I have a Dream too…

Während Martin Luther King vor 40 Jahren noch den Traum hegte, dass eines Tages die Rassenunterschiede aufgehoben sein würden, so habe auch ich einen Traum. Nämlich den, dass auch ich eines Tages nachts von einer Party nach hause kommen kann, alleine, ohne Gefahr zu laufen, dass mir an der nächsten Ecke etwas geschieht, weil ich eine Frau bin.
Früher war ich nur genervt, wenn meine Mutter beinahe Tränen in den Augen hatte, als sie mich an der Tür verabschiedete. „Ten cuidado!“ (zu Deutsch: „Sei vorsichtig!“) waren zwar schon immer ihre Lieblingsworte, sobald ich das Haus verließ, aber besonders seitdem ich auch abends mal was Trinken gehe, Party mache und meinen Freitagabend genieße, verfolgen sie mich. Mittlerweile bin ich nicht mehr genervt. Denn ganz ehrlich: Ich muss gestehen, dass ich mir genau so auch Sorgen um sie mache, wenn sie Abends mal mit Freundinnen weg geht. Und ich kann mir auch vorstellen, wie es sein muss, wenn man selbst eine Tochter hat, die in einem Alter ist, in dem das Nachtleben des Großstadtdschungels da ist, erkundet zu werden.
Hier jedoch liegt der Haken. Mir war schon früh klar, dass ich „ten cuidado!“ von meiner Mutter nur halb so oft zu hören bekommen hätte, wenn ich als Junge geboren wäre. Was das Erkämpfen von Freiheiten angeht, so hätte ein junger Viktor (ich hoffe meine Eltern hätten sich dann einen anderen Namen einfallen lassen!) nicht so viel für seine Rechte einstehen müssen, wie die junge Viktoria es tun musste, die es letztlich geworden ist.
Mittlerweile bin ich über das Alter hinaus, in dem man von seiner Mutter noch effektive Nach-hause-komm-Zeiten auferlegt kriegt, somit bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu Protestieren, wenn es ans Feiern geht, und die Worte „ten cuidado!“ wie ein Mantra vor sich hin zu sprechen, in der Hoffnung, dass die guten Geister, Engel, Götter und andere hohen Wesen erhört werden und mich auf meinen nächtlichen Wegen begleiten.
Vielleicht war es mein Fehler, dass ich mich nie für irgendeinen Kampfsport habe begeistern können. Jedoch bezweifle ich, dass alles unter einem schwarzen Gurt meine Mutter davon hätte überzeugen können, dass ich mich verteidigen kann. Ja, selbst eine Buffy hätte an meiner Stelle die Worte „ten cuidado!“ nicht mehr hören können. Unabhängig davon, dass sie eine Vampir mordende Killermaschine ist.
Im Grunde ist letzteres jedoch vollkommen irrelevant. Es kann nicht sein, dass eine Frau einem Mann mit ihrem kleinen Finger das Genick brechen können muss, um unbehelligt nachts nach hause zu gehen. Es kann auch nicht sein, dass ich, wenn ich alleine unterwegs bin freiwillig auf Rock und Absätze verzichte, weil ersteres als einladend empfunden werden könnte und zweiteres furchtbar unpraktisch zum weglaufen ist. Traurig aber wahr: in Anbetracht dieser Gedanken stelle ich mir mein Weggeh-Outfit zusammen. (Bevor Fragen in Bezug auf meine Wohngegend kommen: Ja, ich wohne nicht im besten Viertel. Ich glaube „sozialer Brennpunkt“ ist die korrekte Bezeichnung? Und nein: ich sehe es natürlich nicht so, dass Frauen mit kurzen Röcken selbst Schuld sind!)
Vielleicht hat mich die „ten-cuidado-Mentalität“ meiner Mutter auch einfach paranoid gemacht, schließlich ist bisher noch nie etwas geschehen. Vielleicht ist sie aber auch der Grund dafür, dass es eben noch nie passiert ist.
Jedenfalls habe ich den Traum, mir irgendwann einmal keine Gedanken mehr darüber machen zu müssen, ob mein Outfit zu einladend sein könnte. Ich habe den Traum, dass junge Frauen und junge Männer gleichermaßen nachts nach hause gehen können, ohne vergewaltigt zu werden, ohne den Gedanken zu hegen, dass dies geschehen könnte. Ich habe einen Traum. Ich habe den Traum, einmal, Freitagabends von meiner Mutter die Worte „ten cuidado!“ zu hören, ohne zu wissen, dass sie dabei an eine Vergewaltigung denkt.


85 Antworten auf “I have a Dream too…”


  1. 1 st_eve 22. April 2008 um 17:32 Uhr

    also ich denke diese gedanken machen sich viele „frauen“, nur gilt es dabei zu beachten, was ein feministischer aufkleber mir neulich auf einer toilette riet, der sinngemäß lautete: „frauen, geht nachts in dunkle gassen! über 75% aller vergewaltigungen finden im häuslichen bereich statt“
    diese vorstellung, dass die wahrscheinlichkeit eines übergriffs in dunklen gegenden, parks, parkhäusern oder öffentlichen verkehrsmitteln, entsprechen kaum der wirklichkeit. auch das möglicherweise aufreizende Outfit einer Frau vergrößert -wie du bereits schribst – nicht das risiko einer Vergewaltigung. Das sind gefährliche fehleinschätzungen, die von den eigentlichen gefahrenpotentialen ablenken, jedoch medial und traditionell weit verbreitet sind.
    ja und all diese infomationen ändern natürlich nichts an der tatsache, dass es ängste sind, die sich in vieler leute verhaltensweisen tief eingegraben haben und dem selbstschutz dienen, of course.
    und martin luther in allen ehren: aber erstens empfinde ich den aufhänger als ganz schön unangemessen, denn genauso wie du haben menschen, die nicht als „weiß“ bzw als „migrant_innen“ gesehen werden nach wie vor vermutlich ganz ähnliche (nicht die gleichen) sorgen, zum anderen gibt es den traum von frauen sicher des nachts umherlaufen zu können auch schon so lange wie es derartige vergewaltigungsmythen gibt.

  2. 2 Jay 22. April 2008 um 17:36 Uhr

    Ich träume mit dir.
    Zwar bin ich Kerl und komme damit statistisch gesehn nur in die Gefahr abends allein zusammengeschlagen oder ermordet zu werden, vergewaltigt werden Männer ja meist nur in der Familie wenn sie noch jünger sind, doch habe auch ich angst.
    Und zwar davor der Frau, die vor mir läuft und schneller geht je länger ich ihr hinterhertrotte, weil ich in die gleiche Richtung muss, Angst zu machen.
    Ich fühle mich oftmals – schon paranoid-prophylaktisch – in der Rolle des Übeltäters und Kinderschänders; überlege mir zweimal wie und ob ich ein Kind anspreche oder mit ihm spiele, wenn ich die Eltern wenig kenne.

    Wegen mir muss sich keiner fürchten, ich könnt’s mir auf’s Hemd drucken es würde nichts nutzen, und so muss ich als Mann unnützerweise weiterhin mein Kreuz tragen und mehr Abstand halten als nötig um andere Menschen in dunklen Gassen und einsamen Gegenden nicht zu beunruhigen.

    Ich hoffe wir wachen irgendwann alle zusammen auf.

  3. 3 dodo 22. April 2008 um 17:39 Uhr

    Klar passieren die meisten Vergewaltigungen nicht auf öffentlichen Straßen. Aber eben auch. Genauso wie Belästigungen und ich finde, auch das ist durchaus eine Diskussion wert.

  4. 4 Viktoria 22. April 2008 um 17:51 Uhr

    @St_eve: Es kommt mir nicht nur auf die Vergewaltigungen an. Ich kriege schon Aggressionen, wenn mir irgend ein dahergelaufender „Süße!“ entgegenraunt, mich mit Blicken auszieht oder sonst wie behelligt. Da würde ich am liebsten gleich drauf einprügeln, so wütend macht es mich! Und sowas fasse ich auch als Belästigung auf. Es ist natürlich mit einem körperlichen Übergriff nicht zu vergleichen, aber eben auch eine Belästigung, die ich in Kauf zu nehmen habe, weil ich eine Frau bin. Ich habe noch nie mitbekommen, dass Frauen sowas bei einem Mann gemacht hätten. Wenn sie es täten, fände ich es genau so abartig!

    Ob der Aufhänger Angemessen ist, oder nicht, weiß ich nicht. Es war einfach die Assoziation, die ich habe, wenn ich über dieses Thema nachdenke. Gewiss bin ich nicht MLK, vielleicht ist es auch ein wenig übertrieben, aber ich finde, dass die Unterschiede, die auf diesem Gebiet zwischen den Geschlechtern herrschen doch irgendwo auch mit denen zwischen verschiedenen Rassen zu vergleichen sind. Auf einer anderen Ebene halt. Aber wie gesagt: primär war es eine Assoziation von mir. Denn es ist mir wirklich wichtig.

    @Jay: Deine Gedanken kann ich nachvollziehen. Es ist schon komisch. Aber auch ich fühle mich alles andere als wohl, wenn ein Mann nachts hinter mir her geht. Das ist scheiße.

    Mir ist auch klar, dass das meiste nicht auf der Straße geschieht. Trotzdem wird man von Klein auf darauf geeicht. Und es passiert ja dennoch auch immer wieder! Ich bin auch schonmal privat mit einer Frau konfrontiert worden, die auf dem nach hause weg fast vergewaltigt worden ist, hätte nicht ein vorbeifahrendes Auto den Täter abgeschreckt. Oder wenn man dann wieder in den Nachrichten damit konfrontiert wird. Das beeinflusst schon.

  5. 5 artie 22. April 2008 um 18:34 Uhr

    @Viktoria: ich finde es schade, dass du so von den Medien beeinflussbar bist. Ein wirklicher Verlust von Lebensqualität. Wie Jay schon sagte, wird ein Mann um einiges häufiger Opfer von Gewalt als eine Frau. Wie erklärst du dir dann, das Männer anscheinend weniger Angst haben und sogar deren Mütter nicht die gleichen Wünsche walten lassen wie für Frauen? Sind Männer weniger beeinflussbar? Wird über Männer als Opfer weniger berichtet, obwohl sie öfter Opfer von Gewalt werden? Weisst du andere Gründe?

  6. 6 Viktoria 22. April 2008 um 18:56 Uhr

    Da ich mich ganz gut kenne, maße ich mir an, zu behaupten, dass ich, was dieses Thema angeht, hauptsächlich von meiner Mutter beeinflusst wurde und nicht von den Medien. Im Übrigen finde ich es doof, gleich unterstellt zu bekommen, von etwas „so beeinflussbar“ zu sein, nur weil es mich berührt.

    Wahrscheinlich sind die Männer und Mütter männlicher Nachkommen nicht so sehr von den Medien beeinflusst. Da muss ich Dir Recht geben, das wird es wohl sein. ^^

  7. 7 artie 22. April 2008 um 19:08 Uhr

    und wovon wurde deine mutter beeinflusst?

    und wird eine mutter von männlichen kindern weniger beeinflusst? wohl der, die männlichen nachwuchs hat, kann man nur sagen.

  8. 8 A.C.i.D. 22. April 2008 um 19:15 Uhr

    welche sorgen sich zb eltern von zb feiernden „kindern“ über deren heimweg machen hängt stark von der medialen präsenz der jeweiligen gefahren ab. hier ists halt eher die vergewaltigung vor der eltern sich fürchten, in nordamerika aber zb eher das erschossen-werden ihrer kinder (weil erschossene jugendliche und nicht vergewaltigte frauen dort in den nachrichten zu sehen sind).

  9. 9 Viktoria 22. April 2008 um 19:30 Uhr

    Meine Mutter wurde von allem möglichen beeinflusst, aber nicht so sehr vom Fernseher, da es bei ihr in ihrer Kindheit und Jugend keinen gab. Dafür gab es andere Dinge. Diktatur und eine stark männerdominierte, spanische Gesellschaft zum Beispiel.

