Neue Männer braucht das Land

Das hat Ina Deter schon in den Achtzigern gefordert – und? Wo bleiben sie? Viel hat sich nicht getan. Dabei wäre es dringend nötig.
Bei den Frauen hat sich allerdings einiges geändert: das Rollenbild wandelt sich langsam, aber stetig. Vieles, was unseren Müttern in unserem Alter noch utopisch vorkam, ist für uns heute Normalität. Die Mädels verdienen zwar immer noch weniger und orientieren sich noch an typischen „Frauenberufen“, aber immerhin ist es zumindest theoretisch durchaus vorstellbar, einen „männlichen“ Beruf zu ergreifen und viele machen das auch schon. Es gibt Rollenvorbilder, die einem Mut machen. Die nicht in das Weiblichkeitsklischee fallen, sei es Angie Merkel oder Nina Öger. Wenn einem als Frau auch immer noch Barrieren im Weg stehen – immer mehr reißen sie nieder, Stück für Stück. Die Mädels von heute sehen ihre Zukunft nicht mehr als Vollzeitmama, Köchin und Putze in einem. Sie wollen Pilotin werden oder Lebensmittelchemikerin. Ob sie das auch verwirklichen, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber die Vorstellung, daß ihnen das im Zweifelsfall möglich wäre, ist enorm viel. Mit dem Glauben an sich selbst fängt alles an. Und nach und nach trauen sich einzelne auch, die Sache durchzuziehen. Und womöglich kinderlos zu bleiben. Oder gar Single.

Und obwohl es immer noch nicht einfach ist für Mädchen, den Mund aufzumachen und ihr eigenes Ding durchzuziehen: immerhin existiert in den Köpfen ein weitaus offeneres Angebot an Lebensentwürfen als noch vor 30 Jahren.
Und die Herren der Schöpfung? Bleiben auf der Strecke. Ganz klar.
Das patriarchale System bröckelt. Weil die Frauen nicht mehr so ganz mitmachen. Aber um patriarchale Normen, Ideale und Lebensentwürfe aufrechtzuerhalten, ist es notwendig, daß sowohl Männlein als auch Weiblein mitziehen. Sobald einer ausschert funktioniert das Ganze irgendwie nicht mehr so.

Und jetzt? Mädels können in Hosen rumlaufen, mit Bagger und Nintendo spielen und auf Bäume klettern. Und jeder findet das okay. Juhu!
Die Jungs? Mit Barbies spielen und gar Röcke oder Kleider anziehen? Womöglich noch in rosa??? Schock!
Frauen werden Architektinnen, Bademeisterinnen und Bundeskanzler. Aber Männer? Können die Kindergärtner, Arzthelfer oder Geburtshelfer werden? „Dürfen“ die das überhaupt??? Fazit: Männer dürfen dies und das, Frauen dürfen alles. (Naja, zumindest theoretisch – daß nicht alles Friede Freude Eierkuchen ist muß man mir nicht sagen!)

Das Problem ist: Frauen bauen ihre Rollenzuweiseungen immer mehr aus oder ab, die Männer stecken in ihren Klischees fest. Während Mama und Papa der kleinen Susi sagen, daß sie alles werden kann, auch Astronautin, wird dem kleinen Mäxchen immer noch eingetrichtert, daß Jungs nicht weinen, kochenlernen nicht notwendig und Puppen nur für Mädchen sind.
Ja, um Gottes Willen, wie sollen die sich denn dann noch zurechtfinden in einer Welt, in der die Hälfte der Bevölkerung irgendwann das Spiel nicht mehr mitspielt, von dem man ihnen beigebracht hat, daß es das Spiel des Lebens ist, so, wie alles funktioniert, die „Ordnung“ eben?
Daß die so erzogenen Jungs im Bildungsbereich prozentual gesehen den Kürzeren ziehen, ist dann nicht verwunderlich:

Hinzu kommt, dass just das Rekurrieren auf angestammte männliche Vorrechte, das ein Teil der Jungen – nämlich der abgehängte – betreibt, ihnen das Genick bricht. Während die Mädchen in so genannten bildungsfernen Schichten mit Anstrengung auf ihre schlechten Berufsaussichten reagieren, halten die Jungs das Recht auf einen Job für ein Herrenrecht.

Wundert einen das noch?
Wir brauchen also auch eine Männeremanzipation. Denn die Frauen werden bestimmt nicht mehr zurück in das einengende altgediente weibliche Rollenbild, schön blöd wären sie. Also müssen die Männer endlich ran und sich von ihren (Achtung, Dramatik!) Ketten der Geschlechterrollenklischees befreien! Hey, man kann dabei nur gewinnen!
In Baden-Württemberg wird schon mal damit angefangen, wie die Mädchenmannschaft berichtet:

Im Spiegel dieser Woche (leider nur print) ist ein Bericht darüber, dass es in Baden-Württemberg in Zukunft, wie in anderen Bundesländern schon üblich, nicht mehr nur den “Girls Day” geben soll, an dem Mädchen in “typische” Männerberufe reinschnuppern sollen, sondern auch ein Äquivalent für die Jungs, nämlich einen Tag, an dem sie Berufe ausprobieren, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden (…)

Yay! Prima Sache, bin ich voll dafür!
Also: Männergruppen müssen her. Wieso auch nicht? Super Sache.
Allerdings kann ich nix mit Männerrechtsgruppen anfangen, die sich die dunkelsten Zeiten des Patriarchats zurückwünschen und den Feministen so ziemlich an allem die Schuld geben, was ihnen gerade in ihrem Leben nicht in den Kram passt. Das ist Feminismuskritik für Arme, aber bringt das die Männer irgendwie weiter? Gut, sie können vielleicht ne Menge Frust abladen. Dafür braucht es aber keine Männerbewegung, sondern lediglich nen guten Kumpel, 3-4 Bier und ne Schachtel Kippen.
Warum setzen sie sich nicht zusammen und machen was konstruktives? Da gibt es soooo viele Möglichkeiten! Angefangen bei Problembereichen, die als spezifisch „männlich“ gelten; von Antiaggressionstraining bis hin zu medizinischen Dingen. Gerade in letzterem Bereich könnte sich was tun: anscheinend sind ja gerade Männer besonders „arztscheu“: da könnte eine Männergruppe aufklären, Infoveranstaltungen abhalten und zur Vorsorge raten, beispielsweise bei Hodenkrebs. UND sie könnten dann eine Frauengruppe, die sich im Bereich Brustkrebs engagiert um Rat fragen, um Unterstützung bitten, von ihrer Erfahrung profitieren, zusammenarbeiten.

Und Zusammenarbeit ist der Knackpunkt. Wenn die Männer es mit ihrer Emanzipation wirklich ernstmeinen, müssen sie zwar selber ran. Ihre neuen, offeneren Rollenbilder können nich von anderen für sie kreiert werden. Das kann man ihnen nicht abnehmen.
Aber Zusammenarbeit mit den FeministInnen steht dabei prinzipiell nichts im Wege (um’s wieder mit Ina Deter zu sagen: die Emanzen kommen schon nicht mit der Schere ;) ), die sind schließlich schon erfahren im Kampf gegen einengende Rollenmuster. Man kann eine bessere Gesellschaft nur zusammen aufbauen, wenn sie halten soll. Voneinander lernen und profitieren.
Zusammen und nicht gegeneinander. Die Frauenbewegung hatte schließlich auch Unterstützung von Menschen, die sich nicht als weiblich definieren. Andersrum kann das doch auch funktionieren – wenn man sich einander respektvoll begegnet.


