Gute Fragen, Schlechte Antworten

Das Institut MKM führte kürzlich, im Auftrag von Essex Pharma, eine Studie zum Thema hormonelle Verhütung durch. Dabei wurden 500 Frauen zwischen 15 und 45 über ihr hormonelles Verhütungsmittel „die Pille“ befragt.
Das Ergebnis war eher niederschmetternd, 32% der Befragten wussten nicht wie ihre Verhütungsmethode wirkt, ganze 76,5 % konnten nicht angeben welche Hormone ihre Pille enthält und nur 48%, nicht einmal die Hälfte, wussten, dass überhaupt Hormone vorhanden sind und sich der Hormonhaushalt verändert.


62 Antworten auf “Gute Fragen, Schlechte Antworten”


  1. 1 gtz 10. September 2008 um 10:54 Uhr

    lune, übernehmen sie :-

  2. 2 Lune 10. September 2008 um 12:36 Uhr

    Nein, ich wurde hier genug gemobbt. ;-)

  3. 3 Johanna 10. September 2008 um 13:45 Uhr

    Hauptsache sie wissen, dass sie sie jeden Tag nehmen müssen… Da gibt es ja auch gelegentlich Unklarheiten.

  4. 4 crashintoahouse 10. September 2008 um 14:09 Uhr

    generell befürworte ich ja die freiwillige einnahme von giften bei leuten, die sich ihrer selbst und der möglichen folgen bewusst sind.

    diese studie zeigt jedoch, dass viele frauen gar nicht auf die idee kommen, dass die prozesse, die da in ihren körpern ablaufen, sie persönlich betreffen. hier wird ein ziel verfolgt (bumsen ohne kinder zu kriegen) und dafür das passende mittelchen genommen.
    im grunde halte ich das für nachvollziehbar und okeh.
    problematisch dabei sind die enfremdung vom und das geringe interesse am eigenen körper, die die teilnehmerinnen der studie demonstrieren.
    ich glaube nicht, dass viele teilnehmerinnen sich bewusst gegen eine aufklärung entschieden haben.
    vielmehr tendieren sie dazu, ihren körper als ein konditionierbares objekt zu sehen. als mittel zum zweck, als benutzbaren gegenstand, der mithilfe von präparaten allzeit verfügbar gemacht werden kann.

    mich schmettert das ergebnis jedenfalls nicht nieder.

  5. 5 bigmouth 10. September 2008 um 14:39 Uhr

    das ergebnis ist schon der hammer

  6. 6 laylah 10. September 2008 um 14:53 Uhr

    wieso? wisst ihr alle so genau, wie zb alkohol oder gras oder so in eurem körper wirken? reicht da nicht ein: schon ziemlich ungesund, aber die vorteile überwiegen? hier kann doch nur schockiert sein, wer die pille eh ablehnt.

  7. 7 leonie 10. September 2008 um 14:57 Uhr

    @laylah: Ich nehme selbst die Pille, „lehne sie also nicht ab“ und bin trotzdem „schockiert“!

  8. 8 isabelle 10. September 2008 um 15:25 Uhr

    in diskussionen über drogen wird immer ganz groß geschrieben, dass jede_r selbst verantwortlich ist, aber bei als „medikamenten“ gelabelten stoffen nicht? hä? ist wohl nicht so cool wie gras oder ghb.

  9. 9 crashintoahouse 10. September 2008 um 15:32 Uhr

    das bemerkenswerte an dem ergebnis sind ja auch nicht die 32%, die nicht wissen, wie die pille wirkt und auch nicht die drei viertel, die nicht wissen, welche hormone im präparat sind.

    die aufgabe der ärztInnen ist es auch, zu entscheiden, ob und welche medizin verschrieben wird, auf grundlage des fachlichen wissens.
    dass die patientinnen um die genauen chemische prozesse in ihrem körper wissen, ist vielleicht wünschenswert, aber verzichtbar. ich halte es für nachvollziehbar, dass patientinnen da ihren medizinmännern und -frauen vertrauen.
    mein obiger beitrag bezog sich eher auf die knapp 50% die keine ahnung über den hormongehalt der pille haben sollen.

    darüber hinaus würde ich die studie aber nicht allzu ernst nehmen.
    beauftragt wurde sie von essex pharma, einem namhaften verhütungsmittelhersteller. der vertreibt seit neuestem auch eine östrogenfreie pille und die wird ja in dem pressetext auch ausdrücklich gelobt.

    hier wurde eine ähnliche studie übrigens schon einen monat früher veröffentlicht. ebenfalls mit 500 teilnehmerinnen. es tät mich nicht wundern, wenn das dieselbe studie ist.

