Geld=Orgasmus?

Persönlich finde ich es ja schon lange eigenartig, daß man evolutionären Nutzen immer nur am Eizellenbefruchten festmachen muß. Und damit dann alles erdenkliche erklären will.
Aber macht ja nüscht, mit ein bißchen Phantasie und Mühe kommt dann sowas bei raus:

Das Erreichen des Höhepunkts beim Sex ist demnach auch eine Frage des Geldes. „Die Orgasmus-Häufigkeit bei Frauen steigt mit dem Einkommen ihres Partners“, sagte Thomas Pollet von der Newcastle University der Zeitung „The Times“. Es handle sich um ein Evolutionsphänomen, das Frauen bei der Auswahl ihres Partners helfe.
(…)Die Theorie werde Kontroversen auslösen, erklärte Pollet, weil sie nahelege, dass Frauen quasi auf reiche Männer programmiert seien

Und:

„Ein höheres Partnereinkommen wirkt sich stark positiv auf die von den Frauen selbst angegebene Orgasmus-Häufigkeit aus“, sagte der Psychologe. „Begehrenswertere Männer sorgen bei Frauen für mehr Orgasmen.“

Daß „begehrenswerte Mann“=“reicher Mann“ bedeutet, ja, das hätten manche Leute bestimmt gern… halte ich jetzt aber mal für *hust* differenzierenswert…
Der Autor bemerkt zum Schluß zwar immerhin, daß Korrelation nicht automatisch einen Kausalzusammenhang bedeutet (was die These ja dann eigentlich überflüssig macht) – aber macht ja nix. Kann man ja trotzdem nen Artikel drüber schreiben. „Sex-Statistik“ macht sich immer gut in der Überschrift und ein bißchen Rainbow Press-Flair kann ja auch nix schaden…


38 Antworten auf “Geld=Orgasmus?”


  1. 1 lyzi 20. Januar 2009 um 7:48 Uhr

    „Daß “begehrenswerte Mann”=”reicher Mann” bedeutet, ja, das hätten manche Leute bestimmt gern… halte ich jetzt aber mal für *hust* differenzierenswert…“

    Etwa so:

    „Emanzipierte Frauen stehen prinzipiell eher auf arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, geringverdienende Trottel und sonstige Versager.

    In deren Nähe lässt sichs sowieso viel besser selbstbewusst sein.“

    ?
    :D

  2. 2 nyx 20. Januar 2009 um 7:48 Uhr

    Die Fragen von Wissenschaftler_innen sagen ja bekanntlich mehr über die Fragenden als über die befragten Gegenstände aus. Wäre jetzt noch interessant zu wissen, wie es auf dem Konto des Autors aussieht …

  3. 3 gurk 20. Januar 2009 um 8:18 Uhr

    Statistiken können überraschende Zusammenhänge aufdecken. Die Zusammenhänge dann zu erklären ist der nächste Schritt. Das der Zusammenhang kausal ist, ist halt deren wissenschaftliche Theorie.

    Da jetzt sofort zu „*hust*“en bzw. das Konto des Autors als Erklärung herzunehmen lässt auf ein seltsames Wissenschaftsbild bei euch schliessen.

    Man muss sich halt schon mit der Studie auseinandersetzen bzw. die Theorie weiter untersuchen wenn man was Vernünftiges dazu sagen will. Bei euch kommt mir das bisschen so vor wie: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“.

  4. 4 karla kolumna 20. Januar 2009 um 8:58 Uhr

    LOL
    hier
    ich bin sehr emanzipiert und stehe auf einen arbeitslosen, der manchmal rumrennt wie ein penner. wir hatten auch schon des öfteren was und ich kann mich nicht beschweren. bis jetzt war ich nur einmal mit jemandem liiert, der arbeit hatte und der war eine null in der kiste. die ganzen anderen arbeitslosen haben es wenigstens gebracht, weil wenn man nicht arbeiten geht, kann man sich mehr gedanken über die arten und möglichkeiten der weiblichen befriedigung machen.
    so. und ich halte es deshalb mal streng nach Popper (LOL), der ja schon sagte, dass jede theorie falsifizierbar ist. also
    q.e.d.

