Die Ganztagsschulendiskussion

Wenn man mal ab und zu durch die Medienlandschaft schweift, trifft man immer wieder auf das Thema Ganztagsschulen bzw. Krippen, egal ob Bürworter oder Gegner jeder will seinen Senf dazu abgeben.
Aber ein Punkt kommt sehr selten in den Diskussionen der Fachmänner vor, ja man könnte meinen er wird geradezu übergangen, naja und das ist der Vorteil den diese Einrichtungen für viele Frauen bringen würden.

Der Aufmacher, der auf der verlinkten Seite für einen WDR-Artikel zum selbigen Thema gebracht wird, ist zu schon sehr vielsagend.

Heute bleiben viele Kinder lieber gleich auf der Straße, weil Mutti keine Zeit hat.

Hallo, ist Mutti denn die einzige Person die Verantwortung für ihre Zöglinge hat, wo ist den bitte Vati.
Auch der restliche Inhalt dieser Texte ist eher ernüchternd, die Rede ist von verwahrlosten Kindern, die sich Mittags todtrarig in Pommesbuden amüsieren und nicht wissen wie selbstgemachter Früchtequark schmeckt.
Mir kommen die Tränen. Und obwohl es nie direkt gesagt wird, zielt diese Kritik doch klar auf die Frauen, die sich gegen ein Leben als Hausfrau und Mutter entschieden haben und ihr eigenes Leben weiter leben wollen.
Und genau wegen diesen Müttern muss der Staat nun Hunderte von Tausend Euro in das Projekt Ganztagsschulen stecken!
Was aber auch immer schön außen vorgelassen wird ist, dass bei einem Wirtschaftssystem dass sich wirklich ernsthaft auf Familie einstellt und die alten Rollenmodelle überdenkt, viel dieser Probleme gar nicht erst auftreten würden(damit will ich jetzt nicht sagen, dass die Finanzierung von Ganztagsschulen, Krippen etc. überflüssig ist, ganz im Gegenteil).
Aber heutzutage ist es in Deutschland noch ein gäniger Grund Frauen von Beförderungen auszuschließen, wenn sie sich gemeinsam mit dem Partner für ein Kind entschieden haben. Oder mal auf ein Meeting verzichten müssen weil ihr Kind gerade besonderer Pflege bedarf.
Die Botschaft, dass sich ein Vater genau so gut um ein Kind kümmern kann, ist hier vielerorts auch noch nicht so richtig angekommen. Männer die Erziehungsurlaub beantragen werden von Chefs eher misstrauisch beäugt.
Nein, man hackt lieber auf den egoistischen, karrieregeilen Frauen rum a la Mixa und Co.
Da fallen dann schonmal Sätze wie:

[…]Sie zitierte „Ergebnisse der Hirnforschung“, wonach ein Kind zwingend auf die Betreuung durch die Mutter angewiesen sei und legte später mit „Studienergebnissen“ nach, laut denen angeblich jedes dritte Kind in Schweden durch den Aufenthalt in Betreuungseinrichtungen psychisch gestört sei[…].

Aber Ganztagsschulen und Krippen können Frauen bei der Entscheidung für ein vom Herd unabhähiges Leben sehr helfen, da sie wissen, dass ihre Kinder auch außerhalb der eigenen vier Wände gut aufgehoben sind.
Auch müssen sich Frauen bei einem einheitlichen Ganztagschulensystem, welches auf alle Kinder abzielt, nicht mehr den „Rabenmutter-Vorwurf “ gefallen lassen.
Mit einem solchen System haben wir endlich einmal die Chance die Frauen unabhänig von trauten Heim zu betrachten und geben ihnen die Möglichkeit in ihrem Beruf am Ball zu bleiben, ohne schlechtes Gewissen und chauvenistische Kirchenpatriachaten.


38 Antworten auf “Die Ganztagsschulendiskussion”


  1. 1 chica 06. Juni 2008 um 2:10 Uhr

    @laylah: Habe Deinen Kommentar, auch wenn ich Deine kritische Intention verstehe und teile, in die Warteschlange geschoben, weil ich hier nicht unkommentiert (!) einen Nazi-Vers stehen lassen möchte.

