“Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt“

Meinem kleinbürgerlichen Drang Traditionen zu wahren gebe ich heute nur zu gerne nach, ist der 25.11. doch international der „Tag gegen Gewalt an Frauen“. Genutzt wird er von einem breiten Spektrum zwischen staatlichen Frauenbeauftragten, die sich endlich einmal im Jahr feministisch zeigen können bishin zu Queer People, die auf weitere vergeschlechtlichte Unterdrückungsmechanismen hinweisen. Dazwischen tummelt sich ein buntes Potpourri aus Frauenrechtler_innen und Feminist_innen, die heute Demonstrieren, Informieren oder auch einfach gar nichts tun, das sieht wohl von Stadt zu Stadt unterschiedlich aus.
Um eine lange Rede kurz zu machen, ich dachte, es sei mal wieder ein Grundsatztext angebracht. Es handelt sich um einen Redebeitrag des Antifaschistischen Bündnis‘ Südost vom 20.09.08. Ich will mich ihm nicht in jeder Formulierung anschließen, finde ihn aber prinzipiell richtig, wichtig und gerade jenseits der „Linken“ viel zu selten gehalten.1

Eine Frau geht nachts allein durch den Park, ein unbekannter Täter überfällt und vergewaltigt sie. So der Mythos. Dies trifft nur in seltenen Fällen zu. Sexuelle Gewalt beginnt nicht erst dann wenn eine Frau vaginal vergewaltigt wird. Sexuelle Übergriffe passieren jeden Tag und fast jede Frau hat bereits solche Erfahrungen gemacht. Doch die gesellschaftliche und vor allem rechtliche Bedeutung von sexueller Gewalt lässt keine Definition der eigenen Gefühle zu. Die Betroffenen sind oft allein und erfahren wenig Zuspruch seitens der Gesellschaft. In einigen Fällen wird den Betroffenen noch Verführungsabsicht unterstellt oder sie hätten nicht eindeutig nein gesagt. Doch nicht Täter entscheiden wie weit sie gehen können, sondern die Betroffene. In den meisten Fällen die Frau.

Das gerade Frauen häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind als Männer ist hinlänglich bekannt und lässt sich durch die Sozialisation der Geschlechter ganz einfach erklären. Lernen Mädchen doch von Geburt an das „brave Kind“ zu sein, immer leise, freundlich und fügsam, werden Jungen zu dem genauen Gegenteil erzogen. Der Mann hat schließlich die Hosen an und das steht nicht nur so in der Bibel. Von klein an wird den Kindern eine imaginäre Überlegenheit erzogen, welche fatale Folgen für die spätere Entwicklung des Kindes und einer emanzipatorische Gesellschaft hat. Sexuelle Gewalt ist und bleibt eine Handlung, mit der ein Machtverhältnis demonstriert werden soll und die Täter sind dabei fast ausschließlich Männer.

Während sich in Politik und Gesellschaft bestehende Rollenverhältnisse zumindest tendenziell auflösen, hält Beispielsweise die Kirche weiter am Machtverhältnis der Männer fest. Papst Joseph Alois Ratzinger agiert mit Propaganda gegen Verhütungsmittel, die Bibel wird als Unterdrückungsmittel gegen Frauen genutzt und christliche Fundamentalist_innen gehen gegen Abtreibungen auf die Straße – um nur einige Beispiele völlig unzumutbarer Verhältnisse zu nennen.

Auch wenn sich durch die Frauenbewegungen schon vieles zum Besseren gewandt hat und das Thema der Unterdrückung von Frauen Einklang in viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens gefunden hat. Auch wenn in den letzten Jahren viel für den Opferschutz getan wurde. Besser ist noch lange nicht gut genug. Solange sich Machtverhältnisse und Unterdrückung nicht auflösen, wird sexuelle Gewalt weiter Bestandteil unseres Lebens sein. Die Kirche trägt durch ihre rückschrittlichen Werte einen Teil dazu bei, bestehende Machtverhältnisse und die damit verbundenen Folgen weiter aufrecht zu erhalten. Aber auch jede/r Einzelne ist dafür verantwortlich, bestehende Rollenverhältnisse kritisch zu betrachten und sich dagegen aufzulehnen. Es ist wichtig die Grenzen von Menschen zu respektieren und einzuhalten. Wenn wir Sexuelle Gewalt wahrnehmen, müssen wir den Mund aufmachen! Die Betroffenen dürfen nicht allein gelassen werden!!