    Wenn an mir irgend ein Kerl mit starrem Blick vorbei läuft und mir irgendwas hinterher säuselt, dann denke ich weniger über die Medienbeeinflussung nach, die ich durchlaufen habe.

    Wahrscheinlich war die Vergewaltigung im Park auch garkeine sondern nur ein Outdoor-Quikie und das „Opfer“ wurd nur durch Medien beeinflusst, sodass die Kulisse zu starke Assoziationen hervor rief? Man kann es mit der Beeinflussung von Medien auch auf die Spitze treiben.

    Vergewaltigungen sind älter als Medien und Mädchen werden auch nicht erst dazu ermahnt, auf sich auf zu passen, seitdem es Fernseher gibt.

    Ja, genau. Wahrscheinlich ist es ein evolutiver Selektionsfaktor, dass nur Frauen, die von Medien nicht beeinflusst werden, Jungs auf die Welt bringen können. Nur so wachsen starke, nicht manipulierbare und selbstbewusste Recken heran.

    Ich glaube eher, dass es damit zusammen hängt, dass von Jungs erwartet wird, dass sie sich solchen Herausforderungen auch mal zu stellen haben. Es gehört „einfach“ zum Leben eines jungen Mannes dazu, dass er vielleicht mal in eine Schlägerei verwickelt wird.

  10. 10 artie 22. April 2008 um 20:07 Uhr

    ach so…

    könnte man aus dem fakt, das du (glücklicherweise, möchte ich ausdrücklich betonen!) nie Opfer wurdest, darauf schliessen, dass deine Angst wenn nicht unberechtigt, so doch übertrieben ist, von verschieden Faktoren hochgepusht?

  11. 11 kuniko 22. April 2008 um 20:12 Uhr

    Danke für diesen Artikel! Du sprichst mir aus der Seele!:d

  12. 12 Viktoria 22. April 2008 um 20:16 Uhr

    Wäre meine Angst übertrieben, würde ich nachts nicht mehr alleine draußen zu finden sein. Ich hätte Symptome, die mit Angst einhergehen, unangenehmes Gefühl in der Magengegend, evtl. würde ich weinen, zittern, schwitzen, halt das, was auftritt, wenn man übertriebene Angst hat.

    Also würde ich mit nein antworten. Evtl. wird meine Sorge aufgepuscht, sie ist schließlich immer im Hinterkopf. Aber sie mündet nicht in eine übertriebene Angst. Das kann man so wirklich nicht sagen. Ich betrachte die Menschen die mich umgeben, hab den MP3-Player nicht mehr an, um besser zu hören und versuche mich einfach auf meine Umgebung einzustellen.

    @Kuniko: oh, das freut mich! :)

  13. 13 artie 22. April 2008 um 21:16 Uhr

    Viktoria, herzlichen Dank für deine Antworten, und es freut mich, dass es doch nicht so schlimm ist, wie der Artikel vermuten liess.

  14. 14 chica 22. April 2008 um 21:43 Uhr

    Klar haben vielen Frauen Angst, des Nachts Opfer einer Sexualstraftat
    zu werden. Allerdings verstehe ich nicht, wieso in dem Artikel alle gängigen Klischees bezgl. sexueller Gewalt gegen Frauen herangezogen werden (Nachts, offene Strasse, „sozialer Brennpunkt“) und entsprechende Schlussfolggerungen gezogen werden wie „Ich ziehe keinen Rock an, um nicht zu provozieren“, womit Du das Klischee, das Aussehen von Frauen sei relevant (wenn auch nicht schuld) für eine Viktimisierung durch Deine Praxis bestätigst. Auf mich wirkt der Text so, als seien Frauen nachts ständig hilflos der Gefahr einer Vergewaltigung ausgesetzt (was m.E. nicht zutrifft)und das einzige was sie dagegen tun können, ist zu träumen und auf bessere Zeiten zu hoffen.

  15. 15 artie 22. April 2008 um 22:56 Uhr

    @chica: fully agree.

  16. 16 Viktoria 22. April 2008 um 23:02 Uhr

    @artie: Freut mich, dass ich Dir helfen konnte. :)

    @chica: die Sache dabei ist, dass es für mich nicht bloß eine Klischeeansammlung ist. Zwar werden hier vor der Tür keine Menschen auf offener Straße erschossen, aber es ist doch nicht das sicherste Umfeld. Fakt ist auch, dass ich mich mit diesem Problem eher konfrontiert sehe, wenn es nach 22h ist. Offene Straßen und ein Wiesengelände kann ich auf dem nachhause weg auch nicht meiden. So schaut es bei mir aus – wahrscheinlich, wie bei vielen anderen auch. Aber es sind eben die Sorgen, die ICH habe. Ob die jetzt klischeehaft sind, ist mir da ziemlich egal, weil sie in mir eben vorhanden sind. Wie ich dem ein oder anderen Kommentar entnehmen konnte, auch nicht nur bei mir, also können sie nicht so weit hergeholt sein.
    Ich gebe ja zu, dass es irgendwo wirklich auch blöd von mir ist, dass ich mich da kleidungsmäßig einschränke. Aber hohe Absätze sind ernsthaft nachteilig. Und Röcke… ich fühle mich damit eben nicht sicher! Schließt Du nachts auch die Haustür ab? Das hat ja auch was mit einem Sicherheitsgefühl zu tun, obwohl sich Einbrecher auch in Wohnungen und Häuser wagen, die abgeschlossen sind. Ich sage ja auch nicht, dass mein Verhalten in irgendeiner Weise rational ist. Eine Hälfte von mir fühlt sich dadurch auch ein wenig angepisst. Aber in dem Moment, in dem ich nachts nach hause komme, fühle ich mich besser.

    Natürlich sind Frauen nicht ständig hilflos und der Gefahr einer Vergewaltigung ausgesetzt. Ich bin die Letzte, die sagt, dass ein Penisträger ein potentieller Vergewaltiger ist. Aber was, außer ein selbstsicheres Auftreten, Grundkenntnisse der Selbsterteidigung schützt denn aktiv vor einem solchen Vorfall? Wirklich, Du wärest mir eine große Hilfe, wenn Du mir darauf eine Antwort geben könntest.

    Andererseits: wieso kann nicht auch eine Frau mit einem unselbstsicheren Auftreten und ohne Grundkenntnisse der Selbstverteidigung nicht weniger Opfer werden? Und bis der Tag erreicht ist, bleibt es wirklich nur ein Traum.

  17. 17 artie 22. April 2008 um 23:14 Uhr

    Viktoria, ich muss dir leider folgendes sagen: du kannst dich vor einer vergewaltigung nicht schützen. kein selbstverteidigungskurs, kein nicht anziehen von gewissen kleidern. der mann wird dir immer körperlich überlegen sein…ausser du gleichst diese unterlegenheit mit einer waffe aus.

    die wahrscheinlichkeit aber, dass es soweit kommt, ist aber wirklich klein…und dort kommt eben das irrationale deinerseits in spiel…und mit diesem artikel trägst du nicht zur beruhigung und rationalisierung bei, sondern förderst diese angst in frauen, ja, pusht es sogar.

  18. 18 Viktoria 22. April 2008 um 23:27 Uhr

    Ich weiß nicht, was gegen es gegen „Angst“ helfen soll, wenn man das Thema einfach nicht ausspricht. Natürlich, st_eve hat damit recht, zu sagen, dass 75% der Vergewaltigungen im häuslichen Bereich stattfinden. Von 100 Frauen hat man dann immernoch 25, bei denen es nicht im häuslichen Bereich war. Das ist auch viel.

    Ich weiß auch nicht, was dieser Artikel Angst puschen soll, nur weil ich meine eigene „Angst“ ausspreche. Mensch, was ich alles machen könnte, wenn ich so eine Wirkung auf Menschen hätte!

    Ich sehe das eher gegenteilig! Erst, wenn man darüber spricht, schreibt, was auch immer, kann man wirklich dagegen angehen. Solange eine Sorge etwas Unausgesprochenes, Abstraktes im Kopf bleibt, kann man sich ihr nicht stellen. Und DAS puscht und fördert in meinen Augen viel eher die Angst in Frauen.

    Edit: Also Du meinst, dass es da mehr bringt, einem Mädchen zu sagen, dass sie sowieso nichts tun kann, außer zur Waffe zu greifen, weil sie körperlich ohnehin unterlegen ist, und ihr dann zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit jedoch, äußerst gering ist, dass es soweit kommt…

  19. 19 bigmouth 22. April 2008 um 23:34 Uhr

    dass man sich unsicher fühlt, ist aber halt kein argument dafür, dass das auch so ist. statistiken zeigen zB auch, dass leute glauben, kriminalität würde immer mehr um sich greifen, wo das gar nicht stimmt- eben auch wg medienpräsenz. insofern ist der verweis auf das gefühl anderer leute nicht stichhaltig

    ich denke, das cs-gas in der hand nützt einer mehr als seine kleidung umstellen. oder einfach blöde anmachen wie „süße“ mal verbal aggressiv zu beantworten und den typen klar machen, was sie die eigentlich tun, daß frauen sich wegen wichsern wie ihnen nachts unwohl fühlen. dann ist frau aktiv, tut etwas, und fühlt sich weniger als potentialles opfer

  20. 20 Judith 22. April 2008 um 23:46 Uhr

    liebe viktoria!
    ich kann deine ängste beim nachts durch die stadt laufen total verstehen. geht mir in manchen gegenden auch so. manchmal ertappe ich mich auch dabei mich nachts allein auf der straße so unsexy wie möglich zu verhalten, trampel breitbeinig, zieh mir die kaputze über‘n kopf, trampel breitbeinig, sobald ich merke dass ein mann hinter mir geht..
    und in so einer situation bekomm ichn auch immer eine schreckliche wut, in was für eine doofen situation ich mich gerade befinde.
    trotzdem. ich fürchte unsere mütter sind ein teil des problems! als frau nachts überfallen zu werden ist echt suuuper selten. und ich unterstelle jetzt mal unseren müttern (ok, deine mutter kenn ich nicht – dafür meine umso besser:-)), dass dieses ewige warnen vor den gefahren die da draußen auf uns lauern, auch – bewusst oder unbewusst – ein probates mittel ist, dafür zu sorgen dass wir auch schön brav sind. die allerallermeisten opfer sexueller übergriffe kennen ihre täter oder sind sogar mit ihnen verwand, mütter sagen trotzdem eher seltener: pass vor meinem bruder, deinem onkel auf. verständlich.klar.

  21. 21 AnakA 23. April 2008 um 1:24 Uhr

    @bigmouth: bin ganz deiner Meinung. Mir ist aufgefallen, dass vorallem Männer, die in einem sehr patriarchalen Umfeld aufgewachsen sind, auf entschlossenes, resolutes und zuweilen auch etwas agressivem (verbales) Verhalten, sehr erschrocken reagieren und sich zurückziehen.

    @artie: für alle die wie du denken und glauben dass Frauen in jedem Fall dem Mann körperlich überlegen sind: die Augen, die Ohren, die Eier und die Knie sind Punkte in denen Männer kaum oder gar keine Muskeln bilden können. In der Defensive eröffnet einer dieses Wissen ungeahnte Verteidigungsmöglichkeiten. Lautes Schreien ist ebenfalls sehr effektiv. Doch das wichtigste ist; übt das mir euren Freundinnen und Freunden, denn wie es so ist, werden diese Sachen im Schock des Ernstfalls oft vergessen! Raufen kann auch Spass machen!

    und zum Thema Angst:
    Ich glaube alle haben Ängste. Und vorallem wenn sie von einem herrschenden Zustand wie dem Patriarchat hervorgerufen werden, hilft es viel sich zu wehren, sich zu organisieren, zu vernetzen. Ihr seid nicht alleine um sich den Ängsten zu stellen, sich gegen die Scheisse die einer geboten wird zu wehren, und die ganze Kraft die in uns steckt endlich zu gebrauchen.