  2. 2 laylah 06. Juni 2008 um 2:22 Uhr

    schon klar. ich wiederum wollte leonies nationalistische scheiße nicht unkommentiert stehen lassen.

  3. 3 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 9:05 Uhr

    [admin: gelöschte zitate aus dem artikel entfernt]

    gayht’s noch? gemessen an dem, dass es in diesem projekt nach eigenem bekunden darum geht eine allgemein verständliche sprache für feministische positionen zu finden, kommt einem hierbei echt das kotzen.

    btw. macht es der eklatante schreibfehler („Akademikern“) zwischen diesen beiden zitaten nicht besser.

    mädchenblog quo vadis?

  4. 4 cyborg* 06. Juni 2008 um 9:33 Uhr

    …finde ja auch, dass so nen artikel hier nix zu suchen hat. man fragt sich wirklich kurz, ob man auf ner falschen seite gelandet ist, was richtung „deutsche mädel“ oder so. und auch wenn sich die autorin wahrscheinlich nicht so klar war, was in dem artikel so alles mitschwingt, besonders reflektiert ist das nicht.
    „feministisch“ – je nach definition – ist er ja durchaus, aber ich dachte, ein paar andere standards werden hier auch eingehalten und dies sei nicht der einzige konsens.

  5. 5 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 9:51 Uhr

    ich finde es assig, dass hier an dem text und an zum zwecke des kritisierens zitierten textstellen rumgelöscht wird. das ist für eine transparente diskussion nicht gerade zuträglich…

    würde es hier tatsächlich um diskussion gehen, dann hätte man das nicht gelöscht, sondern kommentiert. sind ja genug und offensichtlich verschiedene autor_innen hier zu gange, als dass soetwas nicht sein müsste.

  6. 6 admin 06. Juni 2008 um 9:54 Uhr

    @kritiker_innen: so ein konsens muss eben immer wieder neu hergestellt werden, das ist nicht so leicht bei einem offenen projekt, dessen kollektivität rein virtuell ist.

  7. 7 Judith 06. Juni 2008 um 9:54 Uhr

    hallo leonie,
    ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass du diesen eigenartig anmutendenen „deutschlanderwache, vaterlandhilf“ -schmarrn geschrieben hast um den sprech der eva herrmanns dieses landes zu parodieren und nicht weil du wirklich in diesen kategorien denkst, oder etwa doch?

    wie auch immer, zum restlichen inhalt meine zustimmung!
    berufstätige frauen werden als „rabenmütter“ diskreditiert und männern wird deren fähigkeit zur „väterlichen“ fürsorge abgesprochen. hier zeigt sich wieder deutlich, wie sehr alle geschlechter von weniger festgefahrenen geschlechterrollen profitieren könnten. abgesehen davon, dass die leidenschaftlichen studienzitierer natürlich mal wieder – wissentlich oder nicht – all jene studien unter den tisch kehren, die zeigen wie sehr kinder von der berufstätigkeit ihrer mütter profitieren können.

  8. 8 admin 06. Juni 2008 um 10:00 Uhr

    @only aa but xxx: verstehe deine aufregung über die löschung nicht. wenn man eine textstelle aus einem artikel rauseditiert, muss sie halt auch aus dem ziaten raus, sonst könnte man sie ja gleich stehen lassen. es gibt eben auch viele leute innerhalb des mädchenblogs, die solche aussagen nicht mittragen wollen, deshalb die löschung, die ich ja auch transparent gemacht habe. oder geht es dir nur darum, das mädchenblog insgesamt als besonders scheiße dastehen lassen zu wollen?

  9. 9 laylah 06. Juni 2008 um 10:06 Uhr

    es ist doch eigentlich allgemein bekannt, dass hier jede_r bloggen kann? von daher sehe ich diese gefahr nicht. imagepflege statt diskussion – schade. trotzdem gut, dass andere da nicht hinter stehen.