  5. 5 kuchen 20. Januar 2009 um 11:39 Uhr

    Da sieht man es endlich mal wieder: Der Kapitalismus ist dem Menschen seine natürliche Lebensform. Wenn in der befreiten Gesellschaft niemand mehr reich ist, wird auch keine Frau mehr einen Orgasmus kriegen. Lang lebe der Kapitalismus!

  6. 6 nyx 20. Januar 2009 um 16:03 Uhr

    Wissenschaftstheorie für Anfänger_innen. Cool.
    Aber ja, es darf sein. Ich frag mich jetzt nur, ob meine Orgasmushäufigkeit steigt, wenn meine Freundin einen höhren soziale Status hat als ich und ihrer im Ausgleich dazu sinkt? Ich werde heute abend ein wissenschaftlich motiviertes Beziehungsgespräch führen müssen.

    Mal ernst, die solchen Aussagen („Es handle sich um ein Evolutionsphänomen, das Frauen bei der Auswahl ihres Partners helfe.“) zu Grunde liegenden naturalistischen Weltbilder und Erklärungsmodelle, kann ich nicht teilen. Dies begründe ich allerdings weniger wissenschaftlich, sondern mehr politisch.

  7. 7 benny 21. Januar 2009 um 14:02 Uhr

    @gurk:
    Naja, in dem Moment, in dem ich eine Welt annehme, in der alle Dinge inklussive dem weiblichen Orgasmus, auf einen Zweck (das Überleben der Menschheit) ausgerichtet sind, habe ich das Gebiet der Demographie und der Biologie verlassen und betreibe Theologie. Dann soll ich aber nicht so tun, als hätte ich eine Ahnung von Darwin.

  8. 8 Psychopapst 21. Januar 2009 um 15:04 Uhr

    Sehr interessant finde ich, dass diese Studie anhand von Zahlen aus China gemacht wurde. Wenn mich mein Halbwissen nicht täuscht, das Land in dem soziales Renommee am allermeisten über Statussymbole erlangt wird.

    Und wenn man dies berücksichtigt, dann lautet das Fazit plötzlich „Beim Sex mit Traumpartnern, steigt die Wahrscheinlichkeit auf einen weiblichen Orgasmus.“ Dies klingt zwar logischer, kann aber natürlich genauso falsch sein. Von daher mögen die werten Wissenschaftler (Entweder waren keine Frauen darunter, oder der Spiegel hat nicht gegendert) bitte noch ein paar internationale Vergleichsstudien nachlegen.

    Übrigens bitte ich beim berechtigten Draufhauen auf solche Studien, darauf zu achten, dass man nicht die Wissenschaft als solche angreift. Zieht man nämlich die verkürzte Auslegung und die Marktschreierei ab, so ist es doch immernoch eine interessante Studie.

  9. 9 lilith 21. Januar 2009 um 15:49 Uhr

    Ich dachte der Orgasmus entsteht im Kopf…

  10. 10 illith 22. Januar 2009 um 2:31 Uhr

    nein.

  11. 11 bub1 22. Januar 2009 um 13:18 Uhr

    Mhh, überhaupt ist dieses ganze evolutionspsychologische Geschwurbel an sich sehr merkwürdig. Gibt es irgendwo eigentlich eine feministische/emanzipatorische Auseinandersetzung mit Menschen wie Steven Pinker, die wirklich an dessen Texte geht und nicht „nur“ abstrakt über ihn urteilt?

