Archiv für Januar 2009

Staatskörper und Frauenkörper

Am dritten Tag der „neuen Ära der Verantwortung“ setzt der US-Präsident Obama ein Zeichen für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Und trifft damit eines der Themen, die in den vergangenen Jahrzehnten am härtesten diskutiert wurden.

Update zu „Pro-Reli“

Achtung, da kommt was auf uns zu…
Nun stellen sich auch die beiden potenziellen Kanzler_Innen hinter die Pro-Reli Initiative, Merkel und Steinmeier sind „für eine Stärkung des Religionsunterrichts in Berlin“.

Unisextoiletten an der HU

Auf unisextoiletten.de, einer Initiative an der Humboldt-Uni Berlin, können Diskussionswütige sich über Vor- und Nachteile der Geschlechtergrenzen transzendierenden Örtlichkeit austauschen. los gehts!

Zukünftige Frauenpolitik Obama`s

Für alle, die es interessiert wie die zukünftige amerikanische Frauenpolitik, unter dem neuen Präsidenten Obama aussehen wird/soll, hier ein Link direkt zum „Weißen Haus“.

Zuhause ist es doch am Schönsten!

An diesem Motto scheint sich zuminderst die tschechische Familienpolitik zu orientieren, diese stellt sich nämlich laut einem TAZ-Bericht hinter die Kinderbetreuung in den eigenen vier Wänden. Die tschechische Regierung „betont die die Wichtigkeit der häuslichen Kinderbetreuung als Alternative zur Karriere“.
Mit diesen Umorientierungsplänen würde sich Tschechien gegen die 2002 in Barcelona beschlossenen EU-Pläne zum Ausbau von Krippenpätzen und Betreuung außer Haus stellen. Demach sollten bis 2010 ausreichend Krippenplätze vorhanden sein, um Frauen den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern.

Aber wie das nun mal so ist mit Vorsätzen der EU-Parlamentarier, werden Hier und Dort auch mal gerne Ausnahmen gemacht.
Zumal auch Deutschlands „Super-Mutti“ von-der-Leyen aufatmen dürfte, ihr wird nämlich die Einhaltung der Barcelona-Ziele auch nicht gelingen.

Klick mich!

„Sollten sich die Verantwortlichen dieser Werbung nur irgendwas dabei gedacht haben, kamen sie wohl zu dem Fehlschluss, dass Baumärkte ausschließlich von Männern, die an sexistischen Sujets der übelsten Sorte gefallen finden, frequentiert werden.“ diestandard.at vergibt eine neue Zitrone – diesmal für eine baumax-Werbung, die durch das Ausziehen eines weiblichen Models für Rabatte wirbt… „Aufgeilen durch Degradierung“ diagnostiziert das Onlinemagazin.

Geld=Orgasmus?

Persönlich finde ich es ja schon lange eigenartig, daß man evolutionären Nutzen immer nur am Eizellenbefruchten festmachen muß. Und damit dann alles erdenkliche erklären will.
Aber macht ja nüscht, mit ein bißchen Phantasie und Mühe kommt dann sowas bei raus:

Das Erreichen des Höhepunkts beim Sex ist demnach auch eine Frage des Geldes. „Die Orgasmus-Häufigkeit bei Frauen steigt mit dem Einkommen ihres Partners“, sagte Thomas Pollet von der Newcastle University der Zeitung „The Times“. Es handle sich um ein Evolutionsphänomen, das Frauen bei der Auswahl ihres Partners helfe.
(…)Die Theorie werde Kontroversen auslösen, erklärte Pollet, weil sie nahelege, dass Frauen quasi auf reiche Männer programmiert seien

Und:

„Ein höheres Partnereinkommen wirkt sich stark positiv auf die von den Frauen selbst angegebene Orgasmus-Häufigkeit aus“, sagte der Psychologe. „Begehrenswertere Männer sorgen bei Frauen für mehr Orgasmen.“

Daß „begehrenswerte Mann“=“reicher Mann“ bedeutet, ja, das hätten manche Leute bestimmt gern… halte ich jetzt aber mal für *hust* differenzierenswert…
Der Autor bemerkt zum Schluß zwar immerhin, daß Korrelation nicht automatisch einen Kausalzusammenhang bedeutet (was die These ja dann eigentlich überflüssig macht) – aber macht ja nix. Kann man ja trotzdem nen Artikel drüber schreiben. „Sex-Statistik“ macht sich immer gut in der Überschrift und ein bißchen Rainbow Press-Flair kann ja auch nix schaden…

Seximus im Spiegel-die Tausendste

Ja, da haben wir es wieder, Deutschlands liebstes „Nachrichtenmagazin“ der Spiegel, zeigt vorbildlich wie man mit sexistischen Floskeln nach Aufmerksamkeit haschen kann.

