellen Aktivitäten zu fordern und zu erhalten! Wenn du Sex genießen willst, aber eigentlich zu voll bist: Notbremse ziehen und dir das Ganze für ein andermal aufheben, das könnte dann doch schöner werden…

All’s well that ends well…
Diesen Text stelle ich hiermit zur Diskussion, denn er ist eher konzeptuell und vorläufig. Er basiert auf Übersetzungen und Gedanken einiger Personen zu den usamerikanischen Kampagnen Got consent? und The Antioch College Sexual Offense Prevention Policy. Merci also an jene, welche die Freundlichkeit hatten mir zu erlauben, die Ideen und notizen für das Mädchenblog zu verwenden.

  1. In Anlehnung an: „It’s better to seek forgiveness than ask permission“ – ein Satz, der genau die Probleme erzeugt, die wir sexualisierte Gewalt nennen. Sex haben, Mist baun, danach kleinlaut „Ups“ sagen, wenn überhaupt – statt von vornerein anders dran zu gehen…[zurück]
  2. Nach wie vor bleibt aber ausgeschlossen, dass „Nein heißt manchmal Ja“ heißt wie F. J. Wagner in einer Marco W. gewidmeten Kolumne im Sommer 2007 versuchte weiszumachen. [zurück]
  3. ein paar Worte zur hier verwendeten Sprache und Schreibweise: auch wenn viele Personen, die dies lesen, möglicherweise die Meinung vertreten, dass Geschlecht konstruiert ist, sind denke ich ebensoviele (sowowohl: demgegenüber als auch: trotzdem) sich ihrer Männlichkeit oder Weiblichkeit äußerst gewiss und meinen, Hetero-Sex zu zweit sei nun einmal das Beste für sie. Diese Perspektive wird jedoch nicht annähernd der Vielfalt und den Kombinationsmöglichkeiten von Geschlechtern, Sexualitäten, Begehrensformen, Sexpraktiken usw. gerecht. Daher schreibe ich mit dem sogenannten gender-gap um transinterqueere Gegenentwürfe sichtbar zu machen und die Konstrukthaftigkeit heterosexueller Zweigeschlechtlichkeit sprachlich zu markieren. Folglich werden den geneignten Leser_innen grammatische Widersprüche und syntaktische Unzumutbar- und Sperrigkeiten auffallen, die meines Erachtens aber eben die grammatische Widersprüchlichkeit der heterosexuell organisierten Westdeutschen ‚Norm‘-Gesellschaft auftun. Ich berufe mich auf Steffen Kitty Herrmanns „Performing the Gap“, zuletzt erschienen in: A.G. Gender-Killer: Das gute Leben [zurück]

49 Antworten auf “have sex – hate sexism”


  1. 1 only aa but xxx 08. Januar 2008 um 15:43 Uhr

    von der lüge der „missverständlichen“ kommunikation handelt jene nicht nur in diesem zusammenhang sehr lesenswerte hausarbeit von lysis: http://lysis.blogsport.de/literature/sexismus/vergewaltigung/

  2. 2 st_eve 08. Januar 2008 um 20:58 Uhr

    in der tat sehr lesenswert! auch wird anhand lysis‘ text deutlich gemacht, wie konventionelle ablehnungsfloskeln wie „hm weiß nicht“, ein schweigen, eine ausrede zu einem „Ja“ gemacht werden, indem nämlich eine ablehnung diskursiv unerwünscht ist. Toll auch der begriff vom kulturellen idioten, wo der wohl herkommt? :-?

    __________________________________________________________________
    „you don’t expect someone that you know to do that and when it’s happening“

  3. 3 ja, aber 08. Januar 2008 um 21:26 Uhr

    ich finde solche texte ja immer prima um eine reflexion anzustossen bzw. dabei behilflich zu sein (abgesehen von dem moralisierenden unterton). allerdings habe ich das gefühl hier wird ein relativ zentraler moment umschifft, bzw. nicht bis zu ihm vorgestossen:

    Wer sein ziel erreicht hat, wenn er (oder sie!!) bei rot über die kreuzung donnert (hauptsache sie/er fährt über die kreuzung), kann womöglich nicht viel mit diesen gutgemeinten ratschlägen anfangen. ich glaub es ist die Kunst, das glück gegenseitigem einverständnisses auch fühlen zu können und gemeinsame körperlichkeiten deswegen tausendmal schöner zu finden. Sich der deformation unserer wünsche durch kapitalismus, spaßgesellschaft, patriarchat, konkurrenz usw. usf. entziehen zu können, ist nicht ganz einfach – ist ja nicht gerade ne liebevolle gesellschaft, in der wir leben, oder?
    erinnerungen, in denen ich oder mein gegenüber möglicherweise gar nicht das wollten, was passiert ist, sind mir meistens die unangenehmsten. Aber auf einer anderen Folie kann es sein, das manche menschen in dem festen glauben sich befinden, diese seien die „geilsten“ gewesen (erinnert sich jemand an den film „kids“?). Diese Folie (die natürlich in alllerlei nuancen und abstufungen auftritt) zu ändern ist der knackpunkt, sich eines „ja“ sicher sein zu wollen, folgt dem ziemlich sicher.

  4. 4 t 08. Januar 2008 um 21:56 Uhr

    mh. deine definition im ersten absatz ist ja ganz nett, aber ich denke, wenn du es schon so allgemein definierst, dann solltest du auch sagen, dass die beteiligten nicht unter einfluss von rauschmitteln stehen, die gefuegig machen oder dass die beteiligten nicht minderjährig sind .. und so.

  5. 5 leser 09. Januar 2008 um 0:03 Uhr

    ich finde den text ganz wunderbar. schön, dass er ein thema anspricht, dass sonst häufig umgangen wird.
    ich persönlich finde zwar, dass es auch möglich ist körperlich einfühlsam zu fragen, ohne sofort eine grenze zu übertreten, aber im allgemeinen finde ich deinen standpunkt toll. bin mir nur nicht ganz sicher, wie das bei jugendlichen mit unsicherheit in der sexualität funktioniert…

  6. 6 st_eve 09. Januar 2008 um 14:51 Uhr

    @ja, aber: das mit dem moralisierenden unterton stößt mir selber auch noch auf. das ganze ist auch noch relativ nah am us-amerikanischen original, das nicht nur im unterton moraltriefend klingt. auch finde klingen schlechte übersetzungen oft moralisierend… :-" letzlich geht es auch nicht nur um „gutgemeinte ratschläge“ sondern um den versuch, andere perspektiven auf sex zu bekommen. das ist für mich das zentralste: zustimmung statt suchen, statt mit ablehnung zu rechnen.

    @t: den punkt mit alkohol und rauschmitteln habe ich in der tat sehr rausgelassen, bis auf den letzten sehr allgemeinen absatz. vielleicht ist es sinnvoller das konkret am anfang zu bennenen, don‘t know. die basistexte sind da deutlicher:

    All parties must have unimpaired judgement (examples that may cause impairment include but are not limited to alcohol, drugs, mental health conditions, physical health conditions).

    zu sex mit minderjährigen: hm, finde ich schwierig. mag ich keine empfehlungen aussprechen. das ist vielleicht eine diskussion, die noch ansteht.

    @leser: naja, es geht ja auch erstmal um nen standpunktwechsel und eine sensibilisierung. ich denke auch, dass sowas im detail kann nochmal anders aussehen kann, zB bei eingespielten sexpartner_innen oder wenn eine_r stumm/taub ist usw.
    und auch ist noch nicht so ganz klar, WER mit dem text so wie er grade ist angesprochen wird. an ein jugendliches publikum zu schreiben wäre wohl was anderes als an klassische diskogänger_innen oder an eine queerfeministische leser_innenschaft.

  7. 7 t 09. Januar 2008 um 15:32 Uhr

    ich finde lesers standpunkt ganz interessant.
    die sache mit der unsicherheit bei jugendlichen und so.. ich meine, da kommen ja unter umständen noch ganz andere einfluesse hinzu.. also nicht nur die frage vom partner, sondern auch der ‚druck‘ von gleichaltrigen, den medien usw.. sollte man glatt noch mal genauer drueber nachdenken.

  8. 8 Christin 09. Januar 2008 um 16:22 Uhr

    menshealth.de:

    Sex-Signale
    Wenn ihr Körper zeigt, was er will

    Eine Frau muss nicht reden, um etwas zu sagen. So deuten Sie ihre Signale im Bett richtig

    […]

    * Nabelschau: Beim Einatmen zieht sich Ihr Bauch zusammen. Bedeutung: Sie hat Stress. Starten Sie Annäherungsversuche sanft und seien Sie nicht auf Sex aus. Wenn sich stattdessen aber das Volumen ihres Oberkörpers erweitert, ist das eher ein Zeichen für Entspannung.

