Von den Schwierigkeiten des Erleichterns

http://www.machenkunstweil.ufg.ac.at/seiten/johannaschaffer.htmDie Sticker von Ins A Kromminga, „Hermaphrodites – Gents and Ladies please use other toilet“ , kennen sicher Einige der hier Mitlesenden. Schon vor ihrem Auftauchen, vielleicht aber auch verstärkt seit den Debatten um Intersexualität und Trans*, finden sich immer wieder Räume, die ihre Klo-Politik überdenken. Neben der traditionellen Trennung einer „Damen-“ und einer „Herrentoilette“ finden sich mancherorts zusätzlich oder aber ausschließlich „Other“ oder „Trans*“-Klos. Dixie-Klos auf Festivals oder solchen ähnlichen Großveranstaltungen sind sowieso in der Regel jedem Menschen egal welcher Geschlechtsidentität oder Pinkeltechnik zugänglich. Eine Unterscheidung von Räumen nach „Sitzen“ und „Stehen“ ist mir noch nicht so richtig untergekommen. Das diesjährige Fusionfestival nennt einen Teil seiner Pissrinnen „unisex“, stellt darüber hinaus jedoch auch „geschlechtergetrennte“ (vermutlich: „Männer“ vs. „Rest der Welt“?) Pissoirs zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es, wie bereits seit längerem auf Ladyfesten in Bastelstunden und Praxis-Workshops erprobt, „Fusionella“-Stehpinkelhilfen. Ob die was kosten oder gratis angeboten werden wird nicht verraten. Und wem das grad so gar nichts sagt, der_die kann sich auf der Seite des Projekts stand2pee einlesen (Pop-Ups erlauben!).
Auf all das gekommen bin ich über einen Spiegel-TV-Beitrag über die Kampang-Schule in Thailand, welche eine „Transgender-Toilette“ (Begriff: SpON) eingeführt hat. Was mich daran irritiert hat war vor Allem das Gerede von „den betroffenen Schülern“, als hätten sie eine Krankheit. Darüber hinaus ist die Markierung der Toilette klar einer zweigeschlechtlichen Symbolik unterworfen, ist sie doch mit einem Piktogramm markiert, das eine Person zeigt, die auf der einen Hälfte (rot) einen Rock und längere Haare, auf der anderen (blau) eine Hose und kurze/keine Haare trägt (SpOn nennt das „ein aus beiden Geschlechtern kombiniertes Symbol“). Dem britischen Telegraph zufolge lautet die Bildunterschrift auch weniger „Transgender“, als doch eher „Transvestites“, was dem Ort in meinen Augen noch einmal eine gänzlich andere Dimension gibt. Andererseits wird im Folgenden dann von „tolerance for transgender communities, including cross-dressers, transvestites, transsexuals and those born with the physical characteristics of both sexes“ gesprochen – ich muss sagen, ich bin irritiert, bin ich mir nun nicht im Klaren, ob vorgesehen ist, dass nur Mann-zu-Frau-Transpersonen diesen Ort aufsuchen sollen/dürfen, oder ob zwar vorwiegend an diese gedacht wurde, das Klo letztlich jedoch allen TransInterQueeren Gestalten gewidmet ist. Toll finde ich den Schritt dennoch, weil damit auch der Geschlechtlichkeit von Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zur Uneindeutigkeit gegeben wird. Ich bin mir jedoch nicht ansatzweise dessen bewusst, welche Rolle Geschlecht und Geschlechtsidentität in Thailand für den Durchschnitts-Teenager bedeutet. Es erscheint mir europäisch-anmaßend, einen platten Vergleich zu wagen, doch komme ich nicht umhin mir vorzustellen, was eine solche Maßnahme an einer Schule irgendwo in der brandenburgischen Pampa auslösen würde, ist doch „schwul“ eines der meistgenutzten Schimpfwörter heranwachsender Personen und gerade die Adoleszenz Kampfzone um „authentische“, heterosexueller Männlich- und Weiblichkeit. Gleichzeitig ist jeder Schritt ein Anfang und die Verfügbarkeit einer „Möglichkeit“ oft schon einer Erleichterung.
Gleichzeitig spricht der SpON-Beitrag ein Thema an, das immer wieder als Argument gegen eine dekonstruktivistische Klo-Agenda angeführt wird: Das Bedürfnis von Klogeher_innen, einen (vermeintlich) geschlechtshomogenen Raum zu betreten und auf der Toilette „unter sich“ zu sein. Also sowohl von „Männern“ (in der Annahme: Selbstverständnis „Mann“ zu sein incl. Penis(ähnlicher) Genitalien), weil diese ja mitunter doch sehr intim beisammen stehen am Pissoir, als auch unter „Frauen“ (Annahme „Frau“ zu sein incl. Vagina oder Penisunähnlicher Genitalien), weil man viele Dinge gerne „in Ruhe“ vor dem patriarchalen Unsinn jenseits der Klotüren „unter sich“ (aus)machen wolle – wobei in der Regel „Damentoiletten“ nochmal einen doppelten „Schutzraum“ darstellen, sind doch die Sitzkabinen in der Regel voneinander abgetrennt und seperat verschließbar. Auch deutet der Internet-TV-Beitrag an, dass all jene Menschen, welche sich im Sinne heterosexueller Zweigeschlechtlichkeit immer nur als „die Anderen“ einzuordnen haben, oftmals lieber (was sich mit meinen Erfahrungen deckt), die Einzelzellen bietenden „Damentoiletten“ aufsuchen. Zum Einen in einer Suche nach „Unsichtbarkeit“, das jedoch wiederum zum Anderen aus der Bedürfnis nach Schutz vor den Blicken alljener, welche sich der von ihnen auszuwählenden Toilette gewiss sind.

stand2pee.com
Nun wird es also kompliziert: Wir brauchen einen Raum im differenzfeministischen Sinn für „Frauen“ und einen für „Männer“. Und ist der „Frauen“-Raum ein „FrauenLesben“-Raum, oder wird nochmal zwischen Hetero und Homo unterschieden? Und was ist also mit Trans*menschen – kriegen die gemeinsam einen Raum oder gibt es nochmal einen Trans*frauen und einen Trans*männer und einen Trans*queer-Raum? Und dann noch einen wo „alle“ rein können, der dazu für jede Pisstechnik eingerichtet ist? Und einen Intersex-Raum auch? Und einen dazu, für alle die im Sitzen loslassen wollen und einen für alle die Stehen möchten? Oder einen Steh-“Männer“ und einen Steh-“Alle“ und einen Steh-“FrauenLesbenTrans“? Und was ist mit Rollstuhlfahrer_innen? Und Sex-Toiletten? Und Sex-Freie Toiletten? Fixer_innen-Orte?
Wie auch immer – ich finde es großartig, wenn Lokalitäten sich eben darum Gedanken machen, mit den Möglichkeiten spielen und dazu einladen, sich Gedanken zu machen, welche Vor- und Nachteile welche Arten der Toilettendifferenzierung machen, räumlich und auch in der Art und Weise wie sie markiert werden.


