Google gibt nach

Laut einem Taz Artikel dürfen auf Google nun Abtreibungsgegner öffentlich werben. Der erste Versuch der christlichen Organisation „Christian Institue“ bei Gooogle Werbung zu schalten scheiterte.

Doch diese Anlehnung akzeptierten die christlichen Abtreibungsgegner nicht ohne weiteres: Sie verklagten Google wegen religiöser Diskriminierung. Aber noch vor dem Start des Prozesses einigten sich beide Seiten am Mittwoch außergerichtlich. Jetzt dürfen auch religiöse Organisationen Anzeigenplätze kaufen, die der Google-User sieht, wenn er nach dem Stichwort „Abtreibungen“ sucht.


Will man sich also zukünftig auf Google.de über das Thema „Abtreibung“ informieren, werden einem zuallererst christliche Pro-Life Seiten ins Auge stechen, die mit ihren militanten Äußerungen versuchen Frauen, dass Recht zu nehmen, über ihren eigenen Körper zu entscheiden.

Das ist wirklich eine Sache die mich jedesmal an die Decke gehen lässt. Ich meine muss Das sein?
Muss sich jetzt wirklich jeder, diesen Schrott reinzeihen.
Google denkt sich anscheinend ja und bittet Abtreibungsgegner damit eine weltweite, sehr effektive Plattform für ihre antifeministische Propaganda.

Mich macht, das aber nicht nur persönlich wütend, sondern ich halte dies auch für eine ziemlich bedenkliche Entwicklung, da allerorts die Leute wieder freudig am diskutieren sind, in wie weit Schwangerschaftsabbrüche legal sein sollten, über die Manifestation von Abbrüchen im Grundgesetzt oder gar ein Kippen des §218 kann sich hingegen jeder bestens totschweigen .

Aber Frauen muss einfach die Möglichkeit gegeben werde über ihren Körper frei zu entscheiden, dass heißt auch ohne den ganzen moralischen Ballast den unsere lieben „Freunde“ aus dem rechts-konservativen Lager gerne aufbauen.

Tja, was soll man dazu noch sagen ich werde nun also meine Suchmaschine wechseln und kopfschüttelnd zu Bett gehen!


27 Antworten auf “Google gibt nach”


  1. 1 Different 24. September 2008 um 0:23 Uhr

    Mein Gott, was erwartest du denn bitte? Dass auf Google nur Leute werben dürfen die deine Meinung vertreten? Wie weit weg von der Realität lebst du denn eigentlich? Werbeanzeigen schaltet wer das Geld dafür zahlt, fertig. Dass sich Google überhaupt anfangs dagegen gesträubt hat finde ich schon bemerkenswert.

  2. 2 leonie 24. September 2008 um 1:23 Uhr

    Werbung für Waffen, Alkohol und Pornographie sind nur sehr begrenzt erlaubt. Pädophilie oder Glücksspiel sind komplett verboten. Die Regeln für politischen Anzeigen fallen dagegen weniger eindeutig aus – dazu heisst es in Googles Richtlinien: „Wir gestatten politische Anzeigen, und zwar unabhängig von den politischen Ansichten, die sie repräsentieren.(…) Jedoch darf politische Werbung weder Beschuldigungen noch Angriffe auf das persönliche Leben einer Privatperson enthalten.“

    sieht nicht danach aus als ob hier nur werben dürfte wer Geld zahlt sondern es findet sehr wohl eine „moralische“ Auswahl statt nur Abtreibungsgegner fallen leider nicht in dieses „nicht-akzeptabel“Schema.

  3. 3 bigmouth 24. September 2008 um 10:48 Uhr

    boa, leonie, lern‘ lesen. google hat offenbar ne klage vermeiden wollen!