  10. 10 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 10:19 Uhr

    @admin: ich sehe das ähnlich wie laylah. zumal ihr doch als grundlage eurer arbeit verkündet: „die einzelnen autor_innen sind für ihre artikel selbst verantwortlich und somit spiegeln die artikel auch nicht zwangsläufig die meinungen aller autor_innen wider.“

    und ich habe kein interesse daran das mädchenblog als besonders scheiße dastehen lassen zu wollen. es ist innerhalb weniger tage nur zum wiederholten male ein wirklich unterirdischer artikel (der andere wurde ja einfach komplett gelöscht). das mädchenblog lässt sich imho selber „besonders scheiße“ dastehen, was mich persönlich nicht sonderlich überrascht. (das steht aber auf einem anderen blatt…)

  11. 11 admin 06. Juni 2008 um 10:24 Uhr

    @laylah: hätte ich die diskussion unterbinden wollen, hätte ich ja gleich alle kommentare oder auch den ganzen beitrag gelöscht. aber es gibt eben auch bei uns gewisse grenzen, was nicht mehr geht.

  12. 12 admin 06. Juni 2008 um 10:26 Uhr

    @only aa but xxx: was sollen wir denn anderes tun, als zu intervenieren, wenn grenzen überschritten werden?

  13. 13 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 10:32 Uhr

    @admin: eine transparente diskussion über das, was tatsächlich hier so geschrieben wird, ermöglichen? nicht über das – ich kann das nur vermuten, habe zu wenig einblick in eure strukturen – was einige gerne hier geschrieben hätten. weil der artikel jetzt hat keinen schluss, ich finde er läuft genau in diese schiene, die jetzt gelöscht ist, wenn man die argumentation stringent weiterverfolgt.

    btw: sind diese „gewisse[n] grenzen, was nicht mehr geht“ irgendwo definiert? nur so aus interesse.

  14. 14 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 10:40 Uhr

    @judith: „hier zeigt sich wieder deutlich, wie sehr alle geschlechter von weniger festgefahrenen geschlechterrollen profitieren könnten.“

    feminismus als kapitalismusoptimierung? hm, meinst du nicht, dass eventuell die bestimmten produktionsverhältnisse die bestimmte struktur der geschlechterverhältnisse mitbedingen, und also auch beispielsweise frau öger nur ein produkt der sich wandelnden anforderungen „der wirtschaft“ ist?

  15. 15 Matze 06. Juni 2008 um 11:14 Uhr

    Zwei Punkte:

    - Wenn es als Mittagessensangebote nur Würstchen im Brötchen gibt, finde ich Ganztagesschulen grauslich. Weiß jetzt nicht, wie das reale Essensangebot ist, aber eine Auswahl gesunder Mahlzeiten sollte schon vorhanden sein. Allgemeiner: Selbst, wenn man Ganztagesschulen unterstützt, gibt es viele Details, über die man meckern kann. (Mir wäre zum Beispiel auch noch wichtig, dass die Kinder genug Freiraum zur Persönlichkeitsentfaltung bekommen.) Und ich denke, das kostet dann wirklich – leonie, welches Modell hattest du im Hinterkopf, als du meintest, dass bei einer „umgestellten“ Politik diese Probleme nicht auftreten würden?

    - Werden Mütter eher über das Kindeswohl erpresst als Väter? Ja. Dennoch sollte das Kindeswohl im Auge behalten werden, und nicht als „angebliches Kindeswohl“ diskreditiert werden. Nicht, dass das im Artikel geschehen wäre, aber die allgemeine Diskussion in den Medien scheint eher die Kinder belasten zu wollen, als die Väter (bzw. deren Vorgesetzte) zur Verantwortung zu ziehen.

  16. 16 Judith 06. Juni 2008 um 11:24 Uhr

    @only aa but xxx

    „hm, meinst du nicht, dass eventuell die bestimmten produktionsverhältnisse die bestimmte struktur der geschlechterverhältnisse mitbedingen..“
    schon, doch, (auch).
    seh ich nicht im widerspruch zu einer befürwortung von ganztagsschulen.

    @Matze
    von wegen „kindeswohl“. klar, wichtig.
    es ist halt immer noch die frage, ob man das „kindeswohl“ aus quantitativ in stunden und minuten gemessener körperlicher anwesenheit von müttern (oder vätern) ableiten kann. wie gesagt, gibt sehr wohl studien, die das in frage stellen.