    @viktoria: ich finde es diskriminierend einen Mann als Penisträger zu bezeichnen.

  22. 22 AnakA 23. April 2008 um 2:00 Uhr

    in zeile 6 mein ich natürlich unterlegen, nicht überlegen

  23. 23 Paula Schramm 23. April 2008 um 7:58 Uhr

    What st_eve said. Ausserdem, Jay, wenn du dir darum Sorgen machst, warum überholst du die Frau der du vielleicht Angst machst nicht einfach und läufst vor ihr her, so dass sie dich im Auge hat?

  24. 24 valsa lenta 23. April 2008 um 9:53 Uhr

    Olá bin ich portugiesisch und ich entdeckte Ihr zufällig blog. Ich habe eine Relation mit einer Frau, die Mutter eines Mädchens ist. Wir leben „versteckt“, weil die portugiesische Gesellschaft das homossexualidade verurteilt.
    Ich mochte es blog und ich denke, um mit mehr Zeit zurückzukommen.
    Happinesses

  25. 25 Viktoria 23. April 2008 um 10:25 Uhr

    @Anaka: Ich danke vielmals für Deine Tips. Ich denke auch, dass ein Mann zum einen nicht unbedingt körperlich überlegen sein muss, zu anderen ist eine solche Überlegenheit nicht von Bedeutung, wenn der Gegner eine bestimmte Technik beherrscht. Und Schwachstellen hat, wie Du schon geschrieben hast, jeder Körper.

    Das mit dem Üben hört sich gut an. Ich werde es mal bei meinem Freund zur Sprache bringen. Da hatt man dann zumindest ein wenig eine Sicherheit. Andererseits wird es niemals so sein, wie im Ernstfall. Jedoch kann eine Routine wahrscheinlich dafür sorgen, dass man im Ernstfall eben ruig bleibt.

    Des weiteren tut es mir aufrichtig Leid, wenn sich jemand durch den Begriff Penisträger diskriminiert gefühlt hat, das war nicht meine Absicht. Nun, da ich weiß, dass das Wort auch solche Reaktionen auslösen kann, werde ich nicht mehr damit um mich schmeißen.

  26. 26 bigmouth 23. April 2008 um 11:57 Uhr

    ich finde es diskriminierend einen Mann als Penisträger zu bezeichnen.

    wieso eigentlich? gehört ja doch zu den eindeutigeren geschlechtsspezifischen merkmalen. ausserdem habe ich ein besseres verhältnis zu meinem penis als zu meinem bart zB. ich finde es nicht diskriminierend, aber die lust an der farbigen metapher bringt stilistisch unschöne sachen hervor. wie, wenn in metalzeitschriften redakteure cds „silberscheibe“ nennen, um „originell“ sein zu wollen

  27. 27 bigmouth 23. April 2008 um 12:55 Uhr

    und natürlich gibt es auch männer, die keinen penis haben. die diskriminiert es schon

  28. 28 chica 23. April 2008 um 13:05 Uhr

    Ich hätte mir halt gewünscht, dass auf einem linken, feministischen Blog Kriminalitätsängste nicht mit einer tatsächlichen Gefährdung gleichgesetzt werden, sondern reflektiert wird, woher diese Ängste kommen. Und vielleicht warum viele Frauen sich im öffentlichen Raum unsicherer fühlen als zu zweit mit dem Kumpel, obwohl das statistische Risiko im privaten Kontext höher ist. Dann hätte ich mich auch noch gefreut, wenn diskutiert würde, wie man mit dieser Angst umgeht, bspw. mehr Frauen auf die Straße nachts, damit es subjektiv sicherer wird. Oder ich gehe trotzdem im Rock auf die Straße und packe mit halt noch Sneakers in die Handtasche (ist eh bequemer). Und dann hätte ich gerne auch die Tatsache erwähnt, dass Vergewaltigung nicht die häufigste nachts verübte Straftat ist, dass Frauen ebenfalls Opfer rechter Übergriffe werden können und andere Personengruppen ebenfalls spezifisch gefährdert sind. Und ich finde es auch wichtig deutlich zu machen, dass zwischen einer unerwünschten Anmache und einer Vergewaltigung doch ein himmelweiter Unterschied liegt.

  29. 29 planeten 23. April 2008 um 13:42 Uhr

    Als ich 16 war, hat mich mal ein älterer Typ in der Staßenbahn angequatscht. Ich dachte, wenn ich ihn ignoriere, lässt er mich zufrieden. Von wegen! Der ist mir dann gefolgt und hat mich wirklich angegrabscht und bedrängt. Abends um 21 Uhr, die Straßen waren dennoch wie ausgestorben. Ich war zum Glück bereits in meinem Wohngebiet, hab mich heftig gewehrt, konnte mich losreißen, bin nur noch gerannt wie der Teufel und dann in einem Durchgang unauffällig verschwunden. Danach hatte ich nur Angst vermischt mit Scham, das ausgerechnet mir, die nun wirklich nie in die Disco oder auf Partys geht oder sich aufreizend anzieht, sowas passiert. Und ich hab es damals niemandem erzählt.

    Inzwischen weiß ich, dass ich gegenüber solchen Arschgeigen von Anfang an viel aggressiver und selbstbewusster hätte auftreten müssen und dass nicht ich mich hätte schämen müssen, sondern diese geile alte Sau. Das ich nicht schweigen muss, sondern davon erzählen darf und sogar muss.

    Es ist mir passiert und ich hab wirklich geglaubt, dass ich darüber nicht sprechen darf – aus falschverstandener Scham.

    Ich hab nicht geflirtet, ich war auf keiner Party, ich hatte noch nicht mal einen Rock an. Ich war jung, ich war allein, ich war schüchtern und ich hatte Brüste. Das hat ausgereicht, damit ein geiler alter Bock meinte, seinen stinkenden Mund gegen mein Gesicht pressen zu müssen.

    Meine Angst in dunklen Gassen ist also durchaus berechtigt, aber viel berechtigter ist vor allem eins: Wut. Wut darüber, dass ich mir über sowas überhaupt Gedanken machen muss und Wut darüber, dass anscheinend einige Kommentatoren meinen, dass man über die Angst vor Belästigung nicht sprechen darf, weil es sowieso so selten passiert und dass anderen Frauen unnötige Angst einjagt. Als ob sexuelle Belästigung oder die Angst davor durch Schweigen aus der Welt verschwinden würde.

    Scheiß drauf! Ich werde sicherlich nicht mehr das Maul halten: Ja, ich habe Angst allein im Dunkeln und ich hab verdammt noch mal auch das Recht dazu. Das hält mich aber nicht davon ab, dennoch nachts unterwegs zu sein. Es ist nämlich das eine Angst zu haben und das ander, sich davon völlig beherrschen zu lassen. (Ich hab immer meinen Schlüsselbund in der Hand, halte mich möglichst in der Nähe einer Straße auf und achte darauf, wer so hinter mir läuft. Und ich mag keine hochhakigen Schuhe…)

  30. 30 shlomo 23. April 2008 um 14:16 Uhr

    @ jay: ich musste gerade herzhaft lachen, als ich deinen ersten beitrag gelesen hab, denn ich hab mich darin 100%ig wiedererkannt…

    und @ Paula Schram: natürlich veruche ich zumindest, in solchen situationen die betreffende (denn bei männern ist es mir bisher noch nicht aufgefallen, dass sie sich zwei mal oder noch öfter umblicken, wenn ich zufällig hinter ihnen laufe) zu überholen. blöd nur, wenn sie sowieso schon 10 meter vor mir läuft. muss ich erst noch schneller laufen, sie reagiert vielleicht panisch und beruhigendes ansprechen von wegen „ich tu schon nichts“ bringts dann auch nicht ganz…

    @ chica: ich glaube, dieses unbestimmte, subjektiv vermittelte unsicherheitsbefinden kommt daher, dass im gesellschaftlichen mainstream vergewaltigung eben nur in dunklen gassen passiert. also muss erst diese nuss geknackt werden, muss den leuten vermittelt werden, ey, auch ihr nachbar kann sich z.b. an seinen kindern vergehen, um ihnen die augen für die eigene, unmittelbare umgebung zu öffnen.

    außerdem ist es imho so, dass viele (durch welche medialen oder sonstigen einflüsse auch immer geprägte) vor allem jugendliche männer ihr männlichsein durch machogehabe wie hinterherrufen, pfeifen, blöde kommentare von sich geben unter beweis stellen, vor allem, wenn sie in der gruppe sind. da wird n kurzer rock schon mal als „einladung“ gesehen, anzüglich zu werden. von daher möchte ich viktoria auch keinen vorwurf machen, dass sie bei ihrer kleiderwahl auf solche doch häufigen reaktionen rücksicht nimmt.

  31. 31 Johannes 23. April 2008 um 14:23 Uhr

    Ich fasse nochmal zusammen. Viktoria träumt davon, dass sie spät abends nachhause gehen kann, ohne Gefahr zu laufen, dass ihr an der nächsten Ecke etwas geschieht, weil sie eine Frau ist.

    Sie sollte eher davon träumen oder besser daran arbeiten, dass sie Abends nachhause gehen kann, ohne dass sie Angst hat, dass ihr an der nächsten Ecke etwas geschieht, weil ihr ihre Mutter so viel Angst gemacht hat.

  32. 32 cyborg* 23. April 2008 um 21:24 Uhr

    ich denke, es sollte in keinem fall darum gehen, angst von frauen zu stigmatisieren (nach dem motto: du bist ja hysterisch, bist ja gar nicht tatsächlich gefährdet). ich finde aber schon, dass es sinn machen kann (gerade für die, die aufgrund ihrer angst einschränkungen in kauf nehmen!), zu schauen, was für eine geschichte und funktion die ganze debatte hat. meines wissens wird schon seit jahrhunderten von unteschiedlichen seiten die angst geschürt, dass weibliche bewegungsfreiheit mit den schrecklichsten gefahren wie entführung und frauenhandel usw verbunden sei. hierbei kamen nicht nur sexistische bilder (der mann als triebgesteuert und überlegen, die frau als passives naives opfer) zum tragen, sondern bei der konstruktion der täter oft auch rassistische und antisemitische stereotype.
    also geht es in dem diskurs nicht nur um die realen gefahren (die es ja durchaus gibt!), sondern diese werden auch für eine patriarchale logik instrumentalisiert: für mädchen/frauen sei es eben generell/abends/nachts viel zu gefährlich (auf jeden fall ohne männlichen schutz…), daher sollten sie doch am besten in ihrem traditionellen bereich verbleiben, nämlich an heim und herd.

  33. 33 Viktoria 24. April 2008 um 2:20 Uhr

    Wisst ihr was? Heute kann ich mal wieder schreiben, wie es mir erging. Nämlich folgender Maßen: Ich habe meiner Mutter schon gestern klar gemacht, dass ich heute mit einem Freund in eine Gothic-Disco gehe. Mein Gott, hat die Frau Panik geschoben. Von wegen was ich da machen würde, wie ich mich kleiden täte und überhaupt, wann ich gedenke nach hause zu kommen. Da habe ich ihr gesagt, dass ich so etwa um 1h zuhause sein werde. Sie war total panisch, als wenn das wirklich die unchristlichste Zeit wäre, die man sich vorstellen kann. Mein Gott, vorletzten Freitag war ich um 2h zuhause. Alleine! Aber nein, irgendwie scheinen alle Vergewaltiger vorallem Mittwochs Auslauf zu haben. Jedenfalls hat meine Mutter mit ihrer matriarchalischen Ader es geschafft, meinen Vater dazu zu bringen, dass er mich abgeholt hat. Leider schon um halb eins. So ein Mist! Ernsthaft, ich mache sowas heute zum allerletzten Male mit! Das nächste Mal komme ich entweder heile nach hause – zu der Uhrzeit, zu der es mir passt, oder meine Mutter selbst kann mich abholen kommen, wenn ICH ihr sage, dass es langsam mal Zeit wird. Das ist doch echt nicht mehr feierlich. Vor allem nicht, wenn der Barkeeper so hübsch ist! Alter Schwede…

    @Chica: Ok, das nächste Mal werde ich versuchen, alle von Dir bemängelten Punkte, mit in meine Ausführung einzubringen. Aber ich muss sagen, dass ich es auch als Bereicherung empfinde, von anderen Frauen mitgeteilt zu bekommen, wie sie sich in solchen Situationen fühlen, wie sie mit diesen Ängsten umgehen – ob sie diese überhaupt haben. Denn wie ich es bisher mitbekommen habe, scheint es doch nicht so sehr verbreitet zu sein und meine Mutter hat mich einfach nur übervorsichtig und überbesorgt geprägt!

