Archiv für März 2009

FRAGE

Ich habe jetzt schon seit einiger Zeit bemerkt, das die Seite „womenonweb.org“ nicht mehr aufrufbar ist (zuminderst in Österreich.)
Statt der Seite kommt nur ein „Forbidden You don‘t have permission to access / on this server.“ Geht sie bei euch auch nicht? weiß jemand genaueres bzw. ob die Seite in einigen Ländern von der Regierung gesperrt wurde?

[Women on Web ist eine non-profit Organisation, die per Internet die „Abtreibungspille“ Mifepristone an hilfesuchende Frauen verschickt.]

Vielen Dank
leonie

Bitte noch konservativer Frau Merkel

Auch in der sonst so heilen Welt der christlich-konservativen Union, flammt hier und da ein Streit auf. Normalerweise handelt es sich dabei meist um CDU vs. CSU bzw. Seehofer gegen den Rest. Nun muckt aber auch der ehemalige Ministerpräsident von Sachen-Anhalt auf und verlässt wegen Meinungsdifferenzen mit der Kanzlerin Angela Merkel die CDU.
Auslöser der Streitigkeiten waren die Papstkritik der Kanzlerin sowie ein Treffen zwischen Merkel und Alice Schwarzer.
Frau Merkel hat laut Münch, den Papst während der Williamsondebatte „öffentlich diskreditiert und gedemütigt“.
Das Treffen mit Frau Schwarzer hat dem armen Münch dann offensichtlich den Rest gegeben, war die Union doch immer die Partei „die auf der Grundlage christlicher Werte für den Schutz des menschlichen Lebens eingetreten ist“. Menschliches Leben beginnt hier natürlich schon bei der Befruchtung, völlig klar. Da passt so eine wie Schwarzer natürlich gar nicht ins Bild, war sie doch die Vorkämpferin für Abtreibungsrechte und ist auch heute noch eine nicht überhörbare Stimme wenn es um die Abschaffung des §218 geht.

Jetzt bin ich weder Merkel noch CDU-Fan und ehrlich gesagt erwarte ich mir auch von keinem der Beiden gesellschaftlichen Umwälzungen, aber trotzdem regt mich die beschränkte Sichtweise des papsttreuen Münch ungeheuer auf und zwar nicht nur weil ich mich in meinen Rechten als Frau öffentlich diskreditiert und gedemütigt fühle, sondern weil sie die allgemeine, erzkonservative und christlich-treue Meinung so vieler Vollidioten da draußen zeigt und ich mich wirklich frage wie man Konservatismus heilen kann.

Publicity

Wir bzw nummer.drei`s Artikel über die fortschrittlichen Überweisungsträger in Österreich, sind in dem aktuellen an.schläge Magazin erwähnt. In der Rubrik plus.minus steht:

Und noch eine gute Nachricht aus Deutschland: Im Nachbarland wird das feministisch fortschrittliche Österreich gelobt. Der Mädchenblog schreibt, dass es feministische Belange hierzulande erstaunlich gut in den Mainstream schaffen würden. Gelobt wird insbesondere die Verbreitung des Binnen-I . Als Beispiel ist „ein Überweisungsträger“ mit eingekringelter „EmpfängerIn“ abgebildet (samt Übersetzung „Erlagschein“). Sonst ist Österreich allerdings eine Katastrophe: ein Plus+

Alice in Wien

alice

Für alle Wiener_Innen und Alice Schwarzer intersssierte, die wohl bekannteste deutsche Feministin hält am 23.4 ihren ersten von drei Vorträgen an der „Universität für angewandte Kunst“ in Wien.
Dort hat sie für das laufende Sommersemester eine Gastprofessur angenommen und wird zu den Themen „Pornografie & Kunst“, „Religiöser Fundamentalismus & Menschenrechte“ und „Frauen & Männer“ sprechen.

Politik und Frauen à la „Brigitte“

Frauen interessieren sich ja gar nicht wirklich für Politik, hauptsache der Typ sieht so sexy wie Obama aus. Vermittelt zumindest die Zeitschrift „Brigitte“.

Adoption aus Sicht einer biologischen Mutter

Über Traumata nach Abtreibungen wird viel diskutiert und ein Kind zur Adoption freizugeben als Alternative zum Schwangerschaftsabbruch scheint für viele Abtreibungsgegner DIE Lösung zu sein.
Daß es das nicht unbedingt ist und die Mütter, die dies tatsächlich durchgezogen haben, fast nie zu Wort kommen, wird von einer Gastbloggerin auf Shakesville eindrucksvoll demonstriert.