  17. 17 leonie 06. Juni 2008 um 11:31 Uhr

    So jetzt mal ich.
    Erstens, tut es mir wirklich schrecklich leid welche Entrüstungsstürme mein Post ausgelöst hat.
    Aber meine letzten beiden sätze waren nicht nationalistisch-verherrlichend gedacht, sondern national-kritisch:
    Ich wollte damit dei Lächerlichkeit, vieler konservativer Köpfe in den Vordergrud stellen, die meinen, dass nur weil man mit Gebärmutter geboren ist, man (ich trauen es mir schon garnicht mehr zu schreiben) „seinem Land“ Kinder schenken muss
    Ich bin keineswege in irgendeiner Weise nationalistisch oder versuche hier diese schwachsinnige Ideologie zu vertreten.

    natürlich, und dass wird mir jetzt in ziemlich heftiger Weise klar geworen ist Ironie und Sarkasmus ein stilistisches Mittel, dass viele in den falschen Hals bekommen können.
    Ich dacht nur wirklich nicht im Traum daran, dass mir jemand aufgrund eines einzigen, nicht mal ernst gemeinten Wortes, gleich die ganze nationalistische Ideologie in den Schoß legt, was meiner Meinung, trotz meines Fehler, vollkommen übertrieben und in keinster Weise zu rechtfertigen ist.
    Die Wortwahl, wie ober schon erwähnt sollte die schwachsinnige Argumentationweise der Rechtspopulisten aufdecken und eigentlich kritisch-ironisch abwerten.
    Ich weiß es ist mir nicht gelungen, Kritik ist da auch gerne angebracht und gerechtfertigt, ich lerne gern dazu und bin auch bereit im Diskurs zu stehen.
    Als Nationalisten lasse ich mich aber wegen, einer einmaligen Wortwahl, hier keinesfalls abstempeln.

  18. 18 Matze 06. Juni 2008 um 11:33 Uhr

    @Judith: Nun, hängt wohl auch vom Vater/ der Mutter ab, und wie gesagt, Freiräume für Kinder finde ich sehr wichtig. „Wie“ Eltern Zeit mit ihren Kindern verbringen ist natürlich wichtiger als „wie viel“ Zeit sie mit ihren Kindern verbringen. Denke aber, es gibt Untergrenzen (die mit fortschreitendem Alter abnehmen).

  19. 19 Miss Taken Identity 06. Juni 2008 um 12:14 Uhr

    Ich wollte damit dei Lächerlichkeit, vieler konservativer Köpfe in den Vordergrud stellen, die meinen, dass nur weil man mit Gebärmutter geboren ist, man (ich trauen es mir schon garnicht mehr zu schreiben) “seinem Land” Kinder schenken muss

    Also, erstmal ist das gar nicht eine auf Konservative beschränkte Haltung. NationalistInnen von ganz links bis ganz rechts finden es erstmal voll gut das Leute mit Gebärmutter Kinder bekommen. Ob sie sich das kitschig verklären („Wer will in einer Gesellschaft ohne Kinder leben?!“) oder knallhart das allgemeine Benutzungsinteresse „der Gesellschaft“ in den Vordergrund stellen („Generationenkonflikt“, „Wer zahlt die Rente?“ usw.).

    Auch müssen sich Frauen bei einem einheitlichen Ganztagschulensystem, welches auf alle Kinder abzielt, nicht mehr den “Rabenmutter-Vorwurf ” gefallen lassen.

    Ich versteh deinen Ansatz nicht. Wenn es dir um diesen Vorwurf geht, dann kritisier doch das Interesse das Leute haben, wenn sie ihn vorbringen und forder nicht Ganztagsbetreuung für Kinder durch den Staat.

  20. 20 leonie 06. Juni 2008 um 12:16 Uhr

    und hier noch ein Link, der vielleicht zu verstehen hilft, welche widerlichen Vollidioten ich mit meiner Kritik treffen woltte!