  10. 10 bigmouth 10. September 2008 um 16:03 Uhr

    @laylah: leute wissen aber idR , dass Wodka, bier usw alkohol enthalten, dass man sich damit sogar totsaufen kann, alkoholiker werden usw. damit scheint das wissen erheblich besser als über die pille

    und nur 48%, nicht einmal die Hälfte, wussten, dass überhaupt Hormone vorhanden sind und sich der Hormonhaushalt verändert.

  11. 11 laylah 10. September 2008 um 17:04 Uhr

    sterben ist auch schlimmer als „verändert werden“.

  12. 12 dodo 11. September 2008 um 11:32 Uhr

    hm. ich hätte da eine (vielleicht doofe?) idee: da anscheinend so viele nichts von der wirkung etc. der pille wissen (nehmen wir mal an, die studie ist superrepräsentativ und so), wäre es doch vielleicht eine gute idee, wenn jemand von hier, der/die ahnung hat (besser vllt. mehrere) einen netten eintrag zur „aufklärung“ darüber schreibt, möglichst neutral gehalten und gut verständlich (also auch so, daß es im zweifelsfall auch 13jährige gleich verstehen und auch gerne lesen).
    vllt. kriegen wir irgendwann mal sowas wie ein mädchenblog-verhütungslexikon zusammen?

  13. 13 Lune 11. September 2008 um 12:22 Uhr

    Das war mein Plan seit ich mich hier angemeldet habe. :D
    Ich bin noch nicht dazu gekommen, aber vielleicht kann ich hier mal kurz eine Übersicht reinstellen wie ich mir das gedacht habe?

    Als erstes einen Artikel über die Regeln für die Pillenbenutzung, Wirkungsweise und Gründe sie nicht zu nehmen. (Auch wenn es hier einen Aufschrei gibt, das gehört meiner Meinung nach auf jeden Fall zu einem neutralen Text. ;-) ) Keine Sorge, ich werde nfp mit keinem Wort erwähnen. ;-)
    Danach könnte es einen zusammenfassenden Artikel über sonstige hormonelle Verhütungsmittel geben.
    Anschließend nicht hormonelle mechanische Methoden-
    einen kleinen Text über Spiralen vielleicht zusätzlich?
    Und dann… ja, dann würde ich gerne einen Text über nfp schreiben. Die letzte Diskussion hat mir wieder sehr deutlich gezeigt wie wenig diese Methode als eine gleichwertige Verhütung akzeptiert wird.
    Mal schauen ob ich das jetzt mal besser in Angriff nehme wenn ich es hier schon sage. ;-)

  14. 14 dodo 11. September 2008 um 12:35 Uhr

    Ich würde das jeweils in einzelne artikel verpacken, allein schon der übersichtlichkeit wegen (einen zur spirale haben wir glaub ich schon?)
    und statt „gründe, die pille nicht zu nehmen“ fände ich ein schlichtes pro/contra sinnvoller.
    genauso, wie daß mehr als eine person daran arbeitet, da kommt dann auch mehr dabei raus.
    freiwillige? :)

  15. 15 Lune 11. September 2008 um 12:55 Uhr

    Ich habe mich mal wieder falsch ausgedrück. ;-)
    Ich meinte körperliche Ausschlusskriterien bei denen man die Pille eher nicht nehmen sollte.
    Genau, und als einzelne Artikel. :-)

  16. 16 crashintoahouse 12. September 2008 um 13:21 Uhr

    dodo, ist schon ne gute idee, eine aufstellung von verhütungsmitteln.
    aber eine nicht lobbybeeinflusste infosammlung über alle verhütungsmittel, inklusive kosten und wirkung, gibts auch hier von pro familia.

    mich würden mehr persönliche erfahrungen interessieren. auch wenn gerade hormonelle verhütungsmittel von frau zu frau sehr variierende nebenwirkungen haben, die schnittmenge ist trotzdem ziemlich groß.

  17. 17 Marina 12. September 2008 um 14:33 Uhr

    Totally agree. Danke!!!

  18. 18 Nichtidentisches 12. September 2008 um 14:34 Uhr

    Ich weiß auch nicht wie ein Radio genau funktioniert und benutze es naja wöchentlich.
    Viel bezeichnender finde ich, wenn eine Mutter von drei Kindern ein Buch mit den Titel „Verhütung mit den Sternen – Astrologiewissen“ oder so ähnlich im Regal stehen hat. Oder wenn mit Fernreiki verhütet wird. Oder mit Coitus interruptus. Oder mit „natürlichen Kräutern“ – die leider schlimme Vergiftungen und Halluzinationen auslösen…

  19. 19 Lune 12. September 2008 um 19:58 Uhr

    Ich habe jetzt einige der Artikel von Profam gelesen- und muss sagen, dass sie nicht ganz richtig sind.
    Ich sehe keinen Grund wieso es hier nicht auch Artikel geben soll.

