Sei wie ein Mann, dann packst du es!

Marion Knaths, Managertrainerin mit Spezialgebiet Frauen, beglückt uns regelmäßig im Videoformat mit ihren „Karrieretips für Frauen“ . Zu sehen ist das Ganze auf „zeit.de“.
Diese Woche Thema: „Kontakte in der Bar“ . Wer sich bei diesem Titel schon entsetzt abwendet und denkt „was für ein sch…“, hat vollkommen recht.
Frau Knaths packt in ihren Vorträgen alle nur bekannte Stereotypen über „Die Männer“ und „Die Frauen“ aus. Und macht uns Frauen eines klar: wer nach oben will muss fußballerisch sprechen und über sexistische Witze hinwegsehen. Denn wer nimmt eine Frau nicht gleich ernster wenn sie die Abseitsregeln erklären kann und über Männerwitze „nach 23 Uhr“ lacht oder wenigstens müde lächelt.

Dass nicht „wir“ Frauen uns ändern müssen, sondern die sexistische, patriarchale (Arbeits)-welt scheint Frau Knaths wenig zu interessieren.

Und ich warte gespannt auf die Folge „Mit dem Simensvorstand im Puff“.


20 Antworten auf “Sei wie ein Mann, dann packst du es!”


  1. 1 dodo 06. Mai 2009 um 22:16 Uhr

    ich halte das – u.a. auch aus erfahrung – auf lange zeit eher für uneffektiv.
    brav mitlachen über sexistische witze bedeutet (und das wird unterschwellig ja auch wohl registriert!), die in den witzen vorkommenden normen zu akzeptieren und somit auch die eigene rolle als frau, die darin vorkommt.
    ernten tut man nicht seriosität oder anerkennung, sondern bestenfalls ein von oben herabkommendes schultertätscheln von den „big boys“.
    wer nicht mitlacht oder was sagt und es richtig anstellt, kann dagegen respekt verdienen.

    irgendwie scheint mir das so übelst zurückgeblieben.
    ute ehrhardt („gute mädchen kommen in den himmel, böse überall hin“)erscheint dagegen schon radikalfeministisch-progressiv. und das buch ist wann erschienen? vor ca. 15 jahren?

  2. 2 Paula Schramm 07. Mai 2009 um 7:08 Uhr

    Leonie, Dodo,

    Ihr habt ja schon recht prinzipiell, aber. Als Akademikerinnen oder Ingenieurinnen haben die Frauene in meiner Familie und ich tatsächlich Probleme wie „mit dem Simensvorstand im Puff“ Wie denn verhält man sich wenn der Münchener Kunde einen zu einem Wiesen-Besuch einlädt bei dem der Besuch eines Stripclubs hinterher seit Jahren zum Standardprogramm gehört?

    Für sich selber einstehen ist im Kreis der Kollegen mit denen man Jahre zusammen arbeitet, durchaus möglich, jedoch ist es überlebenswichtig in diesen Jobs über kleiner Sexismen hinwegzuschauen um eben nicht die humorlose Feministtin zu sein. Das ist ein Balanceakt, den Frau nicht alleine lernen muss.

    Ich bin auch dafür die Verhältnise zu ändern, aber wir können es den Fraue jetzt nicht übel nehmen dass sie so gut es geht versuchen in diesem verschißenen System zu überleben.

    (Liebes mädchenblog-Team, ist es möglich ein Plugin einzubauen mit dem eure Nutzerinnen Kommentarthreads abonieren können?)

  3. 3 leonie 07. Mai 2009 um 7:33 Uhr

    Ich verstehe das Problem schon und es ist auch sicherlich schwer, aber ich denke dass Pragmatismus hier nicht angebracht ist, sondern, dass frau klar Stellung zu solchen Unternehmungen ziehen sollte. Humor kann ich auch anders zeigen.
    ich finde diese „neue“ denken von Fauen, das sie dazu gehören wenn sie sich so chauvinistisch Verhalten wie Männer ziemlich daneben, Ariel Levy beschreibt dieses Phänomen auch gut in ihren Buch „Female Chauvenist Pigs“ und erklärt auch warum wir nicht weiterkommen, solange wir diesem System zu spielen.