    * Lippenbekenntnisse: Die Lippen der Liebsten färben sich dunkelrot. Bedeutung: Ist sie sehr erregt, werden die Lippen besser durchblutet. „In dieser Phase sehnen sich Frauen nach innigen Küssen“, sagt Christiane Bongertz, Autorin des Men’s-Health-Ratgebers „Mach’s noch einmal, Schatz!“

    […]

    hxxp://www.menshealth.de/sex/raetsel-frau/wenn-ihr-koerper-zeigt-was-er-will.81562.htm

    no comment

  9. 9 ja, aber 10. Januar 2008 um 2:12 Uhr

    @st_ve und alle anderen auch
    ja, klar, zustimmung suchen ist das zentrale, da stimm ich zu, nur glaub ich, dass sag ich jetzt einfach nochmal, dass man da bei vielen menschen noch einen schritt weiter gehen muss.
    denn die wenigsten haben doch bevor sie ende zwanzig oder anfang dreissig sind, klar, wieviel schöner sex ist, wenn er auf glasklarem einverständnis beruht. und auch die öffentliche represaentation von sex bezieht sich doch hauptsächlich auf die ebene des verführens und eroberns. Die ganze Single-Sex-Scheisse ist doch völlig überrepräsentiert, und in entsprechenden, magazinen (print und online), web.de oder gmx-nachrichten, studien zum paarungsverhalten usw. usf. wird immer wieder geguckt: wie kriege ich sie oder ihn rum. Dass das natürlich meist nur bedingt mit dem zu tun hat, wie du das in dem übersetzungs-medley beschreibst, leuchtet ja ein.
    aber die praxis, die du forderst, hat ja eigene, andere voraussetzungen, nämlich, dass mir dieses einverständnis auch wichtig ist. da gilt es anzusetzen!
    (allerdings gebe ich gerne zu, dass ein weg zu dieser einsicht eine veränderte praxis sein kann, die aufgrund normativer setzungen befolgt wird)

  10. 10 st_eve 11. Januar 2008 um 10:17 Uhr

    @christin bzw an alle: ich habe mal die men’s health url maskiert. nicht zuviel der ehre…

  11. 11 Pinke Pony 11. Januar 2008 um 20:32 Uhr

    Ich fand den Text richtig gut. Kann an ein paar Stellen aber nicht mitgehen:
    Ich kann mir nur sehr schwer eine sexuelle Aktivität vorstellen, wo „jeder Schritt jederzeit Zustimmung“ erfordert: wie kleinschrittig soll das werden? Muss ich fragen, bevor ich ihn küsse, bevor ich ihn am Po berühre, bevor ich ihn an der linken Brust berühre, dann noch Erlaubnis für Brust rechts, für Bauch-oben, Bauch-unten,… Vieleicht sollte dafür ein Formblatt erstellt werden?! Und die andere Person muss auch noch die ganze Zeit fragen, das wird ein totales durcheinander und nicht gerade romantisch. Nein, eine explizite Zustimmung kann nicht das Wahre sein.
    Dieser Text folgt der alten feministischen Logik, alle Verantwortung auf den/die Täter_In zu schieben. In dieser Logik ist der Text folgerichtig, statt „Nein heißt Nein“ hätte es natürlich immer schon „Nicht Ja heißt Nein“ heißen müssen. Diese feministische Verantwortungssetzung ist aber eine politische Entscheidung, mit dem Ziel möglichst viel Macht den weiblichen Opfern zuzugestehen und keine in sich logische:
    Es ist nicht logisch, dass ich jemanden an den Brüsten streicheln darf, ein Berühren des Pos aber ein Übergriff ist. Dies sind beides qualitativ ähnliche Stellen, beides erogene Zonen, die in der Öffentlichkeit nicht enthüllt zu sehen sind. Die Zustimmung zu einer Berührung immer auch die implizite Zustimmung zu analogen Berührungen. Wenn ich jemanden küssen darf, dann darf ich auch mit meinen Händen durch sein oder ihr Haar streiheln. Wenn dies jemand nicht möchte, dann liegt die Verantwortung dies zu artikulieren bei ihm oder ihr. Insofern kann es eine Grenzüberschreitung erst dann sein, wenn ich durch meine Berührung einen unerlaubten qualitativen Sprung mache, also wenn ich z.B. jemanden küsse und ihn dann auch an den Po greife oder aus der Erlaubnis den Po zu streicheln, die Legitimation ziehe auch in die andere Person einzudringen. Bei analogen Berührungen muss auch Verantwortung bei der Person liegen, die die Erlaubnis zu einer Berührung erteilt, es zu artikulieren, wenn sie eine ähnliche Berührung nicht möchte.
    Wer sich freiwillig in eine Situation begibt trägt auch eine Verantwortung dafür zu artikulieren, wenn er oder sie eine situationsimmanente Handlung nicht oder nicht mehr möchte. Für die situationstranzendenten Handlungen hat die andere Person, wie du richtig schreibst, die Verantwortung sich die Erlaubnis zu holen.

  12. 12 st_eve 12. Januar 2008 um 18:08 Uhr

    @Pinkepony: Indeed, was ist „ein Schritt“, das frage ich mich auch. allerdings rekurriert das halt schon sehr auf normalisierten heterosex, der so einer art skript oftmals folgt, also wenn man schon im bett liegt zieht man sich bald aus, wenn man eh schon nackt ist kann man ja auch gleich… usw. andere texte verwenden den begriff „niveau“ und natürlich liegt das alles im auge der_des betrachter_in. ich würde auch gerne eine formulierung finden die das klar macht und trotzdem darauf hinweist, dass alle beteiligten einer sexuellen handlung durchaus sehr unterschiedliche vorstellungen haben wie es weiter geht und wo schluss ist. auch heißt ein „nein“ ja auch nicht immer, dass eine berührung gerade als übergriff empfunden wird.
    das mit den „analogen berührungen“ finde ich schwierig. prinzipiell stimme ich dir da zu, aber die argumente was analog ist sind schon auch sehr subjektiv. ich zB würde einen kuss und einen griff an den po nicht als analog bezeichnen.
    und was sind „situationstranszendente handlungen“? 8-|

  13. 13 chica 12. Januar 2008 um 20:34 Uhr

    Das “ Um Erlaubnisfragen“ ruft bei mir stereotype Bilder einer aktiven Person (natürlich ein Typ) vor, die den Sex initiiert und einer passiven, deren einzige Handlung im Erteilen oder Verweigern von Zustimmung besteht. Dadurch, dass der (momentan) aktive Person die ganze Verantwortung übertragen wird, wird der anderen Person die Fähigkeit abgesprochen, die Situation kontrollieren zu können und ggf. Nein zu sagen. Besser finde ich es, wenn alle beteiligten dazu aufgefordert werden, ihre Wünsche/Bedürfnisse zu kommunizieren und sich nach denen der anderen zu erkundigen. Und besser nach dem Motto „was hälts Du davon, gefällt dir dieses…“ als „darf ich dieses oder jenes“ weil damit schon wieder Verführungsszenen a la US-Highschool-TV-Serie geschaffen werden (Mädchen erlaubt Junge „ihr unters T-Shirt zu gehn“ (Bravo-Slang). Und in so einer Situation, in der aufeinander geachtet wird, sollte es dann relativ leicht möglich sein zu sagen, „nee lass mal, das möchte ich jetzt nicht“.

  14. 14 st_eve 12. Januar 2008 um 21:42 Uhr

    hm, gemeint sind eigentlich alle beteiligten. vielleicht ist deine formulierung einfach deutlicher/präziser.