  12. 12 adozingirl 23. Januar 2009 um 1:01 Uhr

    Dieser völlig enthistorisierende Umgang mit Geld, so als existiere es als Naturkonstante mit dem Beginn der Menschheit… dass sich drüber hinaus also nichteinmal die Mühe gemacht wird, das Geld-Einkommen der Partner allgemein mit ihrem Wohlstand zu identifizieren, über den mensch dann wenigstens das Fortpflanzungsbedürfnis, die eigenen Gene mit „guten“ Genen zu vermischen, aufzeigen könnte, zeigt, wie sehr es dem Artikel dann doch nur um den Reißer geht. Das erreicht nichtmal die Marke „Pop-Wissenschaft“, das ordnet sich eher zwischen Bild-Aufmacher und obgligatorischem Tittenbild ein. Hab‘ mich auch über diesen Artikel erregt, als Ich ihn las.

  13. 13 lilith 23. Januar 2009 um 10:05 Uhr

    @ilith im Geldbeutel?

  14. 14 dodo 23. Januar 2009 um 10:30 Uhr

    abgesehen davon… keine frau braucht per se einen penis, um einen guten orgasmus zu bekommen.
    tschüs, evolutionsorgasmus?

  15. 15 bigmouth 23. Januar 2009 um 12:08 Uhr

    ein mann braucht auch keinen vaginalen koitus dafür. trotzdem ist sexuelle fortpflanzung der grund, warum diese körperliche fähigkeit sich ausgebildet hat, und stimulation der genitalien den meisten leuten mehr freude bereitet als die ihrer kniescheiben

  16. 16 Different 23. Januar 2009 um 13:43 Uhr

    Und was ist der evolutionäre Grund dafür, dass eine anale Stimulierung vielen Menschen auch Freude bereitet?

  17. 17 bigmouth 24. Januar 2009 um 12:34 Uhr

    das hat ja auch mit anatomsichen gegebenheiten zu tun: da ist schleimhaut mit jeder menge nervenendungen. aber die sexuelle nutzbarkeit ist in dem fall wohl eher eine glückliche fügung – so ähnlich wie die fähigkeit der nase, gut brillen tragen zu können, nichts mit ihrer natürlichen funktion zu tun hat.

  18. 18 dodo 27. Januar 2009 um 20:02 Uhr

    genau das meine ich: wer sagt eigentlich, daß evolution NUR aufs vielegesundekinderkriegen etc. ausgelegt ist? und nicht auch auf, naja, nennen wirs mal, verbesserung der lebensqualität? DANN machen orgasmen nämlich sehr viel sinn. und auch sexuelle lust, die NICHT im kinderkriegen münden kann.

  19. 19 crashintoahouse 28. Januar 2009 um 1:16 Uhr

    evoltion is kein irgendwie geartetes intelligent design, sondern ein mechanismus, der mutationen mit der dem überleben in der jeweiligen umgebung besser dienlichen eigenschaften bessere überlebenschancen bietet.

    welche rolle sollte da wohl irgendein verhalten spielen, dass NICHT auf die zeugung von nachkommen ausgelegt is?

  20. 20 dodo 28. Januar 2009 um 1:45 Uhr

    …dieser theorie zufolge müßte homosexualität beispielsweise aber schon läääängst „aussortiert“ sein – die zeugung von nachkommen fördert dies zumindest nicht…

  21. 21 illith 28. Januar 2009 um 2:02 Uhr

    das las ich mal von theorien, demnach homosexuelle sippenmitglieder in der form am fortbestand der art beteiligt waren, dass sie sich an aufzucht und pflege beteiligten. was glaub ich in einer ausgabe von GEO WIssen, muss ich nochmal nachschlagen.

  22. 22 Psychopapst 28. Januar 2009 um 16:06 Uhr

    Bezüglich der Evolution. Auch Dinge die einfach nur Spaß machen, können die Chancen des Nachwuchses verbessern. Zumindest scheint es mir sehr plausibel zu sein, dass entspannte Menschen mehr Sex haben, als überanstrengte Nervenbündel. Von Schwangerschaft und Kinderaufzucht ganz zu schweigen.

