Berufswahl mal ohne Vorurteile!

Fernsehtipp!!
Die schwedischen Damen, sorgen mal wieder für das Kippen von Geschlechterklischees in der (Arbeits-)Welt.
Weiter so!


29 Antworten auf “Berufswahl mal ohne Vorurteile!”


  1. 1 Different 14. Juni 2008 um 14:35 Uhr

    Bergbau ist schon super, da freu ich mich für die schwedischen Frauen. #-o

  2. 2 gregoria 14. Juni 2008 um 16:21 Uhr

    geil! endlich mal richtig den körper kaputtarbeiten, nicht immer nur die psyche wie bei den ganzen pädagogik-jobs.

    frauen in den bergbau – frauen auch zur bundeswehr!

  3. 3 hurg 14. Juni 2008 um 19:11 Uhr

    Bejubelst du auch das Kippen von Klischees, wenn die körperliche Gewalt die von jugendlichen Mädchen ausgeht (zumindest angeblich ist das so) am Steigen ist?

  4. 4 leonie 14. Juni 2008 um 19:24 Uhr

    Es geht hier doch vor allem darum, Frauen die Möglichkeit zu geben auch in männlich dominierten Berufen, Fuß zu fassen, wenn sie dies wollen.
    Frauen aufgrund ihres Geschlechts von bestimmten Berufen auszuschließen, halte ich für schlichtweg falsch.
    Wenn sich eine Frau individuell für einen Beruf entschieden hat, sollte sie diesen frei wählen können ohne sich dabei an Klischees zu stoßen(-> zu schwach,klein,sensibel etc) oder an staatlichen Verboten.
    Zumal finde ich diese strickte Trennung in männlich und weibliche Berufe sollte schon längst der Vergangenheit angehören, da dies nur alteingesessene Rollenmodelle fördert.

    @hurg: Ich weiß zwar nicht was Gewaltbereitschaft von Jugendlichen mit der freien, geschlechtsneutralen Berufswahl von Frauen zu tun hat, aber egal..
    Natürlich ist der Anstieg von „weiblicher“ Kriminalität, besser gesagt Kriminalität im Allgemeinen, nicht zu begrüßen.
    Ich halte ihn jetzt aber auch nicht kritikwürdiger als den Anstieg an Gewalt bei männlichen Jugendlichen oder Kriminalität von anderen Personengruppen.

    Ich weiß auch nicht auf was du hinaus willst???

    Wenn dass hier eine von den Diskussionen der „Feminismus ist Schuld, dass…“ wird, dann sag ich dir hier gleich mal, dass ich da nicht dabei bin…

  5. 5 hurg 14. Juni 2008 um 19:43 Uhr

    Völlig egal was der Inhalt ist, hier „bucklig schuften für Staat und Kapital“ ihr findet es toll wenn auch Frauen endlich mit dabei sind. Gegen Klischees. Genauso gut könnte man Gewalt von Mädchen toll finden, passt schließlich in kein Klischee.

  6. 6 hurg 14. Juni 2008 um 19:45 Uhr

    Ich wollte grad „ihr findet“ zu „du findest“ editieren. Er will ein Passwort. Nun halt so.

  7. 7 leonie 14. Juni 2008 um 20:16 Uhr

    “bucklig schuften für Staat und Kapital”

    Wo und wann geht es denn darum??
    Es geht hier einfach darum, dass Frauen ein Wahl bekommen und nicht von bestimmten Berufen ferngehalten werden, um das Klischee vom schwachen Weibchens aufrecht zu halten.
    Frauen sollten arbeiten dürfen als was sie wollen, ohne aufgrund ihres Geschlechts diffamiert zu werden

    wie du darin erkennst, dass ich „Pro-Prügelnde-Girlies“ bin, was generell heißen würde Pro-Gewalt, weiß ich nicht.
    Ich weiß auch nicht warum du es sinnvoll ertrachtest das Gesamtphämomen Gewalt in die zwei Geschlechter aufzuspalten und versuchst Unterschiede zwischen „weiblicher“ Gewalt und „männlicher“ Gewalt aufzutun und auch nochauf die Idee kommst, „weibliche“ Gewalt wird hier verherrlichend dargestellt!!

    1. ich finde Gewalt immer scheiße, egal von wem!
    2. ich bin gegen (berufliche) Schranken in der Gesellschaft aufgrund des Geschlechts, egal ob männlich oder weiblich!

