Mit Geschlechterklischees zum Besucherrekord

Und wieder tut sich neues an der Geschlechterklischeefront, zuletzt würden wir ja durch den erfolgreichen Kinofilm „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ auf die kleinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam gemacht.
Und jetzt kommt der nächste „Knaller“, Mario Barth erreicht mit seiner Tour „Männer sind primitiv aber glücklich“ eine für einen Comedian noch nie dagewesene Besucherzahl, man spricht sogar von einem Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde. Anscheinend wollen sich ca. 70.000 Menschen im Berliner Olympiastadion mit alten Stereotypen berieseln lassen. Erstaunlicherweise verfolgten davor schon 1,6 Millionen Menschen das gleiche Szenario.

Barth „brilliert“ bei seinen Auftritten mit Sprüchen wie

Wenn Frauen aufs Klo müssen, dann müssen sie JETZT. Wenn ein Mann auf die Toilette muss, kann er noch von hier bis nach München fahren und sich dann überlegen: Ach, ein Pils nimmste noch!

oder

Frauen denken um 16 Ecken, während wir Männer teilweise noch nicht mal bis 16 zählen können! Wir Männer sind halt einfach viel direkter.

Na dann!


16 Antworten auf “Mit Geschlechterklischees zum Besucherrekord”


  1. 1 hn 08. Juli 2008 um 17:20 Uhr

    wer heute noch nichts gegessen hat kann sich den müll auch in voller länge online anhören: bei last.fm
    Ich frage mich, wie von allen mieserablen „comedians“ die dieses humorlose land je hervorgebracht hat ausgerechnet der unfähigste von allen so erfolgreich werden konnte… ich meine, man könnte die inhalte ja noch damit erklären, dass er harald-schmidtesk sein publikum hasst&verachtet und ihnen einfach vorwirft was sie hören wollen. aber dass er sogar zu unfähig ist seine reihe von flachwitzen angemessen vorzutragen — er fängt ernsthaft auch beim wohl tausendsten vortrag noch 30s vor dem, was sich in einigen millionen jahren wohl mal zur „Pointe“ entwickeln dürfte, das lachen anfängt. Der mann ist derart bescheuert, der lacht über seine eigenen witze, selbst wenn er sie zum wiederholtesten male erzählt. Unvorstellbar. Damit kann man den Fall eigentlich abschließen, dem Herrn ist nicht zu helfen, glücklicherweise ist sein Publikum so blöd viel Merchadising zu kaufen, sodass man sie schon aus der Ferne erkennt (viele Frauen dabei, *das* ist der wirklich gruslige Aspekt.)

  2. 2 Cher 09. Juli 2008 um 11:47 Uhr

    „Ich frage mich, wie von allen mieserablen “comedians” die dieses humorlose land je hervorgebracht hat ausgerechnet der unfähigste von allen so erfolgreich werden konnte“

    Blinde und einäugige Könige. Wobei hier der allerblindeste König ist.

    Ne Freundin von mir hat sich auch dieses bekloppte Buch von ihm gekauft, mit dem Geld hätte man gut die Eintrittskarte ins „Witze die auf steinalten Klischees beruhen“ Museum bezahlen können. Steht gleich neben dem „die unlustigsten Komödien aus Deutschland (also alle)“ Kino.

    Buh, ganz dickes Buh.

  3. 3 Johanna 09. Juli 2008 um 15:20 Uhr

    Ich könnte auch jedes mal nur kotzen, wenn ich den nur sehe!!!! Ich finde das Phänomen, dass so viele Leute sich diesen Scheiss live und für Geld reinziehen, sollte als Weltwunder in die Geschichte eingehen. Ich frage mich aus welchen Löchern die alle gekrochen kommen. Also ich kenne niemanden, der den mag.

  4. 4 Jochen 10. Juli 2008 um 1:28 Uhr

    Der Mann hat Erfolg, weil sich die Leute wiedererkennen können.

    Männer wie Frauen. Weil die Leute genug davon haben, die dauernde Propaganda von der Gleichheit der Geschlechter zu hören, wie sie täglich von den Medien bis zum Ministerium von Frau Leyen auf sie einprasselt.