Aufklärung Ade

Zu viel Sex: mehrere tausend Katholiken fordern per Online-Petition ein Verbot der Bravo. Das „erotische Blatt“ zerstört laut dem Initiator Mattihas von Gersdorff die „Kindheit in Deutschland“.

Klartext – Abtreibung

1000 kreuze für das leben sind keines wegs gegen die frauen sondern für frauen, sie heben die würde der mutter nachoben, und menschen die abtreibung befürworteten treten der gesamten menschheit auf den fuß, wie tief konte man sinken als man abtreibung legalisierte, die zukunft der menschen ist an nem dünnen faden der anfängt zu reisen durch abtreibung. was ist mit den frauen die sagen ich hab recht auf mein leben und bestimme über meinen bauch, wer soetwas forder macht sich lächerlich weil man dem kostbarsten geschenk das man eine frau machen kann, sie mutter werden zulassen, mit dem fuß getreten wird. rechtaufabreibung als menshcenrecht macht die menschenrechte überflüssig da dem menschen jegliche würde abgesprochen wird wenn man abtreibung zum menschen recht erhebt, was ist mit den menshcen die bei einer abtreibung abgeschlachtet werden? es sind mneschen wie du und ich wenn auch ganz klein
folglich kann abreibung kein menschen recht sein

diesen Comment zu einen meiner Texte über den „1000 Kreuze Marsch“ fand ich erst kürzlich in meinem Postfach.
Wäre es der erste Text dieser Art würde mich die Sache nicht weiter stören, nur kommen solche fanatischen und unreflektierten Meldungen ca. einmal die Woche.
Ging ich am Anfang noch davon aus, es wäre das Beste diese Texte öffentlich zu diskutiern, tendiere ich nun eher dazu diese Trollbotschaften zu entfernen.
Da ich aber hier nicht wild „zensieren“ will, kommt hier eine einmalige Erklärung zu verschwundenen Texten dieser Art

Abtreibung ist Frauenrecht.
Da helfen auch keine emotional aufgeladenen oder mit Schimpfwörten und Flüchen bestückten Kommentare.

Wer sich gegen Abtreibung ausspricht und für ein staatliches Verbot eintritt, gefährdet das Leben tausender Frauen.
Es steht nämlich nicht zur Frage, ob Frauen Schawngerschaften beenden (Abbrüche gab es zu jeder Zeit), sonder nur wie sie es tun.
Auf sichere da professionelle und legale Weise oder illegal und unsicher.

Weltweit streben jährlich 70.000 Frauen an den Folgen einer unsachgemäßen Abbtreibung.
Wer sich unter diesen Umständen als „Lebensschützer_In“ betitlet, da er_sie Abbrüche kriminalisiert, handelt meiner Meinung nach ziemlich unreflektiert.

Abtreibung, bedeutet aber auch, die Integrität des weilblichen Körpers zu gewährleisten, wo ein Abbruch untersagt wird, degardiert man Frauen zu Brutkästen ohne individuelle Wünsche und Meinungen.

Damit ist die Möglichkeit eine Abbruch durchzuführen Teil unserer Menschenwürde und durch Nichts und Niemanden in Frage zu stellen.

Afghanistan

Ein Student, der in Vorlesungen durch Fragen nach den Frauenrechten im Islam aufgefallen ist, wurde in Afghanistan zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Grund: Gotteslästerung.

Tolle Comics über wichtige Themen von Trouble X

Wichtige Inhalte mit ansprechender Aufmachung zu verbinden gelingt wirklich nicht jeder_m*. Deswegen ist es auch so wichtig, möglichst viele Menschen auf die tollen Comics von Trouble X hinzuweisen! Schon seit Ende 2007 gibt es die Comics online zu lesen, teilweise wurden sogar auf Englisch übersetzt. Sie drehen sich um Themen wie Queer-Sein, Vorurteile oder Liebe und bringen diverse Reflektionsprozesse auf den Punkt und auch in Gang. Mich jedenfalls haben einige der Comics sehr nachdenklich gestimmt.

Trouble X gibts als Blog bei Blogsport oder als Fotostream bei FlickR.

Comic ueber Liebe von Trouble X

Frauen und Atomkraft

Die taz über das weibliche Verhältnis von Frauen zu Atomkraft.