  8. 8 hurg 14. Juni 2008 um 20:32 Uhr

    Ist doch nur ein Beispiel… oben hat gregoria das Beispiel Bundeswehr genannt.

    Bist du auch dafür, dass Frauen bei der Bundeswehr eine Waffe, auch im Krieg, tragen „dürfen“ sollen? (Ich weiss gar nicht wie die Gesetzeslage da aussieht)

    Ich bin gegen die Bundeswehr und damit gegen Frauen bei der Bundeswehr.

  9. 9 W.I. 14. Juni 2008 um 23:13 Uhr

    Wo und wann geht es denn darum??

    Glaubst du ernsthaft Grubenarbeiterin zu sein ist so eine Art Selbstverwirklungstrip?

  10. 10 leonie 14. Juni 2008 um 23:58 Uhr

    ich denke vor allem, dass dies die Möglichkeit für viele Frauen ist, mehr Geld für ihre Arbeit zu bekommen. Und sich ein finanziell sorgenfreieres Leben zu verschaffen.

    Was ist mit anderen typisch weiblichen Berufen, ist es das den gelbe vom Ei, Krankenschwester zu sein, Nachtschichten zu haben und durch zu niedrige Bezahlung am Existenzminimum zu leben.
    Warum sollte dieser Beruf nicht eine Alternative für Frauen darstellen,die ihn ausführen wollen. Und wenn, warum dann nicht ohne sexuelle Stigmatas.

    Und W.I, diese Frauen haben sich freiwillig dazu entschieden vielleicht aus ökonomischen Gründen, vielleicht auch weil ihnen ihr anderer Beruf keinen Spaß mehr gemacht hat, wir werdens im Bericht sehen..
    Ist Kumpel sein schlechter als arbeitslos, oder ist es verwerwerflich eher Kumpel zu sein als ganz „klassisch weiblich“ Putzfrau, Sekretärin?? Oder was willst du damit sagen W.I??
    Darf ich nicht daruf aufmerksam machen, dass Frauen nicht nur in die Chefetagen von Konzernen drängen, sondern sich auch außerhalb der „Topjobs“ eine Trendwende abzeichnet?

    Wichtig und Bewundernswert ist für mich nur, dass sich Frauen in eine solche Männerdomäne trauen, obwohl sie von vornherein wissen, dass ihnen auch Spott und Hähme entgegengebracht werden.

    Zum anderen bin ich sicher, dass es hilft die Rollenbilder aufzuweichen wenn die strikte Einteilung von Männer/Frauen-Berufen aufgehoben wird.

  11. 11 asxdef 14. Juni 2008 um 23:58 Uhr

    „Glaubst du ernsthaft Grubenarbeiterin zu sein ist so eine Art Selbstverwirklungstrip? “

    Wird zumindest in dem Bericht behauptet. Im übrigen muss auch nach eurer tollen „Revolution“, mit der ihr hier dauernd ungefragt angerannt kommt, trotzdem noch irgendjemand in der Grube arbeiten.

  12. 12 W.I. 15. Juni 2008 um 0:21 Uhr

    Was ist mit anderen typisch weiblichen Berufen, ist es das den gelbe vom Ei, Krankenschwester zu sein, Nachtschichten zu haben und durch zu niedrige Bezahlung am Existenzminimum zu leben.

    Merkst du nicht was für ein armseliger Vergleichsmaßstab das ist?
    Ich find es zum kotzen, dass Leute als Grubenarbeiter und Krankenschwester am Existenzminimum leben müssen. Mit „sorgenfreiem Leben“ hat der Lohn eines Grubenarbeites ebenso wenig zu tun wer der einer Krankenschwester, er ist nämlich so bemessen, dass man sich von der Verpflichtung am nächsten Morgen/Abend wieder auf der Matte zu stehen nicht frei kaufen kann.

    Zum anderen bin ich sicher, dass es hilft die Rollenbilder aufzuweichen wenn die strikte Einteilung von Männer/Frauen-Berufen aufgehoben wird.

    Wobei hilft das?

  13. 13 leonie 15. Juni 2008 um 0:41 Uhr

    W.I, sorgenfrei ist ein Leben ja fast nie, auch wenn finanziell gesichert und Traumjob!
    Also erzähl mir bitte nichts von seichten Argumenten.

    Erst findest du den Beruf an und für sich blöd und nicht zur „Selbstverwirklichung“ gedacht und jetzt kommst du mit der Bezahlung??

    Zumal ich auch von finanziell sorgenfrei redete! Unterschied.
    und anscheined ist diese Art von Arbeit in Schweden relativ „gut“ bezahlt, also nichts mit Existenzminimun.

