Must Have – Intimrasur?

Hair is one of the new feminist sex frontiers. Pubic hair and its trimming, shaping, and full removal were not the talked about and at times expected topic until the 90s.

Wie Professor Foxy „sex-educator“ auf Feministing richtig festgestellt hat ist sie Diskussion um weibliche Schamhaare und Intimrasuren voll im Gange, auch unter Feminist_Innen. „Brazilian wazing“ ist dank Sex an the City in aller Munde und gängiges Schönheitsideal. Aber nicht nur Schönheit, sondern auch Hygiene wird mit der neuen Körperlichkeit verbunden.
Ist dies nun Ausdruck weiblicher, sexueller Selbstverwirklichung oder Schönheitszwang?
Liest man auf der Zeit den Artikel von Josephina Maier und Achim Wüsthof stellt man fest – eine kahle Intimzone hat nicht mehr viel mit Selbstbestimmtheit zu tun.

»Ein glatt rasierter Unterleib ist bei Jugendlichen längst Mainstream«, stellt der Sexualpädagoge Sven Vöth von pro familia in Hamburg fest. »Wenn ich in meinen Beratungsgesprächen mit Jungs darüber spreche, dass es auch unrasierte Frauen gibt, sagen die: Igitt, das ist ja ekelhaft.« Und in den Mädchengruppen, so erzählt Vöth, bekämen seine Kolleginnen häufig zu hören: »Schamhaare muss man wegmachen.« Dass sich bereits 13-Jährige schämen, unrasiert ins Schwimmbad zu gehen, kann Vöth gut verstehen. »Es gibt in diesem Alter nun einmal kaum etwas Härteres als das Urteil der Gleichaltrigen«, sagt der Sexualpädagoge. »Selbst wenn jemand den Sinn der Intimrasur infrage stellt, dürfte der Gruppendruck praktisch jeden dazu bringen, sich trotzdem zu enthaaren.«

Für viele ist es also keine Entscheidung mehr ob oder ob nicht, sondern ein weiteres Diktat dem sich frau zu beugen hat, will sie sexy und „normal“ sein. Dabei wird uns, unser klägliches Bild von Schönheit wieder einmal drastisch vor Augen geführt.


89 Antworten auf “Must Have – Intimrasur?”


  1. 1 Gary 10. Juli 2009 um 15:21 Uhr

    Mir ist nicht bekannt, dass dieser Umstand nur Mädchen/Frauen trifft.

  2. 2 neuer nick 10. Juli 2009 um 15:28 Uhr

    Gut, dass du eines besseren belehrt wurdest.

  3. 3 jo 10. Juli 2009 um 16:40 Uhr

    das hat auch niemand behauptet, gary.

  4. 4 KingKong 10. Juli 2009 um 18:44 Uhr

    Muss eigentlich bei jedem Artikel der hier gepostet wird jemand kommen und „Männer auch“, „betrifft nicht nur Frauen“ drunter schreiben?

  5. 5 Bluberle 10. Juli 2009 um 19:04 Uhr

    Mal im Ernst, einen vollen Busch fand ich schon wiederlich als es noch kein Mainstream war den zu rasieren. Das sowas nochmal in Mode kommt möchte ich auch stark bezweifeln.

    Mal abgesehen davon ist das auch bei Männern mittlerweile normal, ich kann schliesslich nichts von ner Frau verlangen was ich nicht selber bereit bin zu tun ;)
    Und abgesehen vom Rasieren selber ist es wesentlich angenehmer und praktischer keine Haare zu haben

  6. 6 Different 10. Juli 2009 um 19:04 Uhr

    KingKong: Ja, zumindest immer dann wenn es zutrifft und der Artikel das Gegenteil behauptet („Diktat dem sich frau zu beugen hat“).

  7. 7 neuer nick 10. Juli 2009 um 19:14 Uhr

    Ich glaube da musst du ein wenig differenzieren, Different (haha!). Es ist durchaus so, dass das bei allen möglichen Themen geschieht.

  8. 8 KingKong 10. Juli 2009 um 19:57 Uhr

    @Different
    Also sollte am Besten an jeden Artikel dessen Thema größenteils Frauen betrifft ein kleiner Absatz drangehängt werden in dem darauf hingewiesen wird, dass dieses Problem u.U. auch Männer betrifft?
    Sorry, aber ich finde diese Diskussionen führen so oft vom eigentlichen Thema weg und drängen es in den Hintergund.

  9. 9 KingKong 10. Juli 2009 um 19:58 Uhr

    Männer bitte durch „andere Geschlechter“ ersetzen.

  10. 10 Julinoir 10. Juli 2009 um 20:16 Uhr

    @ different:
    ich unterstelle dir mal, dass du ich nicht auf die seite der ziemlich nervigen „männerrechtler“ geschlagen hast, die in letzter zeit diese seite mit ihrer anwesenheit beglückt haben. nach deren argumentation sind halt männer grundsätzlich diskriminiert und werden von frauen unterdrückt. immer wieder darauf hinzuweisen, dass wir in einer gesellschaft leben, in der geschlechterverhältnisse herrschen, dir frauen stärker benachteiligen als männer, ist ein wenig anstrengend, zumal es diskussionen um die themen, die tatsächlich in den beiträgen angesprochen werden, verhindert. ich nehme an, daher kingkongs bemerkung.

    zweifellos sind auch männer krassen erwartungen an ihre körperlichkeit ausgesetzt, die sehen allerdings etwas anders aus.
    und auch wenn zeitschriften wie fhm oder gq männlichen schönheitswahn propagieren – ein blick auf die regale im durchtschnittlichen zeitungskiosk zeigt, dass frauen da eindeutig mehr indoktriniert werden (müssen schön, schlank, haarlos blabla sein). die diskussion um roches feuchtgebiete letztes jahr hat auch deutlich gemacht, dass frauenkörper irgendwie zugerichtet gehören, um nicht „eklig“ zu sein – siehe auch bluberles kommentar.
    kurz gesagt: das männerkörper auch von zurichtungen betroffen sind, heißt nicht, dass es nicht legitim ist, die zurichtungen von frauenkörpern zu diskutieren. es ist auch ein ziemlich fragwürdige strategie, diese diskussion delegetimieren zu wollen, indem man nochmal das uralt-argument „männer habens aber auch voll schwer“ anzubringen.

  11. 11 Different 10. Juli 2009 um 20:37 Uhr

    @Julinoir: Nein, ich bin kein Männerechtler. Ich bin allerdings auch kein Frauenrechtler. Ich bin gegen das Zuschreiben von Wesensmerkmalen, das Aufdrängen von Verhaltensweisen etc. auf Grund des Geschlechts einer Person, egal welches sie denn nun hat. Ich widerspreche dir auch nicht, dass diese Gesellschaft Frauen viel mehr nach ihrem Aussehen beurteilt als Männer und diese deshalb auch unter stärkerem Zwang stehen, ihren Körper entsprechend zu modifizieren. Hier ging es aber nun mal gerade um Intimrasur und da habe ich zumindest durch meine Erfahrung nicht den Eindruck, dass das ein Thema ist, von dem Frauen mehr betroffen sind als Männer. Wäre aber interessant, da mal eine Studie zu zu sehen, vielleicht täusche ich mich ja auch.

    @KingKong: Ich finde das allgemeine Thema bei Intimrasuren sind die Gesellschaftsnormen bezüglich Ästhetik, Hygiene etc. und der Wandel den diese über die Jahrzehnte und Jahrhunderte durchmachen und wie sie trotz ihrer Irrationalität (es gibt z.B. keinen objektiven Grund gegen behaarte Beine) für unglaublich wichtig gehalten und abweichendes Verhalten erheblich sanktioniert wird. Daher drängt meiner Meinung nach eher leonies Post „das eigentliche Thema in den Hintergrund“, bzw. behandelt es gar nicht.

  12. 12 KingKong 10. Juli 2009 um 21:07 Uhr

    @Different
    Ich weiß nicht ob dass funktioniert alle Menschen anzusprechen, Ich hab oft das Gefühl wenn Person A das gleiche Geschlecht hat wie Person B gelingt es A leichter B davon zu überzeugen dass sie in ihrer Rolle feststeckt, eben weil sie dringesteckt hat.
    Ich würde auch viel lieber bei allen Menschen die gleiche Glaubwürdiglkeit erreichen.
    Dadurch dass versucht wird die Masse zu erreichen wird ja, zumindest bei dem Thema, auch irgendwo gehofft dass die Minderheit da mitzieht.

    Ich seh einfach keine Möglichkeit die großen Kämpfe ohne die kleinen zu kämpfen.

    Ich hoffe man versteht was ich sagen möchte.

  13. 13 gott 10. Juli 2009 um 22:48 Uhr

    Wenn man sich so durch die Leute um sich rum beeinflussen lässt, sollte man einfach den Freundeskreis wechseln. Ich weiß nicht wie oft Junge Leute heute sich so gegenseitig ihren Intimbereich zeigen, aber scheinbar machen es doch die Meisten die die Beratungsstunde beim Sexualpädagogen in Anspruch nehmen.

  14. 14 BraceUp,FaceUP 11. Juli 2009 um 11:02 Uhr

    Jede so wie sie möchte, mir egal. Allerdings muss ich sagen, dass es für MICH zumindest schon getrimmt sein darf – allein des oralsexes wegen…

  15. 15 Julinoir 11. Juli 2009 um 11:27 Uhr

    @ different:
    ja, ich bin auch gegen Merkmalszuschreibungen. Deshalb bin ich u.a. Feministin (Frauenrechtlerin wäre mir als Begriff zu eng und teilweise unrichtig). Aber das nur am Rande.

    Eine kurze Internetrecherche hat mir folgende Erkenntnisse eingebracht:
    Auf Wikipedia gibt es einen erstaunlich umfangreichen Artikel zum Thema Schamhaarentfernung. Demnach war Intimrasur schon im alten Ägypten üblich, und auch, das war mir neu, im mittelalterlichen Europa, zumindest in den oberen Klassen.
    Gilette und Wilkinson haben Studien durchgeführt, nach denen ca. die Hälfte aller Frauen sich die Schamhaare zumindest teilweise entfernen. Über Männer habe ich keine Zahlen gefunden, was zunächst nur heißt, dass sie von besagten Firmen nicht als potentielle Kunden für spezielle Schamhaarentfernunggsgeräte gesehen werden.
    Offenbar besteht aber der Eindruck, dass auch von Männern erwartet wird, sich zumindest teilweise zu rasieren. Insbesondere – und da wohl tatsächlich für alle Geschlechter – gilt das für die Generation unter 30. Krasser scheint der Anspruch an Frauen aber schon zu sein: da wird unrasiertes Schamhaar schnell mit dem Begriff „eklig“ belegt, dass habe ich in Bezug auf männliches Schamhaar so selten gehört. Besagte Wilkinson-Studie will z.B. herausgefunden haben, dass unrasierte Frauen „schlechtere Sex-Chancen“ haben. Was auch immer das genau heißen soll, es hört sich nicht erstrebenswert an.

