gitterstäbe

kalter boden.
nackt.
alleine.
um mich herum gitterstäbe.
ich kann die menschen draußen sehen.
wie sie lachen.
wie sie sich kennenlernen.
wie sie flirten.
wie sie knutschen.
ich kann sehen,
wie sie zu mir schauen,
wie sie mich anschauen.
ich kann sehen,
dass sie mich kennenlernen wollen.
in mir die sehnsucht.
ich ersehne,
was sie mir geben könnten.
ich bräuchte es so sehr.
ich bin einsam,
sehr einsam.
aber um mich herum nur diese schweren stäbe.
ich weiss,
dass viele gerne würden.
und ich würde auch gerne,
liebend gerne.
aber ich habe einfach so viel angst.
jede annäherung bedeutet risiko.
jede nähe gefahr.
und das meine ich wirklich so.
im moment fühle ich mich so zerbrechlich.
so zerbrochen.
alles erinnert mich an ihn.
jede unterhaltung.
jeder blick.
jede berührung.
jede berührung durchfährt mich,
als wär es seine.
dabei schreit es in mir nach berührungen.
nach nähe.
nach geborgenheit.
ich bräuchte es so sehr.
doch alles erinnert mich an ihn.
an das was er getan hat.
was er mir angetan hat.
warum hat er es mir als liebe verkauft?
so dass ich jetzt nicht mehr lieben kann?
so dass jede art von liebe eine gefahr für mich darstellt?
warum hat er das alles getan?
er hat meine liebe zerstört.
und mich damit für immer einsam gemacht.


17 Antworten auf “gitterstäbe”


  1. 1 eine leserin die sich in dem text erkennt 17. März 2008 um 12:50 Uhr

    Ich erinnere mich, mal genauso gefuehlt zu haben, und von der Liebe mal abgesehen tue ich das immer noch.

    Auch wenn du es jetzt vielleicht nicht glaubst, es wird besser. Es wird nicht komplett weggehen, das nicht, aber du wirst lernen, damit zu leben.

    Ich sage mir das selbst jeden Tag.

  2. 2 Ein Leser, der sich auch erkennt 17. März 2008 um 17:46 Uhr

    Hübsch, auch wenn etwas trivial… so fühlt sich wohl jeder mal.
    Wie die Vorrednerin schon sagte: Das wird wieder.

  3. 3 coa 17. März 2008 um 23:31 Uhr

    an den leser, der sich auch erkennt. ich weiss nicht, ob du den text oder das ausmaß erkannt hast. mir geht es um ein thema, dass garantiert nicht trivial ist. mir geht es um missbrauch durch eine vertrauensperson… klar kann man es so oder so interpretieren, aber vielleicht hilft dir diese info, das gedicht nicht mehr als trivial zu empfinden….
    und ob das wieder wird, bezweifle ich…

    und an die leserin: danke für deinen zuspruch!

  4. 4 grrrl 18. März 2008 um 13:56 Uhr

    @ den leser der sich auch erkennt

    hast du überhaupt eine ahnung von dem was sie schreibt? mensch merkt doch schon beim ersten lesen das es nicht nur liebeskummer ist.

    ich selber habe jetzt einen wunderbaren freund der manchmal gar nicht mit mir schlafen kann, weil er so eine angst hat mir weh zu tun.
    ich hoffe so jmd wirst du auch finden, coa!
    aber ich selbst habe damit noch zu kämpfen und fange manchmal einfach an zu weinen und kann es nicht! es ist frustrierend und tut so weh, mein körper und meine lust gehören mir! das muss ich aber auch erst neu lernen. ich will nicht zulassen das sie mir weggenommen wird, das darf mensch nicht zulassen. um das zu erkennen habe ich lange gebraucht, ich hoffe, coa, das du diesen punkt auch bald erreichen wirst (oder hast) das ist ganz wichtig! von so einen arsch darf mensch sich nicht kaputtmachen lassen

  5. 5 eine leserin die sich in dem text erkennt 18. März 2008 um 16:16 Uhr

    Wie ich gestern schon geschrieben hab, es ist nicht so einfach.

    grrrl, es ist schoen dass du so jemanden gefunden hast, wie ist es dazu gekommen?