63 Antworten auf “Neue Männer braucht das Land”


  1. 1 Arne S. 07. Februar 2008 um 21:39 Uhr

    Neue Männer braucht das Land? Warum sollen sich immer einseitig die Männer verändern, um den vielfältigen – und im übrigen gar nicht zu erfüllenden – „Wünschen“ der Frauen gerecht zu werden? Die Frau als „das Maß aller Dinge“? Diese alte Leier ist eine Sackgasse, denn sie führt zu einseitiger Anklägerei, das müßte selöbst die letzte Hinterbänklerin begriffen haben, die als Selbstdenkerin keine Niete ist und nicht mehr auf sich und ihre verbissene „Ideologie“ hereinfällt. Wie wäre es mal mit „Neue Frauen braucht das Land!“ Reife Frauen, die sich mit dem anderen Geschlecht ausgesöhnt haben und es in seiner Andersartigkeit belassen können, weil sie sich selbst akzeptiren? Frauen fernab jeder Eitelkeit und jedes Narzißmus, die begreifen, daß die Zukunftsaufgaben der Welt (Umweltkatastrophen, Hunger und Kriege, Überbevölkerungusw.) nur gemeinsam zu lösen sind und nicht in provozierender Selbstzerfleischung als „Hobby gegen die allgeimeine Sinnentleerung“ liegen?

  2. 2 schokolade 07. Februar 2008 um 23:27 Uhr

    hast du den text überhaupt weiter als bis zur überschrift gelesen?

  3. 3 bigmouth 07. Februar 2008 um 23:42 Uhr

    scheiße, dodo, dir macht angela merkel mut?

  4. 4 pascal 07. Februar 2008 um 23:47 Uhr

    absolut dagegen. es wäre besser die chance auszunutzen und statt den männern (gegen deren widerstand!) zu „helfen“ sie einfach zu unterjochen. biologische erklärung inkl.: bitte, die viecher haben nichtmal einen diploiden erbsatz! sind eigentlich nur mutanten, mit ihrem über die jahrtausende degenerierten X-chromosom, das irgendwann zum Y wurde, womit das unheil begann…

    leicht überspitzt etc, aber was ich damit ausdrücken möchte ist: es gibt auf weiblicher seite wirklich noch genug zu tun, z.b. all die anerzogenen verhaltensweisen, da müssen ja ersteinmal ein paar generationen ins land gehen bis die vergessen wurden… jetzt energie auf die anderen zu verschwenden ist, naja, verschwendung. denn wie sich schon des öfteren gezeigt hat kann man ihnen gewisse grundprobleme einfach nicht austreiben… und bis die biochemie so weit ist…

  5. 5 leser 08. Februar 2008 um 0:32 Uhr

    hätte echt nicht vermutet hier auf dem mädchenblog einen beitrag vorzufinden, der dermaßen ohne fakten und dafür mit ner ganzen menge vorurteile auskommt. sorry, aber der ist einfach schlecht

  6. 6 dodo 08. Februar 2008 um 1:05 Uhr

    @bigmouth: das ist nicht auf mich persönlich bezogen. aber ich kann mir durchaus vorstellen, daß viele mädels die tatsache, daß eine frau auch bundeskanzlerin werden kann, ermutigend finden.

  7. 7 bigmouth 08. Februar 2008 um 2:30 Uhr

    wäre hitler eine frau gewesen, wäre das bestimmt auch sehr ermutigend gewesen…

    ich finde so was kacke, völlig von inhalten zu abstrahieren in einem lob über erfolg v leuten mit xx-chromosomen. irgendwann kommt man dann wie alice schwarzer beim lob von leni riefenstahl an

  8. 8 dodo 08. Februar 2008 um 3:29 Uhr

    ey jetzt aber mal langsam hier; die frau merkel ist zwar auch nicht gerade auf meiner top ten liste der sympathischsten personen, aber hitler ist nochmal was anderes – deswegen finde ich den vergleich schwachsinnig und unnötig.

    und ich lobe nicht explizit die tatsache, daß frau merkel bundeskanzlerin ist, SONDERN die schlichte tatsache, daß es offensichtlich auch für frauen möglich ist, politisch nicht immer nur in der zweiten reihe zu stehen.

  9. 9 schokolade 08. Februar 2008 um 10:55 Uhr

    es ist doch einfach mal eine tatsache, dass es wesentlich mehr männer in höheren wirtschaftlichen und politischen positionen gibt, das könnt auch ihr nicht abstreiten. und sich darüber zu freue, dass sie das grade langsam, sehr langsam ändert hat NICHTS damit zu tun, die politik der jeweiligen person gut oder schlecht zu finden. es geht eben NICHT darum zu behaupten, frauen würden alles beser machen/können/wären die bessere menschen, es geht nur darum, einen forstschritt in richtung vollkommene gleichberechtigung zu begrüßen.

  10. 10 chica 08. Februar 2008 um 13:02 Uhr

    Hm, das ist schon etwas unglücklich formuliert und ich hoffe nicht, dass Merker oder Öger zu den Vorbildern der MädchenblogleserInnen avancieren.
    Und in der Debatte um Bildungsnachteile von Jungen finde ich es wichtig den Klassenaspekt zu erwähnen. Schließlich richtet sich der Diskurs vornehmlich gegen die Arbeiter- und Unterschicht, die samt ihrer Männlichkeitsbilder aufgrund ökonomischer Veränderungen obsolet geworden ist. Es geht also nicht prinzipiell um ein emanzipatorisches Bestreben sondern auch darum eine hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Unterschicht-Männern zu vermeiden, des sozialen Friedens wegen.
    Auch die Popularität von krassen Männlichkeitsbildern wie sie Aggro-Berlin und andere vermitteln ist in diesem sozialen Kontext zu sehen. Wenn ich halt sosnt nichts bin/habe stell ich halt meine Männlichkeit/Ehre/Stolz in den Vordergrund.
    Ich denke Emanzipation setzt auch gewisse Ressourcen voraus, auch bei den Frauen sind es ja tendenziell die mit einer hohen Bildung, die sich von traditionellen Bildern lösen und die Frauenbewegung kam auch nicht aus der Unterschicht.

  11. 11 bigmouth 08. Februar 2008 um 13:28 Uhr

    ich finde, das nähert sich erschreckend mpunkts karikatur von feminismus an: hauptsache, frau erfolgreich, scheißegal worin

  12. 12 Teilnehmer 08. Februar 2008 um 14:57 Uhr

    Hallo Dodo,

    ich könnte nicht zuer stimmen! Trotz der in zwei der denkbaren Richtungen verzerrten Kommentare, mindert das nicht meine Freude darüber, dass du (als weibliche Antisexistin) eine Entwicklung von einer gemeinsamen „Bewegung“, sozusagen, für wichtig hältst – seh ich auch so! Ich schreib da demnächst was zu, du bekommst dann ein Pingback. :)

  13. 13 Lukas 08. Februar 2008 um 16:56 Uhr

    Ist nicht eigentlich die Abneigung weiblich gelabelter Berufe/Kleidung/Charaktereigenschaften von Seiten der Männer der größte Beweis dafür, dass es mit der Emanzipation/Gleichberechtigung doch leider noch nicht soweit vorangegangen ist wie man annehmen könnte ?

    Schließlich werden diese Dinge von Männern oder an Männern doch wohl hauptsächlich deswegen abgelehnt, weil sie im Allgemeinen nicht nur für weiblich sondern in dem Zusammenhang auch für unzulänglich und passiv gehalten werden.

    (Ist ein Gedanke der mir nach demArtikel hier gerade durch den Kopf ging. keine Ahnung ob da was dran ist)

    Ich würde es ja sehr begrüßen, wenn Männer ein bißchen variantenreicher werden würden. Meine aber das gerade eher eine gegenteilige Entwicklung zu beobachten ist.