  15. 15 Krempel 14. Januar 2008 um 18:14 Uhr

    st_eve:
    nun, küssen und an den po fassen hat pinke pony auch gar nicht gleichgesetzt, sondern nur an den po und an die brust fassen. was ich insofern allerdings nicht teile, dass vor allem in der gesellschaftlichen mitte (und damit meine ich nicht nur männer) die brust so sexualisiert ist, dass sie eine andere bedeutung einnimmt als der po. allerdings ist das jetzt kleinkariert und ich teile die grundsätzliche position, dass analoge handlungen nicht jedes mal erfragt werden müssen.

    ich finde das insgesamt auch eine schwierige sache. denn theoretisch stimme ich dir durchaus zu, und…hm….das ist echt schwer auszudrücken ohne mich hier auf grundeis zu bewegen.
    ich versuch es einfach mal: der versuch jemanden zu küssen als romantischer „vorstoß“ kann nicht funktionieren, wenn ich jedes mal fragen muss. und: wenn ich es versuche und ablehnung erfahre, dann ist es doch (vielleicht bin ich jetzt zu weit aus dem feministischen diskurs entfernt) „nicht so tragisch“ (das ist das, was ich mit schwierig meine), wenn es eben nicht funktioniert hat. auch wenn eine definitionsmacht besteht und jeder selbst entscheidet, wann grenzen überschritten werden, so traumatisiert (überspitzt ausgedrückt) es das mädchen gegenüber nicht, wenn ich es versucht habe.
    es wird uns (und mir besonders @.@) unangenehm sein und wir sollten das klären, aber das ist doch auch gar nicht so schlimm.
    zwar sollte jeder seine grenzen selbst nennen, aber bei einigen dingen des menschlichen kontaktes kann es durchaus zu missverständnissen kommen und ich sehe da keinerlei problem. missverständnisse gehören imho dazu und sind nicht gleichzusetzen mit vergewaltigung.

    und anders: manchmal sind emotionale zustände – und damit der wille zu körperlichen handlungen – gar nicht so bewusst. ein beispiel: meine exfreundin hätte auf die frage „darf ich dich küssen“ vermutlich nein gesagt – ich habe sie damals aber nicht gefragt, sondern es als teil der situation trotzdem versucht. sie ist darauf eingegangen und wir waren dann monatelang zusammen.
    und: natürlich habe ich in diesem moment die grenze, die wir bisher hatten, überschritten, und es hätte auch anders enden können. aber dann hätten wir darüber gesprochen und es wäre nichts schlimmes gewesen (glaube ich).
    was natürlich nicht mit dem zynischen ausspruch „du wolltest es doch“ gleichzusetzen ist, keinesfalls!

    es wird bei diesem beispiel doch erst wirklich problematisch, wenn sie meinen kuss ablehnt und ich DANN versuche weiter zu machen. denn dann trifft logischerweise „nein heißt nein“ zu.

    ich kann den gedanken „nicht ja heißt nein“ durchaus verstehen und empfinde den gedanklichen prozess des ganzen durchaus wichtig…sehe aber für den menschlichen kontakt durchaus schwierigkeiten, für die emotionale beziehung und für das gefühl zueinander und miteinander.

    klar sollte man sich den gefühlen des anderen versichern und sie vor allem achten – aber sich nicht in fragerei verstricken. so funktioniert es in meinen augen nicht. und sollte es auch gar nicht. das ist nicht die vorstellung, die ich von nähe und körperlichem miteinander habe. wobei ich das gefühl habe jetzt weit von dem entfernt zu sein, was der artikel eigentlich sagen will. vielleicht widerspreche ich ihm eigentlich sogar explizit, das weiß ich jetzt gar nicht so genau. (help!)

    imo ist dieser text auch stark eine basis dafür, dass man sich den gefühlen, den andeutungen, und der situation des anderen vor allem bewusst sein sollte und das ständig. es geht glaube ich auch nicht darum alles, aber auch wirklich alles, explizit nachzufragen (zumindest sollt es das in meinen augen nicht), sondern darum, ungefähre grenzen zu setzen, miteinander insgesamt (!) zu sprechen, besondere sachen explizit anzusprechen, etc. die gemeinsamen grenzen vorsichtig (!) zu erforschen, weil sie einem vielleicht auch selbst gar nicht so bewusst sind (mir zum beispiel wären sie das so spontan vielleicht gar nicht) und stetig auf den anderen zu achten. dann kann ich auch, wenn wir uns bereits aufs bett geschmissen haben, vorsichtig über ihren körper streichen ohne sie vorher zu fragen. ;) wenn es dann doch ein problem gibt, dann sollten wir uns emotional so nah sein, dass wir das klären können.

    was jetzt natürlich schwer auf ONS auszulegen ist…aber die sind eh ne schwierige sache, wenn es nur um schnellen sex geht die definitionsmacht ausführlich zu klären ist imho fast unmöglich. aber menschen, die einen ONS suchen, sind sich vielleicht, hoffentlich, möglicherweise bewusst, was sie beide suchen und müssen damit rechnen, dass so schnell niemals auf ihre tiefsten emotionalen grenzen rücksicht genommen werden kann (da der ONS ja sonst nicht funktioniert). hmm…aber schwer zu sagen, da es mich bisher nie betroffen hat (betroffen wird? ka.).

    so, genug!
    hoffentlich lässt sich da auch für mich noch mehr klarheit schaffen, also bitte ich um antworten.^^“

  16. 16 grün 24. Januar 2008 um 2:25 Uhr

    Kein einfaches Thema, denn bei all dem Diskurs über Sex und allem Wissen, dass zu diesem Thema im Umlauf ist, gibt es doch immer wieder die Situation des „Scheiterns, an den eigenen Ansprüchen, den Erwartungen,…Und tatsächlich viel zu oft wird vergessen zu reden: Im Endeffekt landen wir so beim vorgetäuschten Orgasmus, Schwanzerschlappung und tiefer Verletzung…
    Meine Gedanken (auch allzu Moralingetränkt):
    Ich glaube auch nicht, dass wir mehr Spaß am Sex haben, indem wir uns bei jedem Schritt den wir machen, jedem Kuss und jeder Berührung tausendfach absichern. Sex hat doch auch etwas mit Fallenlassen zu tun. Und mit einlassen.
    Ich glaube es geht darum, eben letztlich doch zu kommunizieren (Sex ist doch Kommunikation? Non-Verbal, oder eben doch teilweise direkt ausgesprochen?). Das heißt eben auch keine Unsicherheiten zu überspielen, sondern sich offenzulegen. Eben auch mal zu sagen, dass einem dies oder jenes besonders gut gefällt und jener Schritt zu schnell ist, Du Unsicher bist, Angst hast oder nicht weiter willst… Und eben auch darauf zu achten, wie es der Person damit geht, was Du machst.
    Es sind ja doch beide (oder mehr?) beteiligt.
    Und wir müssen alle immer wieder lernen „Nein“ zu sagen und den Raum zu nehmen, den wir brauchen. Ich meine selbst mitten im Akt kann ich aufhören. Ich muss wissen, dass es beim Sex keine Grenze gibt hinter die ich nicht mehr zurück darf. Und ich muss wissen, dass das nicht nur für mich gilt, sondern für alle Beteiligten. Auch wenn das manchmal extrem schwierig sein mag.
    Wer jeweils „einen Schritt weiter“ geht, muss jeden Widerstand achten und darauf eingehen, evtl. sogar aufhören, aber keinesfalls zum Vorwurf wenden oder eben Zustimmung erzwingen.
    Von dort aus wird Vertrauen möglich und der sexuelle Spielraum frei, oder was meint Ihr?

  17. 17 a 25. Januar 2008 um 15:27 Uhr

    also vielen dank erstmal für den text und die gedankenanregungen!
    ich weiß nicht, ob tatsächlich die diskussion darum wie irgendwelche „schrittstufen“ einzuteilen wären der entscheidende punkt ist. vielmehr geht es glaub ich um eine innere einstellung die entwickelt und dann auch in der praxis umgesetzt werden sollte. also ein bewußtsein darüber, dass alle formen sexueller handlungen auf einem gegenseitigen aktiven wollen begründet sein müssen.
    das muss reflektiert und ins sexleben integriert werden, bzw. dies bestimmen.
    allerdings würde ich anmerken, dass auch ein sprachliches Ja, durch äußeren Druck, vermeintliche erwartungshaltungen, … hervorgerufen werden kann. es bleibt also grundlegend eine sensibilität füreinander zu entwickeln.
    ohne dass ich damit die grundlegende stoßrichtung deines textes schmälern will (!), frage ich mich, wie solch ein vorgehen bsplw. in sm-praxen möglich sein kann? immer nur vom gesellschaftlich anerkannten „blümchensex“ auszugehen, geht denke ich auch an vielen begehrensformen und sexuellen lüsten vorbei.

