Die „perfekte Partnerin“

„Barbie is my best friend!“

Schlimm genug, wenn solch eine Aussage von einem 10-jährigen Mädchen kommt. Spielzeug sollte nie der Ersatz für wahre Freundschaft, wie die zwischen zwei Menschen, sein. Auch kein Ersatz für die Freundschaft zwischen Mensch und Hund, Katze, Hase, Maus oder von mir aus auch den kleinen Goldfischen. Auch das großangelegte Spielzeug mit der schönen Abkürzung „PC“, sollte persönliche Kontakte nicht in den Hintergrund stellen. Ich selbst weiß, wie verlockend, dieses Ding ist, doch gehöre ich zum Glück noch zu einer Generation, welche eine PC-Freie Kindheit verbrachte.

Was ist denn nun, wenn erwachsene Männer Barbie zur besten Freundin, zur Geliebten haben? Besser gesagt, Barbies große Schwester, Barbie in voller größe für „nur“ 6.499$, wie es die Firma „Realdoll“ anbietet.

Since 1996, we have been using Hollywood special effects technology to produce the most realistic love doll in the world. Our dolls feature completely articulated skeletons which allow for anatomically correct positioning, an exclusive blend of the best silicone rubbers for an ultra flesh-like feel, and each doll is custom made to your specifications.

Eine große Puppe also, für große Kinder. Ich persönlich finde diese Vorstellung ziemlich grotesk. Die Frage, die sich mir stellt, ist ganz einfach, wie eine solche Puppe einen Menschen ersetzten soll. Gut, wenn man sich die Bilder ansieht, diese Puppen sehen besser aus, realer aus, als die Aufblasbaren, die man Freunden zum 18. schenkt. Aber nichts desto trotz bleiben sie Puppen. Sie sehen aus wie Puppen, sie sind nicht lebendig. Wie kann so ein Ding ein Ersatz für einen wahren Menschen sein?

If you‘ve ever dreamed of creating your ideal partner, then you have come to the right place.

The „ideal partner“ – das lässt kaum Interpretationsspielraum. The „ideal partner“ ist also eine menschengroße Puppe, deren Gesicht und Körperbau man nach belieben aussuchen kann, eine Illusion von einer Frau, die einfach nur da ist, gut aussieht, den Mund hält und keine Sonderwünsche hat. The „ideal partner“ ist ein Spielzeug, das keine Ansprüche stellt, einzig und allein die Wünsche des Besitzers befriedigt und nach Lust und Laune benutzt und wieder weg geräumt werden kann. The „ideal partner“ ist nicht lebendig. Er ist auch keine Frau. Er ist einfach eine Puppe, welche aussieht wie eine Frau, somit die angenehmen Dinge einer solchen an sich hat, der Rest aber, alles was in irgend einer Form Mühe erfordet, großzügig ausspart. Letzteres wird durch die Features dieser Puppe deutlich:

[…]Odorless and Flavorless[…]Flexible – wide range of joint movement[…]Sexy and Pleasurable – provides effective aid to sexual fulfillment[…]Convenient – always ready & available, Relaxing and Comforting – provides stress-free companionship, Affordable – cheaper than most alternatives

Schon erschreckend irgendwie, was diese Puppe so alles ist, was ich als Frau nicht bin. Geruch- und Geschmacklos, gelenkig, immer verfügbar, unkompliziert und günstig. Schon fast ein Ideal, dem man entgegenstreben könnte. Zumindest, wenn man ein „ideal partner“ werden will.

Oder ist die zentrale Aussage dieser Firma, dass eine Frau und Partnerin sich im Grunde nur durch ihre primären und sekundären Geschlechtsorgane auszeichnet?

Natürlich soll das nicht in Männer-Bashing enden. Aber ich finde es doch sehr bedenklich, wenn auch eigentlich garnicht verwunderlich, mit welchen Argumenten diese Firma Kunden anheuert. Es scheint somit doch auch Männer zu geben, die eine solche Partnerin als erstrebenswert ansehen. Nachvollziehen kann ich das nicht.


101 Antworten auf “Die „perfekte Partnerin“”


  1. 1 Matze 02. Juni 2008 um 14:47 Uhr

    Also, es gibt da einen Film, „Lars und die Frauen“, soll nicht schlecht sein, ich habe ihn nicht gesehen, da geht es um einen Mann, der eine „Beziehung“ mit so einem „Real Doll“ führt.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Männer, die *Angst“ vor Frauen haben, sich so eine Partnerin wünschen. Nicht, weil sie dominieren wollen, sondern weil sie Angst haben, dominiert zu werden.

    Und wahrscheinlich gibt es auch Typen, die sich denken, „Sieht heißer aus als meine Noch-Freundin, und zickt auch nicht rum.“

  2. 2 Jay 02. Juni 2008 um 16:03 Uhr

    Immerhin hat sich das Frauenbild etwas gewandelt: Sie ist perfekt, auch wenn sie nicht putzen und kochen kann :-?

    Es gibt btw. auch ihr Gegenstück in männlich / gab es, wird wohl gerade überarbeitet.
    Und die sehr selten in freier Natur vorkommende shemale Variante.

  3. 3 Viktoria 02. Juni 2008 um 16:18 Uhr

    „Es gibt btw. auch ihr Gegenstück in männlich / gab es, wird wohl gerade überarbeitet.
    Und die sehr selten in freier Natur vorkommende shemale Variante.“

    Finde ich ja toll, dass dieses Unternehmen alle Marktlücken erkannt hat (wobei es die „weibliche“ Variante nicht in füllig gibt). Das macht jedoch den Rest nicht besser, wenn Du mich Fragst.

  4. 4 dodo 02. Juni 2008 um 16:50 Uhr

    an und für sich finde ich die sichtweise „sexspielzeug=ersatz für ‚richtigen‘ sex“ ja saudoof.
    aber ich bin am überlegen, ob es in diesem fall nicht doch so ist…
    ich meine, daß die firma mit „perfekte partnerin“ wirbt, ist ja klar. aber auch wenn wir das auf „perfekte sexpartnerin“ oder auch nur auf „sexpartnerin“ beschränken… ich meine, das dingens ist, wie der name schon sagt, einer mehr oder minder „echten“ frau nachempfunden. und wohl eben zu dem zweck, daß sie sich „echt“ anfühlen/aussehen/… soll. also erwartet der konsument ja doch irgendwie ne „echte“ frau aus plastik (oder was immer die dafür verwenden).
    und das find ich irgendwie… hmpf.

  5. 5 leonie 02. Juni 2008 um 16:51 Uhr

    Die sache an sich finde ich nicht verwerflich, heißt Sexspielzeug für den Mann, aber die Beschreibung ist echt unter aller Kanone und entwirft finde ich ein sehr kritikwürdiges Frauenbild, der immer nervigen, zickigen,stinkenden??, nie Sex-haben-wollenden Frau!
    Aber das ist anscheined auch so ein unauslöschlicher Mythos Frau!!

  6. 6 Viktoria 02. Juni 2008 um 17:04 Uhr

    Eben, eben… also das geht mir ja nicht um Verwerflichkeit von Sexspielzeug an sich. Da hab ich nicht im Geringsten was gegen auszusetzen! Und ich würde auch nie einen Dildo als Partnerersatz einsehen, sondern als Erweiterung meiner Autosexualität.

    Doch die Art, wie diese Puppe beworben wird, wie sie auf der Seite in Fotos inszeniert wird, das finde ich schon merkwürdig. Ich für meinen Teil, auch wenn ich Dildos, Vibratoren und der gleichen nicht schlecht finde, kann mir nicht vorstellen, mir einen Mann aus Plastik zu kaufen. Diese Vorstellung lässt mich SOWAS von kalt.

    Diese Puppe soll ja einfach wirklich nicht nur ein abstraktes Spielzeug sein, da gibt es ja auch andere für den Mann, wie eben auch Dildos und Vibratoren nicht unbedingt naturgetreu sind, sondern eine tatsächlichen Frauenersatz darstellen weil: sieht wie Frau aus, fühlt sich wie Frau an, ist aber besser als Frau, denn stellt keine Ansprüche, absolut avaiable, geruchsneutral und befriedigend.

  7. 7 cyborg* 02. Juni 2008 um 17:32 Uhr

    dazu gibts auch nen ganz netten film: http://de.wikipedia.org/wiki/Lars_und_die_Frauen (ist auf jeden fall nicht das, was man erstmal erwarten könnte)
    ..und auch ne ziemlich interessante doku:
    http://feministing.com/archives/007346.html

    klar spiegelt sich da sexismus wieder, aber ich finde, dass das thema schon ne ziemliche bandbreite hat (wer holt sich warum die puppe; da gibt es ja die verschiedensten beweggründe von „keine freundin finden“ bis hin zum puppen-fetisch)

  8. 8 Viktoria 02. Juni 2008 um 17:48 Uhr

    Die Beweggründe, die sollte man in jedem Fall beleuchten. Merkwürdig finde ich es allerdings schon, dafür 6500$ auszugeben… Beim Rettungsdienst werden auch Puppen verwendet, um Wiederbelebung, Spritzensetzen etc. zu üben, die kosten auch 10000€ und sind ziemlich naturgetreu – aber eben auf eine andere Weise.

    Irgendwie ist es aber schon ein bedenklich, sich eine Puppe zu kaufen, weil man keine Freundin findet. Da muss ich an das Lied „Coin opperated Boy“ von den Dresden Dolls denken.

  9. 9 Cher 02. Juni 2008 um 18:16 Uhr

    Ich denke nicht das jemand der sich diese Puppe kauft das tut weil er keinen menschlichen Partner findet sondern weil er keinen will.
    Ist doch besser man kauft sich dann diese Plastikleutchen als das man versucht jmd. Lebendiges nach seinen Wünschen zu formen.

    Ich schließ mich da leonie an, die Beschreibung ist strunzdämlich, aber das sind die Beschreibungen von (Sex)spielzeug leider oft.

    Oh und vielleicht gibt es die füllige Variante „noch“ nicht?
    Kann mir nicht vorstellen das die keiner will ;)

  10. 10 scheckkartenpunk 02. Juni 2008 um 22:13 Uhr

    sowohl im letzten abschnitt des artikels als auch in den meisten kommentaren ist eine tatsache doch unberücksichtigt. die firma bietet auch eine männliche variante an und so sind möglichkeiten und auch wahrscheinlichkeit gegeben, daß auch heterosexuell veranlagte frauen sowohl in der zielgruppe als auch in der käuferschaft sind gegeben.

    weshalb der satz richtig lauten müßte: „Es scheint somit doch auch Menschen zu geben, die eine_n solche_n Partner_in als erstrebenswert ansehen. Nachvollziehen kann ich das nicht.“

    wobei es völlig unerheblich ist, ob jemand nachvollziehen kann warum ein mensch sexspielzeug haben will.