    Interessanter ist tatsächlich ein Punkt, den du in deinem letzten Post angesprochen hast – der Wandel von Hygiene- und Ästhtetik-Vorstellungen über die Zeit, bzw. die Bedeutungen, die damit verknüpft werden. So etwas wie einen natürlichen Körper gibt es halt nicht, irgendwie wird da immer modifiziert. Insofern ist Schamhaarentfernung nur eine weitere Technik, die mensch ausführen kann oder halt nicht. Über ästhetische Vorstellungen werden oft Klassen- oder Schichtunterschiede ausgedrückt (Schamhaarrasur im Mittelalter, Bleichsein im 17.Jh., Gebräuntsein in der ersten Hälfte des 20 Jh., die beiden letzteren Dinge für weiße Adelige, bzw. Oberklassemenschen als Zeichen dafür, dass sie nicht arbeiten brauchten.) Die Frage ist also, welche Bedeutungen sind mit dem Wiederaufkommen der Schamhaarentfernung verknüpft, und warum sind die Meinungen da so extrem? Aus der EMMA stammt z.B. folgendes Zitat:

    „Kindermösen an erwachsenen Frauen sind also nicht einfach chic, hip, Mode, bequem, geil, lockeres Schönheitshandeln, sondern sie sind die am eigenen Körper vollzogene herrschende politische Philosophie. Die Schamrasur wird Teil dessen, was Frauen in einer entmenschlichten Warengegenwart unhinterfragt kopieren, nur um zu gefallen. Die entblößenden Kindermösen erwachsener Frauen sind unreflektierte Kopien globalisierter und anatomisierter, enterotisierter und entweiblichter (Waren)Körperhandlungen.“

    Da hätten wir also den EMMA-feministischen-Klassiker der universell unterdrückten Frau, die nicht als eigenständig handelndes Subjekt aufgefasst wird, sondern sich „unreflektiert“ dem kapitalistischen Patriarchat unterwirft (statt sich der Meinung Alice Schwarzers zu unterwerfen).
    Die anderen Varianten sind in etwa ein Körpernormen affirmierendes „Aber wieso, das ist doch wirklich hygienischer/schöner“. Oder die popfeministische Variante, die Selbstbestimmtheit und eine positive Einstellung zu Sex betont und andererseits eben auch von Feministinnen einfordert sexy sein zu sollen (wenngleich die Definition von sexy weiter ist).
    Es ist total klar, das Geschmack nichts der eigenen gesellschaftlichen Position Vorgängiges ist, sondern Ausdruck von Klassen- und Geschlechterverhältnissen. Wie sich genau das Phänomen Schamhaarrasur da einpasst, ist mir gerade nicht ganz klar, aber wie gesagt, die Tatsache, dass die Emotionen da so hochgehen auf beiden Seiten macht mich stutzig und lässt mich fragen,was da eigentlich gerade verhandelt wird.

  16. 16 bigmouth 11. Juli 2009 um 12:20 Uhr

    der link http://pressetext.de/news/081124032/koerperhaarentfernung-als-deutlicher-modetrend/

    zeigt, dass frauen und mädchen das zwar immer noch mehr machen, männer und jungen aber duetlich aufholen

  17. 17 neuer nick 11. Juli 2009 um 13:03 Uhr

    Wenn ich mir die letzten Kommentare so ansehe frage ich mich, ob der Eingangspost überhaupt wahrgenommen wurde? Da macht sich jemand die Mühe, schreibt einen Beitrag verlinkt Artikel zum Thema und dann sowas.

  18. 18 pia 11. Juli 2009 um 14:45 Uhr

    @neuer nick: welche kommentare meinst du denn? ich finde, dass z.b. julinoirs kommentare auch mit sehr viel mühe erstellt wurden und total on topic sind. es ist doch auch super, wenn die diskussionen auch noch etwas weiter gehen und sich nicht nur auf den ursprungsartikel direkt beziehen. oder bezogst du dich dabei auf diejenigen, die einfach affirmativ ihre bevorzugung von rasur äußerten? du selbst hast ja letztlich hier noch nicht so viel inhaltliches zum thema gesagt, deshalb ist deine kritik schwer einzuordnen.

    @leonie: finde es gut, dass du dieses thema mal zur sprache bringst, auch wenn mir bei dem thema körperrasur im allgemeinen irgendwie immer ganz schlecht wird, wenn ich mir z.b. die hier verlinkten artikel dazu durchlese (deshalb ist mein kommentar jetzt vielleicht auch etwas wirr). der offensichtlich immer stärkere rasurzwang erscheint mir als totale gesellschaftliche repression und einschränkung von wahlfreiheit, natürlich im sinne von selbstzurichtung (bzw. selbstregierung): es gibt keine gesetze, die zur enthaarung verpflichten, dennoch scheinen sich laut der hier verlinkten texte quasi alle dran zu halten – und der verstoß wird durch soziale stigmatisierung stärker geahndet, als einige tatsächliche gesetzesverstöße, die zumindest in bestimmten subkulturen allgemeinhin akzeptiert werden. ob es mehr widerstand gegen körperrasur geben würde, wenn diese gesetzlich vorgeschrieben wäre, ist natürlich ein absurdes gedankenspiel.

    wenn ich allein sehe, wie stark mich diese normen selbst beeinflussen, möchte ich mir nicht ausmalen, wie es heute für jugendliche ist, die mit dem rasurzwang aufgewachsen sind und es gar nicht anders kennen. die zahlen aus den artikel deuten darauf hin, dass jungs und männer mittlerweile fast genauso betroffen sind, in meinem privaten umfeld begegnet mir das thema jedoch noch sehr stark vergeschlechtlicht, insbesondere bezogen auf die sichtbaren körperpartien – da sind rasierte männerbeine doch noch eher die ausnahme. und wenn jetzt jemand meint, das wäre doch was anderes: ich kriege das in meinem kopf nicht getrennt, der unterschied ist nur, dass die intimrasur unsichtbarer ist bzw. dass man sich hier im zweifelsfall nur vor intimpartner_innen verantworten muss.

    obwohl ich mich selbst gut erinnern kann, dass es z.b. vor 15 jahren noch total anders war, und frau zumindest innerhalb feministischer/linksradikaler kreise eher schief angeguckt wurde, wenn sie sich die beine rasierte, und intimrasur eher als ungewöhnlicher fetisch galt, wage ich kaum zu hoffen, dass der im von bigmouth verlinkten artikel zitierte wissenschaftler recht behalten könnte, wenn er sagt,

    „dass das aktuelle Modeideal der glattrasierten Scham, wie jeder andere Trend, auch wieder aus der Mode kommt. Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten“, meint der Forscher.

  19. 19 neuer nick 11. Juli 2009 um 16:41 Uhr

    Entschuldige bitte Pia, wenn ich mich unklar ausgedrückt habe (passiert mir recht häufig). Ich bezog mich auf das Heraussuche von Statistiken. Die verlinkten Texte von Leonie beinhalten bereits einige, auf die dann überhaupt kein Bezug genommen wird. Das erweckt einen ignoranten Eindruck.
    Die affirmativen Geschmacksäußerungen bezüglich Intimrasuren sind aber im Grunde nichts anderes.
    Ich hoffe das ist nun verständlicher.
    Um auch einmal etwas inhaltliches zu sagen: es kommt mir durchaus so vor, als sei die Problematik für (heranwachsende) Mädchen und Frauen wesentlich bedeutender als für Jungs und Männer. Ich nehme es weiterhin so war, dass in linksradikalen Kreisen noch ein anderer Umgang mit Körperrasur besteht.

  20. 20 pia 11. Juli 2009 um 17:10 Uhr

    @neuer nick: ja, das ist jetzt verständlicher. muss ehrlich gestehen, dass ich die beiden von leonie verlinkten texte auch erst jetzt nach deinem kommentar gelesen habe.

    und ich bin weiterhin geschockt, wenn ich so was lese, jetzt mal zum thema intim-operationen:

    „9441 Frauen im Alter zwischen 18 und 44 Jahren aus 13 Ländern wurden dafür interviewt. Von ihnen äußerten 61 Prozent Bedenken bezüglich des Aussehens und 47 Prozent wegen der Größe der eigenen Vagina.“

    das ist echt eine total beänsgtigende entwicklung. und was ich vorher nur als absurde gedankenspielerei äußerte, scheint anderen gar nicht so abwegig:

    „Victoria Beckham, die Gattin des englischen Fußballidols, forderte gar in einem Zeitungsinterview, für Frauen ab 18 sollte eine Intimrasur Pflicht sein.“

    mir fehlt die muße, alle kommentare bei feministing zu dem thread anzuschauen, aber finde auf jeden fall begrüßenswert, dass hier wenigstens ein bisschen widerstand deutlich wird – auch wenn ich professor foxys statement, „On a sex etiquette level, I think some trimming is appropriate (for all genders).“ hier und gerade in dem kontext etwas unangebracht finde.

  21. 21 neuer nick 11. Juli 2009 um 17:28 Uhr

    Genau das meinte ich. Und du siehst selbst, dass es sich lohnt die Einträge genau zu lesen.

    Hier wurde das Thema Intim-OP übrigens schon einmal angesprochen:

    http://maedchenblog.blogsport.de/2009/04/29/zwischen-porno-und-pruederie/

    (http://maedchenblog.blogsport.de/2008/10/01/pussy-galore/)

  22. 22 pia 11. Juli 2009 um 17:42 Uhr

    dass sich das lohnt, habe ich auch nie bestritten ;-)

    wenn wir jetzt schon zur mädchenblog-historie kommen, muss ich noch mal anmerken, dass das thema körperbehaarung hier schon vom ersten tag an berücksichtigt wurde (damals allerdings noch ohne statistiken und große diskussionen – und ohne die konkretisierung, um welche körperpartien es geht):

    http://maedchenblog.blogsport.de/2006/06/19/top-oder-flop/

  23. 23 neuer nick 11. Juli 2009 um 18:39 Uhr

    Das wollte ich dir auch nicht vorwerfen.