  4. 4 leonie 24. September 2008 um 11:33 Uhr

    boa bigmouth, lern verstehen, macht dass die sache irgendwie besser???
    Der Punkt ist doch, dass Abtreibungsgegnern damit eine neue Plattform geboten wird und sie es wieder mal geschafft haben und das ist nun mal Scheiße!

    oh man,oh man!!

    und wenn du das nächste mal an meiner Kompetenz zu lesen zweifelst dann drück dich bitte gewählter aus. Ich sehe es nämlich wirklich nicht ein, mich hier als Idiot abstempeln zu lassen.
    diskutieren ok, aber sicher nicht so!

    Viel Spaß noch

  5. 5 bigmouth 24. September 2008 um 11:55 Uhr

    sich darüber aufzuregen, dass unternehmen nichts tun, was ihren zweck, profit zu machen, gefährdet (also zB aufsehenerregende klagen, die in den free-speech-usa scheiße aussehen, und die sie sogar verlieren könnten), finde ich dumm. und immerhin haben sie zuerst versucht, die nicht zu schalten. du machst aus einem einknicken ein befürworten. sie haben doch gerade versucht, abtreibungsgegner mit berufung auf den satz

    Jedoch darf politische Werbung weder Beschuldigungen noch Angriffe auf das persönliche Leben einer Privatperson enthalten

    draussen zu halten. daraus foglt doch nun nicht, dass sie denen jetzt zustimmen, sondern dass google glaubt, dass juristisch nicht durchzukriegen. sie könnten also auch gezwungen werden, die zu schalten. wenn du jetzt empört was anderes hier schreibst, wirkt das wirklich so, als würde deien empörung deine lesefähigkeiten beeinträchtigen

  6. 6 leonie 24. September 2008 um 12:06 Uhr

    Wenn aber bei einer google Anzeige steht Abtreibung ist mord, dann sind dass aber nunmal schon „Angriffe auf das persönliche Leben einer Privatperson“, nämlich all derer Frauen die abgetrieben haben und damit als Mörder diffamiert werden!!!

    Ich sage ja auch gar nicht, dass sie Pro-Life jetzt befürworten oder nicht, aber sie geben all jenen nun mal eine ziemlich funktionstüchtige Plattform und das finde ich einfach kritikwürdig!!

  7. 7 crashintoahouse 24. September 2008 um 13:13 Uhr

    ich denke schon, dass man erwarten darf, dass ein weltweit agierendes unternehmen sich auch an seine offiziellen geschäftsprinzipien hält.

    das vorgehen mit wirtschaftlichen interessen zu rechtfertigen, ist zwar einfach, macht die sache aber dadurch nicht besser. vielleicht hat google nicht die explizite absicht, abtreibungsgegner zu unterstützen, aber durch diese geschäftspolitik beziehen sie dennoch stellung (wie auch in der china-frage) und das kann gerne mal öffentlich kritisiert werden.

  8. 8 bigmouth 24. September 2008 um 13:35 Uhr

    guckt mal, sie wären erfolgreich verklagt worden, dann müssten sie die eh schalten

  9. 9 gtz 24. September 2008 um 15:00 Uhr

    ich versteh das problem auch nich. sie ham wenigstens versucht, sich dagegen zu wehren. offenabr gibs in den usa ne gesetzliche grundlage für diese klage.

  10. 10 crashintoahouse 24. September 2008 um 15:16 Uhr

    zunächst einmal muss es keine explizite gesetzliche grundlage geben, um eine zivilklage anstrengen zu können. wirklich logisch wird das vorgehen von google nur, wenn man noch mehr infos sucht und findet:

    Das „Christian Institute“ hatte allerdings ein wichtiges Argument auf seiner Seite: Denn Google ließ Anzeigen von Abtreibungskliniken und Abtreibungsbefürwortern sehr wohl zu. Nun hat Google seine Richtlinien geändert.

    (ok, es ist die welt, aber noch das neutralste zu dem thema, wenn man mit google sucht…)

    dass google gerecht sein will und abtreibungsbefürworter und -gegner gleich behandeln will ändert aber trotzdem nichts daran, dass sich das unternehmen damit positioniert. und wenn sie nur versuchen unpolitisch zu sein.

