Kunst gegen Gewalt

Die Frage, inwieweit Kunst politisch ist, wird nicht zum ersten Mal gestellt. Im ameriaknischen Williamsburg hat ein Opfer sexueller Gewalt obiges Schild aufgestellt, das die Maxime the „personal is political“ auf schmerzhaft greifbare Art verdeutlicht.
Auf dem Schild steht (frei übersetzt):
„Eine Frau wurde in diesem Häuserblock von einem Fremden vergewaltigt. Bitte beschützt eure Freunde, Geliebte, Schwester, Tochter, Mutter, Großmutter, Nichte, Cousine, die Frau, die ihr spät nachts um Hilfe rufen hört. Eine von sechs Frauen in diesem Land waren Opfer von Vergewaltigung oder versuchter Vergewaltigung. Das muß aufhören.“

Da der Fall der Künstlerin selbst noch in der Gerichtsverhandlung steckt, bleibt sie anonym.
ArtCal Zine hat sie interviewt.
Zu ihrem Schild sagt sie:

I suppose the sign is a piece of street art because it’s purpose is to directly communicate with the community, and it’s about the community. It needs the context of the street to be successful. I don‘t think it could exist in the same way in the gallery. (…)So, I thought of making a sign to create awareness of rape occurrences, to make people realize that it can, and has, happened in their neighbor, or to their neighbors.

Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das Schild „etwas bringt“, ob die Leute nun mehr gegenseitig auf sich achtgeben, ob Vergewaltiger dadurch auch nur im Mindesten abgeschreckt werden und so weiter. Aber vielleicht geht es darum gar nicht,
Das Schild setzt ein Zeichen, es steht gut sichtbar da und wird vor allem bemerkt – und das ist schon mal ganz wichtig. Das Problem wird thematisiert.
Was mir auch gefällt, ist die Gestaltung des Bildes: verschönert wird nichts, aber es enthält keine Panikmache. Sondern eine höfliche, aber drängende Aufforderung. Nicht polemisch, aber deutlich.
Es ist jetzt wohl nicht mehr so einfach, wegzuschauen oder wegzuhören – ein Schreien, da kann man sich einreden, das kann ja weiß Gott was bedeuten und es mag auch schnell vergessen sein. Passiert ja nur kurz.
Aber das Schild steht beharrlich da. Und so verwandelt die Künstlerin sich vom bloßen Opfer in eine Handelnde und macht sich somit sichtbar. Und hofft, daß andere ihrem Beispiel folgen werden:

(…) I want rapists to realize that the act that they commit is unforgivable, and is an obscene expression of power over another person. I hope that they will come to this realization when they think about the possibility of their loved ones becoming victims of rape. I also hope that other rape victims will contact me to put a sign up in their neighborhood. It is important to spread community awareness, as well as to empower the victims by allowing them to take an active role in preventing it from happening to others.

Über Feministing.


22 Antworten auf “Kunst gegen Gewalt”


  1. 1 chica 06. Oktober 2008 um 21:04 Uhr

    nein nein nein, das ist nicht mein feminismus.
    nicht emanzipatorisch, nicht links, sondern erzkonservativ:
    männer beschützt eure frauen vor den fremden
    neighborhood watch rocks
    und die message an die frauen: nachts ist es auf er straße gefährlich,
    wenn euch die männer nicht beschützen können, werdet ihr vergewaltigt

  2. 2 Judith 06. Oktober 2008 um 22:01 Uhr

    the road to hell is paved with good intentions..

  3. 3 dodo 07. Oktober 2008 um 9:34 Uhr

    wer sagt denn, daß sich das schild explizit nur an männer wendet?

  4. 4 crashintoahouse 07. Oktober 2008 um 13:20 Uhr

    dodo, das ist doch unerheblich.
    empowering von opfern ist ne sehr gute sache. aber das findet hier nicht statt.
    was c und J sagen.

  5. 5 gtz 07. Oktober 2008 um 15:47 Uhr

    ach kinder, da ein totaler umsturz der zustände derzeit nich gerade ins haus steht, kann man doch wenigstens mit den in den zuständen möglichen mitteln sorge tragen, dass die allerschlimmsten zumutungen von den opfern ferngehalten werden. wenn diese opfer keine andere möglichkeit sehen, als sich von männern beschützen zu lassen, dann is das zwar bemerkenswert und kritikwürdig, aber nichtsdestotrotz steht ihnen schutz erstmal zu.

  6. 6 crashintoahouse 07. Oktober 2008 um 15:59 Uhr

    es ist trotzdem wichtig, darauf hinzuweisen, welche selbstwahrnehmung das bei frauen unterstützt. nämlich die, dass sie immer potenzielle opfer sind. menschen schwäche zuzuweisen bzw. sie auf eine (hier: körperliche) unterlegenheit hinzuweisen, bringt sie nicht dazu, für ihre rechte und ein sicheres umfeld zu kämpfen, sondern dazu, schutz zu suchen und das feld dem potelziellen täter und der gesellschaft die diese hervorbringt zu überlassen.

    weiterhin führt die künstlerin an, sie wolle auch potenzielle täter ansprechen und ihnen das bewusstsein geben, dass jede missbrauchte frau auch eine geliebte person ihres umfelds sein könnte.
    das wird nicht funktionieren, denn das gründet auf der falschen annahme, täter nähmen ihr tun als echtes unrecht wahr und empfänden empathie für ihre opfer.

