U-Bahn Werbung – Aktion Leben

Wer zur Zeit durch den Wiener Untergrund reist, wird an einigen Werbeplakaten der „Aktion Leben Österreich“ nicht vorbeikommen.
Die Plakate zeigen in großen Lettern den Schriftzug „Schwanger? Wir beraten sie. Wir helfen ihnen.“
Wie diese „Hilfe“ aussieht wird klar wenn man die Homepage der „Lebensschützer“ besucht.

lebenschützer

Wir sind die Lebensschutzbewegung in Österreich. Seit mehr als 50 Jahren setzen wir uns ein für den umfassenden Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Wir sind unabhängig und überkonfessionell, ein privater Verein, der von vielen tausenden privaten Spendern in ganz Österreich getragen wird

Bei dieser Definition von „Leben“ wird eines klar, Abtreibung ist bei „Lebensschützern“ kein Thema, es ist ein Tabu. Frauen die sich unwissend von diesen „Aktionen“ beraten lassen werden dadurch nicht sachlich über all ihre Möglichkeiten und Rechte aufgeklärt und informiert. Falls doch über Abtreibungen gesprochen werden sollte, werden diese als moralisch verwerflich oder gar als Tötung1 verteufelt, auf jeden Fall als etwas das „gute“ Frauen nicht wagen würden/sollten.

Die „Lebensschützer“ haben es aber nicht nur geschafft die U-Bahn Werbetafeln für sich zu vereinbaren, sondern auch die meisten Websites über Schwangerschaftsberatungen und Abtreibungen sind von diesen Gruppierungen besetzt.
Problematisch wird dies wenn Frauen nach sachlicher, unvoreingenommener Beratung suchen und auf diesen Seiten landen.
Deshalb hier auch gleich Seiten zu neutralen und informativen Internetseiten zum Thema „Schwanger?“.

  1. laut den Betreibern der Seite „Aktion Leben“ ist dies bei ihrer Beratung nicht der Fall, auf der Website versucht sich die Kontaktstelle auch von den radikalen Lebensschützern abzugrenzen. Die Weltanschauung (Leben beginnt mit der Befruchtung und ist damit schützenswert) ist aber die Gleiche. [zurück]

40 Antworten auf “U-Bahn Werbung – Aktion Leben”


  1. 1 dodo 27. April 2009 um 23:18 Uhr

    was soll eigentlich das gemüse und die schokolade auf dem plakat

  2. 2 kalimera 28. April 2009 um 13:33 Uhr

    was soll eigentlich das gemüse und die schokolade auf dem plakat

    Ich glaube es soll auf die kulinarischen gelüste schwangerer menschen im hormonrausch anspielen. humor sozusagen :)

    das absurde an derartigen wiener ubahn werbungen ist, dass 2 meter weiter werbung für die abtreibungsklinik hängt:

    pro:woman – Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe
    A-1010 Wien, Fleischmarkt 26
    Telefon: 01 / 512 96 31-250
    Telefax: 01 / 512 96 31-210
    eMail: info@prowoman.at

    Rund um die Uhr-Hotline 01 / 512 96 31-250

  3. 3 Adrian Lang 28. April 2009 um 14:18 Uhr

    Dass es sich direkt nach der Befruchtung bereits um „Leben“ handelt soll hier hoffentlich nicht abgestritten werden, oder? Auch um „menschliches Leben“ handelt es sich sofort. Allein daraus erwächst jedoch nach keiner mir bekannten Meinung ein besonderer Schutzanspruch (Selbst Veganer essen Pflanzen).

    Unabhängig davon würde es mich auch wundern wenn Abtreibungsbefürworter das Ungeborene nicht als „schützenswert“ ansehen würden – die Argumentation sollte doch hauptsächlich über eine Gewichtung, nicht das völlige Verleugnen des Ungeborenen laufen, oder?

  4. 4 anyge 28. April 2009 um 15:26 Uhr

    Ich sehe da einen biologischen Vorgang im Körper einer Frau. Kein Leben, was es irgendwie zu gewichten gilt. Vielmehr geht es um die Selbstbestimmung einer Frau über ihren Körper.