    Der feministische Gedanke hinter der Sache scheint bei dir dabei nicht einzuleuchten, interessiert dich anscheined auch nicht.

    Wenn du für einen Mindestlohn eintreten willst, dann bitte(unterstütze ich auch), leider hat das mit meinem Post nichts zu tun.

    Und am nächsten Tag auf der Matte stehen muss auch ein „Gutverdiener“…
    Wie gesagt wenn du dich gegen ein wirtschaftliches System wenden willst, dann tu es.
    Lade es nur nicht an meinem Ein-Satz-Mini-Post aus, der die Intention hat zu zeigen, dass eine alle Schichten betreffende geschlechterspezifische Trendwende am Laufen ist.
    Und das finde ich toll, wenn es dich nicht interessiert, kein Problem!

    Tipp: Schaus dir doch einfach mal an…:)

  14. 14 Different 15. Juni 2008 um 1:43 Uhr

    „diese Frauen haben sich freiwillig dazu entschieden vielleicht aus ökonomischen Gründen“

    Den Widerspruch in diesem Satz siehst du vermutlich auch nicht.

  15. 15 Laura 15. Juni 2008 um 1:47 Uhr

    frauen rackern sich ja sonst nie ab für staat und kapital.

  16. 16 dodo 15. Juni 2008 um 2:08 Uhr

    wie „freiwillig“ arbeit an sich im kapitalismus ist, darüber kann man getrost streiten.
    fakt ist, daß es ohne job nunmal nicht geht, wenn man (auch finanzielle) unanbhängigkeit möchte.
    und WENN man schon schuften muß, dann sollte man sich auch den job aussuchen können, ohne von seinem geschlecht an der berufswahl eingeschränkt zu werden.

  17. 17 unGeDuLdig 15. Juni 2008 um 5:49 Uhr

    Sobald die Nachricht vom ersten Bergarbeiterinnenstreik über die Ticker geht, werde ich mich dazu hinreissen lassen, von weiblicher Selbstverwirklichung zu reden. Bis dahin ist es nur ein zwar überfälliges, aber die Kirche im Dorf lassendes Gleichziehen, und zwar auf der Ebene der gemeinsamen Ausbeutung mit den männlichen Kollegen. Zu verbuchen wäre es wohl zu den Soldatinnen, Verteidigungsministerinnen, Medizinnobelpreisträgerinnen und Fussballweltmeisterinnen, aber nicht an der Spitze der erfreulichen Selbstverständlichkeiten.

    Es ist trotzdem immer noch schön, letzte Bastionen einstürzen zu sehen. Einen Sieg des Feminismus vermag ich da noch nicht zu sehen, aber vielleicht einen interessanten Ausgangspunkt. Die Unterminierung (pun intended) der Rollenbilder ist höchstwahrscheinlich nicht aufgrund einer politischen Kampagne, sondern der traditionsauflösenden Wirkung kapitalistischer Verwertung und des Flexibilisierungsdrucks entstanden. Wenn es dadurch jemandem finanziell besser geht, könnte man von kapitalistischem Kollateralnutzen reden. Der selbe Kapitalismus kann durch einen kleinen Kurswechsel auf dem Rohstoffmarkt die weiblich-proletarische Selbstverwirklichung ins gute, alte Arbeitsamt zurückführen, wo die guten, alten Callcenterjobs und Schlimmeres auf die Mädels warten. Es ist alles also immer nur ein temporärer Gewinn, wo natürlich nichts dagegen spricht, das Beste daraus zu machen. Glück auf, sozusagen, bevor wieder Schicht im Schacht ist.

  18. 18 bigmouth 15. Juni 2008 um 11:31 Uhr

    ich glaube nicht, dass man als grubenarbeiter in schweden am existenzminimum lebt, oder sich sonderlich kaputtschuftet

  19. 19 Different 15. Juni 2008 um 15:49 Uhr

    „Wird zumindest in dem Bericht behauptet. Im übrigen muss auch nach eurer tollen “Revolution”, mit der ihr hier dauernd ungefragt angerannt kommt, trotzdem noch irgendjemand in der Grube arbeiten.“

    Aber nicht mehr aus ökonomischen Gründen sondern nur wirklich dann, wenn man das Zeug aus der Grube unbedingt braucht und man nicht die meiste Arbeit mit Maschinen machen kann. Und sollte dann immer noch jemand total scharf auf die Grubenarbeit sein freuen sich die umso mehr die da keinen Bock drauf haben.