  18. 18 Crash 25. Januar 2008 um 15:45 Uhr

    Naja, soweit ich weiß spricht man im BDSM in der Regel vorher ab, was beide Partner wollen/mögen und was nicht. In sofern sind Leute mit dieser Neigung also diesbezüglich sogar eher weiter als Blümchensexer ;)

  19. 19 wanna 25. Januar 2008 um 17:33 Uhr

    nicht zwangsläufig,
    auch wenn vorher zwischen beteiligten abgesprochen wird, was erwartungen, wünschen, … sind, können sich diese im verlauf der handlung ja noch ändern,
    deswegen ist regelmäsziges nachfragen, bedürfnisze transparent machen & unklarheiten kommunizieren so wichtig…
    generell ist die kommunikation das a & o,
    nur musz mensch sich erstmal selbst im klaren sein, was er_sie sich wünscht & sehen, wie das vermittelt werden kann, ohne dabei _verhältnisze aufzumachen oder schubladen gerecht zu werden & ich glaub, darin liegt das gröszte problem,
    wie es kommuniziert werden soll…

    ich weisz nicht, bezieht sich der text jetzt auch auf nen poly_aspekt?
    ich glaub, das wird in offenen bezeihungsnetztwerken auch noch mal anders thematisiert, als in klebstoffbeziehungen, oder vieleicht doch nicht…? :-?

  20. 20 brennende konsensfabrik 09. Februar 2008 um 15:32 Uhr

    Ab wo fängt denn das, was hier „Sex/ualität“ genannt wird, an und wo hört es auf?

    Oder komplizierter formuliert:

    http://www.projektwerkstatt.de/gender/texte/sex_diskurs.html

  21. 21 nichtidentisches 11. Februar 2008 um 14:35 Uhr

    Sehr ungelungen, wie hier von einer Äquidistanz zwischen Vergewaltigung und Grenzverletzungen im Liebesspiel ausgegangen wird – der Begriff „sexuelle Gewalt“ enthebt von der Pflicht zur Differenzierung. Es ist sehr wohl nochmal ein Unterschied zwischen Vergewaltigung und dummer Anmache oder unangenehmen Gefühl bei dieser oder jener Einzelheit des Rummachens. Gänzlich außen vor bleibt bei der Religion des Blickregimes doch immer wieder die allzu krass vor Augen geführte sexuelle Gewalt des Kopftuches, da ist es in der Tat sicherer, im Bravostil über diese oder jene Abstufung von Sado-Maso zu diskutieren.
    In dieser Szene ist zumindest die negative Sicherung aufgehoben, auch wenn das die schlechte Wahl innerhalb eines Ganzen ist, das Telepathie nicht kennt: Hier sagt man „rot“ statt stop oder nein. Abtörn für beide Seiten wäre es in der Tat, vor jedem Peitschenhieb zu fragen, ob man denn das dürfe – denn das hieße tatsächlich eine Überich-Dimension hineinzubringen, gegen die ja gerade lustvoll rebelliert werden soll. Die Perversion ist nur eine Form des Normalen. Auch innerhalb des „Normalen“ mutet die Forderung nach George Clooney-Stimmen im Alltag weltfremd an:
    „Fragt, fragt sexy, fragt nach Zustimmung!“
    Ja, und nehmt vorher die Zahnspange raus, vergesst alle Schläge eurer Eltern und hört endlich auf zu stottern und rot zu werden, verdammte, verklemmte Teenies. Damit die Illusion einer echten, reinen, narzisstischen Sexualität gewahrt bleiben darf – hübsch anzusehen und anzuhören, wie aus einem klinisch sauberen und auf nett getrimmten Pornofilm.
    Nein, Reden während dem Sex ist wirklich ein individuelles Vergnügen und bedarf harten Trainings, das in Enttäuschungen geschieht: Pornomat-Schuhverkäufer-Karaoke „gefällt dir dieses, gefällt dir jenes, darf ich mal hier, gib mir das, krieg ich dafür Rabatt, jetzt aber mal hallo ran da…“ kommt in der Regel nicht so gut an.
    Insgesamt möchte man sich wünschen, dass statt positiver Ausformulierung, wie idealer gewaltfreier Sex stattzufinden hat, einfach das Nein-Sagen trainiert wird und Leute auch klarer haben, was sie beim und vom Sex haben wollen und wann. Dann wird das Nein-sagen auch spürbar in der gesamten Körpersprache.
    Vordringlicher wäre noch, endlich jenen die Aufmerksamkeit zuzuwenden, denen alles offensive Neinsagen nichts bringt, weil es nicht anerkannt wird – Zwangsverheirateten und unterm Schleierzwang befindliche islamische Frauen, Vergewaltigungsopfer, etc.

  22. 22 bigmouth 11. Februar 2008 um 17:57 Uhr

    genau, das eigentliche problem sind mal wieder die musels…

    es kommt natürlich auch wieder mal das „stellt euch nicht so an“ – wenn frau nicht zwangsverheiratet oder vergewaltigt wird, hat sie ja auch bei „unangenehmen Gefühl“ gar keinen echten grund zur klage

    die vorstellung von

    Dann wird das Nein-sagen auch spürbar in der gesamten Körpersprache.

    ist naiv. ich behaupte: das ist immer merkbar. das problem ist eher, wenn das gegenüber das nicht wahrhaben _will_

  23. 23 bikepun 089 13. Februar 2008 um 18:39 Uhr

    @nichtindentisches:
    das ist so viel Müll …
    vor allem deine Gewissheit das nur zwangsverheiratete Frauen sexueller Gewalt ausgesetzt sind, in „normalen“ Beziehungen kommt so was, geht es nach dir, ja nicht vor?
    Dass du es sexier findest, loszulegen und darauf zu hoffen dass dein_e Gegenüber das Nein sagen trainiert hat, schön und gut. Dass das als alleiniger Grund dafür ausreicht, die Verantwortung für dass was passiert und was nicht auschliesslich der Person aufbürden, die gerade weniger Initiative zeigt, bezweifle ich mal.

  24. 24 nichtidentisches 27. Februar 2008 um 12:55 Uhr

    „das problem ist eher, wenn das gegenüber das nicht wahrhaben _will_“

    dann gehört das ausformuliert und entsprechend ist ja auch der Tatbestand der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung rechtlich festgehalten. Ein positiver Sexualbegriff versucht dagegen eine Normalität zu definieren und ist darin faschistoid, weil es für das Individuelle eine Norm mehrheitlich durchsetzen will. Entsprechend verhalten sich ja die szeneinternen Standgerichte.

    zu letztem Kommentar:
    Nein, ich gehe nicht davon aus, dass sexuelle Gewalt nicht in „normalen“ Beziehungen stattfindet. Ich kenne nur einen sehr viel differenzierten Gewaltbegriff, als das hier vorgetragen wird.
    Und entsprechend gestalten sich die Verregelungsformen zwischen partnerschaftlichem Sprechen darüber über die Trennung hin zu FreundInnen um Rat fragen hin zu Gericht und Polizei.

    Beim hier vorgeschlagenen positiven Sexualitätsbegriff wird eine Szenepolizei impliziert, die diesen durchsetze und beurteile. Oder es verharrt in der üblichen Empfehlung, doch bitte gentlemanlike und ladylike beim Sex zu sein, weil das für alle Beteiligten netter ist. Was aber nicht einer ausgefeilten Theorie oder zahlloser Überlegungen bedarf, sondern ohnehin Text jeder Bravo und jedes Männer-Frauenmagazines ist.

  25. 25 nichtidentisches 27. Februar 2008 um 13:07 Uhr

    „positiver, antisexistischer Sexualitätsbegriff “

    und dahingehend würde ich gerne, um die Nötigung des Privatesten zum politischen zu meiden, doch bitte einfordern, diesen Sexualitätsbegriff wenigstens „nicht-sexistisch“ einzufordern. Sex gegen Sexismus zu fordern ist eine Contradictio in adjecto, ein Oxymoron.
    Abgesehen davon kann Sexualität in beid- (oder mehr-)seitigem einvernehmen durchaus so ausgelebt werden, dass sie vom objektiven Standpunkt aus sexistisch gelten könnte. Für Alice Schwarzer gilt ja schon die Penetration als sexistisch.

