Bildung + Frau = Orgasmusstörung

Diese Gleichung geht zumindest auf, wenn man der Bild.de glauben schenken darf:

Bildung ist für Frauen ein Orgasmus-Killer

Ihre Liebste hat Abitur oder sogar studiert? Schön – aber ist sie auch gut im Bett? Laut Statistik haben gebildete Frauen häufiger Orgasmusprobleme als andere.

Mehr als 2000 Frauen beteiligten sich an einer Umfrage des Internetportals „beQueen“. Ergebnis der intimen Geständnisse: Je gebildeter SIE ist, desto schwieriger kommt sie zum Höhepunkt.

In Zahlen: 62 Prozent der 18- bis 49-Jährigen mit Abitur oder Hochschulabschluss tun sich schwer beim Kommen. Dagegen räumten nur 38 Prozent der Frauen mit Mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss Schwierigkeiten im Bett ein.

Doch keine sollte die Hoffnung aufgeben. Die Mehrheit (82 Prozent) ist überzeugt, dass man die Kunst des Kommens durchaus lernen kann. Zum Beispiel durch Gespräche mit dem Partner (68 Prozent) oder Selbstbefriedigung (63 Prozent).

Quelle: Gebildete Frauen haben öfter Orgasmusprobleme

Nun Mädels, was lernen wir daraus? Außer, dass die Bild.de-Seite nicht gut für unseren Blutdruck ist? Nun ja, vielleicht sollten wir den Männern wieder die Hochschule überlassen und uns unserer Aufgabe als Betthäschen mit mehr Leidenschaft und Elan widmen? Unser Beitrag, für den Weltfrieden. Oder zukünftig einfach die Suduku-Hefte „advanced level“ beim Liebesspiel aus der Hand legen? Verflixt kompliziert, eine geeignete Lösung für unsere Orgasmusprobleme zu finden.

Ich jedenfalls danke der Bild aus beinahe ganzem Herzen dafür, dass sie so mutig ist, seit 1952 die Wahrheit auszusprechen. Merci.


27 Antworten auf “Bildung + Frau = Orgasmusstörung”


  1. 1 bauxi 29. April 2008 um 3:32 Uhr

    Höre ich da Sarkasmus? :-“

  2. 2 Krempel 29. April 2008 um 4:47 Uhr

    mich interessiert weniger die völlig verquere kausalkette, die bild hier andeutet bzw. aufstellt als viel mehr: 1. wie sie auf diese statistik kommen und 2. sollte sie stimmen: wie es dazu kommt. mehr bildung = mehr stress durch arbeit? mehr bildung = höhere ansprüche? wie kommt das zustande – und wie sieht das bei männern aus? das finde ich durchaus eine interessante frage, mal ganz abgesehen von bild.de infos.

  3. 3 hn 29. April 2008 um 8:05 Uhr

    frei von ahnung würde ich mal verdächtigen, dass die gebildeteren frauen besser einen echten orgasmus erkennen können? gibt doch ständig geschichten, von denen, die immer meinten sie hätten ständig orgasmen, bis sie mal dem ersten echten begegnen :)

  4. 4 Judith 29. April 2008 um 8:13 Uhr

    etwas seriösen Studien (mit repräsentativen Stichproben und so..) kommen zum gegenteiligen Befund. Frauen mit mehr Bildung, mehr Einkommen und akademischen Berufen haben häufiger Orgasmen.

    http://www.sexscience.org/uploads/media/JSR_43-3_Richters.pdf
    http://www.springerlink.com/content/n9108610532v5880/

  5. 5 ShizO² 29. April 2008 um 10:19 Uhr

    ach ja die gute alte bildzeitung…

    Nun Mädels, was lernen wir daraus? Außer, dass die Bild.de-Seite nicht gut für unseren Blutdruck ist?

    das geht nicht nur euch so ;)

  6. 6 rrho 29. April 2008 um 10:37 Uhr

    Hübsch ist auch, wie ohne jede Differenzierung „gut im Bett sein“ mit „Orgasmusprobleme haben“ kurzgeschlossen wird. Hieße das dann umgekehrt, daß Männer mit sog. „vorzeitigem“ Samenerguß besonders gut im Bett sind?

  7. 7 Viktoria 29. April 2008 um 10:43 Uhr

    @bauxi: Neiiiiin… wie kommst Du denn da rauf? ;)

    Ich habe ja einfach den Verdacht, dass entweder die Frauem mit geringerem Bildungsstand nicht den Mumm hatten, zuzugeben, sich auch mal schwerer mit dem Orgasmus zu tun, oder dass diese Studie sonstwie zurecht gebogen wurde, um den Frauen niedriger Bildungsschicht ein besseres Selbstwertgefühl zu geben, bzw. die Männer vor Frauen mit höherem Bildungsstand zu warnen.