    @Planet: Das ist wirklich Scheiße, was Dir passiert ist, und das ist einfach auch die Sorge, die ich habe. Vor allem, weil ich mich auch kenne und eigentlich nicht unhöflich werde, solange es nciht unbedingt notwendig ist! Leider kann es dann auch einfach zu spät sein. Andererseits: Vielleicht war es dem Kerl, der Dich angemacht hat auch einfach nur egal! Vielleicht hättest Du Dich auch sonswie benehmen könnnen, er hätte es trotzdem als toll empfunden, Dir auf irgeneine Weise Angst zu machen. Man weiß ja nie. Ich habe schon lage aufgehört, mir die Frage: was wäre wenn, zu stellen.

    @Shlomo: ich danke für Dein Verständnis! Leider kenne ich solch geprägte männliche Gruppen nur allzu gut und wenn es um Gruppen geht, ist man alleine sowieso in der Minderheit. Lustigerweise bin ich in letzter Zeit auch meistens nur mit Gruppen ernsthaft konfrontiert worden.

    @Johannes: Johannes kann die Verfasserin des Textes auch direkt ansprechen, was diese sehr schätzen würde und diese ihm Rahmen dessen mal direkt darüber aufklären, was sie denn am besten in die Tat umsetzte, um ihre Angst zu überwinden. Wirklich, Johannes täte Viktoria damit einen großen Gefallen, nachdem er ihre Träume schon so treffend zusammen gefasst hat.

    @Cyborg: Ich danke Dir für Deinen Beitrag, dieser war nämlich wirklich mal produktiv!!! Ich denke auch, dass man diese Mechanismen einmal hinterschauen müsste. Dies wird leider nicht oft oder offensichtlich genug getan. Leider sind es auch wirklich Stereotypen, die „Angst“ hervorrufen. Unwirkürlich natürlich (warum fühle ich mich von dem arabisch aussehendem Mann mehr bedroht als von dem mit Dreads und nem Vollbart?). Ich glaube auch nicht, dass von Müttern willkürlich eine Heim und Herd Mentalität propagiert wird. Unwillkürlich jedoch mündet es in diese! Aus Angst vor dem, was geschehen könnte. Im Grunde aus Angst vor dem Patriarchat in sich.

  34. 34 unGeDuLdig 24. April 2008 um 10:35 Uhr

    Hey, interessantes blog.

    Ich (m) arbeite hauptsächlich in Nacht- und Spätschichten, so dass ich oft in die Lage komme, die Jay beschreibt: Da latsche ich leicht verpennt nach Hause, und bemerke, dass ich zu später Stunde auf einsamer Strasse jemand weiblichen nervös mache, sichtbar an hektischen Schritten, leicht verkrampftem Griff zur Handtasche und gestresster Körperhaltung. Dass ich qua Geschlecht der Auslöser von Angst bin, kann ich nach 100.000 Jahren Menschheitsgeschichte voller sadistischer Gewalt keiner Frau verdenken. Vielleicht mache ich mich jetzt unbeliebt, aber diese Strassensituation ist ein Moment der Wahrheit, der das Geschlechterverhältniss offenlegt: Mag sein, dass die statistische Wahrscheinlichkeit für die betreffende Frau ganz andere und grössere Gefahren zuhause bereithält, doch dort sind sie durch gesellschaftliche Konventionen nicht so gut sichtbar. Auf der dunklen Strasse aber, wo wir uns nicht kennen, werden wir einander zu Prototypen, in denen sich alle Zuschreibungen, Potentiale und Realitäten verdichten. Ich bin alle Männer, sie ist alle Frauen. Kein Wunder, dass Spannung bzw. Unwohlsein entsteht. Wir sind ja beide in einer Welt, die in Tausend Varianten Frauen mehr oder weniger verpackt als Konsumgüter auf den Markt wirft, die Werbetafeln auf dem Nachhauseweg brüllen es quadratmeterweise hinaus, wer da von wem konsumiert werden soll. Dass ich als konkrete Person zumindest hinsichtlich der Vergewaltigungsgefahr harmlos bin und die Frau vor mir eventuell die amtierende Taekwondo-Weltmeisterin ist, tut in dem Moment nicht viel zur Sache: Wir kennen uns ja nicht.

    Was also in dieser paranoiden Aktenzeichen-XY-Situation enthüllt wird, ist nicht die potentielle, sondern die bestehende Gewalt von Männern gegen Frauen. Wenn Du, Victoria, also den Traum hegst, einmal dieses Unwohlsein nicht mehr zu fühlen, ist das der ehrenhafte, aber m.E. bis auf weiteres unmögliche Wunsch nach einem Ende der direkten und indirekten Herrschaft und Gewalt. Eine Gesellschaft, die Waren produziert, die man bezahlen muss, erzeugt Laden- und sonstige Diebstähle. Eine Gesellschaft, die Frauen zu Waren macht, die man per Heirat „kaufen“ oder per Freierlohn „mieten“ kann, legt die Möglichkeit der Vergewaltigung als „unrechtmässige Aneignung“ nahe. Im Krieg oder bei Aufständen fallen das Klauen, Plündern und Vergewaltigen in eins, weil die Eigentumsrechte aufgehoben sind. Auch so eine Art Stunde der Wahrheit… Die Befürchtungen Deiner Mutter könnten historische Gründe haben, by the way. Ich komme auch aus Spanien und der älteren Generation sitzen die nie richtig ausgesprochenen Ereignisse des Bürgerkrieges und der Diktatur tief in den Knochen.

    Was die praktische Frage angeht, was man machen kann, um in der betreffenden Situation „Entwarnung“ zu geben, muss ich beinahe passen. Jede weitere Verhaltensauffälligkeit meinerseits würde aus dem Unwohlsein der Frau echte Angst machen. Je nach Situation und Entfernung überhole ich schnell und verschwinde am Horizont oder lasse mich zurückfallen, ich habe schon gelegentlich einen Umweg gewählt, um ihr und mir ein Ende der neurotischen Situation zu vergönnen. Handys sind übrigens in dieser Hinsicht ein Segen. Ich kann meins zur Beruhigung nutzen: „Hallo Schatz, ich bin gleich zuhause, blabla.“ Sie kann es zur Abschreckung und zur Selbstberuhigung verwenden: „Hi, ich bin auf der Soundso-Strasse, noch fünf Minuten, blabla.“

    Ich hoffe, jetzt keinen absoluten, XY-chromosomigen Stuss geredet zu haben. Bis dann, y uno de esos días llévate a tu mamá contigo de juerga, que se le vaya el miedo…

  35. 35 Viktoria 24. April 2008 um 11:50 Uhr

    @Ungeduldig: Ich kann nur von mir selbst sprechen, und ich finde, dass Du ganz und garnicht „XY-chromosomigen Stuss“ geschrieben hast. Viel eher fand ich Deinen Beitrag wirklich produktiv und durchdacht. Ich finde auch Deine Schlussfolgerungen sehr denkbar, es ist ja wirklich so, dass die Person hinter mir und vor mir alles mögliche sein kann.
    Auch was Deine Einschätzung meiner Mutter gegenüber betrift, kann es sehr gut möglich sein. Sie ist schließlich nicht nur in der spanischen Diktatur aufgewachsen, sondern auch noch im Baskenland, was (ich will jetzt keine ideologische Debatte anfangen!) doch aufgrund seiner Sprache und Kultur ziemlich durch die Mangel genommen wurde. Leider hat in Spanien im Großen und Ganzen nie eine Aufarbeitung stattgefunden. Aber das ist ein anderes Thema.

    podria ir con ella de juerga pero creo que nunca en la vide se le va ir el miedo. Da hilft nur Routine rein bringen und ihr zeigen, dass ich es immer wieder zurück nach hause schaffe! ;)

  36. 36 Crash 24. April 2008 um 13:22 Uhr

    Angst beim Nachts nach Hause gehen ist wirklich nicht nur ein Thema, das Frauen betrifft. Ich muss als Mann zwar keine Angst haben vergewaltigt zu werden, aber von irgendwelchen Nazis zusammengeschlagen zu werden oder von wem anders ausgeraubt ist ja auch nix besonders schönes. Von mir wird aber erwartet, mutig und stark zu sein, ich bin ja ein Mann. Ich denke manchmal darüber nach, mit zur Selbstverteidigung CS-Gas oder sowas zu kaufen, weil meine körperliche Statur zur Verteidigung wohl ähnlich wenig ausreichen würde wie vielen Mädchen. Aber irgendwie wär’s mir auch peinlich.

  37. 37 Johannes 24. April 2008 um 15:46 Uhr

    @Viktoria:

    Ich weiß nicht, wie du deine Angst übwerwinden kannst. Auf jeden Fall nicht dadurch, dass du dir wie in deinem Blogeintrag bestätigst, dass du aufgrund deines Geschlechtes einer größeren Gefahr ausgesetzt bist.

    Man ist doch ständig irgendwelchen diffusen Gefahren ausgesetzt. Vor allem im Straßenverkehr. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit im Straßenverkehr eine Querschnittslähmung oder einen abgetrennten Arm davonzutragen im Vergleich zur Wahrscheinlichkeit, vergewaltigt zu werden.

    Das Leben ist ein Risiko.

    Jedenfalls finde ich es wirklich abstoßend, wie du hier von Männern schreibst. Du ziehst keine hohen Schuhe an, weil du meinst, dass du sonst Männer anstachelst. Klingt irgendwie so wie: „Wie verhalte ich mich, wenn ich im Wald einer Wildsau begegne?“

    Im Übrigen gibt es Männer, für die hohe Schuhe effiziente Erotikkiller sind.

  38. 38 Xenia 24. April 2008 um 16:41 Uhr

    Ich denke, die Angst kommt unter anderem auch dadurch zustande, dass Frauen im Alltagsleben oftmals als körperlich wesentlich schwächer behandelt und dargestellt werden, als sie wirklich sind.

    Wenn es etwas zu schleppen gibt, kommen z.B. auf der Arbeit sofort Kollegen an, die meinen das wäre doch zu schwer für mich und mir helfen wollen. Letztens bin ich umgezogen, und ich habe mir extra immer die schweren Stücke ausgesucht, weil ich Bock hatte mich anzustrengen. Von allen Seiten kam mehrfach „das ist doch viel zu schwer für Dich“ und es wurde versucht mir aus den Händen zu nehmen. Dabei bin ich eine erwachsene Frau und somit natürlich in der Lage selbst einschätzen zu können, was ich heben kann und was nicht. Ich hab mir dann die „schweren“ Brocken auch nicht aus der Hand nehmen lassen und es war außer ein bisschen Anstrengung gar kein Problem. Und es kommt ja auch darauf an, wie man etwas hebt um sich nicht das Kreuz kaputt zu machen.

    Wird Mädchen/Frauen ständig gesagt, dass etwas zu schwer/anstrengend für sie ist und ihnen körperliche Tätigkeiten die mit ein bisschen Anstrengung verbunden sind konsequent abgenommen, fangen sie auch an zu glauben dass sie schwach sind. Und sie werden auch immer schwächer, da sie ihre Muskeln nicht beanspruchen. Sie lernen ihre Grenzen nicht kennen, und sie wissen auch nicht, wie stark sie wirklich sind. So groß wie der Unterschied in der Stärke zwischen Mann und Frau gemacht wird, ist er nämlich gar nicht. Frau hat viel mehr Kraft als sie glaubt, als ihr Glauben gemacht wird, wenn sie sich ein bisschen fit hält und darauf kackt, dass es „in“ ist, klapperdürr zu sein und zart und zerbrechlich auszusehen.