Und auch heute ist es wichtig den Mund aufzumachen, denn niemand hat das Recht über den Körper eines anderen bestimmen zu können. Für uns ist es weder tragbar, noch tolerierbar diesen Menschen heute einen Raum für ihre frauenverachtende Propaganda zu geben.

* Gegen christliche und allen anderen Unterdrückungsmechanismen.
* Für eine emanzipatorische Gesellschaft.
* Nein heißt Nein! Eure Körper gehören euch!

  1. In seiner Eigenschaft als Rede ist er nicht allzulang und vereinfacht komplizierte Sachverhalte. Die zu erklären, ist wohl auch nicht Aufgabe einer Rede und interessierte Menschen werden wohl früher oder später von selbst auf sie stoßen.[zurück]

49 Antworten auf ““Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt“”


  1. 1 hn 25. November 2008 um 15:08 Uhr

    vereinfacht vielleicht ein wenig zu stark, oder?
    aber gut, ich bin auch allergisch gegen diese „links formulierten“ texte, besonders wenn sie auch noch in einfach skandierbaren parolen enden… (kann wirklich nicht nachvollziehen, für wen dieser text sein soll, und wem die parolen helfen sollen — alles gesagte ist bekannt und tausendfach gesagt worden?!)

  2. 2 chica 25. November 2008 um 15:36 Uhr

    Mich befremdet es, dass FeministInnen jetzt im Christentum den Hauptfeind ausmachen. Nicht weil ich es grundsätzlich bestreite, aber die gesellschaftliche Relevanz von christlichen Gruppierungen schhätze ich vernachlässigenswert ein. Vielleicht bin ich auch zu alt, um diesen Hype zu verstehen.

  3. 3 ruhf 25. November 2008 um 16:05 Uhr

    „aber die gesellschaftliche Relevanz von christlichen Gruppierungen schhätze ich vernachlässigenswert ein.“

    Bitte was? Vernachlässigenswert? Wie kommst du darauf?
    Seit wann hätten Papst, oder Bush und seine Evagelikaner wenig gesellschaftlichen Einfluss? Wie siehts mit Abtreibungsgegnern aus? Oder der sehr oft religiös begründeten Ablehnung von „schwuler Ehe“?
    Die größte Partei in Deutschland ist die _C_DU… die Kirchen sind an den Schulen… etc etc etc.

  4. 4 Laura 25. November 2008 um 18:57 Uhr

    Das Problem ist aber: es gibt nicht _die_ Kirche.
    Was da genannt wird, ist sicherlich richtig und über das Thema Papst und Verhütungsmittel muss man auch nicht diskutieren, aber die evangelische Kirche hat in vielen Städten sehr gute Hilfsangebote für Frauen und engagiert sich sehr.
    Auch ist es in vielen Landeskirchen so, dass homosexuelle Pfarrer kein Problem mehr sind und mit ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin im Pfarrhaus leben. Das sollte man nicht unter den Tisch kehren.

  5. 5 crashintoahouse 25. November 2008 um 19:26 Uhr

    doch, es gibt _die_ kirche.
    die christlichen kirchen sind streng hierarchische organisationen mit von oben vorgegebenen grundsätzen, die befolgt werden müssen.
    um irgendwelche leute, die da aus der reihe tanzen, gehts hier nicht und diese leute können auch nicht für eine liberalisierung der kirchen stehen, solange der unfehlbare katholische obermacker (papst) frauenfeindliche forderungen absetzt.

  6. 6 chica 25. November 2008 um 20:21 Uhr

    Homophobie, Sexismus und Positionen gegen Abtreibungen sind in allen gesellschaftlichen Gruppen verbreitet, bei strengen Christen sicher auch, aber eben auch bei Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften und Atheisten. Ebensowenig wird Gewalt gegen Frauen nicht in erster Linie von praktizierenden Christen ausgeübt, deshalb finde ich den Fokus auf „christliche Fundamentalisten“ falsch.
    Und die christlichen Kirchen in der BRD befinden sich gegenwärtig nicht in einer Position, wo sie zunehmend an Macht gewinnen, etwa analog zur nazistischen Bewegung in den 90ern, dass da jetzt massiver Handlungsbedarf besteht, sehe ich nicht.

