Der späte Erfolg der Eva Hermans?

Wenn man heute morgen die Zeitung aufschlagen würde, wären 3 Dinge nicht besonders verwunderlich.
1. Eva Herman schafft es zum vierten Mal, ein Buch mit immer dem selben Müll, über die „verlorene Weiblichkeit“ und den daraus resultierenden Untergang des „Abendlands“ zu füllen und dafür dann auch noch einen Verleger und Leserschaft zu finden.
2. Frank Schirrmacher oder ein anderer „Top“-Journalist beklagt wieder einmal die Situation der Männer, durch den immer „stärker“ werdenden Feminismus. Der Spiegel versuchte erst kürzlich, durch die vielsagende Headline „50 Jahre Emanzipation: Was vom Mann noch übrig ist“ seine Leserschaft zu ködern.
3. Irgendein Kirchenoberhaupt gibt mal wieder seine erz-reaktionären Ansichten zum Thema Familienplanung preis und wird damit auch noch in fast jeder Zeitung veröffentlicht.

Das ist also Deutschland? Falsch.
Das ist Europa!

Davon geht zuminderst, das derzeit in Malmö stattfindende 5.te „europäische Sozialforum“ aus und kritisiert die in Europa so populäre Rückbesinnung auf neoliberales und christlich-fundamentales Gedankengut.
Unter diesem Trend, leidet vor allem der Feminismus, da Frauen wieder vermehrt in alte Rollenklischees gedrängt werden und ihre Rechte in einigen Staaten wieder erheblich eingeschränkt werden, siehe Polen.
Auch die Zahl an weiblichen Gewaltopfern ist laut dem Forum wieder steigend.


14 Antworten auf “Der späte Erfolg der Eva Hermans?”


  1. 1 Anna 20. September 2008 um 15:18 Uhr

    Es ist wohl eher umgekehrt – eva hat den trend erkannt und sich eine goldene nase daran verdient…

  2. 2 laylah 20. September 2008 um 21:00 Uhr

    eva herman hat nur 1 n.

  3. 3 leonie 20. September 2008 um 23:40 Uhr

    Danke

  4. 4 Lukas 21. September 2008 um 13:39 Uhr

    Edit.

  5. 5 leonie 21. September 2008 um 20:08 Uhr

    @Anna: ich befurchte Eva Herman hat keinen „Trend erkannt“, sondern sie glaubt wirklich an dass, was die da schreibt!

  6. 6 Anna 21. September 2008 um 21:28 Uhr

    Na ja, so überzeugt kann sie von dem Quatsch ja nicht sein, sonst würde sie zuhause sitzen und Apfelkuchen backen anstatt Bücher schreiben, Lesungen abhalten und ständig irgendwo als Gast auftreten. In erster Linie will sie Geld machen, und mit ihren „provokativen“ Thesen funktioniert das offenbar ganz gut.

  7. 7 Stefan 09. Oktober 2008 um 17:09 Uhr

    Hallo,

    die Welt ist komplexer als Du, Anna, und andere sie hier zu sehen scheinen. Gerade deshalb ist es sehr, sehr schwer zu beurteilen auf welcher Ebene Frau Herman mit welchen Motiven spielt. Deshalb ist es allemal besser nicht mit Steinen zu schmeißen.

    Inhaltlich:

    Die Freiheit des Individuums ist nicht ohne die Akzeptanz der Grenzen des Individuums möglich. Dazu gehört die biologische Geschlechtlichkeit und daraus folgende Bedeutung für das Kindeswohl. Die Ausnutzung dieser spezifischen Geschlechtsunterschiede für einen Geschlechts-Chauvinismus, sprich z.B. die Tyrannei des Patriarchats ist ein Verbrechen, gegen das zu kämpfen es sich lohnt, bzw. besser für einen besseren Umgang als den der starren Form, oder der (gelogenen) Ideologie männlicher Überlegenheit.

    Nur eben in dem Kämpfen GEGEN eine Sache werden oft die ungerechten Methoden des Gegners in umgekehrter Richtung übernommen, oft, wie man sagt: „Das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.“ Der Fehler von Frau Herman liegt m.E. nicht darin, dass sie diese Erkenntnis ins Bewußtsein ruft, dass man mit der Emanzipation und der 68er Bewegung, die zu Recht gegen Mißstände gekämpft hat, auch das Kind, also das Gute, bzw. das wofür man meinte zu kämpfen, mit vernichtet – das mag zu stark sein – aber mindestens mit beschädigt hat. Wofür kämpfte man im weitesten Sinne? Für mehr Freiheit, für Menschlichkeit, für Liebe und Frieden….

    Eine Freiheit, die aber zur Folge hat, dass die biologische Weiblichkeit nicht zu ihrem natürlichen Recht kommen kann, bzw. darin behindert wird, ob nun durch wirtschaftliche oder gesellschaftliche Probleme, ist das Gegenteil von Menschlichkeit, Frieden und Liebe.

    Sicher, es ist nicht unmöglich „trotz“ der Schwierigkeiten das zu realisieren. Aber insofern Eva Herman politisch für die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen im Respekt für ihre biologischen (und persönlichen) Grenzen eintritt – falls sie das nicht nur vordergründig tut, wie ihr im Sinne einer Verkaufsstrategie oben unterstellt wurde – verdient sie mein Lob und meine Anerkennung. Sie tritt als Frau für Weiblichkeit ein und knickt nicht vor einer angeblich ach so toleranten Fernsehrunde bei Kerner u.a. ein.