    Hier gab es noch eine recht große Diskussion:

    http://maedchenblog.blogsport.de/2007/05/20/nochmal-haare/

    „Shaved women collaborate with the patriarchy!“ :d

  24. 24 leonie 12. Juli 2009 um 20:10 Uhr

    Auch wenn manche Jungs und einige Frauenmagazine uns Mädels weismachen wollen, dass Schamhaare wegrasiert gehören, sollte doch jedes Girl selbst entscheiden, wie sie ihre Intimzone gestaltet. Ob du es lieber gestutzt, kahl rasiert oder ganz natürlich magst – Fakt ist: Jede Frau hat Schamhaare und die sind nun mal dicht, dick und gekräuselt.

    auf mädchen.de

    wenn man sich die Bilder auf der Seite anschaut, fragt man sich aber wirklich ob sie es so ernst meinen- nur glatt rasierte Mädls.

    Die Kommentare von einigen Mädels sind auch nicht ganz ohne.
    Hier WildesHuhn

    Ich finde es ohne Schamhaare eigentlich ästhetischer und hygienischer… und eigentlich kann ich mir auch kaum vorstellen, dass irgendein Junge, wenn er die Wahl hätte, seine Freundin lieber MIT Schambehaarung als ohne hätte, aber ich TRAUE mich einfach nicht, mich „da unten“ zu rasieren. Wenn ich mir die Beine rasiere, mache ich in einem alles weg, was an den Seiten aus dem Höschen rausblitzt und den Rest halte ich mit der Nagelschere kurz, damit da nicht irgendwie die Reste vom Ausfluß drin hängen bleiben können, denn das wäre ja schon ziemlich wiederlich… Aber mit einem Rasierer daran? Das gäbe bei mir eh ein Blutbad, ich bin sooo ungeschickt, ich kann mir kaum die Beine rasieren ohne mich früher oder später irgendwo zu schneiden… nur, dass frau sich da nicht so verletzen kann wie im Intimbereich. Ich habe auch Haare zwischen Muschi und A…loch, da kann ich mich wohl kaum rasieren. Am liebsten würde ich mir eigentlich die ganzen Haare da unten weglasern lassen. >.

  25. 25 Lena 12. Juli 2009 um 22:46 Uhr

    Jeder wie er möchte. (: Ich mag Frauen rasiert lieber und Männer ebenso, aber es gibt auch Leute, die unrasiert bzw. natürlich lieber mögen, was soll’s?
    Ich finde, es ist eine Sache, die jeder selbst entscheiden sollte. Es sollte einfach kein ZWANG da sein, sich zu rasieren. Und ehrlich gesagt war bei mir der Zwang auch schon mit 15 da, da es mir im Bikini peinlich war. Jetzt finde ich es aber wirklich angenehmer und hygienischer so, auch wenn ich es nicht jeden Tag mache.
    Ich würde es nicht von meinem Freund/meiner Freundin verlangen, wenn er/sie sich nicht wohl fühlt dabei bzw. es nur täte, um mir zu gefallen.
    Und niemand kriegt meinen Intimbereich zu sehen, außer mein Freund und mir und dem ist es schnurzpiepegal, wie „das“ aussieht! Und das ist mir persönlich am wichtigsten. Sodass nicht immer der Drang da ist, ich MUSS jemand anderem gefallen, denn ich mache es, weil ICH mich wohler fühle. Und nicht irgendjemand anderer.

  26. 26 MPunkt 13. Juli 2009 um 6:26 Uhr

    @ pia:

    deshalb ist mein kommentar jetzt vielleicht auch etwas wirr

    „Vielleicht“ „etwas“

    der offensichtlich immer stärkere rasurzwang erscheint mir als totale gesellschaftliche repression und einschränkung von wahlfreiheit, natürlich im sinne von selbstzurichtung (bzw. selbstregierung): es gibt keine gesetze, die zur enthaarung verpflichten, dennoch scheinen sich laut der hier verlinkten texte quasi alle dran zu halten

    Wie widersprüchlich: Da empörst Du Dich über einen „Zwang“, nur um dann gleich zu erklären, warum er keiner ist, nämlich weil die Leute das aus ihrem freien Willen heraus so handhaben und es eben auch keine Gesetze gibt, auf welche dieser Wille sich kalkulatorisch zu beziehen hätte, gibt. Dein Fehler ist, eine „Wahlfreiheit“ zu leugnen, weil die bürgerlichen Individuen für ihre Wahl einen Grund haben: sie ist Teil ihrer Persönlichkeitspflege, die sie derzeit bei dem Thema halt mehrheitlich im Rasieren besser aufgehoben (im Sinne von Anerkennung bekommen) sehen.

    obwohl ich mich selbst gut erinnern kann, dass es z.b. vor 15 jahren noch total anders war, und frau zumindest innerhalb feministischer/linksradikaler kreise eher schief angeguckt wurde, wenn sie sich die beine rasierte, und intimrasur eher als ungewöhnlicher fetisch galt, wage ich kaum zu hoffen, dass der im von bigmouth verlinkten artikel zitierte wissenschaftler recht behalten könnte, wenn er sagt,

    „dass das aktuelle Modeideal der glattrasierten Scham, wie jeder andere Trend, auch wieder aus der Mode kommt. Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten“, meint der Forscher.

    Du kommst echt keinen Satz ohne einen inneren Widerspruch aus, oder? Wenn Dich der „Zwang“ der „Norm“ als „Einschränkung von Wahlfreiheit“ stört, wieso hoffst Du dann darauf, dass sich ein anderes Schönheitsideal als „Norm“ durchsetzt? Ist das dann keine „Einschränkung von Wahlfreiheit“ mehr? Oder ist diese nur durch „Selbstregierung“ eingeschränkt, wenn das gerade aktuelle Schönheitsideal Dir nicht passt, weil Deine Abneigung gegen die Rasiererei nicht damit zusammengeht, dass Du auch Persönlichkeitspflege darüber betreiben willst, Anerkennung füpr Dein Aussehen zu bekommen?

  27. 27 A.nn 13. Juli 2009 um 8:58 Uhr

    Ich finde den Zeit-Artikel recht gut :) Ganz am Ende geht es um die möglichen Ursachen für diese Mode, da stellt einer der erwähnten Forscher zwei Hypothesen auf: Einmal die Infantilitsierung – siehe Emma – zweitens könnte der Trend aber auch von selbstbewussterer weiblicher Sexualistät zeugen, da die Geschlechtsorgane offen gezeigt werden und nicht mehr unter Haaren versteckt. Er glaubt, das beides eine Rolle spiele, ist aber noch nciht empirisch überprüft. Kann ich mir aber sehr gut vorstellen. Ich selbst werde die Assoziation „Kindermöse“ bei der Komplettrasur nicht los.

    Zum Thema Zwang: naja, laut den ziierten Studien Rasieren sich knapp die Hälfte bis 10% der Frauen, und ein _etwas_ größerer Anteil der Männer nicht. Das sind doch keine vereinzelten Exoten! Ich fühle mich jedenfalls nicht als eine in der Sauna oder so.

    Dass Jugendliche sich unter Druck gesetzt fühlen, glaube ich gerne. Das liegt weniger am Trend als am Alter, da orientiert man sich nun mal an dem, was scheinbar alle Gleichaltrigen machen. Hat diese Mode nun schlechtere Folgen als andere Moden? Können wir so pauschal nicht sagen. Im Artikel wird darüber spekuliert, ob er Mädchen ein Schönheitsideal für Schamlippenform etc. aufdrückt. Die Sorgen ob ihres Äußeren hatten die Mädchen vielleicht schon früher, und die Jungens sowieso…

    Vorläufiges Fazit: Es ist einfach ene Mode, die ich nicht schrecklich mag und nicht mitmachen muss, mehr nicht.

    Aber:

    @ Julinoir: Stimme der Beobachtung zu; hast du einen Verdacht, was da verhandelt wird?

    @ alle: Warum wird über die weibliche Intimrasur mehr geredet? Mir scheint, sie wird stärker als gesellscahftlicher Zwang oder Konvention denn als Ausdruck des individuellen Geschmacks gesehen; zu recht? Die Zahlen genügen nicht, das zu begründen.

  28. 28 pia 13. Juli 2009 um 10:06 Uhr

    @mpunkt: ich habe nie behauptet, irgendetwas widerspruchsfreies zu diesem thema zu sagen – wie auch, wenn das ganze ding ein einziger gelebter widerspruch ist? aber es ist natürlich leicht, die widersprüchlichkeiten der anderen zu kritisieren, wenn man die daraus resultierenden probleme selbst nicht hat.

    ich hätte es ehrlich gesagt interessanter gefunden, wenn du, statt meinen kommentar auseinanderzunehmen, selbst etwas zum thema gesagt hättest – aber wahrscheinlich gilt das aus deiner sicht eh als privatsache („persönlichkeitspflege“ etc.).

    rasier – oder besser epilier – dir doch einfach auch mal einen sommer lang alle (!) körperhaare weg (und zwar sobald stoppeln nachwachsen wieder entfernen), und stell dir dann vor, dass ein leben lang mindestens immer dann machen zu müssen, wenn du kurze sachen anziehen oder baden gehen willst, oder planst, intimkontakte zu haben – wenn du nicht als „eklig“ oder „unhygienisch“ abgestempelt werden willst.

    vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht, könntest du dann nachvollziehen, was es heißt, in widersprüchen zu leben und trotzdem sein unbehagen mit etwas artikulieren zu wollen.

  29. 29 lahma 13. Juli 2009 um 10:33 Uhr

    sie ist Teil ihrer Persönlichkeitspflege, die sie derzeit bei dem Thema halt mehrheitlich im Rasieren besser aufgehoben (im Sinne von Anerkennung bekommen) sehen.

    sehr schön. und wieso bekommt man genau für das derzeit anerkennung? haste da auch ne erklärung? wieso sind sie denn da besser „im rasieren aufgehoben“ als zB beim posten von musikvideos?

  30. 30 lahma 13. Juli 2009 um 11:24 Uhr

    wille, persönlichkeitspflege. was nicht vorkommt, ist sozialer druck. dass nämlich – weibliche und männliche – jugendliche das (zu beginn) nicht unbedingt machen, weil sie es schick finden, die geben doch nicht mit ihren rasierten intimzonen an! oder wo siehst du intimzonen-angeber/innen rumspringen? zeigt man sich jetzt auf teenager-parties gegenseitig die intimzone?

    da geht’s v.a. auch um angst vor zurückweisung. ist ja nicht das feinste, zurückgewiesen zu werden. manchen tut das weh. (das mag ein fehler sein, sich das so zu herzen zu nehmen.) und dann beugen sie sich dem. (das ist ein fehler.) dann übersetzen sie es in was, was sie wollen: „hygienisch“, „sonst isses ekelig“. das ist ne nachträgliche rationalisierung. die verinnerlichen die norm und richten sie gegen sich selber.

    und das ist mit selbstzurichtung gemeint. findet man in vielen anderen bereichen auch, zB lebenslanges lernen als verinnerlichtes ideal: (begründete) angst --> bejahende stellung, verinnerlichung & exekution --> ideologische/r agent/in.

    das lässt sich nicht auf „persönlichkeitspflege“ reduzieren, das erklärt nichts.

