Die „heilige Schwangere“ reloaded

In Salzburg geht derzeit, auf politischer Ebene, ein ziemlich merkwürdiger Gesetzentwurf um, welcher sachwangeren Prostituierten verbieten soll, ihren Beruf weiterhin auszuführen.
Jetzt mag man zu Prostitution stehen wie man will, aber dürfte es hier allen ziemlich schnell klar werden, dass es sich dabei nicht um eine Schutzmaßnahme für Sexarbeiterinnen handelt, sondern nur darum geht, den Mythos der reinen, tadellosen, schwangeren Frau zu schützen, so auch Sonja Schliff im DieStandard Interview:

„Das Thema ‚schwangere Prostituierte‘ ist sehr moralisch besetzt – es geht dabei offensichtlich nicht um das Wohl der Frauen, sondern um die ‚heilige Schwangere‘. Die Betroffenen bekommen nicht den Schutz, den sie bräuchten“

Das Problem, dass Frauen in diesem Fall ihre Existenzgrundlage verlieren würden oder sich zu Schwangerschaftsabbrüchen genötigt sehen, sieht Harald Preuer(ÖVP) eher gelassen, sein Tipp:

„Arbeiten dürfen sie ja. Sie können ja in der Zeit etwas anderes machen, zum Beispiel das, was sie gelernt haben.“

Vielleicht sollte sich Herr Preuer mal lieber darum kümmern wie man die Rechtspopulisten, die ja mit immerhin mit 30% in der Nationalratswahl auftrumpfen konnten eliminieren kann, statt „frauenpolitisch“ aktiv zu werden.

Wer Prostituierten wirklich Hilfe leisten will, sollte lieber die von Frau Schliff beantragte Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen in Salzburg unterstützen, dies wird aber seit zwei Jahren vehement verweigert.

über dieStandard


2 Antworten auf “Die „heilige Schwangere“ reloaded”


  1. 1 Psychopapst 11. Oktober 2008 um 13:06 Uhr

    Wieso, er eliminiert doch die Rechtspopulisten indem er sie einfach rechts überholt.

    Ist Prostitution eigentlich auf EU-Ebene als Beruf anerkannt? Wenn ja, dürfte dieser Schwachsinn recht schnell von europäischen Gerichtshof kassiert werden. Insbesondere da ja noch nichtmal so getan wird, als wäre das ganze Arbeitsschutz: „In erster Linie müssen wir jetzt den abartigen Markt in den Griff bekommen“ (Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP)).

    Sehr interessant übrigens, dass dies die Reaktion auf den Fall einer Prostituierten war, die ihr neugeborenes Kind aus einem Fenster geworfen hat, da sie -wenn ich den Artikel richtig interpretiere- noch nichtmal mitbekommen hatte, dass sie schwanger war und dadurch eine Panikreaktion gezeigt hatte. Vielleicht sollte man mal den Sexualkundeunterricht verbessern. Das dürfte deutlich sinnvoller sein.

  2. 2 Judith 11. Oktober 2008 um 23:20 Uhr

    „er eliminiert doch die Rechtspopulisten indem er sie einfach rechts überholt“.
    ausgerechnet heute metaphern aus dem straßenverkehr im zusammenhang mit österreichischen rechtspopulisten, räusper, honi soit qui mal y pense..

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