Ist das so?

Die Presse, eine österreichische Tageszeitung titelte diese Woche zu den anhaltenden Protesten im Iran: „Iran: Revolte der Frauen“.

Die Revolte in Teheran ist eine Revolte der Frauen. Roger Cohen, Kolumnist der US-Zeitung „New York Times“, berichtet in seiner Reportage aus der iranischen Hauptstadt, er habe seit Tagen beobachtet, wie Frauen „die weniger mutigen Männer aufstacheln“. Er habe selbst gesehen, wie Frauen von den Sicherheitskräften geschlagen wurden, nur um sich wenig später wieder den Protesten anzuschließen. „Warum sitzt ihr noch da?“, habe eine der Frauen einer Gruppe Männer zugerufen. „Steht auf! Steht auf!“

und wenn dem so ist für was oder wen demonstrieren sie? Die Zeit lässt vermuten, dass hinter den Protesten nicht primär Frauenrechte stecken.

Am 13. Juni als der Massenprotest ausbrach, ging es ihnen nicht um Mussawis Wahlsieg, es ging auch nicht um die Kampf zwischen Konservativen und Reformern, es ging schon gar nicht um die Zensur oder die Benachteiligung der Frau. Es geht darum, dass jeder einzelne Wähler um seine Stimme betrogen wurde. Die meisten wären bereit gewesen, für weitere Jahre zu schweigen, wenn man sie nicht persönlich beleidigt und für dumm verkauft hätte.

Mit dem Gerücht, dass Mussawi derjenige gewesen wäre, der feministischer Weltanschauung endlich Einzug in die Politik ermöglicht hätte, rechnet auch dieser Kommentar von Lila Ghobady ab.


1 Antwort auf “Ist das so?”


  1. 1 nummer.drei 01. Juli 2009 um 23:16 Uhr

    jungle world springt auf den zug auf (Jungle World Nr. 26, 25. Juni 2009): Fathiyeh Naghibzadeh, Freiheit ist keine Metapher

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