  14. 14 Nick 08. Februar 2008 um 17:59 Uhr

    Schließlich richtet sich der Diskurs vornehmlich gegen die Arbeiter- und Unterschicht, die samt ihrer Männlichkeitsbilder aufgrund ökonomischer Veränderungen obsolet geworden ist.

    Autsch. Sozialdarwinismus pur. Männlichkeitsbilder als Fitnessfaktor.

    die Frauenbewegung kam auch nicht aus der Unterschicht

    Unverkennbar. Die Spaltung der Frauenbewegung (aufgrund der Dienstbotenfrage) vergessen wir mal ebenso, wie die Geschichte des Art. 3 GG. Alice Schwarzer ist viel wichtiger.

    Wenn Menschen „obsolet“ werden, dann neigen sie zu Agressionen. So behandelt man Menschen nunmal nicht.

    Hier findet man Urgroßmutters Gender-Performance bei den Mädchen auf einmal positiv. Brav sitzen sie in der Hauptschule, damit sie bis zum Lebensende als Bäckereifachverkäuferinnen den „fitteren“ Bescheidwisserinnen die Brötchen andienen.

    Ich sehe nicht – mal abgesehen von Äußerlichkeiten wie Hosen tragen – wo sich die Bürgersdamen groß verändert haben sollen.

  15. 15 Nick 08. Februar 2008 um 18:26 Uhr

    P.S.: Entschuldigung, ich vergaß: Ökonomie unterliegt ja Naturgesetzen.

  16. 16 chica 08. Februar 2008 um 21:10 Uhr

    @ Nick: Das war eine Kritik an diesem Diskurs!!!Wenn Du nur pöbeln willst, geh woanders hin!

  17. 17 Nick 09. Februar 2008 um 5:45 Uhr

    @chica:

    Entschuldige, die Verärgerung, die mir beim lesen des EMMA-Artikels hochkam, hat mich davon abgehalten, Deinen Kommentar differenziert zu lesen. Dass ich ausgerechnet Deinen Kommentar verrissen habe, war natürlich falsch.

    Zum Emma-Artikel: Kinder für ihr Versagen selbst verantwortlich zu machen finde ich ziemlich daneben und arm. Alle internationalen Studien weisen unserem Bildungssystem eklatante Mängel in der Chancengleichheit für Kinder aus „bildungsfernen Schichten“ nach. Weil Mädchen dabei etwas besser abschneiden, wird eifrig gejubelt – Und schon ist das Thema auf der Gender-Agenda, und damit vom Tisch: Wir brauchen kein besseres Schulsystem, wir brauchen bessere (Unterschicht-) Männer.

    Du kritisierst, dass der Klassenaspekt ausgeblendet wird. Was mir aber nicht ganz klar ist: Warum machst auch Du dann „krasse Männlichkeitsbilder“ besonders in der „Unterschicht“ aus? Historisch kommen doch die vorherrschenden Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder gerade aus der bürgerlichen Mittelschicht, oder liege ich da völlig daneben?

    Das lower-class-male-bashing in der „Frauenfrage“ hat imho in der bürgerlichen Mittelschicht eine lange Tradition. Da wird das Bild vom machohaften, kulturlosen, rohen und animalischen Zeitgenossen gepflegt. In unteren Schichten waren Männer und Frauen aber immer eher auf Augenhöhe. Es gibt viele sehr selbstbewußte und willensstarke Frauen aus „bildungsfernen Schichten“, ein „Heimchen am Herd“ konnte sich traditionell schlichtweg niemand leisten. Häusliche Gewalt ist ebenfalls kein Unterschichtphänomen. (Es waren übrigens die Arbeiter- und Soldatenräte, die 1918 das Frauenwahlrecht maßgeblich durchgesetzt haben)

    Ist die Aggression, die teilweise zum Ausdruck kommt, wirklich eine Frage von Männlichkeitsbildern und von Minderwertigkeitskomplexen, oder ist sie nicht eher der Perspektivlosigkeit geschuldet? Wie soll ein Mensch reagieren, wenn überall von „Chancengleichheit“ die Rede ist, ihm selbst aber keine reelle Chance eingeräumt wird?
    Da fehlt leider die soziale Bewegung, in der das Anliegen politisch zum Tragen kommen könnte.

    Die rechten Rattenfänger werden sie irgendwann alle einsammeln. Die Tendenz ist auch bei Frauen steigend.

    (Wobei: Die Nazis haben sich damals eher aus der Mittelschicht rekrutiert)

    Du hast schon recht, wenn Du fehlende Ressourcen ausmachst. Die Gesellschaft müsste viel mehr investieren, um „Bildungsferne“ abzubauen.

  18. 18 max 09. Februar 2008 um 16:20 Uhr

    Ich werfe dir jetzt mal schlechte Männer-Kenntnis vor, oder der Mangel an Kontakt zu Männern, die kein Problem damit haben über sich selbst und ihre Position gegenüber anderen Menschen zu reflektieren.

    Sicher kann man versuchen in Aggro-Berlin Kulturkreisen die Aggressionen abzubauen, aber wird das helfen „sie“ zu selbst denkenden und selbst reflektierenden Menschen zu machen? Immortal Technique sollte in deren kreisen eine deutlich bessere Wirkung haben, auch wenn es nicht umbedingt die Aggressionen abbaute. Da helfen dann vielleicht Moped, Benzin und Feuerzeug – siehe Frankreich.

    Kurz: Lösungen für ein Problem eines bestimmten Kulturkreises müssen immer aus diesem kommen. Das gilt für den Hop Hop Kulturkreis und deren Sexismus, als auch für die restlichen ziellos herumlaufenden Kids.

    Ansätze für „neue Männer“ gibt es genug, nur stehen die nicht als Symbol da, als personifiziertes neues Männer Model. Wer möchte das schon. Sie sind da, integriert in eine fortschrittliche Denkweise, als Teil des Puzzels das man Vielfallt nennen kann. Ich hoffe dir sind auf dem 24C3 einige davon aufgefallen. Und wenn du weiter über deinen Horizont blickst, wirst du mehr und mehr finden.

    Es ist nun mal so das es in allen Kulturkreisen fitte Leute gibt, Transgenders wie Frauen wie Männer. Augen offen halten.

    Schmeiss deine Klischees und Labels und Schubladen weg, das wird dir hier zurecht vorgeworfen.

    Und beim selber reflektieren nicht das über-sich-selber-lachen vergessen. :-)

    with all my respect
    max

  19. 19 Nick 09. Februar 2008 um 18:28 Uhr

    Uups..

    Ich bin weiß Gott kein Anhänger Thea Dorns, aber da wo sie recht hat hat sie recht ;)

  20. 20 Petra 09. Februar 2008 um 22:44 Uhr

    100% Zustimmung @ Arne S.

    Es wird mehr als deutlich, dass die Autorin dieses Textes einiges nicht verarbeitet hat und scheinbar hinterm Mond lebt. Naja, das sind die typischen Züge jeder Kampf-Emanze.
    Und das schlimmste ist: sie würden am liebsten per Gesetz allen Frauen vorschreiben in Kartoffelsäcken herumzulaufen. Nicht mit mir – ich trage gerne weibliche und körperbetonte Kleidung, weil ich eine Frau bin und das auch bleiben möchte!
    Also Jungs….lasst euch bloß von denen nicht provozieren und gebt ihnen ein paar Jahre – sie werden noch Erwachsen ;)

  21. 21 dodo 10. Februar 2008 um 2:31 Uhr

    lollll

  22. 22 Nick 10. Februar 2008 um 4:11 Uhr

    Lustig: Ohne Angriffe auf die psychische Integrität der jeweils Anderen („nicht verarbeitend“ „nicht reflektierend“ „sich selbst nicht akzeptierend“ „in Klischees feststeckend“ „frustiert“ „anderen die Schuld gebend“ etc) scheint keine Genderdebatte auszukommen.