70 Antworten auf “Von den Schwierigkeiten des Erleichterns”


  1. 1 hn 26. Juni 2008 um 19:14 Uhr

    Also, vom „wirtschaftlichen Standpunkt“ aus wäre es wohl schlauer, einen einzigen Toilettenraum mit abschließbaren Einzelkabinen anzubieten (schalldicht. Mit einem Haken für die Jacke.), denn je nach Publikum bleiben sonst einige nahezu ungenutzt. Kann man immer wunderbar am ChaosCommunicationCongress beobachten, elend lange Schlangen vor den Herrentoiletten, gähnende Leere bei den Damen. Das als Beispiel, weil die Anwesenden ja eigentlich üblicherweise so liberal sind, dass sich mit ihnen Unisex-Toiletten machen ließen. (Und Nerds pinkeln sowieso nicht im Stehen.)

  2. 2 ihdl 26. Juni 2008 um 20:56 Uhr

    In Schweden habe ich mich immer darüber gefreut, dass an vielen Orten nur Unisextoiletten gab – in Cafés, Schulen und der Uni – die auch Rollstuhlgerecht waren. Hierzulande findet sich ja ganz oft auch die auch nicht unproblematische Aufteilung Männer – Frauen – (geschlechtslose?) Rollifahrende.

  3. 3 st_eve 26. Juni 2008 um 21:00 Uhr

    @ihdl: ja, gute Ergänzung die Sacher der „geschlechtslosen“ Rollstuhlfahrer_innen. Ihre unisex Toilette führt den Rest ad absurdum.

    Auch ist mir noch eine Ergänzung eingefallen: Was ist mit der Zwischenlösung zwischen Pissoir und Sitzklo: der Stehtoilette (findet sich zB in Frankreich)?

  4. 4 ihdl 26. Juni 2008 um 22:36 Uhr

    wieso nicht einfach sitzklo für alle – funktioniert doch für jede_n? wobei… knieprobleme.. mhm. ich behaupte jetzt einfach mal ganz frankophob, dass sich die stehtoilette zu recht nicht durchgesetzt hat ;-)

  5. 5 Emuchan 26. Juni 2008 um 23:02 Uhr

    Unisextoiletten? Ganz schlechte Idee. Durch das fehlen von Pissoirs werden die meisten Männer also in so einer Kabine im stehen pinkeln und dann möcht ich mal wissen welche Frau sich dann auf so eine Klobrille setzen möchte.

  6. 6 cher 27. Juni 2008 um 10:11 Uhr

    Die Brille hochklappen wenn im Stehen gepinkelt werden muss/will soll helfen oder einfach treffen.
    Außerdem gibt es diese fantastischen Klos mit Desinfektionsmittel zum selber Brille abwischen.

  7. 7 Matze 27. Juni 2008 um 10:48 Uhr

    @cher: Es gibt sogar diese total fantastischen Klos die sich selbst nach Benutzen reinigen!

    Gruß,
    Matze

  8. 8 cher 27. Juni 2008 um 10:56 Uhr

    Ja, stimmt :) die hab ich vergessen.

  9. 9 cher 27. Juni 2008 um 11:02 Uhr

    Ja stimmt! :D

    Unisextoiletten würden einem auch an kleinen Imbissläden, den Gang durch unterirdische Labyrinthe ersparen, weil die zweite Toilette nicht mehr direkt ans Lokal passt.

  10. 10 laylah 27. Juni 2008 um 11:36 Uhr

    die erkenntnis, dass sich frauen auf öffentlichen toiletten üblicherweise nicht hinsetzen, scheint sich trotz charlotte roche noch nicht überall durchgesetzt zu haben..

  11. 11 bigmouth 27. Juni 2008 um 12:24 Uhr

    ich finde es auch total gut, pissoirs benutzen zu können. spart einiges an zeit

  12. 12 Lune 27. Juni 2008 um 13:13 Uhr

    http://www.pibella.com/ Die habe ich- sie rettet mich regelmäßig vor ekelhaften Zug Toiletten und anderen ekligen Stellen.
    Lustig ist was passiert wenn man Männern davon erzählt. Man könnte fast meinen sie leiden dann an pseudo-Penis Neid. :d

  13. 13 Judith 27. Juni 2008 um 13:58 Uhr

    also ich plädiere auf jeden fall für hockklos als öffentliche toiletten. sie sind hygienisch, unkompliziert zu reinigen und ganz klar unisex. billiger als selbstreinigende toiletten in der installation, in weiten teilen der welt (ganz asien inklusive mittlerer osten, oder?) erprobt. nur ob sie behindertengerecht sind, weiß ich nicht..

    pinkelhilfen für frauen find ich ehrlichgesagt etwas albern. wie als wäre der weibliche körper (im gegensatz zum überlegenen männlichen?) unzureichend geformt, elementaren bedürfnissen nachzugehen. so schwierig is es ja jetzt auch nicht eine klobrille n i c h t zu berühren.

    die sache mit dem geschlechtshomogenen (rückzugs-)raum, ja, da mag für manche schon ein anliegen sein.
    kann ich drauf verzichten, wenn ich dafür nicht immer in der längeren schlange anstehen müsste, oder schon so oft quer durch öffentliche gebäude (z.b. uni) gelaufen wäre um die „richtige“ toilette zu finden..
    abgesehen von dem transgender-thema – es stört mich, dass wickelmöglichkeiten in der regel in frauentoiletten untergebracht sind (hallo? es soll auch väter geben die mal mit kleinkindern alleine unterwegs sind..) – noch ein punkt für unisex-toiletten.

  14. 14 Lune 27. Juni 2008 um 14:21 Uhr

    „pinkelhilfen für frauen find ich ehrlichgesagt etwas albern. wie als wäre der weibliche körper (im gegensatz zum überlegenen männlichen?) unzureichend geformt, elementaren bedürfnissen nachzugehen. so schwierig is es ja jetzt auch nicht eine klobrille n i c h t zu berühren.“
    Klar ist es möglich sich drüber zu hocken. Aber ich habe es im Zug auch schon geschafft in einer Kurve zu ruckeln und eine kleine Schweinerei anzurichten. Abgesehen davon das ich die Stellung ziemlich unbequem finde.
    Es ist wirklich lässig sich einfach hinzustellen, nichts auszuziehen und loszulegen. Wenn ich keinen Penis habe muss ich ja nicht auf Bequemlichkeit verzichten.