  20. 20 laylah 12. September 2008 um 22:40 Uhr

    und muss sagen, dass sie nicht ganz richtig sind.

    sach ma an.

  21. 21 Lune 12. September 2008 um 23:09 Uhr

    Falls das eine Aufforderung sein soll, die falschen Sachen rauszuschreiben- nein. ;-)

  22. 22 laylah 12. September 2008 um 23:42 Uhr

    ohne witz – deine smilies machen mich aggressiv.

  23. 23 Lune 12. September 2008 um 23:51 Uhr

    Was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Ganz ehrlich- wenn ich keine Smilies mache werde ich die ganze Zeit ernst genommen wo ich ironisch bin- mache ich Smilies mache ich dich agresiv- und das nach einem hingerotzen Satz von die, der mehr als unfreundlich ist!

  24. 24 laylah 13. September 2008 um 15:25 Uhr

    ich rede so. du bist ein anti-pillen-eso und behauptest unbegründet, pro familia würde falsche informationen verbreiten. das muss halt nicht sein.

  25. 25 Lune 13. September 2008 um 15:37 Uhr

    Wie kommst du dazu mir so etwas zu unterstellen? Wer bist du das du dir das Recht dazu gibst?
    Ich bin nicht Anti Pille, ich bin nicht „eso“ und wenn du dir selber die Mühe machen würdest die Artikel zu lesen und mit aktuellen Infos (Packungsbeilagen und WHO) zu vergleichen, dann würdest du sehen, dass manche Infos veraltet oder eben schlicht falsch sind.
    Und im übrigen- wie kommt es eigentlich, dass du so etwas wie Profamilie verteidigst? Die vertreten nämlich eher eine natürliche Verhütung und bieten meistens sogar sowas esoterisches wie Diaphragmaanpassungen an. :o

  26. 26 schokolade 13. September 2008 um 16:30 Uhr

    „und Gründe sie nicht zu nehmen“ klingt ja schonmal als ob das ein sehr neutraler artikel wird..

  27. 27 Lune 13. September 2008 um 17:17 Uhr

    :((
    Ihr seid unmöglich! Was ist denn neutral daran zu verschweigen, dass Frauen mit Migräne und Pille ein 9fach höheres Hirnschlagrisiko haben- was ist neutral daran zu verschweigen wie hoch das Tromboserisiko ist wenn man raucht und die Pille nimmt?
    Was zum Teufel ist NEUTRAL daran nur die Meinung der Pharmaunternehmen wiederzugeben.

  28. 28 schokolade 13. September 2008 um 17:47 Uhr

    ja, aber was ist neutral daran NUR über mögliche nebenwirkungen zu reden?! und das ist doch das was du ununterbrochen tust.

  29. 29 lahmacun aka Laura 13. September 2008 um 18:28 Uhr

    drama. DRAMA.

    wieso soll man nicht mal über die nebenwirkungen der pille schreiben? ich kann nicht nachvollziehen, wo da jetzt das problem liegt. sowas hilft einer doch beim abwägen. und es ist wohl nicht so, dass man ansonsten überschwemmt würde von artikeln, die sich kritisch damit auseinandersetzen.

    manche hier reagieren merkwürdig angepisst.

    ich fände es viel ansprechender, wenn man sich nicht-id mal vornehmen würde, ist doch offensichtlich, dass verhütung für ihn frauensache ist. und die frau soll ihren fruchtbarkeit mal anschalten wie er sein radio ein- und ausschaltet.

  30. 30 lahmacun aka Laura 13. September 2008 um 18:35 Uhr

    bin da leider nicht drinnen, aber es gab (und gibt?) doch auch äußerst interessante feministische überlegungen zur pille und co, oder? die wurde (und wird?) doch überhaupt nicht nur positiv gesehen. – was auch nicht grad verwunderlich ist, schließlich muss wieder mal die frau schlucken. und wenn die pille mal nicht wirkt (durchfall o.ä.), dann sitzt die frau eh auch wieder alleine mitm kind da (oder kriegt alleine die moralscheiße bei ner abtreibung ab)….
    da gibt’s eben schon auch contra, neben dem pro.

  31. 31 Lune 13. September 2008 um 18:37 Uhr

    „ja, aber was ist neutral daran NUR über mögliche nebenwirkungen zu reden?“
    Habe ich geschrieben ich würde NUR über Nebenwirkungen scrheiben? Habe ich geschrieben ich schreibe über Nebenwirkungen überhaupt?
    Zweimal nein- denn ich habe geschrieben, dass ich gerne erwähnen würde, was für Konsequenzen es hat wenn man unter bestimmten Bedingungen die Pille trotzdem nimmt.
    lahmacun aka Laura- danke für den Zuspruch, ich fange hier schon an an mir zu zweifeln.

