Archiv für September 2008

Keine Intellektuellen Frauen?

Susanne Mayer kann keine weiblichen Intellektuellen in Deutschland sehen, wie sie auf Zeit online schreibt.

Miß Nin und ihre Erbinnen


Alles andere als in Vergessenheit geraten zu sein scheint die Autorin und Lebenskünstlerin Anaïs Nin. Wer ihre Bücher bis dato noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen!
Aber anstatt von Miß Nins Talent zu schwärmen, werden wir ihr hier anderweitig Tribut zollen: mit ihren Nachfolgerinnen, die die Tradition, als Frauen erotische Literatur zu verfassen, in dem Projekt Anais weiterführen möchten.
Nach dem Hüpfer ein Interview mit Victoria und Jennifer, den Köpfen hinter der Anais-Reihe. (mehr…)

Mein Bauch gehört mir // Gegen christlichen Fundamentalismus

In den letzten Wochen wurde hier schon über den „Marsch der 1000 Kreuze“ in Salzburg berichtet. Dort gab es kleine, aber wirkungsvolle Gegenaktionen, die die Christ_innen ganz schön aufgeregt haben. Auch in Berlin wird es am 20.09.2008 einen solchen Marsch fundamentalistischer Abtreibungsgegner_innen geben, und damit auch die Berliner Fundis nicht ganz unbehelligt bleiben, gibt es ein Bündnis von feministischen, antisexistischen und antifaschistischen Gruppen, dessen Aufruf zur Gegenkundgebung ich hier dokumentiere:

Kundgebung: „Mein Bauch gehört mir // Gegen christlichen Fundamentalismus“
Am 20.09.2008, 11.30 Uhr auf dem Platz vor dem Roten Rathaus (Berlin, Neptunbrunnen)
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Bye Bye Klementine

Das EU-Parlament fordert das Aus für stereotype Übermuttis in der Werbung.

Babysimulatoren- Schwangerschaftsabschreckung per Tamagotchi

Nimmt in Industriestaaten die soziale Ungleichheit zu, geht das in der Regel mit einem Anstieg von Teenagerschwangerschaften einher. Junge Frauen, die wenig Chancen auf einen interessanten Job/Ausbildung haben, entscheiden sich oft früh dafür, Mutter zu werden, um einen gesellschaftlich und in der Peergroup anerkannten Status zu besitzen und gegebenenfalls für einen Zeitraum (mehr) Sozialleistungen zu erhalten. Gern gesehen wird das nicht, in den USA stigmatisiert man diese Mütter als „Welfare Queens“, die dem Staat auf der Tasche liegen anstatt zu malochen und in der Bundesrepublik sind erziehungsunfähige Unterschichts-Mütter, die ihre Kinder vernachlässigen, ein beliebtes Thema in Zeitung und TV.
Um die Mädchen vom Kinderkriegen abzuhalten, werden Babysimulatoren eingesetzt, computergestützte Puppen, mit denen Mädchen erste Erfahrungen mit Neugeborenen sammeln sollen. Wird das Projekt von den Medien erstmal gutgeheißen, da es die Unterschicht mit den gut sichtbaren String-Tangas (stern) zur Vernunft bringt, kommt eine Studie der Uni Oldenburg (mehr) zu kritischeren Ergebnissen. Erstens wird eine frühe Mutterschaft nicht zwangsweise als Notlösung, sondern auch als eine bewusste Entscheidung und zu unterstützender Lebensentwurf gesehen. Zweitens wurde festgestellt, dass der Babysimulator zur Abschreckung eingesetzt wird, indem er die „Mütter“ konsequent überfordert. Notfalls ermöglicht es die Technik, besonders ambitionierte Mütter mit besonderes problematischen Babys (Schreibabys, drogenabhängige Säuglinge) zu frustrieren. Damit sollen die Mädchen von dem gesellschgaftlichen Ideal „Erst die Ausbildung, dann die Familie“ überzeugt werden. Bei der Zielgruppe des Babysimulators handelt es sich um Mädchen mit geringen Bildungs- und Berufschancen, also Jugendliche, die ohnehin schon vielfältige Ausgrenzungs- und Verunsicherungserfahrungen gemacht haben. Über mögliche Wege zur Lebensgestaltung als junge Mütter (Männer kommen in dem Projekt sowieso nicht vor) wird nicht informiert, gelernt wird lediglich “ ich werde einen schlechte Mutter sein“.

Keine Kohle, keine Pille.

Wenn sich spezifische Frauenprobleme und soziale Benachteilung mischen, wird’s kritisch. Auch und gerade, wenn’s sich um Schwangerschaftsverhütung dreht.
Es ist auch so schon ein Thema, dass Verhütung nicht gerade billig und unkompliziert ist (siehe die zahlreichen Debatten unterschiedlicher Coleur allein schon hier auf dem Blog). Und wer hat sich nicht schon gewünscht, dass es beispielsweise die Pille rezeptfrei in der Apotheke gibt, ohne immer wieder zum Arzt zu müssen und sich gnädigerweise – selbstverständlich nach Entrichtung der Praxisgebühr – sozusagen die schriftliche Erlaubnis zum Pille kaufen abzuholen?

Die Obdachlosenzeitung „fiftyfifty“ hat sich auch dem Thema gewidmet und spricht es aus der Perspektive von ALG II-Empfängerinnen an. (mehr…)