  5. 5 Dridde 28. April 2009 um 23:48 Uhr

    Ich stimme Adrian da zu. Rein biologisch entsteht nun einmal mit der Befruchtung Leben. Sicher geht es um die Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper, auf einen biologischen Vorgang würde ich ein Leben trotzdem nicht reduzieren.

    Der Frage Abbruch oder nicht könnte man natürlich durch das Verleugnen, dass da etwas lebt, jegliche moralische Ebene nehmen. Damit belügt man sich aber selbst.

    Es sollte schon abgewogen werden, inwieweit die Selbstbestimmung der Frau die Menschenrechte des Ungeborenen überwiegen. In Deutschland ist es ja nun einmal so, dass ab einer gewissen Schwangerschaftsdauer in der Regel keine Abbrüche mehr vorgenommen werden, wohl auch aus diesem Grund.

    Um Missverständnisse zu vermeiden, ich bin kein Gegner von Abtreibungen, aber ich finde, das Thema sollte nicht auf einen bloßen biologischen Vorgang reduziert werden.

  6. 6 leonie 29. April 2009 um 9:24 Uhr

    das Thema sollte nicht auf einen bloßen biologischen Vorgang reduziert werden.
    auf was dann?

    Ich denke nicht das menschliches Leben mit der Befruchtung entsteht, sondern erst sehr viel später.
    Die ganze Schwangerschaft über ist ein Embryo ja nicht autonom lebensfähig.
    Die ganze „mit der Befruchtung entsteht leben-theorie“ verwenden wir in Deutschland aufgrund unserer Affinität zur christlichen lehre, diese ist es nämlich die solche Ansätze vertritt, sonst fast niemand, weder Biologen, Ärzte noch Philosophen..

    Die Frage ist allerdings wirklich sehr schwer, v.a zu diskutieren.

  7. 7 anyge 29. April 2009 um 9:45 Uhr

    „Es sollte schon abgewogen werden, inwieweit die Selbstbestimmung der Frau die Menschenrechte des Ungeborenen überwiegen.“

    genau hierin zeigt sich der fehler dieser annahme. damit wird die entscheidung der frau über ihren eigenen körper immer zu einer abwägung zwischen zwei „lebensformen“ umgedeutet. dabei wird die frau a priori in eine rolle gedrängt, in der sie sich gegen das vermeintliche „leben“ in ihrem körper entscheidet. man mag dafür gründe finden, die das im zweifel rechtfertigen, aber grundsätzlich wird hierbei festgelegt: eine frau entscheidet bei einer schwangerschaftsunterbrechung nicht über ihren eigenen körper, sondern gegen ein anderes lebewesen.
    eine solche sichtweise halte ich für inakzeptabel.

    „In Deutschland ist es ja nun einmal so, dass ab einer gewissen Schwangerschaftsdauer in der Regel keine Abbrüche mehr vorgenommen werden (1), wohl auch aus diesem Grund (2).“

    das ist kein argument, sondern die feststellung eine gesetzlichen tatsache (1). die verknüpfst du dann mir einer inhaltlich und formal falschen vermutung (2).
    du widersprichst dir selbst, indem du leben plötzlich nicht mehr von seiner vermeintlichen entstehung her betrachtest, sondern (willkürlich?) einen zeitpunkt danach wählst. dann verknüpfst du deine vermutung über die begründung in deutschland (die deiner ansicht widerspricht) und versuchst damit zu belegen, dass die unterbrechung des biologischen vorgangs die abwägung zu ungunsten des „lebens“ sei. damit belügst du dich doch nur selbst, oder?

  8. 8 leonie 29. April 2009 um 9:54 Uhr

    @ anyge: YEAH

  9. 9 gtz 29. April 2009 um 10:40 Uhr

    hat jemand irgendwelche wissenschaftlichen ansätze aufm schirm, ab welchem zeitpunkt man einen foetus als autonomes menschliches lebewesen betrachten kann?