  32. 32 schokolade 13. September 2008 um 19:09 Uhr

    ich finde durchaus auch, dass man sich mit dem thema pille kritisch beschäftigen sollte (so wie man vl alles was man seinem körper antut kritisch hinterfragen sollte) allerdings nervt mich diese darstellung der pille als machwerk des teufels die zum schaden der frau von der bösen pharmaindustrie hergestellt wurde ziemlich an. wenn ich meinen körper verändern will, weil mich meine fruchtbarkeit nervt und einschränkt, dann möchte ich mir nicht anhören müssen ich sei zu blöd die packungsbeilage zu lesen oder lügen über die wahrscheinlichkeit von nebenwirkungen lesen. das alle medikamente und droge auch nebeneffekte haben können sollte doch wohl jeder_m klar sein.
    oder es sei unfeministisch, die pill zu nehmen.. dass die pille die verantwortung der verhütung in der normalgesellschaft erstmal auf die frau abwälzt mag stimmen, muss aber nicht so sein und ist vl eher ein symptom der patriarchischen gesellschaftsstruktur als deren auslöser. bei der temperturmessmethode liegt die verantwortung im übrigen nur bei der frau..

  33. 33 bigmouth 14. September 2008 um 10:00 Uhr

    das alle medikamente und droge auch nebeneffekte haben können sollte doch wohl jeder_m klar sein.

    isses aber halt nicht

    @lune: laylah is doch offensichtlich wegen deinem

    Falls das eine Aufforderung sein soll, die falschen Sachen rauszuschreiben- nein.

    angepisst. du stellst eien behauptung ohne belege auf. da würde doch echt ein beispiel reichen

  34. 34 Fragende 14. September 2008 um 11:52 Uhr

    „bei der temperturmessmethode liegt die verantwortung im übrigen nur bei der frau.. “
    Eben nicht. Hier _kann_ die Verantwortung nur bei der Frau liegen, aber der Mann kann genauso mit verantwortlich sein und mit der Frau gemeinsam auswerten.
    Außerdem ging es doch gar nicht um die Temperatur-Methode, sondern um die symptothermale Methode.

  35. 35 crashintoahouse 14. September 2008 um 11:59 Uhr

    schließlich muss wieder mal die frau schlucken. und wenn die pille mal nicht wirkt (durchfall o.ä.), dann sitzt die frau eh auch wieder alleine mitm kind da (oder kriegt alleine die moralscheiße bei ner abtreibung ab)….

    vom feministischen standpunkt aus, sehr interessante gedanken. ich verteidige die pille gerne als ein präparat, dass den feminismus vorangebracht hat.

    dass manche feministischen denkerInnen das anders sehen, liegt vielleicht vor allem daran, dass sie unserer gesellschaftsstruktur entgegenkommt. denn die pille gibt der frau die kontrolle über bestimmte körperfunktionen, die signifikant dafür verantwortlich sind, dass frauen nicht ebenso leistungsfähig sind wie männer. jedenfalls in den bereichen, die in diesen zuständen als leistung anerkannt werden. von meiner warte aus, ist eine gesellschaft, in der menschen leistungsfähig sein müssen, um vollständig ernst genommen werden zu können, eine gesellschaft, die es wert ist, zerstört zu werden.

    die pille kann also als mittel gesehen werden, frauen für die wirtschaft verwertbar zu machen

    von meinem standpunkt aus, ist das aber n bisschen zu kurz gedacht, ist hier doch nicht das medikament das problem. die zustände sind es.
    die pille bietet weiblichen menschen eine niegekannte freiheit ihre körperfunktionen zu kontrollieren. die frau ist ihrem körper unterworfen und ist psychisch und physisch von „einer fremden macht“ abhängig – ihrem körper. die pille befreit sie ein stück weit von dieser abhängigkeit (und, in visionärer vorstellung, kann die frau ihre kraft damit endlich darauf konzentrieren, für den echten feminusmus zu kämpfen, den humanismus. ohne mit hormonschwankungen zu kämpfen zu haben…).
    wenn sich also eine frau mit ihren körperfunktionen abgefunden hat, schön und gut und völlig ok. aber sie muss wählen dürfen!

    im übrigen ist die menstruation nichts besonderes. eine sinnvolle körperfunktion, wie die verdauung, die in einer ausscheidung endet oder in der entstehung eines kindes. unsere verbindung zum tiersein und damit das, was uns vom echten menschlich-sein trennt, ist aber eben, dass wir von unseren körpern abhängig sind. wenn irgndwann ein mittelchen erfunden würde, dass es mir möglich macht, nicht mehr aufs klo gehen zu müssen und dabei auch noch völlig gesund zu bleiben, ich würds nehmen.

