Ärztinnen gegen Zwangsberatung

Zur Debatte um die Verschärfung des §218 im Bezug auf Spätabtreibungen, meldete sich nun auch der „Deutsche Ärztinnenbund“ zu Wort. Sie erteilen der Fraktion um den konservativen Politiker Singhammer eine klare Absage: „Zwangsberatung ist inhuman“ heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung vom 16.3.
Die Ärztinnenkammer betont auch, dass eine umfassende Beratung von Schwangeren auch ohne Gesetzesverschärfung möglich sei.
Dazu Dr.med Gabriele du Bois

Zusätzliche Gespräche sollten angeboten, aber nicht erzwungen werden. Schwangere mit einem auffälligen Ergebnis in der Pränataldiagnostik werden darauf hingewiesen, dass sie ihre Entscheidung für oder gegen die Schwangerschaft in Ruhe und möglichst über drei Tage hinweg treffen sollten. Der Verdacht auf eine schwere Störung des Kindes besteht aber oft schon Tage bevor das endgültige Laborergebnis vorliegt. Schwangeren Frauen dann eine Zwangsbedenkzeit aufzuerlegen, erscheint im Einzelfall unzumutbar

Sehr wahr auch der Satz von Präsidentin Dr. Astrid Bühren.

Dass Frauen sich durch Zwangsberatungen, Einhalten von Bedenkzeiten und stärkere Dokumentation eher zum Austragen eines schwer behinderten Kindes entscheiden können, ist für uns als Ärztinnen nur schwer vorstellbar.

Desweiteren sprechen sich die Ärztinnen gegen die Aushöhlung der ärtzlichen Schweigepflicht aus, die der Singhammer-Entwurf mit sich bringen würde.
Mit dieser Mitteilung stellt sich der „Deutsche Ärztinnenbund“ auch gegen die “ Bundesärtzekammer“ deren Präsident Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe mit dem Singhammer-Entwurf liebäugelt.
Als Alternative zu einer Gesetzesverschärfung spricht sich der Ärztinnenbund für den Ausbau freiwilliger Beratungsangebote aus.


2 Antworten auf “Ärztinnen gegen Zwangsberatung”


  1. 1 dodo 06. Mai 2009 um 22:04 Uhr

    Find ich super, daß die den Arsch für ne Pressemitteilung hochgekriegt haben!!:)

  1. 1 Radha Lewis über Spätabtreibungen « mädchenblog Pingback am 09. Mai 2009 um 4:07 Uhr

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