  4. 4 side-glance 07. Mai 2009 um 9:25 Uhr

    Das Thema ist sehr schwierig. Ich habe kürzlich das Buch von Frau Knath gelesen und es danach mit einer Mischung aus Enttäuschung und Desillusioniertheit weggelegt. Einerseits ist es wirklich enttäuschend, dass man gar nicht drum rum kommt sich in bestimmten Situationen einfach wie das letzte Arschloch zu verhalten um weiterzukommen. Andererseits ist es die größtmögliche (wenn nicht einzige) Chance schnell nach oben zu kommen und von dort aus „das System“ beeinflussen zu können. Wie will man aus einer Position heraus, wo man ganz einfach nichts zu melden hat, vielleicht nicht einmal mit den betroffenen Branchen oder Abteilungen zu tun hat etwas verändern?

    Vielleicht musste ich auch schon zu oft mitbekommen, wie die Verhaltensweisen die Frau Knath thematisiert zum Erfolg bei meinen Mitmenschen geführt haben, als dass ich noch Hoffnung hätte, dass sich diese Verhaltensweisen mal ändern lassen.

    Aber mich nervt, dass es immer so dargestellt hat als ob es sich hierbei um „männliche Eigenschaften“ handelt. Man muss entweder ein bestimmter Typ Mensch sein um ehrlich und von allein so zu handeln oder einfach gut schauspielern. Meiner Ansicht nach, wird dieses Verhalten eben hauptsächlich Männern über Generationen weitervermittelt, während gleichgestellte Frauen sich nur irgendwann wundern warum sie nicht befördert werden.

  5. 5 gtz 07. Mai 2009 um 10:20 Uhr

    Dass nicht „wir“ Frauen uns ändern müssen, sondern die sexistische, patriarchale (Arbeits)-welt scheint Frau Knaths wenig zu interessieren.

    muss sie? was is denn das für ne seltsame forderung? der kapitalismus kriegt seinen kram auch so geregelt, ohne sich um irgendwelche partikularinteressen zu kümmern.
    und selbstverständlich gehört jede form von „weiblicher“ zwangssozialisation genauso abgeschafft, wie „männlicher“ heterosexismus. selbstverständlich müsst also „ihr frauen“ euch ändern, wenn das mit der vernünftig eingerichteten welt irgendwas werden soll.

  6. 6 dodo 07. Mai 2009 um 11:32 Uhr

    und wie sähe dein plan da konkret aus?

  7. 7 gtz 07. Mai 2009 um 11:45 Uhr

    wozu trägt das hier bei?

  8. 8 laylah 07. Mai 2009 um 12:29 Uhr

    leonie & paula schramm: kümmert euch um euren eigenen scheiß und lasst frauen selbst entscheiden, wie sie sich verhalten wollen. paternalistinnenpack.
    nur paula schramm: du machst hier einen scheinwiderspruch auf. ich gelte auf arbeit wahrscheinlich auch vielen – zu unrecht, im übrigen – als feministin, als humorlos dürfte ich kaum gelten. und ich interveniere von fall zu fall wütend oder freundlich, ironisch oder ernst oder auch gar nicht.
    side-glance: du willst dich tatsächlich wie ein arschloch verhalten, um nach oben zu kommen und von dort aus das system zu verändern? dahingehend, dass mehr frauen nach oben kommen können, die dann wiederum noch mehr frauen den aufstieg ermöglichen? gehts noch?