  11. 11 Difficult is Easy 02. Juni 2008 um 22:39 Uhr

    victoria, von dir kommen regelmäßig die grausigsten beiträge hier. keep up the good work.
    du traust offenbar menschen nicht zu, zwischen fiktion und realität unterscheiden zu können. wenn du das nich kannst is vielleicht ganz richtig, dass du dich von fernsehern, computern und belletristik fernhältst, aber andere schaffen das sehr wohl. selbst wenn sie gefühle für puppen entwickeln is das verdammt nochmal nich deine sache diese menschen zu verurteilen. befürchtest du aus bestimmten gründen eine geruchlose, maul haltende und leicht abwaschbare konkurrenz?
    zur befeuerung dieser diskussion, möchte ich noch in den raum werfen, dass es solche puppen in japan in besonders jungen versionen gibt. die körper sehen etwa aus wie die von 12-jährigen. find ich immer noch nich schlimmer als dildos oder fleshlights. wenns das bringt is es gut.

  12. 12 chica 02. Juni 2008 um 23:15 Uhr

    polylux bietet wie immer zu allen aspekten des modernen lebens einen videoclip. watch:
    http://www.polylog.tv/videothek/videocast/12017/

  13. 13 Viktoria 03. Juni 2008 um 10:02 Uhr

    @Difficult is Easy: Dein Kommentar ist unter aller Sau. Du scheinst nicht fähig zur sachlichen Kritik zu sein. Wer das nicht kann und persönlich werden muss, sollte sich vom Kommentieren fern halten und statt herum zu pöbeln.

  14. 14 Judith 03. Juni 2008 um 10:12 Uhr

    die art, wie dieses sexspielzeig beworben ist, ist echt ziemlich eigenartig. ob die herren, die diese puppe dann letzlich kaufen wirklich so doof sind, weiß ich nicht. vielleicht auch ein etwas eigenartiger fetisch würd ich mal sagen, aber eben doch bloß ein fetisch. damit, dass die puppen nicht riechen oder schmecken wird doch geworben, um zu sagen dass der plastikgestank nicht all zu deutlich ist, oder? und umgekehrt kann man ja auch mal sagen, dass es ja eigentlich ein klitzekleines bisschen schade ist, dass männerkörper nicht so lustig vibrieren wie manches sexspielzeug für frauen, und dass obwohl wir uns natürlich trotzdem einig sind, dass sowohl der sex als auch das leben mit einem richtigen mann um dimensionen toller ist (bzw. sein kann).

  15. 15 unkultur 03. Juni 2008 um 10:28 Uhr

    Die Argumentation mit der Gegenüberstellung der „echten“ Frau versus Puppe ist in der Tat bedenklich. Was soll das bedeuten? Dass sich an einer vermeintlichen Natur des Menschen versündigt wird? Oder dass der Mensch jetzt Konkurrenz durch Menschenimitate bekommt?
    Dass Menschen ihre Sexualität mit Gegenständen ausleben, finde ich nicht weiter skandalös.

  16. 16 laylah 03. Juni 2008 um 10:37 Uhr

    viktoria, du machst es dir ja sehr einfach, indem du kritik ignorierst, weil die form daneben ist. der inhalt ist nämlich durchaus vernünftig (obwohl ich die erwähnten japanischen versionen nicht ganz so unproblematisch sehe und den spruch mit der konkurrenz hart an der grenze zur schelle). auch scheckkartenpunk hat kritik gebracht, und der hat dich nichtmal angepisst dabei – von dir keine silbe dazu. wenn du erwartest, dass sich hier alle nur kollektiv mit dir echauffieren, solltest du vielleicht die kommentar-funktion ausmachen.

  17. 17 laylah 03. Juni 2008 um 10:40 Uhr

    „cheaper than most alternatives“ ist übrigens ein bisschen lustig.

  18. 18 scheckkartenpunk 03. Juni 2008 um 12:30 Uhr

    @judith: auch bei dir ist eine projektion eigener abneigungen und vorurteile ganz klar aus deinem letzten statement herauszulesen. oder hast du einen nachweis, daß sich die käuferschaft ausschließlich aus männern zusammensetzt? wieso ist die dann hier nicht verfügbar? mir scheint das ist eher die manifestation einer wie auch immer gearteten männerabneigung, die mit dem eigentlichen gegenstand des artikels nichts zu tun hat.

    nein, so ne gescheite ordentliche frau, die kauft kein sexspielzeug. deshalb ist es ihr auch nicht zuzumuten, daß sie ihren spaß auch mit modernen puppen haben könnte.

  19. 19 Viktoria 03. Juni 2008 um 14:22 Uhr

    So dann will ich mal :)

    @Laylah: ich hatte heute morgen nicht die Zeit, mich den Kommentaren in aller Ausführlichkeit zu widmen. Im Übrigen ist es ja wohl auch meine Sache, in welcher Form ich auf Kommentare eingehe und in welcher nicht. Und ich sehe es nicht ein, dass ich jemandem eine Antwort schuldig sein soll, der mich persönlich angreift und somit ein verletzendes Verhalten an den Tag legt. Nein, das sehe ich nicht ein. Wer eine Antwort haben möchte, beleidigt nicht im gleichen Zug. Punkt. Man muss nicht mögen was ich schreibe, weder vom Inhalt noch von der Form, damit kann ich leben. Aber man kann dies auch in einer angemessenen Art, die nicht verletzend wirkt, rüber bringen.

    @Scheckkartenpunk: ja, Du hast recht, ich bin nicht auf die männliche Variante der Puppe eingegangen. Das hat einen einfachen Grund: der Auslöser für meinen Text war nämlich die ART, in der die weibliche Puppe für hetero orientierte Männer angepreist wird. Nicht die Tatsache, dass es sie überhaupt gibt. Wennn Du Dich zur männlichen Variante durchklickst, wird Dir auffallen, dass diese – die Seite befindet sich im Aufbau – in keinster Weise in vergleichbarer Form mit der weiblichen Variante, vermarktet wird. Interessant wäre es aber zu beobachten, in welcher Form diese dann angepriesen wird, im Unterschied zur weiblichen. Beim männlichen Torso ist mir nur aufgefallen, dass bei ihm auch separat auf den Anus hingewiesen wird, was darauf schließen lässt, dass er auch von schwulen Männern gekauft wird.

    @unkultur: Versündigungsgedanken kenne ich nicht, weil ich in keinster Weise christlich oder sonstwie monotheistisch geprägt bin. ICH finde jedoch bedenklich, dass eine Puppe, die eben wie eine „echte“ Frau aussehen soll, der „perfect partner“ sein soll, damit beworben wird, unkompliziert, immer verfügbar und befriedigend zu sein, was „echte“ Frauen im Umkehrschluss ja scheinbar nicht sind.

    Den Gedanken an so eine Puppe finde ich lediglich gewöhnungsbedürftig, die Vermarktung, die Wortwahl der Macher jedoch heftig. Natürlich bin ich nicht im Recht, über Menschen zu urteilen, die so eine Puppe benutzen, darüber bin ich mir im Klaren, das will ich auch garnicht. Aber die Vermarktung mit dem „perfect partner“ ist schon heftig. Und das ist ja wohl auch ein Punkt, der Käufer mit auch anzieht.

  20. 20 Judith 03. Juni 2008 um 14:23 Uhr

    @scheckkartenpunk

    nö, da verstehst du mich falsch.

    ich kann mit manchen sexspielzeugen viel anfangen und mit manchen weniger. manche finde ich auch eigenartig, bizarr oder lustig. trotzdem kann ich super akzeptieren, dass andere sehr viel spaß mit diesen sexspielsachen haben.

    „doof“ find ich kunden, die seltsame werbeslogans ernst nehmen oder wirklich nicht zwischen realen frauen und spielzeug zu unterscheiden in der lage wären..aber wie gesagt ich kann mir nicht vorstellen, dass es überhaupt so viele leute gibt, die realität und fiktion nicht auseinanderhalten können (und das wäre meine, zugeben sehr unpräzise definition, von doof).

    um das zu unterstreichen meinte ich eben auch, dass ich zum beispiel vibrierende sexspielzeuge sehr gerne mag und dass ich zum beispiel die sache mit der vibration bei manchen sexspielzeugen so super finde, dass ich sie sogar bei menschlichen, „echten“ sexpartnern ein bisschen vermisse.
    also: hurray, sexspielzeuge!

    (darf ich trotzdem erwähnen, dass i c h sex, der etwas mit zwei oder mehr nackten menschen zu tun hat, interessanter finde? und dass i c h mir für m i c h als p a r t n e r nur männer (oder frauen) vorstellen kann und weniger unbelebte objekte?)

    und diese puppen werden wohl für männer vermarktet – wenn mir jemand erklärt, wie ich als frau so eine puppe „anwenden“ kann und mir zusätzlich erklärt, dass das super spaß macht – her damit!!

    ich bin extrem weit von einer „männerabneigung“ entfernt. wirklich. selbst wenn ich diese puppen doof fände, (wie gesagt ich find sie eher komisch und das marketing doof) wäre es doch ziemlich abstrus aus dem mögen/nichtmögen eines (im marketing eher für männer ausgerrichteten) sexspielzeuges ein mögen/nichtmögen von männern im allgemeinen abzuleiten.
    albern, solche unterstellungen!

  21. 21 scheckkartenpunk 03. Juni 2008 um 14:42 Uhr

    aha, der marketing text ist blöd. das hat ja nichts mit den käufern und käuferinnen zu tun, sondern mit denjenigen, die den verfaßt haben. ;)

    @viktoria: wahrscheinlich wird die männliche puppe auch von schwulen männern gekauft werden, ja. warum auch nicht. deswegen muß der anus trotzdem nicht nur für männer interessant sein.

  22. 22 Viktoria 03. Juni 2008 um 14:45 Uhr

    @chica: Ich habe mir gerade den Clip von Polylux angesehen und muss sagen, dass mich das schon sehr erschreckt und auch traurig gemacht hat. Im Clip ist zu sehen, dass diese Puppen für einige Männer wirklich der ideale Partner zu sein scheinen – weil sie nicht sprechen, weil sie einfach da sind. Ich verurteile diese Männer nicht dafür, muss dennoch zugeben, dass es mich traurig gemacht hat, zu sehen, wie sehr man sich doch in so eine Art von Abhängigkeit von diesen Puppen begeben kann, die für einige doch weit mehr als nur ein Spielzeug sind. Was heißt dass die Anbieter mit ihren dämlichen Beschreibungen, wohl doch auch – nicht nur – über diese Schiene Kunden finden.