  23. 23 bigmouth 28. Januar 2009 um 19:37 Uhr

    genau das meine ich: wer sagt eigentlich, daß evolution NUR aufs vielegesundekinderkriegen etc. ausgelegt ist? und nicht auch auf, naja, nennen wirs mal, verbesserung der lebensqualität?

    die innere logik des evolutionären vorgangs, die du offenbar noch nicht verstanden hast (keine schande bei der qualität des biounterrichts oft). es gibt ja keinen preisrichter, der „nettes leben“ positiv selektiert. es gibt nur eigneschaften, die zu besseren überlebenscchancen des nachwuchses führen, und sich deshalb gegenüber anderen durchsetzen

    …dieser theorie zufolge müßte homosexualität beispielsweise aber schon läääängst “aussortiert” sein – die zeugung von nachkommen fördert dies zumindest nicht…

    aber nur, wenn homosexualität überhaupt genetisch bedingt ist, und keien vorteile bietet für die fortpflanzungsfähigkeit der eigenen engen verwandten

  24. 24 dodo 29. Januar 2009 um 16:53 Uhr

    oh ich hab die innere logik schon verstanden, keine angst.
    aber ich bin der meinung, daß menschen, die an ihre umwelt supertoll angepaßt sind (survival of the fittest etc.) auch ne bessere lebensqualität haben.
    und menschen, die – ganz platt gesagt – glücklich sind, haben, um das mal modern aufzudröseln, verantwortungsvolleren sex, wohl auch besseren, weil entspannteren sex. können sich eher leisten, die kinder bestmöglich aufzuziehen und – im weitesten sinne – zu „forschen“, dieses wissen/erfahrungen/soziale kompetenz weitergeben etc.
    und dafür ist mehr nötig als ständig kinder zu kriegen und gesund zu bleiben.
    die auseinandersetzung mit einer vielfalt von menschen (eben auch ganz zynisch gesagt „nicht-evolutionssiegern“ wie leuten mit down syndrom beispielsweise), umgebungen, situationen, dieses „unendliche vielfalt in unendlichen kombinationen“ bringt die menschheit evolutionär wohl eher auf trab als die doch recht zweifelhafte „tatsache“, daß meine pussy nur von wohlhabenden männern gut befriedigt werden kann…

  25. 25 crashintoahouse 29. Januar 2009 um 17:35 Uhr

    irgendwie hast du nicht verstanden, dass evolution nichts für die zukunft geplantes ist, sondern nur in der vergangenheit abgelaufen sein kann. und dass evolution eben nicht bedeutet, dass sich die evolutionären mechanismen früherer tage wiederholen müssen. evolutionäre mechanismen sind erst im nachinein als solche identifizierbar, weil sie eben am geeignetsten für das überleben in einer spezifischen umwelt waren.

    wenn also humanismus für uns in unserer zeit ne gesellschaftlich funktionierende sache ist, wird er bleiben. wenn nicht, gibt es keinen gott, der verhindert, dass er verschwindet.

  26. 26 dodo 29. Januar 2009 um 19:44 Uhr

    schon klar – ich weiß aber nicht, wo hier der widerspruch stehen soll.

  27. 27 bigmouth 29. Januar 2009 um 21:55 Uhr

    wir reden über biologische evolution des genoms. da geht es nicht darum, „die kinder bestmöglich aufzuziehen“ oder „auseinandersetzung mit einer vielfalt von menschen“

    *wenn* menschen heute überhaupt noch der biologischen auslese unterliegen, woran man deutlich aus gutem grund zweifeln kann, dann breiten sich eigenschaften im genpool aus, die viele nachkommen begünstigen, die ihrerseits dazu kommen, viele nachkommen zu erzeugen. das könnte zb promiskuität sein – wenn die irgendwie von genen beeinflusst wäre, da heutzutage ja die meisten leute überleben. oder dummheit, wenn man die knallhart eifnach mal mit bildung gleichsetzt – weil leute mit geringerer bildung mehr kinder kriegen. deswegen landen solche überlegungen halt sehr shcnell im sozialdarwinismus, und angst wird geschürt vor dem dummen pöbel, der dauernd kinder kriegt, und den rest verdrängt

    der witz bei evolutionärer psychologie ist ja, dass sie versucht, zu extrapolieren, welche genetisch beeinflusstenn verhaltensweisen vor 15.000 jahren eine höhere fitness erzeugt haben sollen, und immer noch auswirkungen auf unsere handlungen haben sollen

