Berichterstattung über die Frau im All

Völlig losgelöst entschwebte vor einer Woche eine kleine Werkzeugtasche ins All. Irdischer Hohn und Spott waren Heidemarie Stefanyshyn-Piper sicher – war es doch ausgerechnet eine Frau, der die 100.000-Dollar-Tasche bei einem Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS abhanden kam, gefilmt und fotografiert von der eigenen Helmkamera.

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5 Antworten auf “Berichterstattung über die Frau im All”


  1. 1 hn 26. November 2008 um 1:58 Uhr

    wie ist das, bis vielleicht auf den (allerdings wahren) teil mit „hohn und spott[..] ausgerechnet eine frau“ sexistisch?! es war wirklich eine frau, und sie hat wirklich die tasche losgelassen. und es gibt tausende stammtischbrüder, die das saulustig finden, weil äh, frauen ja bekannt sind, ständig 100.000$-taschen fallenzulassen (dagegen wirkt der gepimpte 40.000€ Golf GTI am baum ja lächerlich)

    andererseits dachte ich, dass, besonders bei außenarbeiten, jeder handgriff vorgeschrieben ist etc, wenn also die tasche nicht befestigt war, dürfte es eher ein „fehler im system“ gewesen sein. das der astronautin in die schuhe zu schieben wäre dann natürlich sexistisch…

    schlimmer finde ich allerdings, dass es einige sensationsheischende Artikel gab, nachdem einige astronautinnen auf der MIR waren, dass dort „space-sex-experimente“ durchgeführt worden seien. denn wofür würde man denn sonst frauen da hochschicken, wenn nicht um die herren (streng wissenschaftlich natürlich, höhö) zu beglücken.

    oh, und. weshalb ist Thomas Reiter der einzige namentlich irgendwie bekannte deutsche Astronaut?!

  2. 2 Gary 26. November 2008 um 12:49 Uhr

    und was ist mit Sigmund Jaehn?

    Warum freuen sich Medien so, wenn man den Stammtisch bedienen darf?

    Das es von der Tagesschau kommt finde ich ein bisschen sehr heftig vieleicht sollte man mal eine böse Mail schreiben.

  3. 3 Nico 27. November 2008 um 20:09 Uhr

    Stimme Gary zu. In der BLÖD würde mich sowas nicht wundern, bei der Tagesschau… Man fragt sich: Was soll das? Neutral ist das sowieso nicht, „ausgerechnet“ sollte ein Journalist NIE selbst schreiben.

  4. 4 Julinoir 30. November 2008 um 17:31 Uhr

    Noch idiotischer als die Tagesschau: Der Artikel dazu in der Jungle World. „FS“ beglückt die Leser_in mit diesem sexistischen Allgemeinplatz:

    Ein Geheimnis aber wird für Männer jedenfalls niemals zu ergründen sein, nämlich die Frage, was Frauen in ihren Handtaschen herumtragen. Nachschauen kann man jetzt auch nicht mehr, jedenfalls nicht bei dem Täschchen, das die Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper bei einem Außeneinsatz an der Weltraumstation ISS im All verlor.

    und endet mit

    Unwahrscheinlich, denn irgendwann wird die Tasche dann doch in der Erdatmosphäre verglühen und so die Lösung des letzten großen Rätsels dieses Universums ein für alle mal mit sich nehmen: das Geheimnis der Damenhandtasche.

    http://jungle-world.com/artikel/2008/48/31371.html

    Ich habe wirklich, wirklich keine Lust, bei der sontagnachmittäglichen Lektüre einer vermeintlich linken Wochenzeitschrift von derartigem Blödsinn gestört zu werden.
    Die Frau (das ist scheinbar auch eine Astronautin immer zu allererst) als das unbekannte, dem Mann in seiner Rationalität nicht begreifliche Wesen. Die natürlich gerade, wenn sie die Unverschämtheit hat, so unweibliche Berufe wie Raumfahrerin zu ergreifen, als rätselhafte, ganz andere Sonderform von Leben angerufen werden muss.
    Ist das denn wirklich zu viel verlangt, derartig rekationäre Kackscheisse als halbwegs emanzipatorische Zeitung zu vermeiden?
    Und nein, der Artikel ist nicht ironisch gebrochen oder so, der ist einfach nur strunzdumm.

  5. 5 Nico 02. Dezember 2008 um 1:23 Uhr

    OMFG. Mehr fällt mir zu Letzterem wirklich nicht ein.

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