  15. 15 Judith 27. Juni 2008 um 15:01 Uhr

    haha, statt die welt für alle geschlechter einzurichten, erklären wir ca. die hälfte der bevölkerung für organisch benachteiligt (?) und
    v e r k a u f e n diesen armen wesen pinkelhifen für 15 SF das stück (pibella), dann müssen sie nicht mehr so traurig sein, dass sie nicht norm=männer-gerecht funktionieren. ;-)

  16. 16 Lune 27. Juni 2008 um 15:09 Uhr

    Das hat doch nichts mit organisch benachteiligt zu tun.
    Es ist einfach praktisch. Verzichtest du auf deine Dusche nur weil du „organisch“ nicht in der Lage bist dich sauber zu lecken? ;-)
    Man kann sich übrigens zu Bestellungen zusammen tun, dann zahlt man nur 5 Euro pro Stück. Durchaus tragbar wenn man bedenkt das sie waschbar sind und praktisch nicht kaputt gehen können.

  17. 17 laylah 27. Juni 2008 um 18:18 Uhr

    judith, ich darf davon ausgehen, dass du weder binden noch tampons benutzt? lass doch frauen einfach selbst entscheiden! *-:)

  18. 18 Judith 27. Juni 2008 um 19:13 Uhr

    ok, ich beantworte eure bohrenden fragen gerne: ja, ich dusche mich und ja ich verwende tampons. dusche ich mich um mit den männern mitzuhalten? nein. verwende ich tampons als penisersatz? nein.
    ich will nur, dass sich die toilettenlandschaft mir anpasst und nicht ich mich der toilettenlandschaft.

  19. 19 aufmerksam gelesen 27. Juni 2008 um 19:53 Uhr

    Hallo!

    Ein ganz interessantes Thema. Eines vorweg: Ich = Transfrau. Ich für mich würde keine Toiletten verwenden, die für „meinereine“ sind, denn ich möchte doch bitteschön in Ruhe das Leben als Frau führen, fühle mich als solche und benutze auch Damentoilette. Punkt. Natürlich ist es in gewissen Szenelokalen etc so ziemlich egal, aber sowas an einer Hauptschule…? Nee das geht einfach nicht, das trauen sich soch wirklich nur die ganz harten.
    Persönlich bin ich absolut für Unisextoiletten. Warum? Während der Zeit, wo man mir meine Vergangenheit ansehen konnte habe ich, wie viele andere Trans* im übrigen auch, harte Erfahrungen gesammelt. Insbesondere die Frauen zeigen eine echt krasse Intoleranz sollte ein vemeindlich „fremdes“ Wesen deren Toilette benutzen (das Männer so ein Aufstand machen wenn mal ne Frau drauf geht habe ich in der gesamte langen Zeit nie erlebt). Ich mein, ich geh da rein, wirklich so weit weiblich etc wie möglich ohne schrill oder albern zu wirken (wie ich hoffe) – und dann kommen einfach Sprüche wie „du bist hier falsch“ bzw. auch mal von der Groschensammelndentoilettendame aufgehalten. Ist im übrigen auch bei Unitussen passiert wo ich längst geoutet war – „was willst du denn hier?! verlaufen!?“

    Im Gespräch mit anderen Trans*, auch die FzM, ist mir das irgendwie deutlich geworden, dass Frauen hier anscheinend mehr eine Art Revierkampf durchführen. Bei Männern oft eher eine „Don‘t Look don‘t touch“ Politik durchgeführt wurde (in Vergangenheit gab es viele Frauen die mir dort begegnet sind, vor allem wenn vor derem Örtchen ne super lange schlange war).

    Im übrigen finde ich nicht, dass Frauentoiletten hygienischer sind. Das möchte ich allen sagen, die meinen die Männer würden im stehen alles verunreinen – geht mal auf der Autobahn in beide toilettenhäuschen und stellt mal einen Vergleich an. Das ist echt super-eklich, wenn Frauen aus der Hocke auf der Klobrille nicht zielen können (aber verständlich wenns schon vorher so aussah, ich schließe mich nicht notwendigerweise aus ô.O) – und dann die gebrauchten Binden etc.

    Also Unisex-toiletten, am besten so ein besten nach japanischem Muster, wären gar nicht schlecht. Da kann man fast zwangsweise nicht danebentreffen, und durch den unisex nimmt man einfach überall den Zwang. Vor allem das Platzhirschverhalten auf den Toiletten ist ein bisschen blöd hierzulande. Eigentlich ist es nebensächlich, dass ich Trans* bin, ich gebs hier aber mal an, weil ich meine Erfahrung von GANZ früher, während der Wechseljahre, und heute präsentieren kann (wo es kein Problem mir ist).

    Naja :)
    Viele Grüße,
    N.

  20. 20 aufmerksam gelesen N. 27. Juni 2008 um 19:57 Uhr

    sorry wegen der ganzen Rechtschreibfehler :D war grad nicht 100% konzentriert und man sollte ja eher lesen bevor man schickt wenn man keine registrierung hat ;)

  21. 21 name 27. Juni 2008 um 22:32 Uhr

    Ich bin mir nicht sicher ob das wirklich ein „Revierkampf“ ist wenn Frauen darauf verweisen dass Männer die Damentoilette nicht benutzen dürfen (bei Transfrauen ist das was anderes, denke ich… da finde ich es in Ordnung,aber das sind in meinen Augen auch Frauen).
    Vielleicht geht es ja nur wenigen so aber ich hätte Probleme mit einer Unisex-Toilette, wenn es mehrere Kabinen nebeneinander sind in einem großen Raum (bei einer Einzelkabine wie im Zug wärs mir egal). Einfach weil ich mich da nicht so sicher fühlen würde. Ist natürlich nur ein Gefühl und hängt sicher auch mit einer gewissen Gewöhnung zusammen, aber mir ist so eine Geschlechtertrennung lieber.
    Naja, was Trans* angeht, klar ist das blöd, da wird man sicher angemacht wenn man nicht klar als ein bestimmtes Geschlecht erkennbar ist. Ob da spezifische Toiletten der richtige Weg sind, wird sich ja vielleicht zeigen. Aber für homosexuelle Menschen eine eigene Toilette wär doch sinnlos, oder? Dadurch hat man doch keine spezifischen körperlichen Merkmale…?