  39. 39 unGeDuLdig 24. April 2008 um 16:54 Uhr

    Mannomann Johannes,

    Vergewaltigungsängste als feministische Hysterie abzukanzeln… In welchem Paradies lebst Du eigentlich?

    Und überhaupt, die Vergleiche mit Autounfällen und Wildsäuen: Wer jemals vergewaltigt wurde, wird sich wünschen, lieber einer ganzen Herde von Wildsäuen im Wald begegnet zu sein. Für viele Opfer ist das, was sie ihr Leben nannten, nach einer solchen Erfahrung erstmal beendet. Wenn ein männerkompatibler Vergleich möglich ist, dann eher der mit Folter.

    Nicht, was Viktoria über Männer schreibt, ist abstossend, sondern das, wozu manche Männer fähig sind. Und Deine Reaktion darauf ist übrigens auch nicht besonders appetitlich. Aber vielleicht habe ich was missverstanden.

  40. 40 МГУ 24. April 2008 um 18:54 Uhr

    Diese Frau/Mann-Bipolaritäts-Scheisse hier geht mir echt tierisch auf die Nerven. Fans der Zweigeschlechtlichkeits-Matrix würden mich wahrscheinlich in die Mann-Kategorie pressen wollen. Trotzdem hab ich jedesmal Angst, wenn nachts jemand hinter mir her läuft. Da ich mich niemals trauen würde, mich umzuschaun, ist es auch egal ob Heterosexisten die Person hinter mir als Frau oder Mann einordnen würden. Und Angst auf andere bedrohlich wirken zu können hatte ich wohl noch nie in meinem Leben. Fuck Schablonen!

  41. 41 johannes 24. April 2008 um 19:00 Uhr

    @Ungeduldig:

    Natürlich ist für die Opfer einer Vergewaltigung ihr bisheriges Leben bisher beendet. Für einen, der einen tödlichen Autounfall hatte, ist nicht nur sein bisheriges Leben beendet. Trotzdem wird diese ständige Gefahr längst nicht so thematisiert, wie die Gefahr im dunklen Park vergewaltigt zu werden. Vor allem nicht mit der Polemik gegen die potentiellen Täter.

    Was ist an meiner Reaktion unappetitlich. Ich betrachte die Dinge lediglich nüchtern. Und nüchtern betrachtet ist die Gefahr im dunklen Park vergewaltigt zu werden nur eine kleine unter vielen Gefahren, denen wir Menschen Tag für Tag ausgesetzt sind.

  42. 42 МГУ 24. April 2008 um 19:30 Uhr

    „Wenn es etwas zu schleppen gibt, kommen z.B. auf der Arbeit sofort Kollegen an, die meinen das wäre doch zu schwer für mich und mir helfen wollen. Letztens bin ich umgezogen, und ich habe mir extra immer die schweren Stücke ausgesucht, weil ich Bock hatte mich anzustrengen.“

    dazu hab ich leider häufig komplementäre erfahrungen gemacht. irgendwelche frauen (die sich auch selbst so bezeichnen würden) drücken mir sachen in die hand, erwarten dass ich mehr schleppe als sie, und sind verwirrt bis beleidigt, wenn ich da „nicht von selber drauf komme“. noch schlimmer sind nur die macker, die sich einmischen, wenn eine frau auch mal sachen trägt (das auto fährt, das essen bezahlt, sich handwerklich betätigt usw.), und mich dann blöd anmachen, warum ich „als mann“ das nicht übernehme.

  43. 43 Johannes 24. April 2008 um 19:57 Uhr

    @МГУ

    Das sind auch meine Erfahrungen. Oft kommen irgendwelche Frauen zu mir und sagen etwas wie: „Wir brauchen mal einen starken Mann, der uns dasunddas macht.“ Und die meinen dann offenbar noch, dass ich mich geschmeichelt fühlen müsste, dass ich ihnen helfen „darf“. Wenn ich dann sage: „Ne, is nich, schadet Euch bestimmt nicht, wenn Ihr selbst mal zupackt.“ bekomme ich böse Blicke. Und die genieße ich …

  44. 44 unGeDuLdig 24. April 2008 um 20:31 Uhr

    @johannes

    Ich glaube, Du lässt Dich zu sehr von der Statistik verführen. Es geht nicht um die Wahrscheinlichkeit, sondern um den Kontext. Die Vergewaltigung ist das finale, am eigenen Fleisch erfahrene Extrem einer sexistischen Gesellschaft, die speziell den Frauenkörper zur Ware macht, viel öfter auf subtile und alltägliche Weise und, da hast Du Recht, relativ selten Nachts im Park. Das Beglotzt- und Begrapschtwerden, die Kultur und Werbung, die immer mehr sadistische und pornographische Züge trägt, die 1.001 Arten von Zurichtung, Unterdrückung, Herabsetzung, die zu beschreiben wohl eher den Feministinnen als mir zusteht, all diese kleinen Vergewaltigungen laufen auf die eine, grosse hinaus, die allen, die nicht als Männer definiert werden, zumindest theoretisch droht.

    Die Furcht bzw. Ärger, den frau in der Situation auf dem einsamen Nachhauseweg empfindet, ist nur oberflächlich auf das gerichtet, was in den nächsten Paar Minuten geschehen könnte. Mathematisch-kriminologisch gesehen ist es „nur“ ein Restrisiko, was da hinter ihr her spaziert. Aber die Empfindung beruht nicht auf dem, was in der Zukunft liegt, sondern auf einer sexistischen Gegenwart, die frau jeden Tag neu erlebt, u.v.a. – da kommt Viktorias Mutter und alle Mütter ins Spiel – eine Vergangenheit, so voller Schrecken und Gräuel, dass es sowas wie eine kollektive weibliche Erinnerung an die männliche Gewalt gibt, ohne gleich esoterisch werden zu wollen.

    Wie E.M. Cioran mal sagte: Die Zukunft, vor der wir uns fürchten, ist längst geschehen. Der Wunsch Viktorias, völlig sorglos durch die Nacht spazieren zu können, wenn ich mal interpretieren darf, ist der Wunsch nach einer Welt, die diese Sorglosigkeit auch zulässt. Solange unsere Gesellschaft sexistische Menschen am laufenden Band erzeugt, besteht leider keine Berechtigung zur Sorglosigkeit, dafür umso mehr Anlass zum Kauf von CS-Dosen. Das Traurige daran ist nur, dass kein CS der Welt gegen den alltäglichen, allgegenwärtigen Sexismus aufkommt.

    Verstehe ich Deine letzte Bemerkung richtig, dass Du Frauen als faul und manipulativ empfindest, die sich die Emanzipation erst durch männliches Gewichteschleppen verdienen müssen? What the fuck?

  45. 45 Judith 24. April 2008 um 20:37 Uhr

    @МГУ
    wenn frauen vergewaltigt werden, dann geschieht dies durch menschen die sich als hetero und männlich definieren. darum diese „Frau/Mann-Bipolaritäts-Scheisse“ an der stelle. ganz einfach.
    ob die gefahr, dass dies passiert, realistisch eingeschätzt wird steht auf einem anderen blatt.
    zu deinem letzten post: find ich einen guten punkt. manchmal ist es halt so wunderschön bequem sich auf die gentleman/kavaliers-gesten von männern einzulassen, dass frau gerne mal vergisst, dass sie sich damit eigentlich keinen gefallen tut.

    @johannes
    aber angst funktioniert eben nicht so einfach.
    es besteht nie ein linearer zusammenhang zwischen gefühlter bedrohung und realer bedrohung. menschlich.
    darum haben wir eben vor menschen mit denen wir uns verabreden und menschen mit denen wir verwand sind – erstmal- weniger angst.
    vor vertrautem weniger angst zu haben als vor unbekanntem ist etwas, was wir alle von klein auf lernen und was uns das leben zum teil auch erleicht.
    angst „nüchtern“ zu betrachten, wie du es bezeichnest, ist deshalb ein bisschen schwierig.

  46. 46 Johannes 24. April 2008 um 21:14 Uhr

    @ungeduldig:

    Du siehst also einen durchgehenden Faden vom beglotzt und begrabscht werden bis hin zur Vergewaltigung? Ich kann von mir sagen, dass ich gerne Frauen anfasse, die ich mag. An Schulter und Arm oder so. Ist das sexistisch? Ist das der erste Ansatz zur Vergewaltigung? Na vielen Dank auch.

    Ich sehe auch nicht, wo in Kultur und Werbung Frauen mehr unterdrückt und herabgesetzt würden als Männer. Das ist einfach nur eine Frage der Perspektive und der Wahrnehmung. Wenn ich will, kann ich das auch umgekehrt wahrnehmen.

    Aber bei solchen Sätze wie

    eine Vergangenheit, so voller Schrecken und Gräuel, dass es sowas wie eine kollektive weibliche Erinnerung an die männliche Gewalt gibt

    bekomme ich echt das Kotzen. Ich habe noch nie, noch nie, noch nie einer Frau Gewalt angetan. Und ich habe es sowas von satt, einfach nur weil ich ein Mann bin, als „zum Tätergeschlecht gehörend“ angesehen zu werden. Jetzt hört endlich mal auf, die Welt so dualistisch in Opfer=weiblich und Täter=männlich einzuteilen, denn so einfach ist die Welt nicht.

    Der Wunsch Viktorias, völlig sorglos durch die Nacht spazieren zu können, wenn ich mal interpretieren darf, ist der Wunsch nach einer Welt, die diese Sorglosigkeit auch zulässt. Solange unsere Gesellschaft sexistische Menschen am laufenden Band erzeugt, besteht leider keine Berechtigung zur Sorglosigkeit, dafür umso mehr Anlass zum Kauf von CS-Dosen.

    Das sehe ich absolut nicht so. Wo siehst du denn die ganzen sexistischen Menschen, die am laufenden Band produziert werden? Man kann zwar leider nicht sorglos nachts nach Hause gehen, weder Mann noch Frau. Man kann sich auch nicht sorglos durch den Straßenverkehr bewegen. Ist schade, aber das Leben ist nunmal ein Risiko. Und je nach Gegend kann es für einen Mann mindestens genauso ratsam sein, eine CS-Dose zu tragen.

    Verstehe ich Deine letzte Bemerkung richtig, dass Du Frauen als faul und manipulativ empfindest, die sich die Emanzipation erst durch männliches Gewichteschleppen verdienen müssen?

    Prägnant formuliert, in der Tat. Wenn die Frauen die Hälfte des Himmels haben wollen, dann sollen sie auch mit anpacken und dürfen sich auch zum Schleppen von Lasten nicht zu schade sein.

    Aber es gibt auch viele Frauen, die weder faul noch manipulativ sind und sich die Emanzipation wirklich verdient haben.