  26. 26 nichtidentisches 27. Februar 2008 um 13:40 Uhr

    „das eigentliche problem sind mal wieder die musels“

    Das „eigentliche“ nicht, aber hier wird über einen sehr eingeengten Horizont gesprochen, der einer Realität nicht gerecht wird. Das Zielgebiet der Debatte ist das linke Kollektiv, in dem die Welt gefälligst utopisch sein soll. Und dort werden dann individuelle Probleme als kollektive gewälzt, herrscht Geständniszwang und das reale Leid einer Person wird sogleich als das des Kollektivs vereinnahmt – wogegen das Leid von außerhalb des Kollektivs stehenden Personen völlig desinteressiert behandelt wird.
    „Mädchen“ meint dann „linke, deutsche Autonome in entsprechenden Zusammenhängen aufgehoben, regelmäßig in der Szene-Disko anzutreffen, gelegentlich sexuell aktiv, aber bitte nur auf Nachfrage“. Pardon, aber wenn über Sexismus geredet wird und die barbarischste Realität vor aller Augen nicht einmal angeschnitten oder mitgedacht wird, dann findet eine Verleugnung und Verdrängung statt. Vom Standpunkt der Frauenorganisationen, die verzweifelt sichere Zufluchten für mit dem Tode oder Genitalverstümmelung bedrohte Frauen suchen und Hilfe organisieren, indem Betroffene heimlich aus den häuslichen Gefängnissen entführt werden, ist dieses Argument kontraproduktiv. Vom Schlimmen zu reden, ohne das Schlimmste zu erwähnen, ist Idealisierung.

    Abseits davon: Das „Nachfragen“ selbst stand eine nicht unerhebliche Zeit selbst unter Sexismus. Damals wurde eingefordert, nur die Aktivität der Frau garantiere Reinheit und Frieden. Wer als Mann eine Kontaktaufnahme suchte, musste sich Mackersprache, Instrumentalisierung, Degradierung der anderen Person zu Sexualobjekt,etc. unterstellen lassen. Wenn dieser Mann dann noch mittleren Alters war, oder hässlicher Bauarbeiter, also ein offensichtlicher Lustmolch, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, setzte es Hausverbot. Wieviel glaubwürdiger wurde der Sexismusvorwurf dann auf einmal, wenn die Person ohnehin nicht ins narzisstische Selbstbild des Kollektivs passte.

    So, nun schließe ich und begrüße dennoch den Versuch des Artikels, am Begriff zu arbeiten.

  27. 27 bikepunk 089 27. Februar 2008 um 15:33 Uhr

    Das Zielgebiet der Debatte ist das linke Kollektiv“ in dem die Leute ähnliche Ansprüche haben, an denen mensch sie packen kann, wo nicht erstmal erklärt werden muss dass es Sexismus gibt, wo so ein Text überhaupt gelesen wird!

    Pardon, aber wenn über Sexismus geredet wird und die barbarischste Realität vor aller Augen nicht einmal angeschnitten oder mitgedacht wird, dann findet eine Verleugnung und Verdrängung statt.

    Wenn von Sexismus geredet wird, und die Realität im eigenem Bett nicht einmal angeschnitten wird, dann findet eine Verleugnung und eine Verdrängung statt.

    “linke, deutsche Autonome in entsprechenden Zusammenhängen aufgehoben, regelmäßig in der Szene-Disko anzutreffen” – damit beschreibst du nicht wenige derer, die sich für offene Grenzen für alle einsetzen (was Migration durch Heirat überflüssig machen würde), und aus so einer Ecke wurden vor einigen Jahrzehnten die ersten Frauenhäuser gegründet (die heute allerdings z.T. eher gefährlich sein können, wenn z.B. erst mal dem Pass gefragt wird wenn eine Schutz sucht)

  28. 28 LadyShake 28. Februar 2008 um 19:58 Uhr

    @bikepunk: zwangsheirat hat nichts mit sogenannten schein- oder schutzehen zu tun (weil du was in die richtung migration und heirat schriebst, halte ich in dem zusammenhang für falsch gedeutet, ich denke darauf wollte das nichtidentische nicht hinaus)

    @nichtidentisches: ich finde es gut, dass du dich für frauen einsetzen willst, die in unhaltbaren zuständen leben. aber warum formulierst du diese kritik an wirklich kritikwürdigen gegebenheiten meist als kritik an menschen, die feministische/antisexistische politik machen? das wirkt für mich so, als wolltest du diesen leuten einen arbeitsauftrag geben oder eine zuständiglkeit verteilen. werd doch gerne selbst aktiv, anitisexistische/feministische einzelpersonen und projekte werden dein engagement sicherlich gerne unterstützen.
    du schreibst dass du es gut findest wenn menschen lernen, nein zu sagen, verweist aber darauf, dass man nicht über sexismus reden dürfe, ohne über verschleierte und verstümmelte frauen zu reden. das klingt für mich ein bisschen nach der verschrobenen logik der alt-68er-eltern, die, im inneren unfrieden mit den zuständen auf der welt, aber zu angekommen in der eigenen familie für politisches engagement (womöglich: zum glück), dem eigenen nachwuchs die kritik am suppentopf untersagen mit verweis auf die hungernden kinder in indien.
    natürlich ist es ein ziemlich grosser unterschied ob mir in der disse jemand an den po fasst oder ob ich zwangsverheiratet werde. deswegen sollte es auch in unterschiedlichen threads verhandelt werden. weder sollten menschen, die sich darüber austauschen möchten, wie sie sexistischem sexualverhalten begegnen/entgegentreten möchten, damit geknebelt werden dass es anderen noch viel schlechter geht. noch sollten probleme wie religiöser, menschenverachtender wahnsinn aus emanzipativer politik ausgeklammert oder marginalisiert werden. ein von dir nicht erwähntes problem aus diesem themenkreis is übrigend das verbot der abtreibung in fast allen christlichen/christlich geprägten ländern, was oft dazu führt, dass frauen an unfachkundig durchgeführten abtreibungen sterben. in manchen ländern eine der häufigsten todesursachen für frauen. nicht nur muslimischer wahnsinn kann tödlich sein.

  29. 29 nichtidentisches 29. Februar 2008 um 22:00 Uhr

    „anitisexistische/feministische einzelpersonen und projekte werden dein engagement sicherlich gerne unterstützen“

    Wenn man aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit Zutritt zu den heiligen Hallen der selbsternannten Feministinnen hat… Von Seiten der FFLL Marburg hat man zum Beispiel noch kein Flugblatt gelesen, auf dem etwa Zwangsehen, Ehrenmorde oder Genitalverstümmelung thematisiert würden.
    http://nichtidentisches.myblog.de/nichtidentisches/art/3881105
    Im Gegenteil wird von dort jeder, der sich gegen islamistische Zumutungen engagiert, mit Denunziationen überzogen er wolle den Alltags-Sexismus entschuldigen:

    „Mit dem Verweis darauf, dass anderswo Frauen noch nicht mal alleine auf die Straße gehen dürfen, wird die Thematisierung von sexistischer Diskriminierung hierzulande zusätzlich delegitimiert.“

    Die Delegitimierung findet durch solche Debatten statt, die voraussetzungslos über angeblichen und tatsächlichen Sexismus reden wollen, aber vorher nicht einmal geklärt haben, ob man Frauen in Iran oder in Afghanistan gegenüber völlig gleichgültig bleibt. Ich rede ja auch nicht mit Leuten über die korrekte Verwendung des Wortes „Jude“, wenn ich nicht einmal geklärt habe, ob jener jene vernichten wolle und was ich für Massnahmen gegen solches einzuleiten suche… Auf der Seite der FFLL finden sich jedenfalls vergeblich Informationen zur Lage der Frauen in Südamerika oder Afghanistan… Gegen ein „männliches Blickregime und Mackersprüche“ zu sein, aber den Einmarsch in Afghanistan zum Verbrechen zu erklären ist gelinde gesagt so bigott wie Usus in solchen linksfeministischen Zirkeln.
    Von Butler wird im Zuge dessen noch die Burka als weiblicher Schutzraum und Symbol der weiblichen Würde geheiligt.

    Im Ernst: Es gibt einige sehr sympathische feministische Organisationen, die ich voll und ganz unterstütze und bei denen ich mich vorbehaltslos und angstfrei eintragen könnte. Aus der linksautonomen Szene ist mir nichts dergleichen bekannt. Dort behaupten feministische Listen einen Alleinvertretungsanspruch, gegen den sich anscheinend wenig Kritik von feministischer Seite selbst regt. Den linksautonomen Feminismus verknüpfe ich leider mit martialischen Gesten, Hausverboten, Gerüchteküche und Standgerichten. Und mit solchen Leuten rede ich schon gar nicht darüber, was sie sich als sexuelle Norm vorstellen könnten.