  23. 23 Viktoria 03. Juni 2008 um 14:57 Uhr

    @scheckkartenpunk: in der Sexualität „muss“ sowieso nichts. :)

  24. 24 Difficult is Easy 03. Juni 2008 um 16:38 Uhr

    @viktoria:
    aber unter aller sau was zusammenschreiben darf man?
    menschen ihre sexualität pathologisieren is erlaubt?
    der letzte satz deines beitrags fasst alles gut zusammen: „Nachvollziehen kann ich das nicht.“
    dann belass es halt dabei und stell deine küchenpsychologischen nachstellungen in dieser an. dann kommen auch keine dummen kommentare.

  25. 25 bigmouth 04. Juni 2008 um 0:07 Uhr

    ich kann gut nachvollziehen, dass man bei so was ein komisches gefühl in der bauchgegend hat. nebenbei diffi: wenn nicht erlaubt, wer würde es denn verbieten?

    aber mei, wem schaden die – ausser eventuell sich selbst?

  26. 26 Difficult is Easy 04. Juni 2008 um 0:19 Uhr

    bigmouth: erlaubt auf dem mädchenblog.

  27. 27 Difficult is Easy 04. Juni 2008 um 0:33 Uhr

    bigmouth:
    weshalb schaden die sich selbst? und versuchste da n unterschied zu den menschen einzuschmuggeln, die keine sexpuppen kaufen? schadet man sich im umgang mit anderen menmschen nich auch mal selbst?

  28. 28 Wendy 04. Juni 2008 um 1:22 Uhr

    „stell deine küchenpsychologischen nachstellungen in dieser an“.

    Hallo Diffi, gehts noch? Da erdreistet sich eine Frau etwas, dir ungenehmes zu sagen und du willst sie in die Küche verbannen (damit sie da mit ihren „Freundinnen“ „lästern“ kann)?

    Das ist wirklich ein Fall für ne Psychologin, dein Unterbewusstsein lässt grüßen…

  29. 29 Difficult is Easy 04. Juni 2008 um 1:25 Uhr

    @wendy:
    hehe, is mir auch aufgefallen. wollte dazu noch was schreiben, aber habs einfach mal stehen lassen. war wirklich nich so beabsichtigt (als ich das geschrieben hab, waren meine finger noch arg schrumpelig vom badputzen. also, was willste? :P). und irgendwie is es auch egal.

  30. 30 Viktoria 04. Juni 2008 um 9:39 Uhr

    @Difficult is easy: Dein Diskussionsverhalten ist echt das letzte. Nein, die Tatsache, dass ich etwas schreibe, was Du als schlecht empfindest, gibt Dir noch LANGE NICHT das Recht dazu, mich in dieser respektlosen Form zu behandeln. Ich habe, wie jeder andere Mensch auch ein Recht darauf, dass mir mit einem Grundmaß an Respekt entgegen getreten wird. Dieses Grundmaß bedeutet, dass man mich weder körperlich noch verbal in einer verletzenden Weise angreift. Dies tust Du allerdings am laufenden Band und scheiß egal scheint es Dir auch zu sein. Ist Dir eigentlich klar, dass Du hier mit einem Menschen umgehst? Manchmal habe ich das Gefühl, dass eingie Leute „diese wichtige Tatsache vergessen, wenn sie im Internet unterwegs sind. Dass auf der anderen Seite auch ein Mensch mit Gefühlen sitzt. Dein Verhalten kann ich somit nur verachten. Auch wenn Dir das wahrscheinlich am Arsch vorbei geht oder Dich in irgend einer Form bestätigt.

    „aber unter aller sau was zusammenschreiben darf man?“

    Es ist Deine subjektive Meinung, dass das, was ich geschrieben habe, unter aller Sau ist. Zudem beleidige ich in meinem Artikel nicht wild um mich, ich habe nur heraus gestellt, wie dieses Unternehmen seine Frauen körperlich nachempfundenen Puppen bewirbt, und was das im Umkehrschluss über den ein oder anderen Kunden aussagt. Du hingegen wirfst mir vor, ich solle mich von Bildung abgrenzen, weil ich ja augenscheinlich nichts raffe (nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann), dass ich wohl aus irgend einem Grund Konkurrenz zu fürchten habe und dass ich mich lieber in die Küche zurück ziehen sollte, statt Dich mit meiner Pseudopsychologie zu behelligen.
    Ich finde, man kann meinen Artikel und Deine Kommentare nicht vergleichen. :)

    „menschen ihre sexualität pathologisieren is erlaubt?“

    Tue ich das? Das war nicht meine Absicht. Ich wollte, wie gesagt herausstellen, wie das Produkt, mit welcher Wortwahl, welchen Argumenten beworben wird. Was dies eben im Umkehrschluss bedeuten kann. Ich habe nie gesagt, und davor werde ich mich auch hüten, dass Menschen, die so eine Puppe kaufen per sé krank sind!!!

    „der letzte satz deines beitrags fasst alles gut zusammen: “Nachvollziehen kann ich das nicht.”
    dann belass es halt dabei und stell deine küchenpsychologischen nachstellungen in dieser an.“

    Zur Küchensache, hat Wendy schon was passendes geschrieben, ich hab das auch nochmal aufgegriffen, was den Rest davon angeht: warum willst Du mir verbieten, zu schreiben, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Ich kann auch Dein verhalten nicht nachvollziehen. Was nicht heißt, dass es nicht nachvollziehbar IST. Diese Aussage gilt allein für mich, vielleicht kann ich es ja irgendwann nachvollziehen. Im nicht nachvollziehen können liegt auch keine Wertung. Diese Wertung hast Du, wie in so viele andere Dinge auch, einfach reininterpretiert.

    Um trotzdem noch einmal zur Küchenpsychologie zu kommen: auch an dieser habe ich mich nicht geübt. Ich weiß nicht, wo Du da solche Ansätze hinein interpretiert hast. Am Ende bist Du hier eher die wahre Psychologin von uns beiden. :)

    „dann kommen auch keine dummen kommentare.“

    Das ist kein Argument. Ich werde mir von Dir auch nicht den Mund verbieten lassen. Ich bin es auch nicht Schuld, dass ich von Dir verbal in verletzender Form angegriffen wurde. Dieses Argument hört sich sehr nach einem „… dann muss man sich auch nicht wundern!“ an. Dass man das auf die Spitze treiben, und eigentlich auch auf alles anwenden kann, was dem einen unangenehm ist, ist Dir schon bewusst, was?

  31. 31 Welpe 04. Juni 2008 um 9:58 Uhr

    Es sieht doch letzten Endes so aus:

    Vickys Artikel bezieht sich lediglich auf die schon abstruse Werbestrategie dieser Lovedoll-Macher.
    Doch denken wir mal weiter. Offenbar hat diese Werbestrategie Erfolg.
    Und das, liebe Damen und Herren find ich tendenziell beängstigend, nicht zuletzt des stolzen Preises wegen.

    @Difficult is Easy
    Gegen Konstruktive Kritik wird niemand was sagen. So ein Forum/so eine Comment-Funktion ist dazu da, um einen geschriebenen Artikel zu problematisieren und zu Diskutieren. Es geht um den Meinungsaustausch.
    Das da verschiedene Meinungen zustande liegt in der Natur der Sache.
    Aber das manche Menschen einfach Niveaulos und unsachlich daherkommen und wirklich beleidigend anderen gegenüber werden ist peinlich für den/die Beleidigende/n, weil das bedeutet, dass diese Person nicht zur Sachlichkeit Fähig ist.
    Damit will dich ich jetzt nicht verletzen, das ist deduktives Denken.

  32. 32 Welpe 04. Juni 2008 um 10:02 Uhr

    Nachtrag:

    „weil das bedeutet, dass diese Person nicht zur Sachlichkeit Fähig ist.“
    Besser gesagt: nicht zur Sachlichkeit fähig ist, oder andere nicht für würdig hält, dass man ihnen mit Sachlichkeit begegnet.

  33. 33 cher 04. Juni 2008 um 11:07 Uhr

    Vielleicht bin ich ja doof, aber wenn schon im ersten Teil des Artikels Spielzeug als Freundesersatz kritisiert wird, würde ich nicht von „lediglich Kritik an der Werbestrategie sprechen“.
    Mit Unsachlichkeitsvorwürfen wär ich dahingehend auch ganz vorsichtig.

  34. 34 scheckkartenpunk 04. Juni 2008 um 11:19 Uhr

    Im Umkehrschluß des Werbetextes bedeutet das eben erstmal überhaupt nichts. Da wird herumpsychologisiert und den Käufern irgendwas unterstellt, was die Verfasserin denen eben so gern unterstellen möchte.

    Und wenn ein Käufer dann eben so eine Puppe nicht nur als bloßes Spielzeug sieht, sondern diese als Partnerin haben möchte, so ist das immer noch nichts, was von anderen zu verurteilen wäre. Weil diese Partnerschaft die biologische Reproduktion nicht sicherstellt? Weil sich die Sexualität auf ein Objekt bezieht? Weil es „unnatürlich“ ist? Wo ist denn da das Argument? Es schädigt doch niemanden, wenn irgendjemand gerne mit einer Puppe zusammen ist.

    Aber trotzdem gibt es den Drang zur Intervention weil es einige mit ihrer Moral als unschicklich empfinden und gerne verurteilen wollen.

    @Welpe: Es ist doch völlig egal was du als beängstigend empfindest. Vor was hast du denn Angst, daß du dann die Käufer so einer Puppe gerne verurteilen möchtest und den Drang hast diese zu einer Art von dir empfundenen Normalität zu drängen?

    Was diese Formdikussion betrifft: es ist doch völlig egal, wie die Argumente vorgetragen werden. Mit der Form hält sich doch erstmal der auf, der sich eben nicht mit den Argumenten aufhalten möchte.

  35. 35 Viktoria 04. Juni 2008 um 11:54 Uhr

    @scheckkartenpunk:

    „es ist doch völlig egal, wie die Argumente vorgetragen werden.“

    Das sehe ich nicht so. Es gibt so ein Sprichwort, welches besagt, dass der Ton die Musik macht. Für mich persönlich eine ganz, ganz wichtige Angelegenheit. Zumal ich nicht beleidigt werden möchte, ich denke, das will niemand. Du bewahrst schließlich, bei aller Kritik, die Du auch vorbringst, auch ein Maß an Sachlichkeit und Respekt. So sollte es schließlich auch sein. Wenn anderen Menschen es egal ist, wie ihnen gegenüber umgegangen wird: bitte. Da aber ich und nicht Du es bist, die angegriffen wird, ist es doch auch meine Sache, wie ich mit Argumenten umzugehen gedenke. Und ich sehe es nicht ein, mich mit einem Inhalt auseinander zu setzen, so lange die Form unter aller Sau ist, solange ich im Gleichzug persönlich angegriffen werde.