  31. 31 Julinoir 13. Juli 2009 um 13:28 Uhr

    @ lahma:
    Ja, haste recht mit. „Persönlichkeitspflege“ ist ne nullaussage. aber wieso das ganze gerade in den letzten 5 Jahren oder so so in Mode kommt, und was genau die Aussage/ Bedeutung dieses Phänomens ist, ist mir immer noch unklar.

  32. 32 MPunkt 13. Juli 2009 um 22:38 Uhr

    @ pia: Sich zu rasieren, epilieren oder eben nix dergleichen zu unternehmen zwingt überhaupt nicht zu irgendwelchen theoretischen Positionen dazu, also ist das auch eine untaugliche Ausrede für die logischen Widersprüche, die Du Dir leistest.

    @ lahma: Tja, ich alter Sack bin mit den Gepflogenheiten hedonistischer Jugendlicher nicht so vertraut, aber wenn mädchen wegen* ner nicht rasierten Intimzone Zurückweisung erfahren, dann muss es ja wohl Gelegenheiten geben, bei denen sie sich die gegenseitig präsentieren. Dann fallen dabei doch aber (wie beim Schwanzvergleich) Abwertung der anderen und die eigene Aufwertung in eins: man selbst ist so hygenisch, diszipliniert, modern etc., sich zu rasieren, die andere ist es nicht, also hat man Anerkennung dafür verdient, nicht so schlampig wie die andere zu sein. (Funktioniert übrigens auch umgekehrt: man ist naturverbunden, macht nicht jeden Trend mit, ist so richtig weiblich etc., im Gegensatz zu diesen dummen Modepüppchen.)

    P.S.: Dass es noch andere Felder der Persönlichkeitspflege gibt, ist kein Einwand dagegen, dass diese auch hier der Grund des ganzen Boheis ist.

    * Ist im Normalfall doch ohnehin eher umgekehrt, dass, wenn ein Interesse besteht, jemand zu mobben, da beliebiges Zeug für herangezogen wird, was umgekehrt bei beliebten Leuten kein Problem darstellt: sei es das Gewicht, sei es die Brille, oder sei es der Umgang mit der Körperbehaarung. Aber anderes Thema.

  33. 33 shlomo 13. Juli 2009 um 22:46 Uhr

    passend zum thema intim-op kommt dazu heute um 23.30 ne „doku“ bei rtl. gefunden bei gmx.de

  34. 34 shlomo 13. Juli 2009 um 22:47 Uhr

    gut, das mit dem link hat nicht geklappt. vielleicht könnt ihr den noch in den beitrag einfügen.
    http://portal.gmx.net/de/themen/gesundheit/krankheiten/8514764-TV-Sendung-zeigt-OP-im-Intimbereich,cc=000000185900085147641O0BRg.html

  35. 35 lahmacun 13. Juli 2009 um 23:21 Uhr

    aber wenn mädchen wegen* ner nicht rasierten Intimzone Zurückweisung erfahren, dann muss es ja wohl Gelegenheiten geben, bei denen sie sich die gegenseitig präsentieren.

    alter, wenn’s ans ausziehen geht nach dem knutschen – ziel: vögeln – und dann schreit das gegenüber „igitt“ – redest du von sowas? ich schon. das sind die ängste von denen ich rede.

    man selbst ist so hygenisch, diszipliniert, modern etc., sich zu rasieren, die andere ist es nicht, also hat man Anerkennung dafür verdient, nicht so schlampig wie die andere zu sein.

    ach, so stellst du dir das vor. ich stelle mir das eher so vor: beste freundin fragen: was ist wichtig beim ersten mal? und die tut dann kund, weil sie es gehört/gelesen/whatever hat, was ein NO GO ist. weil ekelig.
    dass die sich gegenseitig ihre muschis zeigen und dann kommen sie sich „diszipliniert“ und „modern“ vor (und woraus sollte sich das denn eigentlich speisen? – das setzt ja schon ne bewertung voraus), glaubste ja selber nicht.
    was nicht heißen soll, dass sie das nicht irgendwann mal so – „modern“, „heute standard“ – übersetzen. ich kenne das aus gesprächen allerdings eher als „hygienisch“, sonst „ekelig“.

  36. 36 MPunkt 14. Juli 2009 um 4:22 Uhr

    So geht doch der ganze Gesundheits- und Hygienediskurs (no PoMo), lahmacun. Da wird den Leuten zum einen noch mal explizit aufgemacht, was ihnen auf Grund des stummen Zwangs der materiellen Verhältnisse ohnehin als Anspruch entgegentritt: sich und damit ihre Arbeitskraft benutzbar zu halten. Wobei dafür nicht ‚nur‘ an deren privatmaterielle Kalkulation, sondern auch an deren Nationalismus appelliert wird. Sonst ist man nämlich für explodierende Kassenbeiträge und damit für den Wettbewerbsnachteil hohe Lohnnebenkosten Deutschlands verantwortlich und überhaupt: „Sport tut Deutschland gut“, „Deutschland bewegt sich“ etc. pp.

    Wie sich das konkretisiert, kann man bspw. der Unterschichtendebatte entnehmen, in welcher den „Unterschichtlern“ in einem Atemzug vorgeworfen wurde, sich gehen zu lassen (und damit gleich die nächste Generation Unterschicht zu produzieren), also an dieser ihrer Form der Armut selbst schuld zu sein UND politische Abweichler, da keine guten demokratischen Nationalisten, zu sein. „Sich gehen lassen“ schließt eben schon Vormittags Saufen(!) statt Bewerbungen zu schreiben und darüber zu verlottern(!) genauso mit ein, wie nicht mit den Kindern aufzustehen und denen dabei u.a. beizubringen, dass man sich früh erst mal wäscht(!) und sich nicht richtig, also gut demokratisch, politisch zu informieren und die Meinung zu bilden.

    Das wird von den bürgerlichen Individuen dann auch in ihrer Verdoppelung der realen Konkurrenz in eine Sphäre der Angeberei, in welcher die eigene Persönlichkeit gewürdigt werden soll, als Material hergenommen, wobei es auf deren Beliebigkeit hin transformiert wird. So dass dann auch Intimrasur neben Sport treiben, sich richtig ernähren, aufs Gewicht achten etc. als Zeichen dafür gelten, dass man genug Disziplin aufbringt, sich nicht gehen zu lassen, sondern sich, wie es sich eigentlich ja auch gehört gesund (inkl. hygienisch) zu verhalten. So dass die Berechtigung der eingeforderten Anerkennung für dieses Persönlichkeitsmerkmal – (in Gesundheitsfragen) Diszipliniert sein – von sich darin bestehen soll, dass man den Anstand zur Normerfüllung aufbringt und damit dann auch was Gutes fürs große Ganze – Deutschland – tut.

  37. 37 dodo 14. Juli 2009 um 6:09 Uhr

    heut im freibad war ein ca. 15jähriges mädel, das ihre altersgenossinnen regelrecht spießruten laufen ließen, weil ihr scheints ein paar härchen ausm badeanzug rausgespickt haben.
    ich dacht mir scheiße, was bin ich froh, daß ich kein teenager mehr bin!
    ich mußt mir darüber noch nicht so viele gedanken machen!

    aber ich erinnere mich, ich hab damals erst angefangen, meine beine zu rasieren, als ich mitgekriegt hab, wie andere mädels über eine aus der parallelklasse abgelästert haben, was die doch für „eklig haarige“ beine habe. das war dann so der „oho! das ist unästhetisch! sieh mal einer an!*runterkuck* ach du kacke…“-effekt. von da an hielt ich auch alles glatt (naja, fast… arme und intimbereich hat da irgendwie noch keine/n interessiert). und hab auch kräftig kundgetan, wie unästhetisch ich das finde, wenn sich wer nicht rasiert. und die längste zeit war ich auch wirklich überzeugt, das sei meine ehrliche meinung.
    ich weiß auch noch, wie die mädels, die zu nem schüleraustausch nach amerika gingen, von der begleitenden lehrerin separat (also ohne jungs) gebeten worden sind, sich die beine und achseln zu enthaaren, bevor sie rüberfliegen, damit sie nicht schräg angekuckt würden,da die amerikaner so etwas total eklig fänden.
    undundund… da wird man ganz schnell zu einer haarlosen norm sozialisiert. mit intimbehaarung funktioniert das im endeffekt nicht anders. auf anderen wegen vielleicht, aber von prinzip und effekt her das gleiche.
    allerdings ist die intimzone nochmal „pikanter“, da so eng mit sexualität, insbesondere auch der eigenen verknüpft. mir scheint die wechselwirkung da irgendwie intensiver bei (scham)haare =eklige pussy als bei (bein)haare=eklige beine.
    dadurch wird irgendwie auch das eigene sexuelle lustzentrum schon mit dem begriff „eklig“ gestreift und stigmatisiert und dann auch noch zu einer zeit, in der die eigene bezihung zu sexualität auf allen ebenen doch noch recht wacklig ist.

  38. 38 lahma 14. Juli 2009 um 7:49 Uhr

    @mpunkt: ich seh zwar nen unterschied zw. der unterschichten-debatte und der rasiererei, der simpel darin besteht, dass man nicht rasiert sein muss in der intimzone, um ne gute nationalistin und ne ausgezeichnet ausbeutbare arbeitskraft zu sein.

    allerdings gestaltet sich das doch anders wie von mir erwartet, dodo zufolge. eher so wie von dir vermutet. bin wieder mal schockiert.

    aber ich erinnere mich, ich hab damals erst angefangen, meine beine zu rasieren, als ich mitgekriegt hab, wie andere mädels über eine aus der parallelklasse abgelästert haben, was die doch für „eklig haarige“ beine habe.

    echt? das find ich total krass, kenne das zum glück gar nicht aus meiner jugend.

    arme

    arme? meinst du die achseln oder wirklich arme? /:)

  39. 39 MPunkt 14. Juli 2009 um 9:45 Uhr

    @ dodo: dass sich Jugendliche (und nicht nur die) mit allen möglichen Konkurrenztechniken in ihrer Konkurrenz der Angeberei gegenseitig fertig machen, sollte auch nicht bestritten sein. Und dass das für diejenigen, auf welche sich dabei kollektiv eingeschossen wird, reichlich beschissen ist, erst recht nicht. Nur: dann steht doch eine Kritik dieser Praxis samt der Denke, auf der sie beruht, an. Und nicht die Beschwerde, dass mal ein anderes Schönheitsideal her solle, an dessen Nichterfüllung dann andere blamiert werden, um die Selbstdarstellung darüber, dass man es erfüllt, zu verstärken.