  47. 47 juli 24. April 2008 um 21:41 Uhr

    @ Johannes:
    Zunächst mal: Emanzipation ist das recht eines jeden menschen. rechte muss man nicht verdienen, man hat sie.
    diese annahme betrachte ich als grundlage jeder weiteren kommunikation, wenn du damit nicht klar kommst, bist du einfach an der falschen adresse.
    zweitens:
    „Du siehst also einen durchgehenden Faden vom beglotzt und begrabscht werden bis hin zur Vergewaltigung? Ich kann von mir sagen, dass ich gerne Frauen anfasse, die ich mag. An Schulter und Arm oder so. Ist das sexistisch? Ist das der erste Ansatz zur Vergewaltigung? Na vielen Dank auch.“
    Ich denke, du benutzt hier aus Verlegenheit ein Scheinargument. Aus der Diskussion geht klar hervor, dass es um unerwünschte Berührungen und Blicke geht. Die sind erstens Formen von sexistischer Gewalt und zweitens Alltag. Für Frauen.
    Gehe ich durch die Stadt, so wird mir durch Blicke, die auf meine Brüste und meine Arsch zielen, die mich über längere Zeit verfolgen und fixieren, aber auch durch Pfiffe, hinterhergeraunte Bemerkungen oder mehr oder weniger offensichtliches in-den-Weg-stellen klargemacht, wer die Verfügungsgewalt über meinen Körper beansprucht. Da geht es nicht um statistische Wahrscheinlichkeiten, sondern um die alltägliche Reaktualisierung von Herrschaftsstrukturen, in denen weiße Hetero-männer ganz oben stehen. Frauen, MigrantInnen, Leute, die keinen Bock haben, sich in das System der Zweigeschlechtlichkeit einzuordnen und viele andere müssen sich mit Gewalt auseinandersetzen, die bei Blicken anfängt und bei Massenvergewaltigungen im Krieg noch lange nicht aufhört.
    Ähnlich wie bei Rassismus ist es bei Sexismus so, dass Menschen, die nicht als Opfer von ihm betroffen sind, nicht gezwungen sind, sich damit auseinanderzusetzen, sondern ziemlich bequem leugnen können. Das macht die Erfahrungen von Frauen und Anderen aber nicht weniger real. Sie erschließen sich dir vielleicht nicht auf Anhieb, weil sie nicht zu deiner Erfahrungswelt gehören, und leider sehe ich da auch wenig Ansätze deinerseits, Erfahrungen anderer gelten zu lassen.

  48. 48 speech 24. April 2008 um 21:43 Uhr

    @ Johannes:

    „Ich sehe auch nicht, wo in Kultur und Werbung Frauen mehr unterdrückt und herabgesetzt würden als Männer. Das ist einfach nur eine Frage der Perspektive und der Wahrnehmung. Wenn ich will, kann ich das auch umgekehrt wahrnehmen.“

    Das ist ganz sicher KEINE Frage der Blickrichtung. Wir leben schließlich in einer patriarchalen Gesellschaft.

    Zur Werbung (die ja auch Ausdruck der Gesellschaft ist):
    Siehst du es nicht als Herabsetzung an, wenn Frauen permanent als verfügbare, schwache, dem Mann dienende Menschen dargestellt werden, die unbedingt dem Schönheitsideal entsprechen zu haben (neben Männern denen das Dominante, Starke… zukommt)?

  49. 49 Judith 24. April 2008 um 21:59 Uhr

    @unGeDuLdig
    ich geb dir ganz grundsätzlich recht. auch wenn wer das thema vergewaltigung in einem atemzug mit z. B. der handelsüblichen alltäglichen sexistischen werbung nennt, gefahr läuft die lebenslangen schäden, die sexuelle gewalt verursacht, zu banalisieren.
    trotzdem finde ich’s wichtig, dass hier auch thematisiert wird, wie diese ängste von frauen (die natürlich ernst zu nehmen sind und ihre geschichte haben) instrumentalisiert und gepusht werden um frauen da zu halten wo sie hingehören. dass frauen immer auf männliche begleitung angewiesen sein sollen, weil alles andere zu gefährlich wäre. und wenn in die richtung argumentiert wird à la mädel, bleib lieber zu hause, da draußen lauert die böse (patriachalische) welt, tut man auch mit den besten absichten mädchen und frauen nix gutes.

    weil ich eine frau bin, die gerne (auch mal alleine) mit dem rucksack in der welt herumreist, hab ich keine wahl als mir auch in den patriachalischsten ecken der welt immer wieder mut und, naja, vielleicht sogar eine portion „sorglosigkeit“ zuzusprechen. wenn ich in weltweit in jedem teenie, der mir in gebrochenem englisch sexistische sprüche hinterherruft einen potentiellen vergewaltiger sehen würde, hätt ich keinen spaß mehr europa zu verlassen.

    @Johannes: „sich die Emanzipation verdient haben“ -ich dachte ja wirklich unGeDuLdig hätte das schon ein Bisschen seehr polemisch formuliert, .. ich bin sprachlos..

  50. 50 Johannes 24. April 2008 um 22:18 Uhr

    Emanzipation ist das recht eines jeden menschen.

    Das sehe ich nicht so. Gibt es ein Menschenrecht auf „Emanzipation“? Wie soll das denn gehen? Wie soll man dieses Recht denn durchsetzen? Man kann ja auch kein Recht auf „Sattsein“ haben. Für das „Sattsein“ muss man etwas tun, nämlich essen. Mit der Emanzipation ist es schwieriger, aber es gibt definitiv etwas, was man tun muss, um emanzipiert zu sein. Das ist man nicht von alleine, einfach, weil man ein Recht darauf hat.

    Ich denke, du benutzt hier aus Verlegenheit ein Scheinargument. Aus der Diskussion geht klar hervor, dass es um unerwünschte Berührungen und Blicke geht. Die sind erstens Formen von sexistischer Gewalt und zweitens Alltag. Für Frauen.

    Ich benutze hier durchaus kein Scheinargument aus Verlegenheit. Das beglotzt und begrabscht werden der Frauen kenne ich eben nur so, dass ich (oder andere Männer) Frauen freundschaftlich anfassen oder freundlich bewundernd anschauen. Das, was du hier beschreibst, dass Männer dir ständig auf verschiedene Weise klarmachen, „wer die Verfügungsgewalt über meinen Körper beansprucht.“ ist mir fremd.

    Jetzt kannst du natürlich sagen „jetzt siehst du mal, wie schlimm wir armen Frauen dran sind“ aber ich muss ehrlich sagen, dass es so schlimm ist, nehme ich dir einfach nicht ab. Dazu habe ich es zu selten gehört. Um ehrlich zu sein noch nirgendwo außer hier. Mich würde mal interessieren, in welchen Kreisen/Ländern/Städten/Stadtvierteln dergleichen passiert.

    Ich werde morgen mal Kolleginnen fragen, wie oft ihnen sowas widerfahren ist. Ich weiß persönlich von niemandem, dass ihr sowas wiederfahren ist, noch kenne ich jemanden, der sowas mal getan hätte.

    Ähnlich wie bei Rassismus ist es bei Sexismus so, dass Menschen, die nicht als Opfer von ihm betroffen sind, nicht gezwungen sind, sich damit auseinanderzusetzen, sondern ziemlich bequem leugnen können.

    Den Rassismus kann ich als jemand, der nicht von ihm als Opfer betroffen ist, nicht leugnen. Die Häuser in Rostock-Lichtenhagen haben gebrannt. Da gibt es nichts zu leugnen.

    Wenn du sagst, ich könne als Nichtbetroffener den Sexismus bequem leugnen, sehe ich das eher als ein Einräumen deinerseits, dass du den Sexismus nicht nachweisen kannst und mir jetzt den Schwarzen Peter zuschieben willst: „Du leugnest den Sexismus.“

    Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass du all das, was du hier als Sexismus beschreibst, Blicke, Indenwegstellen, … einfach auf eine self fulfulling profecy zurückzuführen sein kann.

    Wenn du mit der Prämisse rausgehst, dass du in einer sexistischen Gesellschaft lebst und dir ständig durch Blicke, Pfiffe und sowas klar gemacht wird, dass dein Körper unter der Verfügungsgewalt der Männer steht, ist es ganz logisch, dass du irgendwelche Ereignisse finden wirst, die du als Bestätigung für deine Prämisse ranziehen kannst.

    Ich würde dich wirklich gerne mal unauffällig begleiten und miterleben, was dir so alles widerfährt. Ich kann mir das nur so erklären, dass du da vieles aufgrund deiner Prämisse vollkommen fehlinterpretierst.

  51. 51 Johannes 24. April 2008 um 22:32 Uhr

    “sich die Emanzipation verdient haben” -ich dachte ja wirklich unGeDuLdig hätte das schon ein Bisschen seehr polemisch formuliert, .. ich bin sprachlos..

    Ich habe dazu was geschrieben, was irgendwie nicht angekommen ist. Ich habe den Text noch, aber ich kann ihn nicht wieder posten, weil es ein „doppelter Kommentar“ ist. Vielleicht klappts morgen.

  52. 52 Viktoria 24. April 2008 um 23:32 Uhr

    Ich benutze hier durchaus kein Scheinargument aus Verlegenheit. Das beglotzt und begrabscht werden der Frauen kenne ich eben nur so, dass ich (oder andere Männer) Frauen freundschaftlich anfassen oder freundlich bewundernd anschauen. Das, was du hier beschreibst, dass Männer dir ständig auf verschiedene Weise klarmachen, “wer die Verfügungsgewalt über meinen Körper beansprucht.” ist mir fremd.

    Mir ist das alles andere als fremd. Zudem geht es hier nicht um freundschaftliches Anfassen oder um Komplimente. Wobei auch Komplimente zweischneidig sein können, aber das führt zu weit. Ich kenne jedoch die von Juli angesprochenen Situationen sehr gut. Wer nach geltenden Maßstäben nicht gerade eine unfeminine Figur hat und mal im Sommer was knapper bekleidet ist (wobei dies noch nicht einmal nötig ist) wird eine solche Situation alles andere als unbekannt sein. Du spielst hier alles hinunter, nur weil Du es nicht kennst. Was in Deinem Umfeld irgendwie nicht real zu sein scheint, trifft wohl auch nicht auf andere zu, diese übertreiben nur.

    Ich finde es auch nicht als Angebracht eine Vergewaltigung mit einem Verkehrsunfall zu vergleichen. Das ist eine absolute Herabsetzung der Tat! Natürlich kann man durch einen Unfall auch sterben, von mir aus mag die Wahrscheinlichkeit auch weitaus höher liegen, aber darum geht es doch nicht! Ein UNFALL geschieht meistens unbeabsichtigt, sonst ist es (versuchter) Mord! Eine Vergewaltigung passiert NIEMALS ausversehen! Und das sollte Dir auch bewusst sein und daher disqualifiziert sich dieser Vergleich schonmal von vorne herein.

    Jedenfalls finde ich es wirklich abstoßend, wie du hier von Männern schreibst. Du ziehst keine hohen Schuhe an, weil du meinst, dass du sonst Männer anstachelst. Klingt irgendwie so wie: “Wie verhalte ich mich, wenn ich im Wald einer Wildsau begegne?”

    Nein, ich ziehe keine hohen Schuhe an, weil ich mit diesen nicht schnell gehen/laufen kann. Im Übrigen weißt Du auch garnicht, wie mein Verhältnis zu Männern ist. Eigentlich nicht wirklich schlecht, sonst würde ich nicht mit einem solchen eine Beziehung eingegangen sein, sonst würde mein Freundeskreis nicht fast ausschließlich aus solchen bestehen. Mir ist schon klar, dass Männer keine Affen sind. Auch keine Wildsäue. Allerdings benehmen sich doch relativ viele – auch unter Alkoholeinfluss wie solche und werden sehr unangenehm!

    Im Übrigen gibt es Männer, für die hohe Schuhe effiziente Erotikkiller sind.

    Vielen Dank für diese Info. Genau das, was ich schon immer wissen wollte. Das tut doch wirklich mal garnichts zur Sache!

    Mit der Emanzipation ist es schwieriger, aber es gibt definitiv etwas, was man tun muss, um emanzipiert zu sein. Das ist man nicht von alleine, einfach, weil man ein Recht darauf hat.

    Und das geht schon garnicht, wenn man sich von Männern wie Dir sagen lassen muss, wie man sich die Emanzipation verdient!

    Dazu habe ich es zu selten gehört. Um ehrlich zu sein noch nirgendwo außer hier. Mich würde mal interessieren, in welchen Kreisen/Ländern/Städten/Stadtvierteln dergleichen passiert.