  10. 10 Adrian Lang 29. April 2009 um 11:24 Uhr

    Ich denke nicht das menschliches Leben mit der Befruchtung entsteht, sondern erst sehr viel später.

    Die ganze „mit der Befruchtung entsteht leben-theorie“ verwenden wir in Deutschland aufgrund unserer Affinität zur christlichen lehre, diese ist es nämlich die solche Ansätze vertritt, sonst fast niemand, weder Biologen, Ärzte noch Philosophen..

    Wikipedia nennt die biologische Definition: „Wesentliche Merkmale [von Leben] sind Stoff- und Energieaustausch mit der Umwelt sowie Fortpflanzung und Wachstum.“ „Fortpflanzung“ ist nicht unmittelbar zu verstehen, sonst wären unfruchtbare Menschen ja kein Leben mehr, auch Zellteilung erfüllt das schon. Der Rest trifft sowieso zu. Auch „menschlichere“ Maßstäbe wie Wahrnehmung, Interaktion, etc. sind bereits früh gegeben, jedenfalls deutlich früher als Abtreibungen vorgenommen werden können.

    Die ganze Schwangerschaft über ist ein Embryo ja nicht autonom lebensfähig.

    Behinderte sind je nach Grad auch nicht autonom lebensfähig. Neugeborene werden auch große Schwierigkeiten haben. Ebenso Komapatienten. Ich würde sagen dass alle Menschen irgendwann in ihrem Leben einer Situation sind, wo sie in absoluter Abhängigkeit zu anderen Menschen stehen (Mehr als wir sowieso schon sind). Außerdem, Frühgeburten gehen ja doch häufig gut aus – Ist das dann der Zeitpunkt ab dem es sich um Leben handelt? Wenn eine Frühgeburt überleben könnte?

    @anyge: Ich kann deine Deutung als Hilfsmittel, um zu einer frauenrechtlich vertretbaren Position zu gelangen, verstehen und akzeptieren. Ich spreche auch keiner Frau die Bestimmungsgewalt über ihren Körper ab. Überlegungen können auch dazu führen, die Interessen der Frau absolut über die des Ungeborenen zu stellen – zu behaupten, ein Ungeborenes hätte keinerlei Schutzinteresse oder es würde sich gar nicht um Leben halten ist aber keine Sichtweise, sondern falsch.

  11. 11 flawed 29. April 2009 um 11:29 Uhr

    gtz, aus biologischer Perspektive könnte man sich die Überlebenschancen von Frühgeborenen ansehen. Da sagt man wohl, dass ein Frühgeborenes ab der 23. Woche mit medizinischer Hilfe überhaupt eine Überlebenschance hat (wenn auch immer noch mit hohem Risiko von Tod oder schwerer Schädigung.)
    (Quelle Wikipedia)

  12. 12 gtz 29. April 2009 um 11:46 Uhr

    flawed, zumindest implizit rührt das am menschenstatus todkranker.in der nähe davon würde ich eher nich rumargumentieren wollen.

  13. 13 anyge 29. April 2009 um 13:14 Uhr

    „@anyge: Ich kann deine Deutung als Hilfsmittel, um zu einer frauenrechtlich vertretbaren Position zu gelangen, verstehen und akzeptieren.“
    fällt dir nichts auf? „frauenrechtlich vertretbare positionen“ brauchen keine „hilfsmittel“, wie du unterstellst (so etwas muss man sich einmal auf der zunge zergehen lassen). hilfsmittel braucht man allenfalls gegen positionen wie der deinigen, die das recht der frau auf selbstbestimmung grundsätzlich nur als abwägung begreifen können. die der frau also von vonherein kein selbsbestimmungsrecht einräumen, sondern allenfalls wenn es sich bei einer abwägung bewährt. da hilft es auch nichts zu beteuern, du würdest frauen dieses recht nicht absprechen, wenn du es doch offensichtlich tust.