    „Und wenn ein Käufer dann eben so eine Puppe nicht nur als bloßes Spielzeug sieht, sondern diese als Partnerin haben möchte, so ist das immer noch nichts, was von anderen zu verurteilen wäre.“

    Nein, mit Verurteilungen sollte man sich ohnehin zurück halten. Ich habe nur geschrieben, dass ich es grotesk finde und es nicht nachvollziehen kann. Das ist keine Verurteilung. Dennoch finde ich, dass man sich mit so einer Beziehung kritisch auseinander setzen kann. Frei von Wertungen, sondern einfach vom Standpunkt aus, dass eine Puppe kein Lebewesen ist, dass jegliche Kommunikation mit dieser im Grunde eine Kommunikation mit sich selbst ist. Ist es falsch, sich darüber Gedanken zu machen?

    „Weil diese Partnerschaft die biologische Reproduktion nicht sicherstellt?“

    Jetzt kommt man mir wieder mit irgendeinem christlich orientierten Kram an. Warum nur immer? Warum bin ich gleich ein „Sex dient zur Reproduktion“-Fundamentalist, nur weil ich es merkwürdig finde, dass eine Puppe als idealer Partner vermarktet wird, bzw. weil Männer lieber mit einer solchen Puppe zusammen sind, als mit einem Menschen? Eigentlich brauch ich mich auf diese Schiene nicht einzulassen, aber dennoch, mal eine kurze und knappe Antwort auf Deine Frage: nein.

    Ja, ich finde es bedenklich, dass ein Mensch eine Beziehung zu einem Objekt, das einem Menschen nachempfunden ist, einer Beziehung zu einem Menschen vorzieht. Hiermit meine ich nicht allein die sexuelle Beziehung sondern auch so menschliche Interaktion. Warum muss ich mich dafür rechtfertigen? Anders: warum findest Du das nicht bedenklich? Vielleicht gibt es an der Sache ja einen Aspekt, den ich übersehen habe. Wie schon gesagt, ich lasse mich gerne belehren, mich auf Dinge, die ich übersehe, hinweisen. Ein Vorteil, den die Interaktion mit anderen Menschen so mit sich bringt. :)

    „Es schädigt doch niemanden, wenn irgendjemand gerne mit einer Puppe zusammen ist.“

    Nicht wirklich, nein. Aber eine Fixierung, Isolation und Unfähigkeit zu menschlichen Kontakten, zu Kommunikation mit potenziellen realen Partnern, wie man es so schön im von Chica verlinkten Beitrag sieht, kann im schlimmsten Fall schon einen selber schaden.

    @cher:

    „Vielleicht bin ich ja doof, aber wenn schon im ersten Teil des Artikels Spielzeug als Freundesersatz kritisiert wird, würde ich nicht von “lediglich Kritik an der Werbestrategie sprechen”.“

    Also doof bist Du ganz sicher nicht. ;) Im Grunde hast Du mit Deinem Kritikpunkt auch recht. Somit doppelt schonmal nicht doof. Stimmt, ich habe auch Kritik an Spielzeug als Freundesersatz geübt. Auslöser an sich war allerdings die Vermarktung, welche eben auf Puppe als Ersatz aus ist.

  36. 36 scheckkartenpunk 04. Juni 2008 um 12:21 Uhr

    „Ja, ich finde es bedenklich, dass ein Mensch eine Beziehung zu einem Objekt, das einem Menschen nachempfunden ist, einer Beziehung zu einem Menschen vorzieht. Hiermit meine ich nicht allein die sexuelle Beziehung sondern auch so menschliche Interaktion. Warum muss ich mich dafür rechtfertigen?“

    „Anders: warum findest Du das nicht bedenklich?“

    Weil es eben niemanden schädigt. Wenn nun mal jemand entscheidet seine Zeit und seine Interaktion mit einer Puppe zu teilen, so ist das ganz einfach dessen eigene Sache, solange niemand anderes dabei geschädigt wird. Wieso sollte so eine Entscheidung hinterfragt oder bewertet („ich finde es bedenklich“) werden?

    Solange dieser Mensch dann mit seiner Puppe zufrieden ist und das Gefühl hat erfüllt zu sein, so ist doch alles in Ordnung. Sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, so wird er dann schon Maßnahmen ergreifen diesen Zustand zu ändern.

    Interaktion mit anderen Menschen bringt jede Menge Nachteile und Schädigungen mit sich. Ich sehe jetzt einfach nicht, warum die Interaktion unbedingt das Argument dafür sein soll, daß jemand, der diese Interaktion nicht will dadurch vor Schädigung bewahrt werden soll. Wenn es dem Interesse mehr gedient ist, wenn diese Interaktion eben nicht stattfindet, so ist das nichts, was von anderen, die für sich entschieden haben, daß ihrem Interesse mit der Interaktion mehr gedient ist, in irgendeiner Art (Kommentar, Bewertung, Verurteilung) erzwungen werden sollte.

    Was wirklich störend daran ist die Entscheidungen anderer unbedingt kommentieren zu müssen, obwohl diese ja nun wirklich niemand anderen schädigen, ist der ersichtliche Drang regelnd werden zu wollen. Weil so eine Entscheidung nicht nachvollziehbar ist und weil es eben nicht die Art Beziehung ist, die nach eigenem Normalitätsempfinden halt zu sein hat – nämlich die zu anderen Menschen – deshalb muß diese Entscheidung kommentiert werden und in diesem Kommentar befindet sich einfach eine Wertung.

    Wieso ist der Regelungs- und Intervetionsdrang so groß? Wieso sieht das hier so aus, als müßte sich die Käuferin / der Käufer so einer Puppe rechtfertigen? (um eben durch seine Rechtfertigung dann herzustellen, daß du das nachvollziehen kannst)

  37. 37 Welpe 04. Juni 2008 um 21:18 Uhr

    Also zunächst mal möchte ich anmerken, dass ich der letzte bin, der andere aufgrund ihrer Sexualität bzw. den sexuellen Vorlieben verurteilt.
    Ich wollte darauf hinaus, dass es für die Person nicht gesund sein kann, sich in dieser Hinsicht von lebenden Wesen abzukanzeln.+, allein schon deshalb, weil ihm dadurch doch völlig abgeht, wie man mit einer echten Frau umgeht.

    Zum Thema Werbestrategie:
    Nehmen wir das Ding doch mal ein bisschen auseinander.
    Die ideale Frau riecht nicht (wie doof. Ich liebe den Geruch einer Frau, z.B. wenn sie schwitzt).
    Die ideale Frau hält die Klappe (außer wenn Mann was reinstecken will).
    Die ideale Frau ist immer und zu allem bereit.

    Ich meine HALLO?? Wenn das keine Degradierung der Frau an sich zum Objekt ist, was dann?

  38. 38 Welpe 04. Juni 2008 um 21:28 Uhr

    Nachtrag:

    Das ist gar nicht anders, als sich in Pornofilme oder irgendwelche Pseudoerotischen Computerspiele oder sowas zu flüchten.
    Sogar diese unsäglichen Telefonsexhotlines oder Sex-Chats bieten da zumindest noch (meist reichlich hohle) Interaktion mit realen Menschen (unabhängig vom Wahrheitsgehalt über deren Aussehen und aktuelle Tätigkeit).

  39. 39 Difficult is Easy 04. Juni 2008 um 22:43 Uhr

    @viktoria:
    scheckkartenpunk hats dir ja inzwischen geduldig erklärt, weshalb dich sowas nix angeht. ich kann meinen respektlosen fingern etwas ruhe gönnen und erwarte deine antwort.
    nur so viel:
    pathologisieren tuste schon. schreibst ja ständig von der bedenklichkeit des puppensexes. da stellste doch ganz klar ne abweichung fest. „sowas geht doch nich! das führt ins unglück!“ kannst sogar ein paar der probleme der puppenuser benennen. fehlt noch, dass du den leuten ein ausstiegsprogramm anbietest. vielleicht mit puffgutscheinen und gemeinsamer freizeitgestaltung (strictly lebende menschen), damit die auf ne art glücklich sind, die du nachvollziehen kannst.

    PS:
    und zur vermarktung:
    die leute wollen diese sexpuppen haben, weil die ziemlich echt aussehen und so werden die dann vermarktet.

  40. 40 Welpe 04. Juni 2008 um 23:05 Uhr

    Strange find ich 1tens das zwei meiner Beiträge geschluckt wurden. Sind einfach verschwunden, warum auch immer…
    2etns: was für Formen, diese Diskusion inzwischen annimmt.
    Es war zwar klar, das so ein Thema polarisiert, aber das man gleich beleidigend bzw. ausgesprochen aggressiv in der Formulierung wird…ich weiß ja nicht.

    Aber mal auf ner anderen Ebene:
    Da predigen einige in ihren Beiträgen, man solle tollerant sein und die Vorlieben anderer akzeptieren. Spricht ja auch nix gegen.
    Andere aber dafür anzufeinden (und nichts anderes als Anfeindungen sind manche dieser Beiträge) lässt mindestens genausoviel, aus meiner Sicht noch mehr Tolleranz vermissen, eingedenk, dass einer Person offen die Meinung verboten wird, da das Thema sie ja nix anginge.

    Aber bitte, wenn ihr meint.

  41. 41 dodo 05. Juni 2008 um 0:29 Uhr

    „fehlt noch, dass du den leuten ein ausstiegsprogramm anbietest. vielleicht mit puffgutscheinen und gemeinsamer freizeitgestaltung (strictly lebende menschen), damit die auf ne art glücklich sind, die du nachvollziehen kannst.“
    na sag mal, sonst gehts noch?

  42. 42 subwave 05. Juni 2008 um 10:00 Uhr

    @dodo: was ist denn schlimm an dem was diffie sagt? genauso kommt das was viktoria sagt nämlich rüber…

  43. 43 scheckkartenpunk 05. Juni 2008 um 10:36 Uhr

    „Also zunächst mal möchte ich anmerken, dass ich der letzte bin, der andere aufgrund ihrer Sexualität bzw. den sexuellen Vorlieben verurteilt.
    Ich wollte darauf hinaus, dass es für die Person nicht gesund sein kann, sich in dieser Hinsicht von lebenden Wesen abzukanzeln.+, allein schon deshalb, weil ihm dadurch doch völlig abgeht, wie man mit einer echten Frau umgeht.“

    Entschuldigung daß es jetzt etwas deutlicher wird, kannst dich ja nachher über den Ton beschweren, aber nett verpackt scheint es einfach nicht anzukommen.