  20. 20 leonie 15. Juni 2008 um 16:31 Uhr

    Kleine Aktualisierung!!

    Jetzt ist vorab schon mal ein kleiner Ausschnitt der Reportage zu sehen.

    Und da spricht, die portraitierte Arbeitnehmerin, auch davon, dass ihr der Job Spaß mache und die Arbeit gefalle.
    Ich denke auch wie Bigmouth, dass heutzutage die Arbeit im Bergbau, dank Maschineneinsatz, etc, nicht mehr mit den menschenunwürdigen Zuständen vor 100 Jahren zu vergleichen ist.

    Zumal denke, ich auch nicht, dass die „Arbeit“ an sich etwas dem Menschen schädliches oder unnatürliches ist, besonders deutlich wird dies wenn man „Arbeit“ mit „Beschäftigung“ vertauscht.
    Natürlich ist die „Arbeit“ im heutigem Sinn, Leitungsdruck, Niedriglohn, Freizeitmangel, sehr kritikwürdig und sicher teilweise auch unmenschlich und eher belastend als förderlich.
    Es sollte dem Mensche natürlich ermöglicht werden sich in seiner Arbeit individuell „Ausleben“ zu können und sich wohlzufühlen.

  21. 21 unGeDuLdig 15. Juni 2008 um 16:37 Uhr

    @bigmouth

    Ausbeutung hat m.E. erstmal wenig mit dem Existenzminimum oder der Arbeitsintensität, sondern mit dem Anteil an unbezahlter Arbeit zu tun, den sich der Unternehmer als Mehrwert einsackt. Jede Lohnarbeit unter kapitalistischen Bedingungen beruht auf Ausbeutung, nicht als moralische, sondern als ökonomische Kategorie. Da im schwedischen Beispiel der Arbeitszwang und die Lohnabhängigkeit weiterbestehen, lässt sich nur von einer durch Anstellung und Leistung bedingten Emanzipation reden, die nicht aus einem politischen Kampf, sondern aus dem monatlichen Gehaltsscheck entpringt. Wie in Schweden die Männerbastion Bergbau geknackt wurde, weiss ich nicht genau, doch der angenommene Fortschritt (besseres Gehalt, Gleichstellung, usw.) wurde wohl nicht erkämpft, sondern gewährt, und bleibt ökonomisch (Grubenschliessung, Einsatz von Leiharbeitern o.Ä.) umkehrbar.

    Es bleibt natürlich beim Kollateralnutzen, dass durch die ständigen Wechsel in der Produktion die althergebrachten Rollenverteilungen zwischen den Geschechtern immer weiter zersetzt werden und sich damit durch das Übel der Ausbeutung ein Gleichstellungseffekt einstellt, der z.B. durch Feministinnen „nur noch“ vollstreckt werden muss.

    Der patriarchale Widerstand gegen das Eindringen von Frauen in die letzten Männerreservate ist eine ideologische Weigerung, Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen, die sich nicht mehr aufhalten lassen und gar nicht so sehr durch die Frauen-, sondern durch die Kapitalbewegung entstanden sind. Dass diese ideologische Realitätsverweigerung also nicht den „Rückenwind der Geschichte“ auf ihrer Seite hat, macht sie nicht unbedingt schwächer oder ungefährlicher: Gerade Rückzugsgefechte haben es in sich.

  22. 22 bigmouth 15. Juni 2008 um 17:36 Uhr

    es haben hier leute aber nun mal vom existenzminimum geredet. ich weiß, was nach marx ausbeutung bedeutet, vielen dank. bergmann ist jedenfalls heute im westen kein besonders furchtbarer job, und wird halbwegs gut vergütet. insofern isses unter bestehenden bedingungen für frauen ein vorteil, dass sie das machen können

    @different

    Aber nicht mehr aus ökonomischen Gründen

    erze in skandinavien werden abgebaut, weil sich das rechnet, klar. aber das tut es, weil es ein bedürfnis danach gibt – wahrscheinlich sogar viel mehr, wenn nicht nur finanzkräftige bedürfnisse zählen würden (stromleitungen in afrika und so). und ich glaube nicht, dass man sich den luxus leisten kann, zur befriedigung dieser bedürfnisse auf das vollautomatisierte bergwerk zu warten

  23. 23 jax 15. Juni 2008 um 18:00 Uhr

    Würdet ihr es auch bejubeln wenn jetzt Frauen im Krieg an die Waffe „dürften“ (dürfen sie schon?) oder beim Abschieben helfen? (mal gesetzt den Fall sie dürften das nicht)

    Würde eventuell auch „Vorteile“ bringen, studieren bei der Bundeswehr solang kein Krieg ist oder sowas.