    Schließlich heißt es ja: „Ihre Liebste hat Abitur oder sogar studiert? Schön – aber ist sie auch gut im Bett?“

    Ich hätte mir gewünscht, man hätte mich spätestens in der 7. Klasse darüber aufgeklärt, was für Nebenwirkungen so ein Abitur haben kann. Dann hätte es noch einen Weg zurück aus diesem Dilemma gegeben! ^^

  8. 8 Viktoria 29. April 2008 um 10:59 Uhr

    @rrho: Das ist mir auch besonders sauer aufgestoßen. Ich denke, wenn man sich schlichtweg von Maßstäben, an denen man festmacht, ob jemand „gut im Bett“ ist, trennen würde, wäre ziemlich viel, aufgrund subjektiven empfindest schlichtweg einfacher. Aber „gut im Bett“ definiert sich zur Zeit darüber, dass eine Frau vom bloßen Anschauen multiple Orgasmen produzieren muss und ein Mann, komme was da wolle, mindestdens mal ne halbe Stunde lang durchmacht, bis auch er sich der Erlösung (zeitgleich mit dem mindestens 3. Orgasmus der Frau) hingeben darf.

  9. 9 laylah 29. April 2008 um 12:09 Uhr

    sach ma.. „Frauem mit geringerem Bildungsstand nicht den Mumm hatten, zuzugeben, sich auch mal schwerer mit dem Orgasmus zu tun“ gehts noch? wie kommst du auf sowas?!

  10. 10 Viktoria 29. April 2008 um 12:17 Uhr

    Ich habe einfach die Erfahrung gemacht (das mag natürlich nicht auf alle zutreffen!), dass frau sich besonders in geringerer Bildungsschicht über ihre Sexualität definiert – oft ist diese die einzige Anerkennungsquelle, die wahrgenommen wird. Besonders bei jungen Frauen, ist dies öfters der Fall. Somit kann ich mir eben vorstellen, dass sich viele garnicht selbst eingestehen, schonmal Schwierigkeiten beim Orgasmuserlangen zu haben. Was ist denn an dieser Einschätzung so schlimm? Es bezieht sich ja zudem auch nur auf die Frauen, die bei dieser Studie mitgemacht haben, nicht generell auf Frauen mit geringem Bildungsstand. Denn ich persönlich denke nicht, dass es eine genetische Veranlagung ist, Du wahrscheinlich auch nicht.

  11. 11 mandy 29. April 2008 um 12:45 Uhr

    Mich interessiert in diesem Zusammenhang wie es denn dann um die Sexualität bei mehr und weniger gebildeten Männern steht. Wenn mich nicht alles täuscht, ist es doch ein ein gängiges Klischee, dass die Akademiker eher Potenzprobleme haben und nicht so wild durch die Gegend rammeln, oder? Bin mir jetzt nicht sicher..

  12. 12 different 29. April 2008 um 12:49 Uhr

    Entschuldigt kurz, aber ist das nicht total irrelevant? Das ist doch wieder dieser typisch soziologische Ansatz aus einer statistischen Häufigkeit einen logischen Zusammenhang zu konstruieren.

  13. 13 Judith 29. April 2008 um 12:58 Uhr

    offensichtlich, isses erstmal falsch, weil viele andere studien, gegenteilige befunde zeigen und die art der online-umfrage an sich ein bisschen merkwürdig scheint.

    zweitens find ich die gleichung der bildzeitung mehr orgasmen = besser im bett auch sehr waghalsig. wobei die „güte“ im bett mit dem spaß, den eine frau dabei hat in verbindung zu bringen grundsätzlich eine bessere idee ist als die anzahl der beherrschten kamasutra-techniken als gütekriterien heranzuzeihen. wie auch immer, ihr habt recht – blödsinn.

    drittens, wenn es aber nun wirklich so ist, dass es da eine korrelation zwischen bildung und orgasmen gibt (wohl eher in die andere richtung, wie gesagt), wär’s ja schön zu gucken woran das liegt…

  14. 14 Blabla 29. April 2008 um 13:09 Uhr

    Muss man hier wirklich irgendwelche Bildzeitungsartikel zitieren?

  15. 15 Viktoria 29. April 2008 um 13:27 Uhr

    @Blabla: wieso denn nicht? vom ausklammern bestimmter unangenehmer zeitgenössischen ausgeburten werden diese nicht weniger real. Ist doch interessant, was die Bild uns für ein Bild von Bildung vermitteln möchte.

    @all: Ja, wirklich representativ für ganz Deutschland ist es ja nun wirklich nicht – wurden ja nur 2000 befragt, bzw. die Stimmen von 2000 Frauen verwertet. Das ist nicht gerade viel.

  16. 16 switchpack 29. April 2008 um 13:30 Uhr

    Anstatt der Blödzeitung könnte man auch sagen, „Dumm fickt gut“. Eine akademische Debatte zu solch plumper Verallgemeinerung verbietet sich.