  28. 28 dodo 30. Januar 2009 um 0:23 Uhr

    wer kinder bestmöglichst aufzieht, sich mit vielfalt auseinandersetzt etc. hat meiner meinung nach auch genetisch einen vorteil.
    um es jetzt mal ganz überspitzt zu nem blöden beispiel zu bringen: man kann zig nachkommen haben, die aufgrund mieser lebensqualität, depressionen,… selbstmord begehen. kindsmord verüben.
    genetische und kulturelle evolution (blöder begriff, mir fällt aber grad nix besseres ein) gehen meiner meinung nach hand in hand.

  29. 29 bigmouth 30. Januar 2009 um 0:49 Uhr

    bring‘ doch mal ein argument, warum das so sein soll. das scheint mir von vorne bis hinten falsch.

    du setzt offenbar voraus, dass verhaltensweisen wie „kinder aufziehen“ oder „sich mit vielfalt auseinandersetzen“ genetisch bedingt sind, und die fitness erhöhen. sonst haben die nämlich mit biologischer evolution nichts zu tun. und beides ist ja wohl kaum der fall

    du scheinst implizit anzunehmen, dass fitness etwas über güte oder so aussagt. aber das ist quark. es können zb auch gerade total durchschnittliche eigenschaften die sein, die zur größten fitness verhelfen

    „mother nature does not care about you having fun“

  30. 30 lilike 30. Januar 2009 um 17:25 Uhr
  31. 31 lilike 30. Januar 2009 um 17:25 Uhr

    man muss unterschieden zwischen, sagen wir mal, fröschen, bei denen es zur arterhaltung tatsächlich genügt einen batzen kaulquappen zu produzieren und eben, naja, zum beispiel eben menschen, elefanten, pinguinen etc.. deren nachkommen ohne zusatzaufwand nicht wieder die geschlechtsreife erreichen würden.

    arterhaltung ist (unter anderem) beim menschen also nur möglich, wenn irgendjemand die nachkommen soweit hochpäppelt, dass die dann auch wieder reproduktionsfähig sind.

    also genügt für die „fitness“ beim menschen nicht nur dolles sperma oder eizellen sondern eben auch jene qualitäten, die für eine funktionale „brutpflege“ wichtig sind. ohne brutpflege keine arterhaltung.
    und die sache mit der aufzucht der nachkommen geht in irgendeiner art von sozialem verbund (partnerschaft/familie/wasauchimmer..) eben leichter.

    und yes, she does in deed. auch bei anderen primaten geht man doch inzwischen davon aus, dass ein großteil der sexualität zur sozialer beziehungspflege dient, um rangordnungen klarzustellen usw. usf…von glücklichen rudelmitgliedern hat das ganze rudel was. und somit auch die nachkommen.

    das alles jetzt mal unter der prämisse, dass überhaupt „arterhaltung“ so ein riesenthema ist
    , was ja nicht unumstritten ist.

  32. 32 gtz 30. Januar 2009 um 18:42 Uhr

    solange sozialverhklatne aber nich genetisch tradiert, sondern kulturell transportiert und erworben wird, hat das alles mit „evolution“ nix zu tun.

  33. 33 dodo 31. Januar 2009 um 18:03 Uhr

    @bigmouth: veranlagung zu depressionen, temperament und bis zu einem prozentsatz auch begabung sind vererbbar.
    und das hat definitiv etwas mit dem von mir gesagtem zu tun.
    ansonsten müssen wir uns halt drauf einigen, daß wir da verschiedene ansichten haben.

  34. 34 bigmouth 01. Februar 2009 um 10:17 Uhr

    inwiefern unterliegt depression zB der evolution? haben depressive mehr oder weniger nachkommen?

    oder welchen einfluß hat begabung in unserer gesellschaft auf zahl der nachkommen? gibt es überhaupt einflüsse?