  23. 23 Lukas 10. Februar 2008 um 13:34 Uhr

    Ich verstehe die Aufregung ehrlich gesagt nicht.
    In diesem Artikel wird, meiner Meinung nach, doch eben nicht gegen eine „Männerbewegung“ geschrieben sondern genau dafür.

    Aber man ließt vermutlich immer das was man lesen will.

  24. 24 Nick 10. Februar 2008 um 18:59 Uhr

    @Lukas:

    Chantal Louis, im obengenannten EMMA Artikel:

    Wieder mal verantwortlich für die männliche Bildungsmisere sind mitnichten die Jungen selbst, sondern „die Schulen“

    Wenn kritiklos auf einen Artikel Bezug genommen wird, in dem männliche Kinder (sic!) für gesellschaftliche Zustände verantwortlich gemacht werden, dann fällt es mir schwer, das Angebot für ein Miteinander ernst zu nehmen.

    Ich kann in dem Artikel nur eine Geisteshaltung erkennen, die schon Kinder zu Feinden macht, und die damit nur Vordergründig nicht auf eine üble Art biologistisch ist.

    Weiterhin wird sich damit auf ein klassisches Geschlechterstereotyp berufen: Ein Mann (ein Junge) ist, was er macht. Mann hat Verantwortung, Frau hat Gefühle.

    Es fehlt in der Geschlechterdebatte leider die männliche Sicht auf die Geschlechterverhältnisse (jenseits von „das war schon immer so“) und der Feminismus kann diese Sicht naturgemäß auch nicht liefern. Eine Männerbewegung, die die feministische Perspektive kritiklos übernimmt, bringt die Sache in meinen Augen nicht weiter. (Es ist in meinen Augen nicht so, dass nur Männer die Geschlechterverhältnisse aufrecht erhalten)

    Ich werfe nicht alle Feministinnen in einen Topf, der Artikel wird ja hier im Blog nicht kritiklos hingenommen :)

  25. 25 Kommie 10. Februar 2008 um 22:31 Uhr

    Dass es an der EMMA mehr auszusetzen gibt als ihre Vorreiterrolle in Sachen Rassismus, kann man an dem verlinkten Artikel tatsächlich gut sehen.

  26. 26 asxdef 11. Februar 2008 um 1:24 Uhr

    Zitat von Arne S., 07. Februar 2008 um 21:39 Uhr

    Neue Männer braucht das Land? Warum sollen sich immer einseitig die Männer verändern, um den vielfältigen – und im übrigen gar nicht zu erfüllenden – “Wünschen” der Frauen gerecht zu werden?

    Hm, wenn Männer, als Beispiel, durch im Durchschnitt weit schlechtere Schulnoten auffallen, warum sollten sich dann Frauen ändern? Was hat dein Beitrag überhaupt mit dem Thema zu tun?

    Zitat von Nick, 10. Februar 2008 um 18:59 Uhr

    Es fehlt in der Geschlechterdebatte leider die männliche Sicht auf die Geschlechterverhältnisse (jenseits von “das war schon immer so”)

    Dann fang doch mal an, diese zu erläutern.

    Zitat von Nick, 10. Februar 2008 um 18:59 Uhr

    Es ist in meinen Augen nicht so, dass nur Männer die Geschlechterverhältnisse aufrecht erhalten

    Aber schon im überwiegenden Maße allein aus dem Grund, dass ein Mensch für sein Verhalten erstmal selbst verantwortlich ist.

  27. 27 Nick 11. Februar 2008 um 3:47 Uhr

    Dann fang doch mal an, diese zu erläutern.

    Der (2nd wave-) Feminismus hat 40 Jahre gebraucht, um seine Sicht zu entwickeln und zu erläutern. Da werde ich die „männliche Sicht“ (Die es natürlich allgemeingültig nicht geben kann) nicht in einem Blogkommentar erledigen können. Rhetorik?

    Meinst Du, es gäbe gar keine? Oder es könne keine geben, weil die Geschlechterverhältnisse ja von „den Männern“ gemacht seien, also ihrer Sicht, wie sie sein sollen, entsprächen? Warum haben dann so viele Männer den Feminismus bisher unterstützt?

    Aber schon im überwiegenden Maße allein aus dem Grund, dass ein Mensch für sein Verhalten erstmal selbst verantwortlich ist.

    Das musst Du mir nun erläutern: Die Tatsache, dass jemand für sein Verhalten selbst verantwortlich ist, soll ein Grund dafür sein, Geschlechterverhältnisse aufrecht zu erhalten? Ehrlich, mir ist nicht klar, was Du meinst.

  28. 28 Frag 11. Februar 2008 um 10:58 Uhr

    „Hm, wenn Männer, als Beispiel, durch im Durchschnitt weit schlechtere Schulnoten auffallen, warum sollten sich dann Frauen ändern? Was hat dein Beitrag überhaupt mit dem Thema zu tun?“

    Wenn Afroamerikaner in den USA durch ihre Überrepresentation in Knästen und Slums, und durch ihre Unterrepresentation auf Colleges und in Führungspositionen auffallen, warum sollten sich dann die Weissen ändern?

    Wenn Frauen in Deutschland schlechtere Jobs machen und weniger verdienen, warum sollten sich dann die Männer ändern?

  29. 29 chica 11. Februar 2008 um 11:56 Uhr

    Feministische Gesellschaftskritik zielt m. E. nicht auf Schuldzuweisungen, auch nicht als „die Männer sind schuld“, das wäre dann eher das Pendant zu der Argumentation von Arne und seinen Kumpels/innen, sondern darauf Unterschiede bzgl. „gender“ aufzuzeigen und deren Ursachen zu analysieren. Natürlich spielt das individuelle Verhalten eine Rolle und eine antisexistische Alltagspraxis ist ein guter Anfang, doch genauso wichtig ist es die gesellschaftlichen Strukturen zu berücksichtigen, innerhalb derer die Individuen agieren.

  30. 30 Lukas 11. Februar 2008 um 11:59 Uhr

    Männer sollten sich doch vieleicht unter anderem auch deshalb ändern wollen, weil Stillstand ein bißchen langweilig und eng ist.
    Mir jedenfalls reicht das was mir als männliches Rollenbild angeboten wird nicht im geringsten.

  31. 31 Frag 11. Februar 2008 um 13:59 Uhr

    Das ging gegen den Stuss von „asxdef“. Schuldzuweisungen sind Blech, die gibts einerseits, weil von struktureller Diskriminierung Betroffene dann einen greifbaren (meist wehrlosen) Feind haben, auf den sie einschlagen können. Anderseits hat die neoliberale Ideologie mit ihrem verantwortlich Machen des Individuums für die eigene marginalisierte und unterdrückte Position in der Gesellschaft halt eine hegemoniale Stellung in Deutschland – da stehen auch manche selbsternannte Feministinnen drauf.

  32. 32 asxdef 11. Februar 2008 um 15:53 Uhr

    Nick 11. Februar 2008 um 3:47 Uhr:

    Der (2nd wave-) Feminismus hat 40 Jahre gebraucht, um seine Sicht zu entwickeln und zu erläutern. Da werde ich die “männliche Sicht” (Die es natürlich allgemeingültig nicht geben kann) nicht in einem Blogkommentar erledigen können. Rhetorik?