  24. 24 unGeDuLdig 15. Juni 2008 um 18:20 Uhr

    @bigmouth

    Sorry, wenn belehrend rüberkam, was als Verständigung gemeint war. Mit dem vollautomatischen Bergwerk (das es noch nicht gibt) hast Du da an etwas wichtiges gerührt, das auch die schwedischen Bergarbeiterinnen über kurz oder lang betreffen wird: Jede Arbeit gerät unter die reelle Subsumption, also kurz gesagt dem Rationalisierungs- und Effektivierungsdrang, der Maschinen anstelle von Menschen einsetzt. Ohne jetzt das ganze Kapital bis in den 3. Band auszubreiten, gibt es die Perspektive, dass der grösste Teil menschlicher Arbeit langfristig seine Notwendigkeit verliert, ohne dass der Arbeitszwang aufgehoben wird. Hoffnungsfrohe MarxistInnen sehen darin den Punkt, an dem der jetzt schon wirkende Widerspruch zwischen Lohnabhängigkeit und Arbeit unüberbrückbar wird. Vielleicht wird es nie ein vollautomatisches Bergwerk geben, aber die Automatisierung wird gewiss bis zur Grenze des physikalisch Möglichen gehen und bedroht jetzt schon das Bisschen ökonomischer Besserstellung der KumpelInnen.

  25. 25 chica 15. Juni 2008 um 18:40 Uhr

    @ diverse Kommentatoren der immergleichen Diskussion
    Der Hitlervergleich fehlt noch!!!
    “ Hättet Ihr [man merke „Ihr“ wird hier analog zu „die Feministinnen überhaupt“ verwendet] es auch gut gefunden, wenn Hitler eine Frau gewesen wäre?“
    Die Antwort kennt Ihr ja bereits.

  26. 26 laylah 15. Juni 2008 um 19:13 Uhr

    ungeduldig, was erzählst du denn jetzt schon wieder allen, wie ökonomie funkioniert? „Ohne jetzt das ganze Kapital bis in den 3. Band auszubreiten“, meine fresse, was sind das für sprüche? der punkt ist doch einfach, dass das „vollautomatisierte bergwerk“ im kommunismus toll ist und wir bis dahin eh keinen einfluß darauf haben.

  27. 27 unGeDuLdig 15. Juni 2008 um 20:36 Uhr

    @laylah

    Streng genommen erzähle ich, wie Ökonomie eigentlich nicht funktioniert. Das mit dem 3. Band sollte nur andeuten, dass das Konzept der reellen Subsumption und ihre Wirkung auf den Widerspruch von Lohn und Arbeit hier nur extrem verkürzt dargestellt werden kann, wenn eigentlich seitenlange, ausdifferenzierte und modernisierte Analysen, die von Marx ausgehen, nötig wären. Das wollte ich weder mir noch den anderen zumuten und dennoch den Hinweis nicht unterlassen, dass es ein komplexer und meinen Horizont übersteigender Sachverhalt ist.

    Das vollautomatisierte Bergwerk wäre nach dieser Logik nicht Ergebnis, sondern Voraussetzung für den Kommunismus. Wir haben in der Tat keinen Einfluss darauf, aber umgekehrt werden wir von jeder Produktionsneuerung arbeitsplatzmässig massiv beeinflusst. Gleichzeitig mit unserer eigenen Überflüssigwerdung wird die Absurdität und Dürftigkeit kapitalistischer Produktion angesichts historisch einmaliger Produktivität immer offenkundiger. Da jeder und jede tendenziell jeden Job machen können, weil das Fachwissen und die Arbeitskraft sich immer weiter in die Maschinen verlagern, kann jeder und jede jederzeit auch den Job an jemand noch flexibleren verlieren und die damit verbundenen Privilegien (darunter auch die emanzipatorischen Potentiale, um die es hier geht) ebenso – wie gewonnen, so zerronnen.

    Da erscheint es ein wenig blauäugig, wenn ein oberflächlich feministischer, im Kern aber erzprotestantischer und sozialdemokratischer Arbeitskult anstelle (?) der in ihrem Ursprung sozialistischen Frauenbewegung tritt, der – für mein Argument ganz passend – gut ins schwedische linkslutherische Volkshaus passt. Das Leben muss doch mehr zu bieten haben als ein besseres Gehalt!

