Dies dachte sich zuminderst heute Frankreichs Staatschef Nikolas Sarkozy und hat
Benedikt XVI. am Vormittag selbst am Flughafen begrüßt, was laut Protokoll normalerweise nicht vorgesehen ist.
Der Papst nutze diesen Empfang natürlich gleich um große Reden zu schwingen.
Dabei sprach er sich vermehrt für eine „positive Laiztität“ aus, die sein neuer Freund Sarkozy anscheinend bestens zu pflegen weiß, alle anderen wissen mit dem Begriff weniger anzufangen, klingt er doch eher nach Abschaffung des Laizismus.

Außerdem betonte der Papst die
unersetzlichen Funktion der Religion für die Gewissensbildung, sowie die „Hilfe“ der Kirche zur Etablierung eines
ethischen Grundkonsens innerhalb der Gesellschaft.
Wie dies nun genauer aussieht können wir uns gut vorstellen:
Eure Bischofskonferenz setzt sich seit Jahrzehnten in unmißverständlicher Weise ein, um die Botschaft von der unantastbaren Würde des menschlichen Lebens in Wort und Tat zu bezeugen. Denn obgleich das Recht auf Leben in der Verfassung Eures geschätzten Landes eine klare Anerkennung findet, hat der Gesetzgeber die Tötung ungeborener Kinder dennoch in bestimmten Fällen legalisiert, in anderen Fällen für straffrei erklärt, auch wenn dabei der Charakter der Unrechtmäßigkeit gewahrt bleibt. Eure Bischofskonferenz hat sich zu Recht mit dem früheren und dem jetzt geltenden Abtreibungsgesetz nicht abgefunden, sondern freimütig und unerschrocken gegen die Abtreibung Stellung genommen. In vielen Ansprachen, Erklärungen, ökumenischen Initiativen und anderen Beiträgen, unter denen besonders das Hirtenwort Menschenwürde und Menschenrechte von allem Anfang an vom 26. September 1996 zu erwähnen ist, habt Ihr den Wert des menschlichen Lebens von der Empfängnis an verkündet und verteidigt.
Brief an die deutschen Bischöfe, Johannes Paul II
Die Offenbarung des Neuen Testamentes bestätigt die unbestrittene Anerkennung des Wertes des Lebens von seinen Anfängen an. Die Lobpreisung der Fruchtbarkeit und die beflissene Erwartung des Lebens sind aus den Worten herauszuhören, mit denen Elisabet ihrer Freude über ihre Schwangerschaft Ausdruck verleiht: »Der Herr… hat gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit« (Lk 1, 25). Aber noch deutlicher verherrlicht wird der Wert der Person von ihrer Empfängnis an in der Begegnung zwischen der Jungfrau Maria und Elisabet und zwischen den beiden Kindern, die sie im Schoß tragen
Evangelium vitae, Johannes Paul II
Da bleibt nur noch zu sagen „Kirchenaustritt heute!!!“ Schell…
Ich lese eigentlich dieses Blog sehr gerne und stehe hinter vielen Beiträgen hier, aber diesen Beitrag finde ich sehr einseitig und kurzsichtig. Ich bin selbst kein gläubiger Christ, finde es aber wichtig, dass man etwas differenziert und nicht den Papst als „die Kirche“ bezeichnet. Er ist nunmal „nur“ das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche. Und das es neben dieser wesentlich mehr Kirchen gibt, die teilweise auch völlig andere Ansichten als der Papst vertreten, sollte man nicht vergessen.
Auch innerhalb der katholischen Kirche gibt es andere Ansichten… das ist ja keine homogene Gruppe. Für gläubige ChristInnen ist ein Kirchenaustritt wahrscheinlich nicht die richtige Lösung – sie sollten sich wahrscheinlich lieber darauf konzentrieren, ihre Meinung in ihrer Kirche stark zu machen…
@Sven:In „der Kirche“ eine andere Meinung propagieren zu wollen hat genauso soviel Erfolg, wie wenn du dieses in einem totalitär geführten Staat mit Diktator versuchst, nämlich gar keinen.
Wer anderer Meinung ist, wird schnell mundtot gemacht.Widerstand kann es ja gar nicht geben, da die „Gesetze“ ja von „Gott“ höchst persönlich legitimiert sind. Widerstand wäre also in diesem Fall Gotteslästerung. Du siehst der Austritt ist das Einzig was belibt.
@Jo: Kirche heißt per Definition, Institution einer christlichen Religionsgemeinschaft, andere Religionen haben andere Namen für ihre „Gotteshäuser“.
Naja aber sooo andere Ansichten zu den meisten Themen haben alle miteinander leider nicht, v.a wenn es um rein weibliche Angelegenheiten geht.
Im Mittelalter wurden teilweise auch recht gute Erfahrungen mit Putschen gegen Päpste gemacht. Allerdings hatten die Kaiser damals auch etwas mehr Möglichkeiten.
Ansonsten gilt für Kirchen etwas Ähnliches wie für Parteien. Wer Austritt muss sich deswegen nicht gleich aus Christentum bzw. Politik zurückziehen – man kann auch anderswo eintreten oder einen eigenen Laden aufmachen.
Wie glaubwürdig ist eine Kirche, die sich nicht an ihre eigenen Gebote hält? Hätten die Inka mal vom 7. Gebot gewusst. Oder die verheiratete Katharina, die Geliebte des Papstes Constantin der weiß-nicht-wievielte, vom 10. Gebot.
Die Kirche ist der größte Widerspruch zur christlichen Religion und jede Aufhebung des Laizismus bedeutet einen Rückschritt zur Inquisition.
leonie, es gibt da z.B. noch die evangelische Kirche (genauer: die EKD) als Beispiel einer nicht ganz unwichtigen christlichen Religionsgemeinschaft, die nicht dem Papst untersteht. Und die hat – nicht überraschend – auch andere Ansichten z.B. zu Sexualmoral und Empfängnisverhütung als der Papst.
Mag sein, dass Dir das noch nicht weit genug geht, aber alle christlichen Kirchen über den Kamm des Papstes zu scheren bleibt trotzdem zu einseitig.
christentum bleibt das diktat der schwäche. es ist auch immer wieder amüsierent zu sehen mit welcher arroganz die christen behaupten das sie das ein und alles währen für eine grundlage ethischen handelns. das heisst auch immer wieder alle nicht-christen waeren babaren und ohne menschlichkeit. ist unterwürfigkeit, angst, schuldgefühl die grundlage für eine freie menschheit? das ist übrigens die grundlage aller drei monoistischen »dieses buch« betrfenden religionen. da die jüngste von ihnen momentan wehement gegen die aufklärung zu kämpfen hat, versucht die katholische kirche dies auszunutzen und springt auf auf dem zug der anti-aufklärung.
Es sind ja leider nicht nur diese schrägen Äußerungen. Sehr krass finde ich die Subventionierung der Kirche abseits der Kirchensteuer: Kirchen – vom Staat subventioniert.
Sie wollen nicht mehr Papst sein! kein Problem tragen sie sich ein auf http://wir-wollen-nicht-mehr-papst-sein.de/