Österreich? Eine Katastrophe, ich sag’s euch. Und warum es feministische Belange ausgerechnet hier erstaunlich gut in den Mainstream schaffen, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Sprachkritik zum Beispiel: Das Binnen-I ist deutlich üblicher als im bundesdeutschen Raum. Ein alltägliches Beispiel sind Überweisungsträger („Erlagscheine“):

Gleichzeitig zeigt sich natürlich: Die „Wirklichkeit“ – oder vielmehr die Bedeutungräume und -möglichkeiten –, die Sprache hier „schafft“, sind jene flexibler kapitalistischer Verhältnisse (und das hat nichts mit dem Beispiel aus der Bankenwelt zu tun, sondern betrifft genauso gut Werbeprospekte, Zeitungsannoncen und Hinweisschilder). Frauen werden mitgesprochen und explizit auch mit angesprochen und -gemeint – von einer geschlechtergerechten oder gar befreiten Gesellschaft ist man dennoch weit entfernt. Dazu braucht es dann doch wohl etwas mehr, als ein bisschen Sprache.
Ganz schön gut find ich’s trotzdem.
* zum Titel: „Gehüpft wie Gesprungen“ (also eh egal) „oder richtig toll?“
** Sorry für die schlechte Grafikqualität. Mit Rechtsklick >>> „Grafik anzeigen“ wirds etwas größer/besser.
Sprache ist nur ein Alibi, leider.
ich halt es wie die autor_in. sprache existiert nicht im luftleeren raum! klar ist es damit alleine nicht getan aber sprache zu verändern bedeutet auch (eine kleine) veränderung der gesellschaft…
das ist mir auch sofort aufgefallen als ich vor ein paar monate nach d gezogen bin! – das gilt mmn auch für studierende.
und ich hab nicht die geringste ahnung, woran das liegt.