„Embryo-Schutz“

Mit der Neuregelung des Gendiagnostikgesetz, verschärft die Bundesregierung unter anderen auch die Richtlinien bei pränatalen Untersuchungen.
Demnach sollen keine vorgeburtlichen Untersuchungen auf spätmanifestierende Krankheiten durchgeführt werden. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Annette Widmann-Mauz spricht von einem „großen Fortschritt“.
Tests sollen aber in „Einzelfällen“ erlaubt sein, zum Beispiel wenn eine Untersuchung auf späte Krankheiten Schwangeren in „unzumutbaren Konfliktsituationen“ helfen können.

Ich bin ja eher skeptisch wenn die christliche Fraktion an „Embryorechten“ herumbastelt und „ungeborene“ per se mit autonomen Menschen gleichstellt. Vor allem wenn man die bedenkt, dass sich die CDU bereits daran gemacht hat „Spätabtreibungen“ zu illegalisieren.

Aber was meint ihr dazu, Schritt nach vorn oder zurück?


4 Antworten auf “„Embryo-Schutz“”


  1. 1 kurukurushoujo 20. April 2009 um 18:29 Uhr

    Es soll wohl hauptsächlich darum gehen Diskriminierung gegen körperlich/geistig beeinträchtigte Menschen zu erschweren, indem die gezielte Abtreibung von entsprechende Merkmale aufweisenden Embryonen/Foeten verhindert wird. Keine gute Idee, IMHO, denn ich will mir nicht vorstellen, was ein Kind durchzustehen hat, das auf Grund seiner Beeinträchtigung von seinen Eltern nicht wie ein vollwertiger Mensch behandelt wird. Meiner Meinung nach müsste bei der Diskrimnierung gegen Menschen angesetzt werden und nicht bei der von Foeten.

    Ob es sich nun prinzipiell um einen Fort- oder Rückschritt handelt, muss sich, IMHO, bei der Untersuchung dessen herausstellen, was als „unzumutbare Konfliktsituation“ gilt oder nicht und wie leicht diese „unzumutbare Konfliktsituation“ von einem dazu qualifizierten Arzt schriftlich beglaubigt werden kann.

  2. 2 lili 22. April 2009 um 11:57 Uhr

    Spätabtreibungen zu illegalisieren ist völlig richtig. Es ist schrecklich, dass es in Deutschland erlaubt ist, ein voll lebensfähiges Kind umzubringen solange es noch nicht geboren ist!!!

    Das verbieten von Spätabtreibungen wäre ein Riesenfortschritt und ist schon längst überfällig!

  3. 3 madita 22. April 2009 um 13:31 Uhr

    da gibts grad ein total passendes interview in der aktuellen iz3w mit sarah diehl (online leider nur inhaltsverzeichnis unter http://www.iz3w.org/iz3w/index.html), die dazu sagt, dass während amerikanische Abtreibungsdiskurse eher über Rassismus gehen, sind in Europa Eugenik und Behindertenfeindlichkeit Argumente.

    „Abtreibung wird hier [in der Mitte der Gesellschaft] immer symbolpolitisch eingesetzt, das zeigt sich auch bei der Debatte über Eugenik. Um dem Vorwurf der Behindertenfeindlichkeit zu entgehen, gibt es offiziell keine eugenische Indikation in der BRD, dennoch hat der Staat ein Interesse daran. Eine behindertenfeindliche Gesellschaft, die sich nicht als solche darstellen will, macht dann diese Entscheidung zum persönlichen und organisatorischen Problem der Schwangeren und Mutter.“ (iz3w-nr. 312:10)

    definitiv schritt zurück. klingt nach weiterer bevormundung was eine „unzumutbare Konfliktsituation“ ist! oh je!gruselig

  4. 4 gtz 22. April 2009 um 13:54 Uhr

    dein fortschritt is überfällig.

    bezeichnend, dass sone reaktionären gerümpel wie die nie mit argumentationen daherkommen, sondern gehorsamsphrasen daherkotzen können.

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