Erst denken, dann aufregen!

Endlich mal ein, zuminderst von mir, sehr lange herbeigesehnter Beitrag zur Demographiedebatte, bei dem sich einem nicht sämtliche Nackenhaare aufstellen oder man wütend mit den Beinen stampfen will.
DieStandard.at beschreibt in ihrem Kommentar „Geburtentief, na und“ sehr gut die engstirnige Haltung der meisten Demographiepessimisten, denn diese scheinen wohl öfter zu vergessen, das die Weltbevölkerung im Schnitt steigt und zwar gewaltig.

Gegenwärtig leben nach offiziellen Schätzungen der UNO 6,9 Milliarden Menschen auf der Erde. Noch vor Ende dieses Jahres werden es nach UN-Berechnungen sieben Milliarden sein. Und im Jahr 2050 könnten um die 9 Milliarden Menschen die Welt bevölkern.

Wenn man sich das so anschaut fragt man sich wirklich warum das Max Planck-Institut von „zu wenig Geburten in Europa“ spricht. Ihren Forschungen zu Folge sollte die „Ideal-Frau“ 2,1 Kinder bekommen, die „Durschnittsfrau“ bekommt aber nur 1,3-1,5 Kinder.
Entscheindend sind hier also nur die europäischen Kinder, aha. DieStandard.at dazu:

Wir könnten den Geburtenrückgang in Europa also durchaus positiv sehen und uns freuen, dass wir mit gutem Beispiel voran gehen. Die nationalen Eitelkeiten sollten im Zeitalter der Globalisierung sowieso nicht (mehr) bedient werden


3 Antworten auf “Erst denken, dann aufregen!”


  1. 1 Thomas 16. Januar 2009 um 14:11 Uhr

    Leider besteht aber die Gefahr, dass wir in Sachen Sozialversicherungen (die ja umlagefinanziert sind) nicht mehr mit guten Beispiel voran gehen können, wenn sich an der demographischen Entwicklung nichts ändert.

  2. 2 Gary 16. Januar 2009 um 15:30 Uhr

    etwa weil Menschen die nicht in Europa geboren wurden keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen wenn sie in Europa arbeiten? :roll:

    Die Dienstleistungen werden ja trotzdem benötigt und dann müsste man eben das Zuwanderungsgesetz lockern um genügend Nachwuchs in Deutschland zu haben.

  3. 3 chica 16. Januar 2009 um 22:14 Uhr

    fragt sich, ob es aus linker Perspektive sinn macht, den konservativen Diskurs „die einheimischen Mütter müssen mehr Kinder kriegen“ gegen ein neo-liberales: Wir brauchen ökonomisch verwertbare ZuwanderInnen, die (für das nationale Wir) in die Sozialkassen zahlen, auszutauschen. denkbar wäre ja auch, den Kapitalismus abzuschaffen oder zumindest die Sozialkassen mittels Umverteilung aufzufüllen.
    p.s.: ich find den standard-artikel ziemlich grottig, weil unreflektiert.

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