    Was für ein Quatsch! Du behauptest du willst niemanden aufgrund seiner sexuellen Vorlieben verurteilen, aber machst genau das schon wieder in dem Satz der drauf folgt. Und dann schon wieder der Mist alles auf Männer projezieren zu wollen. Da gibt es Puppen mit Schwanz – und mit denen dürfen auch Frauen ihren Spaß haben! Wenn es denen Spaß macht dürfen die auch mit den „weiblichen“ Puppen Spaß haben – das ist völlig egal und geht dich einfach nichts an. Du bist nicht der letzte – du bist der erste, der andere verurteilt und zwar genau im Satz nach deiner vorgeschobenen Entschuldigung.

    Wieso sollte derjenge, der sich ne Puppe kauft verlernen wie er mit einer „echten“ Frau umgehen sollte? Das ist nichts weiter als patologisierender Mist von dir! Der Puppenkäufer trifft „echte“ Frauen beim Bäcker, auf Arbeit, beim rumlatschen. Mit denen geht er permanent um. Nur weil es dir nicht in den Kram passt, daß er lieber mit einer Puppe Sex haben will sortierst du ihn in eine Ecke, zu der nicht viel fehlt und du forderst demnächst, daß Puppenkäufer gefälligst in die Psychatrie einzuweisen sind. Nur weil es DIR nicht in den Kram passt! Was hast du denn in deinem sein für einen Nachteil davon, daß der- oder diejenige lieber ne Puppe haben will? Was für einen Vorteil hättest du denn, wenn diese Puppenliebhaber gezwungen wären auf ihre Puppen zu verzichten, weil Leute wie du oder die Verfasserin dieses Artikels Druck auf sie ausüben?

    Ein befriedigtes Strafbedürfnis gegenüber Abweichlern – das ist das einzige, was ihr da an Gewinn habt. Und dafür patologisiert ihr andere Menschen und psychologisiert hier rum.

    Was in dem Artikel noch nicht so ganz deutlich rüberkam, das findet sich dann an Denke hier in den Kommentaren. Von dem her war Kritik mehr als angebracht und Diffis Deutlichkeit eigentlich auch. Denn auf die Kritik eingehen wollt ihr überhaupt nicht. Statt dessen sucht ihr nach Entschuldigungen, um euren Standpunkt retten zu können, ohne überhaupt mal auf Argumente und Kritik einzugehen.

    Es ist völlig egal was IHR findet. Bis in die Sechziger fanden auch viele, daß Frauen mit wechselnden Partnern promiskuitiv wären und deshalb gefälligst in die Psychatrie gehörten. Über sowas könntet ihr euch dann mit Sicherheit aufregen, dabei habt ihr genau die selbe Denke drauf.

  44. 44 scheckkartenpunk 05. Juni 2008 um 10:46 Uhr

    „Da predigen einige in ihren Beiträgen, man solle tollerant sein und die Vorlieben anderer akzeptieren. Spricht ja auch nix gegen.
    Andere aber dafür anzufeinden (und nichts anderes als Anfeindungen sind manche dieser Beiträge) lässt mindestens genausoviel, aus meiner Sicht noch mehr Tolleranz vermissen, eingedenk, dass einer Person offen die Meinung verboten wird, da das Thema sie ja nix anginge.“

    Weil du und die Verfasserin des Artikels mit eurer Denke andere schädigt – ihr psychologisiert, patologisiert und schreibt hier was an solchen Puppenkäufern denn alles nicht in Ordnung und eventuell sogar krankhaft ist. Ihr macht hier aus euren persönlichen Ressentiments heraus Stimmung gegen Menschen, die überhaupt niemanden schädigen, die euch aber nicht in den Kram passen. Deine Meinung interessiert mich nur insofern, als daß darin zu erkennen ist, daß du ein Strafbedürfnis gegen Menschen hast die einfach nichts weiter getan haben als anders zu sein.

    Diese Strafbedürfnis drückt sich dann darin aus gefälligst unter dem Deckmäntelchen der Toleranz seine Hetze gegen anders seiende äußern zu dürfen, um eine Front gegen dieses moralisch bedenkliche Verhalten schaffen zu können.

  45. 45 unkultur 05. Juni 2008 um 11:53 Uhr

    Generell ist mir die ganze Diskussion zu diffus. Wie ich schon am Anfang vermutete, ist die Kritik an den Puppen hochgradig moralisch und damit zum einen ein Fall für die Ethik: wie soll das tugendhafte Leben gestaltet werden? Was mich recht wenig interessiert, da m.E. die materialistische Kritik an den falschen Zuständen der Gesellschaft zu formulieren ist. Außer persönlicher Betroffenheit, Abneigung, Ekel und eigenen Erfahrungen kam aber wenig an Argumenten gegen Kauf und sexuellen Handlungen mit Puppen. Und diese Begründungen taugen wenig für eine weiterführende Kritik, schließlich findet ja jeder und jede ganz liberal das eine oder das andere anregegend, moralisch schrecklich oder was auch immer.
    Dazu kam – auch das befürchtete ich – dann doch nur der Klassiker „echt versus falsch“. Hier die pervertierten Bedürfnisse der warenproduzierenden Gesellschaft, dort die richtigen Bedürfnisse des echten Sex mit echten, lebenden Menschen. Die falsche Kritik der Bedürfnisse wurde schon zur Genüge durchdiskutiert.

    Was mich interessiert: ist das Phänomen kritikwürdig? Wenn ja, warum? Was mich verwundert ist, dass noch niemand auf die naheliegende Idee kam, das Ganze hinsichtlichlich des Begriffs Sexismus abzuklopfen. Pornos zu konsumieren schadet auch niemandem direkt, trotzdem werden in Mainstream-Pornos für Männer bestimmte Vorstellungen von Geschlechterrollen vermittelt. Ob und wie sich das auswirkt, wäre noch zu klären.

    Insofern die Frage an Scheckkartenpunk, ob seine Position nicht selbst Herrschaftsmechanismen verkennt, und er nicht eine Gleichwertigkeit der Sexualität unterstellt, wo es in der Praxis sehr wohl handfeste Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.

  46. 46 bigmouth 05. Juni 2008 um 12:26 Uhr

    Solange dieser Mensch dann mit seiner Puppe zufrieden ist und das Gefühl hat erfüllt zu sein, so ist doch alles in Ordnung. Sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, so wird er dann schon Maßnahmen ergreifen diesen Zustand zu ändern.

    ich glaube, das überschätzt sehr optimistisch die fähigkeiten von leuten, die sich schon entschieden haben, sexualität und nähe bei einer puppe, für die sie auch wirklich viel kohle raushauen müssen, zu suchen. ich denke, das spricht wohl am wahrscheinlichsten für ein defizit im zwischenmenschlichen bereich. so wie andere leute nur sex mit prostituierten haben, oder nur ihr haustier als freund

  47. 47 miss taken identity 05. Juni 2008 um 13:12 Uhr

    ich denke, das spricht wohl am wahrscheinlichsten für ein defizit im zwischenmenschlichen bereich. so wie andere leute nur sex mit prostituierten haben, oder nur ihr haustier als freund.

    Und aus „Defizit im zwischenmenschlichen Bereich“ folgt jetzt bitte was?

  48. 48 m_adam 05. Juni 2008 um 16:56 Uhr

    und ICH dachte die ganze zeit, es ginge um eine kritik an der werbung für diese puppen und nicht um die puppen… also eher in die richtung, die unkultur ansprach… :-?

  49. 49 laylah 05. Juni 2008 um 17:53 Uhr

    wie wirr soll das denn noch werden hier? es geht halt einfach um beides, beides wurde schon diskutiert, das sexistische halt weniger, da weniger umstritten. normal.

  50. 50 Difficult is Easy 05. Juni 2008 um 19:31 Uhr

    @dodo:
    irgendwie muss man doch die gefährdeten seelen zurück in den warmen schoß von mutter natur bringen.
    @laylah:
    verwirrend?
    ich fand unkulturs versuch zwar ganz gut, aber es hat noch nicht die qualitäten eines kommentars von ungeduldig.

  51. 51 laylah 05. Juni 2008 um 20:14 Uhr

    du bist lustig. schade, dass dun ad bist. wobei, die sind ja oft lustig.

  52. 52 scheckkartenpunk 05. Juni 2008 um 22:11 Uhr

    @unkultur: ob es handfeste unterschiede zwischen den geschlechtern bei gummipuppen gibt bezweifle ich so und hätte da gerne argumente oder einen nachweis. bis dahin ist meine these, daß die puppe einen zugriff auf das sexuelle objekt garantiert, welches es bei lebenden subjekten, die in der obsession objektiviert werden nicht garantiert ist. ob das verwerflich ist, ist wieder eine frage, ob dies manifestation gesellschaftlicher herrschaftsverhältnisse wäre oder nur sexuelle vorliebe, da ja frau auch über so ein objekt verfügen kann.

    genau hier fehlt eben überhaupt die untersuchung ob diese puppen geschlechtsspezifisch eindeutig genutzt werden oder nicht. bei pornos ist diese analyse über die dort reproduzierten rollenbilder einfacher. und auch dann sind doch die gesellschaftlichen verhältnisse zu kritisieren, welche das überhaupt erst produzieren. diese problematik in den käufern zu personalisieren ist doch zu einfach. eben weil es da erstmal keine schädigung anderer gibt, wie das bei zugriffen auf subjekte der fall wäre. eine kritik der käufer wäre dann der zug, den die psychologie auch macht: auch wenn das problem im ganzen liegt so hat die lösung im subjekt zu sein, also muß dieses sich gefälligst ändern, denn das ganze zu ändern liegt nicht in der absicht.

  53. 53 Welpe 05. Juni 2008 um 22:31 Uhr

    Ich schreibe jetzt einen letzten Kommentar dazu, dann ist das Thema für mich gegessen.

    Der Vergleich mag hinken, doch ich finde, dieses „Puppenspiel“ ist eine ähnliche Flucht vor der Realität wie zum Beispiel exzessives World of Warcraft spielen.
    Nur das letzteres auch noch körperliche Schäden hervorrufen kann.