Ein Cover der Zeitschrift zeigt Michelle und Barack Obama in enger Umschlingung, darüber steht in großen gelben Lettern: „Obamas bester Mann“.
Ist Michelle Obama jetzt ein Mann?, dies fragt sich auch Luise F. Pusch auf ihrem Blog.
Treffend formuliert sie

Uns Frauen wird “männliche Qualität” bescheinigt, wenn wir etwas besonders gut machen – paradoxerweise besonders gern dann, wenn wir etwas besser als die zuständigen Männer machen. Beliebt ist die Floskel vom “einzigen Mann im Kabinett” – dieses fragwürdige Kompliment mußte sich zuletzt Condoleezza Rice gefallen lassen, vor ihr schon Thatcher, Indira Gandhi, Golda Meir und viele andere.[…]
Stellen Sie sich einmal vor, Hillary hätte den Wahlkampf gewonnen und würde US-Präsidentin. Wäre ein Spiegeltitel mit dem Paar Hillary und Bill Clinton denkbar, betitelt ”Hillarys beste Frau”? Niemals.

Ich schließe mich Frau Pusch jedenfalls an und lese den Spiegel „nur noch im Wartezimmer“, wenn überhaupt!

Achtung, da kommt was auf uns zu…

… genauer gesagt einige tausend Christen.
Wenn man nämlich in letzter Zeit, die Nachrichten durchblättert hört man immer öfter von Triumphen der beiden großen Kirchen und/oder fanatischer Schwesterorganisationen.
Zuerst meldeten sich die Evangelikalen zu Wort, die sich von der Schülerzeitung Q-Rage und von Herrn Thomas Krüger verunglimpft fühlten, da diese deren fanatischen Züge kritisierten und den Sinn von Seminaren wie „Wege heraus aus homosexuellen Empfindungen“ anzweifelten. Nachdem sich die evagelikale Empörungswelle bis in die politischen Geflechte der CDU und SPD ausweitete sah sich Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, gezwungen von der kritischen Stellungsnahme, der von ihm finanziell unterstützten Jugendzeitung „Q-Rage“, Abstand zu nehmen.

Neuerdings wird nun auch noch Berlin unsicher gemacht. Dort schaffte es die christliche Initiative „Pro Reli“, soll heißen Pro Religionsunterricht ab der 7ten Klasse, als Alternative zu Ethik, eine Volksabstimmung zu eben diesem Thema, auf die Beine zu stellen.
Wenn sie Glück haben fällt diese dann mit der Europawahl zusammen und sie können mit einer durchschnittlich hohen Wahlbeteiligung rechnen. Die Berliner im Fall eines „Pro-Entscheids“ mit evangelischer und katholischer Religionslehre.

Bei dieser ganzen christlichen Schönwetterstimmung lässt sich nur hoffen, das 2009 nicht noch mehr Kreuze durch Europas Städte Hucke-Pack getragen werden!

Erst denken, dann aufregen!

Endlich mal ein, zuminderst von mir, sehr lange herbeigesehnter Beitrag zur Demographiedebatte, bei dem sich einem nicht sämtliche Nackenhaare aufstellen oder man wütend mit den Beinen stampfen will.
DieStandard.at beschreibt in ihrem Kommentar „Geburtentief, na und“ sehr gut die engstirnige Haltung der meisten Demographiepessimisten, denn diese scheinen wohl öfter zu vergessen, das die Weltbevölkerung im Schnitt steigt und zwar gewaltig.

Gegenwärtig leben nach offiziellen Schätzungen der UNO 6,9 Milliarden Menschen auf der Erde. Noch vor Ende dieses Jahres werden es nach UN-Berechnungen sieben Milliarden sein. Und im Jahr 2050 könnten um die 9 Milliarden Menschen die Welt bevölkern.

Wenn man sich das so anschaut fragt man sich wirklich warum das Max Planck-Institut von „zu wenig Geburten in Europa“ spricht. Ihren Forschungen zu Folge sollte die „Ideal-Frau“ 2,1 Kinder bekommen, die „Durschnittsfrau“ bekommt aber nur 1,3-1,5 Kinder.
Entscheindend sind hier also nur die europäischen Kinder, aha. DieStandard.at dazu:

Wir könnten den Geburtenrückgang in Europa also durchaus positiv sehen und uns freuen, dass wir mit gutem Beispiel voran gehen. Die nationalen Eitelkeiten sollten im Zeitalter der Globalisierung sowieso nicht (mehr) bedient werden