    um am ende nochmal konkret zu werden:
    1.) ja, die pille hat nebenwirkungen. ein beispiel: das durchschnittsalter für schlaganfälle liegt bei frauen in deutschland bei 35 jahren. grund sind die vielen raucherinnen, die die pille nehmen. nebenwirkungen dürfen nicht verschwiegen werden.
    2.) wenn jemand sich über die nebenwirkungen im klaren ist und diese in kauf nimmt, ist das ok.
    3.) temperaturmessen ist auch ok. wers mag, soll es tun.
    4.) eine argumentation ad hominem in einer diskussion kann in ordnung sein, wenn man damit rechnet, dass die diskussionspartner sich desselben mittels bedienen.

  36. 36 bigmouth 14. September 2008 um 12:17 Uhr

    wie schrecklich, ein biologisches wesen zu sein…

  37. 37 crashintoahouse 14. September 2008 um 12:34 Uhr

    stümmpt. dass die meisten biologischen funktionen im grunde lästig sind, ist augenfällig. aber da können wir eben wenig dran machen. was wir machen können, das tun wir und mit dem rest finden wir uns ab.

  38. 38 Lune 14. September 2008 um 13:10 Uhr

    Es mag sein, dass ich Belege hätte bringen sollen, aber ehrlich gesagt hatte ich keine Lust hier wieder eine wilde Diskussion zu führen.
    Aber naja, ich finde es schade wenn Frauen ihre Mens auf die gleiche Stufe wie pinkeln und kacken stellen.

  39. 39 laylah 14. September 2008 um 14:07 Uhr

    womit denn bitte sonst?! weihwasser?
    oder anders: was hast du fürn problem mit deiner pisse?

  40. 40 Lune 14. September 2008 um 14:22 Uhr

    Es ist ein bisschen Gebärmutterschleimhaut und Blut. Kein Ausscheidungsprodukt.
    Aber lassen wir das, sonst kommt gleich der/die nächste mit der Schublade und zerrt mich da rein.

  41. 41 lahmacun aka Laura 14. September 2008 um 15:19 Uhr

    bitte nen künstlichen darmausgang für alle & fortpflanzung per reagenzglas! alles andere ist zu biologisch.

  42. 42 hä? 15. September 2008 um 14:44 Uhr

    selbstverständlich ist das zeug ein ausscheidungsprodukt. was denn sonst?! von wegen nicht eso..

  43. 43 six dinner sid 15. September 2008 um 15:50 Uhr

    Es ist durchaus möglich, auch aus einer „Nicht-Eso-Sicht“ die Pille abzulehnen. Ich denke, dass Problem ist nicht die Entbiologisierung
    des Körpers, ganz im Gegenteil. Doch in den Strukturen in denen wir leben führt die Pille nicht automatisch zu mehr Selbstbestimmung, sondern macht den weiblichen Körper allzeit verfügbar. Dass Personen, die die Pille nehmen dann mit eventuellen gesundheitlichen Konsequenzen zu rechnen haben hinterlässt einen üblen Nachgeschmack bei mir. Jenseits sexistischer Machtverhältnisse sehe das anders aus. Es geht mir nicht darum Substanzen zu verteufeln, die einer_m Macht über seinen/ihren Biokörper gebe. Da bin ich stark dafür. Aber innerhalb der gegebenen Verhältnisse sollte man da kritisch sei.
    Die Mens sehe ich eher als Geschmackssache. Weder mystisch, noch lästig. Gesellschaftlich aber negativ belegt. Vielleicht dadurch ein bisschen subversives Potential.
    Persönlich wird ich nicht drauf verzichten wollen. Aufs scheißen und schwitzen auch nicht. Pinkeln und kotzen. Darauf könnt ich verzichten :) Generell bin ich der Meinung dass jeder Körper. Egal ob als männlich oder weiblich eingeteilt, Zugang zu allen Praktiken und Funktionen haben sollte.

  44. 44 flawed 15. September 2008 um 23:19 Uhr

    six dinner sid: frag doch mal Frauen, die die 60er Jahre miterlebt haben zum Thema Selbstbestimmung vs. Verfügbarmachung…

  45. 45 Fragende 16. September 2008 um 0:34 Uhr

    Es geht aber nicht darum, was in den 60ern war, sondern wie es heute ist.
    Niemand sagte, dass die Pille nicht als Möglichkeit existieren sollte.