    Nochmal für alle Powerargumetnatoren da draußen. Meinetwegen, und ich formuliere bewusst unsachlich, könnten diese Leute auch ein Tischbein als Sexspielzeug benutzen. Darum geht es nicht.
    Ist aber egal, worum es geht, da sowieso alles was nicht pseudotollerant ist oder konform mit der Meinung gewisser Individuen geht, in den virtuellen Blogboden gestampft wird.

    In diesem Sinne:
    Viel Spaß noch bei dieser sogenannten Diskusion, ich werde meinen Blödsinn zumindest in diesem Artikel für mich behalten. bzw. ihn mit Leuten teilen, die auch zu einer konstruktiven, intelligenten, sachlichen Diskusion in der Lage sind,bzw willens sind diese so zu fühern.

    Verschiedene Meinungen sind wunderbar, solange der Dialog, sofern er überhaupt zustande kommt, nicht auf Beleidigungen oder Angriffe auf andere hinausläuft.

  54. 54 Laura 05. Juni 2008 um 23:59 Uhr

    hab grad den eindruck, dass es hier menschen gibt, die tatsächlich der meinung sind, dass sexualität von den verhältnissen nicht tangiert würde. aha, kann ich da nur sagen.

  55. 55 scheckkartenpunk 06. Juni 2008 um 0:09 Uhr

    der eindruck täuscht denke ich

  56. 56 Laura 06. Juni 2008 um 0:14 Uhr

    mich würde interessieren, wann die erste gummipuppe auf den markt kam, wann der umsatz merklich stieg etc. ich hab‘ ja den verdacht, dass das mit dem ankratzen der hegemonialen männlichkeit zu tun hat, insbesondere damit, dass in den letzten jahrzehnten frauen plötzlich damit angefangen haben, forderungen beim sex zu stellen (zB orgasmus). lass mich aber auch vom gegenteil überzeugen.

    was auch spannend wäre: qualitative interview mit gummipuppennutzerInnen beiderlei geschlechts, was da in ihrem kopf abläuft, welche szenariern da ablaufen … gibt’s das schon? – weiß das jmd?

  57. 57 Laura 06. Juni 2008 um 0:30 Uhr

    @scheckkarte: nö, der täuscht nicht. hab‘ jetzt nicht alle deine kommentare sorgfältigst studiert, habe aber doch den eindruck, dass du davon ausgehst, dass beide geschlechter bzgl der sexuellen entfaltung dieselben möglichkeiten hätten. wenn dem so sein sollte, verkennst du, dass an frauen und männer nach wie vor dbzgl anderes herangetragen wird.
    so muss man etwa echt mit der lupe nach weibl. medienfiguren sichen, die sexuell offensiv agieren. – wenn man sie denn mal findet, stellt sich in der regel gegen schluss heraus, dass sie kriminell und bösartig wesen sind. ausnahmen bestätigen die regel.

  58. 58 Laura 06. Juni 2008 um 10:17 Uhr
  59. 59 unkultur 06. Juni 2008 um 10:19 Uhr

    PS: @ Die beiden Turteltäubchen: Süß! Da haben sich scheinbar zwei Liebende gefunden.

  60. 60 scheckkartenpunk 06. Juni 2008 um 10:29 Uhr

    @Laura: da schreibst du aber was in meine kommentare ein, was überhaupt nicht drin steht. alles was die behandeln ist die möglichkeit für beide geschlechter die puppen zu kaufen (als weibliche, männliche und she-male version). so lange jetzt hier nicht ein nachweis erbracht wird, daß diese puppen wirklich nur von männern gekauft werden bleibe ich bei der these, daß diese von beiden geschlechtern genutzt werden und weigere mich per se den frauen abzusprechen sexspielzeug zu kaufen und damit spaß haben zu können.

    die generellen möglichkeiten sexueller entfaltung habe ich doch überhaupt nirgends angesprochen. das kommt für mich eher wie eine unterstellung rüber. was haben denn sexuell offensive weibliche medienfiguren mit gummipuppen zu tun, die doch eher nicht öffentlich genutzt werden?

  61. 61 mandy 06. Juni 2008 um 12:19 Uhr

    Ich finde die Diskussion zum Teil ziemlich skuril. Natürlich kann mensch es „befremdlich“ finden, wenn Menschen sich in Puppen verlieben und diese Menschen vorziehen, weil Menschen reden können. Ich denke es geht hier um einiges mehr als um sexuelle Vorlieben..zumal ja auch in den verschiedenen Dokus deutlich wurde, dass einige Puppenbesitzer nicht unbedingt mehr als Küsse in Sachen Puppensex praktizieren.

    Im Polyluxfilmchen sagt Harald, der mit der Puppe Ramona zusammen lebt, ganz klar, dass er es anstrengend und schwierg findet, sich mit Menschen zu unterhalten und auf sie einzugehen..Er weist damit, und das hat nichts mit Pathologisierung zu tun, soziale Inkompetenzen auf. Er möchte „Gespräche“ allein führen, und verkennt damit, dass ein Gespräch immer mit mehr als einem – auf welche Art auch immer – sprechendem Wesen stattfindet. Das finde ich jetzt nicht mehr oder weniger seltsam als Menschen, die ein solches Verhalten mit dem/der „lebenden“ Partner_in an den Tag legen. Was ich sagen will, ist: Abrufbare, meinungslose Abziehbilder-“Partner_innen“ (und dabei eigentlich nur sich selbst) zu lieben, ist sehr verbreitet und wird nun auch auf diese Art vermarktet. Trotz dieser Verbeitung oder gerade deswegen kann (oder sollte) mensch das doof und befremdlich und gruselig finden, wenn mensch davon ausgeht dass „wir“ in sozialen Zusammenhanängen, sprich‘ in Gemeinschaften leben und ein Streben nach Abziehbildern Individualität, Persönlichkeit, Gedankenbildung, Kritik etc. entgegen steht.

  62. 62 unkultur 06. Juni 2008 um 13:28 Uhr

    Auch wenn du die Pathologisierung als „soziale Inkompetenz“ verkaufst, wird das Argument damit nicht richtiger. Die vermeintliche Kritik pendelt irgendwo zwischen katholischer Kirche und Lebensphilosophie – es ist genau der ekelhafte Mix, der dem Feminismus in Deutschland in einigen Punkten immanente ist, wo die Querfront aus Alice Schwarzer und der katholischen Kirche gebildet wird.
    Statt von Gesellschaft schwatzt man von Gemeinschaft daher, statt von Kapitalismus redet man von persönlichen Defiziten der Individuen, statt die Auswirkungen des Kapitalfetischs zu thematisieren möchte man weg von „Abziehbildern“ hin zu „echten Menschen“. Und immer weiß man wer verantwortlich zu machen ist und wie das richtige Leben auszusehen hat. Besserwisserisch, wie ansonsten Erzieher reden, will man den Onanatoren und Sündern auf die Finger klopfen und sie auf den richtigen Pfad der Tugend zurückführen.
    So geht vielleicht katholische Sexualmoral anno 1955 oder Alice Schwarzer 1979 aber mit queerer Theoriebildung 2008 hat das gar nichts zu tun. Vielleicht will man diese auch gar nicht, sondern nur subjekte Bekenntnisse ausstoßen, was man selbst denn irgendwie fände. Das mag zwar eine Meinung darstellen, hat aber mit Erkenntnis rein gar nichts zu tun.
    Nein, Nein, das ist nicht der….

  63. 63 Laura 06. Juni 2008 um 14:54 Uhr

    @scheckkarte:

    so lange jetzt hier nicht ein nachweis erbracht wird, daß diese puppen wirklich nur von männern gekauft werden bleibe ich bei der these, daß diese von beiden geschlechtern genutzt werden und weigere mich per se den frauen abzusprechen sexspielzeug zu kaufen und damit spaß haben zu können.

    ich behaupte doch überhaupt nicht, dass frauen _von natur aus_ mit sexspielzeug keinen spaß haben können; ich gehe allerdings nicht davon aus, dass der puppen-anbieter mit frauen gleich viel umsatz macht. denn das kaufen und ‚bedienen‘ einer solchen puppe erfordert ja schon mal eine gewisse zielstrebigkeit in sachen sex. und ich glaube, das genau diese frauen mehrheitlich ausgetrieben wird (hier das bsp mit den medienfiguren). wieso zB wissen mehr männl. jugendliche als weibl. jugendliche, wozu ein dildo dient? (52% vs. 36% im jahre 1999.)
    lass mich aber auch von was anderem überzeugen. kennst du einschglägige umsatzzahlen?

  64. 64 bigmouth 06. Juni 2008 um 16:35 Uhr

    kommunismus ist, wenn leute mit puppen zusammen leben, und alle finden das super?

  65. 65 Miss Taken Identity 06. Juni 2008 um 16:40 Uhr

    Wo ist eigentlich dein großes Problem mit den Puppen, bigmouth? Letztens hast du noch dein Interesse am Harness-Bau auf dem Ladyfest in der Kommentarspalte dieses Blogs bekundet, warum plötzlich diese Prüderie?

  66. 66 scheckkartenpunk 06. Juni 2008 um 17:18 Uhr

    @laura: du gehst davon aus… du glaubst… genau das ist mir eben nicht überzeugend genug. und nein ich habe keine umsatzzahlen – ich hätte aber gerne welche.

    bei der analyse von pornos brauche ich keine umsatzzahlen um zu erkennen, wer da mit welchen bildern bedient werden soll. bei den puppen ist mir das eben nicht so eindeutig. daß mehr männliche als weibliche jugendliche wissen wofür ein dildo ist scheint mir auch nicht so aussagekräftig in bezug darauf wer dann dildos tatsächlich benutzt und warum. ich bin der meinung, daß das dann doch hauptsächlich frauen sind und nicht ihre liebhaber.

    ich finde aber genau diese diskussion um die käufer eigentlich völlig irrelevant, denn diese zielt genau darauf ab am subjekt herumzudoktorn, obwohl es eigentlich etwas am umgebenden zu kritisieren gibt, welches doch erst diese zustände generiert. genau das ist auch mein hauptsächlicher kritikpunkt. da wird auf die käufer geschielt anstatt mal zu schauen woher das denn kommen soll. und genau dann weiß ich nicht, was eine unterscheidung von der käuferschaft überhaupt soll außer eventuell mit dem finger auf eine ausgemachte gruppe zu zeigen, die dann zwar die verhältnisse manifestiert, aber eben auch nicht generiert.