    Sie haben genug von den Lügen und wollen einfach mal lachen. Über sich selbst und das andere Geschlecht. Nicht viel anders als in der DDR, wo irgendwann auch allen die Indoktrination zuviel wurde.

  5. 5 cher 10. Juli 2008 um 11:20 Uhr

    Aus welchem Hirnloscamp bist du denn ausgebrochen?
    Ich kann mich in dem nicht wiedererkennen und da wird es wohl vielen so gehen.

    Irgendjemand muss mir unbedingt die Unmengen an Propaganda zeigen, die entgeht mir neben all dem uuuunglaublich wichtigen Gossipscheiß wohl.

    Lügen?
    Wie bist du denn drauf, hältst du es allen ernstes für genetisch bedingt das Frauen angeblich ständig Schuhe kaufen?
    Und vergleichst du wirklich ein totalitäres System mit dem Wunsch nach Gleichberechtigung?

  6. 6 leonie 10. Juli 2008 um 11:37 Uhr

    @Jochen: du bist hier „leider“ auf einem feministischen Blog gelandet,deshalb will sich hier auch keiner dein steinzeitliches, schwachsinniges Gelaber von der Ungleichheit der Geschlechter anhören.
    Verbring doch deine Zeit lieber auf Mario Barth Shows oder allein in deiner Höhle um zuzuschauen, wie die Welt da draußen sich langsam verändert und Männern und Frauen ermöglicht wird sich jeseits von Schwachsinnigen Geschlechterklischees zu bewegen!!
    Auf deine Komentare können wir dabei gerne und werden wir auch gerne verzichten..

  7. 7 Judith 10. Juli 2008 um 12:12 Uhr

    lasst ihn doch, den armen. ;)
    immerhin ist es wirklich interessant sich zu überlegen, warum jemand wie mario barth sogut ankommt. ich denke es ist wirklich so ein bisschen sentimentalität und nostalgie gegenüber der guten alten zeit, als die spielregeln eindeutiger waren, als die welt noch nicht so schrecklich verwirrend und widersprüchlich war. außerdem habe ich immer das gefühl, dass individuelle probleme mit dem partner einfach viel bequemer zu ertragen sind, wenn man so eine „männer/frauen sind halt so“ haltung an den tag legt. ansonsten müsste man sich ja überlegen, etwas an der beziehung zu ändern, den idioten zu verlassen oder überhaupt seine eigenen entscheidungen im leben zu hinterfragen. wie anstrengend.

  8. 8 t 10. Juli 2008 um 13:09 Uhr

    über witze wie die von mario bath habe ich vielleicht in der 4. klasse mal gelacht. weil ich es damals nicht besser wusste. mittlerweile habe ich einen sinn für humor. ich finde es erschreckend, dass man mit dummen sprüchen soviel publikum anzieht, und noch erschreckender ist, dass das publikum diese sprüche glaubt! ich denke, dass die gründe in schlechter allgemeinbildung und (leider!) viel zu wenig aufklärung! die gesellschaft kann nie aufgeklärt genug sein, aber ich habe das gefühl, dass viele leute denken, wenn sie probleme nicht sehen, dann gibt es sie nicht und man muss sie nicht bekämpfen.. während ein teil unserer gesellschaft unglaublich emanzipiert lebt, verdummt der andere teil zusehends und beweihräuchert sich selbst in shows wie der von mario barth.. hinzu kommt eine übersättigung an medien und somit ein informationsüberdruss der menschen, sodass sie nicht gewillt sind selber nachzudenken (oder so).. ich hoffe die menschen wachen rechtzeitig auf aus dieser trägheit!

  9. 9 Emuchan 10. Juli 2008 um 15:54 Uhr

    Vielleicht gehen die Leute auch einfach hin weil es lustig ist und man nicht alles todernst sehen muss.