  7. 7 Julinoir 25. November 2008 um 20:32 Uhr

    @ chica:
    Die katholische Kirche kann sich einer Machtfülle bedienen, von der die NPD nur träumen kann.
    Aber abgesehen davon ist die Rede im Kontext einer Demo gehalten worden, die sich gegen den „1000-Kreuze-Marsch“ in Berlin richtete. Also eine Veranstaltung, die von ChristInnen gegen das recht auf Abtreibung organisiert wurde. Wer „der Feind“ ist hängt halt von der Situation ab.

  8. 8 Laura 25. November 2008 um 22:18 Uhr

    Sorry, aber der „der unfehlbare katholische obermacker“ hat in etwa so viel mit der evangelischen Kirche zu tun wie Otto Waalkes, nämlich reichlich wenig.
    Es ist ein unbestreitbarer Fakt, dass die evangelische Kirche nicht dem Papst untersteht, die Argumente sind daher wenig überzeugend. Aber genau die Diskussion gab es schon einmal an anderer Stelle hier und es wurden irgendwelche Zitate rausgekramt.

    Ich stimme jedenfalls chica zu: die Kirche als den Hauptfeind zu sehen, ist befremdlich.

  9. 9 RetSam 25. November 2008 um 23:30 Uhr

    Im Rahmen des Tages ist sicher Religion kein Thema, den Gewalt ist hier sicher Konfessionslos. Generell Predigt Religion aber sehrwohl eine Problematische Sichtweise.

  10. 10 st_eve 26. November 2008 um 1:34 Uhr

    vielleicht erklärt sich einiges, wenn ich hinzu füge, dass der Redebeitrag auf einer Pro-Choice-Demo gehalten wurde…
    auch möchte ich hinzufügen, dass es durchaus auch 2008/09 einen haufen länder gibt, in denen der einfluss der kirche bzw. christlicher gruppen immens ist. das trifft vielleichtg weniger auf deutschland, mehr aber auf polen, italien usw. zu. im zweifel ist es auch immer wieder der liebe gott, der als argumentatiosgrundlage gegen abtreibung oder für zweigeschlechtlichkeit herbei gezogen wird.
    last but not least – und das noch mehr am rande – ist religionskritik durchaus ein stiefkind der deutschsprachigen linken, die mE völlig verkennt, wie viel religiöser glaube und irrationalitäten vielen dann doch noch zu sagen hat.

  11. 11 ameise 26. November 2008 um 5:50 Uhr

    Das Christentum, wie alle anderen Weltreligionen, ist patriarchal strukturiert. Ausserdem ist diese Gesellschaft sehr stark christlich geprägt, auch wenn dies erst bei genauerer Betrachtung auffällt. Zum Beispiel orientieren sich fast alle Feiertage an der Religion. Moral, Ängste, Verhlatensweisen – richten sich, meist auch bei Atheisten, bewusst oder unbewusst, nach dem Christentum. Deshalb kann, wenn wir darüber sprechen ob das Christentum einen Einfluss auf Gewalt gegen Frauen hat, nicht von christlichen Randgruppen die Rede sein. Viel eher müssen wir z.B. das religiös geprägte Frauenbild betrachten. Ob Frau als Heilige oder Schlampe, fürsorgliches Warmherz oder was auch immer… Immer ist die Frau eher Opfer, Auszunutzende oder Objekt und kaum Täterin, gleichgestelleter Mitmensch oder selbstbestimmt und aktiv. Hinzu kommen vom Christentum geförderte Eigenschaften wie Demut, Opferbereitschaft, Selbstmitleid, Wille zur Fremdbestimmung usw.
    In diesem Zusammenhang betrachtet wird wohl klar dass und in welchem Mass, das Christentum, in diesem Fall in Form einer lange zeit christlichen geprägten Gesellschaft und Kultur, Gewalt gegen Frauen beeinflusst.

  12. 12 gtz 26. November 2008 um 13:43 Uhr

    der historische christliche & kirchliche einfluss auf die ausformung der gesellschaft is zweifelsohne gegeben, aber wie genau gestaltet sich denn der vermeintliche derzeitige einfluss auf die lebenswirklichkeit? ausserhalb von inzestuösen alpendörfern oder rentner-wgs kann ich keinen sehn.

    ich lass mich aber gerne eines besseren belehren.