  7. 7 gtz 07. Oktober 2008 um 16:15 Uhr

    sie auf eine (hier: körperliche) unterlegenheit hinzuweisen, bringt sie nicht dazu, für ihre rechte und ein sicheres umfeld zu kämpfen, sondern dazu, schutz zu suchen

    sicher nich, aber im angesicht unmittelbarer konkreter gefahr is die reaktion auf diese gefahr vorrangig. wie man diese zustände angreift, kann man sich gerne parallel dazu überlegen, aber der unmittelbare schutz muss gewährleistet sein. mit den mitteln die zur verfügung stehn. wenn selbstschutz aus irgendwelchen gründen nich infrage kommt, dann muss das eben jemand anderes übernehmen.

  8. 8 dodo 09. Oktober 2008 um 11:09 Uhr

    Ich finde nicht, daß das Schild den von dir beschriebenen Effekt hat.
    Es steht ja nicht drauf „Mädels, passt auf euch acht, hinter jeder ecke lauert ein böser bube“, sondern es richtet sich an ALLE.
    Sie fordert die menschen dazu auf, nicht wegzusehen, sondern solidarisch zu sein und gegenseitig aufeinander acht zu geben – so ähnlich wie die bierdeckelkampagne, die an anderer stelle schon mal erwähnt wurde.
    und das finde ich richtig, denn sexualisierte gewalt sollte nicht allein problem des opfers sein, sondern die ganze gesellschaft (oder eben hier: die nachbarschaft) sollte mit verantwortung tragen.

  9. 9 Psychopapst 09. Oktober 2008 um 13:20 Uhr

    Das Problem mit dem „starken Mann der Frauen beschützen muss“ lässt sich dummerweise an dieser Stelle nicht lösen. Denn ein Mann der eine Vergewaltigung mitbekommt, hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder er greift ein und erfüllt damit das Klischee des starken Mannes oder er greift nicht ein und unterstützt damit den Vergewaltiger.

    Es ist so ähnlich wie bei der Problematik dass Männern Frauen die Tür aufhalten: Das Problem ist nicht dass Männer den Frauen die Tür aufhalten, sondern dass sie Männern die Tür NICHT aufhalten.

    Was ich bei dem Schildtext eher übel finde, ist dass es den Eindruck erweckt sexuelle Übergriffe hätten per se etwas mit „Fremden“ zu tun. Normalerweise muss man ja eher Nachbarn, Verwandte, Kollegen etc. im Auge behalten.

  10. 10 gtz 09. Oktober 2008 um 13:37 Uhr

    das sind aber eher nich die, die draussen auf der strasse in dunklen ecken zuwerke gehn, wie das ja hier der fall gewesen zu sein scheint. ausser dass ich dieses sogenannte kunstwerk ziemlich scheusslich finde, wüsste ich jetz nich, wasses da konkret dran zu kritisieren gäbe.

  11. 11 leonie 09. Oktober 2008 um 18:28 Uhr

    ich finde die Idee auch gut, dass das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen öffentlich angesprochen wird. Ich halte das „Kunstwerk“ aber auch irgendwie für kritikwürdig, da es die Frau an sich als wehrloses Geschöpf darstellt, dass sich ohne Hilfe anderer nicht auf die dunkle Straße trauen kann, da es sonst Gefahr läuft vergewaltigt zu werden. Und ich finde man sollte woanders anfangen wenn man Vergewaltigungen in Zukunft verhindern will, als Frauen ein Gefühl von Ohnmacht über ihren eigenen Körper zu vermitteln.

  12. 12 chica 09. Oktober 2008 um 19:15 Uhr

    Das Modell das Männer (ja, explizit steht das nicht so dar, aber gemeinst ist es so imho) die eigenen Frauen vor der Gewalt durch fremde Männer schützen sollen, ist keine feministische Errungenschaft sondern ein gängiges patriarchales Gesellschaftsmuster.
    Und ich finde es auch daneben, jede Thematisierung von Gewalt gegen Frauen als irgendwie fortschrittlich/gut abzufeiern, zählen doch grade Opferschutzvereine (v.a. in den USA) zu reaktionären Organisationen, die auf Ausgrenzung und Einsperrung sozialer Randgruppen zielen.