  10. 10 Michel 11. Juli 2008 um 9:00 Uhr

    Typen wie Barth, die freiwillig zu Kerner in die Talkshow gehen, haben auch ein ziemlich flaches, profilloses Publikum. Schaut man mal über den Tellerrand weg, stellt man fest, dass genau DAS für Umsatz sorgt; je geistloser, desto besser – so ähnlich wie Ballermann-6-Musik und die Volksmusik-Charts.
    Natürlich sind die Menschen unterschiedlich und die überwiegende Mehrheit wird genau DAS toll finden, eben weil sie nicht alles so tierisch ernst nehmen, sondern Spaß haben wollen. Diesen Mitmenschen unterstell ich ja nicht mal Verblödung oder so, vielleicht beneide ich sie sogar. Oder es liegt daran, dass ich den Typen noch nie leiden konnte und er auch noch behauptet, dass (wir) Männer einfach sind. Selbst das ist schwachsinn, ich bin nämlich ziemlich kompliziert – meinen Frau und Tochter :-)

  11. 11 leonie 11. Juli 2008 um 11:12 Uhr

    Das Problem ist meiner Meinung nach, dass alte Stereotype aufrechterhalten werden. Wahrscheinlich sind es Mario Barth Fans, die zu Eva Hermann sagen „Ja natürlich übertreibt sie, aber sie hat schon ein bißchen Recht“.
    Man sollte sich aber wirklich bewusst sein, dass durch diese Stereotype, das Leben fast aller beeinflusst wird, Frau ist/soll sein, Mann ist/soll sein.
    Da geht es einfach um gesellschaftliche Normen und um frühkindliche Erziehung, hin zu den „richtigen“ Verhalten, welches leider nicht Charakter-abhänig, sondern Geschlechts-abhänig ist.

    Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es. Kein biologisches, psychisches, wirtschaftliches Schicksal bestimmt die Gestalt, die das weibliche Menschenwesen im Schoß der Gesellschaft animmt. Die Gesamtheit der Zivilisation gestaltet dieses Zwichenprodukt zwischen dem Mann und den Kastraten, das man Weib bezeichnet.

    Simone de Beauvoir 1949

  12. 12 Emuchan 11. Juli 2008 um 12:24 Uhr

    Um mal wieder auf das Reimer experiment zu verweisen^^

  13. 13 kopfschmerzen 11. Juli 2008 um 13:22 Uhr

    „mal wieder“ – das trifft’s. Andere Beispiele zur Untermauerung der „we are BORN that way“ – Philosophie gibt es ja offenbar nicht, dafür tausende Gegenbeispiele.

  14. 14 Rebecca 01. August 2008 um 2:24 Uhr

    Ich rall es auch nicht ,was mann/frau an so nem sch… lustig finden,ewig dieses rumgereite auf die unterschiede ,übertriebene darstellung weiblicher und männlicher sterotypischen verhaltensweisen,soweit ,dass frau meint nur Frau zu sein wenn sie nen Schuhtick hat,vor dem bumsen sich mit Lippenstift zukleistert. derart niveaulos wo da der witz ist??? keine ahnung ,aber voll der hammer dass er da ein nerv trifft und viele sich wohl auch irgendwie mit unsinnigen sterotypischen bildern identifizieren können. Ich finds heftig weil ich mich der humor nicht im entferntesten tangiert und ich mich nirgends wieder finden kann ..ich sag dazu nur ein glück…weil ich diese leute echt nicht beneide;)

  15. 15 RC 09. August 2008 um 17:25 Uhr

    70.000 Menschen haben sich das angesehen? Ist doch egal? 82 Millionen Menschen haben wir im Land. Das macht dann gerade mal 0,087804878048780487804878048780488% unserer Bevölkerung aus. Das ist doch gar nichts?
    Wenn ihr es nicht mögt, verhaltet ihr euch doch schon genau richtig. Sein Zeug nicht gucken und das Buch nicht kaufen.
    Ich kannte den Kerl nicht mal. Meiner Einschätzung nach also nicht sonderlich „prominent“.

  16. 16 meiner 20. August 2008 um 21:45 Uhr

    Ich glaub die Menschen sind einfach verunsichert. Wer oder was Sie sind. Wohin sie gehen, was sie definiert. Da sind Geschlechterklischees hilfreich. Einfach zu bestimmen, eindeutige Abgrenzung. Man ist echt schwierig Mann zu sein. Frau auch?
    MfG

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