    Persönlich gehe ich mit meinen Gedanken und Erfahrungen bezüglich Sexismus auch nicht hausieren. Und ich würde mich auch nicht mit jedem darüber unterhalten. Der Fakt, dass Frauen Dir noch nicht „ihr Leid“ gebeichtet haben, bedeutet nicht, dass sie es nicht auch erleben. Und selbst wenn sie dies tun, heißt es auch nicht, dass sie jede sexistische Handlung als solche aktiv wahrnehmen. Selbst wenn es ihnen noch nie passiert ist, heißt es nicht, dass es nur eine Minderheit von Frauen sind, die Sexismus erleben. Ich glaube viel eher, dass es eine Minderheit von Frauen sind, mit denen Du Dich abgibst.

    Wenn du mit der Prämisse rausgehst, dass du in einer sexistischen Gesellschaft lebst und dir ständig durch Blicke, Pfiffe und sowas klar gemacht wird, dass dein Körper unter der Verfügungsgewalt der Männer steht, ist es ganz logisch, dass du irgendwelche Ereignisse finden wirst, die du als Bestätigung für deine Prämisse ranziehen kannst.

    Das ist wirklich das Letzte… wir sind also alle nur krank und versuchen zwanghaft den Wurm zu finden? Ich finde, dass das einfach nur eine ziemlich dreiste Unterstellung ist. Und Männer, die denken wie Du sind vielleicht auch mit der Grund, dass sie teilweise kein allzu gutes Ansehen genießen.

  53. 53 Judith 24. April 2008 um 23:49 Uhr

    viktoria, du bringst ein echt wichtiges thema, und musst dich dann mit leuten rumstreiten, die denken, dass emanzipation etwas ist, was man sich verdienen muss und sexismus im alltag als einbildung abgetan wird.
    so‘n scheiß

  54. 54 Crash 25. April 2008 um 0:29 Uhr

    @Johannes: Ich frage mich, was du für ein Interesse daran hast, den bestehenden Sexismus in der Gesellschaft zu leugnen. Denn wenn man unvoreingenommen ein Blick darauf wirft, ist er nicht zu übersehen. Dass Frauen auf der Straße angestarrt werden, ist wohl kaum abstreitbar. Ich bin mal so ehrlich, zu sagen, dass ich mich auch selbst manchmal dabei erwische. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Frauen das als unangenehm empfinden. Wenn ich deine Äußerungen hier lese, bekomme ich den Eindruck, dass du noch nie etwas von Gaffern und Grapschern gehört hast, weil es dich nicht interessiert und du davon sowieso nix hören willst. Also ich habe schon sehr viele Geschichten diesbezüglich gehört und glaube kaum, dass diese erfunden wurden. Wenn du immer so polemisch und ungläubig an das Thema rangehst, wundert mich aber auch nicht wirklich, dass Frauen mit dir über dieses Thema nicht sprechen.

  55. 55 unGeDuLdig 25. April 2008 um 0:30 Uhr

    @Judith

    Es ging mir nicht darum, Vergewaltigungen zu bagatellisieren, sondern darum, die niedrigschwelligen Formen sexueller Gewalt zu skandalisieren, die den Resonanzboden bzw. die Startrampe für kriminalistisch messbare Gewalt liefern.

    Was den lebenslangen Schaden angeht, hast Du natürlich Recht. Es liesse sich aber darüber streiten, ob die vielen, alltäglichen Herabsetzungen in ihrer Gesamtwirkung nicht zerstörerischer sind als statistisch seltenere, individuell aber total vernichtende Gewalterlebnisse.

    Dass Du Dir von all dem das Betreten einer männlich dominierten Welt nicht verbieten lässt, freut mich, auch die Tatsache, dass Du ultra-patriarchale Bewohner anderer Kontinente mit einem ganz anderen Verhalten konfrontierst, als sie es von einer Frau erwarten. Auch ich neige zur Flucht aus Europa und habe mich ganz ohne sexuelle Befürchtungen mancherorts schon sehr exponiert gefühlt, wegen Wohlstandsgefälle etc.

    Wie auch immer, Deine Sorglosigkeit beruht auf einen Entschluss von Dir, Dich nicht einschüchtern zu lassen. Meinen Glückwunsch dazu, ich verkneife mir, Dir jetzt „tén cuidado!“ hinterherzurufen…

    Es ist nicht mein Anliegen, Rotkäppchen vor dem bösen Wolf zu warnen, damit sie sich nicht mehr in den Wald traut (der ja auch ziemlich cool und abgefahren sein kann). Ich habe mich eh immer gefragt, warum Rotkäppchen erst durch den Jäger gerettet werden musste. Hätte sie nicht gleich eine eigene Flinte mitnehmen können?

    Auch die vielen, bestimmt nützlichen Selbstschutzmassnahmen, die hier besprochen werden, setzen tendenziell an der falschen Stelle an, ohne an sich falsch zu sein. Der Vergewaltiger muss am Ort seiner Entstehung verhindert werden, und das ist nicht der dunkle Stadtpark, sondern ein auf Wettbewerb und Unterwerfung abzielendes Erziehungs-, Schul-, Ausbildungs- und Lohnerwerbssystem, eine Kulturindustrie, die mehr mit einer Fleischverpackungsanlage als mit den sieben Musen zu tun hat, eine Öffentlichkeit, die dem aufgepeitschten Publikum einer römischen Arena immer ähnlicher sieht und immer öfter den Daumen über irgendeinen armen Tropf oder Tröpfin senkt.

    Denn sehen wir den Tatsachen ins Auge: Für einen, der tatsächlich schon soweit ist, dass er nächtens auf Frauen lauert, ist wohl fast jeder Ansatz ausser der reinen Abwehr und Abschreckung zu spät. Mich interessieren eher die Nachwachsenden, die Vergewaltigungslehrlinge, die Sidohörer, Pornogucker, Koranschüler, die noch ambivalent und vielleicht erreichbar sind. Ganz zu schweigen von den Mädchen, die in der Freiheit der 90er mit dem Bewusstsein der 50er (überspitzt gesagt) aufwachsen. Wenn sich ändern liesse, was in ihren Köpfen vorgeht, hätte das mehr Einfluss auf die Vergewaltigungswahrscheinlichkeit als alle Strassenlampen der Welt.

  56. 56 cyborg* 25. April 2008 um 0:43 Uhr

    @МГУ
    „Diese Frau/Mann-Bipolaritäts-Scheisse hier geht mir echt tierisch auf die Nerven. […]Und Angst auf andere bedrohlich wirken zu können hatte ich wohl noch nie in meinem Leben. Fuck Schablonen!“

    super, dass du als einer,den „Fans der Zweigeschlechtlichkeits-Matrix wahrscheinlich in die Mann-Kategorie pressen würden“ und der somit auch männliche PRIVILEGIEN hat (und nein, ich hab kein bock, mich an dieser stelle mit irgendwelchem typen rumzustreiten, ob und welche das sind.. bei interesse: gibts tausend feministische texte dazu) nicht das gefühl hast, bedrohlich zu wirken. aber dein gefühl spielt dabei ja wohl ne untergeordnete rolle und so machste es dir ganz schön einfach -du kannst ja nicht in anderen reinschauen oder?
    und menschen, die von männern und frauen reden, grundsätzlich als „heterosexisten“ zu bezeichnen, ist unglaublich bescheuert. klar kannste aus deiner priviligierten haltung heraus das ende der geschlechter postulieren. schön dass du judith butler gelesen hast, aber du hast sie wohl falsch verstanden. auch wenn geschlecht ein konstrukt ist (genauso wie ‚race‘ oder so), gibt es darauf basierende real existierende machtverhältnisse (auch wenn diese komplexer sind als man=täter und frau=opfer). diese komplett zu ignorieren und somit unsichtbar zu machen, trägt nur zu stabilisierung sexistischer verhältnisse bei, aber sicher nicht zur abschaffung von geschlecht.

  57. 57 juli 25. April 2008 um 2:04 Uhr

    @ viktoria, judith und cyborg:
    many thanx, was ihr schreibt, hätte ich johannes auch geantwortet.
    @ johannes:
    „Gibt es ein Menschenrecht auf “Emanzipation”? Wie soll das denn gehen? Wie soll man dieses Recht denn durchsetzen? Man kann ja auch kein Recht auf “Sattsein” haben. Für das “Sattsein” muss man etwas tun, nämlich essen.“

    hier irrst du. es gibt sowohl ein menschenrecht auf selbstbestimmtes leben, also emanzipation, frei von gewalt, psychisch oder physisch, frei von abhängigkeit von irgendjemanden. es gibt übrigens auch ein recht auf nahrung – also den zugang zu ressourcen wie land etc. oder angemessenem lohn. rechte hat man im übrigen auch dann, wenn man sie nicht ausübt und insbesondere dann, wenn man daran gehindert wird, sie auszuüben.
    recht auf nahrung z.B. findest du in artikel 11:
    http://www.admin.ch/ch/d/sr/i1/0.103.1.de.pdf

    ich kann nur nochmal betonen, dass die anerkennung dieser grundlegenden menschenrechte die basis für jegliche kommunikation ist. wenn wir uns darauf nicht einigen können, wird es schwierig.

  58. 58 juli 25. April 2008 um 2:05 Uhr

    ach ja, die thanx gehen natürlich auch an crash

  59. 59 unGeDuLdig 25. April 2008 um 3:53 Uhr

    Hey, ich krieg hier meinen Text nicht mehr gepostet. Isser zu lang oder hab ich irgendwas Fieses geschrieben?

  60. 60 Johannes 25. April 2008 um 9:07 Uhr

    Naja gut. Ich lasse Euch schon in Ruhe.

    Wenn ihr das, was ich schreibe absichtlich falsch versteht, um Polemik gegen Männer in der Hand zu haben. Dafür bin ich mir zu schade.

    Nur leidet darunter meine Motivation mit den Frauen zusammenzuarbeiten an einer Gesellschaft, in der die tradierten Rollenbilder überwunden sind.

    Ich bin alles andere als ein Frauenfeind und ich spreche sehr konstruktiv mit Frauen über dieses Thema. Sofern nicht so gegen meine Meinung polemisiert wird.

  61. 61 Viktoria 25. April 2008 um 10:33 Uhr

    @ungeduldig: Deine Texte sind jetzt da :) Die mussten nur aus irgend einem Grund freigeschaltet werden.

  62. 62 subwave 25. April 2008 um 14:28 Uhr

    @МГУ: und damit bist du draussen. nichts ist idiotischer als billige nazivergleiche.

  63. 63 Viktoria 25. April 2008 um 15:02 Uhr

    @МГУ: Ich habe Deinen Kommentar raus genommen. Sachliche Diskussion sieht nämlich vollkommen anders aus. Und wenn Du nicht damit umgehen kannst, dass andere Menschen Dinge anders wahrnehmen, solltest Du Dich ganz einfach aus der Diskussion raushalten und nicht niveaulose Nazivergleiche bringen.

  64. 64 МГУ 25. April 2008 um 15:14 Uhr

    eine sachliche diskussion fand hier nicht statt, siehe z.b. beiträge von cyborg. keine ahnung, warum da doppelte standards gelten. lösch doch bitte die cyborg-beiträge, dann kann vielleicht eine sachliche diskussion beginnen. im übrigen war der vergleich mit hinsictlich der geschlechter-ideologie von ns-frauenschaft und npd durchaus berechtigt.

  65. 65 Crash 25. April 2008 um 15:35 Uhr

    „Der hat ja auch…“ ist kein Argument. Wenn cyborg* unsachliche Beiträge schreibt, weise ihn auf seine Unsachlichkeit hin und versuche nicht, ihn in dieser zu überflügeln.

  66. 66 cyborg* 25. April 2008 um 18:21 Uhr

    oh da hab ich ja was verpasst;)
    und was genau war jetzt unsachlich an meiner kritik? ich hab nix gegen differenzierungen, zb. dass und warum männern nachts auch angst haben oder dass die hautfarbe auch ne rolle spielt oder sowas. aber wenn es um sexismus und diskriminierungserfahrungen aufgrund von geschlecht geht, ein genervtes „geschlecht ist doch eh konstruiert“ in die diskussion zu schmeissen, ist meiner meinung nach einfach ziemlich blöd.