    Zudem: wenn Du Dir damals „eingebildet“ hast, dass das Deine „wirkliche ehrliche Meinung“ wäre, dann war sie es eben auch. Daran ändert sich doch nix, nur weil Du das jetzt anders siehst. So unterstellst Du aber Dir damals wie alle Mädchen/ Frauen jetzt, dass sie das in Wirklichkeit doch gar nicht wollen, was sie real wollen, weil sie es eigentlich doch gar nicht wollen können. Du machst also einen Ideealismus über den (weiblichen) Willen auf, dass der nur so aussehen könne, wie Deiner. Weswegen dann Abweichungen davon nur Manipulation sein können, also dieser in sich widersprüchliche Quatsch einer Beeinflussung des Willens am Willen vorbei, welche den darunter liegenden eigentlichen Willen (weil ja am Willen vorbei) nicht antastet.

    @ lahma: ich sage ja auch nicht, dass man Intimrasur braucht, um ne gute Nationalistin sein zu können. Sondern, dass der Diskurs, dass man sich um seinen Körper kümmern müsse, weil man sich sonst gehen ließe und damit Schuld am eigenen Elend und den mangelnden Konkurrenzerfolg Deutschlands wäre, in die Welt gesetzt ist. Und den lassen sich die Nationalisten von unten (ja, nicht alle) tatsächlich einleuchten. Und zwar auf der durchaus realen Grundlage, dass sie als Lohnabhängige wissen, dass sie ihre Arbeitskraft verkaufbar halten müssen und als Nationalisten, dass Deutschland gesundes und fittes Menschenmaterial braucht, während Kranke nur überflüssige Kost darstellen. Was sie sich, wenn sie das auf die Sphäre der Konkurrenz der Angeberei übertragen, dann auch auf sowas wie Intimrasur anwenden; auch die wird zum Material gemacht, an dem „sich um sich kümmern“ und daher hygienisch und gesundheitsorientiert und damit der Moral und Norm entsprechend, also pflicht- und verantwortungsbewusst zu sein vs. „sich gehen lassen“ bebildert wird. Dass es für den Verkauf der eigenen Arbeitskraft (außer man arbeitet in dem Bereich sexueller Dienstleistungen) und den Konkurrenzerfolg Deutschlands egal ist, ob sich Frauen die Intimzone rasieren, ist dafür doch egal, weil es auf dieser Ebene doch um die Selbstdarstellung und nicht den Verkauf der eigenen Arbeitskraft und Deutschland vor geht, weshalb die bürgerlichen Individuen den Diskurs für diese entsprechend transformieren. (Ja, man kann auch damit angeben und das findet ebenfalls ständig statt, was für ein tüchtiger und williger Arbeitskraftverkäufer und für ein prima Nationalist man doch sei.)

  40. 40 pia 14. Juli 2009 um 10:29 Uhr

    @mpunkt:

    Sich zu rasieren, epilieren oder eben nix dergleichen zu unternehmen zwingt überhaupt nicht zu irgendwelchen theoretischen Positionen dazu, also ist das auch eine untaugliche Ausrede für die logischen Widersprüche, die Du Dir leistest.

    das ist keine ausrede, sondern es geht mir darum, dass widersprüchliche erfahrungen (z.B. sich doch zu enthaaren, obwohl man das eigentlich total nervig und anstrengend findet und „in der theorie“ ablehnt, aber eben keinen bock hat auf die auseinandersetzungen, die darauf folgen können, wenn man es nicht tut) eben auch widersprüchliche positionen (dass diese theoretisch seien, hast du gesagt und nicht ich – positionen können auch emotional sein, zumal wenn sie themen betreffen, die sehr stark mit der eigenen subjektivität zusammenhängen) hervorbringen (können). und das jemand, der diese widersprüche so noch nicht am eigenen körper erlebt hat, das vielleicht nicht so nachvollziehen kann. dass ich damit gar nicht so falsch liege, zeigt mir deine reaktion: du willst es mal wieder nicht verstehen.

  41. 41 MPunkt 14. Juli 2009 um 11:14 Uhr

    @ pia: Also noch mal: Du bringst verkehrte und in sich widersprüchliche theoretische Urteile über die Sache:

    1.) Weil die Leute ihren Körper entsprechend des hegemonialen Schönheitsideals gestalten, da sie sich dazu entschieden haben, um ihren Körper als Mittel in der Konkurrenz der Selbstdarstellung nutzen zu können, redest Du etwas von einem Zwang, einem Mangel an Wahlfreiheit, daher. Begründung: die hatten doch glatt nen Grund für ihre Entscheidung – weshalb das schon gar keine mehr, oder zumindest nicht ihre eigene, sein soll.

    2.) Wenn es Dich stört, dass keine „Wahlfreiheit“ bestünde, ob man sich dem Schönheitsideal anpasst oder nicht, dann ist es ein Widerspruch dazu, auf ein anderes Schönheitsideal zu hoffen. Dann bestünde nämlich auch keine „Wahlfreiheit“, ob man sich diesem anpasst oder nicht.

    Diese Fehler haben überhaupt nix damit zu tun, wer sich hier wann, wo und wie oft rasiert. Also laber mich nicht voll, dass ich mich mal rasieren solle, sondern gehe mal mit Argumenten auf meine Kritik an Deinen Fehlern ein – oder lasse diese bleiben!

  42. 42 pia 14. Juli 2009 um 11:53 Uhr

    Also laber mich nicht voll

    wenn du schon so anfängst, kannst du dich gleich auf dein eigenes blog verziehen und da meintewegen eine theoretische abhandlung zur „persönlichkeitspflege“ schreiben. schließlich hast du angefangen, mich hier vollzulabern und nicht ich, und ich brauche mich hier für nichts zu rechtfertigen, schon gar nicht vor dir.

  43. 43 MPunkt 14. Juli 2009 um 12:16 Uhr

    *lol*, na wenn eine Kritik Deiner theoretischen Fehler in einer inhaltlichen Debatte „volllabern“ ist, dann solltest Du Dich besser nicht an solchen beteiligen. Ganz was anderes ist es, wenn man wie Du den Gegenstandswechsel vom Inhalt auf den Verfasser des Inhalts macht. Den labert man dann nämlich tatsächlich voll und zwar mit Zeug, was überhaupt nicht zur Debatte gehört. Ob Du findest, ich solle mich rasieren, ist für diese nämlich genau so egal, wie die Geschmacksurteile in Sachen Intimrasur, die weiter oben vorgetragen wurden.

  44. 44 O)(O 14. Juli 2009 um 13:41 Uhr

    Mich würde es einmal interessieren ob die hier mitdiskutierenden Frauen es denn schon einmal erlebt haben von einem Mann/Jungen abgelehnt zu werden, weil sie sich den Intimbereich nicht rasieren.

    Ich neige doch eher zu dem Erklärungsansatz den M/Punkt hier aufgemacht hat (Gesammtgesellsschaftlicher Anspruch… nicht verlottern lassen etc.).

    Ich gehe sogar noch weiter. Ich glaube (nicht wissen!) das der Anspruch den Frauen an sich selbst haben, eher von Männern übernommen wird, als das es von denen selbst aktiv an die Frauen herangetragen wird, insofern der gesellschaftliche „Diskurs“ an diesem Punkt überhaupt irgendeine Relevanz innehat.

    In meiner Erinnerung (ich war lange auf einem reinen Jungeninternat und durch häufigen Umzug auf 11 Regelschulen) kam es Nie vor, das Jungs/Männer unter sich über intim-unrasierte Frauen beschwert haben. Die Vorstellung finde ich auch ziemlich unrealistisch das wenn mensch sich nett findet und schlussendlich im Bett landet der Sex kurzfristig abgesagt wird, weil zuviel Haare stören würden.
    Wenn mir andere Männer zb. auf der Arbeit ihre Vorlieben mitteilen, kommen in den diversen Aufzählungen grosse Brüste und ein weibliches Becken vor, keine Intimrasur.
    Mensch mag nur auf gängige Pornoportale gehen, da scheint mir das „Angebot“ doch ziemlich zielgruppenorientiert (Heteromänner) aufgestellt zu sein. Vollrasierte Frauen sind dort die absolute Minderheit (Bikinizone und Axelhaare selbsverständlich rasiert).

    Also wie verhält sich das mit der Kindermöse? wer will das eigentlich sehen und inwieweit haben Frauen in ihrem realen Leben wirlich damit zu tun?

    Ich habe wirklich das Gefühl das es in diesem Bereich zweierlei Ebenen gibt. Eine werbetechnische „Arbeitsoberfläche“ (öffentlicher Diskurs) die eher einen propagandistischen Soll-Zustand beschreibt (gemäss der herrschenden Ideologie) und ein reales Leben, in dem alles ein wenig anders abläuft.
    Wer sich dieser Arbeitsoberfläche anpasst und selber unter krassen Druck setzt (sieht doch keiner die Haare zwischen den Beinen) ist u.U. einfach selber Schuld.

    Ich zumindest habe noch nie wirklich Probs gehabt weil ich zb. zu wenig Muskeln habe, genausowenig wie ich erlebe das Frauen mit zb. zu fetten Hintern keinen Typen abkriegen würden, obwohl die Werbung etc. das Gegenteil suggerieren mag. Von Intimbehaarung ganz zu schweigen.

    Allerdings, ich stecke nicht drin und meine Lebenserfahrung ist nicht repräsentativ.

    Ps: Gerade Teenager als Beispiel zu nehmen halte ich für verfehlt. Die terorrisieren sich wegen allem möglichen. Da ist es egal ob es um Markenklammotten, strammer Recke in der Hitlerjugend, oder Haare wo auch immer geht. Der normative Terror der in diesem Alter auf den Individuen lastet, ist glaube ich zu allen kap. Zeiten gleich gewesen.

  45. 45 neuer nick 14. Juli 2009 um 14:01 Uhr

    Das ist interessant, ich nehme das tatsächlich anders wahr. Nämlich dass Rasur die Norm ist (auch/gerade in der Pronographie) und das auch bei den erwähnten Gesprächen über Vorlieben eine Rolle spielt.
    Wobei du ja jetzt auch zwischen Körperrasur und Intimrasur unterscheidest, wenn ich das recht sehe. Ich glaube das geht nicht ganz auf. Die Folgerung, dass auch die Intimbehaarung weg muss obwohl man sie – wie du richtig einwendest – nicht sieht ergibt sich doch daraus, das man sich ja die Achseln und Beine auch rasiert. Und warum? Weil „schön“, „hygienisch“ etc. Also muss es auch unten rum weg, egal ob man es sieht oder nicht. Wohlgemerkt: Die angesprochenen Probleme resultierten ja immer aus Situationen in denen man die Intimbehaarung durchaus sieht. Wobei ich ehrlich gesagt auch nicht davon ausgehe, dass der anberaunt GV aus diesem Grund mal abgesagt wird. Das kann ich mir nicht so recht vorstellen.