  13. 13 Stefan 26. November 2008 um 15:38 Uhr

    Ob hier wohl jemand auf die Idee kommen könnte, dass es zwischen Kirchen als Institution und Menschen auf der Suche nach Wahrheit, Liebe, Nächstenliebe, Freiheit und erfüllenden Leben Unterschiede gibt?

    Wer sich mit der Person, den Taten und Lehren Jesu Christi beschäftigt, mit der Person, wie in den Evangelien überliefert ist, und zwar in dem aufrichtigen Versuch sein Herz frei zu machen von kirchengeschichtlichen Greueltaten, verkrusteten Institutionsdogmen, etc. der kann erkennen, dass hier ein Mensch in seinem jeweiligen geschichtlichen Kontext extrem liebevoll, menschenfreundlich, mutig und konsequent ist, so sehr, dass er die von den patriarchalen, religiös orientierten Machthabern angeordnete Todesstrafe nicht fürchtet – sondern gerade in der Überwindung seiner köperlichen Grenzen durch den Tod die Wahrheit ein für allemale unauslöschbar macht, egal wie sehr es die „Kirchen“ als Institutionen versucht haben und noch versuchen.

    Sicher, es ist schwer zu beantworten, ob diese Kraft, so konsequent liebevoll und aufrichtig zu handeln, selbst in Anbetracht der schlimmsten Folter- und Todesqualen, die Erfindung menschlicher Sehnsucht nach Vollkommenheit ist – also ein reiner Mythos – oder ob das überlieferte Selbstzeugnis seiner Herkunft aus einer anderen Dimension, seine Identifikation als Sohn Gottes, eine zwar mit den Sinnen (heute) unbegreifliche aber dennoch reale Wahrheit darstellt.

    Aber ungeachtet der Frage über die historische Wahrheit der Person Jesu, die Texte vermitteln einen Jesus, dessen Handeln und Reden im Kontext seiner Zeit, überaus revolutionär, „feministisch“, barmherzig, liebevoll und ethisch fast schon modern war.

    Ich vermute aber, dass die Ignoranz und mangelnde Auseinandersetzung mit Texten aus dem Neuen Testament (und zum besseren Verständnis auch mit dem Kontext des Alten Testaments) dazu führt, dass sich so viele, gerade auch „Gut“menschen oder Linke dazu verführen lassen, die Oberfläche der christlichen Institutionen mit dem Inhalt der Lehren Jesu zu verwechseln.

    Schade!

    lg, Stefan

  14. 14 gtz 26. November 2008 um 16:06 Uhr

    geh ma weg mit deinem abergläubischen blödsinn.

  15. 15 st_eve 26. November 2008 um 16:59 Uhr

    menschen kann ich auch ohne jesus gut finden und unterstützen.

  16. 16 Stefan 26. November 2008 um 22:12 Uhr

    @St_eve: komische Antwort, denn das habe ich doch gar nicht bestritten.

    @gtz: Nicht mal Toleranz, geschweige denn Auseinandersetzung.

    Schwach!

    lg, Stefan

  17. 17 gtz 27. November 2008 um 10:51 Uhr

    ich muss mich auch nich mit verwirrten gestalten auseinandersetzen, die die grimmschen märchen als tatsachen herbeihalluzinieren. deine abergläubler-apologese tut hier garnichts zur sache. das thema sind christliche unterdrückungsmechanismen, und nich dein verlotterter jesus-buddy.

  18. 18 Nico 27. November 2008 um 11:32 Uhr

    Nu ma ruhig.

    Selbst, wenn man den Pragmatismus gepachtet hat, kann man aus dem neuen Testament tatsächlich so Einiges rausziehen und ich finde, dass Stefan das wirklich gut und undogmatisch getan hat.

    Auch ich als „überzeugter“ Agnostiker bin der Meinung, dass man zwischen christlicher Lehre und den Kirchen einen Unterschied machen muss.

    Natürlich kann man Menschen auch ohne Buddy Jay gut finden, aber es ist umgekehrt doch genau so in Ordnung. Hier hat doch niemand behauptet, dass eine Berufung auf die Bibel zwingende Voraussetzung für humanitäres Handeln sein muss. Aber es geht doch völlig klar, wenn man das trotzdem tut.

    Solange man sich nicht auf die wirklich engstirnigen, intoleranten und teils gar menschenverachtendenen Dogmata insbesondere der katholischen Kirche beruft und sich nach ihnen ausrichtet, kann man sich m.E. als Christ bezeichnen bzw. als Christ leben, wie es beliebt.