  46. 46 flawed 16. September 2008 um 1:06 Uhr

    „Es ist durchaus möglich, auch aus einer “Nicht-Eso-Sicht” die Pille abzulehnen.“ wenn man das mal als politisches Statement auffasst – immerhin wird von six dinner sid ja auch politisch argumentiert – ist der Schritt zu einer Forderung nach Abschaffung der Pille nicht mehr weit.

    Und nun zu meinem Verweis auf die 60er:
    Wie ist es denn zu erklären, dass in den 60ern die Pille mehrheitlich als Mittel zu mehr Selbstbestimmung gesehen wurde und nicht als Mittel zu mehr Verfügbarmachung, und das obwohl die sexistischen Machtverhältnisse damals sicher stärker ausgeprägt waren als heute?

    Hat sich denn die gesellschaftliche Wirkung der Pille
    trotz?
    wegen?
    unabhängig von?
    (zutreffendes bitte ankreuzen oder ergänzen)
    der gegenüber den 60ern zweifellos zumindest teilweise erfolgten Zurückdrängung der sexistischen Machtverhältnisse tatsächlich von einem emanzipatorischen Instrument zu einem Instrument der Unterdrückung gewandelt?
    Oder geht einfach nur six dinner sid fehl in seiner/ihrer Analyse?

  47. 47 Lune 16. September 2008 um 1:39 Uhr

    Ich glaube einfach, dass Zeit ist für den nächsten Schritt.
    Früher war die Pille nötig damit Frauen unbeschwert Sex haben konnten. Heute ist es Zeit seinen Körper wieder neu kennenzulernen.
    Und das kann ja durchaus auch einfach mal zwischen zwei Partnerschaften sein und danach kehrt man zur Pille zurück.

  48. 48 Rahel 16. September 2008 um 2:18 Uhr

    Ich denke eher, dass die Möglichkeit die Pille zu nehmen für viele zur Selbstverständlichkeit geworden ist, und sie dewsegen vergessen, welchen riesigen Schritt in Richtung Selbstbestimmung die Pille gebracht hat.

    „Wie ist es denn zu erklären, dass in den 60ern die Pille mehrheitlich als Mittel zu mehr Selbstbestimmung gesehen wurde und nicht als Mittel zu mehr Verfügbarmachung, und das obwohl die sexistischen Machtverhältnisse damals sicher stärker ausgeprägt waren als heute?“

    Da kann ich nur zustimmen und möchte ergänzen: die damalige Pille war im Gegensatz zu den jetzigen Varianten tatsächlich noch eine wahre Hormonbombe und brachte zahlreiche Risiken mit sich. Und das hat damals keine Feminsitin auf die Idee gebracht, die einzige sichere Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob man schwanger wird, zu verteufeln. Ganz im Gegenteil! Die Pille hat ja eben auch den Vorteil, dass sie vor Schwangerschaft schützt, egal ob ein ein Mann mit oder dagegen arbeitet. In den 60ern hiess Ehe ja auch noch, dass der Mann bestimmt wann und wie Sex stattfindet. Mit „Meine Messungen haben aber ergeben, dass ich Moment fruchtbar bin“ oder „Könntest Du bitte ein Kondom benutzen“ kam man da nicht weit. Auch wenn man mal aus eigener Dummheit besoffen ohne Kondom Sex hat, heisst das dank Pille nicht gleich schwanger werden. Selbst bei einer Vergewaltigung (egal ob in oder außerhalb einer Beziehung) kann man zu 99,9% sicher sein, nicht schwanger zu werden. Bekanntermaßen messen ja Vergewaltiger nicht immer vorher die Temperatur.

  49. 49 crashintoahouse 16. September 2008 um 4:17 Uhr

    Auch wenn man mal aus eigener Dummheit besoffen ohne Kondom Sex hat, heisst das dank Pille nicht gleich schwanger werden.

    und darum is die pille einfach mal großartig. egal, was irgendwelche esogestalten sonst so erzählen mögen.

  50. 50 crashintoahouse 16. September 2008 um 7:55 Uhr

    leute, hier schreibt jemand unter meinem namen.

    dass eine verherrlichung hormoneller verhütungmethoden – nein, dass eine verherrlichung von irgendwas nicht in mein repertoire gehört, sollte klar sein, wenn man meine letzten paar postings gelesen hat.

    außerdem kann ich mit blockquotes zitieren…^^

  51. 51 bigmouth 16. September 2008 um 15:26 Uhr

    Generell bin ich der Meinung dass jeder Körper. Egal ob als männlich oder weiblich eingeteilt, Zugang zu allen Praktiken und Funktionen haben sollte.

    leider interessiert deine meinung die bis jetzt ja noch maßgebliche natur erst mal nicht so viel. bis alle leute schwanger werden können, dauert das bestimmt noch ein paar jährchen

    ich finde es übrigens wirklich etwas merkwürdig, dass einige leute ihren ausscheidungsvorgängen so sehr voller ekel gegenüber stehen, und das gleichzeitig als für geistwesen objektiv angemessen halten. ich kann denen oft sogar was angenehmes abgewinnen, wenn ich nicht in eile bin

    @Lune: bei dir wiederum finde ich etwas befremdlich, dass du etwas missionarisch wirkst, ich denke, daraus rekrutiert sich dieser eso-vorwurf

  52. 52 laylah 16. September 2008 um 15:44 Uhr

    der_die andere crash scheint aber cooler zu sein.