  21. 21 leonie 06. Juni 2008 um 14:11 Uhr

    @laylah: wenn du das nächste Mal Kritik an einem meiner Post übst, für die ich im allgmeinen sehr dankbar bin, wäre es nett wenn du vorerst auf sachlicher Basis die Punkte mit mir klärst und dich eventuell etwas resepktvoller ausdrückst als,“ leonies nationalistischen Scheiß“.
    Den Fehler räume ich gerne ein, wenn es im ersten Moment für dich so gewirkt hat dann tut es mir wirklich leid.
    Meine Sichtweise hier aber als nationalistisch und extrem rechts zu bezeichnen finde ich aber schlicht und ergreifend nicht fair, zumal sich der Rest des Artikels klar gegen eine solche wendet.

  22. 22 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 15:11 Uhr

    „zumal sich der Rest des Artikels klar gegen eine solche wendet.“

    @leonie: findest du wirklich, dass er das tut?
    denn, wie miss taken identity schon ausgeführt hatte, ist es durchaus als staatsaffirmativ zu bezeichnen, den staat in stellung zu bringen (oder zur verantwortung zu ziehen) um Frauen „die Möglichkeit in ihrem Beruf am Ball zu bleiben“ zu bieten. und wenn man konsequent staatsaffirmativ argumentierst, was du unfraglich tust, dann landet man zwangsläufig beim nationalismus (in welcher ausprägung auch immer).
    genauso macht es den artikel nicht besser wenn du als 20. kommentar die eigentliche intension (die mir durch den link nicht klarer wurde) preisgibst. weil – wir kennen das alle – das gegenteil von gut ist gut gemeint. das gilt nicht zuletzt für die hohe kunst der schriftlichen satire (die aber durchaus möglich ist, sogar ohne smilies!).

    ps. warum ist eigentlich der verweis im text verschwunden, dass da was gelöscht wurde? das wird ja immer obskurer hier… imagepflege, wie laylah so schön feststellte.

  23. 23 leonie 06. Juni 2008 um 15:23 Uhr

    Ja sachlich diskutieren können wir gerne, ich muss mich hier aber nicht öffentlich als Rassistin und Nationalistin darstellen lassen!
    Das habe ich nun wirklich nicht nötig un dfinde ich schon ziemlich dreist!

    zumal denke ich wirklich, dass Gleichberechtigung und die Chanchengleichheit am Arbeitsplatz unter anderem Aufgaben des Staates sein können s. Norwegen( Frauenquote, staatl. verordnet und vielen hats geholfen.)
    In solchen Fällen kann der Staat schon helfen und damit will ich dem Staat jetzt nicht uneingeschränkte Kontrolle über die Bürger zu sprechen oder sonstige manipulatuve Fähigkeiten, sondern nur regulatorische auf die Wirtschaft.

  24. 24 laylah 06. Juni 2008 um 15:30 Uhr

    leonie, solange der zensierte teil hier nicht wieder auftaucht, macht eine diskussion überhaupt keinen sinn. ich stehe zu meinem statement.

  25. 25 Miss Taken Identity 06. Juni 2008 um 16:06 Uhr

    zumal denke ich wirklich, dass Gleichberechtigung und die Chanchengleichheit am Arbeitsplatz unter anderem Aufgaben des Staates sein können s. Norwegen( Frauenquote, staatl. verordnet und vielen hats geholfen.)

    Klar, „vielen“. Aber weil die Konkurrenz die der Staat da einrichtet und reguliert eben immer noch Konkurrenz ist, ist es allerhöchstens eine Chance auf ein nettes Leben. Wie „nett“ die Abhängigkeit von einem Lohn ist, der als Mittel um das eigene Überleben zu sichern nur bedingt taugt, steht noch mal auf einem anderen Blatt.

    In solchen Fällen kann der Staat schon helfen und damit will ich dem Staat jetzt nicht uneingeschränkte Kontrolle über die Bürger zu sprechen oder sonstige manipulatuve Fähigkeiten, sondern nur regulatorische auf die Wirtschaft.

    „Die Wirtschaft“, also das konkurrierende Gewinnstreben der Einzelkapitale reguliert der Staat nicht nur, er richtet es selbst ein. Von daher wären wir, egal in welche Geschlechtskategorie wir hereingepresst werden, allemal besser ohne ihn dran.