  67. 67 bigmouth 25. April 2008 um 18:38 Uhr

    @57 juli: ist das nich ne sehr idealistische bezugsnahme?

  68. 68 bigmouth 25. April 2008 um 18:41 Uhr

    @29 planeten: tut mir leid, wenn du dich angegriffen gefühlt hast. aber ich fand, voktoria ist zu sehr bei der beschreibung ihrer nagst gebleiben, udn hat sich zu wenig gedanken darüber gemacht, wie sie mti dieser umgehen sollte. und ich glauzbe, das ist kein guter zugang

  69. 69 juli 25. April 2008 um 19:37 Uhr

    @ bigmouth:
    ich würde dir ja gerne antworten, aber ich weiß nicht wirklich, worauf du dich beziehst

  70. 70 juli 25. April 2008 um 19:59 Uhr

    hm. irgendwie ist meine nachfrage an bigmouth verschwunden. also nochma:
    ich würde dir ja gerne antworten, aber ich weiß nicht wirklich, worauf du dich mit „idealistisch“ beziehst?

  71. 71 bigmouth 25. April 2008 um 23:57 Uhr

    menschenrechte

  72. 72 nikolas 26. April 2008 um 1:07 Uhr

    „…und der somit auch männliche PRIVILEGIEN hat…“

    dann dank ich mal recht herzlich für dieses privileg in der woche 60-70 stunden arbeiten zu dürfen damit meine frau und 2 kinder sich mal was leisten können. kann ich das privileg irgendwo abgeben?

  73. 73 juli 26. April 2008 um 8:39 Uhr

    @ bigmouth:
    mir ist schon klar, dass es innerhalb der radikalen linken vorbehalte gegen menschenrechte gibt. aus meiner sicht sind menschenrechte ein normativer bezugsrahemn, der sich gut eignet, um politisch zu arbeiten, z.B. druck auf Regierungen aufzubauen, wenn es um die Verteidigung von landbesetzungen etwa in brasilien geht. Zudem ist es für menschen, die sich in sozialen kämpfen befinden, eine frage der haltung: rechte einzufordern ermöglicht offensives handeln im gegensatz zu einer bittstellerInnen-haltung.
    Argumentativ ging es mir hier aber vor allem darum, johannes klarzumachen, dass es bestimmte standards der diskussion gibt, hinter die ich nicht bereit bin zurückzugehen. dazu gehört die anerkennung von rechten (von mir aus auch ohne bezug auf das un-menschenrechtssystem) und die erkenntins, das rechte nicht verdient werden müssen. die aussage von johannes, frauen müssten sich die emanzipation verdienen, fand ich mehr als empörend, daher das argument.

  74. 74 Viktoria 26. April 2008 um 9:25 Uhr

    wer zwingt Dich denn Alleinversorger zu spielen? Dieser Zwang wurde doch vor etwa 30 Jahren aufgegeben…

  75. 75 dodo 26. April 2008 um 11:50 Uhr

    ich glaub, auf sowas brauchst du echt nicht eingehen… ich hätt den kommentar ja gelöscht ;)

    was mich hier verwundert, ist dieses möchtegern erzieherische in der diskussion.
    erstmal finde ich es verdammt mutig von viktoria, ihre ängste so offen in einem blog auszusprechen!und ihre ängste SIND real, allein dadurch, daß sie es so empfindet – ob es statistisch begründbar ist, ist eine andere frage.
    statt so zeugs zu bringen wie „das leben ist halt risiko“ oder vorwürfe à la „du gehst mit deinen ängsten falsch um“ sollte man meiner meinung nach hier lieber diskutieren, wie frau diese ängste soweit überwinden kann, daß sie ihr leben nicht mehr so nachhaltig beeinflussen (bestimmte kleidung tragen etc.).
    und noch was: es GEHT in diesem eintrag nicht um familiäre gewalt oder gewalt aus dem bekanntenbereich. es geht auch nicht darum, daß männer auch opfer von gewalt/vergewaltgung sind. oder daß (wenn der von st_eve gesehene aufkleber recht hat) „nur“ 25% der vergewaltigungen in „dunklen gassen“ stattfinden. es geht um die angst vor vergewaltigung ducrh fremde. das ist durchaus wert, thematisiert zu werden.
    die anderen themen natürlich auch – wäre allerdings eher in einem blogeintrag zu eben „familiärer gewalt“ o.äh. angebracht.
    wenns in einem eintrag um kinderarmut in deutschland geht, machts ja auch nicht viel sinn einen kommentar à la „aber die kinder in afrika ham auch nix zu essen, denen gehts viel schlimmer“ zu posten.

  76. 76 unGeDuLdig 26. April 2008 um 11:50 Uhr

    @juli

    Vielleicht sollten wir über die Menschenrechte etwas nachdenken. Sie sind immer das Ergebnis historischer Kämpfe und wurden dadurch tatsächlich „verdient“. Moralisch gesehen stehen sie jedem und jeder zu, auch wenn er bzw. sie sich nicht entsprechend verhält. Wer ihre bedingungslose Universalität angreift, greift sie selbst an und verrät den Wunsch, zum Recht des Stärkeren zurückzukehren, das die Menschheit ohnehin nie ganz überwunden hat.

    Du hast damit Recht, dass es linke Neigungen gibt, die bisher errungenen Freiheiten und Garantien vorschnell als bürgerliche Klassenjustiz zu verdammen. Karl Marx hat mal geschrieben, dass es darauf ankommt, die kapitalistische Gesellschaft aufzuheben, im dreifachen Sinne des Wortes:

    1. Aufheben als ausser Kraft setzen – bezogen auf Ausbeutung, Etmündigung und Unterdrückung, die jedes warenproduzierende System kennzeichnen.

    2. Aufheben als Bewahrung – bezogen auf die bürgerlichen Fortschritte, zu denen die Emanzipation nicht nur der Frauen gehört. Eine wie auch immer sozialistische oder kommunistische Gesellschaft kann und darf nicht hinter diese Standards zurückfallen, wie in den bisherigen linken Experimenten geschehen.

    3. Aufheben als Steigerung – bezogen auf dieselben Emanzipationsfortschritte heisst das: Die Gesellschaft, die bisher nur im Traum existiert, wird noch freier, noch gleicher und noch brüder- bzw. schwesterlicher sein. Die unzähligen Errungenschaften, die im bürgerlichen Staat oft nur auf dem Papier stehen, sollen endlich Wirklichkeit werden. Der Kommunismus als Club der Freien, wie Onkel Karl es nannte.

    Linke Kritik an den bestehenden Einrichtungen kann nicht darauf hinauslaufen, die bisherigen Fortschritte über Bord zu werfen, sondern darauf, sie aufzugreifen, sie einzufordern und sie zur Realität zu machen. Um es grob auszudrücken: Das Grundgesetz der BRD oder die UNO-Menschenrechtscharta enthalten schon in weiten Teilen alle Bausteine, die auf ihre Verwirklichung warten.

  77. 77 bigmouth 26. April 2008 um 12:05 Uhr

    statt so zeugs zu bringen wie [..]“du gehst mit deinen ängsten falsch um” sollte man meiner meinung nach hier lieber diskutieren, wie frau diese ängste soweit überwinden kann, daß sie ihr leben nicht mehr so nachhaltig beeinflussen

    steht das im widerspruch zueinander? ich denke nicht

  78. 78 dodo 26. April 2008 um 12:19 Uhr

    je nach formulierung/ton.
    wenn’s in die „hab dich nicht so, du übertreibst mit deiner angst“-richtung geht, führt das meiner meinung nach nicht zu einer guten diskussion, sondern drängt viktoria in die rechtfertigungs-ecke.
    und sie sollte ihre ängste nicht rechtfertigen müssen, schon gar nicht hier.

  79. 79 W.I. 26. April 2008 um 16:44 Uhr

    So ein Unfug, dodo. Wenn man Leuten helfen will Ängste zu überwinden, dann geht dem die Einsicht, dass es sich bei den Ängsten um eine verkehrte Reaktion auf eine (tatsächliche oder wahrgenommene) Bedrohung handelt voraus. Dafür sollte man dann auch nicht nach Rechtfertigungen suchen, sondern darüber streiten ob das auf die Ängste auch wirklich zutrifft (oder nicht).

  80. 80 laylah 26. April 2008 um 20:01 Uhr

    das gelaber von vielen hier macht mich ziemlich wütend. wie ich sone leute hasse. was wollt ihr in sonem blog?! verpisst euch.. dodo hat vollkommen recht. ich denke, wir brauchen mal ein paar fakten. die werd ich nun aufzählene. statistisch sind sie wertlos, da sie sich ausschliesslich auf meine individuelle erfahrung beziehen.

    verbale belästigung: täglich bis ein paar mal pro woche (wenn ich rausgehe halt)
    unerwünschte berührungen (schulter, rücken) durch fremde: alle paar wochen
    grabschen (arsch, titten, muschi): alle paar monate bis einmal im jahr
    vergewaltigung: noch nie
    ort: berlin, verschiedenste kieze, auf der straße, im club, in der bar, im besetzten haus

    ich trage oft absätze, ja, und so enge jeans und ausschnitt, im sommer auch miniröcke, habe ein selbstbewusstes auftreten, und diese selbstverständlich KOMPLETT IRRATIONALE angst hab ich aus UNERFINDLICHEN GRÜNDEN auch. ich will eine (kommunistische) gesellschaft ohne zwänge, die mit so verharmlosenden arschlöchern jedoch kaum zu erreichen sein wird.

  81. 81 nikolas 27. April 2008 um 4:12 Uhr

    „wer zwingt Dich denn Alleinversorger zu spielen? Dieser Zwang wurde doch vor etwa 30 Jahren aufgegeben…“

    für die oberschicht schon, haste recht….

  82. 82 blub 27. April 2008 um 11:17 Uhr

    @nikolas: wie bitte? anders rum wird ein schuh draus: schon seit dem 19. jahrhundert ist es vollkommen normal, dass proletarische frauen arbeiten. dass hat einfach den grund, dass nur mit zwei einkommen eine familie ernährt werden kann. die hausfrau war dagegen schon immer ein bürgerliches ideal, dass man sich leisten können muss. mit dem wirtschaftsaufschwung in den 50ern hat sich das dann zwar weiter verbreitet, aber nie alle erreicht. und heute ist es nur noch der oberen mittschicht und aufwärts vorbehalten, dass eine ehefrau kein geld ranschafft. (dass eine frau mal arbeitslos ist, weil sie keinen job findet, würde ich auch nicht als bewußte entscheidung zum haussfrau sein interpretieren)

  83. 83 Viktoria 27. April 2008 um 21:33 Uhr

    Nun, im Grunde geht es hier ja garnicht um Alleinversorger, Hausfrauen und Schichten, sondern um ganz andere Dinge. Somit bitte ich drum, wenigstens ein wenig bei der Sache zu bleiben und nicht weiter auf sinnlose Diskussionen wie diese einzusteigen.

  84. 84 juli 28. April 2008 um 0:39 Uhr

    @ ungeduldig:
    danke für das zitat vom lieben onkel karl, dass kannte ich noch nicht. inhaltlich kann ich dir nur zustimmen. aus meiner politischen arbeit weiß ich, dass es sehr wirkungsvoll sein kann, machthaber mit ihren rechtlichen pflichten unter druck zu setzen und andererseits für unterdrückte sehr „empowering“ (das deutsche wort ermächtigend bereitet mir irgendiwe unbehagen…) sein kann, sich bewußt zu werden, dass es um rechte geht und nicht bitten oder wünsche. die diskussion ist hier aber ein bißchen off-topic, ich wollte bigmouth nur klar machen, wieso mein hinweis auf rechte keineswegs idealistisch war, sondern eher strategisch

  1. 1 Nachts sind alle Katzen grau « mädchenblog Pingback am 03. Mai 2008 um 17:24 Uhr

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