    Doch in den Strukturen in denen wir leben führt die Pille nicht automatisch zu mehr Selbstbestimmung, sondern macht den weiblichen Körper allzeit verfügbar.

    six, aus diesem satz spricht nichts als deine eigene, schiefe sicht der dinge. für dich bedeutet „immer aufs ficken vorbereitet“ offebar „allzeit verfügbar“. ist für dich folglich jeder sex in dieser gesellschaft tendenziell eine vergewaltigung?
    auf meine mens kann ich übrigens gut verzichten. die empfind ich nämlich als lästig.

    lune, „zwischen zwei partnerschaften“? haha. du bist echt ein original.

    hört auf rahel.

  53. 53 crashintoahouse 16. September 2008 um 16:22 Uhr

    laylah, ich würds gar nicht hinkriegen, so kurze sätze zu bilden. äh…

    bigmouth, ist es jetzt nötig, dich über den unterschied von konkretem ekel und der abstrakten betrachtung der diskrepanz zwischen körper und geist aufzuklären?

    Doch in den Strukturen in denen wir leben führt die Pille nicht automatisch zu mehr Selbstbestimmung, sondern macht den weiblichen Körper allzeit verfügbar.

    wenn du sagst, die frau sei durch einnahme der pille allzeit bereit, machst du sie zum fickbaren objekt. aber das ist sie eben nicht.

  54. 54 bigmouth 16. September 2008 um 16:42 Uhr

    @crashintoahouse: das las sich bei dir aber anders. sorry, ich verstehe wirklich nicht, was so so schlimm dran sein soll, ab und zu aufs klo zu müssen. empfindest du essen auch als ein großes unglück? ich empfinde es nämlich als lustgewinn. und ficken? das finden wir (idr) auch nur überhaupt deshalb gut, weil wir die entsprechende biologische ausstattung in gehirn & genital dafür haben.

  55. 55 Ju 18. September 2008 um 1:47 Uhr

    Mal ganz ehrlich: ich habe nicht den Eindruck, dass die Einnahme der Pille mich in irgendeiner Form „unabhängiger“ von meinen Körperfunktionen/-schwankungen macht. Ich fühle mich, nach 13 Jahren der Einnahme, eher ein wenig entfremdet von meinem Körper.

    In einer 1-jährigen Pause habe ich feststellen dürfen, dass sich mein Körper, inklusive Psyche und Wahrnehmung, unter dem Einfluss der Hormone durchaus verändert. Ich fühlte mich in dem Jahr (trotz Dauerblutung, weil mein Körper sich nicht wieder auf den „Normalzustand“ einstellen konnte) klarer, frischer, analytischer, weniger weinerlich. Dazu muss ich allerdings sagen, dass die Pille bei mir von Beginn an zu sehr negativen Launen geführt hat, die ich so vorher nicht hatte. Ist letztlich nicht bei jeder Frau so.

    Ich würde mir eigentlich nur wünschen, dass es entweder ein weniger stark die Biochemie veränderndes Mittel gäbe, oder – weitaus besser – etwas Vergleichbares für Männer. Ich würde gerne mal für ein paar Jahre die Verhütung abgeben. Muss ja nicht für immer sein. Aber in festen Partnerschaften wäre das eine echte Alternative. Eine zeitlang der eine – eine zeitlang der andere. Traumhaft.

    Ich hätte nämlich, weil ich die Zuverlässigkeit der Pille bei allem Unbill schätze, keine Lust, mich auf Temperaturmessungen o.ä. zu verlassen. Und Kondome fühlen sich auf die Dauer auch nicht allzu prickelnd an.

    Immerhin befreit mich die Pille von der (meiner Meinung nach durchaus lästigen) Menstruation, ich nehme sie im Langzeitzyklus und darf mich daher nur noch 4 mal im Jahr über Krämpfe + Blutungen freuen. Trotzdem beschäftigt mich der im ersten Absatz genannte Gedanke seit langem.