    „Überlegungen können auch dazu führen, die Interessen der Frau absolut über die des Ungeborenen zu stellen – zu behaupten, ein Ungeborenes hätte keinerlei Schutzinteresse oder es würde sich gar nicht um Leben halten ist aber keine Sichtweise, sondern falsch.“
    deine meinung ist zwar ein nettes hilfsmittel um frauen in eine „täterposition“ zu imaginieren. akzeptieren kann ich das jedoch auf keinen fall.

  14. 14 leonie 29. April 2009 um 13:35 Uhr

    @Adrian Lang: deine Definition von leben ist ja schön und gut, ich sprach aber bewusst vom „menschlichen Leben“.
    Wenn du jedem der deiner Def. entspricht ein besonderes Recht oder Status einräumen willst, dann hat den auch die Milbe in deinem Bett oder der Staphylococcus aureus auf deiner Hand oder der Baum vor deiner Tür. Die passen nämlich alle da rein, haben aber keine Rechte noch einen besonderen Status in unserer gesellschaftl. Ordnung.
    Erst wenn wir über menschl. Leben reden kommen eben diese Faktoren zum tragen. Und hier sage ich ja ein Embryo mag als Zellverband lebendig sein, wie jeder andere Zellverband auch, aber er hat nicht den Status des „menschlichen Lebens“.

    Auch „menschlichere“ Maßstäbe wie Wahrnehmung, Interaktion, etc.

    hier muss ich dich leider enttäuschen, jedes nicht nur das „menschliche Leben“ erfüllt dieses Merkmal, selbst kleinste Mikroorg aus wenigen Zellverbänden verfügen über Mileuwahrnehmung und auch eine art der „Kommunikation“ zwischen einander.

    menschliche Maßstäbe wären Reflexion, Transzendenz etc.

    Es ist also sehr schwer für ein soziales Konstrukt wie das „menschliche leben“ einen Startpunkt zu finden.

    @gtz: autonom lebensfähig sind Embryonen erst kurz vor der geburt.
    ab der 24ten Schwangerschaftswoche( normale Schwangerschaft 40 Wochen) kann das Wachstum aber auch im Brutkasten außerhalb der Gebärmutter erfolgen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit des Embryos liegt dann bei ca. 60%. Entscheidend ist v.a die Funktionalität der Lunge.

  15. 15 dodo 29. April 2009 um 18:53 Uhr

    Die ganze „mit der Befruchtung entsteht leben-theorie“ verwenden wir in Deutschland aufgrund unserer Affinität zur christlichen lehre, diese ist es nämlich die solche Ansätze vertritt, sonst fast niemand, weder Biologen, Ärzte noch Philosophen..

    nur um das mal klarzustellen: die idee, daß menschliches leben bereits mit der befruchtung entsteht, kam überhaupt erst mit der aufklärung. als man sich über die biologischen vorgänge so langsam ein klareres bild verschaffen konnte.
    erst DANN hat die kirche das so interpretiert.
    zuvor war es allgemein anerkannt, daß eine frau erst dann definitiv als schwanger gilt, wenn sie das (potentielle) kind in ihrem bauch SPÜREN konnte. ausbleiben der regel oder bauchzunahme galten nicht als eindeutige beweise, wie es heute der fall ist.
    gerade in der christlichen lehre hieß es früher, daß, auch wenn die empfängnis deutlich vor dem ersten „spüren“ stattfand (ganz blöd warnse ja damals auch nicht), das nicht als schwanger „gilt“.
    und zwar deswegen, weil erst mit dem spüren durch die mutter der zeitpunkt gekommen war, in dem das ungeborene leben seine „seele erhält“ und dadurch menschliches leben wird.

    darüber sollte man sich klar sein.
    auch und besonders, wenn man als fanatischer christ meint, man sei aufgrund seiner glaubenszugehörigkeit immer automatisch auf dem pfad des alleinigen wissens…

  16. 16 Adrian Lang 29. April 2009 um 20:16 Uhr

    @leonie: Du wirst kein Kriterium finden, das auf Ungeborene nicht, auf alle Geborenen aber doch zutrifft. Du hast darüber hinaus nicht von „menschlichem Leben“ gesprochen, sondern die „Weltanschauung“ „Leben beginnt mit der Befruchtung und ist damit schützenswert“ als falsch dargestellt. Das haben wir aber anscheinend mittlerweile geklärt. Ich habe den Begriff des „menschlichen Lebens“ eingebracht, für den ich aber wie gesagt keine Definition kenne, die Ungeborene vollständig aus- und alle anderen vollständig einschließt.