  26. 26 only aa but xxx 06. Juni 2008 um 16:24 Uhr

    @leonie, wenn ich dich also richtig verstehe hast du kein problem damit den staat mit problemen der emanzipation zu beauftragen, und das ist kein sprachliches mißverständnis meinerseits?
    dann, wie oben geschrieben, musst du dir den vorwurf der staatsaffirmation durchaus anhören. und was du wie „dreist“ oder „nicht fair“ findest ist ja erstmal egal (mir zumindest). und deine beteuerung „sachlich diskutieren“ zu wollen oder „im Diskurs […] stehen“ zu wollen bleibt bisher schlicht eine beteuerung. miss taken identity, laylah und meine wenigkeit haben ihre probleme mit dem text erläutert, du wehrst nur ab.

    was meinst du denn wie dein verhältnis zum staat („der größte zuhälter“, sagte man in meiner jugend) sich verändern muss, würde er die von dir vorgeschlagene „frauenquote“ (lesBiTrans fallen – wie üblich – unter den tisch) durchsetzen. ist man antifeminist_in, wenn man in norwegen antinationalist_in ist? muss man als aufrechte norwegische feminist_in nicht geradezu nationalist_in sein, wenn mit der durchsetzung der „frauenquote“ „vielen […] geholfen“ wurde?
    wäre es nicht ein ansatz radikaler (im wortsinne) kritik, wenn man die debatte um ganztägige kinderbetreuung als eine zutiefst antiemanzipatorische entlarvt, da es dort eben überhaupt nicht um die möglichkeit zur freien persönlichkeitsentfaltung der frauen, geschweige denn der kinder, geht, sondern schlicht um die bessere einsatzfähigkeit und damit verwertbarkeit von potenziellen arbeitskräften (die dann die konkurrenz der arbeitskraftträger_innen untereinander erhöhen, neue ausschlüsse produzieren… usw.)?

    wie kommt man überhaupt auf den gedanken, sich als bündnispartner gerade den staat, den ideellen gesamtkapitalisten, auszusuchen? jenen also, der durch seine struktur die trennung der geschlechter wie sonst kaum etwas tagtäglich manifestiert, fördert und anpasst. je nach dem, was denn die momentanen nationalinteressen sind.

  27. 27 Paula Schramm 06. Juni 2008 um 17:41 Uhr

    Nach der ganzen Diskussion um Nazi-Argumente möchte ich nochmal auf den wesentlichen Kritikpunkt von Miss Taken Identity eingehen: Das Problem daran, dass Frauen uU als Rabenmütter bezeichnet werden ist nicht das Problem mangelnder anderweitiger Betreuung, sondern immernoch darin, das Frauen scheints nur dazu da sind Kinder zu gebären. Mit Ganztagsbetreuung verlagert man nur das Problem. Die Nicht Geboren Habende und Nicht Gebären Wollende stehen weiterhin in der Kritik weil sie ihre (nationalistische) Aufgabe, das Kinderkriegen, nicht erfüllt haben. Also folgt: Es muss ein Wandel in den Köpfen her.

  28. 28 leonie 06. Juni 2008 um 18:09 Uhr

    @layla: die Diskussion um die ganze „nationalistische Geschichte“ hier sehe ich eh als beebdet zumal ich meine Sichtweise jetzt hier mehrmals kungetan habe. Und diese jetzt sicher nicht im jedem folgenden Comment wiederholen werde!
    Wenn du das nicht wahrhaben willst, dann tut es mir sehr leid, aber das ist nun wirklich nicht mehr mein Problem!

  29. 29 leonie 06. Juni 2008 um 18:17 Uhr

    Ha, der Vorwurf der Staatsaffirmation(obwohl auch nicht zutreffend) ist aber schon ein anderer als der einer „Hitler-treuen Nationalistin“, wie mich Layla in ihrem ersten Comment hinstellen wollte.
    Wie gesagt, auf einer sachlichen Ebene können wir hier diskutieren, Aber ich muss mich hier nicht auf übelste Weise persönlich angreifen lassen.
    Und deshalb werde ich mich solange, diese Diffamierungen aufrecht erhalten bleiben, nicht mehr zu diesem Thema äußern, da ich es komplet daneben finde, hier 1000mal erklären zu müssen, dass ich kein Nazi bin.
    Ich habe eine Erklärung abgegeben, wenn dass nicht reicht dann kann ich euch auch nicht weiterhelfen aber ich werde mich nicht länger, auf so einer diffamierenden Ebene, mit solchen übertriebenen Anschuldigungen auseinandersetzten.