    Die Autorin „dodo“ hat es in ihrem Blog-Beitrag geschafft, Dinge zu benennen, die aus ihrer Sicht konkrete Probleme darstellen. Warum brauchst du 40 Jahre, um darauf adäquat zu antworten?

    Nick 11. Februar 2008 um 3:47 Uhr:

    Das musst Du mir nun erläutern: Die Tatsache, dass jemand für sein Verhalten selbst verantwortlich ist, soll ein Grund dafür sein, Geschlechterverhältnisse aufrecht zu erhalten? Ehrlich, mir ist nicht klar, was Du meinst.

    Ok, das war unvollständig. Es ging dabei konkret um die Geschlechterverhältnisse, die schlechtere Schulleistung von Männern bedingen (und sonstige Probleme, die die von dir erwähnte Männerbewegung thematisieren würde). Ich denke schon, dass Männer hierbei den überwiegende Anteil an der Aufrechterhaltung dieser Problematik haben. Und ich habe nicht geschrieben, dass die Geschlechterverhältnisse aufrechterhalten werden sollen.

    Frag 11. Februar 2008 um 10:58 Uhr

    Wenn Frauen in Deutschland schlechtere Jobs machen und weniger verdienen, warum sollten sich dann die Männer ändern?

    Berechtige Frage, ist aber hier nicht das Thema.

  33. 33 Nick 12. Februar 2008 um 4:37 Uhr

    Die Autorin “dodo” hat es in ihrem Blog-Beitrag geschafft, Dinge zu benennen, die aus ihrer Sicht konkrete Probleme darstellen. Warum brauchst du 40 Jahre, um darauf adäquat zu antworten?

    Deine Aufforderung habe ich adäquat beantwortet.

    Wieviele Beiträge brauchst Du, um Dein Anliegen so zu Formulieren, dass es verstanden werden kann, ohne die Welt mit Deinen Augen zu betrachten?

    Ich Verstehe dodos Beitrag so, dass sie (grundsätzlich) das Problem einer fehlenden Männerbewegung sieht, und Vorschläge macht, wie eine Männerbewegung agieren könnte. Obgleich der Beitrag in meinen Ohren recht paternalistisch klingt, würde ich ihr die Anmaßung erstmal nicht unterstellen, benennen zu wollen welche konkreten Probleme Männer aus ihrer (dodos) Sicht abzuarbeiten hätten. Ich habe wiederum nicht den Eindruck, dass sie sich als Zentrum des Universums begreift.

    Um kurz auf eines der Beiden (*) mutmaßlich von Dir gemeinten Problemfelder einzugehen, „Gesundheit“. Mal aus einer für Männer negativen Perspektive:

    Viele Männer meinen, sie hätten keinen Anspruch auf die Empathie und auf die Solidarität ihrer Mitmenschen. Sie halten sich für Wertlos, wenn sie auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

    Viele (nicht nur ein Teil der FeministInnen) stoßen in dieses Horn, indem sie männlichen Kindern das Recht auf unser Aller Solidarität und Fürsorge absprechen. Indem sie Männer zu emotionalen Krüppeln und zu potentiellen Vergewaltigern stigmatisieren. Indem sie Männer nur als Funktion, und nicht als Menschen wahrnehmen.

    Solche Tendenzen gilt es zu bekämpfen, sie sind nichts anderes als Urgroßmutters bürgerlicher Weiblichkeitskitsch: Mann hat sich vor der Reinheit des weiblichen Herzens zu verbeugen. Mann hat die holde Weiblichkeit selbstlos zu hegen und zu beschützen, sich für ihren trashigen Tussiekram kaputtzuackern, und gegebenenfalls unter Einsatz des eigenen Lebens ihre Ehre zu verteidigen. Das alles gegebenenfalls als Staatsbürger, Frau muss das ja gar nicht unbedingt Zuhause haben. Satt und sicher sitzt sie in der Festung Europa (Und zählt sich womöglich noch zu den Opfern auf der Welt) Natürlich profitieren davon auch manche Männer.

    Dass viele Männer Feminismus unterstützen, hat durchaus seinen Grund. Leider mussten viele feststellen, dass zwar gerne über Männlichkeit geschimpft wird, Männlichkeit aber nach wie vor ganz subtil und überall verlangt wird. Der exklusive Platz am warmen Ofen des Patriarchats hat zwar wenig mit Freiheit zu tun, ist aber eigentlich doch recht komfortabel – Und Balsam für ein merkwürdig gespaltenes Selbst.

    Dass der Mainstream so einen halbgaren Feminismus liebend gerne übernimmt, liegt auf der Hand. Das allgemeine Male-Bashing bringt manchen Männern wiederum den Vorteil, dass Mann sich von der Konkurrenz abheben kann, und sich als besonders guter Beschützer und als guter Mensch profilieren kann. Da fehlt leider oft ein bisschen Selbstbewusstsein.

    Mal platt ausgedrückt.

    Es ging dabei konkret um die Geschlechterverhältnisse, die schlechtere Schulleistung von Männern bedingen (und sonstige Probleme, die die von dir erwähnte Männerbewegung thematisieren würde). Ich denke schon, dass Männer hierbei den überwiegende Anteil an der Aufrechterhaltung dieser Problematik haben. Und ich habe nicht geschrieben, dass die Geschlechterverhältnisse aufrechterhalten werden sollen.

    (Es war offensichtlich, das Du das nicht gemeint haben konntest. Sonst hätte ich nicht nachgefragt.)

    Du machst da Prämissen, die ich schlicht nicht teile. In meinen Augen reproduzieren sich die Geschlechterrollen gegenseitig, und ich habe leider nur begrenzten Einfluss, ob in Schulen Personal eingestellt wird, das nicht völlig überfordert ist wenn ein Kind „Männlichkeiten“ an den Tag legt. Im übrigen werden Kinder hierzulande leider fast ausschließlich von Frauen erzogen.

    Wenn Frauen in Deutschland schlechtere Jobs machen und weniger verdienen, warum sollten sich dann die Männer ändern?

    Berechtige Frage, ist aber hier nicht das Thema.

    Ich bin Sprachlos.

    (*) Dafür, dass Kinder vernünftig ausgebildet werden, sind wir Alle verantwortlich

  34. 34 dodo 12. Februar 2008 um 7:10 Uhr

    nick schrieb: Viele (nicht nur ein Teil der FeministInnen) stoßen in dieses Horn, indem sie männlichen Kindern das Recht auf unser Aller Solidarität und Fürsorge absprechen. Indem sie Männer zu emotionalen Krüppeln und zu potentiellen Vergewaltigern stigmatisieren. Indem sie Männer nur als Funktion, und nicht als Menschen wahrnehmen.