    @anyge: Ich kann Abwägungen glücklicherweise nicht die grundsätzliche Ablehnung entgegenbringen wie du. Ebensowenig bin ich auf deine Akzeptanz meiner Positionen angewiesen, zumal wenn du dir jegliche Begründung sparst.

    Es handelt sich offensichtlich um Leben. Auch mit anderen Definitionen wird es nicht gelingen, dem Ungeborenen diesen Status abzusprechen, ohne nicht in arge Schwierigkeiten (in Bezug auf viele Geborene) zu kommen. Daher wird sich dazu entschieden (!) (nachdem Menschen gedacht – vulgär: abgewägt – haben), die Interessen der Frau absolut und ohne Vergleich zu verfolgen, sprich: den Vorgang als „rein biologischen Vorgang im Körper der Frau“ zu bewerten (das ist das Hilfsmittel). Wenn für diesen Schritt das Verleugnen von Tatsachen (Lebendigkeit des Ungeborenen) oder Entwerten hilfloser oder abhängiger Menschen (Über eine Menschliches-Leben-Konstruktion) nötig ist, wäre das sehr traurig.

  17. 17 bigmouth 29. April 2009 um 21:11 Uhr

    ich finde es lustig, dass leute hier argumentative klimmzüge vollstrecken, um embryonen nicht als „menschliches leben“ definieren zu müssen. der fehler liegt doch offenbar eher darin, „menschliches leben“ an sich als absoluten wert anzunehmen

  18. 18 gtz 30. April 2009 um 10:46 Uhr

    irgendwie in diese richtung wollte ich das ganze mit meiner frage stoßen. ich würde da nich gleich von fehlern reden wollen, aber diverse widersprüche lassen sich da nich leugnen.

    meine position: wenn es denn einen mment gibt, aber dem das gewuchere da im körper der frau als mensch anzusehen ist, dann stehen von dem moment an das unbestrittene recht der frau aufkörperliche selbstbestimmung und das ebenso unbestrittene recht des ungeborenen menschen auf leben und all das zeug recht unvereinbar gegenüber und müssen irgendwie gegeneinander verhandelt werden.

  19. 19 bigmouth 30. April 2009 um 11:25 Uhr

    ich bestreite dieses recht. ich verweise da auf den fruchtbaren unterschied zwischen „mensch“ als biologische spezies, und „person“ als ein wesen, das tatsächlich interessen, wünsche usw hat

  20. 20 gtz 30. April 2009 um 11:58 Uhr

    welches recht bestreites du jetz von den beiden? und im grunde is deine „person“, mein „mensch“. wenn du den begriff damit besser getroffen siehst, dann von mir aus „person“.

  21. 21 tee 30. April 2009 um 22:23 Uhr

    bigmouth begibt sich gleich mal auf die peter singer-schiene.

    „ein wesen, das tatsächlich interessen, wünsche usw hat“, sie aber nicht mitteilen kann, wird in dieser gesellschaft oftmals einfach durch den wolf gedreht. woher weiss ich denn, was ein neugeborenes für wünsche hat? doch ebensowenig wie bei einem fastgeborenen. bestreitest du jetzt auch dessen „recht auf leben“?

  22. 22 schokolade 01. Mai 2009 um 13:07 Uhr

    „Wesentliche Merkmale [von Leben] sind Stoff- und Energieaustausch mit der Umwelt sowie Fortpflanzung und Wachstum.“

    in welchem direkten kontakt steht denn der embryo mit der umwelt? fortpflanzung auch nicht. bleibt also nichts übrig von deiner argumentation ;)

  23. 23 bigmouth 01. Mai 2009 um 13:32 Uhr

    die gebärmutter ist auch umwelt. ist unser darm für bakterien ja zb auch

  24. 24 bigmouth 01. Mai 2009 um 13:36 Uhr

    @tee: bei nem neugeborenen gibt es aber anders als bei fötus und ner abtreibung keinen guten grund, dessen leben zu beenden, oder?