  22. 22 laylah 28. Juni 2008 um 1:27 Uhr

    judith, wenn du eine kulturelle errungenschaft wie diese pisshilfen praktisch (für dich) und theoretisch (für alle anderen) zurückweist, weil sie von frauen als „organisch benachteiligt“ ausgehen würden, ist das schon ein widerspruch, dann tampons zu benutzen – genau mit dem gleichen argument lehnen manche feministinnen diese nämlich ab: als menstruationsfeindlich, frausein als krankheit, bla. du könntest im namen der gleichberechtigung ja auch auf toilettenpapier verzichten, ich habe gehört, das ist bei männern nicht so wichtig. (schauder.)
    und was anpassung betrifft, bin ich mit dem status quo ganz glücklich, wenn ich ihn mit deinem vorschlag vergleiche, denn plumpsklos würden sicherlich genau gleich genutzt wie kloschüsseln (also stehend, von penis-, pibella- o.ä.-tragenden) und dadurch wahrscheinlich noch ekelhafter.. außerdem find ich die voll anstrengend.

    aufmerksam gelesen: damn, frauen sind so scheiße manchmal.. wie läuft das in japan? auf jeden, wenns extra trans* bzw. „other“ (!) toiletten gibt, ist das ja auch ne form von ausgrenzung.
    was du beschreibst, ist in meinen augen mal wieder ein paradebeispiel dafür, dass es in dieser gesellschaft keine angemessene lösung geben kann. denn so sehr deine argumente einleuchten, so unangenehm ist mir die vorstellung von unisex-toiletten. es gibt nunmal unterdrückung, und die lässt sich nicht per verordnung aufheben. toiletten sind halt auch rückzugsräume, und ich hätte in diesem fall tatsächlich mehr angst vor übergriffen. (es ist nicht nötig, dass hier erneut männer erklären, wie dumm und irrational das doch sei; fickt euch.) rechtschreibfehler sind egal und werden nur von leuten aufgegriffen, die keine argumente haben.

  23. 23 Different 28. Juni 2008 um 1:58 Uhr

    Sorry, aber wenn jemand übergrifflich werden will glaube ich nicht, dass er sich von dem Toilettenschild davon abbringen lassen wird.

  24. 24 Judith 28. Juni 2008 um 2:30 Uhr

    also laylah, du bist ja lustig! weil ich mich lieber ohne pinkelvorrichtung „erleichtere“, wird mir hier ,igittigitt, dann wäscht du dich wohl auch nicht, nimmst keine tampons und benutzt kein klopapier, entgegengebracht. also soo eklig ist pinkeln ohne dingens dann wohl auch nicht, oder? ;) allerdings muss ich zugeben, bin ich inzwischen echt neugierig geworden. wie groß ist diese dolle vorichtung eigentlich? und wie verstau ich die vor und nach dem gebrauch in meiner hosentasche? vielleicht is die frage echt, wie nervig man diese leichte hockhaltung über sitz- beziehungsweise die volle hocke über hockklos findet. gewohnheitssache wahrscheinlich und wohl der grund warum ich nicht so sehr auf der suche nach alternativen bin.
    dass mit der sache mit dem rückzugsraum is echt n punkt. auch wenn ich keine expizit schlechten erfahrungen mit uni-sex klos gemacht hab und ich im gegenteil mir schon öfters bei so einsamen raststätten-d a m e n klos der (jaha, zugegeben irrationale) gedanke gekommen ist „genau hier wartet vielleicht..“, weiß ich, denk ich, was du meinst.

  25. 25 laylah 28. Juni 2008 um 2:55 Uhr

    different: ganz tolle ansage. halts maul.
    judith: du drehst das jetzt einfach um. du wolltest nicht akzeptieren wolltest, dass frauen dieses ding nutzen, nicht: wir wollten nicht akzeptieren, dass du das nicht tust. aight? das mit dem hinterher-verstauen hab ich mich auch gefragt.. lune?

  26. 26 aufmerksam gelesen N. 28. Juni 2008 um 11:06 Uhr

    laylah: nja, diese Dinger in Japan haben einen Namen, aber der fällt mir grad nicht ein. Ich guck mal ob ich ein Bild finde, weil in beschreiben bin ich auf jeden Fall nicht besonders dolle :) Aber wenn du bei Google nach „öffentliche Toiletten“ suchst, dann kommst du auf einen Artikel der sich „Toiletten in Japan“ nennet von Wiki. Scroll mal runter, da gibts was was sich Stehtoilette nennt. Finde ich im Ansatz eigentlich gar nicht verkehrt, weil man sich ja mit den beinen links und rechts davon postiert.
    Frauen sind manchmal scheiße? klar ;) da kenne ich genug Beispiele für :D Allerdings gibts das überall, ich mache da kaum Unterschiede in Mann und Frau, sondern in Leute die Hirn benutzen, und Leute die gar nicht wissen wozu sies haben :D Manchmal gibts dann halt kleine und feine Unterschiede, wie in der Sache mit den Toiletten…tja Leben als solches ist halt hart :-S

  27. 27 Apfelsina 28. Juni 2008 um 11:59 Uhr

    Also ich finde die alte Einteilung Damenklo und Männerklo ok. Und ich finde auch gut, dass es im Damenklo Einzelkabinen gibt.

    Wie Männer im Pissuar dicht nebeneinandr stehend überhaupt pinkeln können, kann ich eh nicht nachvollziehen ;)

    In ein Loch im Boden pinkeln oder so, möchte ich nicht müssen. Für Frauen finde ich die altmodisch Klos ganz gut. Was die „anderen“ möchten – reicht die Auswahl M/W echt nicht aus? Dann müssten Sie halt ernsthafte Vorschläge an den richtigen Stellen anbringen?

  28. 28 aufmerksam gelesen N. 28. Juni 2008 um 12:22 Uhr

    Apfelsina: Klar – für zumindest 95% ist diese Einteilung passend, und was für 95% passt, muss man eigentlich nicht mehr groß in Frage stellen. Dass es für die anderen 5% weniger passt (Intersexuelle, Trans* oder andere) ist im Grunde kein Problem der Toilette, sondern eines der Gesellschaft.
    Da müsste in der Erziehung angesetzt werden. Aber da wiederum eine krass Mehrheit an den kulturellen Unterschied zwischem Mann und Frau glaubt, und zwar so innig, dass man ihn für biologisch gegeben hält (also ich rede jetzt nicht vom wirklich biologischen), wird da auch ziemlich wenig passieren.
    Es ist einfach so, dass die meisten es ja gar nicht wollen, dass gewisse Grenzen überschritten oder verwischt werden. Man sieht es ja auch hier. Es stiftet Verwirrung und Unsicherheit – und das ist durchaus nachvollziehbar. Und aufzwingen sollte man ein neues ungewolltes System eh niemand.
    Und ich denke ein solch intimer Ort wie die Geschäftsverrichtung ist der wohl schwierigste Ansatz was zu ändern. Man sollte da realistisch bleiben.