  11. 11 leonie 24. September 2008 um 15:41 Uhr

    Werbung für Waffen, Alkohol und Pornographie sind nur sehr begrenzt erlaubt.

    HALLO Alkoholwerbung wird kaum geschaltet, da Google dass anscheinend scheiße findet und ach wie gut alle anderen auch, weil alkohol macht ja eh alle böse und ist schlecht, wenn jetzt aber ein weibliches Grundrecht verletzt wird dann applaudieren alle. Klasse!

    Ich will aber irgendwie nicht verstehen warum, Alkohol dann verwerflich ist aber wenn jemand gegen Abtreibungen wettert, dann is es ok.

  12. 12 gtz 24. September 2008 um 19:59 Uhr

    kannst du den wirren kram mal voreinander bringen? was is dein punkt und was hat ablehnung von suffwerbung damit zu tun?

  13. 13 crashintoahouse 24. September 2008 um 20:33 Uhr

    die entrüstung rührt vielleicht eher daher, dass google offiziell ein aufgeklärtes und freundliches image vermitteln will. googles extrem unbeholfener versuch, neutral zu sein, ging eben nach hinten los, weil er institutionen vorschub leistet, die gegen die aufklärung sind.

    man könnte zwar kritisieren, dass google es nicht auf ein verfahren hat ankommen lassen, um sich explizit gegen reaktionäre kräfte zu stellen.
    im kombination mit googles imageanspruch macht mich aber folgendes fragend guckend: es gab nichts weiter als interne gespräche und ich hab noch nirgends eine einschätzung gelesen, wie die chancen vor gericht für google gestanden hätten. immerhin sind abtreibungskliniken medizinische einrichtungen, keine religiösen, und sie befürworten abtreibung nicht zwangsläufig sie bieten sie nur an. wie damit christliche fundis ne klage durchdrücken wollten, halte ich für fragwürdig.

  14. 14 laylah 24. September 2008 um 22:15 Uhr

    googles extrem unbeholfener versuch, neutral zu sein, ging eben nach hinten los, weil er institutionen vorschub leistet, die gegen die aufklärung sind.

    komischer neutralitätsbegriff, crash.
    das mit den kliniken ist auch quatsch, da steht doch auch befürwortung.
    ganz ehrlich? unglaublich naive haltung. mit google gegen die reaktion, yeah.

  15. 15 crashintoahouse 25. September 2008 um 8:39 Uhr

    das war keine befindlichkeitsäußerung sondern eine theorie zur situation.
    dass explizit befürworter werben durften, stimmt. trotzdem: diese befürworten abtreibung meist nicht aus religiöser motivation. im gegensatz zum “christian institute”, deren werbung vermutlich allein wegen des religiösen hintergrundes abgelehnt wurde. womit ist also googles einknicken gerechtfertigt?

  16. 16 gtz 25. September 2008 um 11:27 Uhr

    schlicht und ergreifend mit dem erwarteten imageverlust. der laden da läuft, wie jeder andere auch, um damit geld zu machen. die entrüstung darüber is völlig naiv.

  17. 17 leonie 25. September 2008 um 13:30 Uhr

    gtz: ich finde es nicht naiv sich darüber zu „entrüsten“, wenn christlichen Pro-life Aktivisten eine weltweite Plattform geboten wird. Und ich halte es auch nicht für naiv, sich darüber zu ärgern, dass Google damit durchkommt andere Werbungen zu unterbinden für angeblich moralisch nicht korrekte Sachen(alkohol, glücksspiel etc), aber bei Abtreibungsgegnern dann nachgeben muss!