    Solche Tendenzen gilt es zu bekämpfen, sie sind nichts anderes als Urgroßmutters bürgerlicher Weiblichkeitskitsch: Mann hat sich vor der Reinheit des weiblichen Herzens zu verbeugen. Mann hat die holde Weiblichkeit selbstlos zu hegen und zu beschützen, sich für ihren trashigen Tussiekram kaputtzuackern, und gegebenenfalls unter Einsatz des eigenen Lebens ihre Ehre zu verteidigen.
    ich sehe nicht, wo genau den jungs das recht auf fürsorge abgesprochen wird? beispiele?
    und leider wird den frauen beigebracht, männer als potentielle vergewaltiger zu sehen. nicht jeden mann. aber die angst vor vergewaltigungen ist eine angst, mit der eigentlich jedes mädel aufwächst. und nicht ganz zu unrecht. da die verantwortung oft aber den frauen zugeschoben wird (vllt. hast du meinen post „nicht vergewaltigen und nicht vergewaltigt werden“ gelesen), fühlen die sich auf sich selbst gestellt. so nach dem motto: vergewaltigung ist ein problem, das hauptsächlich frauen betrifft, also ist es auch „ihre sache“. es ist also als frau auf dem nachhauseweg plausibler, einen mann in der nähe mit mißtrauen (könnte der ein vergewaltiger sein? schaut der mich komisch an? wird der mich gleich anmachen?) zu begegnen als mit zutrauen (der könnte mir ja helfen, beispringen, augenzeuge sein, wenn mich wer angreift). was einerseits mit (nicht nur elterlicher, sondern auch gesellschaftlicher) erziehung zu tun hat, sondern auch mit erfahrung: mehr frauen haben erlebt, von einem fremden mann belästigt worden zu sein als daß sie es erlebt hätten, daß einer ihr dagegen geholfen hätte. deswegen habe ich auch oben erwähnten beitrag geschrieben, daß die männer AUCH verntwortung übernehmen und sich gegen vergewaltigung einsetzen oder mal nachfragen (hey, belästigt dich der typ?), damit das nicht nur problem der frauen ist und sie die verantwortung tragen und daß zu den „guten männern“ vertrauen gefaßt werden kann, daß man im hinterkopf hat, daß man nicht allein da steht.
    was das emotional verkrüppelt angeht – das ist nicht NUR ein vorurteil. man hat männern schon allzuoft in ihrer jugend ihre emotionalität zu einem gewissen teil abtrainiert. jungs heulen nicht, jungs sprechen niht über ihre gefühle, etc.
    das prägt. das soll nicht heißen, daß das bei allen männern so ist. aber es ist oft der fall.
    das ganze hat auch nix mit biologismen zu tun. keiner hier sagt, männer (schon gar nicht alle! männer können genausowenig über einen kamm geschoren werden wie frauen. aber in unserer gesellschaFT werden männer und frauen immer noch unterschiedlich behandelt, man hat unterschiedliche erwartungshaltungen usw.) sind von natur aus so.
    die sache ist die, daß das patriarchalische system sich (mehr oder minder erfolgreich) 2 typen mensch herangezüchtet hat: das klischeebild frau (mütterlich, emotional, fürsorglich,blahhh) und das stereotyp von männlichkeit (weint nicht, hat mit emotionalität nix am hut, aggressiv usw.).
    das sind keine dinge, die den geschlechtern von natur aus mitgegeben wurde. das ist eine norm, die aufgestellt wurde und nach der man sich gerichtet hat, nach der man kinder erzogen hat, nach der man „normalität“ definiert hat.
    wenn viele männer heute „emotional verkrüppelt“ sind (eh kein wissenschaftlicher ausdruck; sagen wir… mit ihren emotionen nicht in kontakt sind oder wasweißich) und wenn die meisten gewaltverbrechen auf die kappe männlicher gesellschaftsmitglieder geht, dann liegt das ja nicht daran, daß männer „von geburt aus halt so sind“. sondern daß sie (wie wir alle) das produkt eines patriarchalen erziehungsschemas sind, aus dem wir uns befreien sollten.
    wenn in dem emma-artikel steht, daß die jungs an ihrer bildungsmisere mitschuld haben, so geht es nicht darum, daß jungs von geburt an halt so und so sind und das „jungssein“ (boys will be boys) von lehrerinnen diskriminiert wird und die bösen jungs selber schuld sind. nein. es geht darum., daß jungs, die immer noch nach dem patriarchalen männlichkeitsmuster erzogen werden in der schule versagen und weitere leidtragende von geschlechterspezifischer erziehung sind! man gibt also nicht den jungs die schuld, sondern den geschlechternormen, nach denen sie geformt wurden.
    und daß diese nicht nur nicht mehr zeitgemäß sind, weil sich die frauen immer mehr davon lösen, sondern dem individuum MENSCH (also männlich als auch weiblich oder sonstwas) ganz klar schaden. weil das individuum eine rolle aufgezwungen bekommt und in eine ecke gedrängt wird.
    das ziel ist also, das patriarchale system, das diese rollenzuweisungen produziert, niederzureißen. dafür kämpft der feminismus. und da wir diesbezüglich alle in einem boot sitzen, bin ich der meinung, daß das auch das ziel einer männerbewegung sein sollte. deswegen scheint mir eine zusammenarbeit von feminismus und männerbewegung als sinnvoll.

  35. 35 Nick 12. Februar 2008 um 20:42 Uhr

    @dodo:

    Ich kann leider nur kurz auf Deinen Kommentar eingehen. Vielleicht später mehr.

    ich sehe nicht, wo genau den jungs das recht auf fürsorge abgesprochen wird? beispiele?

    Wieder mal verantwortlich für die männliche Bildungsmisere sind mitnichten die Jungen selbst, sondern “die Schulen”

    Deutlicher kann man es doch kaum ausdrücken.

    Ich finde, Du hast ein Bild von „Sozialisation“, dass biologistischen Mustern ähnlich ist: Du betrachtest Sozialisation als etwas, das Menschen mit Wesensmerkmalen versieht.

    Auch wenn Du das zu relativieren versuchst, indem Du sagst es seien nur Tendenzen: Du machst Gruppen von Menschen anhand deiner Theorie von geschlechtsspezifischer Sozialisation aus, und deklarierst dabei eine Gruppe als Täter, und die andere als Opfer. Du ordnest schon Kinder einer Gruppe zu, indem du sie tendenziell zu den Tätern von morgen stempelst.

    Bevor Du Männer zu emotionalen Krüppeln stempelst („mit ihren Emotionen nicht in Kontakt“), solltest Du Dir überlegen, ob ein Mensch überhaupt nichtfühlen kann. Die Diagnose, die Du uns tendenziell kollektiv stellst ist eine, die man sonst schweren Gewaltverbrechern stellt.

  36. 36 Nick 12. Februar 2008 um 22:18 Uhr

    P.S: Die Kritik richtet sich nicht gegen die Person „dodo“, sondern gegen eine – wie ich finde – leider weit verbreitete Geisteshaltung.

  37. 37 Torsten 13. Februar 2008 um 3:35 Uhr

    „Denn die Frauen werden bestimmt nicht mehr zurück in das einengende altgediente weibliche Rollenbild, schön blöd wären sie.“

    Äh, entschuldigung, aber ist es nicht genau das, was ein Großteil der Frauen tut..? Schön blöd.

  38. 38 Nick 13. Februar 2008 um 6:05 Uhr

    Man führt die Pferde zur Tränke, aber sie trinken nicht.

    Irgendwas scheint da an der Analyse der Beharrungskräfte der Geschlechterrollen nicht zu stimmen..