    Ich hatte jemanden, die Beziehung ist aus anderen Gruenden beendet, und ich hatte mir damals schon zu anfang der beziehung viel mut genommen und ihm von meiner vergangenheit erzaehlt. dazu gehoert vertrauen, und es ist schwierig, wirklich schwierig das aufzubringen, aber es lohnt sich sehr. es nuetzt ja am ende doch nichts sich das leben selbst schwerer zu machen als es sein muss, insofern, coa, wenn du soweit bist und jemanden kennenlernst, sei ehrlich mit ihm. nimm dir die zeit die du brauchst, und dann setzt euch ruhig zusammen und erklaer ihm was los ist und warum du so bist wie du bist.
    klar, der schuss kann nach hinten losgehen. weisst du aber nicht bis du’s nicht gemacht hast.
    nimm dir zeit, das ist alles. jetzt zwingt dich niemand mehr. :-)

  6. 6 difficultiseasy 18. März 2008 um 16:51 Uhr

    @grrrl:
    „ich selber habe jetzt einen wunderbaren freund der manchmal gar nicht mit mir schlafen kann, weil er so eine angst hat mir weh zu tun.
    ich hoffe so jmd wirst du auch finden, coa!“

    herzlichen glückwunsch, das muss liebe sein. mein respekt gilt auch dem hochemanzipierten freund.

  7. 7 grrrl 19. März 2008 um 17:08 Uhr

    @ difficultiseasy

    danke, gerade an dem tag wo ich mir geschworen habe nie wieder einen typen an mich ranzulassen hab ich ihn getroffen… ich bin auch nur aus dem haus gegangen weil ich im monatlichen antifa cafe (übrigens bald auch zur definitionsmacht!) arbeiten musste… das alles war echt schicksal, er war auch nur da weil ihn ein kumpel hingeschleppt hatte. ich hatte glück!
    eins hab ich gelernt: es ist einfach sich zu verkriechen und sich zu bemitleiden und ist die erste zeit auch in ordnung. aber da muss mensch wieder rauskommen! nur so kann es besser werden. und das wird es auch… es ist bei mir etwas mehr als ein halbes jahr her, klar hab ich noch zu kämpfen, aber ich bin schon wieder viel selbstbewusster. von so einen arsch lass ich mich nich kaputtmachen! und ihr hoffentlich auch nich :)>-

  8. 8 Linda 19. März 2008 um 21:56 Uhr

    %%-
    wünsch Dir ganz viel Kraft

  9. 9 Der Leser nochmal 20. März 2008 um 14:17 Uhr

    Ich bin tatsächlich von Liebeskummer und Betrogen werden ausgegangen; Das Gedicht hat tatsächlich ’ne breite Interpretierbarkeit, „Mißbrauch“ allerdings auch. Es ging mir eigentlich mehr darum, den Zuspruch zu unterstreichen. Ich fand den Stil des Gedichts trivial, nicht das Thema oder den Inhalt; Ich meinte das nicht mal besonders negativ; Hübsch, aber eben nicht Ringelnatz. Meiner Erfahrung (mit Anderen) nach hat aber auch in diesem Fall „Das wird wieder“ eine Berechtigung; ist weiterhin als Zuspruch gemeint, nicht als Herunterspielen, andere hier dürfen sich auch gemeint fühlen^^

  10. 10 Beobachter 22. März 2008 um 21:31 Uhr

    Also doch ein Blog für Traumatisierte oder andersweitig psychisch Kranke. Feminismus als Therapie – das erklärt manches.