  18. 18 bigmouth 25. September 2008 um 20:55 Uhr

    dann müsstest du dich aber über die rechtslage empören, nicht über google

  19. 19 leonie 25. September 2008 um 21:21 Uhr

    naja ich denke dass es eher die gesellschaftliche Akzeptanz von Abtreibungsgegner dass Problem ist, denn die Rechtlage resultiert ja auch etwas daraus, siehe Rauchen.
    Naja und ich weiß dass Google nicht Urheber alles Übels ist, ich habe aber auch nie gesagt, dass es anders ist.
    Ich habe nur gesagt, dass sie nachgegeben haben und dass muss ich ja nicht unbedingt toll finden, oder? Sondern kann ich getrost Scheiße finden…

  20. 20 crashintoahouse 25. September 2008 um 22:18 Uhr

    gtz rechtfertigt googles vorgehen mit dem imageverlust, bigmouth und leonie sehen den grund in der rechtslage. aber dass die rechtslage gegen google stand, kann bezweifelt werden, solang nichts gegenteiliges bekannt ist (siehe auch meine obigen ausführungen). so ist es vielleicht doch eine (relativ) freie entscheidung gewesen, oder google ist wirklich eingeknickt allein unter dem einfluss der abtreibungsgegner. was dann wiederum die dominanz der christlichen propagandamaschinerie zeigen würde.

  21. 21 gtz 26. September 2008 um 3:44 Uhr

    was google dazu bewogen hat, edn prozess zu vermeiden, war der durch den imageeinbruch verursachte verlust.
    google hat also gewinn vor moral gelten lassen. nachdem sie versucht haben, moralisch zu agieren. keiner der akteure auf der kapitalistischen bühne handelt gegen seine gewinnabsichten. dass google überhaupt versucht hat, moralische maßstäbe anzusetzen, is das eigentlich erstaunliche.

    hätte google diesen versuch nicht unternommen, hätte es keine naive skandalisierung gegeben.

  22. 22 crashintoahouse 26. September 2008 um 8:25 Uhr

    unbestritten, gtz. ich bezieh mich auf bigmouth der immer noch findet, google hätte gar nicht anders handeln können, wegen irgendwelcher rechtlicher konsequenzen. und das ist quatsch.

  23. 23 bigmouth 26. September 2008 um 9:18 Uhr

    leonie macht trotzdem aus einknicken ein inhaltliches befürworten, um sich dann darüber moralsich zu empören. und ich glaube schon, dass googles rechtsabteilung ungefähr weß, was sache ist

  24. 24 hoderer 06. Oktober 2008 um 14:43 Uhr

    warum hab ich nur den eindruck, dass das eine phantomdiskussion ist?

    gibt man beim deutschen google den begriff „abtreibung“ ein, kommt also erstes, was wunder, die seite „abtreibung.de“, die von einer pro life-aktivistin betrieben wird. domain gesichert, vermutlich geschickte verschlagwortung und ein wenig promotion (z.b. durch häufige verlinkung) und schon ist die erste seite, die menschen, die sich über das thema infomieren wollen – d.h. auch frauen, die vor der entscheidung stehen, abzutreiben oder nicht –, bei google finden eine seite von abtreibungsgegnerInnen. und die haben dafür noch nicht mal was an google gezahlt. ist zwar das deutsche google, aber mit „abortionfacts.com“ ist beim englischsprachigen google der zweite eintrag nach dem wikipedia-artikel auch gleich eine pro-life-seite.

    ich stimme bigmouth zu, einem kapitalistischen unternehmen vorzuwerfen, dass es bestrebt ist, den gewinn zu maximieren oder, wie in diesem falle, den verlust, der durch ein verfahren oder imageverlust entstehen würde, zu begrenzen, ist unsinnig.
    die nachricht bleibt ja trotzdem interessant, weil sie zeigt, wie abtreibungsgegnerInnen arbeiten und wie man mit recht einfachen mitteln, nämlich ihren eigenen (s.o.), gegen sie agieren kann.

  25. 25 freespeech 08. Oktober 2008 um 16:44 Uhr

    Für Feministinnen zwar schwer zu verstehen, aber auch Nicht-FeministInnen haben ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Was natürlich das Fass zum überlaufen bringt, für Feministinnen, ist die freche Behauptung, auch andere außer Frauen, werden diskrimminiert.

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