  30. 30 LadyShake 01. März 2008 um 1:19 Uhr

    @nichtidentisches:
    klar sollte man es sich als feministische gruppe überlegen, zu dem thema was zu machen. aber genau deine argumentationsweise finde ich schon –“delegitimierend“. was der einschub mit der judenvernichtung soll kann ich irgendwie nicht so ganz begreifen.
    du hast einer feministischen gruppe vorgeworfen, dass sie sich nicht mit dem thema auseinander setzt. du schreibst autoritär vor, was für themen die gruppen zu bearbeiten haben, damit sie nicht ihre glaubwürdigkeit als emanzipative gruppe verliert. das „männliche blickregime und mackersprüche“ sind ein abendspaziergang im vergleich zu den repressionen, die frauen (aber z.b. auch schwule männer) unter der scharia erleiden. aber solche sachen zu thematisieren ist auch gut. klar ist es ein bisschen langweilig und sehr auf den eigenen horizont begrenzt, flugblätter und broschüren etc zu dem thema gibt es zuhauf. und treffendere und undramatischere formulierungen als „blickregime“ auch. aber verstehst du, was ich meine?

    wenn du in diesem forum einen thread zu dem thema „abschiebungen von frauen die potentiell von genitalverstümmelung betroffen sind“ machen würdest und sinnvoll informationen recherchieren würdest etc, fände ich das total gut. so aber habe ich den eindruck dass du sozusagen eine gruppe ausgemacht hast, bei der du eine zuständigkeit für das thema vermutest. weil sie dieser zuständigkeit nicht nachkommt, bist du enttäuscht. dann gründe doch selber eine feministische gruppe oder frag, ob sie deine veranstaltung zum thema unterstützt. das ist irgendwie konstruktiver als nur aus dem off zu pöbeln. kritisiere doch mal von feministischer seite.

    ps: ich wüsste nicht, wo die ffll den afghanistankrieg verurteilt hätte… aber wen interessiert hier überhaupt die ffll

  31. 31 bikepunk 089 03. März 2008 um 15:08 Uhr

    Arrangierte Ehen sind unter anderem die Folge von »Heiratsmärkten« zwischen Herkunfts- und Einwanderungsländern. Solche »Märkte« muss man nicht begrüßen, aber man sollte ihren Entstehungskontext begreifen: Sie sind das Ergebnis der Abschottungspolitik Europas gegenüber geregelter Einwanderung. Wenn es keine transparenten Möglichkeiten zur Einwanderung gibt, nutzen die Auswanderungswilligen eben Schlupflöcher. Das ist ein politisches und kein moralisches Problem. In diesem Sinne macht es keinen – schon gar nicht wissenschaftlichen – Sinn, solche Phänomene pauschal »dem Islam« zuzuschreiben, der dann ebenso pauschal der westlichen Zivilisation gegenübergestellt wird.

    hier. Von dahersehe ich einen Zusammenhang zwischen sog. Scheinehen, und Zwangsheirat – einwandern wollen kann einen Zwang zu heiraten implizieren. Kann sein dass das nichtidentische auf was anderes hinauswollte, meine erste Assoziation war einfach die hiesige, auf Zustände in der BRD bezogene Debatte. Weil ich eben nicht finde, dass die schlimmen Zustände anderswo ein Argument dagegen sein dürfen, vor der eigenen Tür zu kehren.

  32. 32 nichtidentisches 05. März 2008 um 10:23 Uhr

    Dito, darum geht es ja auch nicht. Ich finde es auch absolut unterstützenswert, wenn völlig unpolitische Frauen sich allein deshalb organisieren, weil sie keinen Bock haben, in der Disse ständig belästigt zu werden und sich einen dummen Spruch nach dem anderen anhören müssen. Das ist Interessensvertretung und dabei ist es nicht vonnöten, sich im hinterletzten Winkel der Welt noch zu engagieren, so etwas einzufordern wäre quatsch.
    Die Definitionsmachtsdebatte verläuft aber im wesentlichen entlang von linken Grabenkriegen und wird entscheidend eingebaut in ein ideologisches Gesamtgerüst – patriarchale Gesellschaft, fiese männliche Polizisten, arrogante Richter, gemeine Gynäkologen, sowieso Uni voller Sexisten und ganze Welt von Männern beherrscht. Und einer solchen Ideologie ist vorzuwerfen, dass sie weltweiten Vertretungsanspruch anmeldet, aber sehr blinde Flecken dort aufweist, wo es am schlimmsten wäre. Gerade die feministische Wissenschaft, namentlich der dekonstruktivistischen Provenienz, ist sehr aktiv darin, den Krieg gegen den Terror als Othering zu bezeichnen und die Frage der Frauen in Iran und Afghanistan dabei völlig zu degradieren: Man könne doch über andere Kulturen keine Aussage treffen. Da verschmelzen sich Kulturalismus und Dekonstruktivismus: Wo jede einfach so gemocht werden will, wie sie ist, will man auch andere nicht wirklich kritisieren. Und wo man Zwangshandlungen wie sie die Inversion als tiefes Leiden an der Kastrationsdrohung zum Teil beinhaltet, zum gesellschaftlichen Widerstand idealisiert, liegt es nur nahe, dass in Burkas einfach nur ein schrilles gendermäßiges Outfit gesehen wird.

    zurück zur autonomen Linken, die Definitionsmacht garantieren will:
    Einem rechtsstaatlichen Prinzip des in dubio pro reo wird von eine Gewalt entgegengesetzt, die eine Fallprüfung ablehnt – Lynchjustiz. Und da fangen Einsatz für das Opfer und Strafbedürfnis, Instrumentalisierung von eindeutigen Opfern für kollektive Strafrituale an sich zu vermischen.

    Aus psychoanalytischer Perspektive erscheint die Eindeutigkeit der aus einem höchst identischen ICH eingeforderten Ablehnung oder Zustimmung suspekt: Individuen sind ambivalent und genitale Sexualität hat selbst schon eine mehr oder minder gewaltsame Vorgeschichte, ist somit immer zugleich mit Ablehnung und Zustimmung verbunden – Sublimierung der Partialtriebe zum genitalen. D.h. unbewusst gibt es immer zahllose Neins und Jas, nie in gleicher Anzahl, jedoch auch im Prinzip des „idealen“ sexuellen Aktes enthalten. Von daher heißt „Ja“ auch nicht immer „Ja“, sondern kann sich in einem unglaublich komplexen dynamischen Prozess der Sexualität auch zu facettenreichen Neins entwickeln, oder zwischen Jas und Neins nicht entscheiden. Von daher ist es prinzipiell möglich, dass eine Person nach dem Sex ihr eigenes Engagement verleugnet und sich zum Opfer macht. Das versucht ein Richter auszuschließen und dabei ist es ein Gerücht, dass nur ein gynäkologischer Nachweis zu einer Verurteilung führe, meist ist Glaubhaftigkeit entscheidend.

    „du schreibst autoritär vor, was für themen die gruppen zu bearbeiten haben, damit sie nicht ihre glaubwürdigkeit als emanzipative gruppe verliert.“

    harsche Kritik als autoritär zu bezeichnen… Worin besteht die schlechte Autorität, in einer Drohung? In einer radikalen Position? Man kann doch einfach etwas entgegnen. Ansonsten s.o.

  33. 33 SWiSH 11. Juni 2009 um 0:48 Uhr

    Und denken Mädels nicht auch öfter insgeheim einfach „Halt die Klappe und Küss mich“??? Vllt möchte eine schlecht gelaunte Dame auch mal „gegen ihren Willen“ verführt werden.

    Ich finde Sex sollte nicht bürokratisiert werden. Wenn ich das richtig interpretiere ist die Zielgruppe für diesen Artikel männliche Wesen, die einem Mädchen nicht weh tun wollen und sie nicht gegen ihren Willen zu was zwingen wollen. Denen kann es aber trotzdem passieren, weil sie es einfach nicht merken. Diesen Kerlen würde es z.B. ganz einfach reichen zu sagen, dass es gerade beim ersten Mal unangenehm für Mädchen sein oder auch wehtun kann. Wenn mann das weiß, bekommt man auch ein Gefühl dafür und kann auch nachfragen. Nur ich vermute mal, dass sich nichtmal die meisten Damen darüber vor ihrer ersten Erfahrungen bewusst sind.