  67. 67 bigmouth 06. Juni 2008 um 17:21 Uhr

    wie kommst du auf prüderie? mir geht es doch gar nicht um das sexuelle

  68. 68 Laura 06. Juni 2008 um 18:01 Uhr

    @scheckkarte: huh? wie kommst du auf die idee, dass ich an individuen rumdoktorn will? wo liest du denn das raus? unterschreibe deinen letzten absatz sofort (bis auf den letzten satz), dass es um die verhältnisse geht, nicht um irgendwelche personen, die ansonsten ‚ordentliche verhältnisse‘ ’stören‘.
    dem letzten satz stimme ich nicht zu, da ich wohl zurecht davon ausgehe, dass du mit ‚unterscheidung der käuferschaft‘ die unterscheidung in männer und frauen meinst. aber es gibt im kapitalismus nunmal jede menge künstlich hervorgebrachter unterschiede zw. männern und frauen, da kann man doch nicht plötzlich so tun als gäbe es die nicht (auch wenn es nur hervorgebrachte sind). das hat aber nix damit zu tun, dass auf irgendeine ‚ausgemachte (’schmutzige‘, ‚verdorbene‘ o.ä.) gruppe‘ mit dem zeigefinger gezeigt wird. falls es dir noch nicht aufgefallen ist: ich moralisiere nicht.

    frag doch mal beim hersteller nach zahlen (ich bin zu faul), vllt geben sie ja auskunft. da hättest dann ein super argument.

  69. 69 Laura 06. Juni 2008 um 18:16 Uhr

    Matt McMullen’s intention is to have a new male released by the end of the year but in the meantime we will be making no more male dolls.

    tja. wäre der absatz ein reissender, würden sie das wohl nicht machen.

  70. 70 mandy 07. Juni 2008 um 14:50 Uhr

    @unkultur
    Hauptsache Pöbeln? Denn: Seit wann ist soziale Inkompetenz eine Krankheit, Gemeinschaft gleichzusetzen mit Gesellschaft und was soll das mit Alice oder katholischer Kirche zu tun haben? Hättest du dich näher damit beschäftigt, wozu die Real Dolls (nicht Gummipuppen!) scheinbar benutzt werden, nämlich weniger im Bett sondern mehr als Partner_in, würdest du hier vielleicht nicht alles zwingend in den falschen Hals bekommen.
    Ist Liebe zu Leblosem gesellschaftlich verankert? Bestimmt. Was für eine Erkenntnis!
    Ist Liebe (nicht Sex) zu Puppen queer? Also, das wäre mir neu.
    Lehne ich persönlich Liebesbeziehungen zu Leblosem ab und brauche Menschen, die sprechende Menschen generell anstrengend finden und Puppen lieben, nicht in meinem Umfeld? Ja. Bin ich jetzt moralisierend?

    Falls du mir weiter leichtfertig eine christliche Bindung oder Alice-Feminismus auf herablassende Weise unterschieben möchtest, ziehe ich meine Fragen zurück.

    @alle
    Warum wird hier so viel mit Scheiße geworfen? Hinter den Anfeindungen noch eine Diskussion zu entdecken, ist zum Teil schwierig. Mir macht es jedenfalls immer weniger Spaß (vom Posten ganz zu schweigen), den Mädchenblog zu lesen, obwohl mich die Themen sehr beschäftigen. Ich möchte weder Zensur anregen noch jemandem den Mund verbieten. Ich frage mich nur, ob ein zum Teil ziemlich agressiver Umgang denn von Nöten ist..

  71. 71 bigmouth 07. Juni 2008 um 15:39 Uhr

    Lehne ich persönlich Liebesbeziehungen zu Leblosem ab und brauche Menschen, die sprechende Menschen generell anstrengend finden und Puppen lieben, nicht in meinem Umfeld?

    na ja, aber würden sich diese leute nicht von selbst aus umfeldern entfernen?

  72. 72 mandy 07. Juni 2008 um 16:23 Uhr

    Vermutlich. Mir ging es in erster Linie um die Frage selbst, ob ich es ablehnen „darf“.
    Des Weiteren sehe ich auch einen Zusammenhang zu den Liebesbeziehungen zu „menschlichen“ Puppen, die ja durchaus ihre gesellschaftliche Anerkennung erfahren und denen mensch ja schon ab und zu begegnet. Ich meine damit Beziehungen, in denen der/die („stumme“) Partner_in als Bild dient. Mensch kann ihn/sie vorzeigen und volllabern und sich dabei selbst richtig geil finden, weil vom Gegenüber nichts Persönliches gewollt ist und mensch sich mit keinen Fragen, Eigenheiten oder sonst was beschäftigen muss.

  73. 73 Difficult is Easy 07. Juni 2008 um 19:03 Uhr

    „Mensch kann ihn/sie vorzeigen und volllabern und sich dabei selbst richtig geil finden, weil vom Gegenüber nichts Persönliches gewollt ist und mensch sich mit keinen Fragen, Eigenheiten oder sonst was beschäftigen muss.“
    is doch geil, „denn die meisten labern zu viel scheisse.“ (samy deluxe)
    erklär mir doch mal, weshalb das schlimm sein soll.

  74. 74 laylah 07. Juni 2008 um 19:11 Uhr

    word. samy zum beispiel.

  75. 75 mandy 08. Juni 2008 um 10:17 Uhr

    Vielleicht würden diejenigen, die Scheiße labern, dies weniger tun, wenn sie statt des Laberns Gespräche führen würden??

  76. 76 Difficult is Easy 08. Juni 2008 um 11:20 Uhr

    @mandy:
    1. nein.
    2. ich hab dir ne frage gestellt.
    3. mal ohne scherze und allerhöchstrespektvoll: wenn jemand befriedigt werden möchte, kann er_sie das so machen wie er_sie will, solange er_sie dabei niemand anderen schädigt.
    @laylah:
    auch word.

  77. 77 mandy 08. Juni 2008 um 11:55 Uhr

    ad 1. Einmal Volllaberer heißt immer Volllaberer?? Hätte nicht gedacht, dass ich als durch-und-durch-Misanthropin das mal äußern würde: Was hast du denn für ein Menschenbild?
    ad 2. Deine Frage habe ich mit meiner Frage beantwortet, oder? Habe ich nicht zum Ausdruck gebracht, dass ich Menschen, die sich darin wohlfühlen, Monologe zu halten und Menschen als Personen anstrengend finden, unangenehm finde? Von schlimm habe ich nix geäußert..habe auch noch nicht darüber nachgedacht, was es heißen könnte, wenn Menschen solche Beziehungen führen. Vielleicht habe ich die Befürchtung, dass, wenn Dinge wie Menschen behandelt werden, auch Menschen wie Dinge behandelt werden..
    ad 3. Richtig. Habe nichts anderes behauptet. (An dieser Stelle frage ich mich allerdings immer, wo das „jemanden Schädigen“ anfängt..)

  78. 78 Difficult is Easy 08. Juni 2008 um 13:26 Uhr

    1. ja. is genetisch. haben forscher rausgefunden.
    2. ok, wenns eben nur deine meinung is. kannste haben. geschenkt. bitte. tut nur nix zur sache.
    3. siehe 2.

  79. 79 Viktoria 09. Juni 2008 um 11:01 Uhr

    Oh, da bin ich dann mal übers Wochenende weg…

    @Laylah, Difficult is easy: Es wäre sehr nett, wenn Ihr Eure Seitengespräche wo anders fortführen könntet. :)

    @Scheckkartenpunk: Nun, ich befürchte, wir kommen nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Da die Diskussion droht sich festzufahren, wir im Grunde immer nur das selbe sagen, denke ich, dass es das beste es, es hierbei zu belassen.

    Was ich allgemein noch festhalten wollte ist, dass ich es nicht so ganz passend finde, dass mir irgendeine christliche oder katholische Moral vorgehalten wird. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, weshalb eine kritische Einstellung dieser Puppensache gegenüber unbedingt was mit den ultra konservativen Kräften in unserer Kultur zu tun hat. Wenn ich zumindest christlich geprägt wäre – aber noch nicht einmal das. Wäre es genau so problematisch, wenn ich Bedenken gegenüber dem Konsum von Drogen aussprechen würde? Diese schaden primär den Konsumenten selbst. Oder wenn ich Bedenken dem exzessiven Spielen von World of Warcraft gegenüber äußern würde? Dieses Spiel führt in nicht geringen Fällen zur Isolation und zu gesundheitlichen Nebenwirkungen – in meinem persönlichen Bekanntenkreis habe ich ein paar Menschen an dieses Spiel „verloren“. Sieht es bei diesen Beispielen anders aus, ist das akzeptiertes Bedenkenäußern, weil sie rein garnichts mit Sexualität zu tun haben? Oder oute ich mich jetzt erst recht als astreine Katholikin?

    @Laura: die Punkte, die Du angesprochen hast, finde ich ebenfalls sehr interessant. Eine Studie darüber würde ich gerne lesen. Ich denke auch, dass es nicht unwichtig wäre, sich damit auseinander zu setzen, wann diese Idee der Puppe erstmalig umgesetzt wurde, etc. alles in einen Kontext zu stellen.

    Schön auch, dass Du das mit der männlichen Real Doll rausgestellt hast. Das lässt doch auch wieder Raum, drüber nachzudenken, weswegen diese vom Markt genommen wurde.

    @Mandy: Ich stimme mit Dir absolut überein, was die Sache mit der Kommunikation angeht. Ich stimme auch mit Dir überein, was den Diskussionston hier zum Teil angeht.

  80. 80 Miss Taken Identity 10. Juni 2008 um 4:42 Uhr

    Wäre es genau so problematisch, wenn ich Bedenken gegenüber dem Konsum von Drogen aussprechen würde? Diese schaden primär den Konsumenten selbst. Oder wenn ich Bedenken dem exzessiven Spielen von World of Warcraft gegenüber äußern würde? Dieses Spiel führt in nicht geringen Fällen zur Isolation und zu gesundheitlichen Nebenwirkungen.

    Kurz – ja. Es ist genauso moralisch. Du kannst das irgendwie doof finden, meinetwegen, daraus folgt aber gar nix. Und dank der Meinungsfreiheit dürfen wir ja alle unsere Befindlichkeiten in die Welt hinausposaunen ohne das es Konsequenzen hat.

    - in meinem persönlichen Bekanntenkreis habe ich ein paar Menschen an dieses Spiel “verloren”.

    Genauso hättest du die an irgendeine Lady oder irgendnen Typen verlieren können, ist doch blöde sich darüber Gedanken zu machen. Vielleicht finden sie dich auch einfach doof oder nervig und spielen deshalb lieber WoW als was mit dir zu machen. Kann ja alles sein und eben genauso unberechtigt sein, was weiß ich, vielleicht bist du ja super toll und es ist echt doof von denen das sie lieber WoW spielen oder Heroin nehmen oder mit ihrer_ihrem Liebsten poppen. Deshalb musst du hier noch lange nicht sone Hetze gegen WoW, Drogen und irgendwelche Sexpuppen starten.