    Kirche im Kleinen find ich bspw. auch gar nicht so schlimm. Ich habe mich schon oft mit Priestern über die zentralen Aspekte des Christentums und der katholischen Kirche auseinandergesetzt und kaum einer von denen, die quasi direkt „an den Menschen“ arbeiten, finden gut, was da in der Institution Kirche an Hierarchie gegeben ist und ebenso wenig, was so einige Kirchenvertreter von sich geben.

    Und dann schaut euch mal das Frauenbild im Islam an… Auch nicht viel besser. Das entschuldigt die katholische Kirche in keiner Weise, aber immer nur auf der Kirche rumzuhacken ist etwas eindimensional.

    --

    Diese ganzen Texte in dem Linkssprech gefallen mir auch nicht. Ich find die unglaublich nervig zu lesen und ständig versuchen sie einem ihre ganze Weltanschauung auf zwei Seiten eines A6-Flyers auf die Nase zu binden.

    Ich ordne mich selbst durchaus einem linkstendenziellen liberalen politischen Spektrum zu, aber sowas geht mir verdammt auf den Geist.

    --

    Lasst uns den Tag einfach so nutzen, wie wir es für richtig halten – ob sich mal „raustrauen“, in sich gehen, diskutieren, whatever.

    Flugblatt-Aktionismus hat noch nie eine Wirkung gezeigt…

    --

    Und denkt bitte am 25. Juli an den System Administrator Appreciation Day! :)

  19. 19 gtz 27. November 2008 um 12:03 Uhr

    das war ja abzusehn, dass hier die christenversteher ihre antiemanzipatorische märchenstunde mit dem islam relativieren. dass das völlig fehl am platze is, fällt den gestalten natürlich nich auf, denn sie machen sich nich mit den inhalten der blogs, dei sie befallen vertraut, sondern lobhudeln ihren sermon nur in die artikel rein, die sich mit ihrem persönlichen aberglauben befassen.

    es is nämlich in der tat so, dass hier der islam auch nich gerade gut wegkommt. verständlicher weise, denn das is genauso ein fortschrittsfeindlicher, jenseitsgewandter blödsinn.

    die antilinken beissreflexe sind da im grunde nur noch folgerichtig.

  20. 20 Stefan 27. November 2008 um 14:43 Uhr

    super – gtz – wenn das thema unterdrückungsmechanismen sind, die von kirchen angewandt werden, dann kann man diese ja analysieren, definieren und aufdecken, ohne damit jedem menschen, der sich ernsthaft mit der bibel auseinandersetzt, eine institutionengläubigkeit zu unterstellen.

    nur weil jemand marx liest, muss er ja kein linker dogmatiker sein, und kaum ein neomarxist würde als argument gegen seine linken überzeugungen die hahnebüchenden unterdrückungsmechanismen im real praktizierten sozialismus a la stalin oder anderer diktatoren gelten lassen.

    entsprechende differenziertheit, die man für sich selbst und seine überzeugungen in einer auseinandersetzung erwartet, habe ich durch meinen beitrag angesprochen…

    jenseitsbezogenheit dogmatisch abzulehnen, sie auch noch zum ausschlusskriterium menschlichen denkens machen zu wollen – oder nimmst du dein „geh ma weg“ zurück? – ist die wurzel der greuel, die im diktatorisch angewandten materialismus ihr unwesen getrieben haben.

    stefan

  21. 21 gtz 27. November 2008 um 15:18 Uhr

    ich nehm nichts zurück. ich hab keine lust, mich mit dir über deinen wahn zu unterhalten. hier geht es, wie gesagt, um dem christentum wenigstens implizite, doch eher aber explizit inhärente dogmen und menschenbilder, die eben zu struktureller und ganz konkreter unterdrückung und antiemanzipatorischen strömungen in den christlich verblendeten gesellschaften führen. respektive die frage, inwiefern diese strukturen in der heutigen lebenswirklichkeit noch wirkmächtig sind und wie man gegen diese strukturen wirksam vorgehen kann.

    dein jesus-buddy interessiert hier keinen, und welche kirchen du scheisse findest auch nich. das problem ist nich eine falsche ausprägung einer ansich guten religion. das problem is die grundsätzlich unvernünftige, da unwahre und der beurteilung und entwicklung der welt entgegenstehende verblendung.

