Bascha Mika, langjährige Chefredakteurin der taz, hat die Zeitung verlassen.
Abschließend lässt sie uns in einem Interview wissen, wie es ist Frau in einer Führungsposition zu sein und warum sich Frauen mehr einmischen sollten.
In der Redaktion gibt es manche Frauen, die nicht allzu gut mit dir zurechtgekommen sind. Es gab allerdings auch Männer …
… danke.Aber manche Redakteurinnen lehnen dich besondern heftig ab. Warum?
Frauen haben sehr viel mehr Probleme mit weiblichen Führungskräften als Männer. Männer verhalten sich eher wie im Rudel, wenn sie einmal ein Leittier akzeptiert haben, dann haben sie danach kein Problem mehr mit Führung. Frauen reagieren anders. Sie sehen in einer weiblichen Führungsperson stärker sich selbst gespiegelt. In Jungsgruppen gehört Wettbewerb selbstverständlich dazu. Die sportliche Auseinandersetzung, das Kämpfen, das Rivalisieren, ohne dass das zu Feindschaft und Hass führen muss. Wenn ein Mädchen aus seiner Gruppe den Kopf rausstreckt, mögen die anderen das überhaupt nicht. Und diese Phänomene setzen sich im Verhältnis zu Chefinnen durch: Sie ist ja nur eine von uns, sie will aber was Besseres sein.
Klingt enttäuscht.
Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass die Frauen in der Redaktion sich stärker einmischen. Es gibt viele taz-Frauen, die machen einen tollen Job, aber sie wollen sich aus bestimmten Auseinandersetzungen heraushalten. Weil sie sagen: Das sind doch Jungsgeschichten. Wir wollen an diesen Hahnenkämpfen nicht teilnehmen. Das war für mich wirklich eine große Enttäuschung.
Chefinnen sollen emotional sein, nicht bedrohlich auftreten – aber auch Macht und Führung repräsentieren. Das passt alles eigentlich überhaupt nicht zusammen. Wie hast du das gelöst?
Na ja, diese Männlich/weiblich-Zuschreibungen sind doch Klischees. Ein moderner Führungsstil, so wie ich ihn verstehe, ist eine Mischung aus sogenannten männlichen und sogenannten weiblichen Elementen. Und das heißt, mit Respekt und freundlich aufzutreten, aber in der Sache sein Ding durchzuziehen. Und zwar mit Härte, auch dir selbst gegenüber.
Da können sich die proletarischen Girls mal ne Scheibe von abschneiden, wa?
was für ein ekles geseiere. die is ja widerlich, die frau.
? aber nee