    ICh dachte ich spiegel mal meine Erfahrungen zu dem Thema wieder, schaden kann es ja nicht wenn man davon hört und eventuell den Horizont dadurch erweitern kann :) Zumindest damit meinen Nachfolger_innen unangenehme Erfahrung wie bei mir erspart bleiben..das wär schon ein Gewinn :)

  29. 29 benny 28. Juni 2008 um 14:19 Uhr

    Wie schön: mensch schiebt wieder alles auf das Elternhaus ab und schon ist der Konflikt vergessen. :-w
    Wie sitzt es sich eigentlich ohne Rückgrad? /:)

  30. 30 aufmerksam gelesen N. 28. Juni 2008 um 14:36 Uhr

    Benny – Weil ich Erziehung angesprochen hab? Das ist doch totaler Unsinn, gerade ich vergesse solche Konflikte doch nicht?! wie könnte ich, sie beinflussen mein Leben. Außerdem hat auch die Schule auch eine erzieherische Funktion.
    Wenn sich das jetzt auf das bezog was ich geschrieben habe, tätest du gut daran auch zu lesen was ich zuvor schrieb – ohne Rückgrat wäre ich heute nicht hier.
    Sorry, aber den Kommentar finde ich reichlich unfair…

  31. 31 dodo 28. Juni 2008 um 15:24 Uhr

    werim stehen pinkeln will als nicht-penis-traägerIn, kann das auch lernen (also die pinkelhilfe umgehen, wenn man sich damit nicht wohlfühlt). klappt nach bißchen übung ganz super!
    da gibts so einen online-workshop, aber das muß ich erst noch suchen…

  32. 32 benny 28. Juni 2008 um 20:45 Uhr

    -

  33. 33 benny 28. Juni 2008 um 20:49 Uhr

    @aufmerksam:
    Ich habe die ganze Seite gelesen; keine Sorge. Und der Kommentar war auch nicht gegen Dich persöhnlich gerichtet.
    Für mich hat diese getrennte-Toiletten-Geschichte sehr viel mit dem Konzept von zu separate but equal tun, auch wenn es nicht ganz das selbe ist. Aber so funktionieren doch Sexismus und Homophobie, oder? Allein schon der Gedanke an körperliche Gewalt reicht aus und wir geben klein bei! Sie müssen uns noch micht einmal drohen. Und das macht mich sauer.
    ( Und was die Erziehung angelangt – meines Erachtens kommt die Schule schon ihrem Bildungsauftrag schon nicht nach. Wenn ich mit Verantwortlichen diskutiere schieben die LehrerInnen die Schuld auf die Eltern und die Eltern die Schuld auf die LehrerInnen; deswegen reagier ich auf den Satz ‘Da müsste in der Erziehung angesetzt werden’ mitlerweile allergisch … )

  34. 34 laylah 28. Juni 2008 um 22:09 Uhr

    alter, das ist das internet. woher willst du wissen, wer in welcher form körperliche gewalt erlebt hat? wie arrogant bist du eigentlich? zum rest-blabla: wenn du „erziehung“ mit „elternhaus“ gleichsetzt, ist das dein fehler.

  35. 35 benny 28. Juni 2008 um 22:56 Uhr

    Stimmt.

  36. 36 Lune 29. Juni 2008 um 20:58 Uhr

    Das Problem wenn man ohne Pinkelhilfe im stehen punkeln will als Frau: Es strengt den Beckenbodenmuskel extrem an und man muss aprukt aufhören was auch nicht gut für ihn ist. In Notfällen sicherlich ok, aber nicht praktikabel für die Dauer.

    „wie groß ist diese dolle vorichtung eigentlich? und wie verstau ich die vor und nach dem gebrauch in meiner hosentasche?“

    Sie ist ungefähr so groß wie eine Fingerspanne und lässt sich entweder ein eine Tüte oder einen Stoffbeutel verstauen. (Tüte find ich nicht so toll. ;-) ) Nach der Benutzung trockne ich das Endstück das zwischen die Schamlippen kommt ab und am Ende des Tages stelle ich es kurz in kochendes Wasser.

  37. 37 der Klassensprecher von 1984 30. Juni 2008 um 1:13 Uhr

    Es strengt den Beckenbodenmuskel extrem an und man muss aprukt aufhören was auch nicht gut für ihn ist.

    Ist das wirklich so? Ich dachte, Muskelfasern bauen sich bei verstärkter Anstengung einfach auf?

    Für mehr trainierte Beckenbodenmuskeln! Yay!

  38. 38 laylah 30. Juni 2008 um 2:33 Uhr

    das war grad unglaublich dumm, klassensprecher. training, my ass.. (PUN INTENDED!) ernsthaft, sowas geht anders -> mehr cosmo lesen.

  39. 39 Judith 30. Juni 2008 um 10:38 Uhr

    bei http://pis.de.nr/ gibt’s ne anleitung.
    lune, hast du nen link oder eine idee warum es dem beckenbodenmuskel nicht gut tut sich extrem anzustrengen? beziehungsweise das abrupte aufhören nicht gut tut? das versteh ich noch nicht ganz.

  40. 40 anonymous 30. Juni 2008 um 12:09 Uhr

    Ich habe auch schon öfter davon gehört, dass es für den Beckenboden nicht gut wäre, den Harnstrahl willkürlich zu unterbrechen. Im Bezug auf Beckenbodentraining wird meistens davon abgeraten. Die Gründe für diese Empfehlung kenne ich aber auch nicht…

  41. 41 st_eve 30. Juni 2008 um 13:53 Uhr

    @dodo: bei stand2pee.de gibts auch ne stehpinkel-ohne-hilfe-anleitung.

    @all: danke auch nochmal für die ergänzungen (v.a. 2 punke sind mir wichtig: „wickeltisch“ und „räumlich als ‚anders‘ markiert werden – wobei auch 2-geschlechtliche-toiletten mrkierungen vornehmen, allerdings in der regel wohl eher in einer normalisierenden nicht in einer exkludierenden logik). irgendwie auch ganz schön, dass man auf über 40 kommentare kommen kann, ohne derbe beleidigungen, antifeminismen und dergleichen :x ob’s am thema liegt? wobei mir jede erklärung die ich mir zurecht bastele eher fadenscheinig vorkommt. however.

  42. 42 Lune 30. Juni 2008 um 22:00 Uhr

    Also mir wurde das mehrmals von verschiedenen Seiten bestätigt, eine Handfeste Quelle kann ich leider nicht angeben. Aber es waren auch Ärztinnen dabei. ;)
    Es hat damit zu tun das die Blase dann nicht mehr weiß wann sie vollständig geleert ist und es deswegen zu einer höheren Warscheinlichkeit für Inkontinenz kommt.

  43. 43 flawed 01. Juli 2008 um 14:05 Uhr

    @different: mal bedacht, dass manche übergriffige Situationen dann entstehen, wenn mehrere Männer und eine Frau zusammentreffen?