  46. 46 pia 14. Juli 2009 um 14:07 Uhr

    @neuer nick:

    Wobei ich ehrlich gesagt auch nicht davon ausgehe, dass der anberaunt GV aus diesem Grund mal abgesagt wird. Das kann ich mir nicht so recht vorstellen.

    dann lies doch noch den kurzen Artikel, den ich oben schon mal verlinkte:

    http://maedchenblog.blogsport.de/2006/06/19/top-oder-flop/

  47. 47 O)(O 14. Juli 2009 um 14:23 Uhr

    @neuer Nick
    Ich glaube einfach das die voranschreitende Propaganda pro Intimrasur weniger etwas mit Sexualität, sondern eher etwas mit Sauberkeit (in der Werbung) und dem „Nichtverlotternlassen“ des deutschen Staatsbürgers zu tun hat.
    Da aber jeder der Sex und entsprechende Phantasien im Privatleben auslebt schnell merkt das Sex seltenst eine klinisch saubere Angelegenheit darstellt, sind die beiden Bereiche im realen Leben einfach nicht Deckungsgleich.

    Ich kann hier wohl kaum Links von Heteropornoseiten reinstellen, aber guck dir das einfach mal an, insofern du das aushälst. Die dort Angebotenen Spalten haben alle ungefähr die gleiche Videoangebotsanzahl. BBW, Mature, Gay, Hairy, Bi,etc. Dicke Frauen, oder ältere Frauen gibt es auf jeder Site massenhaft (Cellulities scheissegal übrigens), „Shaved“ allerdings ist ein Variante die äusserst selten angeboten wird. Meist nur auf gleichgeschlechtlichen Sites.
    Da diese Seiten ihren Scheiss verkaufen wollen und die selbstverständlich Marktforschung betreiben, gehe ich davon aus das die Filmangebote ziemlich genau die Vorlieben des globalen Heteromannes entsprechen.

    Ich glaube wirklich das eine ist „Arbeitsoberfläche“ und das andere ist reales Leben. Arme und beine rasiert mensch sich, so wie der Geschäftsmensch sich einen Anzug anzieht um tagsüber windkanalmässig der Norm zu entsprechen. Was zuhause in den Betten abläuft ist meist das Gegenteil.

  48. 48 neuer nick 14. Juli 2009 um 14:24 Uhr

    Die Geschichte habe ich schon gelesen ;)
    Ich hielt sie bloß nicht für sonderlich glaubwürdig bzw. kann mir eben nicht vorstellen, dass das in diesem Fall der einzige Grund war.

  49. 49 neuer nick 14. Juli 2009 um 14:26 Uhr

    Obige Aussage ging übrigens an Pia.

  50. 50 O)(O 14. Juli 2009 um 14:29 Uhr

    oder hat jemand schon einmal gehört das ein Junge, oder eine Frau die auf Frauen steht, eine andere Frau abgelehnt hat weil die „zu kurze“ Beine hat?
    Das gibts doch garnicht.
    Und was soll dann das Gerede ständig über tolle lange Beinec etc. wenn es im Reallife keine Sau interessiert?

    Ich bringe diesen öffentlichen Diskurs wirklich nicht mit meinem Leben überein und habe an dem Punkt mehr Fragen als Antworten. @MPunkt hat da mit seinen materialistischen Erwägungen glaube ich auf den richtigen Pfad geführt.

  51. 51 neuer nick 14. Juli 2009 um 14:32 Uhr

    Ich kann hier wohl kaum Links von Heteropornoseiten reinstellen, aber guck dir das einfach mal an, insofern du das aushälst. Die dort Angebotenen Spalten haben alle ungefähr die gleiche Videoangebotsanzahl. BBW, Mature, Gay, Hairy, Bi,etc. Dicke Frauen, oder ältere Frauen gibt es auf jeder Site massenhaft (Cellulities scheissegal übrigens), „Shaved“ allerdings ist ein Variante die äusserst selten angeboten wird. Meist nur auf gleichgeschlechtlichen Sites.
    Da diese Seiten ihren Scheiss verkaufen wollen und die selbstverständlich Marktforschung betreiben, gehe ich davon aus das die Filmangebote ziemlich genau die Vorlieben des globalen Heteromannes entsprechen.

    Was du da beschreibst scheinen doch ganz einfach Nieschenprodukte zu sein oder unter „Fetisch“ zu laufen (Nur weil es Pornographie mit alten Frauen gibt, besteht doch nach wie vor ein „Jugendwahn“). Bei ganz normalen „Hardcore“ oder was auch immer für Angeboten, dominiert die enthaarte Scham meiner Ansicht nach. An anderer Stelle hier im Blog (finde es gerade nicht) war auch einmal ein Interview mit einer Pornodarstellerin verlinkt, in dem ihre behaarte Scham das bestimmende Thema war. Warum? Weil es so selten in der Branche ist.

  52. 52 neuer nick 14. Juli 2009 um 14:47 Uhr

    oder hat jemand schon einmal gehört das ein Junge, oder eine Frau die auf Frauen steht, eine andere Frau abgelehnt hat weil die „zu kurze“ Beine hat?
    Das gibts doch garnicht.
    Und was soll dann das Gerede ständig über tolle lange Beinec etc. wenn es im Reallife keine Sau interessiert?

    Natürlich gibt es das. Man sucht sich ja seineN PartnerIn bewusst aus und weist diejenigen zurück, die einem nicht entsprechen. Das ist doch gängige Praxis, oder irre ich?
    (Auch wenn man von einem Fahndungsstandpunkt aus einwenden könnte, dass die Zurückweisung an sich nur ausgeführter Nationalismus sei, wie wählen gehen oder sich rasieren..)

  53. 53 O)(O 14. Juli 2009 um 14:47 Uhr

    @neuer Nick
    Wie Nischenprodukte kommen mir die Sachen die ich kenne nicht vor.
    Es gibt eine Menge Pornoseiten im Netz die einzelne Angebote mit Bots sammeln und in Kategorien einordnen. Du hast dann frei verfügbar zehntausende Links zu den verschiedenen Hardcoresites der unterschiedlichsten Anbieter. Das ist weder Nischenprodukt noch reines Hochglanzprodukt, sondern von allem etwas das du dir vorstellen kannst etwas, verstehst du? Such da mal nach „shaved“ und diese Kategorie ist sogar noch selten. Wenn es im Porno völlig normal wäre dann gäbe es keine extra Kategorie für Leute die das besonders anmacht.

    Ich lasse mich allerdings gerne belehren, vielleicht kenne ich keine Mainstreamseite und für Porno habe ich auch noch nie Geld ausgegeben. Ich kenne lediglich die kostenlosen Sites aus dem Netz (die allerdings wiederrum ausschließlich Werbung darstellen für kommerzielle Geschichten).

    Die Frage lösen wir jetzt wohl so schnell nicht auf.

  54. 54 neuer nick 14. Juli 2009 um 14:52 Uhr

    Such da mal nach „shaved“ und diese Kategorie ist sogar noch selten. Wenn es im Porno völlig normal wäre dann gäbe es keine extra Kategorie für Leute die das besonders anmacht.

    Meiner Meinung nach liegt dass tatsächlich daran, dass die Kategorie eigentlich unnötig ist. Da hast du vollkmmen recht. Deshalb wird da auch nur selten was reinsortiert, weil bei „hardcore“ etc. „shaved“ so oder so gegeben ist.

    Aber: Die Frage lösen können wir wahrscheinlich wirklich nicht. Ich bin nur ehrlich verwundert, weil du mir da tatsächli was erzählst was an meiner Wahrnehmung der Welt meilenweit vorbei geht.

  55. 55 O)(O 14. Juli 2009 um 14:58 Uhr

    @neuer Nick
    Naja ich habe keinen Fernseher und lese weder Zeitung noch sonstwie aktuelle Blättchen. Deswegen kann das schon sein das ich in verschiedenen Punkten ein wenig weltfremd bin.
    Tut aber glaube ich ganz gut, ab und wann.[-(

  56. 56 dodo 14. Juli 2009 um 15:26 Uhr

    @ lahma: ne, ich meinte schon arme (also unterarme). allerdings fält mir ein, daß meine beste freundin die sich damals auch epiliert hat. als eklig galt bein- und achselhaar.
    @ mpunkt: „Nur: dann steht doch eine Kritik dieser Praxis samt der Denke, auf der sie beruht, an. Und nicht die Beschwerde, dass mal ein anderes Schönheitsideal her solle, an dessen Nichterfüllung dann andere blamiert werden, um die Selbstdarstellung darüber, dass man es erfüllt, zu verstärken.“
    da geb ich dir recht. eine haarnorm mit ner anderen zu ersetzen finde ich auch nicht sinnvoll. das sollte nicht das zeil sein.

    „Zudem: wenn Du Dir damals „eingebildet“ hast, dass das Deine „wirkliche ehrliche Meinung“ wäre, dann war sie es eben auch. Daran ändert sich doch nix, nur weil Du das jetzt anders siehst. So unterstellst Du aber Dir damals wie alle Mädchen/ Frauen jetzt, dass sie das in Wirklichkeit doch gar nicht wollen, was sie real wollen, weil sie es eigentlich doch gar nicht wollen können. Du machst also einen Ideealismus über den (weiblichen) Willen auf, dass der nur so aussehen könne, wie Deiner. Weswegen dann Abweichungen davon nur Manipulation sein können, also dieser in sich widersprüchliche Quatsch einer Beeinflussung des Willens am Willen vorbei, welche den darunter liegenden eigentlichen Willen (weil ja am Willen vorbei) nicht antastet.“
    nö. es war NICHT meine ehrliche meinung. ich hatte schlichtweg schiß, blöd angemacht zu werden. ich hab mich rasiert so nach dem motto „schnell, bevor irgendjemand entdeckt, daß ich mich bis dato AUCH nicht rasiert habe!“ und indem ich dann auch über unrasierte mich mokiert habe, hat für mich eine zusätzliche distanz geschaffen, die meiner umwelt versichert hat, daß ICH nicht zu „denen“ gehöre.
    und ich habe von mir persönlich gesprochen, ich unterstelle in dem, was ich geschrieben habe, erstmal gar nix. schon gar nicht allen frauen.
    in der tat finde ich zwar sehr wohl, daß es sehr oft vorkommt, daß frauen sich selbst was vormacvhen, einfach, weil es einfach ist, mit dem strom zu schwimmen und dessen meinung zu vertreten.
    ich bin aber weit davon entfernt, einen neuen idealismus aufzumachen.
    nirgendwo habe ich gesagt, daß abweichungen von meinem verhalten manipulation sein müssen.
    soll doch jede/r selbst frei entscheiden. nur unter den gegebenen umständen ist das mit der freiheit, der entscheidungsfreiheit, nicht ganz so einfach, wenn überall um einen herum so ein normendruck herrscht (siehe die schwimmbadszene).
    @ O)(O:
    ich finde teenager sehr wohl ein gutes beispiel, denn gerade in dieser zeit wird man extrem für schönheitsstandards sesibilisiert und joa, das prägt auch irgendwie.
    im druck des schönheitsmythos orientiert man sich ja auch nicht an der realität. man orientiert sich/fühlt sich gerade eben auf IDEALbilder, nicht auf NORMALbilder hingedrängt. dünn, makellose haut, haarlos,…
    und es geht hier überhaupt nicht darum, „einen typen abzukriegen“. die angst, daß man als unrasierte von männern abgelehnt wird, bestht bestimmt. aber es geht prinzipiell nicht darum, es geht um das eigene selbstwertgefühl. und da gibt es doch wesentlich mehr faktoren als die männliche meinung zu intimbehaarung.
    zu sagen „eyyyy, macht euch keine sorgen, männer finden das gar nicht so schlimm, euer problem ist also gelöst!“ ist nicht nur tierisch paternalistisch sondern geht auch absolut an der sache vorbei.