  30. 30 Miss Taken Identity 06. Juni 2008 um 18:31 Uhr

    Wie gesagt, auf einer sachlichen Ebene können wir hier diskutieren, Aber ich muss mich hier nicht auf übelste Weise persönlich angreifen lassen.

    Dann sag doch mal warum das was du schreibst nicht staatsaffirmativ sein soll. Das würde mich tatsächlich mehr interessieren als ein Vergleich zwischen deinem feministisch motivierten Nationalismus (aka „Staatsaffirmation“) und SA-Liedern.

  31. 31 laylah 06. Juni 2008 um 18:53 Uhr

    mann leonie, alle außer mir sind hier sachlich. du hast einfach keinen bock, steh halt dazu.

  32. 32 Laura 06. Juni 2008 um 20:25 Uhr

    staat ≠ nation (also in d schon, aber sonst lange nicht überall). ich bestreite zB, dass die affirmative action in den usa nationalistisch ist. zu reden wäre dann von staatsfeminismus im allg, der jedoch in d aufgrund deutscher besonderheit nationalistisch ist.

  33. 33 Miss Taken Identity 06. Juni 2008 um 20:35 Uhr

    Laura, die Nation gibt’s nicht unabhängig vom Staat oder vom Willen zum Staat (wie z.B. in Tibet). Das die Denke der Leute in die sich als „One Nation under God“ begreifen arsch-nationalistisch ist, darauf nehm ich wetten an. Nationalismus ist keine deutschen Besonderheit, sondern demokratische Normalität: Nationalismus ist nichts anderes als die eigene staatliche Herrschaft als mein Mittel zu begreifen und mich deshalb ihr als Mittel wiederum anzudienen. Das ist bei „Affirmative Action“ in den USA genauso wie bei jedem Gleichberechtigungsfilm hier.
    Und das trifft leider auch leonie.
    Wie sich nun die Sortierung der Nation in ihr Zugehörige und Nicht-Zugehörige gestaltet ist dabei erstmal nicht der Punkt. Die mag in Deutschland völkisch ausfallen, in den USA eher „staatsbürgerlich“ oder wie das zu nennen wäre. Worum es mir geht ist dieser Fehler mit dem Staat als Mittel und dem Mittel des Staates.

  34. 34 Laura 07. Juni 2008 um 0:46 Uhr

    natürlich macht’s nen unterschied, ob nationalistisch oder staatsbürgerlich. das zeigt sich etwa auch den debatten darüber, ob ein staat ein einwanderungsland ist, sein sollte, sein will etc. denn nen mangel an menschen gibt’s wohl nicht, nur eben keine jungen ‚deutschen‘. da kooperiert die politik dann auch mal mit feministinnen, um sicherzugehen, dass deutsche, am besten auch hochgebildete frauen gebären (das ganze ist ja auch auf engste verknüpft mit dem diskurs um biolog. reproduktion der ‚elite‘).

    es geht mir jetzt auch nicht drum, ne staatsfem. herangehensweise zu rechtfertigen. weil’s eben die ganze scheiße auch reproduziert. muss man eh nur in die geschichte schauen.

    ich frag mich aber schon auch, wo die alternativen liegen. konkret. hätte ich zB ein kind, würde ich den dienst von nem staatl. kindergarten wahrscheinlich doch auch in anspruch nehmen, denn die alternative ist eben keines rosige als frau. damit bin ich aber schon am reproduzieren. sag‘ mal: wie das rauskommen?

    noch ne frage: störst du dich allg. an staatl. ‚dienstleistungen‘? da bist du dann schon konsequent, nehme ich an.

  35. 35 Miss Taken Identity 07. Juni 2008 um 10:44 Uhr

    natürlich macht’s nen unterschied, ob nationalistisch oder staatsbürgerlich. das zeigt sich etwa auch den debatten darüber, ob ein staat ein einwanderungsland ist, sein sollte, sein will etc. denn nen mangel an menschen gibt’s wohl nicht, nur eben keine jungen ‘deutschen’.