  35. 35 bigmouth 01. Februar 2009 um 10:24 Uhr

    @lilike : stimmt ja alles. evolutionspsychologen leiten daraus ja sogar ab, dass es stimmig wäre, wenn männer und frauen unterschiedliches sexualverhalten zeigten, weil sie unterschiedlich hohe investitionskosten pro kind haben, und unterschiedlich viele zeugen können

    nur wäre die frage, welche verhaltensweisen in unserer heutigen gesellschaft besonders fit wären. da zumindest hierzulande ja fast niemand verhungert, wäre das wohl, weit mehr kinder zu kriegen als die durchschnittlich 2 (müssen ja nich 60 sein)

  36. 36 lahmacun 01. Februar 2009 um 11:15 Uhr

    weil sie unterschiedlich hohe investitionskosten pro kind haben

    da haben diese tollen psycholog_innen aber nicht vielleicht die bürgerliche kleinfamilie naturalisiert? (die sich erst in der ersten hälfte des 20 jahrhunderts in der mehrheit der gesellschaft etabliert hat – mit viel sozialstaatlicher unterstützung.) vor etablierung d. kapitalismus ist der nachwuchs im ‚ganzen haus‘ herumgetollt und wurde mal von dem, mal von der ‚betreut‘.

  37. 37 lahmacun 01. Februar 2009 um 11:29 Uhr

    da zumindest hierzulande ja fast niemand verhungert, wäre das wohl, weit mehr kinder zu kriegen als die durchschnittlich 2 (müssen ja nich 60 sein)

    die kleinfamilie begann sich mit dem kapitalismus zu etablieren. der grund ist ein simpler:
    die kinder müssen nun von den eltern ‚finanziert‘ werden.
    statt also ‚ineffizient‘ 10 kinder zu gebären, von denen – aufgrund von geldmangel – 7 sterben (die kindersterblichkeit zB im arbeiterbezirk wien favoriten liegt 1924 bei 25% im ersten (!) monat) wird vermehrt verhütet (ab ca. 1918 auch mit unterstützung des staates, v.a. auch sozialdemokratie – ‚proletarische eugenik‘). weil so ein abkratzendes kleinkind eine ‚fehlinvestition‘ ist (sobald es sozialtransfers gibt auch für den staat).
    (denn er nachwuchs soll – solange es keine staatliche rentenversicherung gibt, wo dann das ganze problem von ‚der allgemeinheit‘ verhandelt wird – eine private rente garantieren. deshalb wird wert auf gute ausbildung gelegt. die kann man sich aber nicht für 10 kinder leisten. mädchen sind eine belastung und müssen schnell ‚gut‘ verheiratet werden, denn sie ‚können‘ ja nicht berufstätig sein.)

  38. 38 Annie Slut 09. Februar 2009 um 23:54 Uhr

    Meine These:

    Reiche Männer können es sich leisten, Frauen dafür zu bezahlen, in Fragebögen zu behaupten, sie hätten beim Sex mit besagten Männern unheimlich oft einen Orgasmus. ;)

    Mal ehrlich, was solche zur Zeit ungemein popläre Evolutionspsychologie so für unbewiesene, ideologisch geprägte vorannahmen enthält, auf was für unzureichende Daten sie sich oft stützt und wie schlampig dort gern mit der Methodik umgegangen wird, lässt sich gut nachlesen:
    Anne Fausto-Sterling: „Beyond Difference. Feminism and Evolutionary Psychology“, in: Rose, Hilary & Steve (Hrsg.): „Alas poor Darwin. Arguments against Evolutionary Psychology“, Crown-Verlag
    Das ist eine wissenschaftliche Publikation, auf höherem Niveau als diese doch scheinbar eher pop-wissenschaftliche Studie, um die es hier geht. Für diejenigen, die hier eine wissenschaftlich fundierte Kritik gefordert haben.

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