  34. 34 Klara Z. 11. Juni 2009 um 15:44 Uhr

    Oh, mensch…
    Es geht darum zu schauen, wie wir miteinander umgehen, kommunizieren usw.
    Wie Nichtidentisches mit Rechtlichem Gesetzt zu kommen ist einfach Quatsch und sowie so eine feministische Gruppe aus Marburg zu dissen ist einfach lächerlich…Die Verbindung, dass „Autonome Feministinnen“ Hausverbote praktizieren schlimm seine ist mehr als inkorrekt, denn Hausverbote sind ein situationsoriente Möglichkeit einen, sich Antisexistischen definierten Raum zu schützen. Na, Klar muss darüber hinaus eine Auseiandersetzung über Sexismus statt finden. Was aber meist bei den Aggressoren aus bleibt.
    Näheres dazu:
    http://lisa2.blogsport.de/2008/07/23/no-peace-with-sexism-asism-3/

  35. 35 marish 11. Juni 2009 um 22:16 Uhr

    Und denken Mädels nicht auch öfter insgeheim einfach „Halt die Klappe und Küss mich“??? Vllt möchte eine schlecht gelaunte Dame auch mal „gegen ihren Willen“ verführt werden.
    ach, möchte sie das, ja?

  36. 36 Annie_Slut 13. Juni 2009 um 16:52 Uhr

    @nichtidentisches:
    Bitte nenne mir die Publikation von Butler, am besten mit Angabe der Seitenzahl, in der sie das, was du da ausführst, über die Burka schreibt.

    Allerdings sehe ich schon, auf welche feministischen Debatten du dich beziehen willst, soweit ich das verstehe, willst du auf sowas wie kritischen Okzidentalismus hinaus (dieser Begriff wurde von Gabriele Dietze geprägt. War nicht immer alles Butler).
    Ich habe nicht den Eindruck, dass du dich genügend damit auseinandergesetzt hast, um überhaupt zu verstehen, worum es da eigentlich geht. Es geht jedenfalls absolut gar nicht um eine Bewertung von Schleier und Burka als „gut“. Allerdings auch nicht als „schlecht“. Weil es nämlich gar nicht um Bewertung geht. Es geht um dominante Diskurse über Verschleierung in sog. „westlichen“ Ländern. Es ist etwas anderes, kritisch zu untersuchen, auf welche Art und Weise über etwas gesprochen (geschrieben, bebildert) wird, als eine wertende Meinung über den Gegenstand des Diskurses abzugeben. Einfacher formuliert: Zu sagen: „Ich erkenne in der Art und Weise, wie in Deutschland über Verschleierung bei nicht-weißen muslimischen Menschen geredet wird, rassistische Muster“ ist nicht das gleiche wie: „Zieht alle eine Burka an, das ist ganz toll, da müssen doch alle Frauen drauf abfahren!“
    Des weiteren finde ich es auch legitim, sich damit zu beschäftigen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, Verschleierung zu interpretieren und dass sich auch muslimische Frauen aus unterschiedlichen Gründen ver- oder entschleiern und ihre jeweilige Praxis auf verschiedene Weisen verstehen.
    Es will ja niemand leugnen, dass viele Frauen, die aus einen nahöstlichen muslimischen Land z.B. nach Deutschland kommen, zuerst mal das Kopftuch abnehmen.
    Nun gibt es aber auch Frauen, die aus einem muslimischen Land nach Deutschland kommen und hier als erstes mal ein Kopftuch umbinden. Sich damit zu beschäftigen, warum das auch sorum passiert, ist aus meiner sicht nichts Falsches. (Es zu ignorieren wäre dagegen recht billig).
    Die Feststellung, das nicht alle msulimischen Frauen, die verschleiert sind, es deshalb sind, weil sie dazu gezwungen werden, beinhaltet ja nicht unbedingt eine Wertung, ob Verschleierung jetzt „gut“ oder „schlecht“ sei.
    Ich bin auch in der Lage, es zu registrieren, wenn manche muslimische Frauen sich auf Grundlage einer analytischen Betrachtung von rassistischen und sexistischen Blickregimes zur Verschleierung entschließen. Ich muss dann die Schlüsse, die gezogen werden, dass Verschleierung ein gutes Mittel sei, um dem entgegenzutreten, nicht teilen. Ich komme dadurch nicht selber zu dem Schluss, dass ich mich jetzt auch gerne verschleiern würde, sondern bevorzuge einen anderen Umgang mit sexistischen Blickregimes (über die rassistischen kann ich nicht aus so einer Betroffenheitsperspektive sprechen, deshalb unterlasse ich es, Umgangspraxen von Betroffenen meiner Wertung zu unterziehen). Ich muss auch überhaupt nicht zustimmen. Aber ich muss registrieren, dass nicht alle muslimischen verschleierten Frauen in die stereotype Schublade der unterdrückten, nicht-handlungsmächtigen, sich passiv unterwerfen müssenden Frau passen. Weil sich durchaus auch einige aus eigenständigen intellektuellen Überlegungen heraus verschleiern, ob ich diese nun für mich als nachvollziehbar erachte oder nicht. Es ist billig, einfach so zu tun, als gäb’s das nicht.
    Und das zu registrieren anstatt zu ignorieren heißt absolut nicht, im Gegenzug diejenigen zu ignorieren, die Verschleierung als patriarchalen Scheißdreck interpretieren und daher absolut keinen Bock drauf haben. Es heißt nicht, sich nicht zu solidarisieren mit Kämpfen gegen Verschleierungs-Zwang.
    Ich denke, das Recht von Frauen, selbst zu bestimmen, was sie mit ihrem Kopf machen wollen, ist zu verteidigen. Mit Händen und Füßen.
    Logischerweise muss auch Zwangsheirat bekämpft werden. Saublöd ist es nur, die bürgerliche (hetero) „Liebes“-Ehe als Ideal dagegenzusetzen, auf das hingearbeitet werden soll, und dabei jegliche Kritik an eben diesem Modell völlig zu vergessen.
    Gerade in Deutschland ist konkreter Protest gegen die Scheinheilihkeit des Staates notwendig, der auf der einen Seite Zwangsheirat für verboten erklärt, auf der anderen Seite aber durch die rassistischen Abschiebungsgesetze solche Migrantinnen, die in einer solchen Zwangsehe stecken und nur durch ihr verheiratet sein überhaupt einen Aufetnhalötsstatus in Deutschland haben (gebunden an den Aufenthaltsstatus des Ehemannes), daran hindert, sich aus Zwangsehen zu lösen. Wenn eine Scheidung auf diese Weise praktisch zwangsläufig zur eigenen Abschiebung führt, am besten noch in ein Land, in dem Frauen kein Recht auf Scheidung zugestanden wird und geschiedenen Frauen Gefahr droht, dann ist der deutsche Staat Komplize zur Aufrechterhaltung von Zwangsehen. Denn die Wahl zwischen leben in der Zwangsehe und Abschiebung ist nicht wirklich eine Wahl.
    Übrigens würde ich mich auch jederzeit mit Kämpfen muslimischer Frauen(natürlich auch Migrantinnen in Deutschland) gegen Zwangsheirat, für Zugang zum Arbeitsmarkt und eigenen finanziellen Resourcen, gegen jeden Rassismus, gegen jeden Sexismus, gegen Heterosexismus … unterstützen. Auch dann, wenn der Kampf gegen Verschleierungs-Zwang nicht der Hauptgegenstand der Kämpfe ist. Ich kann z.B. einen Kampf von muslimischen Migrantinnen gegen ihren Ausschluss vom Arbeitsmarkt oder gegen Zwangsheirat unterstützen, auch wenn diese Kopftuch tragen. Auch wenn ich gleichzeitig solidarisch mit Kämpfen gegen Verschleierungs-Zwang bin. Und zwar ganz einfach deshalb, weil ich das nur aus privilegierter weißer deutscher Perspektive tun kann und nicht von einem Betroffenen-Standpunkt aus. Es gibt nämlich kein Recht, von einem privilegierten Standpunkt aus den sozialen Kämpfen anderer Bedingungen aufzuerlegen. Ich kann mich entscheiden, ob ich das, wofür gekämpft wird, für unterstützenswert halte oder nicht, aber ich kann nicht aus einer anderen als einer Betroffenheits-Perspektive bestimmen wollen, wofür und wogegen gekämpft werden darf und muss, was davon am wichtigsten sei, was davon zuerst kommen soll usw.

    Es geht nicht um „scheißegal sein“ in Bezug auf Frauen, die betroffen von einem muslimisch geprägten Patriarchat sind, es geht darum, nicht die Kontrolle zu beanspruchen über Kämpfe, die nicht die eigenen sind.
    Es geht nicht um Ignoranz, sondern um eine Veränderung von einem „Kontrolle und Sprechen über“ zu einem „Solidarität und Sprechen mit“.

  37. 37 kritikER 14. Juni 2009 um 13:09 Uhr

    Annie-Slut:

    deine kritik in allen ehren aber es handelt sich hier im kern doch nur um den vorwurf, dass feministinnen sich nicht den damaligen marburger Verhältnissen anpassen. Das ist die feststellung, dass die sich erdreisten einen männerfreien freiraum zu haben aber keine flugblätter gegen den islam unters volk zu bringen..