  9. 9 gend-a 07. Mai 2009 um 12:30 Uhr

    „Andererseits ist es die größtmögliche (wenn nicht einzige) Chance schnell nach oben zu kommen und von dort aus „das System“ beeinflussen zu können. Wie will man aus einer Position heraus, wo man ganz einfach nichts zu melden hat, vielleicht nicht einmal mit den betroffenen Branchen oder Abteilungen zu tun hat etwas verändern?“

    glaubst du ernsthaft an diese sache mit dem „von innen heraus ändern, aber erst wann man ganz oben ist?“ wie kommst du denn überhaubt darauf, dass man in anderen positionen „nichts“ ändern kann?

  10. 10 side-glance 07. Mai 2009 um 14:46 Uhr

    laylah: Gegenfrage – was ist denn das für eine Aussage im ersten Abschnitt Leuten zu sagen sie sollen sich um ihren eigenen Scheiss kümmern und Frauen selbst entscheiden lassen wie sie sich verhalten und gleich im Anschluss selber solch eine „Entscheidung“ (was mein Posting nicht ist) zu kritisieren?

  11. 11 side-glance 07. Mai 2009 um 14:54 Uhr

    gend-a: Ich hab das nicht umsonst als Frage formuliert. Ich sehe aus meiner derzeitigen Position heraus wo ich nichts zu melden habe keine effektive Möglichkeit der Einflussnahme. Jedenfalls keine, die mir selbst nicht automatisch „auf dem Weg nach oben“ das Genick bricht.

  12. 12 gtz 07. Mai 2009 um 15:56 Uhr

    wie will denn jemand, der sich auf „den weg nach oben“ macht, vernünftige kritik an den zuständen anbringen?

  13. 13 dodo 07. Mai 2009 um 16:49 Uhr

    das kommt auf den zuständigen an und vor allem, was genau denn „oben“ im jeweiligen fall ist.

  14. 14 leonie 07. Mai 2009 um 17:25 Uhr

    kümmert euch um euren eigenen scheiß und lasst frauen selbst entscheiden, wie sie sich verhalten wollen.

    mmhhh… und deshalb soll man zu solchen Beiträgen wie denn von Frau Knaths die Klappe halten, zumal ich gar niemand vorschreibe wie sie sich zu verhalten hat, sondern eben genau kritisiere, dass Frauen eben ein Normverhalten an den Tag legen müssen und nicht so sein können wie sie sind.

    zumal solltest du dich selbst dann auch an deine eigene Kritik halten und z.B side.glace machen lassen was sie will ohne „gehts noch“.

  15. 15 gend-a 07. Mai 2009 um 20:44 Uhr

    gend-a: Ich hab das nicht umsonst als Frage formuliert. Ich sehe aus meiner derzeitigen Position heraus wo ich nichts zu melden habe keine effektive Möglichkeit der Einflussnahme. Jedenfalls keine, die mir selbst nicht automatisch „auf dem Weg nach oben“ das Genick bricht.
    nicht schummeln. die frage schließt lediglich an deine feststellung an, dass man „nach oben“ kommen muss, um was zu verändern. also schön egoistisch möglichst weit „nach oben“. und genau da liegt dein fehler. es geht nicht darum dass du, oder wer sonst noch so drauf ist, seinen persönlichen egotrip damit rechtfertigt später einmal im alleingang die welt zu verändern. das unterfangen allein ist schon zum scheitern verurteil. worum es doch gehen muss, ist gemeinsam im kollektiv etwas zu bewegen. so lange du aber nur dein eigenes ding vor augen hast, stehst du dir im endeffekt selbst im wege (zumindest dann, wenn dein ziel eine veränderung ist. dich selbst an der ganzen geschichte gütlich zu tun das kriegt man so schon gebacken). wenn du davon aber absiehst, dann kann man einiges an einfluss ausüben. und wenn dir daran gelegen sein sollte, dann umso besser ;)

  16. 16 laylah 08. Mai 2009 um 12:07 Uhr

    side-glance: für leonie obliegt frauen die moralische verpflichtung zum antisexismus, nur weil die ne muschi haben. diese vorstellung kritisiere ich als: sexistisch. und du willst ja erklärtermaßen die „gleichstellung“ auch in der herrschaft, während ich das ende jeglicher herrschaft will – wir brauchen uns also gar nicht erst über methoden unterhalten, da wir verschiedene ziele verfolgen.