    Die Tatsache, dass ideologisch denkende Konservative (Patriarchaten, Machos, etc.) oder gar Nazis versuchen, ihr Denken für sich zu instrumentalisieren darf nie als Argument gegen das Original verwendet werden. So ein Verhalten ist tatsächlich gefährlich.

    Bin gespannt auf Eure Antworten,

    alles Liebe, Stefan

  8. 8 Judith 10. Oktober 2008 um 16:22 Uhr

    @stefan:
    „die Welt ist komplexer als Du, Anna, und andere sie hier zu sehen scheinen. “
    das ist so ein unfassbar herablassender, arroganter, gönnerhafter und bevormundender satz, dass er in seiner Boshaftigkeit irgendwie auch wieder genial ist.
    danke. werd ich mir merken.

    Möglicherweise ist es ja Deine „biologischen Männlichkeit“, die Dir dabei hilft komplexere Weltzusammenhänge zu begreifen. Ich knie nieder in Ehrfurcht. (Ich knie sowieso aus biologischen Gründen sehr gerne. Um meine Kinderschar in den Schlaf zu singen oder um den Boden zu wienern und solche Dinge.)

  9. 9 leonie 10. Oktober 2008 um 20:12 Uhr

    Lieber Stefan, du brauchst garnicht „gespannt“ sein auf irgendwelche Antworten, denn bei soviel unsinnigen über meinem PC schwappenden Biologismus bekomme ich einfach nur das … und muss mich schell mit sinnvolleren Dingen beschäftigen und mich darüber freuen wie „unweiblich“ ich doch Gott sei dank bin!

    @Judith:
    :)

  10. 10 Stefan 13. Oktober 2008 um 11:48 Uhr

    @Judith:

    Wenn Du statt in Ehrfurcht zu knien, weitergelesen hättest,… aber Dialog und Streitkultur mag es bei mensch mit festgelegten Reizworten und Reaktionsmechanismen nicht geben. Entweder man bedient Erwartungen und wird gelobt bzw. nicht fertig gemacht; oder man bedient sie nicht und würde auch für einen noch so umsichtigen Text verhöhnt werden.

    Nichts desto trotz, danke für den Erkenntnisgewinn aus Deiner Reaktion: Meinen einleitenden Satz hätte ich besser für mich behalten…, denn er war mehr nur mein persönlicher Gedanke, für mich allein.

    Damit wollte ich im Gegensatz zu Deiner Art und Weise, Anna und Euch gerade keine Bösartigkeit unterstellen, auch wenn der Opportunismusvorwurf an Eva Hermann, noch dazu völlig unbegründet, eine Ungerechtigkeit ist. Eva Hermann, die z.B. für EntscheidungsFREIHEIT für Mütter einsteht: Geld, das der Staat für Kita-Plätze ausgibt (ca. 1000 Euro im Monat), auch privat bekommen zu können, um somit, da wo geWOLLT, auch niedrig verdienenden Eltern die Chance zu geben, mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Und damit kann ich fließend zu Leonie übergehen…

    @Leonie: Keine Ahnung, warum Du Dich als unweiblich empfindest? Vielleicht gerade weil Du so biologistisch denkst, bzw. anti-biologistisch, was nicht viel anders ist: Denn entweder Du stehst zu der Tatsache biologischer Bedingungen und zumindest einem Minimum notwendiger Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau, wenn Kinder gewollt werden, oder Du lehnst „Zeugung“ und damit neue Kinder ab.

    Wäre es Dein Ideal, wenn wir noch in einem Zustand völliger Unwissenheit über biologische Vorgänge und der Tatsache von Geschlechtlichkeit lebten, und Kinder nicht „gewollt“ würden, sondern halt „passierten“…. ?

    Biologistisch ist in meinen Augen, wenn man seine persönliche Identität (allein) aus seinen biologisch-materiellen Bedingungen zieht, anti-biologistisch, wenn man seine Identität (allein) aus der Ablehnung dieser zieht, ohne etwas Positives zu finden, das über die Biologie hinaus führen könnte. Hast Du da was gefunden und wenn ja, was?

    Gespannt, ob sich in diesem Forum das Potential zu substantielleren Antworten noch zeigt, als Antworten aus dem Geist eines nihilistisch, spottenden und agressiven Anti-Biologismus, der spätestens am Ende der Produktivkräfte derzeit lebender Menschen in den kollektiven Tod führen würde. -----

    Herzliche Grüße, Stefan

  11. 11 Stefan 13. Oktober 2008 um 12:04 Uhr

    Eine technische Frage:

    wollte mit der Edit-Funktion oben „Anna“ zu „Anna und Euch“ ändern, aber die Änderung wird nach dem Senden nicht übernommen. Kann mir jemand weiter helfen?

    lg, Stefan

  12. 12 Stefan 14. Oktober 2008 um 10:48 Uhr

    Technische Frage hat sich erledigt…, die Änderung braucht wohl ihre Zeit…., ist ja jetzt drin.

  13. 13 Stefan 19. Oktober 2008 um 15:34 Uhr

    Ich wäre nicht nur gespannt, welchen Inhalt Eure substantiellen Antworten hätten, liebe Leonie, liebe Judith, sondern freue mich auch, wenn meine Gedanken bei Euch (oder anderen im Forum) eine Antwort finden.

    Wenn ihr auch nur ein wenig nachvollziehen könnt, worum es mir geht und auch nur ein wenig mehr Antwort geben könnt, als den Spott und die Arroganz, mit der Ihr zuerst reagiert habt, bitte schreibt mir davon. Ich bitte Euch darum!

    Mit dankbarer Erwartung,

    Stefan

  1. 1 MPunkt Trackback am 22. September 2008 um 19:11 Uhr

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