Frau gegen Frau

Kaum ein Thema zeigt das verheerende Ausmaß von Gewalt gegen Frauen, von Frauen, deutlicher als die grausame Praxis der Genitalverstümmelung. In manche Regionen Afrikas sind über 90% der Frauen verstümmelt.
Der Eingriff wird meist von Frauen, mit voller Unterstützung und Befürwortung der Mutter/Tanten/Großmütter durchgeführt.
Natürlich ist diese Praxis nicht „Schuld“ der Frauen, sondern beruht auf einer patriarchalischen Weltanschauung und zielt vor allem auf die sexuelle Kontrolle der Frauen, aber doch setzen Frauen diese Praxis gnadenlos durch, zeigen kein Mitleid und begegnen „unbeschnittenen“ Frauen mit totaler, sozialer Achtung.
Sehr deutlich wurde dieser Missstand nun wieder an der Entführung von vier Journalistinnen in Sierra Leone. Die vier Frauen traten öffentlich stark gegen die Verstümmelung auf und wurden darauf prompt von der Pro-Verstümmel-Organistation „Bondo“ verschleppt, ausgezogen und nackt durch ein Dorf gejagt.
Oberhaupt der Organisation eine Frau, namentlich Haja Massah Kaisamba.
Ihr Statement zu der von ihr durchgeführten Verschlppung:

Die Frauen seien „in unser Gewahrsam genommen worden, weil sie sich im Radio unvorteilhaft über die Genitalverstümmelung geäußert haben

Es ist also weit hergeholt mit der Solidariät unter Gleichen, vor allem unter Frauen.

(Eine andere Frage die mir dabei durch den Kopf geht ist ob für die „Bondos“, „Nacktsein“ in diesem Fall auch eine „angemessene“ Demütigung für Männer gewesen wäre ,oder ob sich diese nur auf das weibliche Geschlecht beschränkt.)


10 Antworten auf “Frau gegen Frau”


  1. 1 Kim 11. Februar 2009 um 23:59 Uhr
  2. 2 bigmouth 12. Februar 2009 um 10:48 Uhr

    Natürlich ist diese Praxis nicht “Schuld” der Frauen,

    was ist daran natürlich? weil frauen=opfer ?

  3. 3 Thomas 12. Februar 2009 um 12:32 Uhr

    Ich finde es erschreckend und abstoßend daß soetwas wie Genitalverstümmelung in der Welt immer noch praktiziert wird und wer dieses „Wertesystem“ in die Welt gesetzt hat. Meine Tochter ist jetzt 10, wenn ich daran denke in diesen Regionen leben zu müssen…

    Ich denke, Menschen die jemand anderen demütigen und abwerten wollen, weil ihre andersartige Ansicht nicht in das persönliche Weltbild passt, ist jedes Mittel was trifft recht. Die Vorkommnisse in Abu Graib haben gezeigt daß dies auch an Männern praktiziert wird, wenn es den Zweck erfüllt dem anderen irgendwie weh zu tun.

    Immer wieder dieselben menschlichen Abgründe.

  4. 4 clothilde 12. Februar 2009 um 23:02 Uhr

    @ leonie
    ich finde den titel nicht sehr passend da es bei der Genitalverstümmelung eben nicht um frau gegen frau geht sondern um, du sagst es selbst, eine patriarchale gewalt in einer patriarchalen welt.
    des weiteren frage ich mich wie du das meinst mit
    der solidarität unter gleichen?
    welche gleichen?
    alle frauen = gleich?
    eine kollektive identität als „frau“?
    …hm….:-?

    @thomas
    ja, die menschlichen abgründen…
    aber: du willst abu graib nicht mit der grauenhaften und massenweisen verstümmelung von frauen vergleichen….oder?

  5. 5 gtz 13. Februar 2009 um 2:37 Uhr

    da es bei der Genitalverstümmelung eben nicht um frau gegen frau geht

    sehe ich anders. es scheint ja nun so zu sein, dass in der durchsetzung dieser schrecklichkeit sich auch und zuvorderst frauen als handlanger des mit einiger sicherheit patriarchalsexistischen regimes gebärden.

  6. 6 leonie 13. Februar 2009 um 11:15 Uhr

    @clothilde: Solidarität=Zusammengehörigkeitsgefühl von Individuen oder Gruppen in einem Sozialgefüge. Also von Frauen, die in dieser patriarchalen Gesellschaft sozialisiert wurden und an denen grausame Traditionsrituale verübt wurden. Solidarität heißt nicht gleich sein in Sinne von „keine individuellen Unterschiede haben“.
    Ich verstehe aucg gut meinst und gebe dir vollkommen recht, das die Verstümmelung „eine patriarchale gewalt in einer patriarchalen welt“ ist. Und natürlich unterliegen Frauen die sich zum Handlanger dieses Systems machen, einer grausamen Sozialisation. Deshalb finde ich es auch falsch von jeder einzelnen zu verlangen den sozialen Aufstand zu üben. Aber finde ich es doch erschreckend und teilweise nicht entschulbar mit welcher Gewalt Frauen gegen Frauen vorgehen, welche versuchen dieses ungerechte System zu stürzen.
    Meiner Meinung nach darf man hier Frauen obwohl Opfer, nicht zu sehr in Schutz nehmen. Immerhin machen sei die Häfte der Gesellschft aus und hätten somit die Macht Dinge zu ändern und sich im Kollektiv zu organisieren oder einfach nur stillschweigend mit den „Aufständischen“ zu kooperieren, statt sie zu demütigen.
    Es ist also sowohl Mann gegen Frau als auch Frau gegen Frau.

    @bigmouth: ja, Frau=Opfer in diesem Kontext, oder wie würdest du jemanden bezeichnen dem gewaltsam seine Geschlechtsteile abgeschnitten werden?

  7. 7 P.Liu 13. Februar 2009 um 15:03 Uhr

    jude?

  8. 8 leonie 13. Februar 2009 um 16:55 Uhr

    Ich hoffe du spielst mit „Jude?“, nicht auf die Beschneidung der Männer im Judentum an!
    Diese ist nämlich nicht annähernd mit der grausamen Verstümmelung der Varinas dieser Mädchen zu vergleichen!!
    Bitte informieren!

  9. 9 P.Liu 19. Februar 2009 um 19:56 Uhr

    das möchte ich so nicht gesagt haben. warum man diese form der beschneidung nicht erwähnen darf/soll/kann leuchtet mir auch nach der lektüre deines links (danke dafür!) nicht ein.

  10. 10 Oro 23. August 2011 um 7:24 Uhr

    Jede Form von Verstümmlung ist widerlich und sollte international geächtet werden.

    Wenn ich hier sowas lese http://www.associatedcontent.com/article/146761/human_foreskins_are_big_business_for.html dass die ewigen Opfer keine Probleme haben abgeschnittene Körperteile von wehrlosen kleinen Jungen für schönere Haut auf die Backen zu schmieren in Form von einer Gesichtscreme fallen mir nur Schimpfworte für die doppelte Moral ein oO
    Vielleicht sollten lieber alle Kerle schwul und alle Mädels lesbisch werden, dann hat in spätestens 100 Jahren der ganz Müll mit den Mensch sein endlich sein berechtigstes Ende.^^

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