    und da du selbst erwähnt hast, daß „hairy“ bei pronos eine ectra kategorie braucht (und nicht etwa als normal hinzunehmen ist wie etwa, „mit lackierten fingernägeln/ohne lackierte fingernägel“), beweist doch schon, daß es einen „sonderstatus“ hat.
    „shaved“ hat wohl keine eigene kategorie, weil es die norm ist. wenn ich nach porno mit tags wie „mit kopf“ suche, werde ich wohl auch nix finden. was aber nicht heißt, daß ein anwesender kopf standard wäre…

  57. 57 dodo 14. Juli 2009 um 15:29 Uhr

    ähm, hab da im letzten abschnitt wohl ein „nicht“ vergessen.

  58. 58 O)(O 14. Juli 2009 um 18:05 Uhr

    @Dodo
    Es ist mir zwar ein bisschen peinlich hier in Sachen Porno den Besserwisser raushängen zu lassen, aber: „Hairy“ steht im Pornobereich für extrem behaart, nicht für Frauen die unrasiert sind. D.h. an den Beinen soviele Haare wie dazwischen.
    @neuer nick
    wie gesagt, die Besserwisserei in dem Bereich ist mir ein wenig unangenehm, aber ich mach mal einen kleinen Versuch zur Wahrheitsfindung. Ich öffne jetzt ein separates Fenster und geb bei Google den Suchbegriff: „Porno Gallereries“ ein. folgendes in Sachen Behaarung und männlichen Vorlieben kriege ich zu sehen…
    Achtung:

    Oje… das kann ich ja garnicht beschreiben. Ok, ich glaube die Beweisführung ist eher in deinem Sinne ausgegangen, hahaha. Die Hälfte hat wohl noch Haare, ist aber dafür teilrasiert. Alte und dicke Frauen gibts auch keine (dafür aber die Männer, na super). Der Rest den ich hier zu sehen kriege ist dergemäß aufgestellt, das mein letztes Problem das ich mit der Scheisse habe, die unbehaarten Frauen sind!!!

    Also du hast Recht @neuer Nick und ich hab mich bis jetzt auf Spezialseiten getummelt.

  59. 59 MPunkt 14. Juli 2009 um 18:07 Uhr

    @ dodo: „und die längste zeit war ich auch wirklich überzeugt, das sei meine ehrliche meinung.“ besagt aber was anderes als „nö. es war NICHT meine ehrliche meinung. ich hatte schlichtweg schiß, blöd angemacht zu werden.“. Denn wenn Du „wirklich überzeugt“ warst, dass das Deine „ehrliche Meinung“ darstelle, dann war es eben auch Deine „ehrliche Meinung“. (woher sonst Deine eigene Überzeugung, dass sie es war? Das weißt Du selbst schließlich am Besten, was Deine wirkliche Meinung ist.) Das geht aber nicht damit überein, zu sagen, Du hättest diese Meinung bloß vorgeheuchelt, um nicht blöd angemacht zu werden. Und es wäre dann verkehrt, so zu tun, als hättest Du damals diese Meinung gar nicht wirklich gehabt, sondern nur geheuchelt, weil Du sie heute nicht mehr hast und sie allerhöchstens noch vorheucheln würdest, um Dissereien zu entgehen.

    Aber okay: wenn Du mit Deinem letzten Kommentar „und die längste zeit war ich auch wirklich überzeugt, das sei meine ehrliche meinung.“ zurückgenommen haben solltest und sagst, dass das auch damals schon eine Heuchelei war, die Du nicht für Deine Meinung gehalten hast, dann ist das jetzt ja auch geklärt. Und meine Kritik, Du würdest einen eigentlichen Willen unterstellen, welche sich auf diese Formulierung Deinerseits bezog, wäre damit dann auch obsolet.

  60. 60 dodo 14. Juli 2009 um 18:34 Uhr

    du, mpunkt, man kann sich selber viel vormachen, um sich dinge nicht eingestehen zu müssen.
    ich hab mir in einer beziehung damals was vorgemacht („ist doch ganz toll, meine beziehung!“), ich hab mir vorgemacht, ich sei meinungsunabhängig und eben, daß ich haarige beine eklig finde.
    wär ich ehrlich zu mir gewesen, hätt ich mir eingestehen müssen, daß die beziehung kacke und der typ ein arsch ist, daß es mir eben DOCH was ausmacht, was andere von mir denken und daß ich haare eigentlich gar nicht schrecklich finde, sondern die vorstellung, dafür gedisst zu werden.
    das war eben damals bequemer, als ehrlich zu sich zu sein, sonst hätt ich ja konsequenzen ziehen müssen.
    und ich glaube, JEDE/R könnte solche beispiele anführen. ich weiß nicht, was daran so unverständlich für dich ist.
    ist doch ne typisch menschliche reaktion, das beunruhigende erstmal auszublenden und erstmal so zu tun, als wär das alles schon okay so.

  61. 61 MPunkt 14. Juli 2009 um 19:08 Uhr

    @ dodo: „Unverständlich“ ist das für mich, weil sich selbst zu beheucheln ein Widerspruch in sich ist und daher nicht aufgehen kann. Schließlich lebt erfolgreiche Heuchelei davon, dass das Gegenüber nicht weiß, dass man heuchelt. Wenn man aber selbst das Gegenüber ist, dann weiß man das immer*. Dass das Deine „ehrliche Meinung“ war, kannst Du Dir also nicht vorgeheuchelt haben, sondern entweder war sie es (dann hast Du aber den anderen auch nix vorheucheln müssen, um nicht gedisst zu werden), oder sie war es nicht und Du hast sie den anderen bloß vorgeheuchelt (dann fällt aber Dein Punkt weg, dass einem der soziale Druck oder whatever dazu bringen würden, ernsthaft Zeux zu vertreten, was man gar nicht wirklich teilt).

    * Man versucht es trotzdem manchmal und auch ich habe das schon – ja. Aber das bleibt notwendig bei dem erfolglosen Versuch.

  62. 62 dodo 14. Juli 2009 um 19:15 Uhr

    ach, mpunkt… du weißt doch ganz genau, was ich meine beziehungsweise meinte.
    natürlich kannst du weiter korinthen kacken und meine ausdrucksweise bemängeln und ein linguistisch-philosophischen manifest über den begriff „die eigene ehrliche meinung“ verfassen. aber wozu?
    sich selbst was vormachen ist doch nix neues. auch wenn du anscheinend davor gefeit bist (gratulation, die meisten menschen, inklusive mir selbst, sind meiner erfahrung nach oft eben nicht ehrlich zu sich selbst), du weißt bestimmt trotzdem, was das bedeutet, hm?
    meinetwegen nenn es wie du magst.
    dann können wir mit dem eigentlichen thema fortfahren.

  63. 63 MPunkt 14. Juli 2009 um 19:52 Uhr

    Nee, ich weiß nicht, wie das gehen soll sich selbst was vorzumachen/ vorzulügen/ vorzuheucheln, eben weil man dabei doch selbst immer ganz genau weiß, dass das nicht stimmt. Aber von mir aus können wir auch gerne mit dem eigentlichen Thema weitermachen – meine Argumente zu diesem stehen ja da und es liegt an Dir, Dich auf diese zu beziehen.

  64. 64 leonie 14. Juli 2009 um 20:24 Uhr

    @MPunkt: vielleicht solltest du dir mal das „Über das Mädchenblog“ durchlesen, denn da würdest du feststellen, dass es hier nicht immer darum geht theoretische Abhandlungen zu verfassen, sondern einfach über Dinge frei und offen zu reden ohne davor schon monatelang darüber philosophiert zu haben.

    Mit deinem arroganten Getue ala „nur ich weiß wie die Welt läuft“, bist du hier echt fehl am Platz.

  65. 65 MPunkt 14. Juli 2009 um 20:28 Uhr

    Das hat nix mit Arroganz zu tun, wenn man Fehler, die andere machen, mit Argumenten kritisiert, sondern mit inhaltlicher Klärung. Wenn Du meine Argumente verkehrt findest, dann widerlege sie halt.

  66. 66 leonie 14. Juli 2009 um 20:49 Uhr

    Ich finde dass du ein Klugscheißer(sorry) bist, widerlege du doch das!

  67. 67 MPunkt 14. Juli 2009 um 20:57 Uhr

    Ich soll widerlegen, dass Du das findest? Wieso denn, das wirst Du schon besser wissen als ich. Nur richtig wird das dadurch nicht.

  68. 68 A.nn 14. Juli 2009 um 21:53 Uhr

    @ O)(O
    Mich würde es einmal interessieren ob die hier mitdiskutierenden Frauen es denn schon einmal erlebt haben von einem Mann/Jungen abgelehnt zu werden, weil sie sich den Intimbereich nicht rasieren.

    Mir hat mal jemand gesagt: „früher hat es mich ja auch gestört, dass du nicht rasiert warst, jetzt ist das kein Problem mehr“ (im Kontext „warum unser Sexuallleben besser geworden ist“). Das hat mich mit Mitte 20 schon etwas verunsichert, und was ich zehn Jahre früher damit angefangen hätte, weiß ich nicht… Der erwähnte Sexualparnter ist der Meinung, was ich mit meinen Körper mache, müsse ich selbst entscheiden. fürchte, dass nicht alle so denken, gerade wenn sie die Norm auf ihrer Seite haben.