  25. 25 tee 02. Mai 2009 um 1:01 Uhr

    das „recht auf leben“ und der grund, ein leben zu beenden sind zwei paar schuh. zu letzterem wollte ich gar nix gesagt haben.

  26. 26 tp 02. Mai 2009 um 11:44 Uhr

    @bigm0uth: Es gibt bei einem Neugeborenen mindestens so viele Gründe, dessen Leben zu beenden wie bei einem Fötus. Mir fallen sogar noch mehr ein: es schreit, es will essen, es scheißt usw. Und wenn’s jetzt sogar noch behindert ist, was sollen da nur die Nachbarn denken! Alles ganz schön anstrengend.

    Wat sagste nun?

  27. 27 tp 02. Mai 2009 um 11:47 Uhr

    „„ein wesen, das tatsächlich interessen, wünsche usw hat“, sie aber nicht mitteilen kann, wird in dieser gesellschaft oftmals einfach durch den wolf gedreht.“

    Damit hat tee völlig Recht. Anstatt nun solchen Wesen in der weltfremden Arroganz des präferenzutilitaristischen Philosophen auch noch jedes Lebensrecht abzusprechen und damit den kapitalistischen Verhältnissen von Verwertung, Vernutzung, Leistung das Wort zu reden, wäre es angebracht, diesen Wesen SCHUTZ zu gewähren und für ihr Recht auf Leben einzutreten!

  28. 28 crashintoahouse 02. Mai 2009 um 12:31 Uhr

    Es gibt bei einem Neugeborenen mindestens so viele Gründe, dessen Leben zu beenden wie bei einem Fötus. Mir fallen sogar noch mehr ein: es schreit, es will essen, es scheißt usw. Und wenn’s jetzt sogar noch behindert ist, was sollen da nur die Nachbarn denken! Alles ganz schön anstrengend.

    das ist doch völliger müll.

    wo wird denn in diesen fällen unmittelbar das recht auf körperliche selbstbestimmung eines menschen (der mutter) bedroht? und wo macht die wiederherstellung dieses recht es notwendig, das subjekt, welches diese bedrohung erzeugt, zu eliminieren? einen säugling kann man auch in eine pflegefamilie geben.

  29. 29 bigmouth 03. Mai 2009 um 12:36 Uhr

    word

  30. 30 tee 03. Mai 2009 um 14:40 Uhr

    ja, tenpounds vergleich haut deswegen nicht hin. wie gesagt, zwei paar schuh. was ich kritisieren wollte war folgendes:

    ich bestreite dieses [“ebenso unbestrittene“] recht [“des ungeborenen menschen auf leben“]. ich verweise da auf den fruchtbaren unterschied zwischen „mensch“ als biologische spezies, und „person“ als ein wesen, das tatsächlich interessen, wünsche usw hat

    und da sage ich: ein eigenes „recht“ kann man diesem lebewesen evtl. zugestehen, auch wenn es noch teil eines anderen lebewesens, der mutter, ist. aber, wie gtz richtig bemerkte,

    stehen von dem moment an das unbestrittene recht der frau aufkörperliche selbstbestimmung und das ebenso unbestrittene recht des ungeborenen menschen auf leben und all das zeug recht unvereinbar gegenüber und müssen irgendwie gegeneinander verhandelt werden.

    nur verhandelt werden muss/kann da nicht viel. die mutter bringt „das wesen“ mit allen nachteilen für sie selbst hervor, und hat so auch die entscheidungsgewalt darüber (oder sollte sie haben).

    aber: die begründung von bigmouth ist eine völlig verkehrte und gefährliche, eben präferenzutilitaristische; indem er interessen, wünsche usw. als kriterium für ein „recht auf leben“ heranzieht. und in dieser (vom recht auf körperliche selbstbestimmung) abtrakten frage hat tenpounds dann wieder recht mit seiner polemik.