  44. 44 mensch im mohn 03. Juli 2008 um 1:07 Uhr

    Zur Problematik „unisex-Toiletten oder für verschiedene Gruppen getrennt“ gab es auf dem JugendUmweltKongress einen Lösungsvorschlag namens Duschampel: www.projektwerkstatt.de/gender/texte/duschampel.html
    Wie der Name schon sagt, ging es um getrennte Duchen/Duschzeiten, aber sowas lässt sich vielleicht auch auf Toiletten anwenden?

    @laylah: Ich habe deine letzten Kommentare an different, benny und den klassensprecher von 1984 erstens als sehr harsch im Ton wahrgenommen und zweitens jeweils nicht verstanden, was du kritisierst. Ich fänds gut, wenn du beim Verfassen deiner Beiträge mehr auf Verständlichkeit und einen weniger beleidigenden Ton („halts maul“, „arrogant“, „unglaublich dumm“) achten könntest.

  45. 45 Difficult is Easy 03. Juli 2008 um 1:55 Uhr

    @mensch im mohn:
    getrennte klozeiten, das wär ja voll klug! alle geraden stunden dürfen frauen und alle ungeraden männer (diese aufteilung verstehen alle intuitiv!), wobei 0 uhr als 24 uhr gezählt wird. und wer auf den rand pinkelt wird an die tafel geschrieben und bekommt einen tag kloverbot.

  46. 46 laylah 03. Juli 2008 um 18:30 Uhr

    diffi: nee, frauen dürfen öfter, die haben kleinere blase, sonst is voll unfair! und manche menstruieren auch, und makeup auffrischen müssen frauen auch mehr! immerhin: wenns ums koksen-gehen geht, sind unisex-toiletten längst realität. fortschrittlich!
    mensch im mohn: wenn du mal auf den inhalt statt nur auf die form der postings achten würdest, fiele dir vielleicht auf, dass die von dir genannten personen äußerst respektlose sachen gesagt und sich damit die sprüche redlich verdient haben.

  47. 47 unGeDuLdig 03. Juli 2008 um 19:30 Uhr

    Es ist wohl zu empfehlen, sich vor dem Besuch von manchen Jugendkongressen und Ladyfesten gründlich auszuscheissen, um sich nicht mit schmerzenden Gedärmen vor einer gender-Ampel-Warteschlange winden zu müssen, misstrauisch von der Identitätspolizei beäugt. Oder mensch schlägt sich im Schutz der Dunkelheit in die Büsche (ökobewusst), bricht fäkal in den Heizungskeller ein (subversiv) oder – für die hardcores – macht aus der Notdurft ein antilookistisches Hermann-Nitsch-Revival.

    Doch Ironie beiseite: Ich fand das Klo bei Ally McBeal eigentlich immer ganz sympathisch, die Turnerei, die Show-Acts, und ganz besonders der geheime Rückzugsraum von John Cage, einschliesslich der Spülfernbedienung. Wickeln und Koksen wurde m.W. nicht praktiziert, wäre aber wohl leicht einzurichten gewesen. Ein gemeinsamer, grosser Raum, wo jede/r ihr/sein Geschäft in der Abgeschlossenheit der Einzelkabine verrichtet.

    Der naheliegendste Einwand: Es wurde hier davon geredet, dass ein Frauenklo auch ein Rückzugsraum sein kann, der vom Patriarchat nicht penetriert wird. In der Realität von Grossbüros und öffentlichen Einrichtungen ist das nicht zu bestreiten, doch das Argument hat seine Tücken. Nicht nur, dass m und w sich nicht so sauber auseinandersortieren lassen, es symbolisiert auch die faktische Anerkennung der Machtverhältnisse ausserhalb des Klos, den Rückzug ins nichtöffentliche, private und erinnert fatal an die Bildung von Biotopen, die die Geschichte der Linken, Frauen- und Schwulenbewegung kennzeichnet bzw. die Geschichte ihrer Niederlagen. Kommt es nicht darauf an, den öffentlichen Raum zu erobern?

  48. 48 mensch im mohn 03. Juli 2008 um 19:56 Uhr

    Äh, ich glaube, ich wurde missverstanden. Bei dem verlinkten Text ging es um *Alternativen zu* festgelegten getrennten Duschzeiten. Dabei definiert die Person, die gerade die Duschräume benutzt, wer mit rein kann (z.B. nur „Männer“, alle, keineR weiter, nur wer schön singt etc.) Wenn sie wieder draußen ist, wird die Anzeige dem aktuellen Bedürfnisstand angeglichen.

    @laylah: Ich habe versucht nachzuvollziehen, was du an den Postings kritisierst, habe aber hauptsächlich verstanden, dass du sie schlecht findest und nur eine Ahnung davon bekommen, warum. Außerdem finde ich nicht, dass respektlose Aussagen automatisch beleidigende Sprüche verdient haben. Sprüche vielleicht, aber mit Erklärung wofür. Woher sollen es die Kritisierten (und Mitleser_innen) sonst wissen?

  49. 49 laylah 03. Juli 2008 um 20:15 Uhr

    mensch im mohn, dann mach ich mir mal die mühe: bei different hat mich genervt, dass er nach meinem „es ist nicht nötig, dass hier erneut männer erklären, wie dumm und irrational das doch sei; fickt euch.“ erstmal GENAU DAS tun musste. benny hat unglaublich ignorant aufmerksam angepisst mit der aussage, sie habe kein rückgrat (nachdem sie das krasse gegenteil eindrücklich geschildert hatte). und klassensprecher denkt, er provoziert hier, indem er auf ihr-seid-alle-lustfeindlich macht.
    ungeduldig: wenn ich sowieso ständig gezwungen bin, zu kämpfen (oder halt klein beizugeben), hab ich das recht (umgangssprachlich gemeint, bitte keine altklugen sprüche) auf rückzugsorte, period.

  50. 50 unGeDuLdig 03. Juli 2008 um 21:59 Uhr

    @laylah

    Das mit dem Rückzugsort hat ja seine Richtigkeit. Doch jede Festung ist auch ein potentielles Gefängnis, ein selbstgewähltes Exil. In der Sprache der Guerrilla ausgedrückt, ist es notwendig, den Kampf zum Feind zu tragen und sich nicht allzusehr über gewonnene Freiräume zu freuen, sondern sie als Ausgangsbasis zu nutzen. Gestatte mir den Traum von einer Welt, in der die sexistischen Arschlöcher ihrerseits gezwungen sind, sich Schutzräume zu schaffen, weil sie im öffentlichen Raum kein Bein mehr auf den Boden kriegen.

    Das soll natürlich niemandem sein/ihr Freiraum/B-Haus/Entgendertes Klo madig machen. Nur: Sobald ein Projekt statisch wird und nicht mehr dynamisch nach aussen wirkt, lädt es sich mit frustrierter Ideologie auf – das gilt auch für die Toilette. Im schlimmsten Fall wird aus einer Enklave der Selbstbestimmung ein Ort grösserer Bevormundung. Wenn ich hier von gender-Selektion und Ampelsystem lese, werde ich halt ein bisschen nervös.