  39. 39 dodo 13. Februar 2008 um 7:36 Uhr

    @nick:
    „Du betrachtest Sozialisation als etwas, das Menschen mit Wesensmerkmalen versieht.“
    nö. aber verhaltensmerkmalen.
    „Du machst Gruppen von Menschen anhand deiner Theorie von geschlechtsspezifischer Sozialisation aus, und deklarierst dabei eine Gruppe als Täter, und die andere als Opfer. Du ordnest schon Kinder einer Gruppe zu, indem du sie tendenziell zu den Tätern von morgen stempelst.“
    auch nicht wahr. täter und opfer sind allen geschlechts. und in bezug auf den emma-artikel bzw. die dort behandelte diskussion sehe ich die jungs eher als opfer. als opfer einer sie benachteiligenden klassisch-patriarchalen erziehung.
    „Bevor Du Männer zu emotionalen Krüppeln stempelst (”mit ihren Emotionen nicht in Kontakt”), solltest Du Dir überlegen, ob ein Mensch überhaupt nichtfühlen kann. Die Diagnose, die Du uns tendenziell kollektiv stellst ist eine, die man sonst schweren Gewaltverbrechern stellt.“
    stempeln tu ich gar nicht, schon gar nicht alle männer. mit den eigenen emotionen nicht so sehr in kontakt zu stehen ist bei weitem nicht dasselbe wie „emotional verkrüppelt“ zu sein und auch „überhaupt nichts fühlen“ ist was ganz, ganz, gaaaaanz anderes von dem bisher niemand geredet hat. und männer werden durch ihre geschlechterrollenspezifische erziehung nunmal leider dazu ermutigt, ihre gefühle zu ignorieren (das ist ein fakt, da kann ich auch nix dafür), womit die wahrscheinlichkeit, daß sie dies auch tun, begünstigt wird. kollektiv unterstellt wird hier gar nix.
    wenn du mir unterschieben willst, ich würde meinen, alle männer seien aufgrund ihrer erziehung gefühlskrüppel, dann ist das erstens blödsinn und zweitens der diskussion nicht gerade förderlich. es gibt hier schon genug kommentare, die einem alles mögliche unterstelen wollen, das gar nicht dasteht…

    @Torsten: das sehe ich nicht so, daß die frauen zurück in das weiblichkeitsklischee gehen. eher, daß sie sich langsam aber sicher davon lösen. wenn du meinen post gelesen hättest, wüßtest du das. steht nämlich da drin. sogar mit beispielen.

  40. 40 Nick 13. Februar 2008 um 23:33 Uhr

    Wer Verhaltensauffälligkeiten von Jungen mit „falschen Männlichkeitsbildern“ abtut, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sie betreibe Biologismus ohne Biologie.

    Jemand zu unterstellen, er habe keinen Kontakt zu seinen Emotionen, ist die Behauptung eines schwerwiegenden psychischen defektes.

    „Es ist nicht NUR ein Vorurteil, dass Feministinnen frustrierte, narzisstisch gestörte Persönlichkeiten sind“ – Na, wie gefällt Dir das?

  41. 41 dodo 14. Februar 2008 um 0:09 Uhr

    beschissen.
    1. niemand sagt, daß patriarchale geschlerchterrollen (egal bei welchem geschlecht) die einzigen gründe für verhaltensauffälligkeiten sind. da gibts eine ganze palette. trotzdem sind sie MIT ein grund. was das mit „biologismus ohne biologie“ (was soll das überhaupt sein?) zu tun hat, kann ich beim besten willen nicht erkennen, und ich habs sogar versucht.
    2. viele, sehr viele menschen haben meiner meinung nach einen eher mangelhaften kontakt zu ihren emotionen. warum du das ums verrecken pathologisieren willst („emotionale krüppel“, „Diagnose,[…]die man sonst schweren Gewaltverbrechern stellt“, „schwerwiegender psychischer defekt“), ist mir schleierhaft.
    3. sehr schlecht übertragen. “Es ist nicht NUR ein Vorurteil, dass einige Frauen frustrierte, narzisstisch gestörte Menschen sind”; das würd ich mir ja noch gefallen lassen (zumindest, wenn es in einem kontext stünde). die geschlechterrollen tun psychisch vielen menschen nix gutes, egal welchen geschlechts. vereinfacht gesagt: eine auf patriarchalem männlichkeitskonzept beruhende erziehung für jungs KANN aggressives verhalten und ignorieren bestimmter gefühle auslösen. genau wie eine auf patriarchalem weiblichkeitskonzept beruhende erziehung für mädels in narzisstischen störungen wie bulimie etc. enden KANN.
    aber wieso da „feministinnen“ einsetzen??? das macht keinen sinn.

  42. 42 Nick 15. Februar 2008 um 0:28 Uhr

    (…)
    Narzissmus ist ein schönes Beispiel: Es wird ein „männlicher“ und ein „weiblicher“ Narzissmus ausgemacht. Der „männliche“ Narzissmus zeichnet sich z.B. durch Gefühlskälte und Selbstgefälligkeit aus, der „weibliche“ durch Selbstverachtung und Empathie bis zur Selbstaufgabe. Das sind aber nur zwei Seiten ein und derselben Medaille. Aufgrund der gesellschaftlichen Akzeptanz zeigt der „männliche“ Narzisst eher die eine Seite, der „weibliche“ die andere. (Es gibt natürlich auch „weiblich“ narzisstische Männer, und „männlich“ narzisstische Frauen – Ebenso gibt es Narzissten, die zwischen beiden Seiten wechseln)

  43. 43 dodo 15. Februar 2008 um 4:28 Uhr

    sorry nick,aber dein kommentar wird teilweise gelöscht. das mädchenblog ist nicht die emma. wenn du emma-kritik üben willst, dann doch bitte nicht auf dem mädchenblog sondern auf der emma-seite.
    gruß

  44. 44 Nicole 15. Februar 2008 um 5:00 Uhr

    Ohne Worte.

  45. 45 Nick 15. Februar 2008 um 6:24 Uhr

    Na schön, dann ohne EMMA-Kritik:

    zu 1) Wenn Du Dir Schlußfolgerungen aus einem nur vordergründig nicht biologistischen Artikel zu Eigen machst (nähere Erläuterungen wären hier unzulässige EMMA-Kritik), dann finde ich den Vorwurf, Biologismus ohne Biologie zu betreiben, angemessen. Auch eine Erläuterung dessen, was mit Biologismus ohne Biologie gemeint ist, wäre hier unzulässige EMMA-Kritik.

    Wenn sich Kinder ein bestimmtes Schema aus der Erwachsenenwelt aussuchen, dann Artikulieren sie damit etwas. Wissensaneignung ist in unserer Gesellschaft nicht generell „unmännlich“, und ein Zusammenhang zwischen „Männlichkeiten“ und Schulversagen ist laut einer Studie des Bildungsmisteriums auch nicht nachgewiesen. Ich habe nicht den Eindruck, dass in feministischen Kreisen eine fachliche Kompetenz zu dem Thema vorhanden wäre, das Schulversagen der Jungen wird vielmehr für eine generelle Kritik an „Männlichkeiten“ instrumentalisiert.

    zu 2) Von einem relativen Maß an Kontaktlosigkeit zu den Emotionen war nicht die Rede. Männern werden Emotionen nicht zugestanden, irgendeine Aussage zu Tendenzen der psychischen Verfassung daraus abzuleiten ist eine Stigmatisierung, egal wie sehr man das relativiert. Ich habe niemanden pathologisiert.

    zu 3) „Es ist nicht NUR ein Vorurteil ..“ ist eine Tendenz, Menschen wahrzunehmen. Also eben ein Vorurteil. Um das deutlich zu machen, war mein Beispiel imho durchaus geeignet.

    Ich sehe nicht, dass eine Männerbewegung mit einem Feminismus zusammen arbeiten kann, der sich von männerfeindlichen Tendenzen, wie sie in der EMMA vertreten werden (eine weitere Erläuterung wäre hier unzulässige EMMA-Kritik), nicht entschieden distanziert. Eine weitere Diskussion hat sich damit für mich erübrigt.

    Ich glaube, das Land braucht eher einen neuen Feminismus.