  13. 13 ayxc 11. Oktober 2008 um 12:24 Uhr

    ich wollte nochmal betonen, dass das Gute an der Aktion ja nicht die Thematisierung von Gewalt, sondern die Selbstthematisierung als Betroffene von sex. Gewalt ist, das Brechen des Tabus Opfer sein zu dürfen. Das Tabu Opfer zu sein und dazu noch reden zu können, sich öffentlich äußern zu können, sich zu verhalten. (das Tabu sexueller Gewalt, nicht mehr unversehrte Ehefrau/Partnerin sein zu können meinetwegen). Ich finde diese häufige Reaktion, “ menschen schwäche zuzuweisen bzw. sie auf eine (hier: körperliche) unterlegenheit hinzuweisen, bringt sie nicht dazu, für ihre rechte und ein sicheres umfeld zu kämpfen“ problematisch, weil sie sich immer wieder dagegen wendet, sich als (traumatisiertes) Opfer positionieren zu dürfen und vor allem auch aus dieser Position heraus handlungsmächtig zu sein. Üblich ist eher die eigene Vergewaltigung/en und die eigenen Wunden verschweigen zu müssen oder rauszufallen, wenn die nicht verschweigbar sind. Ein Tabu, sich als Opfer artikulieren zu dürfen.
    z.B. bei dieser Beschreibung: „Denn ein Mann der eine Vergewaltigung mitbekommt, hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder er greift ein und erfüllt damit das Klischee des starken Mannes oder er greift nicht ein und unterstützt damit den Vergewaltiger.“ taucht das Opfer wieder nicht mehr auf. Die Kommunikation des Opfers spielt dabei keine Rolle, beispielsweise um Hilfe schreien, usw.. Wichtig ist es einen Blick zu haben für die Handlungen und Ermächtigungen der Betroffenen und nicht immer wieder Opfer zu nivellieren.
    Problematisch find ich vorallem diese perfiden Botschaft an Täter als Hausherren. Wo bekannterweise im nahen Umfeld die meisten Vergewaltigungen stattfinden. Das wird nicht thematisiert, weil die Täter nicht als Arschlöcher, sondern als Herr von Kinder + Frauen, die auch von Anderen beschmutzt werden können, angerufen werden.

  14. 14 andreas grütmacker 10. Juli 2012 um 23:56 Uhr

    hallo männer stopt die gewalt gegen frauen jede vergewaltigung die verhindert werden kann ist ein sieg beschützt die frauen vor brutale vergewaltiger eine frau hatt den gleichen wert wie ein mann vergest das bitte nicht

  15. 15 andreas grütmacker 11. Juli 2012 um 0:48 Uhr

    an alle mädchen und frauen die hir auf dem forum grade unterwegs sind ich bin ein mann der nie zulassen würde das eine frau vergewaltigt wird vergewaltiger meinen sie hätten die macht über jede frau

  16. 16 andreas 11. Juli 2012 um 23:25 Uhr

    die gewalt gegen frauen muß aufhöhren eine vergewaltigung hat nichts mit sex zu tun sondern mit machtstreben durch schnelles eingreifen kann eine vergewaltigung verhindert werden

  17. 17 andreas 13. Juli 2012 um 14:52 Uhr

    männer beschützt eure frauen vor brutale vergewaltiger denn auch sie können zum opfer fallen die frauen müssen sich wieder sicher fühlen können an euch frauen und mädchen noch ein guter tipp von mir verteidigt euch mit tränengass oder elektro schoker gegen die vergewaltiger

  18. 18 andreas 14. Juli 2012 um 2:01 Uhr

    die gewalt an frauen muss aufhöhren eine frau muß sich wieder sicher fühlen

  19. 19 andreasg 15. Juli 2012 um 14:05 Uhr

    stopt die gewalt an frauen eine frau ist kein frei wild ich kann es nicht ertragen wenn ein mensch leidet wo ungerechtigkeit ist werde ich zu stelle sein wenn eine frau vergewaltigt wird werde ich der frau zu hilfe eillen

  20. 20 andreas 16. Juli 2012 um 14:58 Uhr

    jeder mensch der einfach zu kuckt wie eine frau brutal vergewaltigt wird ist ein feigling an euch frauen und mädchen wenn ihr das lest dann wisst ihr das wir unter euch leben und euch nur von brutale vergewaltiger beschützen wollen denn wir werden gewalt mit wieder gewald fergelten nur so kann mann die gewald gegen frauen bekämpfen

  21. 21 andreas 17. Juli 2012 um 20:35 Uhr

    stopt die gewalt an frauen an die frauen und mädchen ich bin ein mann der auf der seite von einer frau ist und die frauen beschützt

  22. 22 andreas 15. August 2012 um 20:05 Uhr

    an alle mädchen und frauen ein guter tipp von mir schützt euch durch selbstverteidigung vor vergewaltiger karate ist die beste waffe gegen diese menschen eine vergewaltigung ist für eine frau sehr schlim und hat nichts mit sex zu tun sondern mit macht und kontrolle über euch frauen ich hasse vergewaltiger und werde sie bekämpfen frauen sind zum lieben da und nicht um ihnen weh zu tun oder zu vergewaltigen ich wurde von einer frau zu welt gebracht und von einer frau im kampfsport ausgebildet keine gewalt gegen frauen mehr

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