  56. 56 laylah 18. September 2008 um 2:37 Uhr

    ich nehme das http://www.villarsgyn.ch/cerazette.htm und habe gar nichts. keinen knacks, keine menstruation, keine schwangerschaften. großartig.

  57. 57 dodo 18. September 2008 um 11:10 Uhr

    nochmal zu diesem „macht den weiblichen körper verfügbar“: ja, das tut die pille und das ist gut so!
    die frage ist doch wem verfügbar? ertmal wohl mir selbst. ich möchte nämlich sehr wohl, daß mein eigener körper mir in der weise, wie ich es mir wünsche, verfügbar ist.
    frau nimt die pille doch in erster linie, damit sie sex haben kann und nicht, damit die männerwelt hren körper ficken kann oder wie jetzt…
    und persönlich bin ich der meinung, daß die pille für jede, die nicht unter unangenehmen nebenwirkungen zu leiden hat bzw. deren nachteile für die jeweilige frau tolerierbar ist, ein großer segen ist.
    da war doch ne zeitlang mal eine „pille für den mann“ im gespräch – zuerst dachte ich auch „ey super, können sich die herren der schöpfung auch mal um verhütung kümmern!“
    aber ehrlich gesagt… mir persönlich ist es echt lieber, wenn die verantwortung für meinen körper ganz allein bei mir liegt und eben nicht bei jemand anderem.
    denn ich weiß genau, ob ich jetzt die pille genommen habe oder nicht, daß ich auf johanniskraut, antibiotika, kotzen, durchfall etc. achten muß undundund…
    aber kann ich wirklich jedem sexuellen partner soweit über den weg trauen, daß ich mich drauf verlassen kann, daß er seine „männerpille“ korrekt nimmt? wenn ich weiß, daß manche meiner guten freundinnen (die ja schon recht lange an die pille gewöhnt sind), die ich eigentlich durchaus als allgemein verantwortungsbewußt einstufen würde, es nicht immer auf die reihe kriegen?
    also ganz persönlich ist es mir ehrlich gesagt mehr als recht, daß ich die verantwortung nicht abgeben muß.

  58. 58 six dinner sid 18. September 2008 um 11:16 Uhr

    Na klar, wenn der Ehemann bestimmt wann du sex haben solltest (um auf die 60er Jahre Argumente einzugehen) du aber nicht schwanger werden willst, ist die Pille sicher ein Mittel zu mehr Selbstbestimmung.
    Heute wird die Pilleneinnahme von vielen aber als absolut selbstverständlich angesehen. Verhütung ist und bleibt also „Frauensache“. Und Frauen müssen dann auch mit evtl. gesundheitlichen Konsequenzen rechnen. Ob die Pille aber nun mehr Selbstbestimmung oder mehr Fremdbestimmung bedeutet, hängt sowohl mit dem gesellschaftlichen wie auch individuellen Kontext zusammen in dem sie eingenommen wird. Schließlich ist per se nix emanzipatorisch oder antemanzipatorisch.
    Anstatt die pille irgendwie zu abzulehnen oder zu „verherrlichen“. Sollte lieber geguckt werde unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen sie entwickelt und eingenommen wurde/wird und welche Effekte das hat. (Damit meine ich jetzt nicht den Effekt nich schwanger zu werden).
    Die individuelle Entscheidung für oder gegen die Einnahme kann natürlich nur jede selber treffen.

  59. 59 Ju 18. September 2008 um 23:12 Uhr

    Uh, die Cerazette hab ich auch mal versucht, als Vobereitung auf dieses Hormonstäbchenimplantat. Führte bei mir zu abartiger Akne und deutlicher Körperbehaarungszunahme. Hatte ich vorher und nachher nie. Muss ich auch nicht haben. Ist aber, an sich, ein ziemlich tolles Präparat. Wenn man es denn verträgt. Verdammt.

  60. 60 six dinner sid 19. September 2008 um 8:46 Uhr

    Hm ich finde man kann nicht einerseits von der „sexuellen“ Fremdbestimmung der Frau“ reden. Was ja schon irgendwo feministischer Konsens ist das aber in Bezug auf die Pille völlig ausklammern. Wer ja schön wenns so wär wie ihr schreibt, aber es gibt halt sexistische Gewaltverhältnisse.

  61. 61 crashintoahouse 19. September 2008 um 9:48 Uhr

    nein, du reproduzierst die sexistischen gewaltverhältnisse, wenn du die frau weiterhin nur als objekt anerkennst.

  62. 62 illith 20. September 2008 um 2:03 Uhr

    tut er/sie doch gar nicht (soweit ich das seh). er/sie merkt nur zu recht an, dass dieser gesellschaftliche aspekt, der für einige/manche/viele/? frauen und mädchen zutrifft, nicht einfach unter den teppich gekehrt werden kann.

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