  38. 38 lahmacun 14. Juni 2009 um 16:02 Uhr

    Vllt möchte eine schlecht gelaunte Dame auch mal „gegen ihren Willen“ verführt werden.

    eine frau will „gegen ihre willen“ verführt werden? – wie soll das gehen?

  39. 39 lahmacun 14. Juni 2009 um 16:06 Uhr

    was du meinst, ist wohl eher, dass es frauen gibt, die auf mackerige anmachen stehen oder wenn’s gleich zur sache geht. aber dann wollen die das ja. – und nicht, dass gegen ihre willen gehandelt wird.

  40. 40 Klara Z. 14. Juni 2009 um 16:09 Uhr

    @ kritikER

    „…dass feministinnen sich nicht den damaligen marburger Verhältnissen anpassen. Das ist die feststellung, dass die sich erdreisten einen männerfreien freiraum zu haben aber keine flugblätter gegen den islam unters volk zu bringen.. “

    Was sind den Marburger Verhältnisse?
    Und natürlich passen sich Feministinnen einen männlichen hegemonialen Diskurs nicht an. Das ist auch gut so!
    Und wenn du, als „Mann“ Angst hast ein Raum zu betreten, der einen antisexistischen Rahmen hat, sind dies deine Ressentiments…

  41. 41 kritikER 14. Juni 2009 um 16:39 Uhr

    damit meine ich die politischen verhältnisse innerhalb und zwischen der studentischen linken in marburg.
    warum es gut sein sollte, dass sich feministinnen einem diskurs nicht anpassen ist eine inhaltliche frage. wie kommt man denn darauf, dass das per se ‚gut‘ oder ’schlecht‘ ist? auf jeden fall sollte das von meiner warte aus kein vorwurf sein. das ist nur meine sichtweise des ‚nichtidentischen‘ beitrages hier.
    im übrigen: der raum, hat keinen antisexistischen anspruch (das sicherlich auch, aber darum geht es nicht), sondern ist für männer schlicht nicht zugänglich ;) das hat nichts mit meinen ‚ressentiments‘ zu tun. allgemein war auch das nur eine zusammenfassung des beitrags von nichtidentisches.

  42. 42 SWiSH 15. Juni 2009 um 14:24 Uhr

    @Marish & lahmacun: Mal anders ausgedrückt: Wenn ein Kerl bei jedem bisschen fragt „darf ich… ist das okay…und jetzt… immernoch okay? willst du weiter machen“…wäre das ein ziemlich kinderloser Staat.

    eine frau will „gegen ihre willen“ verführt werden? – wie soll das gehen?

    Das ist die Definition von Verführung – jemanden dazu zu bringen etwas zu tun, was er eigentlich nicht tun wollte. Ich meine bei den wenigsten sah das erste mal so aus „hey, willst du Sex?“ „okay“. Das wäre aber eben Sex ohne Verführung. Da frag ich mich wie das gehen soll?! Selbst wenn man davor ihr davor sagt, wie sehr man sie liebt und Komplimente macht hat man sie gegen ihren Willen verführt. Weil vorher wollte sie etwas (nicht) was sie danach „wollte“. Mackerige Anmachen sind ein anderes Instrument, aber auch nix anderes als Verführung (wo mich immer wieder erstaunt, dass es funktioniert). Nur am morgen danach denkt Sie sich dann doch vllt „hätt ich doch besser nicht…*schnief*“. War das dann trotzdem okay, weil sie zuerst „ja“ gesagt hat? Oder ists dann einfach ihre Schuld, hätte sie ja vorher wissen können?!

    Es geht niemals „gleich zur Sache“. Davor kommt meistens immer eine Art Verführung, vor der „Sie“ garantiert noch „Nein“ gesagt hätte. Und ich wette egal wie sehr sich FeministInnen oder wer auch immer sich bemühen, es wird nie ein funktionierendes „Regelwerk“ geben. Nicht nur, dass sich die SexistInnen zunächst überhaupt mal dafür interessieren müssten, auch insich wird es nie konsistent sein.
    Und zum Schluss bleibt nichts anderes übrig, als dem schwächeren Geschlecht (manchmal Frau, manchmal Mann) „beizubringen“ ein klares „Nein“ durchzusetzen.
    Ob die Verführung von ihm jetzt richtig oder falsch war, kann man nur an dem Zeitpunkt messen, ab dem „Sie“ anfängt es zu bereuen. Vllt nach 5 Minuten, 2 Tagen, 1 Woche, 20 Jahren…Da kann man per voting einen Schwellwert festlegen, wenn mans unbedingt braucht.

    Hoffe ihr versteht meine Meinung jetzt etwas besser

    lg SWiSH

  43. 43 kritikER 15. Juni 2009 um 14:34 Uhr

    gehst du jetzt davon aus, dass frauen an und für sich nie ‚wollen‘. sex als immer ‚gegen deren willen‘ mithilfe von ‚verführung‘ seitens des mannes durchgesetzt werden muss?

  44. 44 thoughtsunderconstruction 26. Oktober 2010 um 21:13 Uhr

    Ich kann und möchte den Text so wie er ist unterschreiben.
    Als Überlebende bin ich in mancherlei Hinsicht gehandicapt und Dinge wie „Nein sagen“ muss ich im Moment mühsam erlernen. Und ich kenne viele Andere denen es genauso geht. Es ist also Teil des ganz normalen Wahnsinns nicht vorraussetzen zu können dass ohne Nachfragen Grenzen gesetzt werden wo Grenzen sind.
    Daher halte ich einen positiven Sexualitätsbegriff welcher einschließt dass Zustimmung eingeholt werden muss bevor etwas geschieht für ausgesprochen sinnvoll. Und das darf auch gern vorm ersten Kuss geschehen. Ich fände es total romantisch wenn vorm ersten Kuss nachgefragt würde – denn dann würde ich meine Angst vor eventuellen Grenzverletzungen schneller ablegen und mich einlassen können.
    Man kann ja nach dem ersten Kuss irgendwann mal festlegen wann (verbale oder nonverbale) Kommunikation wichtig ist oder nicht.

  45. 45 Stephanie 29. Oktober 2010 um 20:25 Uhr

    @ thoughtsunderconstruction

    Danke für Deinen Kommentar, den ich wiederum gerne unterschreiben möchte:-)

    Ich finde es unheimlich erotisch, über Sexualität mit meinen Partner_innen zu kommunizieren, zu fragen, ob die Person etwas gerade auch schön fände, zu sagen, was ich gerade schön finde, ein enthuasiastisches „Ja!“ zu hören und zu sagen, und (teilweise noch erotischer) von meine_r_m Partner_in ein „Nein“ als Antwort zu bekommen oder zu antworten! Teilweise ist ein „Nein“ tatsächlich noch schöner für mich, weil es wunderbar ist, mit Menschen Sexualität zu haben, die für sich selbst einstehen bzw. meine Gefühle respektieren – ein nein bedeutet für mich, dass jemand wirklich mit seinen_ihren Gefühlen in Kontakt ist.

  46. 46 Jochen 01. Februar 2013 um 11:37 Uhr

    Erstmal: Versuche gerade alles was es zu dem Thema gibt aufzusaugen. Bin ein sehr einfühlsamer Mensch, aber manche Dinge sind instinktiv schwierig. Finde den Artikel dennoch hilfreich.

    @Christin
    Warum „No Comment“? Ich hätte da einen:
    Das sind doch total nett gemeinte tipps zum besseren(!) umgang mit partnerin. Mich regen allgemein Lebenstipps und Küchenpsycologie in Zeitschriften auf. Aber dieses Beispiel gibt es doch gerade (massenweise unreflektiert) genau umgedreht in Frauenmagazinen. Das ist doch kein Problem oder unfair?

  47. 47 Jochen 01. Februar 2013 um 11:54 Uhr

    Ich bitte ausserdem die 4jährige Verspätung zu entschuldigen. Damals war ich noch schlauer.

  1. 1 Das Zustimmungskonzept « mädchenblog Pingback am 03. Februar 2009 um 3:58 Uhr
  2. 2 „Lass uns nicht von Sex reden …“ ? | _jung _grün _stachelig Pingback am 23. Juni 2011 um 17:04 Uhr

Antwort hinterlassen

:) :( :d :"> :(( \:d/ :x 8-| /:) :o :-? :-" :-w ;) [-( :)>- more »

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− drei = fünf