  11. 11 Lune 24. März 2008 um 0:02 Uhr

    Wirklich interessant wie von außenstehenden Kritikern meistens alle Feministinen über einen Kamm geschoren werden.
    Schade, ich verstehe nicht was das bringen soll.

  12. 12 ponto 24. März 2008 um 16:48 Uhr

    Gefällt…also von der Technik des Schreibens.

  13. 13 coa 24. März 2008 um 17:59 Uhr

    an den beobachter:

    ja es ist wirklich sehr schade, dass feminist_innen meistens nur diejenigen sind, die auch direkte und maßgebliche eingriffe durch patriarchalische Unterdrückung erleben mussten.
    wenn nun auch mal diejenigen, die sich nicht von ihr betroffen fühlen (was ja nicht zwangsläufig heißen muss, dass sie es nicht sind, denn im grunde ist es jede_r), sich mit diesem thema eingehend auseinandersetzen würden, wäre dies vielleicht irgendwann nicht mehr nötig…

    und dass menschen, die sich derart gegen diese art der auseinandersetzung streuben, nicht traumatisiert sind, möchte ich bezweifeln…

  14. 14 toy boy 24. März 2008 um 19:03 Uhr

    »Also doch ein Blog für Traumatisierte oder andersweitig psychisch Kranke.« dieses statement ist doch uebelst pathologisierent, dem vermeintlich „kranken“ wird die reflektion aberkannt oder was? zynismus? kritik aber doch nicht bitschön so, könntens der gnädige herr doktor ausführen was das erklären soll?

  15. 15 Difficult is Easy 30. März 2008 um 18:02 Uhr

    ich sollte auch etwas klarstellen.
    ich finde nicht, dass, in einer beziehung, jemand so eine angst haben muss etwas zu tun, was er_sie möchte, dass er_sie es dann lässt. das stresst die betreffende person bestimmt erheblich und is einer rzb irgendwie abträglich. besser wäre es doch, sich über die form der beziehung klar auszusprechen und einen partner zu finden, der sich richtig verhält, weil er_sie es einsieht und nicht aus angst.
    sich darüber zu freuen, dass man den partner so verängstigt hat, is doch das gegenteil von liebe (meiner auffassung nach).
    vielleicht machts sinn in eurer beziehung, es is ja alles immer individuell, aber so ganz allgemein klingts irgendwie blöd.

  16. 16 ph 30. März 2008 um 20:19 Uhr

    Ich glaube, du konstruierst dir was zusammen und machst einen Gegensatz auf, den es so nicht gibt. Es widerspricht sich nicht, sich in einer bestimmen Weise zu verhalten, weil man es einsieht und es so will – und gerade deshalb Angst zu haben (was nicht Angst vor der anderen Person bedeutet), der anderen Person weh zu tun. Denn man kann eben nicht in sie hineinschauen und insbesondere Traumata nicht immer nachvollziehen als Aussenstehender.

  17. 17 coa 30. März 2008 um 22:40 Uhr

    ich denke auch, dass eine beziehung nicht auf angst aufgebaut oder überhaupt damit verbunden sein sollte. auf keiner seite…
    ich finde es auch belastend für alle beteiligten. für den_die partner_in, weil er immer angst hat, etwas falsch zu machen und dadurch ja total unsicher wird und sich damit bestimmt nicht so wohl fühlt und für mich wäre es auch schlimm, wenn ich wüsste, dass mein_e partner_in keine sicherheit hat.
    ich denke sicherheit (oder das gefühl von sicherheit) ist das wichtigste in einer beziehung und mir würde das keine sicherheit geben können.
    aber wie schon geschrieben wurde, muss das ja jeder für sich selbst entscheiden.
    ich denke aber, dass es ideal wäre, wenn beide partner_innen so einfühlsam miteinander umgehen, dass es möglich ist, dass grenzen mitgeteilt UND natürlich auch geachtet werden.

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