  22. 22 Different 27. November 2008 um 20:48 Uhr

    Ernsthaft mit der Bibel auseinandersetzen – hab ich in meinem Blog mal mit angefangen und ich kann nur sagen: Die Bibel ist eine einziger riesiger Katalog von Unterdrückungsmechanismen, da muss man sich nicht wundern, dass die Kirche so viele anwendet. Wer sich ernsthaft mit der Bibel beschäftigt: Gut, kann ja nicht schaden zu wissen was da drin steht. Aber wer das alles ganz super findet ist entweder ein sehr selektiver Leser oder mein politischer Gegner!

  23. 23 Peter 27. November 2008 um 22:57 Uhr

    „Die Bibel“ ist, so wie wir sie kennen, ein vor Jahrhunderten weitgehend willkürlich zusammengestelltes Sammelwerk von einzelnen Texten und Büchern die aus den verschiedensten Zeitepochen und Kulturräumen stammen.

    Es ist daher nicht verwunderlich, das sich dort repressive Gesellschaftsnormen wiederfinden. Gesetzbücher aus alten Zeiten. Und dies auch noch als Übersetzung (deutsch) einer Übersetzung (latein) einer Übersetzung (griechisch) des fragmentierten Originals (aramäisch und hebräisch).

    Wer diese Bibel wörtlich nimmt, dem ist nicht zu helfen [-(

    Die Herausforderung des Christseins besteht ja daher auch darin, den Geist des essentiellen Teils der Bibel, nämlich der Bergpredigt einzufangen und zu verinnerlichen. Und nicht darin, brav dem Klerus nach dem Mund zu reden :)

  24. 24 fatalflaw 28. November 2008 um 0:43 Uhr

    @ stefan & peter:

    ich hatte früher in meinem leben mal
    drei grundsätze:

    1. über glauben kann man nicht streiten.
    2. den glauben eines menschen muss man respektieren.
    3. hab ich vergessen.

    punkt 2 und 3 hab ich von meiner grundsatzliste gestrichen.
    also im klartext:
    würde ich mit euch beiden an einem tisch sitzen und ihr
    würdet mit eurem religionsquatsch loslegen, würde ich nicht mehr aufstehen und weggehen, sondern euch ins gesicht sagen:
    „verpißt euch und zwar SOFORT!“

  25. 25 fatalflaw 28. November 2008 um 0:53 Uhr

    es sollte natürlich heißen „verpisst“.

  26. 26 bikibikifrau 28. November 2008 um 8:57 Uhr

    danke für diesen beitrag! :)>-
    die kommentrare zeigen wiedereinmal wunderbar wie wichtig religion für einige leider noch ist. traurig meiner meinung nach, und das vor allem weil der wichtigste aspekt der rede, nämlich wer hat heute immernoch die definitionsmacht wenn es um sexuelle gewalt geht, total vergisst/ignoriert.

  27. 27 Stefan 28. November 2008 um 18:49 Uhr

    Dein „Fatalflaw“ besteht darin, dass Du glaubst, dass Du nicht glaubst.

    Dieser Glaube ist der gefährlichste, weil er als einziges Paradigma kennt: Ich habe recht, da ich nicht glaube, sondern weiß – und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt!

    Ich werde mich deshalb aber nicht verpissen…

    weil ich glaube!

    Stefan

  28. 28 Stefan 29. November 2008 um 11:46 Uhr

    Beiträge von mir wurden gelöscht, ohne dass sie Schimpfworte oder andere Verstöße gegen Blogsport enthielten. Ich bitte um Aufklärung.

    lg, Stefan

  29. 29 Different 29. November 2008 um 12:52 Uhr

    Löschen was den Mädels nicht passt ist hier gängige Praxis, gewöhn dich dran.

  30. 30 st_eve 29. November 2008 um 13:03 Uhr

    different, bist ja nur neidisch, weil bei dir niemand kommentiert :d

  31. 31 admin 30. November 2008 um 20:04 Uhr

    @stefan: war wohl schlechtes spam karma, habe wieder hergestellt, was ich im filter gefunden habe

  32. 32 Stefan 30. November 2008 um 23:46 Uhr

    @different:

    Wer bei einer Schrift wie der Bibel zu dem Schluss kommt, ich zitiere Dich sinngemäß, „finde ich alles ganz super“, hat sich wohl kaum damit AUSEINANDER GESETZT.

    lg, Stefan

    ps.: zu diesem Schluss komme ich nicht, auch wenn ich kein Problem damit habe Dein politischer Gegner zu sein… aber Politik mache ich nicht an meinem Glauben fest. Politik findet in der Polis statt, da geht es um die res publica, die öffentliche Sache. Mein Glaube, der auch Glaube anderer sein kann, ist keine res publica. Politische Gegnerschaft ist – im Idealfall – übrigens der größte Ausdruck von Respekt, in meinen Augen.