    Bitte nimm von dem was ich schreibe doch mehr zur Kenntnis als das ich dir widerspreche. Ich habe geschrieben was Nationalismus ist:
    Mit der Herrschaft einverstanden sein und mitmachen und was von ihr zu wollen.
    Was du machen willst ist zwischen zwei verschiedenen Formen des Nationalismus zu differenzieren. Wozu eigentlich?
    Desweiteren: Auch die FreundInnen des Einwanderungslandes Deutschlands hoffen auf deutsche Kinder. Die fassen den Begriff „deutsch“ nur weiter als andere NationalistInnen und gehen davon aus das auch z.B. eine Ex-Türkin eine loyale Deutsche sein kann – eben eine Nationalistin wie sie, die sich um’s fortkommen des Vaterlandes eine ehrliche Sorge macht (und deutsche Kinder bekommt).

    ich frag mich aber schon auch, wo die alternativen liegen. konkret. hätte ich zB ein kind, würde ich den dienst von nem staatl. kindergarten wahrscheinlich doch auch in anspruch nehmen, denn die alternative ist eben keines rosige als frau. damit bin ich aber schon am reproduzieren. sag’ mal: wie das rauskommen?

    Klar, du bist schon gezwungen „die ganze Scheiße zu reproduzieren“ wenn du in den Supermarkt gehst und dort Geld bezahlen musst für Dinge des täglichen Überlebens. Du „reproduzierst“ die Scheiße schon,
    wenn du jeden Tag arbeiten gehen musst, um die Kohle für diese Sachen ranzuschaffen. Nur geht es mir gar nicht darum das du hier und jetzt so tust als ob grad kein Staat da wäre und kein Kapitalismus eingerichtet. Es ist mir auch egal ob du meinst das du unbedingt ein Kind haben musst oder nicht, zum Geburtenstreik hab ich gar nicht aufgerufen – obwohl ich langsam glaube das es anstünde. Es geht mir nicht darum das du in deinem Leben möglichst konsequent bist. Es geht mir um was anderes: Wenn du politische Arbeit machst und wenn du findest das Staat und Kapital abgeschafft gehören, weil sie dir Schaden, dann stell keine Forderungen an sie, argumentier nicht affirmativ, sondern erklär dir deine Schädigungen, mach daraus Argumente und geh gegen beide vor.

    störst du dich allg. an staatl. ‘dienstleistungen’?

    Klar störe ich mich an denen. So wie ich mich am Lohn störe. Das nimmt meiner Abhängigkeit davon aber nichts. BTW, das ist auch schon einer der Gründe aus denen ich mich an ihnen störe.
    Weil das aber so ist, ist das letzte was ich mit der Energie mache, die ich zum Politik machen aufwenden kann, anzufangen Verbesserungsvorschläge an den Staat zu machen. Da versuch ich lieber hier zu erklären was an dem Laden so Scheiße ist und das wir vielleicht mal drauf hinarbeiten sollten das wir ihn loswerden, anstatt Ganztagsbetreuung für Kinder zu fordern.

  36. 36 laylah 07. Juni 2008 um 15:01 Uhr

    warum „stünde ein geburtenstreik langsam an“?

  37. 37 Miss Taken Identity 07. Juni 2008 um 15:08 Uhr

    warum “stünde ein geburtenstreik langsam an”?

    Ich meinte den Aufruf dazu.
    Das war nur ein polemischer Seitenhieb. In den 80er Jahren wurde das noch als politisches Mittel in Betracht gezogen. Sorry, war nicht so ernst gemeint (auch wenn’s den Staat ärgern würde).

  38. 38 leonie 09. Juni 2008 um 15:08 Uhr

    ein Link, der vielleicht ganz interessant zu dem Thema ist, auch wenn ich nicht glaube, dass der aufgeführte Grund wie dargestellt, der einzige Faktor für weibliche Beachteiligung am Arbeitsplatz ist.

    Auch ist natürlich, die Meinung, dass Lohnunterschiede kein Zeichen von Diskriminierungen sein sollen, sehr kritikwürdig.
    Aber die Fakten, die der Artikel aufzeigt sind schon sehr informativ und er zeigt auch den interessanten Vergleich zu anderen Ländern auf.

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