  46. 46 lukrezia 16. Februar 2008 um 21:04 Uhr

    Ich habe dazu selber gerade einen Eintrag geschrieben…
    Denn das mit der MÖGLICHKEIT alles zu werden was frau will ist eben das gefährliche…
    ich finde gar nicht das die gleichberechtigung auch nur ansatzweise stattgefunden hat. es wird nur nicht mehr so laut gegen frauen protestiert

    der post bei mir:
    http://lukrezia-das-herz.myblog.de/lukrezia-das-herz/art/245732552/Die_Rechte_der_Frau

  47. 47 janvanbasten 17. Februar 2008 um 7:15 Uhr

    ich zitiere mich mal selber:

    r.t.b.a.m.

    i refuse to be a man
    i refuse to play a role
    i refuse to be a man
    i refuse to play by your rules

    taught to be a boy
    raised to be a man
    reproducing a system i hate

    (tired of being hard. sick of being strong…)

  48. 48 T☺bias 25. Februar 2008 um 10:34 Uhr

    Hallo Mädels, eurer Blog wurde heute
    in der Süddeutschen auf Seite 16 (die jetzt.de-Seite) erwähnt. Mit Bild vom Blog!

    Auch in Deutschland gibt es imer mehr Blogs zum Thema [Feminismus], wie zum Beispiel genderblog.de und maedchenblog.blogsport.de. Dort tauschen sich vor allem junge Feministinnen aus.

  49. 49 admin 25. Februar 2008 um 20:21 Uhr

    @T☺bias: vielen dank für den hinweis, wär mir zumindest sonst entgangen! und ist ja schon irgenwie eine ehre, quasi als legitime nachfolger_innen von simone de beauvoir bezichnet zu werden ;-)

  50. 50 Nick 26. Februar 2008 um 5:03 Uhr

    Na, wie war das so schön, bei ABBA? Honey, honey honey..

  51. 51 Ulli 28. Februar 2008 um 14:09 Uhr

    Im Gegensatz zur Autorin bin ich schon der Meinung, dass sich die Männer stark geändert haben. Früher hatte man als Lesbe schon so einiges an dämlichen Sprüchen von männlicher Seite auszuhalten, inzwischen sind die meisten Männer ziemlich relaxt, wenn sie auf Lesben treffen und betrachten die Existenz von Lesben nicht mehr als Angriff auch sich.
    Das ist natürlich jetzt eine Beobachtung aus einer speziellen Szene heraus, ich finde sie trotzdem relevant, weil Hetero-Frauen manchmal nur ihre eigenen Beziehungserfahrungen als Messlatte heranziehen.
    Zudem haben die meisten Männer auch kapiert, dass sie nicht von Geburt an geil und überlegen sind, sondern setzen sich mit sich selbst als Individuum durchaus selbstkritisch auseinander.
    Vom Rückfall in erlernte Verhaltensmuster sind sie natürlich auch nicht gefeit, ebenso wie manche meiner Hetero-Freundinnen, die ganz gerne auch dem Kerl den Kampf um die Kohle überlassen und sich beruflich eher vornehm zurückhalten.

  52. 52 Dummerjan 29. Februar 2008 um 14:42 Uhr

    „Die Mädels verdienen zwar immer noch weniger “
    Das ist falsch. Diese Aussage gilt nur wenn man sog statistische Vollarbeitsstellen, daß heißt Arbeitsplätze ab 18h/Woche aufwärts betrachtet.

    Bei Teilzeitstellen mit weniger als 18h/Woche verdienen Männer 22 % weniger als Frauen.
    Quelle: 5. Gender-Datenreport 3. Kapitel.

    Wenn also aus der Minderbezahlung von Frauen für eine Arbeitsstelle zu folgern ist, daß diese benachteiligt sind, was ist dann für eine Minderbezahlung von Männern auf einer Arbeitsstelle zu folgern? Dass sie die ? sind?

  53. 53 Dummerjan 29. Februar 2008 um 14:52 Uhr

    „es ist doch einfach mal eine tatsache, dass es wesentlich mehr männer in höheren wirtschaftlichen und politischen positionen gibt, das könnt auch ihr nicht abstreiten. “

    nein, das gilt aber auch für die niedrigeren, gefährlicheren Positionen der Gesellschaft. Wenn man eben auch mal an den unteren Rand der Gesellschaft schaut, dann findet man dort auch überproportional viele Männer.

    Eine mögliche theoretische Erklärung könnte in einer unterschiedlichen Risikoneigung der Geschlechter liegen. Wer ein höheres Risiko eingeht scheitert eben auch schwerer, andererseits ist mit dem höheren Risiko im Erfolgsfalle meist auch ein höheres Einkommen verbunden.

    Wenn sich auf eine Professorenstelle eine Frau und 28 Männer bewerben, wie mir aktuell passiert, dann ist insgesamt aktuell die Anzahl von Frauen auf Professorenstelle sogar überrepräsentiert.

    Nicht zu vergessen, man mag ja viele Professoren an Hochschulen sehen, die männlichen Geschlechts sind sehen. Wußten Sie aber, daß diese Stellen sehr oft befristet sind?
    Schaut man sich hingegen den akademischen Mittelbau an, in dem unbefristete Stellen zu vergeben sind, dann findet man dort praktisch keine Männer. Denksen Sie mal darüber nach, sofern natürlcih Ihr Weltbidl denken erlaubt.

  54. 54 bella 29. Februar 2008 um 17:39 Uhr

    Ina Deter?! Mein Feminismus BITTE ohne Ina Deter!!
    Da kannst du nach der Überschrift noch 1000x recht haben, wer mit einem INA DETER (!!!) Zitat einen Artikel beginnt, hat einfach keinen Style. Sorry…

  55. 55 ARIES 10. März 2008 um 4:05 Uhr

    Hallo!
    Habe mich sehr gefreut einen solchen artikel auf dieser webseite zu lesen.
    Der erste schritt der erkenntnis scheint also durchgekommen zu sein. Männer werden durch ihre tradierte rollenzuweisung ebenso unterdrückt und genießen heutzutage viel weniger akzeptierte lebensoptionen als frauen. Frauen erfreuen sich (auch trotz aller nachteile die noch bestehen) des insgesamt friedlicheren, sicheren, streßfreieren und daher längeren lebens als die Männer.

    Der zweite teil der erkenntnis hingegen muss noch bei den feministen ankommen. Ursache für das beharren auf tradierten rollenmustern sind nicht die Männer, sondern die „Evas“ in unserem land.

    Evas sind keineswegs unterdrückte heimchen. Das Eva-prinzip bedeutet, den mann für sich arbeiten zu lassen während die frau trotzdem die volle kontrolle über die familie hat. Die Evas sind die unsichtbaren ehefreuen hinter mächtigen politikern. Sie sind die, die den kleinen jungs schon früh eintrichtern nicht zu weinen und von ihren gefühlen dissoziiern; die dafür sorfen dass kleine jungs sich vor dingen schämen die als „weiblich“ gelten. Die dafür sorgen, dass diese jungs später wieder leicht manipulierbare objekte für die nächste Eva-generation werden. Damit diese jungs später als mächtige Politiker und Wirtschaftsbosse das Eva-prinzip verteigiten und dabei die wahren verantwortliche, die Evas, unsichtbar und unentdeckt bleiben!

  56. 56 Tim 14. März 2008 um 13:49 Uhr

    Neue Frauen braucht das Land, nämlich zierliche, kleine, fürsorgliche Frauen die auf starke grosse Männer stehen. Genau so isses und nur so.

  57. 57 Lucy 21. April 2008 um 7:20 Uhr

    @pascal

    Bullshit…
    Männer haben ebenfalls einen diploiden Erbsatz.
    Haploid sind Eizelle und Spermium…
    Bevor man rumprollt, sollte man sich den ganzen Wikipediaartikel durchlesen -.-

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