  33. 33 dr.snuggles 01. Dezember 2008 um 14:27 Uhr

    „das problem is die grundsätzlich unvernünftige, da unwahre und der beurteilung und entwicklung der welt entgegenstehende verblendung.“

    und das ist deine kritik an der religion? weil sie sich gegen die vernünftige entwicklung der welt stellt? weltengeist ick hör dir trapsen…

    Das Problem an Religionen ist doch weder dass sie „rückständig“ noch „anti-fortschrittlich“ sind, sondern dass sie ziemlich gut mit dieser Moderne & Aufklärung harmoniseren. Sei es auf der realpolitischen Ebene, dass sich tradierte Moral als Grundlage der Politik verkauft* (Iran, Bayern, USA usw…) oder auf der persönlichen Ebene, dass Leute wie Stefan anstatt sich den Grund für den Schaden den sie, ihre Liebsten und die Kinder in Afrika erfahren zu erklären bei Gebeten, Jesus & Spenden an Unicef landen.

    *Nur als Anmerkung: „Grundlage der Politik“ ungleich „Gründe & Zwecke der Politik“

  34. 34 gtz 01. Dezember 2008 um 14:33 Uhr

    oder auf der persönlichen Ebene, dass Leute wie Stefan anstatt sich den Grund für den Schaden den sie, ihre Liebsten und die Kinder in Afrika erfahren zu erklären bei Gebeten, Jesus & Spenden an Unicef landen.

    inwiefern widerspricht das meiner von dir kritisierten position?

  35. 35 dr.snuggles 01. Dezember 2008 um 14:57 Uhr

    Steht doch da: Deine beiden gegen Religion aufgefahren Argumente liefen auf eine wie-auch-immer geartete „Rückständigkeit“ raus. Du blamierst die Religion an deinem Ideal von Gesellschaft („unemanzipatorisch“) und öffnest so doch gerade diesen Bergpredigt-Christen Tür & Tor für ihren „Ich seh das aber ganz anders“-Müll.

  36. 36 gtz 01. Dezember 2008 um 15:18 Uhr

    ich wär dir dankbar, wenn du das ausführen könntest. ich kann in der bergpredigt keinen emanzipatorischen inhalt erkennen.

  37. 37 dr.snuggles 01. Dezember 2008 um 15:28 Uhr

    Du missverstehst mich total. Ich werde mich gar nicht drüber streiten, ob die Bergpredigt „emanzipatorischen Inhalt“ (was ist das eigentlich, außer einer unter Linken beliebten Worthülse?) hat oder nicht. Warum auch? Hätte sie es, was wäre dann anders? Front mit Christen machen gegen den Kapitalismus? Absurd. Hätten die ganzen Friedenspfaffen wirklich ein Problem mit dem Laden, würden sie nicht ständig mit Jesus & Nächstenliebe an das Mitleid und gute Gewissen der Leute appellieren.

  38. 38 fatalflaw 01. Dezember 2008 um 16:20 Uhr

    @ stefan:

    nicht dass hier der eindruck entsteht, ich würde mit dir diskutieren,
    also gleich vorweg: ich KANN mit dir gar nicht diskutieren!

    die ignoranz die ich dir gegenüber aufmache
    ist aufrichtig und ehrlich und die einzige
    antwort auf eine irrationalität die an ignoranz nicht mehr
    zu überbieten ist.

    lg
    fatalflaw

  39. 39 gtz 01. Dezember 2008 um 18:45 Uhr

    herr doktor, sie faseln.

    wären sie so gütig, ihre kritik an meiner behauptung, das ganze christenmärchen verblende die leute gegenüber den nötigen schritten zu einer lebenswerten welt, zu formulieren?