  17. 17 side-glance 08. Mai 2009 um 12:37 Uhr

    nicht schummeln. die frage schließt lediglich an deine feststellung an, dass man „nach oben“ kommen muss, um was zu verändern.

    Da hast du Recht, das macht sie rhetorisch und wurde von mir sehr unglücklich formuliert. Denn eine Antwort darauf weiß ich entgegen dem Anschein meiner Aussage nicht.

    also schön egoistisch möglichst weit „nach oben“. und genau da liegt dein fehler. es geht nicht darum dass du, oder wer sonst noch so drauf ist, seinen persönlichen egotrip damit rechtfertigt später einmal im alleingang die welt zu verändern.

    Es kommt nun natürlich auf die Definition von „oben“ an. Als normale Angestellte schlägt mich derzeit bei jedem Ansatz von Verbesserungsvorschlägen das Killerargument „ich habe mehr Erfahrung als du kleine Angestellte und bin nicht umsonst in diese Position, deshalb ist das schon alles richtig was ich da mache“. Könnte ich mich mit so jemandem auf Augenhöhe unterhalten und ebenfalls Erfahrung und Position vorweisen, hätte ich mehr Handlungsspielraum. Dabei geht es nicht um das obere Management einer Aktiengesellschaft, sondern schon um viel viel kleinere Hierarchien.

    das unterfangen allein ist schon zum scheitern verurteil. worum es doch gehen muss, ist gemeinsam im kollektiv etwas zu bewegen.

    Schließt das eine (Frauen die Führungspositionen anstreben) denn das andere (ein entsprechendes Kollektiv) aus? Mein Bedenken ist nur: wenn man sich bereits ganz unten in der Nahrungskette laut mit Protesten bemerkbar macht, bekommt man dann von Leuten die sich vielleicht dadurch angegriffen fühlen überhaupt noch eine Chance nach oben zu gelangen? Als ich gestern das mit Gender Studies im Lebenslauf las musste ich daran denken, wie es wohl wirkt wenn man sich auf einen Job bewirbt und der Personalfuzzi denkt „scheiß Emanze“ und schmeißt die Bewerbung kommentarlos weg (Das liegt vielleicht an meiner Paranoia).

    so lange du aber nur dein eigenes ding vor augen hast, stehst du dir im endeffekt selbst im wege (zumindest dann, wenn dein ziel eine veränderung ist. dich selbst an der ganzen geschichte gütlich zu tun das kriegt man so schon gebacken). wenn du davon aber absiehst, dann kann man einiges an einfluss ausüben. und wenn dir daran gelegen sein sollte, dann umso besser ;)

    Hätte ich nur mein eigenes Ding vor Augen würde ich mir um sowas gar keine Gedanken machen. Ich würde auch kein Blog führen und Feminismus wäre mir dann echt scheißegal, denn was würden mich dann andere Menschen kratzen? Ich möchte mein eigenes Ding bestmöglich mit Veränderung vereinbaren und deshalb sehe ich es als einzige Möglichkeit in gewissen Momenten zu schauspielern, damit in anderen meine Interessen bezüglich Veränderung ernst genommen werden. Vielleicht ist das auch eine total naive Vorstellung, mag sein.

  18. 18 side-glance 08. Mai 2009 um 12:58 Uhr

    @ laylah
    Okay, das konnte ich leider aus deinem Post nicht so leicht herauslesen, die Grundaggression sprang mir leider eher ins Gesicht als dein tatsächliches Anliegen.

  19. 19 laylah 08. Mai 2009 um 13:03 Uhr

    nicht so schlimm.

  1. 1 Tiefgründiges, Absurdes und Schönes aus den Blogs « Maedchenmannschaft Pingback am 10. Mai 2009 um 18:33 Uhr

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