  28. 28 Laura 17. Juni 2008 um 14:10 Uhr

    Ausbeutung hat m.E. erstmal wenig mit dem Existenzminimum oder der Arbeitsintensität, sondern mit dem Anteil an unbezahlter Arbeit zu tun

    jo. und der anteil unbezahlter arbeit ist bei frauen besonders groß. zuvorderst im bereich der hausarbeit und kindererziehung. reproduktion des menschenmaterials für staat und kapital. nix lohn.

  29. 29 unGeDuLdig 18. Juni 2008 um 0:53 Uhr

    @Laura

    Die unbezahlte Reproduktionsleistung der Hausfrauen und Mütter war und ist z.T. tatsächlich ein blinder Fleck der Kapitalismuskritik. Abgesehen von männlicher Borniertheit liegt es wohl an der schweren Berechenbarkeit des dadurch entstehenden Effekts auf die Bildung von Mehrwert, aber vielleicht ist das schon borniert von mir… Diese Art der Ausbeutung ist aber gerade dabei, den klassischen Rollencharakter (Mutti putzt, Vati arbeitet) zu verlieren und bewirkt in den (noch nicht mainstreamigen) bürgerlichen Debatten um Anrechnung von Hausarbeit auf die Rente gewisse Niederschläge. Siehe auch die neosozialdemokratischen Vorstellungen des Club Of Rome, wo schon die vorsichtige Abkopplung von Verdienst und Arbeitsvertrag unter staatlicher Kontrolle vorgedacht wird. Ganz klar lebt gerade die lohnabhängige Bevölkerung statistisch-mehrheitlich noch in dieser Konstellation der Doppelausbeutung, gerne auch mit zusätzlicher Lohnarbeit seitens der Frau, obwohl sich durch die ständige Reise nach Jerusalem auf dem Arbeitsmarkt, der nicht genug Stühle hat, selbst die feudalsten und patriarchalsten Strukturen bedroht fühlen dürfen.

    Und gleichzeitig mit dem Sichauflösen der bürgerlichen Kernfamilie in die Patchwork AG lässt sich ein gegenläufiges und wohl von dieser Auflösung motiviertes Bedürfnis nach einer Rückkehr in die Reihenhaussiedlungen unserer Grosseltern feststellen. Gerade in einer Zeit, in der niemand von seinen/ihren Rollen und Funktionen her mehr genau weiss, ob er/sie – nach einer deutschen Redewendung – „Männlein oder Weiblein“ ist, ergiesst sich eine Flut von ideologischen Wegweisern in den Büchermarkt, die uns weismachen wollen, dass wir jeweils von der Venus oder vom Mars sind bzw. nicht einparken oder nicht zuhören können. Eva Hermann kriegt von mir dabei nicht einmal ein Adjektiv. Ich würde aber an der Behauptung festhalten wollen, dass diese Bullshitlawine ein sicherer Indikator dafür ist, dass eben diese beschworenen, ewigen Rollen durch die immer weitergehende Flexibilisierung einen Grad von Beliebigkeit und Austauschbarkeit erreicht haben, dass ihre Wiederinszenierung nur noch als Karikatur der alten Rollenmuster gelingen könnte. Die Lächerlichkeit und Anachronismus des 50er-Jahre-Revivals machen diesen aber nicht schwächer, sondern aggressiver, so dass es zur Absurdität kommt, dass die bürgerliche Gesellschaft diejenigen diffamiert, die nicht ins neue, alte Familienbild passen, obwohl sie diese selbst ständig erzeugt. Die alte Ordnung der Adenauerjahre wurde zwar auch ideologisch, aber vor allem durch ökonomische Verhältnisse durchgesetzt (siehe dazu jeden beliebigen Heinz-Erhard-Film). Die neue Geschlechterordnung muss sich ganz auf die Ideologie verlassen und so tun, als ob Männer nicht längst „entmännlicht“ und Frauen „entweiblicht“ worden wären. Übrigens sind Kinder keine Kinder mehr, sondern eine werberelevante Konsumentengruppe, Alt- und Kranksein ist generell sittenwidrig, und absolut jede/r hat für den kompletten Umbau (Abbau) seiner/ihrer notdürftigen Lebensplanung bereitzustehen, wenn sich z.B. irgendwo die Kohlepreise erhöhen. Das nennt man (Horst Köhler) „lebenslanges Lernen“.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× zwei = zwei