    Es kommen auch Erinnerungen an die Hafenstrasse u.A. hoch, wo der Gang zum Klo ängstlicheren Gemütern wie mir zum Problem wurde. Stand doch in grossen Buchstaben an den Türen geschrieben: „Setz‘ Dich drauf, sonst liegst Du drin!“ Und – ichschwör! – es wurde des öfteren die Türe aufgerissen, um den Vollzug der Anweisung zu beobachten. Passend dazu gab es auf der Hafen einen als Fotzenbunker bezeichneten „Freiraum“ für Frauen, der angesichts mancher Vorfälle seine Berechtigung, aber eben auch die besagte Statik hatte. Vielleicht hatte ich vom Zeitpunkt her Pech, aber atmosphärisch wirkte das alles wie Moskau in den 30ern.

    Es gäbe noch das Problem zu bedenken, dass die Toilette ein Ort ist, der bei vielen aufgrund der Reinlichkeitserziehung und teilweise terrorisierender Schulerlebnisse ohnehin Neurosenbehaftet ist. Wo sonst ist mensch so auf seine Schambereiche, seine Geschlechtsidentität, seine körperlichen Bedürfnisse reduziert? Das heisst, dass jeder noch so gut gemeinte Versuch, Freiheit herzustellen, zwangsläufig an die Unfreiheit stösst, die jede/r Klobesucher mitbringt. Vorschriften und ungeschriebene Gesetze gibt es anderswo schon genug, ich plädiere lieber für eine behutsame Anarchisierung des stillen Ortes.

  51. 51 Difficult is Easy 03. Juli 2008 um 22:11 Uhr

    @laylah:

    …, period.

    pun intended?

  52. 52 Different 04. Juli 2008 um 0:13 Uhr

    „bei different hat mich genervt, dass er nach meinem “es ist nicht nötig, dass hier erneut männer erklären, wie dumm und irrational das doch sei; fickt euch.” erstmal GENAU DAS tun musste.“

    Ich hab nicht irgendetwas als dumm oder irrational bezeichnet. Ich habe auch nicht behauptet, dass du gefälligst nur zu Hause Angst haben darfst weil die Statistik dort die größte Gefahr sieht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Frauen auch in Frauentoiletten angegriffen werden (wurde mir zumindest schon von berichtet), was ja auch nicht verwunderlich ist, wie schon angedeutet, ich glaube nicht, dass jemand der gerne Frauen angrapscht oder schlimmeres, sich nun unbedingt davon abhalten lässt, dass da „Damen“ an der Tür steht. Ich bin dabei zugegeben von einer 1:1 Situation ausgegangen, was natürlich nicht immer der Fall ist. Trotzdem finde ich nicht unbedingt, dass dieses Argument die Vorteile einer Unisex-Toilette, vor allem eben für Transsexuelle, Transgender etc., aufhebt.

    Davon abgesehen frage ich mich, ob Laylah denn das Argument „wie dumm und irrational das sei“ anders bewerten würde, wenn es nicht von „Männern“ genannt würde.

  53. 53 yasmeen 05. Juli 2008 um 9:43 Uhr

    zur fusionella und ähnlichen mitteln zum stehpinkeln noch einen punkt von mir:
    es revolutioniert das tanzengehen! als passionierte tanzenimfreien-gängerin (wo es nie klos gibt) habe ich dadurch viel größere freiheiten. diese rinne erspart mir so einige blöde und gruselige situationen, wenn ich auf der suche nach einem geeigneten ort bzw. beim hinhocken war.
    oder auf der fusion die möglichkeit die ekligen klos zu meiden und keine stunden davor zu warten.(auf der fusion wurden die dinger übrigens umsonst verteilt und waren sehr beliebt)

  54. 54 Nichtidentisches 05. Juli 2008 um 19:40 Uhr

    Na lecker. Jetzt pissen nicht nur die Männer die Unisextoiletten in der deutschen Bahn voll, dass der Urinstein nur so von den Wänden blinkt, sondern auch noch Feministinnen. Verstehen kann man das nur zu gut, wenn einer anfängt, will sich ja danach niemand mehr hinsetzen.
    Nur, wann kommen feministische Frauen endlich auf die kluge Idee, die Forderung nach Pissoirs und Männertoiletten in Zügen zu erheben? Nur so aus Selbstschutz. Nicht getrennte Toiletten sind Diskriminierung, sondern Unisex-Toiletten.
    Wiederum eine Feministin erklärte mir übrigens im Vertrauen, dass Frauen trotz Sitzpisserei nicht sauberere Toiletten hinterlassen würden. Ich jedoch weiß aus Erfahrung: Sitzpissen lohnt, ist gemütlicher und man kann dabei lesen.

  55. 55 laylah 07. Juli 2008 um 1:38 Uhr

    different: wieso ist der letzte abschnitt in der dritten person? wirkt ja ziemlich asi. nein, das würde sie nicht.
    dass mein „argument“ die vorteile einer unisex-toilette aufhebt, habe ich nicht behauptet. ich hab darauf eh keinen einfluss, und wenn, würd ich mit sicherheit nicht einfach meinen scheiß durchsetzen.
    ungeduldig: festung, gefängnis, exil? mein gott, es geht hier um *toiletten*. ich kenne keine hafenstraße. ja, ich gestatte dir den traum. während du träumst, schlag ich mich dann mit den real existierenden arschlöchern rum, ok? cool.
    diffi: nee, sowas mach ich nich, das nervt und stört beim sex. aber gut gemerkt.

  56. 56 unGeDuLdig 07. Juli 2008 um 7:07 Uhr

    @laylah

    Das (hoffentlich erfolgreiche) Herumschlagen mit den real existierenden Arschlöchern bleibt eben nur ein Scheisshaustraum, wenn nach „sicheren“ Rückzugsorten geschielt wird. Es geht hier nur um die Toilette, das ist mir schon klar. Aber die Denkmuster, die zur Entstehung von miefigen „Freiräumen“ auch anderswo beitragen, sind ganz gut zu sehen. Mir fällt leider keine Zauberformel ein, mit der sich verhindern lässt, dass eine irgendwann gewonnene Errungenschaft nicht in ihr repressives Gegenteil umschlägt. Die Klofrage ist dabei wohl nicht das geeignete Gebiet, darüber nachzudenken, also lasse ich es erstmal.

  57. 57 laylah 07. Juli 2008 um 9:32 Uhr

    das herumschlagen bleibt ein traum? du meinst den erfolg desselben, oder? was ist denn das für ein krieg ohne rückzugsmöglichkeit? stalingrad oder was?