  81. 81 scheckkartenpunk 10. Juni 2008 um 9:42 Uhr

    @Laura und Viktoria: die Puppen sind ja nicht vom Markt genommen, sondern werden überarbeitet. Jetzt ist es aber im Kapitalismus so, daß doch nur in Folgeprojekte investiert wird, wenn da ein Markt ist bzw. dort einer vermutet wird. Schließlich geht es um Profit. Von dem her ist die Feststellung zu den männlichen Puppen eben kein Argument. Denn wieso sollten die denn sonst überarbeitet werden?

    @Viktoria: es ist schade, daß Du nicht einmal auf Argumente eingehst und statt dessen Deine Befindlichkeiten pflegen willst. Dann das ganze hier abwürgen zu wollen, um nicht noch deutlicher werden zu lassen, daß Du Dich in der Dikussion nicht bewegen willst, obwohl Du für Deine Position überhaupt keine Gründe hast ist ne super Sache.

  82. 82 Laura 10. Juni 2008 um 9:59 Uhr

    ja, aber es ist wohl auch so, dass – wenn denn derzeit ein reissender absatz bestünde – derweilen noch die alten puppen zu haben wären, bis dann die neue auf dem markt ist. zudem gibt’s bei den male dolls auch keine extra faces oder ähnliches. das ist doch ganz klar zu erkennen, dass die female doll jenes produkt ist, das mehr absatz findet. was ja jetzt nicht heisst, dass die nur von männer gekauft wird, aber doch wohl in der mehrheit.

    du hast im übrigen grad auch nicht mehr zu bieten als ein ‚ich glaube…‘. so macht das auf jeden fall keinen sinn. (ich bitte dich, auf den vorwurf, ich würde moralisieren, zu verzichten; denn das tu ich nicht. danke.)

  83. 83 unkultur 10. Juni 2008 um 13:48 Uhr

    @miss taken: Danke. Das wäre mein Punkt gewesen.

  84. 84 scheckkartenpunk 11. Juni 2008 um 11:21 Uhr

    „das ist doch ganz klar zu erkennen, dass die female doll jenes produkt ist, das mehr absatz findet. was ja jetzt nicht heisst, dass die nur von männer gekauft wird, aber doch wohl in der mehrheit.“

    ja, aber was soll das denn jetzt heißen? welche qualität hat denn diese aussage? außer, daß eben wie von mir kritisiert, der feminismus durch seine liebe irgendetwas an einem mengenverhältnis festmachen will, was daran nicht festzumachen ist. jedenfalls nicht, wenn es um die verwendung von gummipuppen überhaupt geht. und das ist ja der punkt der empörung – statt mit realen menschen wird eine beziehung zu einer puppe ersehnt. soll jetzt so ein mehrheitsverhältnis so eine empörung erklären oder gar legitimieren? das funktioniert ja nicht.

    diese angeführten oder vermuteten mehrheitsverhältnisse tragen eben genauso viel zur erkenntnis bei, wie das mehrheitsverhältnis über die kenntnis von dildos bei jugendlichen, wenn es um die käufer und die verwendung von dildos geht. nichts.

  85. 85 bigmouth 11. Juni 2008 um 12:25 Uhr

    doch. es legt nahe, dass das bedürfnis nach einer möglichst realistischen sexpuppe und einer beziehung mir ihr bei männern häufiger vorkommt. und vielleicht verrät das auch etwas darüber, dass mehr männer beziehungen in einer so spezifischen weise wahr nehmen, dass sie die als mit einer puppe lebbar empfinden

  86. 86 scheckkartenpunk 11. Juni 2008 um 14:29 Uhr

    aha – und das ist dann eine aussage über die zustände mit sexpuppen? nur weil diese zustände dann bei männern häufiger vorkommen sollen?

    also ich versteh nicht, wo dann da die qualitative erkenntnis sein soll. und vor allem: was für eine erkenntnis das sein soll, die dann eine intervention in form von kommentaren, entrüstung und ähnlichem legitimieren soll.

    wenn also der beziehungswunsch mit einer puppe als etwas abnormes ausgemacht wäre (aha, ja und? wo ist denn jetzt die schädigung, die dann rechtfertigen würde da beim individuum einschreiten zu wollen?) dann ist das doch immer noch nicht auf ein qualitätsmerkmal „männer“ zurückzuführen, sondern auf die gesellschaftlichen verhältnisse, die dann diese wünsche generieren. mit deiner erkenntnis irgendwelcher quantitativer verhältnisse kommst du doch dann gar nicht weiter. dann gilt die kritik immer noch nicht den männern sondern den verhältnissen. dann können zwar mehrheiten bei männern ausgemacht werden, aber was soll mit diesem wissen angefangen werden, außer der sortierung des symptoms, um dann gefälligst am subjekt herumzudoktorn anstatt die ausgemachte ursache in den gesellschaftlichen zuständen anzugehen? am subjekt will doch nur jemand an symptomen rumschauben, weil er die ursache nicht angehen will, weil er eben die gesellschaftlichen verhältnisse ganz in ordnung findet. dann ist auch die entrüstung über die käufer eine folge davon.

  87. 87 Laura 12. Juni 2008 um 19:42 Uhr

    wer will denn wo rumschrauben? meine vermutung ist lediglich, dass sich die gesellschaftlichen verhältnisse bei mann und frau unterschiedlich niederschlagen. und dass dies auch für den bereich der sexualität gilt. so würde ich zB nie behaupten wollen, dass frauen, die keine sexpuppen kaufen, ne ‚unbeschädigte‘ sexualtät haben. die schäden schlagen sich lediglich anders nieder. wo ist dein problem?

  88. 88 unkultur 13. Juni 2008 um 0:27 Uhr

    @Laura: A propos Problem. Was ich nicht ganz verstanden habe – siehst du die Sexpupperei nun als Problem an, oder nur als Ausprägung der Verhältnisse, die man sich halt anguckt, aber die einen nicht weiter interessiert?

  89. 89 Laura 13. Juni 2008 um 19:37 Uhr

    @unkultur: weder 1 noch 2.

    oder: 2., aber mit interesse. weil sonst würd‘ ich wohl nicht gucken.
    oder meinst du mit ‚interesse‘, interesse daran, sich selber ne sexpuppe zuzulegen? – in dem fall: nö, das liegt bei mir nicht vor. derweilen.

    gegenfrage(n): ist für dich von den herrschenden verhältnissen hervorgebrachtes ein problem oder nicht? und wenn du sagst, etwas – was immer das auch sein mag – ist hervorgebracht, nimmst du damit rekurs auf eine wie auch immer gedachte ‚natur‘ (die aber durch die verhältnisse überformt wird)? ist dann kritik noch möglich?

  90. 90 bigmouth 14. Juni 2008 um 1:23 Uhr

    wenn es natur gibt, ist kritik nicht möglich? wieso?

  91. 91 Laura 14. Juni 2008 um 10:07 Uhr

    das habe ich nicht geschrieben, ich habe nur fragen gestellt.

    es geht mir um die _vorstellungen_ von natur. die frage ist doch:
    - (er)kennen wir die ‚natur‘, können wir das, was ‚natürlich‘, also unverfälscht ist, überhaupt erkennen, oder sind unsere vorstellungen von ‚natur‘/'natürlichkeit‘ nicht ebenso hervorgebracht?

    für mich heißt das aber ganz klar _nicht_, dass der hinweis darauf, das etwas hervorgebracht ist, nicht mehr möglich ist. es ist meiner meinung nach aber notwendig, mit dem bezug auf ‚natur‘ bzw. auf ‚natürliches‘ vorsichtig umzugehen, und kenntlich zu machen, das dies eben vorstellungen sind, die wiederum in hohem maße von den verhältnissen geprägt sind.

  92. 92 unkultur 14. Juni 2008 um 10:53 Uhr

    Bitte nicht diskutieren über das, was sich aus den Sätzen herauslesen lassen könnte, sondern dem, was ich da oben – zugegeben holpernd – geschrieben habe.
    Nochmal: dem Laminatfußboden als solchen würde man keine größere Abhandlungen widmen, obwohl er von den kapitalistischen Verhältnissen hervorgebracht wurde. Würde man ihn als „Problem“, „Mißstand“ oder „zu beseitigendes Übel“ klassifizieren? Eher nicht. Wie es später einmal aussehen könnte, lässt sich nicht sagen (sofern man das Bilderverbot akzeptiert), aber dass im Gegensatz zum Laminatfußboden Antisemitismus nicht mehr existieren sollte, dürfte klar sein.

  93. 93 Laura 14. Juni 2008 um 11:20 Uhr

    ich wusste nicht, dass laminat ein zentrales kennzeichen des kapitalismus ist. – wieder was gelernt!

  94. 94 only aa but xxx 20. Juni 2008 um 11:06 Uhr

    sieht zwar nicht aus wie eine frau, kann aber die zentralen eigenschaften simulieren: umarmen und küssen, tanzen, singen, wie eine frau gehen und visitenkarten verteilen.

    klick!

  95. 95 Stefan 11. November 2008 um 20:17 Uhr

    Hallo Viktoria!
    Cooler Artikel, habe ihn geraade für einen meiner Artikel verwendet und unten auch brav verlinkt. ;)

    Zum Artikel.

  96. 96 bari 28. Oktober 2009 um 17:11 Uhr

    Silikonpuppen werden nicht ausschließlich von notständigen Männern gekauft und „genutzt“. Es gibt auch viele wirklich sehrt gute Gründe, warum Menschen sich Silikonpuppen als Sexpartnerersatz zulegen. Siehe
    Silikonpuppen für behinderte
    . Ich finde es nicht gut, wenn der Sex mit einer Silikonpuppe grundsätzlich als verwerflich dargestellt wird.

    bari

  97. 97 n.n. 28. Oktober 2009 um 18:48 Uhr

    „Schon erschreckend irgendwie, was diese Puppe so alles ist, was ich als Frau nicht bin. Geruch- und Geschmacklos, gelenkig, immer verfügbar, unkompliziert und günstig. Schon fast ein Ideal, dem man entgegenstreben könnte. Zumindest, wenn man ein „ideal partner“ werden will.

    Mir fällt gerade auf: Wenn da von geruchs- und geschmacklosigkeit bei der Werbung für eine Puppe geredet wird, dann ist das nicht unbedingt auf reale Frauen gemünzt, sondern stellt ein besonderes Merkmal gegenüber Puppen dar (wie vielleicht nach Plastik riechen).

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