  31. 31 tee 03. Mai 2009 um 14:42 Uhr

    wie gtz fast richtig bemerkte ;)

  32. 32 bigmouth 03. Mai 2009 um 15:39 Uhr

    warum hat ein fötus ein unbestrittenes recht auf leben?

  33. 33 MPunkt 03. Mai 2009 um 20:14 Uhr

    Der Fehler in der Diskussion ist doch ein ganz anderer … und wenn Ihr konsequent wärt, würdet ihr es tatsächlich Draußen austragen, wie ja schon angedeutet wurde. Denn: „Wo Recht auf Recht trifft, da entscheidet die Gewalt.“ Heißt hier, dass, wenn das Interesse, sich einen Fötus vom Hals schaffen zu können und das Interesse am Leben des Fötus‘ nicht nur in moralische Höchstwerte – „Selbstbestimmungsrecht“ vs. „Recht auf Leben“ verdoppelt werden, um mit diesen die Legitimität der Interessen zu begründen, sondern dieser ‚argumentative‘ Trick auch noch vom Mittel zum Selbstzweck gemacht wird, also beide Seiten nur antreten, um als die Guten die Moral durchzusetzen, dann kann keine vernünftige Befassung mit den Interessen dabei heraus kommen, sondern dann läuft es logisch notwendig darauf hinaus, die Gegner als böswillig zu denunzieren und dieser Feindschaftserklärung Taten folgen zu lassen.

  34. 34 gtz 03. Mai 2009 um 20:45 Uhr

    versteh kein wort. wo gehts denn hier um irgendwas moralisches? die frage is nachwievor, ob es irgendeinen ansatz gibt, zu entscheiden, ab welchem zeitpunkt der zellhaufen ne person is.

  35. 35 MPunkt 03. Mai 2009 um 20:47 Uhr

    Eben dann, wenn von „Recht“ gelabert wird, ohne dass das positive Recht gemeint wäre.

  36. 36 tee 04. Mai 2009 um 2:45 Uhr

    warum hat ein fötus ein unbestrittenes recht auf leben?

    deswegen ja: „wie gtz fast richtig bemerkte“ ;)

    ist wahrscheinlich so ein deontologischer quatsch. *vermut*
    fakt ist, dass da zwei interessen sich gegenüberstehen: das der frau an ihrem körper und eines, das auf das kind/den fötus übertragen wird bzw. quasi stellvertretend existiert (denn es selbst hat keines). im besten fall kommt dieses interesse nur von der mutter selbst und so stellt auch nur sie die beiden interessen gegenüber und entscheidet ob abtreibung oder nicht. no problem, i think.

    mitunter kommen aber schonmal ein paar katholiken oder blogkommentarschreiber als interessens“vertretung“ eines fötus daher und formen rechte für den ungeborenen nachwuchs. die sind dann eben entweder staatlich garantierten oder auch nur deontologisch ethischen/moralischen charakters.

    und eine person, liebes gtz, ist ein fötus (meiner meinung nach) nicht, weil er noch teil einer anderen person ist. von dieser löst er sich erst mit der geburt und wird erst dadurch quasi eigen.

  37. 37 lahmacun 04. Mai 2009 um 12:05 Uhr

    mitunter kommen aber schonmal ein paar katholiken oder blogkommentarschreiber als interessens“vertretung“ eines fötus daher und formen rechte für den ungeborenen nachwuchs.

    HÄ? das macht doch schon der staat. bin hinein ins erbrecht.

  38. 38 tee 04. Mai 2009 um 23:26 Uhr

    jaja, ich geb‘ dir ja recht ( ;) ). ich wollte nur auf die abheben, die meinen „recht“ selbst formen zu können.

  39. 39 tee 04. Mai 2009 um 23:28 Uhr

    halt moment! ich schrieb’s doch:

    die sind dann eben entweder staatlich garantierten oder auch nur deontologisch ethischen/moralischen charakters.

  40. 40 Jenny 21. Mai 2010 um 14:25 Uhr

    Interessanter Artikel

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