sexual assault bingo

Noch ein Bingo. Dieses hier macht aber nicht so viel Spaß – irgendwie hat es was deprimierendes.

Größeres Bild gibts hier.

Via Antigone Magazine


5 Antworten auf “sexual assault bingo”


  1. 1 Judith 10. Juli 2008 um 12:21 Uhr

    ach je, das thema ist wirklich eher traurig als spaßig.
    victim blaming at its best. alles schon viel zu oft gehört – (allerdings hatte ich keine ahnung mehr wer tawana brawley ist.)

  2. 2 leonie 10. Juli 2008 um 16:44 Uhr

    Mich macht das schon garnicht mehr trarig, sondern wütend. Bin auch wirklich gespannt wann endlich der letzte Vollidiot begreift, dass Vergewaltigung KEIN Kaverliersdelikt ist!!

  3. 3 unGeDuLdig 11. Juli 2008 um 3:48 Uhr

    Wenn jemandem was passiert, neigt die Umgebung eh dazu, die Schuld bei dem/der Betroffenen zu suchen, um den Gedanken abzuwehren, dass nichts und niemand vor irgendwas wirklich sicher ist. Das betrifft nicht nur Vergewaltigungen, sondern jede Art Unglück, vor dem wir uns fürchten. Ich will die Sprüche auf der Karte nicht verteidigen, aber einiges darauf entsteht wohl nicht durch Einverständnis mit der Vergewaltigung, sondern durch die Unfähigkeit, Leiden und Hilflosigkeit anderer an sich heranzulassen.

  4. 4 Judith 11. Juli 2008 um 11:17 Uhr

    @ungeduldig
    du hättest recht, wenn vor gericht(!) omis, denen die handtasche geklaut wurden, auch gefragt würden, ob sie nicht sonst doch auch eher gerne für die bedürftigen spenden, insgeheim froh waren die tasche auf diese art loszuwerden, dass sie laut zeugenaussage auch schon mal früher ganz gerne eine tasche verschenkt haben, warum sie denn überhaupt mit so einer hübschen tasche durch die gegend laufen, ob sie nicht doch auch schon das ein oder andere glas eierlikör zu viel getrunken hatten..
    u n d die antwort auf diese fragen dazu führen könnte, dass der handtaschendieb freigesprochen wird.

  5. 5 unGeDuLdig 11. Juli 2008 um 16:55 Uhr

    @Judith

    Dass immer wieder Vergewaltiger mit Hilfe von Argumenten aus der Bingo-Karte freigesprochen werden, ist nicht zu widerlegen. Mich würde eher interessieren, wie das genau entsteht – von einem heimlichen Einverständnis mit dem Täter vor Gericht würde ich i.d.R. immer noch nicht ausgehen, obwohl sowas denkbar ist. Es ist wohl eher eine Art „Versuchung“, sich nicht mit Opfern zu identifizieren, um nicht an ihrer „Schwäche“ teilzuhaben. Von der beklauten Omi wird tendenziell auch Abstand genommen, aber Du hast damit Recht, dass ihre Angreifbarkeit ihr nicht so scharf und folgenschwer zum Vorwurf gemacht wird und sie mit mehr Solidarität rechnen kann. Bei Vergewaltigungsfällen ist wohl nicht davon auszugehen, dass durch beschissene Urteile gezielt Vergewaltiger gefördert werden sollen, das ist auch nicht die Absicht der meisten Leute, die zum Opfer auf Abstand gehen. Das unsolidarische Verhalten stellt eher den Unwillen und die Unfähigkeit dar, sich überhaupt auf das Thema einzulassen, weil es den gesellschaftlichen „Frieden“ bedroht, der auf sexistischen Strukturen beruht, die dem rape-Phänomen wenn nicht ähnlich, so doch verwandt sind. Vergewaltigung ist die Fortsetzung des Patriarchats mit anderen Mitteln, seine ungeschminkte Variante, die Enthüllung der strukturellen Gewalt. Vor Gericht muss das beunruhigende Phänomen privatisiert und individualisiert werden, um es säuberlich von der gesellschaftlichen Tendenz zu trennen und es zur Ausnahme zu erklären, gerne auf Kosten des Opfers.

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