  17. 17 Judith 29. April 2008 um 13:52 Uhr

    @viktoria. doch, eine stichprobe von n=2000 ist eigentlich ganz ordentlich. oder was hattest du dir ausgerechnet? was wir nicht wissen ist wie viele davon frauen mit wenig und wieviele davon frauen mit viel bildung waren. wenn nur 3 mit wenig bildung mitgemacht haben und diese drei damen dann zu den glücklichen gehören, die tag und nacht in einemm einzigen orgasmenrausch verbringen, ist das natürlich weniger repräsentativ. wir kennen die gruppengrößen nicht, darum kann man schlecht sagen, ob die unterschiede statistisch signifikant sind.
    was man schon sagen kann ist, dass es keinen seriösen eindruck macht, dass man auf der beQueen seite immer noch so oft an der umfrage mitmachen kann, wie man lust hat (soll jetzt keine Aufforderung zum weiter verfälschen sein.;-) aber blabla hat vielleicht recht, vielleicht sollten wir uns wirklich nicht länger mit bildzeitungs artikeln aufhalten, die schreiben halt irgendwas zusammnen, was ihre eher unterdurchschnittlich gebildeten leserInnen gerne höhren wollen..

  18. 18 Judith 29. April 2008 um 13:56 Uhr

    hui, wo ist mein letzter kommentar hin verschwunden?

    [admin: manchmal landen kommentare in der moderation, nach welchem system das geschieht, ist leider etwas undurchsichtig (eigentlich sollen sie da nur hin, wenn sie mehr als einen link enthalten, aber trotzdem landen dort auch oft welche ohne links). auf jeden fall ist dein letzter kommentar jetzt wieder da!]

  19. 19 speech 29. April 2008 um 15:01 Uhr

    @Blabla: wieso denn nicht? vom ausklammern bestimmter unangenehmer zeitgenössischen ausgeburten werden diese nicht weniger real. Ist doch interessant, was die Bild uns für ein Bild von Bildung vermitteln möchte.

    jaja, schon, aber über das Bild welches vermittelt werden soll, wird hier ja nicht diskutiert.
    … sondern darüber, ob das, was die Bild schreibt stimmt und was da denn getan werden kann, wenn gebildete Frauen nicht gut im bett sind oder worans liegen kann… hallo? das ist doch völlig irrelevant!
    1. ist das die Bild und über Glaubwürdigkeit muss da wohl nicht gesprochen werden – schon gar nicht im Zusammenhang mit einer Online-Umfrage
    2. ist die Scheisse, die da vermittelt wird ja, dass das sexualleben einer frau wichtiger ist als ihre Bildung. wobei es ja nicht darum geht, dass es der frau mit ihrem Sexualleben zufrieden ist, sondern um die Verfügbarkeit von Frauen, eben darum, dass der mann seine Wünsche erfüllt bekommt.

    absolut scheisse!

  20. 20 mandy 29. April 2008 um 15:31 Uhr

    Also, dass es sich bei den „Erkenntnissen“ von Bild.de um sexistischen Scheiß handelt, steht außer Frage und wurde meines Erachtens gut begründet. Aber ich frage mich, ob nicht der Bildungsstand in einer Korrelation zum Sexualleben stehen kann. Wenn mensch mal die Kategorie Geschlecht nicht mitliest, täte sich da vielleicht eine andere Lesart dieser vermeintlichen Studie auf. Gibt es dazu gutes Material?

  21. 21 Judith 29. April 2008 um 15:36 Uhr

    @mandy. ja gibt es. siehe meine beiden links oben und noch viele mehr.. bildung korreliert in den meisten studien positiv mit sexueller befriedigung. bei frauen wohl mehr als bei männern.

  22. 22 flawed 29. April 2008 um 16:28 Uhr

    @rrho: Zum Ausgleich schließt Du dafür dann „Samenerguss“ mit „Orgasmus haben“ kurz. Auch nicht so toll.

  23. 23 Viktoria 29. April 2008 um 16:38 Uhr

    @speech: „2. ist die Scheisse, die da vermittelt wird ja, dass das sexualleben einer frau wichtiger ist als ihre Bildung. wobei es ja nicht darum geht, dass es der frau mit ihrem Sexualleben zufrieden ist, sondern um die Verfügbarkeit von Frauen, eben darum, dass der mann seine Wünsche erfüllt bekommt.“

    Genau das war für mich der Auslöser, zu diesem, im Grunde ja dämlichen Thema, einen Beitrag zu schreiben.

  24. 24 TiniDO 29. April 2008 um 19:50 Uhr

    Seriös ist ja an der Meldung nix: Auf Bild.de stehen schon die Ergebnisse, während frau noch fröhlich klicken kann. Aus meiner Erfahrung mit solchen Aktionen (ich mach‘ irgendwas mit Medien;)schließe ich, dass es da vor allem darum geht, Klick für BeQueen zu produzieren, damit die ihren Werbekunden schöne Zahlen zeigen und neue Werbekunden akquirieren können. Vielleicht werfen sich da Burda, die Macher von BeQueen, und Springer gegenseitig Steine in den Garten. Burda versucht schon seit ewig Frauen als Social Network Community abzugreeien. Erst in den Website bekannter Frauenzeitschriften, das lief abernicht so gut, jetzt halt eben mit BeQueen. nach dem Riesenerfolg von goFeminin in Frankreich haben die doch alle Dollarzeichen in den Augen – und denken offensichtlich, dass man es mit den doofen Tussis ja auch machen kann. Ich wünsche BeQueen jedenfalls von ganzem Herz einen ordentlichen Misserfolg.

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