GERMANY‘S NEXT ROLE MODEL

GERMANY'S NEXT ROLE MODEL

als ich klein war, war mein grösster wunsch, eine grosse schwester zu haben. eine, die man bewundern kann, aber die nicht auf mich heraubschaut, sondern mich auf gleicher ebene ernst nimmt. später haben meine freundinnen die jungs in bands angehimmelt, und männliche filmstars- ich habe mir irgendein weibliches vorbild gewünscht.

wenn du dir auch sowas gewünschst hast, oder immer noch tust, oder beides, dann mach doch mit dabei, ein girlgang- archiv zu basteln, das aus lauter grossartigen role models besteht!

MITMACHEN!

Lesenswertes zum WeltfrauenTag

Dank dem Weltfrauentag ist dass Thema Gleichberechtigung wieder in aller Munde und egal wie man zu diesem Tag steht ist es doch immer wieder toll die vielen interessanten Berichte zu lesen. Vor allem die Taz hat sich dieses Jahr große Mühe gemacht und eine Sonderbeilage zum Weltfrauentag herausgebracht.

Hier einige interessante Artikel, auch Taz-extern:

„Männer haben Angst vor Frauen“ , der Psychologe Rolf Pohl macht klar, auch heute existiert Sexismus, nur subtiler.

„Der freie Zwang zur Sexyness“, die von mir sehr geschätzte Sonja Eismann über Frauen und Körperkult.

Ein Interview mit der Ärtzin Monika Hauser

Luise F. Pusch über die Zukunft des „-In“.

Ein Film im Guardian über die sexuellen Übergriffe auf Frauen in Haiti.

und zu guter letzt noch eine Buchempfelung: Die King Kong Theorie von Virgine Despentes.

Schönen 8ten März noch!

Brasilien hat auch Mixa`s

In Brasilien forderte die katholische Kirche kürzlich ein neunjähriges Vergewaltigungsopfer dazu auf, eine medizinisch bedenkliche Schwangerschaft auszutragen.
Da der Abbruch aber „trotzdem“ durchgeführt wurde, wollen die Anwälte der katholischen Kirche, die Mutter des jungen Mädchen nun wegen Mordes verklagen.

In Brasilien sind Abtreibungen nach Vergewaltigungen und bei Risikoschwangerschaften legal.
Auf das Mädchen trafen beide Punkte zu.

Der katholische Rechtsanwalt Marcio Miranda zu dem Fall:

„Wir halten das für Mord. Das Gesetz Gottes lautet: Du sollst nicht töten.“

(über dieStandard.at)

In Lateinamerika sterben jährlich mehrere tausend Frauen aufgrund von schlecht durchgeführten Abtreibungen, allein in Brasilien mussten 2004 laut Angaben des „Center for Reproductive Rights“, 243,988 Frauen aufgrund von unprofessionellen Abbrüchen in ein Krankenhaus eingeliefert werden und etwa 150.000 Frauen erleiden jedes Jahr schwerwiegende und bleibende Folgeschäden von illegalen Abtreibungen oder sterben daran.

Wie aus einem anderen Bericht des „Center for Reproductive Rights“ hervorgeht werden in Brasilien , im Bezug auf Schwangerschaftsdiagnostik immer noch erhebliche Fehler gemacht, die viele Frauen mit ihrem Leben bezahlen.

Wie sehr die katholische Kirche in die Anti-Antiabtreibungskampagne des Landes involviert ist zeigt ein Spiegelartikel demnach in Rio de Janeiro Mini-Plastikföten von Priestern verteilt werden, um Stimmung gegen eine geplante Lockerung des Abtreibungsverbot zu machen.

UPDATE: Mutter und Ärzte des Mädchens wurden exkommuniziert.

Die Geister, die ich rief…

Vielleicht erinnert sich noch wer an den Emma-Artikel „An der Sexfront“.
Aufgrund dieses Artikels und vor allem der Leserbriefreaktionen darauf hat eine Bekannte von mir selbst einen Leserbrief verfasst. Und damit der nicht untergeht, mich gebeten, ihn auch im Mädchenblog zu posten.
Voilà:

Liebe Emma und auch liebe EmmaleserInnen,

erstmal vorweg: wir waren nie immer der gleichen Meinung. Gut so, das qualifiziert uns schon mal als denkende Individuen. Aber als treue Abonnentin, nach dem Lesen der Leserbriefe über den „Sexfront-Selbstversuch“ möchte ich doch aufmucken! (mehr…)