  40. 40 dr.snuggles 02. Dezember 2008 um 12:45 Uhr

    Vielleicht würdest du mal auf das von mir gesagte eingehen?
    Was sind denn nun „emanzipatorische Inhalte“ und die „vernünftige Entwicklung der Welt“, die verhindert werden?

  41. 41 gtz 02. Dezember 2008 um 17:55 Uhr

    das steht doch im moment noch garnich zur debatte. gesagt habe ich, dass die verblendung durch märchengeschichten den blick auf die welt und die zustände vernebelt. damit also bestenfalls den status quo aufrecht erhalten, schlimmstenfalls den blinden weg in irgendeine falsche richtung bereiten. (dass da durch zufall im blinden taumeln irgendwie der richtige weg bei raus kommt, is zwar theoretisch nich ausgeschlossen, aber doch erheblich un wahrscheinlich).

    das scheint mir nich so sehr verschieden von dem punkt, den du formuliert hast. dir schon. das wiederum is wiederum mir unklar.

  42. 42 Stefan 02. Dezember 2008 um 23:30 Uhr

    Komisch, da streiten sich die „Anti-Christen“ um die richtige Christen-Kritik und schaffens nicht mal hier sich richtig zu verstehen…. Real-Satire!

    Wie ich mir die Fragen über, das woher komme ich, wohin gehe ich und warum bin ich hier beantworte, hindert mich nicht im Geringsten zu erkennen, wie durch ein Finanz-Zins-System ein künstliche Knappheit suggeriert wird, die wiederum – wenn überaupt natürlich vorhandene – Gier erzeugt, den Kampf jeder gegen jeden als Lebensnotwendigkeit erscheinen läßt, etc. ppp. Die Überproduktionen müssen in desktruktive oder unproduktive Tätigkeikten kanalisiert werden, denn sonst wäre ja bald offensichtlich, dass es real gar keine Knappheit gibt.

    Nuja, 9-11 selbst inszeniert, Bush als Pseudo-Christen in meinen Augen usw. , alles kein Problem für mich. Würde ich mich nicht bezüglich meiner Jenseits-Überzeugungen geoutet haben, könnte ich in jeder Diskussion hier mithalten, solange sie nich auf irgendwelche Fachsprachen gehalten wird, die ich nicht kenne.

    Aber ihr streitet Euch unverständlich über die richtige Christen-Kritik, eigene Positionen von Euch habe ich hier noch keine gelesen, außer dass dagegen sein.

    lg, Stefan

  43. 43 gtz 03. Dezember 2008 um 3:28 Uhr

    durch ein Finanz-Zins-System ein künstliche Knappheit suggeriert wird

    komm, geh weg. kein halbwegs vernünftiger mensch will deinen blödsinn lesen. dass du die übel der welt am schachernden finanzweltgeldmarkt siehst, is nu zu naheliegend. die leute, de sich hier umtum, sind für deine märchen einfach nich zu haben. shut up. drop dead.

  44. 44 scheckkartenpunk 03. Dezember 2008 um 10:02 Uhr

    wie durch ein Finanz-Zins-System ein künstliche Knappheit suggeriert wird

    9-11 selbst inszeniert

    spätestens ab hier ist doch klar, daß ignoranz das einzig richtige ist.

  45. 45 Stefan 03. Dezember 2008 um 19:53 Uhr

    Ihr verhaltet Euch wie die größte Chauvinisten, ohne auch nur selbst irgendeinen vernünftigen unvernebelten Satz hinzukriegen!

    Aber dass ihr immer noch wieder antwortet, zeigt ja, dass ihr selbst nicht wisst, was ihr wollt.

    Ist mir aber auch leidlich egal. Inhaltlich ist von den bisherigen Beiträgen von Euch nichts zu erwarten und an einem (anonymen) Beleidigungsabtausch habe ich kein Interesse.

    tschüss, Stefan

  46. 46 gtz 04. Dezember 2008 um 14:55 Uhr

    schön. dann hätten wir das ja geklärt. viel spass im märchenland.

  47. 47 kaech doris 23. März 2009 um 18:21 Uhr

    möchte eigentlich nur fragen von welchem dichter dieser satz ist schiller oder goethe
    bist du nicht willig brauch ich gewalt

  48. 48 nummer.drei 24. März 2009 um 18:33 Uhr

    goethe – der erlkönig.

  49. 49 FadsA 25. März 2009 um 13:06 Uhr

    gtz:
    gibt es denn kein finanzkapital?

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drei − = eins