  58. 58 unGeDuLdig 07. Juli 2008 um 17:06 Uhr

    @laylah

    Hm, guter Einwand. In Stalingrad war wohl der Fehler (der aus dem Wahnsinn des ganzen Unternehmens entsprang), dass ein zur Festung erklärter Frontabschnitt um absolut jeden Preis zu halten versucht wurde, weil dem Mann mit dem kleinen Bart die Symbolik wichtiger als militärische Logik war. Aber ich will nicht komplett off-topic gehen.

    Wie gesagt, Rückzugs- und Freiräume haben ja ihre Notwendigkeit, aber auch ihre Tücke. Sie können sogar zum willkommenen Ventil einer repressiven Gesellschaft werden, so wie es der tendenziell anarchische Karneval für viele ist.

  59. 59 laylah 07. Juli 2008 um 18:54 Uhr

    dann hast du ja gar keine kritik.

  60. 60 unGeDuLdig 07. Juli 2008 um 22:16 Uhr

    @laylah

    Eher Einwände und Zweifel als eine Kritik, die den Namen verdient. Mehr als intellektuelle talking points melden sich bei mir sowas wie Anarcho-Instinkte, wenn z.B. aus der Klodualität nach traditioneller gender policy eine Vervielfachung des Schubladensystems wird. Erinnert mich an die immer länger werdende Buchstabenliste, die aus LBG wurde, oder an die russischen Puppen, die immer kleiner werden. Vielleicht bin ich bescheuert, aber nach Freiheit riecht das nicht, sondern nach Erweiterung des Katalogs.

    Und dann dieses Bedürfnis (nicht bei Dir), selbst den Gang zum Balken durchzuregeln. Was ist bloss aus „Do What You Want And Harm No One“ geworden? Und wie war das mit „Verschiedensein ohne Angst“? Weil mir der Versuch, Gemeinschaft ohne Unterdrückung herzustellen, so am Herzen liegt, macht mich eben auch Deine Idee vom Rückzug aufs Frauenklo nicht ganz glücklich, auch wenn es gute Gründe haben kann. Dabei denke ich weniger an das Klo selbst, als an die Tendenz der emanzipatorischen Projekte, sich in ihren kleinen, oft miefigen Enklaven von der Gesellschaft abzukapseln und manchmal zu gefährlichen Sekten zu werden, die mehr von der gesellschaftlichen Repression wiederspiegeln, als sie wahrhaben wollen. Und ja, ich weiss, das ist ein totaler Film von mir, der aus einem banalen Scheisshaus gleich ein neues Pol-Pot-Regime macht. Es ist eher mein Unbehagen an einer Tendenz, keine glasklare Kritik. Sorry for that.

  61. 61 laylah 08. Juli 2008 um 12:38 Uhr

    das hab ich schon verstanden. ich halt auch nicht viel von son projekten. was du jetzt ausblendest, ist, dass der gang zum „balken“ (wtf?) ja längst durchgeregelt ist: es gibt frauen- und männerklos. und das sollte man halt kritisieren, auch wenns nur als beispiel dient, aufzuzeigen, wohin die geschlechterbinarität führt (s. aufmerksam gelesen).

  62. 62 Tim 10. Juli 2008 um 10:02 Uhr

    Mein ideale öffentliche Unisex-Toilette hätte neben Kabinen idealerweise auch noch (Unisex)-Urinale, z.B. mit Sichtblenden und eventuell auch noch räumlich leicht abgetrennt. Der Geschwindigkeitsvorteil ist meines Erachtens nicht zu unterschätzen; auf den dadurch entstehenden Komfort würde ich ungern verzichten wollen.

    Allerdings scheint dieses hier eher ungern gesehen zu werden, oder verstehe ich euch falsch?

  63. 63 Peter 13. Juli 2008 um 0:04 Uhr

    Wir sollten an dieser Stelle innehalten und Mr. Dixie huldigen, der (oder war es Mrs/Ms Dixie?) die Dixie-Klos als ersten gnadenlos Unisex orientierten Bedürfnisort entwickelt hat. Sogar mit integriertem, auch von Frauen nutzbaren Pissoir (OK, gelenkig sollte sie schon sein…). Und auch für Transgender aller Colour verwendbar. Nur an der Rolli-kompatibilität muss Dixie noch etwas arbeiten. :-?

    Übrigens, Hinweis an die Autorin: Männerklos haben auch Einzelkabinen ;) Und gegen Hygiene-Vorbehalte bei der Nutzung der Klobrille hat es sich bewährt, Klopapier auf die Brille zu legen. Damit vermeidet man den Hautkontakt mit dieser zu 99% und muss nicht in die Skifahrer-Position gehen.

    Zum Thema geschlechtshomogener Rückzugsraum: Ist diese indifferente Angst der Frauen vor Männern eigentlich Mehrheitsmeinung unter Frauen? Wenn ja, dann steht einem Gleichberechtigten Zusammenleben allerdings weit mehr im Wege als nur die Toilettenfrage.

  64. 64 illith 13. Juli 2008 um 0:56 Uhr

    vlt kann mir mal wer erklären, was diese klobrillen-panik genau bedingt? also klar, wenn die vollgepisst ist oder schlimmeres, will man sich da natürlich nicht draufsetzen. aber sonst? da hat doch nur etwas oberschenkelhaut kontakt, was für krankheiten soll man sich denn da zuziehen?? sind ja keine schleimhäute und nix im spiel! hab das nie verstanden….

    ansonsten: is ja abgefahren, was es alles gibt @stehpinkel-hilfe für frauen^^° ich kannte da (nicht aus der praxis) bisher nur diese kaffeefilter-artigen papiertrichter :D

  65. 65 bigmouth 13. Juli 2008 um 12:49 Uhr

    hygiene-ängste sind oft sehr irrational, da oft frühkindlich angelegt, nicht durch argumente, sondern durch eingetrichterte emotionen („das ist bäh“). dann ist irgendwie klo bäh, die leute denken nicht wirklich drüber nach, wieso, und welche sachen nu hygenisch das problem sind. die türklinke zum waschraum ist wahrscheinlich viel gefährlicher als die klobrille

  66. 66 laylah 13. Juli 2008 um 13:18 Uhr

    wenn man sich überall draufsetzt, setzt man sich leider öfter auf nen tropfen, den man übersehen hat. das ist bäh. nix krankheiten. und vorher abwischen dauert halt länger als nich hinsetzen.

  67. 67 bigmouth 13. Juli 2008 um 17:39 Uhr

    aber die tropfen kommen doch whrsch daher, dass sich schon vorher jemand nicht hingesetzt hat, oder? kenntnisse meinerseits, wie einfach frauen bei normaler nutzung auf den sitz pinkeln, sind nicht vorhanden…

  68. 68 illith 13. Juli 2008 um 18:00 Uhr

    psst: beim aufstehen zb ;)

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