    @MPunkt:
    Klugscheißer-Einspruch von mir: man bekommt das Phänomen, dass Menschen sich selbst etwas vormachen, zu fassen, ohne einen Idealismus des Willens zu postulieren. Erstmal ist das von dir aufgespießte Problem da, klar. Aber Menschen können sich über die gründe,w arum sie etwas sagen oder machen irren – und damit lassen sich dodos Erfahrungen prima einfangen –, und zwar weil sie nicht so genau darüber nachdenken, warum sie dass jetzt tun, weil sie das Gefühl haben, das habe unangenehme Konsequenzen für sie. Denken sie einmal nach, stellen sie fest, dass ihre Gründe keine waren, die sie akzeptieren. Dann müssen sie ihre Meinung oder ihr Verhalten ändern. aber sie haben ja Gründe, das nicht zu tun.

    Zustände, in denen man sich etwas vormacht, sind nicht stabil, aber können trotzdem lange anhalten. Soweit meine Skizze, denke, dass es auch andere plausible Beschreibungen gibt. @andere: Hoffe, das war nicht zu viel an Theorie/Philosophie-blub.

    So, und mich überzeugt die Disziplin-These nicht wirklich. Die Erwartung, gutes, arbeitsames, hygienisches Mitgleid der Gemeinschaft zu sein, gab es vor dem Trend zur Intimrasur. Oder ist es so, dass die haarlos-Norm einfach Jahre braucht, um von den Unterschenkeln nach oben zu wandern? Hm, trotzdem nicht ganz überzeugt, aber ohne Gegenvorschlag.

  69. 69 eHeldin 16. Juli 2009 um 16:18 Uhr

    Zu deiner Frage, A.nn: Ich selbst empfinde es für mich als notwendig, meine Haare an Beinen, Achseln und auch der Intimzone zu entfernen. Ich fühle mich dadurch schön, frei und selbstbewusst.

    Für mich ist es ein natürliches Verhütungsmittel, unrasiert zu einem Date zu gehen. Und da muss noch nichtmal ein Mann sagen: Macht doch nichts, mich stört das nicht. Das erste Mal mit einem neuen Partner schlafen und dabei unrasiert sein, ist für mich ein NoGo.
    Klar hatte ich auch schon einmal unrasiert Sex, weil sich mein Partner nicht dran gestört hat und ich vor lauter Lust nicht drüber nachgedacht habe. Aber generell empfinde ich es sowohl bei Männern als auch bei Frauen als erotischer, haarfrei zu sein.

    Weder wurde ich bisher abgewiesen noch musste ich mir einen Kommentar zum Unrasiertsein anhören. Ich würde allerdings auch nicht auf die Idee kommen, einen Partner um Körperenthaarung zu bitten bevor ich mit ihm schlafe… Wäre ich vor den Kopf gestoßen?

    Es ist faszinierend, welche Welle ein paar Haare oder eben das Nichtvorhandensein von Haaren verursachen kann. Welcher politischen Gesinnung gehöre ich an, wenn ich mir eine Landebahn rasiere? Stehe ich auf Männer oder Frauen oder beides, wenn ich nach dem Brazilian Waxing ein Strasstattoo aufbringen lasse? Oder kommt es auf das Motiv an?

  70. 70 Irene 16. Juli 2009 um 16:28 Uhr

    [EDIT]

  71. 71 leonie 16. Juli 2009 um 16:34 Uhr

    Irene: Das hier ist ein feministisches Blog, wenn du also keinen Bock auf Feminismus hast, solltest du es auch nicht besuchen!!!

  72. 72 leonie 16. Juli 2009 um 16:36 Uhr

    @eHeldin: es geht hier nicht darum Menschen zu diffamieren, die sich rasieren, sondern darum darauf aufmerksam zu machen, das bestimmt gesellschaftliche Bilder existieren, die Menschen dazu zwingen bestimmte Dinge zu tun!

    Wenn du Rasur super findest, dann bitte.

  73. 73 eHeldin 16. Juli 2009 um 16:48 Uhr

    Ok, verstanden, Leonie.

    Dann krempeln wir jetzt die Ärmel hoch und tun etwas gegen diese gesellschaftlichen Bilder:
    Statt des sexy Coke-Mannes schicken wir einen vollbärtigen untersetzten Mitvierziger in die Frauenbüros. Und statt der dünnen Modells schieben wir einfach mal ein paar Rollstuhlfahrer über den Laufsteg.

    Weil ich weiß, dass genau das provokativer Quatsch und vor allem der falsche Ansatz ist, hinterfrage ich wieder die Wertigkeit von Familie und Bildung. Denn wenn man starke, selbstbewusste und gebildete Kinder erzieht, denen man Werte vermitteln kann, dann hat man Menschen vor sich, die sich nicht so schnell beugen oder irgendwelchen Bildern hinterher laufen.

  74. 74 neuer nick 16. Juli 2009 um 18:08 Uhr

    Du gehst also davon aus, dass das Hinterfragen von Familie und Bildung (btw.: Wer tut letzteres eigentlich??) rein provokativ und darüberhinaus „Quatsch“ ist? Wieso denn? Auf deine Argumente bin ich sehr gespannt.

    Außerdem: Erziehung, wie du sie ansprichst, hat doch gar nicht zwingend was mit Familie zu tun. Das kann auch wer anderes erledigen. Nur so als Hinweis ;)

  75. 75 eHeldin 16. Juli 2009 um 20:07 Uhr

    Nein, neuer nick, werf bitte meine beiden Absätze nicht durcheinander. Mit Quatsch und Provokation habe ich den Cokeman und die Rolli-Models gemeint.

    Und ich bin ganz bei dir, wenn du sagst, dass Erziehung nicht unbedingt von der Familie erledigt werden muss. Das Wörtchen „man“ kann nämlich auch eine ganze Gesellschaft beschreiben.

    Es ist auch die Frage, welchen Anspruch unsere Gesellschaft so hat, oder?

  76. 76 eHeldin 16. Juli 2009 um 20:08 Uhr

    Das mit dem Link hat grad nicht geklappt, aber kennt ihr Georg Schramm?

    http://www.youtube.com/watch?v=RkNddCXSLvM

  77. 77 frankenstein 17. Juli 2009 um 0:27 Uhr

    ich würde mal behaupten wollen, dass man kinder weder erziehen sollte, noch erziehen kann. man kann ihnen wissen vermitteln und eigene werte vorleben, entscheidungen treffen sie dann aber immer noch alleine. aber das ist jetzt offtopic…

  78. 78 Irene 17. Juli 2009 um 12:30 Uhr

    Kritik des Feminismus ist also nicht erwünscht…aber sich aufregen, wenn Sexisten Eure Argumentation nicht teilen wollen, tze-he.

  79. 79 neuer nick 17. Juli 2009 um 13:22 Uhr

    Abgesehe davon, dass das nicht stimmt (es finden sich viele Beispiele richtiger Kritik am Feminismus auf dem Blog) wäre doch ein Sexist, der die feministischen Argumente teilt kein Sexist mehr, oder?

  80. 80 dodo 20. Juli 2009 um 7:08 Uhr

    aus nem komentar zu dem thema ausm blog der mädchenmannschaft:
    „zur Arbeit im Rock aber mit nicht Rasierten Beinen erscheinen? – mein Chef wuerde mich nicht in ein Treffen mit einem Kunden lassen…“
    DAS find ich krass!

  81. 81 Annie_Slut 21. Juli 2009 um 19:22 Uhr

    Statt des sexy Coke-Mannes schicken wir einen vollbärtigen untersetzten Mitvierziger in die Frauenbüros. Und statt der dünnen Modells schieben wir einfach mal ein paar Rollstuhlfahrer über den Laufsteg.
    Weil ich weiß, dass genau das provokativer Quatsch und vor allem der falsche Ansatz ist…

    Allein das sowas nur als „Quatsch“ denkbar zu sein scheint, zeigt doch seht deutlich, wie sehr Gesellschaft durch Mechtverhältnisse strukturiert ist, die Körpernormen hervorbringen, nach denen privilegiert und diskriminiert wird. Lookism. Able bodied-ness (Körper ohne 2Beeinträchtigungen“)als Norm und Diskriminierung jeglicher Abweichungen. Nur zwei Kategorien, nach denen privilegiert und diskriminiert wird.
    Wenn die Hinterfragung dieser Kackscheiße „Quatsch“ ist, ist das schlichtweg Affirmation von Ungleichheit.

  82. 82 dodo 22. Juli 2009 um 2:02 Uhr

    meiner meinung gehört der coke-mann schon lang ersetzt, aber das nur nebenbei…

  83. 83 Chibbi 24. Juli 2009 um 15:32 Uhr

    Hallöle zusammen,

    ich habe eure Seite durch Zufall gefunden. Es kann ja sein das sowas gerade in Mode ist,
    aber…. hat sich schonmal jemand gefragt warum das so ist?

    Woher kommt der Trend? Aus der Pornoindustrie.
    Und warum? Weil man so besser alle Details sehen kann.. sonst wär´s ja schon eher nen Softporno.

    So… das alles wissend, haben schlaue Köpfe in der Industrie einen Weg gefunden die Umsätze zu steigern. Firmen wie Wilkinson, Gilette und andere haben in den letzten Jahren Studiun finanziert die das Thema Intimrasur behandelten. Diese Studien sind höchst umstritten.

    Wer mal dazu etwas nachlesen möchte kann das hier tun:
    http://www.stern.de/lifestyle/mode/:Sommer-Trend-Intimrasur-Hip-Slip/706697.html

    Solcher Blödsinn wird dann in allen Medien als der neue Trend verkauft. Alle die sowas nicht machen fühlen sich dann auf einmal abartig oder haben sogar Hemmungen in der Partnerschaft…..

    Also laßt Euch nicht so einen Mist einreden. Vor allem sollte sich niemand „unnormal“ vorkommen wenn er es nicht tut! ;)

    mfg

  84. 84 Chibbi 24. Juli 2009 um 15:37 Uhr

    Achso und nochwas an die Damenwelt:

    Männer mögen keine dürren Gerippe wie V.Beckham oder K.Knightly
    Auch mögen wir keine Silikonimplantate, klein und echt gefällt da wohl den meisten Herren besser.

    Alles andere wird nur durch die Medien verbreitet…

    (Ausnahmen bestätigen die Regel)

  85. 85 illith 24. Juli 2009 um 17:33 Uhr

    woher weißt du, was (alle) männer mögen??

  86. 86 neuer nick 24. Juli 2009 um 18:28 Uhr

    Es kann ja sein das sowas gerade in Mode ist,
    aber…. hat sich schonmal jemand gefragt warum das so ist?

    Neee, auf gar keinen Fall. Wir diskutieren das hier nur so aus Spaß bei mehreren Beiträgen, weißte? Aber danke für deine Antworten, jetzt wissen wir’s ja :D

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